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Amnesty International: Wo der Staat 2025 töten ließ

Amnesty International staat todesstraf

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International veröffentlichte gerade ihren aktuellen Bericht über die Todesstrafe weltweit im Jahre 2025.

(Iz/KNA). Ein Jahr, in dem Staaten so viele Menschen hinrichten wie seit über vier Jahrzehnten nicht – und zugleich mehr Länder als je zuvor die Todesstrafe aus ihren Gesetzen streichen. Zwischen iranischen Massenexekutionen, geheim gehaltenen Tötungen in China und einem geretteten Häftling in Alabama zeigt der neue Amnesty-Bericht, wie eng Hoffnung und Horror in der globalen Bilanz des staatlich verordneten Todes beieinanderliegen.

Die Menschenrechtsorganisation verzeichnet für 2025 einen Einschnitt: Mindestens 2.707 dokumentierte Hinrichtungen in 17 Staaten – so viele wie seit 1981 nicht mehr. Das war ein Anstieg um 78 % gegenüber 2024. Hinter dieser Zahl stehen nicht nur autoritäre Regime, sondern ebenso Demokratien, die an der Todesstrafe festhalten – und eine Menschenrechtsbewegung, die trotz Rückschlägen von einem historischen Trend zur Abschaffung spricht.

Ausgangspunkt des aktuellen Reports ist eine quantitative Zäsur. Weltweit stieg die Zahl der registrierten Fälle von 1.518 im Jahr 2024 auf 2.707 in 2025, der höchste von Amnesty erfasste Wert seit 1981. Offiziell tauchen in der Statistik 17 Staaten auf, die 2025 Todesurteile vollstreckt haben. Faktisch ist die Anzahl der Länder mit dieser Bestrafung höher, doch viele exekutieren nicht oder melden keinerlei Zahlen.

Die Menschenrechtsorganisation weist zudem darauf hin, dass ihre Bilanz unvollständig bleibt, weil aus China, Nordkorea und Vietnam keine verlässlichen Daten zugänglich sind und Hinrichtungen als Staatsgeheimnis behandelt werden.

Foto: Jean-Luc, Adobe

Die Aufzählung der Exekutionsstaaten kennt seit Jahren einen festen Spitzenreiter, der in der Statistik dennoch nur als Leerfeld erscheint. China führt die Liste nach Einschätzung von Amnesty mit vermutlich Tausenden Exekutionen an, wird aber mangels offizieller Zahlen nicht mit einer exakten Fallzahl ausgewiesen. Hinter der Mauer der Geheimhaltung bleibt unklar, wie viele Todesurteile jährlich vollstreckt werden und nach welchen Deliktskategorien.

Das zweifelsfrei erfasste Spitzenfeld beginnt deshalb mit dem Iran, der 2025 mindestens 2.159 Menschen hinrichten ließ und damit mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Amnesty spricht von einer systematischen Nutzung der Todesstrafe, um Proteste zu ersticken, Minderheiten zu marginalisieren und „Angst zu verbreiten“, wie die deutsche Generalsekretärin Julia Duchrow formuliert.

Auf Platz drei folgt Saudi-Arabien mit mindestens 356 Exekutionen, viele davon wegen Drogendelikten und häufig im Anschluss an Verfahren, deren Fairness von internationalen Beobachtern bezweifelt wird. Der Jemen, inmitten eines Bürgerkriegs, verzeichnet nach Amnesty mindestens 51 Hinrichtungen. Auch hier bleiben genaue Einordnungen oft unmöglich, weil bewaffnete Konflikte und fragile Institutionen rechtsstaatliche Kontrolle aushebeln.

Unter den westlichen Demokratien fallen die USA auf, die 2025 47 Menschen exekutierten. Das ist ein Zuwachs gegenüber 35 Tötungen im Vorjahr und Ausdruck einer fortdauernden Spaltung zwischen Bundesstaaten, die an ihnen festhalten bzw. sie abgeschafft haben.

Daneben tauchen Staaten wie Ägypten, Singapur, Kuwait, Afghanistan, Japan, Somalia, der Südsudan, die VAE, Taiwan, Vietnam und Nordkorea in der Bilanz auf – mit teils steigenden Fallzahlen oder fehlenden Informationen im Hintergrund.

