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Angriffe auf die Freiheit gingen 2025 weiter

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Freiheit der Medien 2025: Die Organisation Reporter ohne Grenzen veröffentlichte ihren Jahresbericht zur globalen Lage. (iz). Die Jahresbilanz 2025 von Reporter ohne Grenzen (RSF) zeichnet ein Bild eines Jahres, in […]

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„Die Zeit läuft ab!“: Islamic Relief berichtet über die Lage in El Faschir

Islamic Relief

NGOs wie Islamic Relief Deutschland sowie Menschenrechtsorganisationen verweisen auf die katastrophale Lage im sudanesischen Kriegsgebiet.

Köln (iz). „Die Zeit läuft ab, um die Zivilbevölkerung in der Stadt El Fasher [auch El Faschir, Anm.d.Red.] in Darfur zu schützen, wo es schreckliche Berichte über Massenmorde und Leid gibt, da die Kämpfe in den letzten Tagen weiter eskaliert sind.“ So beginnt eine Stellungnahme der Hilfsorganisation Islamic Relief zu den erschreckenden Ereignissen der jüngsten Tage.

Rund 18 Monate war die Stadt von Einheiten der Rapid Support Forces (RSF) eingeschlossen. Die Lage war unbeschreiblich. Während sie beschossen wurde, litten ihre Menschen und Flüchtlinge unter massivem Hunger. Hinzukamen tödliche Infektionskrankheiten.

Seit 2023 bekämpft die RSF die regulären Streitkräfte (SAF). Beiden, sowie ihren ausländischen Unterstützern, geht es um die Kontrolle des Sudan. Dieser hat nicht nur Rohstoffe wie Gold zu bieten, sondern ist ein wichtiger Produzent von Lebensmitteln.

El Faschir: Lage in der Stadt ist katastrophal

Die humanitäre Lage im Ort sei nun katastrophal, so Islamic Relief. Zivilisten hätten eine 18-monatige Belagerung überstanden, die jegliche Hilfe abgeschnitten hat.

Wohnhäuser, Krankenhäuser, Schulen und Moscheen wurden wiederholt bombardiert. Viele Familien in der Stadt hungern, da die Vorräte an Lebensmitteln und Medikamenten erschöpft sind, während humanitäre Hilfe weiterhin blockiert wird.

„Lokale Gemeinschaftsküchen und gegenseitige Hilfsgruppen sind für viele Familien zur einzigen Lebensader geworden, doch ihnen gehen zunehmend die Mittel aus, und sie setzen sich großen Gefahren aus.

Berichten zufolge ist es Zehntausenden Menschen gelungen, aus der Stadt zu fliehen, doch viele Fluchtwege wurden abgeschnitten, und bis zu 250.000 weitere Menschen sind dort weiterhin eingeschlossen und fürchten um ihr Leben.“

Nach Berichten vor Ort sowie von Beobachtern ist der Verbleib vieler Menschen, die sich bspw. zum Lager Tawila retten wollten, immer noch unklar. Es gibt Befürchtungen, dass ein Teil diese Flucht nicht überleben wird.

globale süden uno anerkennung

Foto: Official White House Photo

Islamic Relief: Internationale Gemeinschaft muss Druck ausüben

Islamic Relief Worldwide rief „die internationale Gemeinschaft“ dazu auf, den Druck für einen sofortigen Waffenstillstand zu erhöhen, ungehinderten humanitären Zugang zur Stadt zu ermöglichen und allen Zivilisten, die die Stadt verlassen möchten, eine sichere und würdevolle Ausreise zu garantieren.

„Während immer mehr Menschen ihr Leben riskieren, um zu entkommen, bereiten sich Mitarbeiter von Islamic Relief in Zentral-Darfur auf einen erwarteten Zustrom von Familien vor. In den vergangenen Monaten haben die Gesundheits- und Ernährungszentren von Islamic Relief in Zentral-Darfur Hunderte Familien aufgenommen, die dem Hungertod nahe waren, nachdem sie El Fasher und die umliegenden Lager verlassen konnten.“

Viele kämen in einem stark unterernährten Zustand an, da sie tagelang zu Fuß unterwegs waren, um ein gewisses Maß an Sicherheit zu erreichen, und berichteten von entsetzlichen Bombardierungen und Plünderungen entlang des Weges.

