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30 Jahre Islamic Relief: „Das Spendenverhalten hat sich stark verändert“

islamic relief

30 Jahre Islamic Relief: Hintergrundgespräch mit Michael Pfaff, Geschäftsführer der Hilfsorganisation über Aus- und Einblicke der humanitären Arbeit.

(iz). Islamic Relief Deutschland wird in diesem Jahr 30 und Geschäftsführer Michael Pfaff erklärt im Interview, wie aus islamisch motivierter Solidarität eine professionelle, zertifizierte Hilfsorganisation wurde, die weltweit und zunehmend auch in Deutschland Menschen in akuter Not unterstützt.

Er spricht über die Gründung vor dem Hintergrund des Bosnienkriegs, den Kernauftrag, Zakat- und Sadaqa-Spenden transparent einzusetzen, aktuelle Schwerpunkte in Gaza, Sudan und „vergessenen Krisen“ sowie den Wandel des Spendenverhaltens durch Digitalisierung.

Zudem erläutert Pfaff, wie Islamic Relief mit Inlandsprogrammen, kultursensiblen Projekten und der Förderung muslimischer Zivilgesellschaft Verantwortung in Deutschland übernimmt und Selbstwirksamkeit als zentrale Botschaft an junge Menschen vermittelt.

Srebrenica

Foto: Jeroen Akkermans, via flickr | Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

„Wir wollten nicht tatenlos bleiben“

Islamische Zeitung: Islamic Relief Deutschland wird in diesem Jahr 30 Jahre alt: Was war damals der konkrete Anlass für die Gründung – und welche Lücke wollten Sie im Hilfssektor schließen?

Michael Pfaff: Der konkrete Anlass für die Gründung Islamic Relief Deutschlands war die Betroffenheit der muslimischen Gemeinde in Deutschland über die katastrophalen humanitären Auswirkungen des Bosnienkriegs und die Hungersnot auf dem afrikanischen Kontinent.

Wir wollten nicht tatenlos bleiben und unserer Verantwortung gerecht werden. So wurde Islamic Relief Deutschland im Jahre 1996 gegründet. 

Es gab vor 30 Jahren noch keine Hilfsorganisation in muslimischer Trägerschaft, die in der Lage war, nach den internationalen Standards der humanitären Hilfe tätig zu sein und zugleich den Anforderungen für religiöse Zwecke, wie z.B. Zakat zu genügen.

Wir fanden mit Islamic Relief Worldwide einen Partner, der bereits 12 Jahre zuvor begonnen hatte und bereits ein Globales Netzwerk aufgebaut hatte.

Wir wollten den Musliminnen und Muslimen, die ihre religiösen Spenden, wie Zakat und Sadaqa, eine transparente, verlässliche und professionelle Plattform bieten, und die Spenden an internationale Hilfsstrukturen anbinden.

Es ging nicht darum, einen parallelen Hilfssektor zu schaffen, sondern eine bis dahin unterrepräsentierte gesellschaftliche Gruppe als Spenderinnen, Spender und aktive Akteure in die professionelle humanitäre Hilfe einbeziehen.

„Jeder Mensch besitzt die gleiche Würde“

Islamische Zeitung: Wie würden Sie den ursprünglichen Auftrag von Islamic Relief Deutschland beschreiben, und welche Grundprinzipien sind seit 30 Jahren unverändert geblieben?

Michael Pfaff: Auftrag war und ist, Menschen in akuter Not schnell und wirksam zu helfen und zugleich islamisch motivierte Solidarität in professionelle humanitäre Arbeit zu übersetzen. Menschen in Deutschland sollten eine verlässliche Möglichkeit erhalten, Verantwortung zu übernehmen und mit ihren Spenden sowohl Nothilfe als auch langfristige Unterstützung zu ermöglichen.

Unverändert geblieben ist unser Verständnis von Menschlichkeit und unsere religiöse Motivation. Jeder Mensch besitzt die gleiche Würde. Deshalb helfen wir nach dem Maß der Not – unabhängig von Religion, Herkunft, Geschlecht oder kulturellem Hintergrund. 