Die nackten Zahlen verschleiern, dass hinter den Statistiken konkrete Biografien stehen. Eine der Geschichten, die Amnesty in diesem Jahr besonders hervorhob, ist die von Rocky Myers aus dem US-Bundesstaat Alabama.

Der heute 63-Jährige, ein Schwarzer Mann mit geistiger Behinderung, saß drei Jahrzehnte im Todestrakt, verurteilt 1994 wegen Mordes – trotz Zweifeln an der Beweislage, Verfahrensfehlern und fehlenden direkten Beweisen, die ihn mit der Tat in Verbindung brachten. 

Ende Februar 2025 wandelte Gouverneurin Ivey seine Strafe in lebenslange Haft um, nachdem die Behörden bereits das Verfahren zur Festsetzung eines Hinrichtungstermins eingeleitet hatten. Amnesty, das Myers über Jahre in Kampagnen und der Aktion „Write for Rights“ unterstützt hatte, wertet die Entscheidung als Beleg dafür, dass hartnäckiges Engagement, internationale Solidarität und öffentlicher Druck konkrete Leben retten können.

Foto: The White House/flickr | Lizenz: gemeinfrei

Gleichzeitig macht der Report deutlich, wie breit die Palette der Delikte und Methoden ist, für die und mit denen Staaten Menschen töten. 2025 dokumentiert die Organisationen Hinrichtungen u.a. wegen Drogenvergehen, Mord, „Staatsverrat“, Terrorismusvorwürfen oder religiös und moralisch begründeten Tatbeständen. 1.257 der registrierten Exekutionen (ca. 46 %) entfielen auf Drogendelikte, die Amnesty als rechtswidrige Anwendung der Todesstrafe einstuft.

Als Vollstreckungsmethoden listet sie Enthauptung, Erhängen, Erschießen, tödliche Injektion und in einem Fall Stickstoffgas-Erstickung. Die letzte Methode ist ein in den USA eingeführtes Verfahren, das von Experten als grausam und experimentell kritisiert wird. Mindestens 17 der Hinrichtungen wurden öffentlich vollzogen, darunter sechs in Afghanistan und elf im Iran, was nach Auffassung von Menschenrechtlern gezielt auf Einschüchterung und Machtdemonstration zielt.

Trotz der dramatischen Zuwächse bei den Hinrichtungen betont Amnesty einen gegenläufigen Trend, der sich über Jahrzehnte verfestigt hat. Als die Organisation 1977 ihre Kampagne gegen die Todesstrafe startete, hatten lediglich 16 Staaten die Strafe vollständig abgeschafft.

Heute sind es 113 Länder, die sie für alle Delikte aus ihren Rechtsordnungen gestrichen haben; insgesamt 145 Staaten verzichten nach Angaben von Amnesty entweder per Gesetz oder jedenfalls in der Praxis auf Hinrichtungen.

* Unter Verwendung von KNA-Material.

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Überblick über antimuslimische Vorfälle 2025: Zahlen bleiben hoch

Antimuslimische Vorfälle: Für 2025 dokumentiert die Polizei einen Anstieg. Von Januar bis September wurden insgesamt 930 Fälle gemeldet. (iz). Diese Angabe geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine […]

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Vom Hass zur Tat: Menge rechtsextremer Straftaten 2024 angestiegen

rechtsextrem

Nach Angaben einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linken-Gruppe im deutschen Bundestag liegen dem Bundeskriminalamt (BKA) vorläufige Zahlen über rechtsextreme Straftaten bis November 2024 vor.

Berlin (iz). Diese Zahlen dokumentieren eine beunruhigende Entwicklung. Und sie unterstreichen die Notwendigkeit, durchgreifende Maßnahmen zur Bekämpfung des Phänomens zu ergreifen.

Rechtsextreme Delikte: Anstieg um über 17 %

Aus den Informationen ergibt sich, dass es im entsprechenden Zeitraum bundesweit 33.963 Delikte aus dem Bereich „politisch motivierte Kriminalität – rechts“ gegeben habe. Das sei eine Anstieg von über 17 %. Durch Nachmeldungen und Erfassung des Dezembers können sich diese Angaben noch verändern.