Shihab Mohamed Ali, Programmleiter von Islamic Relief im Sudan berichtet Folgendes: „Wir rechnen in den kommenden Tagen mit einer erheblichen Zahl von Vertriebenen, die aus El Fasher in unsere Kliniken kommen werden. El Fasher ist derzeit ein furchterregender Ort für Zivilisten.

Einige unserer Teammitglieder haben dort Verwandte, doch die Kommunikation ist zusammengebrochen, und sie sagten, dass sie seit drei Tagen nichts mehr von ihnen gehört haben.

Im Moment gibt es für Zivilisten keine sicheren Wege, die Stadt zu verlassen, aber die Lage ist so alarmierend, dass viele Menschen auf jede erdenkliche Weise versuchen zu fliehen – sei es mitten in der Nacht oder durch Bestechungsgelder, die sie sich nicht leisten können. Wir fordern, dass die Zivilbevölkerung geschützt wird und humanitäre Hilfe die Menschen erreichen darf.“

Gesundheitszentrum Nertite, das Islamic Relief im Sudan betreibt. (Foto: Islamic Relief Worldwide)

Die Grausamkeit der Kriegführung ist Programm im Sudan

Bereits am 10. Juni dieses Jahres veröffentlichte Islamic Relief Worldwide den Bericht einer geflohenen Frau. Die Mutter brachte ihren 19 Monate alten, unterernährten Sohn in eine Klinik der Organisation, nachdem sie aus dem Lager Zamzam fliehen musste.

In ihrer Beschreibung wird deutlich, dass Mord und Grausamkeit in der sudanesischen Kriegführung nicht bedauerliche Begleiterscheinungen sind. Vielmehr ist Brutalität gegenüber der Zivilbevölkerung integraler Bestandteil des Vorgehens von RSF und anderen.

„Sie griffen mit Drohnen und Soldaten an, die schossen, und mit bewaffneten Militärfahrzeugen. Ich habe meinen Onkel bei einem Drohnenangriff verloren. Wir gruben ein Loch, um uns zu verstecken, nahe an der Hauswand.

Während des Angriffs wurde ein Tor geöffnet, damit Frauen und Kinder das Lager verlassen konnten, aber junge Frauen im Alter von etwa 20 Jahren oder älter wurden von ihren Familien getrennt und vergewaltigt. Viele Mädchen sind noch immer vermisst. Ich entschied, dass wir weggehen mussten, um meine Schwester vor Missbrauch zu schützen.

Auf der Reise von Zamzam waren die Bedingungen hart – es gab kaum Nahrung oder Wasser. Ich sah zehn tote Kinder entlang der Straße nach Tawila und Menschen, die an Kontrollpunkten auf der Straße entführt wurden.

In Tawila mietete ich ein Fahrzeug, um nach Nertiti zu gelangen, wo uns die Einheimischen herzlich aufnahmen.

Eines meiner Kinder wurde in das Ernährungszentrum von Islamic Relief überwiesen, wo die Mitarbeitenden und die Nahrungsmittelhilfe das Leben meines Sohnes retteten. Er war sehr dünn und nahm jeden Tag weiter ab, aber seit der Ernährungsbehandlung hat er wieder zugenommen.“

Foto: Shutterstock

Verschiedene Quellen bestätigen den Ernst der Lage

Stellungnahmen wie die von Islamic Relief wurden in den letzten Tagen durch Stimmen aus dem Sudan sowie von Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International unterfüttert.