Der islamische Glaube ist für uns eine Quelle von Barmherzigkeit, sozialer Gerechtigkeit und Verantwortung, aber kein Kriterium dafür, wer Unterstützung erhält. Ebenso wichtig geblieben ist ein verantwortungsvoller Umgang mit Spenden, Transparenz und eine partnerschaftliche, würdige Zusammenarbeit mit den betroffenen Menschen. 

Weiterentwickelt haben sich vor allem unsere Reichweite, unsere fachlichen Strukturen und die Qualitätssicherung. Heute arbeiten wir in mehr Ländern, orientieren uns stärker an internationalen Standards und sind in deutschen, europäischen und internationalen Netzwerken und Verbänden verankert.

Auch Nachhaltigkeit und der enge Zusammenhang zwischen Umweltkatastrophen, Klimafolgen und humanitären Krisen spielen inzwischen eine deutlich größere Rolle in unserer Arbeit.

Der Kernauftrag ist jedoch derselbe geblieben: Leid zu lindern, Menschen zu stärken und Solidarität in verlässliche Hilfe zu verwandeln.

Takaaya Sudan

Menschen im Sudan kochen in jahrhundertealter Tradition solidarisch für ihre Mitmenschen, in sogenannten Takaaya, Gemeinschaftsküchen. (Foto: Islamic Relief Deutschland)

„Ein besonderer Schwerpunkt liegt derzeit auf der Unterstützung der vom Krieg im Sudan und im Gazastreifen betroffenen Bevölkerung“

Islamische Zeitung: In welchen Regionen und Themenfeldern liegen aktuell die Schwerpunkte Ihrer Projekte, und welche Entwicklungen beobachten Sie dabei besonders aufmerksam (z.B. Konflikte, Klima, Armut)?

Michael Pfaff: Unsere Projekte konzentrieren sich derzeit vor allem auf den Nahen Osten, den Sahel, Ostafrika und Südasien. In diesen Regionen leisten wir schwerpunktmäßig humanitäre Hilfe für Menschen, die von Konflikten, Vertreibung, Hunger und akuten Krisen betroffen sind.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt derzeit auf der Unterstützung der vom Krieg im Sudan und im Gazastreifen betroffenen Bevölkerung. Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen unterstützen wir unter anderem die Versorgung mit Nahrungsmitteln, sauberem Wasser, medizinischer Hilfe sowie Maßnahmen zum Schutz besonders vulnerabler Bevölkerungsgruppen.

Mit großer Aufmerksamkeit beobachten wir die zunehmende Verflechtung verschiedener Krisen. Anhaltende und neue bewaffnete Konflikte verschärfen humanitäre Notlagen und führen zu weiteren Flucht- und Vertreibungsbewegungen. 

Gleichzeitig verstärken die Folgen des Klimawandels – etwa Dürren, Überschwemmungen und unregelmäßige Niederschläge – den Druck auf die Lebensgrundlagen vieler Menschen, insbesondere in Ostafrika.

Hinzu kommen steigende Armut, wirtschaftliche Instabilität und hohe Lebensmittelpreise, die den Zugang zu grundlegender Versorgung erschweren. Die betroffenen Gemeinschaften haben immer weniger Möglichkeiten, sich von einer Krise zu erholen.

Diese Entwicklungen machen deutlich, dass humanitäre Hilfe und langfristige Entwicklungszusammenarbeit eng zusammengedacht werden müssen. Unser Ziel ist es daher, nicht nur akute Not zu lindern, sondern Menschen auch dabei zu unterstützen, ihre Resilienz gegenüber zukünftigen Krisen zu stärken.

Wir verfolgen ebenso mit großer Sorge, dass sich die internationalen Rahmenbedingungen für humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit zunehmend verschärfen. Bewaffnete Konflikte nehmen zu, die Folgen des Klimawandels verschärfen bestehende Krisen, und Finanzierungslücken im humanitären System erschweren es, den wachsenden Bedarf zu decken. 

