Manche Muslime reagieren hingegen nicht mehr ganz so motiviert, wenn sie die üblichen Ramadan-Fragen zum gefühlt hundertsten Mal hören oder das Gefühl haben, da möchte jemand provozieren.
As-Salaamu ’alaikum, liebe Muslime,
die BILD titelte (im April 2021) zu Beginn des Fastenmonats: „Diese Fragen können Muslime im Ramadan nicht mehr hören“. Gemeint sind solche: Ist das Fasten freiwillig und bei der Hitze nicht ungesund? Oder der Klassiker: Ist nicht einmal trinken erlaubt? Die BILD-Schlagzeile ist natürlich pauschal und unzutreffend, denn die meisten Muslime antworten geduldig und freuen sich über das Interesse unserer nicht-muslimischen Mitbürger.
Motivation schwindet bei Ramadan-Fragen
Manche Muslime reagieren hingegen nicht mehr ganz so motiviert, wenn sie die üblichen Fragen zum gefühlt hundertsten Mal hören oder das Gefühl haben, da möchte jemand provozieren. Das ist nachvollziehbar. Ich habe jedoch kein Verständnis für Muslime, die in aller Öffentlichkeit Nichtmuslime kritisieren, weil sie keine Ramadan-Experten sind.
Wer darüber klagt, sollte sich zunächst selbstkritisch die Fragen stellen, ob er über das Fasten der Buddhisten, Christen und Juden bestens informiert ist. Ich würde lügen, wenn ich behaupte, mich im Detail auszukennen. Und natürlich würde ich anderen Glaubensanhängern meine Fragen stellen, wenn ich welche treffen würde. Von unserem Prophet Mohammed (s.a.a.s) ist überliefert: „Nach Wissen zu streben ist eine Pflicht für jeden Muslim, Mann und Frau. Darum strebt nach Wissen, wo es zu finden ist, und erfragt es von all denen, die es besitzen.“
Foto: Official White House Photo by Lawrence Jackson
Pflicht zur Information
Wir sind also nicht nur in der Pflicht uns zu informieren, sondern in der Verantwortung, Fragen zu beantworten. Es ist anmaßend und arrogant, wenn einige Muslime festlegen, was Nichtmuslime über Ramadan mindestens wissen müssten. Es wäre fatal, wenn Nichtmuslime folglich das Gefühl erhalten, ihre Fragen seien dumm, nur weil sie „es immer noch nicht wissen“. Einer meiner Lehrer pflegte immer zu sagen: „Es gibt keine dummen Fragen, sondern nur schlechte Antworten.“
Foto: igmg.org
Wir kritisieren zurecht, weit verbreitete Vorurteile gegenüber Muslime. Andererseits sind einige Muslime genervt, wenn sie wiederholt mit Fragen zu ihrer Religion konfrontiert werden. Da machen es sich einige zu einfach. Wer als Muslim während des Ramadans Fragen von Nichtmuslimen öffentlich kritisiert, möge sich den Rest des Jahres zurückhalten, bestehende Vorurteile gegenüber Muslime anzuprangern.
Wir können uns Kundenberater zum Vorbild nehmen, die jeden Tag aufs Neue über ihre Produkte aufklären und gelegentlich auch scharf kritisiert werden. Wenn der Islam uns mehr wert ist als irgendein Produkt, sollten wir kein Problem damit haben, die Ramadan-Fragen vielleicht ein Leben lang zu beantworten.
Ich wünsche euch noch einen gesegneten Fastenmonat.
Effizienz kann überall gesteigert werden. Gerade im Ramadan lässt sich jede Menge Stress durch Vorbereitung vermeiden.
Auch wenn es ein Monat des Verzichts sein soll, bedeutet er gerade für Hausfrauen und Mütter Mehrarbeit in der Küche. Um nicht dort die ganze Zeit zu verbringen und Zeit für Wichtigeres zu sparen, gibt die bekannte US-amerikanische Köchin und Autorin Yvonne Maffei einige Tipps.
