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5 Jahre nach Hanau: „Liebe ist stärker als Hass“

Opfer Terror Rassismus Hanau Kurtović

„Liebe ist stärker als Hass“ – und doch bleibt der Schmerz in Hanau. Neun Menschen starben 2020 bei einem Anschlag. (KNA/IZ). Wut und Zuversicht prägten das Gedenken am fünften Jahrestag […]

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Der lange Weg der Familie Kurtović zur Gerechtigkeit

Opfer Terror Rassismus Hanau Kurtović

Beim Anschlag in Hanau 2020 wurden neun Menschen getötet. Auch einen Sohn der Familie Kurtović. Crowdfunding soll ihre Bemühungen nun unterstützen.

(Commonsplace.de). Am Abend des 19. Februar 2020 wurde die Stadt Hanau Schauplatz eines verheerenden rassistischen Anschlags, bei dem neun Menschen aus dem Leben gerissen wurden.

Unter den Opfern befand sich auch der 22-jährige Hamza Kurtović, dessen Familie seitdem unermüdlich für Gerechtigkeit kämpft. Der Fall von Hamza und den anderen Leidtragenden steht emblematisch für die tiefgreifenden Probleme von Rassismus und Islamophobie in der deutschen Gesellschaft und wirft ein scharfes Licht auf die Notwendigkeit, für Gerechtigkeit und gegen das Vergessen anzutreten.

Der verschlossene Notausgang in Hanau: Ein Symbol verweigerter Gerechtigkeit

Eine der zentralen Kontroversen im Nachgang des Anschlags betrifft den verschlossenen Notausgang der Arena-Bar, einem der Tatorte. Dieser versperrte Ausgang könnte entscheidende Fluchtchancen blockiert haben. Die Staatsanwaltschaft lehnte jedoch eine Wiederaufnahme der Ermittlungen ab, trotz zahlreicher Hinweise und Beschwerden der Opferfamilien, darunter die der Kurtovićs.

Foto: Lumpeseggl, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-SA 3.0

Armin Kurtović, der Vater von Hamza, hat seine Enttäuschung und seinen Zorn über die mangelnde Verantwortungsübernahme und die ausbleibenden Konsequenzen deutlich gemacht:

„Nichts ist nach dem rassistischen Terror von Hanau, bei dem wir unseren Sohn Hamza verloren haben, wirklich passiert. Keine Konsequenzen. Weder für uns, noch für die anderen Betroffenen von rassistischer Gewalt. Keiner der Verantwortlichen musste seinen Posten räumen. Die Staatsanwaltschaft nahm bis jetzt keinen Verdacht gegen die Behörden ernst. Wir werden nun klagen. Und wir werden, wenn es nötig ist, bis vor den Europäischen Gerichtshof ziehen.“

Armin Kurtović – Januar 2024

Juristischer Kampf und Crowdfunding für Gerechtigkeit – für die Familie Kurtovic

Vor diesem Hintergrund hat die Familie Kurtović beschlossen, juristisch gegen die Untätigkeit der Behörden vorzugehen. Ihr Ziel ist es, bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu ziehen, um Gerechtigkeit für Hamza und die anderen Opfer zu erwirken.

Um die anfallenden Kosten für Gerichtsverfahren, Anwälte, Gutachten und notwendige Reisen zu decken, hat die Familie ein Crowdfunding-Projekt auf Commonsplace.de ins Leben gerufen.

Die Kampagne richtet sich an alle, die den Kampf gegen Rassismus und für eine gerechtere Gesellschaft unterstützen wollen. „Wir werden nun klagen. Und wir werden, wenn es nötig ist, bis vor den Europäischen Gerichtshof ziehen“, bekräftigt Armin Kurtović.