Gleichzeitig geraten zivilgesellschaftliche Organisationen in vielen Ländern zunehmend unter Druck. Diese Entwicklungen zeigen, wie wichtig eine verlässliche internationale Zusammenarbeit ist – sowohl, um akute Not zu lindern, als auch, um Menschen langfristig dabei zu unterstützen, Krisen besser zu bewältigen und ihre Widerstandsfähigkeit zu stärken.

Die Aufmerksamkeitsökonomie bestimmt auch das Verhalten von SpenderInnen

Islamische Zeitung: Bei den zweckgebundenen Spenden sind Hilfsorganisationen an die Entscheidungen der Spender und Spenderinnen gebunden. Gibt es Fälle, wo sich die Aktiven von IRD ein größeres Interesse in eher unterbelichtete Gebiete wünschen würde?

Michael Pfaff: Ein Grundproblem Humanitärer Hilfe ist, dass Spenden sehr oft davon abhängig sind, welche Aufmerksamkeit bestimmte Themen in der Öffentlichkeit erhalten, also ob die Politik bestimmte Themen aufgreift, Medien über Krisen berichten oder sich einzelne Menschen für eine Region einsetzen.

Zahlreiche Krisen dauern jedoch an und geraten aus dem Blickfeld. Daher ist es eine wichtige Aufgabe von Islamic Relief auf sogenannte „vergessene Krisen“ aufmerksam zu machen und Sprecher derjenigen zu sein, die in Deutschland keine Stimme haben, keine „Lobby“ die sich für sie einsetzt.

Das weltweit größte Flüchtlingslager ist in Bangladesch und die dorthin geflohenen Rohingya bedürfen nach wie vor der Unterstützung. Der Krieg im Yemen dauert an, vom Kongo hört man fast nichts mehr in den Medien.

Wir wenden daher einen Teil unserer Spenden (ca.1,5%) dafür auf, Anwalt der betroffenen Menschen zu sein und auf Konflikte aufmerksam zu machen.

Foto: Shutterstock/Monkey Business Images

„Digitalisierung hat die Kanäle revolutioniert“

Islamische Zeitung: Wie haben sich Spendenverhalten und -kanäle in den letzten Jahren verändert – etwa durch Digitalisierung, Kampagnen oder Krisen wie die Inflation?

Michael Pfaff: Das Spendenverhalten hat sich in den letzten Jahren sehr stark verändert, was vor allem an folgenden Faktoren liegt:

1. Die Digitalisierung hat die Kanäle revolutioniert. Statt klassischen Überweisungen spenden Menschen heute mobil und intuitiv – per Smartphone oder mit zwei Klicks über Webseite und Spendenplattformen.

Spendenaktionen sind dank Crowdfunding-Plattformen und Social-Media-Kampagnen demokratischer geworden. Jeder kann heute im Grunde per Knopfdruck eine eigene Spendenkampagne starten und im Bekanntenkreis teilen.

2. Der Trend geht zu Transparenz und Spontaneität. Spender wollen heute ganz genau wissen, wo ihr Geld ankommt. Das klassische, langfristige Abo-Modell verliert an Attraktivität.

Stattdessen spenden Menschen lieber anlassbezogen, projektbasiert und emotional getrieben – oft direkt ausgelöst durch Krisen oder Naturkatastrophen, die sie live auf Social Media mitverfolgen.

3. Auswirkungen wirtschaftlicher Effekte. Steigende Energiepreise und sinkendes Wirtschaftswachstum machen sich selbstverständlich auch bei der Spendenbereitschaft bemerkbar.

Im generellen Spendenmarkt wird derzeit eine sinkende Anzahl von Spendenden noch dadurch kompensiert, dass einzelne Spender mehr spenden.

„Die Muslimische Community hat sich in den letzten 30 Jahren sehr positiv entwickelt“

Islamische Zeitung: Welche Erfahrungen machen Sie mit Spendenbereitschaft, zivilgesellschaftlichem Engagement und Professionalität bei Muslimen? 