(My halal Kitchen). Effizienz kann überall gesteigert werden. Im Ramadan ist es jedoch wichtiger als sonst, Leistungsfähigkeit in die Lebensführung einzubinden, um weniger Zeit in der Küche zu verbringen und mehr Zeit für spirituelle Augenblicke zu haben.
Vorbereitung: Die Mahlzeiten fürs Fastenbrechen vorplanen
Wenn Sie jetzt noch keine Vorbereitungen getroffen haben, ist es trotzdem nicht zu spät. Sie müssen nicht jedem Ratschlag folgen, aber es hilft erheblich, wenn Sie vorab wissen, was sie in der kommenden Zeit kochen wollen und dementsprechend planen.
Kaufen Sie große Mengen
Abgesehen von regelmäßig verwendeten Lebensmitteln, die sich für den Ramadan besser in großen Mengen kaufen lassen, empfiehlt es sich auch, Spülmittel, Schwämme, Papierhandtücher, Reinigungsmittel sowie ökologisch nachhaltiges Wegwerfgeschirr zu besorgen. Das spart Zeit, wenn man ansonsten für kleine Dinge in den Laden müsste. Ein Großeinkauf hilft nicht nur bei der besseren Planung von Mahlzeiten, er hilft auch, wenn sich Überraschungsgäste oder Iftar-Einladungen ankündigen.
Foto: Lucy Ewitt
Bereiten Sie Ihre Zutaten vor
Die Franzosen nennen das „mise en place“. Wenn Sie beispielsweise die Basis für Suppen oder Eintöpfe vorbereiten, müssen Sie Gemüse wie Zwiebeln, Karotten oder Sellerie schneiden. Wenn Sie das rechtzeitig tun, wird das Kochen schneller und besser organisiert von der Hand gehen. Das hilft bei der allgemeinen Produktivität in der Küche. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Zeit nach dem Suhur (morgendliche Mahlzeit vor Beginn des Fastentages) der beste Augenblick ist, um Zutaten für das Iftar am Abend vorzubereiten. Finden Sie die Zeit, die am besten für Sie passt, und halten sich dann an diese.
Aufräumen während der Arbeit
Es gibt einen guten Grund, warum die besten Chefköche darauf gedrillt sind, diszipliniert und reinlich zu arbeiten. Sie wissen, dass Zeit Geld ist. Im Ramadan ist Zeit wesentlich und man kann ihren Verlust nicht mit Geld ausgleichen. Zwischen Fastenbrechen, dem Beten am Abend und Tarawwih in der Nacht gibt es nicht viel Zeit, die man verlieren kann. Wenn man während des Kochens saubermacht, gibt es weniger zu tun, sobald die Teller zum Abwasch zurück in die Küche kommen.
Verhindern Sie Dehydrierung
Die meisten Menschen bedenken diesen Punkt in der Regel überhaupt nicht und wissen auch nicht, dass er die Effizienz Ihrer Arbeit in der Küche beeinflusst. Es ist entscheidend das Dehydrieren in einer heißen Küche zu verhindern, um unseren Energiespiegel hochzuhalten. Auch wenn wir während des Fastens nicht trinken dürfen, können wir doch Fenster und den Abzug über dem Herd öffnen, um Hitze und Feuchtigkeit abziehen zu lassen.
Reste können helfen
Gelegentlich kochen wir mehr, als wir essen können; vielleicht, weil die Augen beim Fasten größer sind als unser Magen. Wenn Sie genug für den nächsten Tag übrig haben, lässt es sich entweder beim Suhur benutzen oder einfrieren, um später im Monat ein komplettes Iftar damit zu bestreiten. Übriges Gemüse können in ein Omelett getan werden und verbleibendes Fleisch oder Reis in eine Suppe.
Bereits am Abend decken
Da wir Suhur zu sehr früher Stunde essen, bleibt oft nicht die Zeit, den Tisch entsprechend zu decken. Wenn Sie am Abend zuvor den Tisch decken, bleibt morgens mehr Zeit für die Zubereitung dieser wichtigen Mahlzeit.
