Fragen an die Messerkriminalität 2023: Welche Rolle spielt die Nationalität?

2023 gab es eine Zunahme von Messerangriffen. Was besagen die Statistiken des Bundes und der Länder und welche Rolle spielt die Nationalität? Der Mediendienst Integration hat Zahlen und Forschung zum Thema zusammengetragen.

01.09.2024 .Redaktion 6 Min. Lesezeit
messer

Foto: Adobe Stock

(Mediendienst Integration). Seit 2020 erfassen das Bundeskriminalamt (BKA) sowie die Mehrheit der Landeskriminalämter „Messerangriffe“ im Rahmen der polizeilichen Kriminalstatistiken. Als Messerangriffe gelten „Tathandlungen, bei denen der Angriff mit einem Messer unmittelbar gegen eine Person angedroht oder ausgeführt wird.“ Ein Blick in die Statistiken zeigt: Die Zahl der „Messerangriffe“ in Deutschland hat 2023 zugenommen. Von Fabio Ghelli & Donata Hasselmann

Absolute Zahl der Messergewalt steigt – relative nicht

Absolut ist die Zahl der „Messerangriffe“ 2022 auf 2023 gestiegen (siehe Grafik): um 9,7 Prozent in der Kategorie „gefährliche und schwere Körperverletzungen“ und um 16,6 Prozent bei Raubdelikten. Allerdings ist auch die Zahl der Körperverletzungen und Raubdelikte insgesamt gestiegen (plus 6,8 Prozent und plus 17,4 Prozent).

Schaut man sich die beiden Anstiege im Verhältnis an – also, wie sich der Anteil der „Messerangriffe“ innerhalb des jeweiligen Straftatbereichs verändert hat – ergibt sich folgendes Bild: Bei Körperverletzungen stieg der Anteil 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozentpunkte, bei Raubdelikten gab es einen leichten Rückgang um 0,1 Prozentpunkte.

Laut Bundeskriminalamt könnten die steigenden Fallzahlen bei Körperverletzung und Raubdelikten eine Folge der weggefallenen Corona-Beschränkungen sein, wodurch es wieder mehr Tatgelegenheiten gegeben habe. Als weitere Faktoren nennt das BKA die inflationsbedingt angespanntere wirtschaftliche Lage, sowie das Migrationsgeschehen (mehr dazu siehe unten).

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