Michael Pfaff: Die Muslimische Community hat sich in den letzten 30 Jahren sehr positiv entwickelt. Sie ist jünger, besser ausgebildet und wirtschaftlich stärker als bei Gründung von Islamic Relief. Immer mehr Musliminnen und Muslime haben keinen sogenannten Migrationshintergrund und noch viel mehr sind in Deutschland geboren und bestens integriert.

Islamic Relief gehört inzwischen zu den Hilfsorganisationen in Deutschland mit den höchsten privaten Spendeneinnahmen. Der Erfolg von Islamic Relief ist ein Beleg für den Erfolg der muslimischen Community.

Für Muslime ist Spenden nicht nur freiwillige Wohltätigkeit, sondern auch religiöse Pflicht. Die Spendenbereitschaft und die Bereitschaft sich ehrenamtlich zu engagieren ist unter religiösen Muslimen daher größer als im „deutschen“ Durchschnitt.

„Engagement in Deutschland ist nicht neu“

Islamische Zeitung: Lieber Herr Pfaff, Islamic Relief hat sich entschieden, zukünftig auch in Deutschland aktiv zu werden. Welche Projekte sind bei Ihnen geplant und wie suchen Sie diese aus?

Michael Pfaff: Unser Engagement in Deutschland ist nicht neu. Seit 2016 haben wir uns in der Flüchtlingshilfe und nach der Flutkatastrophe vor fünf Jahren im Ahrtal eingesetzt, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Jetzt wollen wir unseren Einsatz in Deutschland systematischer ausbauen, denn die wirtschaftliche und soziale Situation in unserem Land bringt uns dazu, genauer hinzuschauen, welche Notlagen es bei uns gibt. Wir wollen der Gesellschaft, aus der unsere Spenderinnen und Spender kommen, mehr zurückgeben.

Um uns noch stärker für unsere eigene Gesellschaft zu engagieren, haben wir unser Engagement für Projekte in Deutschland daher deutlich ausgebaut. 

In der Vergangenheit gingen meist unter 0,5% unserer Spenden an Projekte in Deutschland. Dieses Jahr werden es ca. 2,5% sein, im kommenden Jahr sind rund 5% geplant.

Wir haben uns entschlossen, im ersten Schritt ein Förderprogramm aufzulegen, in dem wir uns mit existenziellen Themen beschäftigen.

Zu unserem 30-jährigen Jubiläum fördern wir daher 30 Projekte mit einer Summe von bis zu 30.000 Euro pro Projekt.

Wir fördern hierbei gemeinnützige Vereine kultursensible, soziale Ehrenamtsprojekte in den Bereichen Seniorenhilfe, Obdachlosenhilfe und Hospizarbeit aufzubauen. Wir wollen dort unterstützen, wo staatliche Hilfen fehlen und daher mehr ehrenamtliches Engagement gefragt ist. Dabei geht es uns insbesondere um den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Solidarität vor Ort und in der Nachbarschaft.

„‘Selbstwirksamkeit’ ist eine wichtige Botschaft“

Islamische Zeitung: Welche Rolle kann eine Organisation wie Islamic Relief Deutschland in der Stärkung muslimischer Zivilgesellschaft spielen?

Michael Pfaff: Islamic Relief ist in den 30 Jahren seiner Geschichte beeindruckend gewachsen. Wir bieten inzwischen rund 90 Mitarbeitenden Beschäftigung auf allen Ebenen. Mitarbeitende, Ehrenamtliche und Spender repräsentieren die ganze Vielfalt der muslimischen Community.

Wir sind eine der wenigen Hilfsorganisationen in muslimischer Trägerschaft, die international nach dem CHS (Core Humanitarian Standard) der UN arbeitet und zertifiziert ist. Auch in Deutschland erfüllen wir höchste Anforderungen an Transparenz und Wirtschaftlichkeit.

Wir sind eine deutsche Hilfsorganisation, die fest etabliert ist, selbst Verantwortung übernimmt und eine Plattform für zivilgesellschaftliches Engagement bietet.

Bei uns kann man erfahren, wie sehr jeder Einzelne durch Spenden, ehrenamtliches Engagement oder eine berufliche Tätigkeit bei uns, einen Unterschied machen kann.