Setzen Sie ihre Kochzeit klug ein
Gleich, ob Sie alleine oder mit Familienmitgliedern kochen, nutzen Sie die Zeit, um währenddessen etwas wirklich Produktives zu tun. Das kann das Auswendiglernen einer Sura oder etwas Unterricht für Ihre Kinder sein. Anstatt währenddessen zu telefonieren oder in Gedanken Ihr Stressniveau zu steigern, bringt eine sinnvolle Betätigung in der gesegneten Zeit um Suhur und Iftar richtigen Nutzen.
Für jeden eine Aufgabe
Nutzen sie alle zur Verfügung stehenden Hände in Ihrer Familie, indem Sie jedem eine Aufgabe für das Essen geben, ob groß oder klein. Gleich, ob es das Tischdecken ist, die Verpackung von Resten oder das Gemüseschneiden, jedes Familienmitglied kann seine Rolle spielen, um die Effektivität im Haushalt zu steigern.
Beten Sie für Segen
Und nicht zuletzt: Bitten Sie Allah um Segen (Baraka) für alles, was Sie tun. Ihre eigenen Anstrengungen und Vorplanungen werden sie, inscha’Allah, zu einer effizienteren Küche im Ramadan führen.
Angesichts der neuen Verhältnisse brauchen wir einen Diskurs der Nachbarschaftlichkeit.
(iz). Seit Langem wird Muslimen in diesem Land von außen vorgeschlagen, sie mögen sich doch bitte integrieren. Aus der Sphäre des Feuilletons sowie der Tief- und Schwerdenker schwappte diese Idee in den Bereich der Politik. Die Vorlage wurde dankbar aufgenommen.
Immerhin hat man hier angesichts eher unangenehmer und schwieriger Zukunftsaufgaben ein Thema, mit dem sich kurzfristig und kosteneffektiv Punkte machen lassen.
Foto: igmg.org
Bei den so Angesprochenen – als seien nicht sehr viele fitte, positive Muslime dank Geburt oder Neigung längst Teil der „Schicksalsgemeinschaft“ – stößt die Zumutung aus verständlichen Gründen nicht selten auf Kopfschütteln.
Zumal sich gerade viele junge, gerade die, die nicht Teil einer geförderten akademischen Elite sind, einige berechtigte Fragen stellen. Warum sollten sie sich in ein – auch imaginiertes – Gemeinwesen einfügen, dessen Diskurse sie gewohnheitsmäßig problematisieren und im Alltag unnötige Hürden bestehen lassen?
Negativität war nie das Verhalten muslimischer Gemeinschaften
Nun war Ablehnung oder Negativität seitens Dritter niemals ein Vorbild für das Verhalten muslimischer Gemeinschaften. Traditionell waren sie durch Positivität und Dankbarkeit geprägt. Daher sollte der bestehende Trend zur Selbstabgrenzung (menschlich vielleicht verständlich) bei einigen keinen gangbaren Weg darstellen
Der sich ankündigende Ramadan ist eine Erinnerung, dass Nachbarschaft und Sorge für den Nächsten Bestandteil unserer Grundeinstellungen sind. Ein Blick auf die verschiedenen Traditionen aus aller Welt zeigt, dass die Teilhabe des Anderen am Segen der Zeit zu uns gehört.
In einem kurzen Text formuliert der libysche Gelehrte und amtierende Botschafter seines Landes in den Vereinten Arabischen Emiraten, Aref Nayyed, neue Ansätze für muslimische Gemeinschaften im Westen. In der Vergangenheit sei der traditionelle Diskurs über die „Heimstätte des Islam“ hilfreich für einen angemessenen Umgang mit dem Anderen gewesen.