Dieses Verbrechensfeld besteht aus vier Teilen: Propaganda, Volksverhetzungen, Sachbeschädigungen und Gewaltdelikte. Während die Zahl von Volksverhetzungen stabil blieb und die von Gewalttaten leicht sank, häuften sich Delikte aus den Bereichen Propaganda und Sachbeschädigung.

Magdeburg: Beispiel aus der extremistischen Praxis?

Wie die rechtsextreme Ideologie in die Praxis umgesetzt wird, zeigt das Beispiel Magdeburg. Im Nachgang des schrecklichen Anschlags auf den dortigen Weihnachtsmarkt verzeichnete die Polizei und Migranteninitiativen eine Zunahme rassistischer Angriffe. Es kommt nun vermehrt zu verbalen und körperlichen Attacken.

Darunter befand sich auch eine medizinische Angestellte, die an der Versorgung der Opfer des Anschlags beteiligt war. Das Landesnetzwerk der Migrantenorganisationen in Sachsen-Anhalt (Lamsa) hat Migranten davon abgeraten, sich alleine und in den Abendstunden durch die Stadt zu bewegen.

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Straftaten gegen Muslime steigen

Hassverbrechen Polizei muslime

Nicht nur jüdische Menschen, auch Muslime klagen über zunehmende Anfeindungen. Ein Gradmesser dafür ist die Statistik der Polizei.

Berlin (dpa). Die Zahl der Menschen, die in Deutschland bei islamfeindlichen Straftaten verletzt werden, steigt. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Abgeordneten Petra Pau (Die Linke) hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Demnach zählten die Polizeibehörden in den ersten drei Quartalen dieses Jahres bundesweit 42 Verletzte durch Straftaten, bei denen ein islamfeindliches Motiv angenommen wird, darunter sind vier Schwerverletzte.

Da Straftaten manchmal nicht direkt gemeldet werden beziehungsweise ein islamfeindliches Motiv häufig erst im Laufe der Ermittlungen erkannt wird, handelt es sich um vorläufige Zahlen.

Anstieg um 50 Prozent

Bei der von Pau ein Jahr zuvor gestellten Anfrage hatte die Bundesregierung unter Berufung auf Zahlen der Sicherheitsbehörden von 28 Leichtverletzten in den ersten drei Quartalen des Jahres 2023 berichtet.

Die Antwort der Regierung zeichne ein besorgniserregendes Bild, sagte Pau. Zwar seien im dritten Quartal dieses Jahres mit 117 Fällen weniger Taten gemeldet worden als im zweiten Quartal, als es 139 Straftaten waren. Doch sei eine zunehmende Brutalität der Angriffe zu erkennen. 

„Die steigende Zahl der Gewaltopfer verdeutlicht, wie ernst die Bedrohung für Menschen, die als muslimisch wahrgenommen werden, ist, und wie nötig entschiedene Maßnahmen zum Schutz und zur Prävention sind“, sagte Pau.

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Was ist Muslimfeindlichkeit?

Muslimfeindlichkeit

Die EU-Grundrechteagentur weist Deutschland einen führenden Platz in Sachen Muslimfeindlichkeit zu. Um was handelt es sich bei dem Phänomen?

(Mediendienst Integration/IZ). Gerade hat die Grundrechteagentur der EU (FRA) ihren Bericht „Being Muslim in the EU“ veröffentlicht. Die Erhebung hebt hervor, dass Muslime in 13 EU-Mitgliedsstaaten häufig Diskriminierung und Vorurteilen ausgesetzt sind – sowohl im Alltag als auch in spezifischen Bereichen wie Bildung, Beschäftigung und Zugang zu Dienstleistungen. Sie dokumentiert Erfahrungen von 10.000 befragten Personen, die von Benachteiligungen berichten, und betont die Notwendigkeit von Maßnahmen zur Förderung der Gleichbehandlung und für die Bekämpfung von Ausgrenzung auf gesellschaftlicher und individueller Ebene.

Soweit die Bundesrepublik betroffen ist, steht es derzeit schlecht um die Höhe und Entwicklung von Muslimfeindlichkeit im Lande. Deutschland liegt nach Ansicht der FRA-Forscher hinter Österreich auf dem zweiten Platz, wenn es um antimuslimische Einstellungen und Diskriminierungen geht.