Bereits in der Vergangenheit habe die RSF in Darfur sowie im ganzen Land „massive Menschenrechtsverletzungen“ begangen. Hierzu zählten laut dem Amnesty-Landesdirektor Tigere Chagutah „ethnisch motivierte Angriffe auf nicht-arabische Gemeinschaften, vorsätzliche Tötungen von Zivilist*innen, sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen sowie Massaker.“

„Die RSF muss dazu gebracht werden, ihre Angriffe sofort einzustellen. Die Menschen brauchen dringend Fluchtkorridore. (…) Die UN muss endlich ein Waffenembargo gegen alle Konfliktparteien durchsetzen!“, veröffentlichte die Organisation am gestrigen Abend.

Mahnwache in Berlin angekündigt

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) und die Salam Sudan Campaign riefen gemeinsam zu einer Mahnwache vor dem Auswärtigen Amt in Berlin auf. Unter dem Motto „Stand with Sudan – Stoppt die Massaker in El Fasher!“ soll am Freitag, 31. Oktober 2025, von 15 bis 17 Uhr gegen die anhaltenden Gräueltaten im Sudan protestiert werden.

„Die Menschen in El Fasher, Darfur, sind unaussprechlichen Gräueltaten und Kriegsverbrechen ausgesetzt. Ganze Gemeinden werden ausgelöscht, während die Welt schweigt“, appellieren die Organisatoren in ihrem Aufruf. „Bringt Eure Stimmen, Eure Transparente und Eure Solidarität mit!“ Die Mahnwache richte sich an alle, die sich gegen Völkermord, ethnische Säuberungen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Sudan stellen wollen.

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Suche nach einer Waffenruhe im Sudan

Waffenruhe Sudan

Sudan ohne Waffenruhe: Der Kampf zwischen Armee und RSF verschlechtert die bereits angespannte Lage der Bevölkerung. (IZ/KNA). Im Sudan wurde mehrfach erfolglos versucht, die zerstörerischen Kämpfe zwischen der regulären Armee […]

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Sudan: Gewalt ist ein allgemeineres Symptom

Sudan

Sudan: Der Machtkampf zwischen Armee und RSF-Milizen steht für ein systemisches Problem der politischen Ordnung in Afrika. (The Conversation). Im Sudan ist es trotz ausgerufener Waffenruhe anlässlich der Ramadanfeiertage erneut […]

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Sorgen um Sudan. OIC beruft Sondersitzung ein

Waffenruhe Sudan

Der Sudan ist seit Oktober 2021 ohne funktionierende Regierung, als das Militär die Übergangsregierung von Premierminister Hamdok absetzte.

(iz/KUNA/Agenturen). Die trotz mehreren Verhandlungsversuchen und gebrochenen Waffenruhen anhaltenden Gefechte im Sudan, dem drittgrößten Staat Afrikas, halten Befürchtungen über die Folgen für die Zivilbevölkerung aufrecht. Verschiedene internationale Akteure – von den USA bis zur Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) – suchen nach Auswegen.

Derzeit kämpfen Armeechef Burhan und der Kopf der RSF-Milizen (Nachfolger der genozidalen Dschandschawid des gestürzten Diktators al-Bashir), Mohamad Hamdan „Hemedti“ Dagalo, befinden sich in einem Machtkampf um die Kontrolle des politischen Prozesses sowie der Ressourcen des Landes wie seinen Goldvorkommen. Mittlerweile gilt es als belegt, dass Dagalo dabei mit Russland kooperiert.

Foto: Bumble Dee, Shutterstock

Der Sudan ist seit Oktober 2021 ohne funktionierende Regierung, als das Militär die Übergangsregierung von Premierminister Abdalla Hamdok absetzte und den Ausnahmezustand verhängte. Die Opposition bezeichnete das als „Staatsstreich“. Die Übergangsfrist, die im August 2019 nach der Absetzung von Präsident Omar al-Bashir begann, soll Anfang 2024 mit Wahlen enden.

