Kommentar: Schlimmer geht immer

Es kann schlimmer werden: Die Vorstellung, vor einem Dilemma zu stehen, entpuppt sich oft genug als falscher Gegensatz.

01.03.2025 Malik Özkan 3 Min. Lesezeit
trump schlimmer Republikaner

Foto: Yasser Abu Ammar

(iz). In den vergangenen zwölf Monaten wurde in vielen einflussreichen Demokratien der Welt gewählt – von Großbritannien über die USA und Indien bis hin zu Mexiko. Im Vorfeld von Wahlen und anderen gravierenden Entscheidungen ist beinahe automatisch der Satz zu hören, man habe nur die Möglichkeit, sich zwischen Pest und Cholera zu entschließen

Diese manchmal zutreffende Aussage spiegelt die Wahrnehmung vieler Menschen weltweit wider, dass sie heute oft nur mit verschiedenen Facetten ein und derselben Sache konfrontiert sind.

Und dass die Absichten der Entscheidungsträger in Politik, Staat und Wirtschaft a) vorrangig auf ihre eigenen Interessen zielen und b) sie an der Aufrechterhaltung des Status quo interessiert sind. Das erklärt, warum im rechtslibertären und in populistischen Milieus der Begriff „Disruption“ derzeit in aller Munde ist.

Die vage Hoffnung vieler Menschen von Amerika bis Asien: Die messianisch herbeigesehnte Figur des „großen Führers“ oder des genialen Tech-Oligarchen möge endlich „tabula rasa“ machen, auf den Tisch hauen und die Verhältnisse aufbrechen, in denen sie sich gefangen sehen.

Diese Wahrnehmung von Aussichts- und Alternativlosigkeit ist auch auf der linken oder aktivistischen Seite zu beobachten, wenn sie ihre Fähigkeit zur Differenzierung verliert. Ein Beispiel dafür war die Haltung des propalästinensischen Lagers in den USA. Es schoss auf Harris und bekam Trump, der in den letzten Tagen von einer ethnischen Säuberung des Gazastreifens träumte.

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