Die dabei entstandenen Zahlen sind alles andere als ermutigend: 68 % der befragten Muslime gaben an, Rassendiskriminierung erlebt zu haben, was eine der höchsten Raten unter den 13 befragten EU-Ländern ist. 39 % der werden bei der Arbeitssuche diskriminiert, und 35 % erleben Ausgrenzung am Arbeitsplatz. 27 % wurden in den letzten fünf Jahren rassistisch belästigt. Und 49 % der Personen, die in Deutschland von der Polizei angehalten wurden, waren der Meinung, dass der Grund ethnisches Profiling war.

Im Folgenden dokumentieren wir Eckpunkte zum Thema Muslimfeindlichkeit. Das Feature wurde vom Mediendienst Integration angefertigt. Das Projekt versteht sich unter anderem als Wissensressource für Journalisten und Multiplikation.

Grafik: Mediendienst Integration

Was ist Muslimfeindlichkeit

„Antimuslimischer Rassismus“ steht in den Augen des Mediendienstes für die pauschale Abwertung und Diskriminierung von Muslimen und Menschen, die als solche wahrgenommen werden. Der Unabhängige Expertenkreis Muslimfeindlichkeit hat 2023 in einem Bericht antimuslimische Einstellungen und Diskriminierung in Bereichen wie Politik, Bildung, Kultur und Alltag analysiert.

Nach dem rassistischen Anschlag von Hanau 2020 hatte der damalige Innenminister Seehofer das Gremium eingesetzt, dem neun Wissenschaftler und Experten angehörten. Anfang 2024 zog das Amt diese Veröffentlichung zurück, nachdem Publizisten gegen ihre Nennung geklagt hatten. Der Report wurde im Juli dieses Jahres mit leicht veränderten Passagen erneut veröffentlicht.

Mehr Übergriffe im Jahre 2024

Im ersten Halbjahr 2024 zählte die Polizei 429 islamfeindliche Verbrechen. Dazu gehören Körperverletzungen, Beleidigung, Sachbeschädigungen und Volksverhetzung. Die Angaben sind vorläufig, es können Nachmeldungen folgen. 2023 zählte die Polizei 1.464 islamfeindliche Straftaten. Die Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr stark angestiegen und hat sich mehr als verdoppelt (2022: 610 Straftaten, +140 %). Rund 83 % der Straftaten (1.211) waren politisch rechts motiviert. Stark zugenommen haben islamfeindliche Straftaten, die durch eine ausländische Ideologie motiviert waren (2023: 72, +620 %).

Nicht alle antimuslimischen Vorfälle werden angezeigt oder von der Polizei als solche erkannt. Die Europäische Grundrechteagentur (FRA) stellte in einer Umfrage zwischen 2021 und 2022 fest, dass nur 12 % der Leidtragenden muslimfeindliche Fälle und Straftaten melden. Eine nicht-repräsentative Studie der CLAIM Allianz zeigt: Hier meldet die Mehrheit der Betroffenen Übergriffe nicht und nimmt keine Beratungsangebote in Anspruch (57 Prozent).

CLAIM führt daher jährlich eigene Zählungen durch. 2023 erfasste das Bündnis 1.926 strafbare und nicht strafbare Vorfälle. Dazu gehören Beleidigungen, Körperverletzungen oder Bedrohungen. Besonders betroffen sind muslimische Frauen; auch Angriffe von Erwachsenen auf Kinder wurden registriert. Sie haben sich im Vergleich zu 2022 mehr als verdoppelt, wobei damals nur Daten aus sieben Bundesländern einflossen. Das Netzwerk geht sowohl bei den selbst erfassten als auch bei den offiziellen Zahlen von einem großen Dunkelfeld aus.

Anstieg nach Oktober 2023

Es gibt unterschiedliche Zahlen zu antimuslimischen Vorfällen nach dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023:

Vom 7.10. bis 31.12.2023 registrierte die Polizei 564 „islamfeindliche“ Straftaten (Stand: 29.4.2024). Die Zahl dieser Taten war schon vor dem Angriff der Hamas gestiegen: Bis Ende September 2023 wurden mehr Delikte registriert als im gesamten Vorjahr.

Zivilgesellschaftliche Organisationen warnten nach dem Angriff der Hamas vor einer Zunahme von antimuslimischen Vorfällen. So registrierte Claim im Oktober einen starken Anstieg von Meldungen und Beratungsanfragen. Zwischen 7.10. und 31.12.2023 zählte CLAIM 679 antimuslimische Vorfälle .

