Gaza: UN-Berichte, Hilfsorganisationen und Menschenrechtsgruppen dokumentieren anhaltende Tötungen, Verletzungen und die Zerstörung lebenswichtiger Infrastruktur.
(iz). Trotz der im Oktober 2025 verkündeten Waffenruhe melden UN-Agenturen, dass palästinensische Kinder in Gaza weiter getötet werden. Parallel warnen Organisationen vor Hunger, Traumatisierung und einem Kollaps der Versorgung.
Die Berichte der vergangenen Wochen zeichnen ein übereinstimmendes Bild: Für Kinder in Gaza hat sich die Lage trotz der im Oktober 2025 angekündigten Waffenruhe nicht stabilisiert.
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UNICEF sprach Mitte Juni von durchschnittlich einem getöteten Heranwachsenden pro Tag seit Beginn der Kampfpause und nannte die Entwicklung eine „cruel and deadly illusion“. Zuvor hatte die UN-Kommission bereits von fortgesetzten Tötungen und schweren Verletzungen gesprochen.
Besonders deutlich wird das in den Zahlen des UN-Gremiums und von UNICEF. Sie legte Ende Juni vor, dass seit dem 7. Oktober 2023 nach ihren Angaben mehr als 21.000 Kinder ermordet und rund 44.500 verletzt worden seien.
Zugleich verweist sie auf Schüsse, Festnahmen, Misshandlungen und Angriffe auf Bildung und Gesundheitsversorgung. UNICEF berichtete zusätzlich, dass im Gazastreifen seit der Waffenruhe im Oktober 2025 mindestens 265 Kinder getötet worden seien.
Auch Hilfswerke beschreiben kein Nachlassen der Gefährdung. Save the Children meldete Ende Juni, mindestens 21.000 getötete Kinder nach 1.000 Tagen Krieg; außerdem verwies die Organisation auf weitere Tote durch einstürzende Gebäude, Kälte und anhaltende Gewalt.
Ärzte ohne Grenzen beschrieb Anfang Juni eine massive Belastung von Kindern durch Infektionen, Durchfall, Hautkrankheiten und neonatalen Tod. Die NGO sprach von einem durch Blockade, Zerstörung und eingeschränkten Zugang zu Nahrung und Wasser mitverursachten Gesundheitsnotstand.
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Human Rights Watch führt im Weltbericht 2026 ebenfalls schwere Menschenrechtsverletzungen, Kriegsverbrechen und mögliche Verbrechen gegen die Menschlichkeit auf.
Die internationale Debatte ist damit nicht nur politisch, sondern auch rechtlich aufgeladen. Die UN-Kommission kam in ihrer Analyse bereits im September 2025 zu dem Schluss, dass Tel Aviv in Gaza Genozid begehe.
Im Juni 2026 legte sie nach und sprach von gezielter Tötung palästinensischer Kinder und Kriegsverbrechen im Westjordanland. Israel weist diese Vorwürfe zurück, doch die dokumentierten Opferzahlen, die Angriffe auf Kliniken, Schulen und Hilfsstrukturen sowie die fortgesetzten Tötungen im Umfeld der Waffenruhe prägen inzwischen die Berichterstattung von UN, Hilfswerken und großen Medien gleichermaßen.