Die Familie betont die Wichtigkeit ihres Kampfes, der weit über ihren persönlichen Verlust hinausgeht und ein Zeichen gegen die allgegenwärtige Bedrohung durch rassistische Gewalt setzen soll. Die Gelder, die über die muslimische Crowdfundingplattform gesammelt werden, sind für eine Vielzahl kritischer Bedürfnisse bestimmt:

Gerichtskosten für mehrere Instanzen: Angefangen beim Klageerzwingungsverfahren bis hin zu möglichen Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht und dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, erfordert jeder Schritt finanzielle Ressourcen.

Anwaltskosten: Die Vertretung durch spezialisierte Anwältinnen und Anwälte ist essentiell, um die komplexe juristische Materie effektiv zu navigieren und die bestmöglichen Chancen auf Erfolg zu haben.

Kosten für Gutachten: Um die Argumentation zu stärken, sind oft detaillierte Gutachten von Experten erforderlich, die zusätzliche Kosten verursachen.

Reise- und Treffenkosten: Die Organisation von Treffen mit Zeugen, das Reisen zu Gerichtsterminen und die Koordination mit den Anwältinnen und Anwälten erfordern ebenfalls finanzielle Mittel.

Foto: Pradeep Thomas Thundiyil, Shutterstock

Die Botschaft der Familie Kurtović

Die Tragödie von Hanau hat eine Welle der Solidarität innerhalb der muslimischen Gemeinschaft und darüber hinaus ausgelöst, die sich eindrucksvoll hinter die Familie Kurtović stellt. Dieser Zusammenhalt demonstriert, wie wichtig gemeinschaftlicher Beistand und kollektives Handeln sind, um eine Bewegung für Gerechtigkeit und gegen Rassismus und Islamophobie voranzutreiben.

Ein Weckruf zum Handeln

Die Ereignisse um die Familie Kurtović sind ein klarer Aufruf, sich gegen Ungerechtigkeit zu erheben und für eine inklusive Gesellschaft einzusetzen. Jeder Beitrag zum Crowdfunding, jede geteilte Nachricht trägt dazu bei, ein starkes Zeichen gegen Rassismus zu setzen und das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Gerechtigkeit zu schärfen.

* Die Kampagne zur Unterstützung der Bemühungen finden sich auf der Webseite Commonsplace.de, auf der dieser Text zuerst veröffentlicht wurde.

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4 Jahre danach: Ataman sieht Versagen im Umgang mit Hanau

ataman deutschland

Am 19.02.2020 erschoss ein Deutscher in Hanau neun Menschen aus rassistischen Motiven. 4 Jahre danach liegt weiter vieles im Argen, findet die Antidiskriminierungsbeauftragte. Berlin (KNA). Zum vierten Jahrestag des rechtsterroristischen […]

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Gedenken an Opfer des rassistischen Attentats in Hanau

Opfer Terror Rassismus Hanau Kurtović

Vor vier Jahren mussten im hessischen Hanau neun Menschen sterben, als ein Attentäter aus rassistischen Motiven tötete.

Hanau (KNA) Mit einer Kranzniederlegung und einem stillen Gedenken ist am Montag auf dem Hauptfriedhof in Hanau sowie an weiteren Orten an die neun Opfer des rassischen Amoklaufs vom 19. Februar 2020 erinnert worden. „Die Mahnung, die aus dem rassistischen Terror vor vier Jahren in Hanau folgt, könnte nicht aktueller sein. Von Matthias Jöran Berntsen

Denn die Wegbereiter rechtsextremer Gewalt, die selbst aus unseren Parlamenten heraus ihre menschenverachtende Hetze verbreiten, sind in den letzten vier Jahren lauter und stärker geworden“, sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) anschließend.

Hanau: Offizielle Kranzniederlegung

Sie nahm am Vormittag gemeinsam mit dem stellvertretenden hessischen Ministerpräsidenten Kaweh Mansoori und Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (beide SPD) an der offiziellen Kranzniederlegung teil. Auch der Bundesopferbeauftragte Pascal Kober (FDP) und Hessens Landtagspräsidentin Astrid Wallmann (CDU) waren vor Ort.

Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) sagte im Vorfeld: „Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtovic, Vili-Viorel Paun, Fatih Saracoglu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov: Die Namen der Opfer und das Leid der Hinterbliebenen mahnen uns, Rassismus und Menschenfeindlichkeit endlich zu überwinden und jederzeit aktiv dagegen anzugehen.“

Ein digitales Denkmal

Hanau pflegt im Internet die Seite Hanau-steht-zusammen.de. „Mit dieser Website wollen wir ein digitales Denkmal setzen, das immer wieder aktualisiert wird und so die Erinnerung an das Geschehen lebendig halten und Wege in die Zukunft weisen soll“, wie Oberbürgermeister Kaminsky dort schreibt.

Die Anteilnahme war auch bei den Religionsgemeinschaften groß. So betete Imam Macit Bozkurt (Islamischer Verein Hanau) an den Gräbern der auf dem Hauptfriedhof Bestatteten und zitierte aus dem Koran. Der Zentralrat der Juden in Deutschland schrieb auf X: „Wir erinnern an die Opfer und sind mit unseren Gedanken bei den Angehörigen.“

Und in der Wallonisch-Niederländischen Kirche sollte am Montagabend ein ökumenischer Gedenkgottesdienst stattfinden. Der Fuldaer katholische Bischof Michael Gerber sagte: „Unsere Gedanken und Gebete sind vor allem bei den Angehörigen der Opfer, die ein Leben lang unter dem Verlust ihrer Lieben leiden müssen. Der Tod der jungen Menschen mahnt uns gerade jetzt, als Zivilgesellschaft im Einsatz für die unbedingte Würde eines jeden Menschen – unabhängig von seiner Herkunft oder Weltanschauung – einzutreten.“

Terror: Hanau gedenkt der Opfer des Anschlags vom 19. Februar 2020

hanau

Mit einer Kranzniederlegung und einem gemeinsamen Gebet wird am Montag in Hanau der Opfer des Anschlags vom 19. Februar 2020 gedacht.

Hanau (KNA). Mit einer Kranzniederlegung und einem gemeinsamen Gebet wird am Montag in Hanau der Opfer des Anschlags vom 19. Februar 2020 gedacht. „Das Miteinander in Hanau ist seit dem 19. Februar 2020 sensibler geworden. Schon in den ersten Stunden und Tagen haben die Hanauerinnen und Hanauer in tiefer Betroffenheit und großer Solidarität der Opfer dieses rassistischen Anschlags gedacht und ihr Mitgefühl gezeigt, auch den Angehörigen gegenüber. Dieses Gedenken wird niemals enden in Hanau“, erklärte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) am Donnerstag.

Opfer Terror Rassismus Hanau

Hanau: Verschiedene Formen von Trauerarbeit und Engagement

Kaminsky wies auf eine Vielzahl von Gedenkveranstaltungen hin, die rund um den vierten Jahrestag stattfinden. Demnach bieten Vereine, Schulen, Kirchen und Organisationen zahlreiche „Formen der Diskussion, Teilhabe, Trauerarbeit und zukunftsgerichtetem Engagement für ein friedliches Leben“ an. „Das erfüllt mich mit Stolz und ist gerade heute wichtiger denn je“, sagte Kaminsky.

Am 19. Februar 2020 wurden Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtovic, Vili-Viorel Paun, Fatih Saracoglu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov von einem rassistischen Attentäter in Hanau ermordet.

Das zentrale Gedenken von Stadt und Land findet am Montag auf dem Hauptfriedhof statt. Um 11.00 Uhr werden dort der stellvertretende hessische Ministerpräsident, Kaweh Mansoori, und Kaminsky an die Opfer erinnern. Auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD), die aus Hessen stammt, hat ihre Teilnahme zugesagt.

Foto: Islamrat, Twitter

Stilles Gedenken ohne Reden

An der Trauerhalle auf dem Hauptfriedhof wird es eine Kranzniederlegung geben. Das stille Gedenken, bei dem es auf ausdrücklichen Wunsch der Opferangehörigen keine politischen Reden auf dem Friedhof geben wird, ist öffentlich.