Rund 8.300 politisch motivierte Taten erfasste das Bundeskriminalamt (BKA) seit dem 7. Oktober im Zusammenhang mit dem Nahost-Krieg. Darunter sind etwas über 230 muslimfeindliche Straftaten (Stand: 25.09.2024). Es handelt sich vor allem um Sachbeschädigungen und Volksverhetzungen. (…)

Grafik: Mediendienst Integration

Moscheen im Visier

Zu islamfeindlichen Straftaten gehören auch Angriffe auf Moscheen. Im ersten Halbjahr 2024 erfassten die Behörden 21 Verbrechen gegen diese, darunter hauptsächlich Wandalismus und Volksverhetzung. Über 70 % davon waren politisch rechts motiviert.

2023 zählte das Bundesinnenministerium 70 Attacken auf Moscheen, ein Anstieg um rund 13 % im Vergleich zum Vorjahr (62). Die meisten Taten waren Sachbeschädigungen und Volksverhetzungen. 40 der Angriffe waren politisch rechts motiviert, 14 Taten durch eine ausländische Ideologie.

Die Organisation FAIR International dokumentiert Angriffe auf Moscheen auf der Webseite #brandeilig – und kommt dabei teils zu deutlich höheren Zahlen als das Bundesinnenministerium. 2022 hat die Organisation rund 70 Übergriffe erfasst (2021: 63, 2020: 148). Der Moscheeverband DITIB erfasste 2022 in einer eigenen Erhebung 35 Angriffe auf Moscheen (2021: 44, 2020: 111).

Behörden, DITIB und #brandeilig verwenden unterschiedliche Definitionen von „Moscheen“ und „Angriffen“. Die Behörden haben eine enge Definition von „Moscheen“ und zählen nur Straftaten. DITIB zählt zusätzlich Attacken auf Gebetsräume in öffentlichen Institutionen (z.B. Flughäfen, Krankenhäuser und Universitäten) sowie Fälle, die nicht strafrechtlich relevant sind. #brandeilig zählt auch Angriffe gegen Einrichtungen, die von den Tätern als islamisch wahrgenommen werden, als Moscheeangriffe.

Grafik: Mediendienst Integration

Die Mehrheit sagt, sie ist von Muslimfeindlichkeit betroffen

In einer nicht-repräsentativen Umfrage von CLAIM gaben 2023 78 % an, dass sie von antimuslimischen Übergriffen und Diskriminierung betroffen sind. Die häufigste Diskriminierungsform ist, dass die Menschen für das Verhalten von anderen Muslim*innen mitverantwortlich gemacht werden, etwa für das Verhalten des türkischen Präsidenten Erdogan (56 %). Die Mehrheit der Leidtragenden meldet Übergriffe nicht und nimmt keine Beratungsangebote in Anspruch (57 %).

Zwischen 2006 und 2022 haben sich 1.026 Personen an die Beratung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes gewandt, die sich wegen ihrer muslimischen Religionszugehörigkeit benachteiligt fühlten. 2022 und 2021 waren es jeweils rund 150 Personen (2022: 153, 2021: 154). Die meisten Betroffenen berichteten von Diskriminierungen im Segment Arbeitswelt. Darauf folgten Diskriminierungserfahrungen bei Dienstleistungen sowie im Bereich Bildung.

Muslime sind häufig von Mehrfachdiskriminierungen betroffen. Das heißt, dass sie sowohl wegen ihrer Religion als auch etwa ihrer Herkunft, Hautfarbe oder ihres Geschlechts diskriminiert werden. Zahlen zu ihrer Diskriminierung findet man hauptsächlich in Studien zur Diskriminierung von Migranten oder Personen mit Migrationshintergrund, die zusätzlich die Religionszugehörigkeit erfassen.

* Veröffentlicht im Rahmen einer CC-Lizenz. Aus Platzgründen gekürzt.