„Selbstwirksamkeit“ ist eine wichtige Botschaft, die wir vor allem jungen Menschen vermitteln wollen. Zu wissen, dass das eigene Handeln etwas bewirken kann, ist eines der Fundamente unserer demokratischen Gesellschaft.

Wir wollen vermitteln, dass jeder einzelne wichtig ist und jeder einen Unterschied machen kann. Und wir zeigen täglich, dass auch der muslimische Teil unserer Zivilgesellschaft hierbei seinen eigenen Beitrag leistet.

Islamische Zeitung: Lieber Michael Pfaff, wir bedanken uns für das Gespräch.

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Muslime in Ostdeutschland: ein unbekannter Teil der Community

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Muslime in Ostdeutschland: Mitte Februar wurde in Erfurt der Neubau einer Gemeinde eingeweiht. Gelegenheit für einen Blick auf Muslime in den „neuen Ländern“.

(Iz). „Dass wir heute in dieser fertigen Moschee sitzen dürfen, ist keine Selbstverständlichkeit. Der Weg war lang und von vielen Herausforderungen, Gesprächen und Prüfungen geprägt, umso größer ist unsere Dankbarkeit“, sagte ihr Präsident, Suleman Malik, beim Festakt vor rund 120 Gästen.

Darunter waren auch Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow sowie die Bischöfe Ulrich Neymeyr und Friedrich Kramer. Vorher waren Verse aus dem Qur’an rezitiert worden, angekündigte Proteste blieben aus.

Symbolische Wirkung für Ostdeutschland

Malik erklärte, der Neubau sei ein Haus des Gebets sowie des Dialogs und des gegenseitigen Respekts: „Es soll Brücken bauen.“ Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) gratulierte per Videobotschaft und sprach von einem Tag großer Freude. Religion sei auch Ausdruck von Heimat, und er freue sich, dass die Gemeinde hier Wurzeln geschlagen und sie gefunden habe.

Der Grundstein wurde 2018 gelegt. Sie steht am Rand von Erfurt in einem Gewerbegebiet. Der Bau mit schlichtem Gebetsraum und einer Wohnung für den Imam wurde aus Spenden finanziert und kostete den Angaben zufolge 1,35 Mio. Euro.

Dass eine vergleichsweise kleine Gemeinde in einem Industriegebiet am Rand um ihre Präsenz ringen musste, erzählt mehr als nur die Geschichte eines einzelnen Bauprojekts. Die Eröffnung markiert einen Moment, in dem eine bislang oft übersehene Realität sichtbarer wird: das islamische Leben in den neuen Bundesländern.

Wer verstehen will, was dieser Bau symbolisiert, muss den Blick von Erfurt aus weiten. Und eine Minderheit der deutschen Muslime betrachten, die im Osten längst Teil des Alltags ist, ohne im öffentlichen Bewusstsein denselben Platz zu haben.

Nur ein Bruchteil der Einwohner

Waren sie Anfang der 1990er kaum präsent, leben heute – je nach Schätzung – etwa 190.000 bis 200.000 in den neuen Bundesländern ohne Berlin, rund 1,5 % der Einwohner.

Gemessen an der Gesamtzahl aller Muslime, die das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge auf 5,3 bis 5,7 Mio. beziffert, entfallen damit nur ca. 3,5 % auf den Osten. In Sachsen machen sie nach diesen Berechnungen ca. 0,7 bis 0,8 % aus, im Anhaltischen liegen die Anteile mit 2,7 bis 2,9 % deutlich höher. Thüringen kommt auf ca. 2,6 bis 2,8 %, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern auf jeweils etwa 1,1 %.

Diese Zahlen markieren nüchtern, dass es mit ihrer Sichtbarkeit gesamtgesellschaftlich und auch innermuslimisch hapert.