Foto: Presseportal, Doren Dalpiaz, abs/ZDF
Diskurs der Nachbarschaftlichkeit
Angesichts der neuen Verhältnisse, in denen sich viele Muslime befänden, wolle er die Idee einbringen, „dass ein Diskurs der Nachbarschaftlichkeit und der ‘Pflichten der Nähe’ in vielen Situationen in unserer Welt hilfreich sein kann“.
Die inneren Orte des Friedens in den Herzen der Gläubigen seien die entscheidenden Samen, aus denen friedliche Umfelder in dieser Welt wachsen könnten. Durch sie werde ein Platz im Jenseits vorbereitet. Solch ein Zustand im Inneren könne sich in einer Vielfalt diesseitiger Situationen ausdrücken und gedeihen. Er könne nicht wirklich auf geografisch einzugrenzende Zonen der Welt beschränkt werden.
Es gibt eine wichtige Aussage des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben: die Pflicht, seinen Nachbarn nicht zu schaden. Er sagte: „Bei Allah, er ist kein Gläubiger! Bei Allah, er ist kein Gläubiger! Bei Allah, er ist kein Gläubiger!“ Als seine Gefährten wissen wollten, von wem er sprach, antwortete er: „Derjenige, dessen Nachbar nicht sicher ist vor seinem Schaden.“
Der gesegnete Fastenmonat ist eine Gelegenheit der Belohnung, die uns von Allah, dem Allmächtigen, gewährt worden ist. In diesem Monat erinnern wir uns an den Rang der Gnaden, die Allah […]
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Wir befinden uns in der letzten Phase vor dem Ramadan. Und einige freuen sich auf die zu erwartenden Gerichte zum Fastenbrechen. Andere hoffen auf einen Gewichtsverlust durch den Verzicht. Die […]
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Es gibt besondere Phasen: Allah hat den Fastenmonat zu einem Moment eines großen Geheimnisses gemacht. (iz). Für die meisten von uns sind Ramadan und Fasten beinahe gleichbedeutend – beide werden […]
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Mit etwas Planung, Organisation und Berücksichtigung lässt sich der Fastenmonat auch dieses Jahr jedoch bewältigen. (grünebanane.de). Der kommende Monat ist eine friedliche Zeit, wenn wir eine Pause von unserer täglichen […]
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Der Ramadan beginnt dieses Jahr voraussichtlich am Mittwochabend des 22.03.23 und endet voraussichtlich am Freitagabend den 21.04.23. (Islam Hoy). Mit Allahs Willen befinden wir uns vor den Toren des Monats […]
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Der Ramadan 2023 beginnt voraussichtlich nach dem Abendgebet am 22.03. und endet voraussichtlich zum Abendgebet des 21.04.23
„Der Radschab ist der Monat, in dem die Saat ausgebracht wird. Schaban die Zeit, in der die Pflanzen bewässert werden und Ramadan der Monat für die Ernte. (…) Radschab ist wie der Wind. Schaban wie die wasser-tragenden Wolken und Ramadan ist wie der Regen.“ (Abu Bakr Al-Balkhi)
(iz). Imam Muslim überlieferte von Abu Huraira, möge Allah mit beiden zufrieden sein, vom Propheten, Allahs Frieden und Segen auf ihm, dass Allah sagte: „Jede Handlung des Sohnes von Adam gehört ihm selbst, außer dem Fasten. Es ist Mein und Ich werde ihn dafür entlohnen. (…) Der Fastende hat zwei Freuden: Wenn er sein Fasten bricht, erholt er sich, und wenn er seinem Herrn gegenübersteht, hat er Freude an seinem Fasten.“
Foto: sewcream | Freepik
Ramadan eilt heran
Mit schnellen Schritten nähert sich der Fastenmonat Ramadan – viel rapider, als man jedes Jahr zu glauben vermag. Dann wird sich wieder für 29 oder 30 Tage der Alltag unzähliger praktizierender Muslime in Deutschland umstellen und der Vergeistigung ihrer Existenz zuwenden. Es wäre jedoch kurzsichtig zu glauben, dass zwischen dieser Zeit und dem Rest des Jahres ein tiefer Graben liegt. Vielmehr gibt es eine Zwischenphase, die ebenfalls von erheblichem Wert ist. Kenntnis von ihr hilft uns bei der notwendigen Vorbereitung und Einstimmung auf den Ramadan selbst.