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Mikrozensus 2024: Muslime bleiben weiterhin eine Leerstelle

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Kommentar: Auch im Mikrozensus 2024 wird keine Religionszugehörigkeit erhoben. Seit über zwei Jahrzehnten krankt die „Islamdebatte“ auch daran, dass es keine belastbare Zahlenbasis gibt. (iz). Seit 1957 wird in der […]

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Höchster Zuwachs an Geflohenen seit 2007

Geflohene Menschenrechtsverletzungen

Vor allem wegen des russischen Krieges in der Ukraine stieg zuletzt die Zahl der Geflohenen, die sich aus völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Gründe in Deutschland aufhalten.

Wiesbaden (KNA). Mehr als drei Millionen Menschen waren Ende 2022 in Deutschland als Schutzsuchende im Ausländerzentralregister erfasst. Das ist der höchste Zuwachs innerhalb eines Berichtjahres seit Beginn der Statistik 2007, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl um 1,14 Millionen Menschen.

Foto: r.classen, Shutterstock

Zahlen der Geflohenen vorrangig durch Ukrainekrieg beeinflusst

Hintergrund sei die Fluchtmigration aus der Ukraine: Infolge des russischen Krieges waren Ende 2022 rund 1,01 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer als Schutzsuchende in Deutschland registriert. Sie machten laut Statistik rund ein Drittel aller zum Jahresende in Deutschland registrierten Schutzsuchenden aus.

Schutzsuchende sind den Angaben zufolge Ausländerinnen und Ausländer, die sich laut Ausländerzentralregister unter Berufung auf völkerrechtliche, humanitäre oder politische Gründe in Deutschland aufhalten.

Grenze

Foto: Sergey Chayko, Shutterstock

Eine Vielzahl an Kategorien für unterschiedliche Menschen

Neben ukrainischen Schutzsuchenden seien 2,1 Millionen anderer Nationalitäten registriert gewesen, so das Statistikamt. Ende 2021 hatte die Gesamtzahl aller Schutzsuchenden noch bei 1,94 Millionen Personen gelegen.

Neben Ukrainerinnen und Ukrainern waren die meisten Schutzsuchenden Ende 2022 syrische (674.000 Personen), afghanische (286.000), irakische (211.000) und türkische (101.000) Staatsangehörige. Insgesamt stellten diese fünf Staatsangehörigkeiten fast drei Viertel der Schutzsuchenden, wie es hieß.

In Bezug auf ihren Status hatte Ende 2022 mit rund 2,25 Millionen Menschen die Mehrheit der Schutzsuchenden einen humanitären Aufenthaltstitel und damit einen anerkannten Schutzstatus, wie die Statistiker mitteilten.

Foto: Drop of Light, Shutterstock

Ukrainer stellen die größte Gruppe

Der häufigste Status in dieser Gruppe war der vorübergehende Schutz gemäß der EU-„Massenzustrom-Richtlinie“. Diesen Schutzstatus hatten 724.000 Personen, unter ihnen waren 703.000 Menschen aus der Ukraine.

Am zweithäufigsten war laut Statistik der Status als anerkannter Flüchtling nach der Genfer Konvention (574.000 Personen, darunter 299.000 Menschen aus Syrien).

Rund 570.000 Menschen, darunter 271.000 Ukrainerinnen und Ukrainer, waren mit einem sogenannten offenen Schutzstatus registriert. Das bedeutet, dass über ihr Schutzgesuch noch nicht rechtskräftig entschieden wurde.

Etwa 255.000 Schutzsuchende waren der Statistik zufolge nach einer Ablehnung im Asylverfahren oder nach dem Verlust ihres Schutzstatus mit abgelehntem Schutzstatus registriert und damit ausreisepflichtig. Darunter befanden sich 219.000 Menschen mit einer Duldung.

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Migrationsbericht: Nettozuwanderung stieg nach Pandemie-Delle an

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Berlin (dpa). Die Zuwanderung nach Deutschland hat schon vor der Ankunft von rund einer Millionen Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine deutlich zugenommen. Wie aus dem Migrationsbericht hervorgeht, der an diesem Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossen werden soll, wurden 2021 rund 1,32 Millionen Zuzüge nach Deutschland erfasst. Das war ein Anstieg um 11,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2020, das noch stärker von den Reisebeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie geprägt war.

