„Sünde des Kosmozids“: Wer einen Menschen mordet, tötet eine Welt
Wer einen Menschen tötet, zerstört eine ganze Welt. Der Historiker Juan Cole untersucht in seinem Essay „Die Sünde des Kosmozids“, wie jüdische und islamische Tradition den Wert jedes menschlichen Lebens begründen – und welche Verantwortung daraus angesichts heutiger Kriege erwächst.
Foto: Hiromichi Matsuda/Wikimedia Commons | Lizenz: gemeinfrei
(iz). In George Lucas’ Kinosaga „Star Wars“ vernichtet der Todesstern den Planeten Alderaan mit einem einzigen Strahl. Zwei Milliarden Leben erlöschen, und Obi-Wan Kenobi spürt eine „große Erschütterung der Macht“.
Seit dem 16. Juli 1945, dem ersten Atomtest, ist die Auslöschung ganzer Universen keine bloße Fiktion mehr. Der Physiker Robert Oppenheimer, und Leiter des US-Atombombenprojekts, zitierte damals aus der Bhagavad Gita: „Nun bin ich der Tod geworden, der Zerstörer der Welten.“ Doch die jüdische und die islamische Überlieferung kannten diesen Gedanken lange vorher. Und sie messen ihn nicht an Planeten, sondern an einem einzelnen Menschen.
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