Bereits für 10.00 Uhr ist ein Gebet von Imam Macit Bozkurt (Islamischer Verein Hanau) an den Gräbern der auf dem Hauptfriedhof Bestatteten und den Erinnerungstafeln für die Opfer des 19. Februar geplant. Um 10.45 Uhr wird Bozkurt im Eingangsbereich des Hauptfriedhofs aus dem Koran rezitieren.

Auf dem Friedhof in Dietzenbach findet um 14.00 Uhr das Gedenken für Sedat Gürbüz statt, an dem städtische Vertreterinnen und Vertreter teilnehmen. Auch an den weiteren Grabstätten in Deutschland und anderen Ländern finden Blumen- beziehungsweise Kranzniederlegungen statt.

Debattenklima gesellschaft Deportationsszenarien

Foto: r.classen, Shutterstock

Bischof sieht Gesellschaft gefordert

Fuldas katholischer Bischof Michael Gerber fordert, die Gesellschaft solle sich gemeinsam für die Menschenwürde und das Miteinander einsetzen.

„Unsere Gedanken und Gebete sind vor allem bei den Angehörigen der Opfer, die ein Leben lang unter dem Verlust ihrer Lieben leiden müssen. Der Tod der jungen Menschen mahnt uns gerade jetzt, als Zivilgesellschaft im Einsatz für die unbedingte Würde eines jeden Menschen einzutreten – unabhängig von seiner Herkunft oder Weltanschauung“, sagte Gerber auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

„Wir müssen weiter an der Vernetzung all jener Initiativen und Kräfte arbeiten, die sich für Menschenwürde und das Miteinander in unserem Land einsetzen.“

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3 Jahre nach Hanau: Empathie für Betroffene

Opfer Terror Rassismus Hanau Kurtović

Die Bekämpfung des Rechtsextremismus muss aus Sicht von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) weiterhin besondere Priorität haben. Es gelte, „Empathie für die Betroffenen und Härte gegen Extremisten“ zu zeigen, erklärte Faeser am 17. Februar mit Blick auf den rassistischen Anschlag von Hanau mit neun Toten, der sich an diesem Sonntag (19. Februar) zum dritten Mal jährt.

Berlin/Hanau (dpa/iz). Auch wenn sich der öffentliche Fokus durch Russlands brutalen Krieg gegen die Ukraine verändert habe und sich Deutschland vor neuen Bedrohungslagen schützen müsse, dürfe nicht vergessen werden: „Der Rechtsextremismus ist weiterhin die größte extremistische Bedrohung für unsere Demokratie.“ Ein 43-jähriger Deutscher hatte in Hanau am 19. Februar 2020 neun Menschen aus rassistischen Motiven erschossen. Danach tötete er seine Mutter und sich selbst.

Nach Hanau: Klima der Menschenverachtung

Rechtsextreme Hetze und Gewalt, Anfeindungen und Ausgrenzung – all das erlebten viele Menschen in der Gesellschaft tagtäglich, erklärte Faeser. „In vielen dunklen Ecken des Netzes wird weiter ein Klima der Menschenverachtung geschürt“, so Faeser. Die Morde in Hanau hätten vor drei Jahren das ganze Land zutiefst erschüttert.

„Der 19. Februar 2020 bleibt ein tiefer Einschnitt. Wir werden Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtovic, Vili-Viorel Paun, Fatih Saraçoglu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov nie vergessen.“

Landtagspräsidentin: Rechtsextremismus ist größte Gefahr

Zum dritten Jahrestag des rassistischen Anschlags von Hanau hat Hessens Landtagspräsidentin Astrid Wallmann (CDU) die Gefahren durch Rechtsextremismus für die freiheitlich-demokratische Gesellschaft hervorgehoben. „Dieser Ideologie entschieden und mit allen Mitteln entgegenzutreten ist Aufgabe und Verpflichtung aller staatlicher Gewalt – aber auch aller Bürgerinnen und Bürger unseres Landes“, sagte Wallmann am 17. Februar in Wiesbaden.