Der Prophetengefährte Salman Al-Farisi, möge Allah mit ihm zufrieden sein, sagte einmal: „Allahs Gesandter, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, hielt einen Vortrag für unseren Nutzen am letzten Tag des Schaban (…): ‘Oh, ihr Leute, ein mächtiger Monat breitet seinen Schatten über euch aus.’“ Das kann unter anderem auch heißen, dass der Ramadan nicht einfach plötzlich kommt, sondern seinen „Schatten“ langsam vorausschickt.
Radschab
Man kann sagen, dass der Vorlauf für die Zeit des verpflichtenden Fastens bereits zwei Monate zuvor beginnt. Und zwar mit dem Radschab, dem siebten Monat des islamischen (Mond-)Kalenders. Dieser zählt zu den vier heiligen Monaten unseres Din. Allah sagt über sie im Qur’an: „Wahrlich, die Zahl der Monate bei Allah beträgt zwölf, so sind sie im Buch Allahs festgelegt worden seit dem Tag, da Er die Himmel und die Erde erschuf. Von diesen Monaten sind vier heilig. Das ist der beständige Glaube.“ (At-Tauba, 37)
Wenn der Radschab bevorstand, sprach der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, ein besonderes Du’a [arab. Bittgebet]: „Oh Allah, segne uns im Radschab und im Scha’ban und lasse uns den Ramadan erreichen.“ „Das verweist darauf, dass der Prophet Muhammad, Segen und Frieden auf ihm, diese drei Monate miteinander verband und Allahs besonderen Segen in den beiden Monaten vor dem Ramadan erflehte.
Des Weiteren wird deutlich, dass in diesem Monat die Vorbereitungen für besondere Anstrengungen auf dem Wege Allahs auf einen besonders fruchtbaren Boden treffen. Dazu gehören eine gesteigerte Anbetung sowie weitere Handlungen, die helfen, Allahs Wohlgefallen zu erlangen“, schreibt Hasbullah Shafi’iy in einem aktuellen Beitrag für die IZ. Das Wort Radschab leite sich aus der Wurzel „radschaba“ ab, was so viel wie „respektieren“ bedeutet.
Es gab mehrere historische Begebenheiten, die sich in diesem Monat ereigneten. Zwei wichtige davon sind:
1. Die Himmelfahrt des Gesandten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben. Sie geschah in der 27. Nacht des Radschab. In dieser Nacht, der Lailat Al-Miradsch, ist der Prophet in die Himmel aufgestiegen, wo Allah ihm vieles gezeigt hat und der Prophet Allah so nahe kam, wie es keinem Menschen vorher und nachher sonst gewährt wurde. Allah sagt dazu im Qur’an: „Gepriesen sei Der, Der bei Nacht Seinen Diener von der heiligen Moschee zu der fernen Moschee hinführte, deren Umgebung Wir gesegnet haben, auf dass Wir einige Unserer Zeichen zeigten. Wahrlich, Er ist der Allhörende, der Allsehende.“ (Al-‘Isra, 1)
2. Der Prophetengefährte Bilal, möge Allah mit ihm zufrieden sein, brachte 400 Männer in die Gegenwart des Propheten, Allahs Heil und Segen auf ihm, und sie nahmen den Islam an.
Schaban
Das ist der Monat, der dem Ramadan vorausgeht. Nach einer Überlieferung, die von ‘Aischa weitergegeben wurde, werden in diesem Monat dem Todesengel die Namen derjenigen gegeben, die im kommenden Jahr sterben werden. Einem Mann riet der Gesandte Allahs, Heil und Segen auf ihm, er solle zwei Tage im Schaban fasten.
Es ist Sunna, in diesem Monat zu fasten. Der Prophet selbst pflegte, die Tages des letzten Monats vor dem Ramadan zu fasten und die Nächte im Gebet zu verbringen.
