Kommentar: Sind die Kids noch okay?

Wir leben in Zeiten von weit verbreiteten Ängsten und Sorgen. Gerade junge Wähler sorgen sich um ihre Zukunft. Ein Kommentar.

4.11.2024 Sulaiman Wilms 3 Min. Lesezeit
kommentar leipziger Deutsche

Foto: Adobe Stock

(iz). Zu den am häufigsten gebrauchten Allgemeinplätzen gehören Politikersprechblasen, die „der Jugend“ die Zukunft zuschreiben, etwa „Die Jugend ist unsere Zukunft“. Und auch in die eine oder andere muslimische Presseerklärung hat sich dieser wahre, aber banale Satz eingeschlichen.

Spätestens seit der Pandemie ist deutlich geworden, dass die hiesige Politik – wie viele andere gesellschaftliche Institutionen auch – solchen Sonntagsreden (oder Freitagspredigten) zumeist keine Taten folgen lässt.

Seien es die drastischen Bewegungseinschränkungen während der Pandemiemaßnahmen, die Verweigerung massiver Investitionen in zukunftsweisende Klima- oder Verkehrstechnologien, seien es Rentengeschenke oder ein auf die wohlhabenden 50- bis 70-Jährigen zugeschnittenes Primetime-Fernsehprogramme: Kinder und Jugendliche stehen bei der Entscheidungsfindung und Gestaltung der Gegenwart ziemlich weit hinten.

Die Wahlergebnisse bei den Europa- und Landtagswahlen haben im Jahr der Mehrfachkrise nicht nur wegen der Erfolge von AfD und BSW für berechtigte Unruhe gesorgt. Bei den Europawahlen wählten 17% der 18- bis 29-Jährigen die AfD, in Thüringen und Sachsen waren es etwas mehr bzw. weniger als ein Drittel. Das jahrzehntelange Diktum, „die Jugend“ wähle tendenziell liberal oder links, scheint in vielen westlichen Gesellschaften nicht mehr zu gelten.

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