Islam in Afrika: alles andere als ein fremder Import

Die Geschichte des Islam in Afrika ist deutlich älter und substanzieller, als viele meinen.

2.12.2025 Laila Massoudi 6 Min. Lesezeit
afrika

Foto: Shutterstock

(iz). Islam ist seit Anbeginn eng mit Afrika verbunden; von der ersten Hijra nach Aksum bis zu den großen Reichen West- und Ostafrikas prägen Afrikaner die Vergangenheit der Religion, so wie sie von ihr geprägt wurden.

Dieser Essay zeichnet nach, wie sich Allahs Din in Afrika verbreitete, verwurzelt und immer wieder erneuert hat – nicht als „fremder Import“, sondern zur afrikanischen Geschichte und Spiritualität gehörend.

Islam in Afrika – wenige Jahre nach Beginn der Offenbarung

​​Schon wenige Jahre nach der ersten Offenbarung suchten bedrängte Musliminnen und Muslime Zuflucht nicht in Arabien, vielmehr jenseits des Roten Meeres im christlichen Königreich Aksum, dem damaligen Al‑Habascha im Gebiet des heutigen Äthiopien und Eritrea.

Eine kleine Gruppe von Gefährtinnen und Gefährten des Propheten (unter ihnen Ruqayya, seine Tochter, und ihr Ehemann ‘Uthman ibn ‘Affan) reiste an den Hof des Negus, der Schutz gewährte und sie nicht an ihre Verfolger aus Mekka auslieferte.

Diese erste Hijra nach Abessinien markiert die historische Ehre Afrikas, der ursprüngliche Kontinent zu sein, auf dem Muslime in relativer Sicherheit ihre Religion praktizieren konnten; Jahre bevor in Medina ein eigenes islamisches Gemeinwesen entstand.​​

Überlieferungen deuten darauf hin, dass ein Teil dieser frühen Muhajirun mehr als ein Jahrzehnt in Afrika blieb, Beziehungen knüpfte, Familien gründete und so die Keime einer kleinen, aber lebendigen muslimischen Gemeinschaft in Aksum legte.

In Äthiopien und Eritrea verweisen bis heute lokale Traditionen auf Gräber von Angehörigen der ersten und zweiten Delegation. Das zeigt, dass die Verbindung zwischen afrikanischen Gesellschaften und dem Islam auf unmittelbarer, gelebter Nähe und nicht nur auf späteren Eroberungen beruhte.

IZ+

Weiterlesen mit dem IZ+ (Monatsabo)

Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ (Monatsabo) können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.

Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.

Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.

* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.