Reise: Allah hat uns die Erde weit gemacht

Man kann eine Reise durch die muslimische Welt mit dem Geräusch eines Marktes beginnen: dem Rufen der Händler, dem Klappern von Teegläsern, einem Moped in einer engen Gasse.

26.08.2026 Massouda Khan 3 Min. Lesezeit
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(iz). In Marrakesch liegt diese Welt zwischen den roten Mauern der Medina, den Werkstätten und dem Platz Djemaa el Fna. Wer Zeit mitbringt, wird merken: Die Stadt erschließt sich nicht als bloße Sehenswürdigkeit, sondern im Wechsel von Bewegung und Pause – auf einer Dachterrasse oder in einem Innenhof beim Tee.

Timbuktu repräsentiert eine andere Form des Reisens: für die Geschichte von Gelehrsamkeit, Karawanen und Handschriften. Die Stadt am Rand der Sahara war über Jahrhunderte ein intellektuelles Zentrum Westafrikas.

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Kairo wiederum ist überwältigend, auch weil Vergangenheit und Gegenwart so dicht nebeneinanderliegen. Zwischen Moscheen, Madrasa-Portalen, Cafés und Verkehr lässt sich erahnen, warum die Stadt lange zu den prägenden Metropolen der islamischen Welt gehörte.

Stone Town auf Sansibar erzählt von Handelsrouten über den Indischen Ozean. In den verwinkelten Straßen, an geschnitzten Türen und am Hafen treffen ostafrikanische, arabische, indische und europäische Einflüsse zusammen.

Maskat im Oman wirkt dagegen zurückhaltender: weiße Häuser, das Hadschar-Gebirge in der Ferne, das Meer und die sorgfältig gepflegten Moscheen. Es ist ein Ort für lange Abende an der Corniche und für Reisende, die nicht jede Stunde verplanen wollen.

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Istanbul braucht keine große Einführung, aber einen zweiten Blick. Die Stadt ist nicht nur Hagia Sophia, Blaue Moschee und Bosporus. Sie liegt ebenso in den Fähren zwischen Europa und Asien, in kleinen Tekken, Buchläden – und in den stilleren Vierteln abseits der bekannten Routen.

Im indischen Agra zeigt das Taj Mahal, wie Architektur Erinnerung bewahren kann: ein Mausoleum aus weißem Marmor, gebaut im Mogulreich und bis heute ein Werk von großer formaler Ruhe.

Samarkand und Buchara führen weiter entlang der alten Handelswege Zentralasiens. In der Rezidenz von Amir Timur leuchten die Fliesen des Registan, in Buchara bleiben Gassen, Höfe und Medresen Teil eines Stadtbildes, das nicht wie eine Kulisse wirkt. Beide Orte laden dazu ein, die islamische Geschichte nicht nur wegen Dynastien und Daten zu lesen, sondern über Räume, Muster, Inschriften und Begegnungen.

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Kuala Lumpur schließlich zeigt eine gegenwärtige, südostasiatische Seite muslimischen Lebens: Großstadt, Mehrsprachigkeit und moderne Architektur. Das Islamic Arts Museum Malaysia bietet hierfür einen guten Zugang zu Kunst aus vielen Regionen der islamischen Welt.

Wer die Reise um zwei weitere Orte ergänzen möchte, könnte nach Fès fahren, in eine der großen historischen Städte Marokkos. Oder nach Granada: Die Alhambra und das Viertel Albayzín erinnern dort an das maurische Andalusien.

Diese Ziele sind keine Checkliste. Sie lohnen sich, weil sie zeigen, wie vielfältig muslimische Gesellschaften waren und sind – in Afrika, Asien und Europa, zwischen Wüste und Ozean, alten Bibliotheken und modernen Metropolen.

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