Die Abwanderung nahm 2021 ebenfalls leicht zu, allerdings nur um 2,9 Prozent. Damit lag die Nettomigration 2021 mit rund 329 000 Menschen in etwa auf dem Niveau von 2019, also vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Europa. Wichtigstes Herkunftsland der Zuwanderer war im Jahr 2021 – wie schon im Vorjahr – Rumänien. Von dort kamen 202.686 Menschen nach Deutschland. Auf Platz Zwei der Liste standen Zuwanderer mit deutscher Staatsangehörigkeit, gefolgt von Menschen aus Polen, Bulgarien, Syrien und der Türkei.

Am höchsten war der Anteil der ausländischen Bevölkerung demnach in Berlin. Im Jahr 2021 hatte laut Ausländerzentralregister rund jeder fünfte Hauptstadtbewohner (20,2 Prozent) keinen deutschen Pass. In Bremen lag der Anteil mit 19,3 Prozent fast genauso hoch. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen hatten rund 14 Prozent der Einwohner eine ausländische Staatsbürgerschaft. Der Migrationsbericht wird alljährlich vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) erstellt.

Im Jahr 2021 war die Mehrheit der Zuwanderer, die nach Deutschland kamen, männlich. Laut Statistischem Bundesamt kamen rund 802.000 Männer und 521.000 Frauen nach Deutschland. Für das Jahr 2022 dürfte das Bild etwas anders ausfallen, da die Flüchtlinge, die als Folge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine zugewandert sind, mehrheitlich weiblich sind.

„Um unsere sozialen Sicherungssysteme zu erhalten und den Arbeitskräftebedarf zu decken, müssen sich jedes Jahr 400.000 Menschen netto für ein Leben und Arbeiten in Deutschland entscheiden“, sagte die Innenpolitikerin Misbah Khan. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete mahnte: „Wir müssen also unser gesamtgesellschaftliches Unwohlsein beim Thema Migration endlich ablegen und eine Debatte darüber führen, wie wir als Einwanderungsland attraktiver werden.“ Dazu gehöre auch, dass rassistische Ressentiments abgebaut und das Ankommen in Deutschland erleichtert werde.

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Medien: Kaum Religionsgemeinschaften in Fernsehnachrichten

Nachrichtenüberflutung flatrates

Bonn (KNA). Religionsgemeinschaften werden in mehreren TV-Nachrichten einer Statistik zufolge so gut wie gar nicht dargestellt. Zwischen Januar 2021 und Juni 2022 hatten die katholische und die evangelische Kirche, das Judentum und der Islam einen Anteil von höchstens 0,5 Prozent an der Gesamtberichterstattung, wie aus einer repräsentativen Darstellung des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) und des Forschungsinstituts Media Tenor hervorgeht. Über den sogenannten Freiheitsindex 2022, der am Donnerstag vorgestellt werden soll, hatte zuvor bereits das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet.

Untersucht wurden die Nachrichtensendungen ZDF heute, RTL Aktuell und Tagesschau. Die Zusammenhänge, in denen berichtet wurde, werden allerdings nicht genannt. In der Tagesschau lag der Anteil bei Islam und katholischer Kirche um 0,52 Prozent, beim Judentum bei 0,14 und bei der evangelischen Kirche rund 0,11 Prozent. In der Sendung ZDF heute lagen die Anteile bei rund 0,48 (Islam), 0,47 (katholische Kirche), 0,09 (Judentum) sowie 0,06 Prozent (evangelische Kirche). Am geringsten fällt der Anteil bei RTL Aktuell aus: Der Islam ist mit rund 0,4 Prozent vertreten, die katholische Kirche mit 0,37, das Judentum mit rund 0,1 und die evangelische Kirche mit 0,02.

In allen drei Nachrichtensendungen wurde der Islam am negativsten dargestellt, am neutralsten die evangelische Kirche. Diese hat bei RTL Aktuell den höchsten positiven Anteil. Bei der Tagesschau trifft dies auf das Judentum zu; das gilt auch für ZDF heute, allerdings nicht in so deutlichem Abstand zu anderen Religionsgemeinschaften, die in diesen Fernsehnachrichten beinahe gleich auf liegen.

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Britische Muslime zwischen Zukunft und tiefen Wurzeln

(MCB). Nach der letzten Volkszählung zählt die muslimische Gemeinschaft in Großbritannien etwa 3,372 Millionen Menschen. Es ist die Heimat einer der vielfältigsten Gemeinschaften der Welt. Die meisten stammen aus Südasien, […]

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