Mit der Zuwanderung der 2010er Jahre, vor allem nach dem „Flüchtlingssommer“ 2015, veränderte sich die Landschaft spürbar. Wo zuvor einzelne Studierende, kleine Ladenbetreiber oder provisorische Musallas in Garagen und Plattenbauten den Rahmen bildeten, entstanden in kurzer Zeit neue Räume, Vereine und Gemeinschaften.

ostdeutschland Brandenburg Gebet Muslime osten

Foto: Verein der Muslime in Potsdam e.V.

Nur 2 % aller Moscheen in Deutschland

Eine Recherche des Mediendienstes Integration zählte Anfang 2025 ca. 60 Gebetsräume in Ostdeutschland, etwa 2 % der rund 2.600 Moscheegemeinden bundesweit. In kleineren Städten und Orten werden sie oft erst dann formal als Gemeinde sichtbar, wenn es gelingt, einen eigenen Raum anzumieten. Bis dahin findet ihr religiöses Leben im Privaten statt.

Die randständig gelegenen Orte sind Ausdruck einer Lage, in der es nur geringe Anbindung an große Moschee-Dachverbände gibt. Jenseits von Ausnahmen wie dem Berliner „Speckgürtel“ (wo man regelmäßigere Verbindungen unterhält) oder Sonderbeziehungen in ethnischen Netzwerken erhielten sie kaum institutionelle Hilfe durch Muslime und hatten nur wenig Zugang zu vorhandenen Ressourcen.

Während westdeutsche Verbände ihre Infrastruktur jahrzehntelang aufbauen konnten, entstanden ostdeutsche Moscheegemeinschaften häufig aus akuter Notwendigkeit. Die Menschen suchen einen Raum zum Gebet, für Begegnung und die religiöse Bildung ihrer Kinder. In den meisten Fällen wird das Nötigste selbst organisiert.

Allerdings gibt es einige, die mit solchen im Westen eine gemeinsame Herkunft teilen und aufgrund dessen dort für Hilfe sammeln. Diese Eigeninitiative prägt bis heute das Bild vieler Gemeinschaften zwischen Erzgebirge und Ostseeküste.

Forscherinnen wie Ayşe Almıla Akca beschreiben die östlichen Moscheevereine als deutlich jünger. Das gilt nicht nur im Hinblick auf ihre Gründung, sondern ebenso ihre innere Struktur.

Foto: Frau Schütze, via flickr | Lizenz: CC BY 2.0

Häufiger multikulturelle Gemeinschaften

Anders als die klassischen, entlang von Herkunft und Anwerbewellen gewachsenen Moscheen versammeln sich in den ostdeutschen oft Menschen aus verschiedenen Ländern und Fluchtgeschichten: Syrer, Tschetschenen, Afghanen, Irakis sowie Konvertierte aus der Region.

Die gemeinsame Sprache ist häufig Deutsch. Das gilt nicht nur in der Kommunikation mit Behörden, sondern in Teilen des religiösen Alltags. Die äußeren Umstände – geringe Zahl, knappe Ressourcen, dünne Netzwerke – zwingen dazu, miteinander auszukommen und Differenzen im Inneren anders zu balancieren.

Die Kehrseite dieser manchmal improvisierten Entwicklung ist Strukturmangel, der sich an einigen Stellen bemerkbar macht. Viele haben keine hauptamtlichen, ausgebildeten Imame oder ausreichend geschulte Vorstände. Religiöse Unterweisung und Gemeindemanagement werden im Ehrenamt getragen. Das sind oft Menschen, die selbst erst seit wenigen Jahren hier leben.

Förderprogramme, Beratungsstrukturen und etablierte Gesprächskanäle zu Politik und Verwaltung sind selten so ausgebaut wie in westdeutschen Ballungsräumen. Hinzu kommt eine gesellschaftliche Umgebung, in der die Mehrheit der Bevölkerung sich selbst als konfessionslos versteht und religiöse Ausdrucksformen generell als fremd empfindet.

Vorurteile treffen ostdeutsche Muslime deshalb anders. Untersuchungen zeigen, dass der Islam dort tendenziell häufiger als bedrohlich wahrgenommen wird im Vergleich zum Westen. Und, dass die Bereitschaft, diese Einstellungen in praktisches Handeln zu übersetzen, größer ist.