Allerdings ist es wichtig, dass das freiwillige Fasten eine individuelle Angelegenheit ist – zwischen dem Herrn und Seinem Diener. Man soll sie nicht nach außen tragen oder gar mit ihr prahlen. Qutada riet dazu, diese freiwillige Handlung zu verbergen: „Es ist empfohlen für einen Mann, der fastet, Parfüm zu benutzen, damit es kein Anzeichen dafür gibt, dass er fastet.“
Auch hier gibt es eine besondere Nacht (die 15. des Monats), in der Mitte des Schaban: die Lailat Al-Baraa. Sie ist die „Nacht der Befreiung“, eine der gesegnetsten Nächte des Jahres. Segen, Gnade und Vergebung kommen in dieser Nacht auf die Erde herab. Es wird überliefert, dass dann Fehler vergeben werden, mit Ausnahme der schwerwiegenden. Es gehört zu den Besonderheiten der hanafitischen Rechtsschule, der insbesondere die hiesigen Muslime mit türkischen und bosnischen Wurzeln angehören, sich in dieser Nacht in den Moscheen zu versammeln.
Es wurde berichtet, dass Schaikh Hasan Al-Basri einmal in dieser Nacht sein Haus verließ und dabei ganz bleich aussah. Als der große irakische Gelehrte der frühen muslimischen Vorzeit danach befragt wurde, entgegnete er: „Ich schwöre, dass ich in einem Zustand bin, der schlimmer ist als der eines Mannes, dessen Schiff unterging. Denn ich bin mir meiner Fehler gewiss, aber ich habe keine Gewissheit darüber, ob meine guten Taten angenommen werden. Deshalb sorge ich mich so viel.“
Im letzten Monat vor dem Ramadan sollten Muslime besonders viel im Qur’an lesen und das Bittgebet (As-Salat ‘ala An-Nabi) für den Propheten rezitieren, sowie ihr gutes Handeln steigern. Oft haben die Wohlhabenden gerade jetzt viel Sadaqa unter die Armen verteilt, damit diese für den Ramadan gestärkt sind. Gefangene wurden freigelassen. Auch ziehen sich viele in die Moscheen zurück (I’tikaf), um den Beginn des Ramadan zu erwarten und um in Abgeschiedenheit zu reflektieren.
Gelegentlich geschieht es, dass dieser Monat, weil er zwischen Radschab und Ramadan liegt, ein bisschen „untergeht“. Das war schon zu Zeiten des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, so: „Dies ist ein Monat, den die Menschen zwischen Radschab und Ramadan vernachlässigen. In ihm werden die Werke zum Herrn der Welten emporgehoben.“ (Ahmad, An-Nasa’i)
Für diejenigen Fastenden, die im vorangegangenen Ramadan bestimmte Tage nicht fasten konnten, eignet sich der Schaban dafür, diese nachzuholen. Es wurde von Abu Salama berichtet, dass dieser sagte: „Ich hörte ‘Aischa sagen, möge Allah mit ihr zufrieden sein: ‘Manchmal verpasste ich einige Tage im Ramadan und konnte sie nicht nachholen, außer im Monat Schaban.’“ Jeder verpasste Tag vom letzten Jahr muss spätestens im Schaban nachgeholt werden und hat Vorrang vor freiwilligen Fastentagen.
Ein interessanter Gedanke zu dieser besonderen Zeit kommt von Schaikh Abdalhaqq Bewley. Die herausragende Qualität des Ramadans komme nicht vom Fasten, sondern man faste in dem Monat, weil er so besonders sei.
Mit Material von Laila Massoudi und Sulaiman Wilms.
Enthaltsamkeit: Erfahrungen aus erster Hand werden zu einem spirituellen Sinn. Dann legen sie einen Weg zurück, um eine Bedeutung des Glaubens in uns zu verwurzeln. (Islamicate). Der Ramadan unterscheidet sich […]
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