Warnschüsse in Zeiten der Krise
Der folgende Hintergrundtext wurde in seiner ursprünglichen Form als Vortrag auf einer Solidaritätskonferenz für die Krimtataren im Mai 2014 in Berlin gehalten. Wir haben diejenigen Elemente zusammengefasst und übersetzt, die für den heutigen Moment – ein großer, konventioneller Krieg in Europa, der Aufstieg neuer Mächte sowie ein Wiederauftauchen des Nationalismus – relevant sind. In beiden […]
03.11.2022 Parvaz Asad Sheikh 7 Min. Lesezeit
Foto: Kutsenko Volodymyr, Shutterstock
Der folgende Hintergrundtext wurde in seiner ursprünglichen Form als Vortrag auf einer Solidaritätskonferenz für die Krimtataren im Mai 2014 in Berlin gehalten. Wir haben diejenigen Elemente zusammengefasst und übersetzt, die für den heutigen Moment – ein großer, konventioneller Krieg in Europa, der Aufstieg neuer Mächte sowie ein Wiederauftauchen des Nationalismus – relevant sind. In beiden Fällen spielt die Ukraine eine wichtige Rolle.
(iz). Der stumpfsinnige Krieg in Syrien hat sich als der geopolitische Dreh- und Angelpunkt der Neuzeit erwiesen. Eine Epoche, in der die Vorstellung vorherrschte, dass sich die Menschheit in wissenschaftlichen Taxonomien von Nationen und Völkern, konstituiert und dass diese ihre optimale Wirkung im Rahmen des Nationalstaats entfalten.
Der amerikanische Präsident Woodrow Wilson hat den romantischen Nationalismus des 19. Jahrhunderts adaptiert und ihn für das 20. Jahrhunderte mit seinen 14 Punkten und insbesondere mit der Formulierung des Selbstbestimmungsrechts nach dem Ersten Weltkrieg festgeschrieben. Als sich der Krieg dem Ende zuneigte, rief Wilson eine Gruppe von Sozialwissenschaftlern, Geographen und Ökonomen zusammen und beauftragte sie mit der Schaffung neuer Nationalstaaten – nach einer selbst entworfenen Taxonomie von Völkern, Stämmen und Nationen.
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