Proteste vor Moscheebauten, Demonstrationen gegen vermeintliche „Islamisierung“ oder Anfeindungen im Alltag sind für viele Gemeinden zu selbstverständlichen Begleiterscheinungen geworden.

Foto: Kalispera Dell, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-SA 3.0

Es tut sich was unter erschwerten Bedingungen

Gleichzeitig ist der Blick allein auf Ablehnung verkürzt. Die Geschichte in Erfurt zeigt, dass neben Widerstand Formen von Unterstützung gewachsen sind: ökumenische Kontakte, Nachbarschaftsinitiativen, kommunale Akteure, die trotz Konflikten an Dialogangeboten festhalten.

Für Muslime vor Ort bedeutet das eine doppelte Bewegung. Sie organisieren ihren Alltag in Strukturen, die erst im Aufbau sind. Gleichzeitig werden sie zu Ansprechpartnern in Debatten.

Die Erwartungen sind hoch: Gemeinden sollen religiöse Bedürfnisse erfüllen, Unterstützung bieten, Räume für Jugendliche schaffen und zugleich öffentliche Brückenbauer sein. Insbesondere kleinere stoßen dabei schnell an ihre Grenzen, weil ihnen die Mittel fehlen, um all diese Rollen dauerhaft zu tragen.

Vieles spricht dafür, dass die muslimische Landschaft in Ostdeutschland in den kommenden Jahren in einem eigenen Tempo wachsen wird. Das heißt, langsamer, kleinteiliger und fragiler.

Ob sie dabei als Randerscheinung oder selbstverständlicher Teil der Gesellschaft wahrgenommen wird, entscheidet sich nicht nur in den Gemeinden, sondern in den Städten und Dörfern, in denen sie ihren Platz suchen.

* Mit Material von KNA und Mediendienst Integration (CC-Lizenz).

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Gemeinschaft erfahrbar machen

gemeinschaft kommunity balcok

Gemeinschaft mit Eventcharakter: Zum dritten Mal fand ihn Bottrop das Veranstaltungsformat KommUnity unter großem Zuspruch statt.

(iz). Das Projekt KommUnity hat sich im vergangenen Jahr zu einem Treffpunkt für muslimische Gemeinschaft und gelebte Spiritualität entwickelt. Mit viel Herzblut und Einsatz hat die Balcok Events GmbH gleich zwei dieser Veranstaltungen auf die Beine gestellt und damit eine Plattform geschaffen, auf der Menschen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum zusammenkommen konnten.

Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur inspirierende Vorträge und Workshops, sondern vor allem echte Begegnungen – Sphären, in denen Fragen gestellt, Erlebnisse geteilt und neue Netzwerke geknüpft wurden.

Foto(s): Balcok Events

Aufbauend auf der jahrzehntelangen Erfahrung der Familienfirma Balcok in der Begleitung von Pilgerreisen nach Mekka brachte KommUnity dieses spirituelle Kapital in den Alltag: als Ort der Orientierung, des Lernens und der Ermutigung für Muslime, die ihren Glauben bewusst, reflektiert und gemeinschaftlich leben wollen.

„Beim Event geht es darum, dass wir Menschen zusammenbringen, die sich fundiertes Wissen aneignen und Gemeinschaft spüren möchten“, sagte Firmenchef Hasan Rami Balcok im Gespräch mit der IZ. Man versuche, eine Brücke zu bauen zwischen jenen, die Kenntnisse vom Din wollten, und Personen, die es weitergeben können.

Das Konzept richte sich an alle Interessierten, die unabhängig von gesellschaftlicher Stellung oder akademischem Hintergrund eine solche Erinnerung und dieses Gefühl von Wissenszufuhr wollen. Dabei gehe es nicht darum, ein Fachseminar abzuhalten, sondern „gelebte Gemeinschaft und Austausch mit anderen“ zu erfahren.