„Auch drei Jahre nach der schrecklichen Tat lautet unsere Botschaft klar und unmissverständlich: Die Opfer von Hanau waren ein Teil von uns, sie waren unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger. Die Opfer sind nicht ‘die anderen’ – ‘die anderen’ sind die Täter“, betonte die Landtagspräsidentin. „Lassen Sie uns das Gedenken an die Opfer zum Anlass nehmen, Fremdenfeindlichkeit noch entschiedener entgegenzutreten. An diese Verantwortung und Verpflichtung erinnert uns der 19. Februar 2020.“

Drei Jahre nach Hanau: ndo fordert Aufklärung und Maßnahmen

Bundesweit wird bei knapp 80 Veranstaltungen am 19. Februar den Opfern gedacht. Während die Hinterbliebenen und die Zivilgesellschaft sich weiterhin beharrlich um eine lückenlose Aufklärung bemühen, hat sich politisch zu wenig bewegt. „Rassistische Strukturen in der Gesellschaft und staatlichen Institutionen sind weiterhin intakt. Das ist eine Gefahr für uns alle“, erklärt das Netzwerk neue deutsche Organisationen in einer Pressemitteilung.

Weiterhin gebe es unzählige offene Fragen. Der seit Dezember 2021 und bis Sommer 2023 laufende parlamentarische Untersuchungsausschuss im Hessischen Landtag lasse diese weitgehend unbeantwortet. Politische Konsequenzen gebe es keine. Das liege auch an einer „Blockade“ der Landesregierung einer „lückenlosen Aufarbeitung“. Es seien nach wie vor die Angehörigen und Überlebenden selbst, die genauen Abläufe in der Tatnacht ermitteln und rekonstruieren würden. „Ermittlungen von offizieller Seite wurden bereits eingestellt.“

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Ataman: Deutschland hat Rassismus-Problem

ataman deutschland

Drei Jahre nach dem rassistischen Anschlag von Hanau übt die Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes, Ferda Ataman, scharfe Kritik am Umgang mit von Rassismus Betroffenen in Deutschland. 

Berlin (dpa). „Die Angehörigen von Hanau, aber auch viele andere Menschen, die Rassismus-Erfahrungen machen, erleben gerade, dass Diskriminierung als ‘woke’ oder ‘Identitätspolitik’ verharmlost und als belangloses Interesse von Minderheiten abgetan wird“, sagte Ataman den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag).

https://twitter.com/ADS_Bund/status/1626846807111106560

Ataman: Abfällig über muslimische Jugendliche reden

Gleichzeitig sei zu beobachten, dass nach Ereignissen in der Silvesternacht ein Generalverdacht gegen Menschen mit Migrationshintergrund ausgesprochen wurde. „Deutschland hat ein Rassismus-Problem – das zeigt sich auch daran, wenn Bundespolitiker abfällig über muslimische Jugendliche als ‘kleine Paschas’ reden“, sagte Ataman mit Blick auf umstrittene Äußerungen des CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz.

Ein 43-jähriger Deutscher hatte in Hanau am 19. Februar 2020 neun Menschen aus rassistischen Motiven erschossen. Danach tötete er seine Mutter und sich selbst.

Konsequente Umsetzung von Maßnahmen

Die Antidiskriminierungsbeauftragte forderte anlässlich des Gedenkens an den rechtsterroristischen Anschlag, dass Maßnahmen gegen Rechtsextremismus konsequenter umgesetzt werden müssten. „Nach dem rassistischen Mordanschlag von Hanau gab es zum ersten Mal einen Kabinettsbeschluss gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Das war politisch eine Zäsur. Umso mehr ist es enttäuschend, dass die Bundesregierung ihre Ankündigungen bis heute nicht umgesetzt hat.“

Der umstrittene Begriff „Rasse“ in Artikel 3 des Grundgesetzes etwa sei „trotz entsprechender Ankündigungen in einem Maßnahmenpaket der Bundesregierung noch nicht geändert worden“, sagte Ataman.