Sudan beunruhigt das Weiße Haus

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karine Jean Pierre, sagte am 2. Mai: „Wir sind nach wie vor sehr besorgt über die Entwicklung der humanitären Lage im Sudan und die sich rapide verschlechternden humanitären Bedingungen.“ In einer Pressekonferenz fügte sie hinzu: „Diese weitverbreitete Gewalt verschlimmert die ohnehin schon katastrophale Situation.“

Armee und RSF müssten humanitären Organisationen und ihren Mitarbeitern sicheren Zugang gewähren, um die Bevölkerung zu unterstützen, damit medizinisches Personal Zugang zu Krankenhäusern hat und lebenswichtige medizinische Güter erhält. USAID kündigte die Entsendung eines Katastrophenhilfeteams Kenia an, um die Katastrophenhilfe der US-Regierung zu leiten.

Das Weiße Hause arbeite weiterhin mit ihren Partnern zusammen, um zu prüfen, inwieweit man in der Lage sei, wichtige humanitäre Hilfe zu leisten.

Foto: OIC, Mai 2023

Muslimische Staaten treffen sich zu Sondersitzung

Anfang dieser Woche kündigte die OIC an, eine außerordentliche Dringlichkeitssitzung am 3. Mai in Jeddah abzuhalten. Kernpunkt des Meetings war die aktuelle Lage in dem von Krieg betroffenen afrikanischen Staat. Im Vorfeld rief die Organisation beide Seiten zu einem dauerhaften Waffenstillstand auf.

Die Organisation sei daran interessiert, einen Beitrag zu den Bemühungen um eine Lösung der Situation zu leisten. Man denke über die Entsendung einer Delegation nach, sagte ihr Generalsekretär, Hussain Brahim Taha am Mittwoch.

Diese Aussage erfolgte auf der Dringlichkeitssitzung des OIC-Exekutivausschusses in Jeddah, zu der Saudi-Arabien, das derzeit den Vorsitz innehat, eingeladen hatte. Taha äußerte sein Bedauern über die jüngsten Zusammenstöße im Sudan, von denen man erwartet habe, dass sie sich aufgrund der laufenden Gespräche zwischen den Beteiligten beruhigen würden, doch die Lage verschlechtere sich weiter.

Man hoffe, einen neuen Termin für die Unterzeichnung des endgültigen Dokuments über die Bildung der Übergangsregierung festzulegen. Aber die mangelnde Zurückhaltung und das fehlende Engagement für die Waffenstillstandsvereinbarungen ließen nichts Gutes erahnen.

Beide Seiten müssten ihre Aktionen einstellen, da es sonst zu weiteren Verlusten an Menschenleben und Schäden an der Infrastruktur kommen werde, betonte Taha.

Foto: IOM 2023

Helfer: Jetzt handeln, um größere Katastrophe zu vermeiden!

Am 3. Mai verbreitete die Internationale Organisation für Migration (IOM) einen Aufruf ihres Direktors, Jean-Philippe Chauzy. Die ohnehin schon schwierige humanitäre Lage im Sudan habe sich durch die schweren und ununterbrochenen Kämpfe, die seit mehr als zwei Wochen andauern, weiter verschärft. 

„Gefährdete Menschen sind nicht in der Lage, die am schlimmsten betroffenen Gebiete zu verlassen, und Millionen von Menschen sitzen immer noch in der Falle, weil die Preise für Lebensmittel und Transportmittel in die Höhe schießen, es an Bargeld fehlt und der Zugang zu medizinischer Versorgung, Vorräten und wichtigen Dienstleistungen nicht gewährleistet ist.

Da der Sudan am Rande einer humanitären Katastrophe steht, wiederhole ich die Forderung der Vereinten Nationen nach einer sofortigen Einstellung der Feindseligkeiten, damit wir die am meisten betroffenen Menschen erreichen können“, so Chauzy.

Schätzungsweise 334.053 Menschen (66.811 Haushalte) seien inzwischen intern vertrieben worden, 72 Prozent davon in den Bundesstaaten West- und Süd-Darfur.  Vor der Krise gab es im Sudan 3,7 Millionen Binnenflüchtlinge. Darüber hinaus flohen mehr als 115.000 Sudanesen in die Nachbarländer.