Die Leute möchten „gemeinsam lernen, sich erinnern und zusammen wachsen“, so Balcok. Man möchte Impulse geben – „Denkanstöße aus fundiertem Wissen, die helfen, das eigene Leben bewusster zu reflektieren“. Dabei richte sich der Fokus nicht aus abstrakte Fragen, sondern um Dinge, die „man im Alltag umsetzen kann“. Es gehe um einen Kompass, der einem zeige, „wohin die Richtung geht“.

Gerade erst fand erneut in Bottrop das dritte Event unter dem Titel „Die prophetische Weisheit – Kompass für dein Leben mit Sinn“ am letzten Januarwochenende statt. Ein Folgetreffen im September 2027 ist bereits angekündigt. Die drei Vorträge und ein abschließendes Podiumsgespräch behandelten diese „prophetische Weisheit“ sowie sein gelebtes Vorbild aus verschiedenen Perspektiven.

Den Anfang machte der Berliner Lehrer und Imam Mohammed Matar. Sein Thema hatte besondere Aktualität für viele junge MuslimInnen. Er reflektierte über die Frage, wie der Gesandte Allahs mit Prüfungen und Feindseligkeit in seinem Leben umging.

Foto(s): Balcok Events

Dabei schlug der Referent einen wichtigen Bogen zwischen der Lebenszeit des Propheten und unserer Gegenwart. Namentlich ging es ihm darum, mit welchen Werten, Verhalten und Haltungen er ein Beispiel für heutige Muslime hinterließ.

Einen wichtigen und erfrischenden Kontrapunkt lieferte der Literaturwissenschaftler, Poet und IZ-Autor Ahmet Aydin. Er beschäftigte sich dichterisch mit der Liebe zum Gesandten Allahs.

Unter dem Titel „Liebe weist den Weg nach Haus – Allahs Geliebter: Mohammed Mustafa“ verband er die klassischen Traditionen muslimischer Poesie mit der Aufgabe, sie in die heutige Zeit zu übersetzen. Besonders anrührend war seine Beschreibung einer fiktiven Zwiesprache eines deutschen Muslims mit dem Propheten.

Als Höhepunkt des Tages haben viele TeilnehmerInnen den Beitrag des in Deutschland bekannten Gelehrten, Übersetzers und Sprechers Abdurrahman Reidegeld betrachtet. Der in Österreich lebende und tätige Deutsche sprach ausführlich über die Segnungen des Gebetes für den Propheten (Salawat). Er machte klar, dass diese spirituelle Praxis die Grenzen zwischen dies- und jenseitiger Welt transzendiere.

Den Abschluss der Beiträge bildete ein profundes Gespräch der Islamwissenschaftlerin Dr. Kathrin Klausing (Osnabrück) und dem Hamburger Islamwissenschaftler und Religionspädagogen Dr. Ali Özgür Özdil über die praktische Frage, wie sich „die prophetische Lebensweise“ heute verstehen und umsetzen lasse.

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Welche Wege soll die Community nehmen?

Community

Zukunft der muslimischen Community: Auf Einladung des Islamrats diskutierten aktive und ehemalige Verbandsvertreter über Chancen und Herausforderungen.

(iz). Gesamtgesellschaftlich wie innermuslimisch stehen die Strukturen und Akteure der islamischen Selbstorganisation und Repräsentation unter erheblichem Druck. Gegenüber den Medien müssen sich die dortigen Aktiven und Sprecher zu allen möglichen Fragen im Eiltempo erklären. Vertreter aus Staat und Politik erwarten, dass sie im Namen sämtlicher Mitglieder der Community agieren.

Gleichzeitig begleiten kritische Nachfragen der Zivilgesellschaft und Medienlandschaft ihr Handeln. Zu den häufig vorgetragenen Kritikpunkten aus der Community gehören u.a. eine reaktive Mentalität, strukturelle Hindernisse sowie der Wunsch nach einem aktiveren und geschlosseneren Auftreten. Für den KRM-Sprecher Dr. Zekeriya Altuğ muss die zukünftige Repräsentation muslimischer Interessen über die Politik „des kleinsten gemeinsamen Nenners“ hinausgehen. Wie das gelingt, müssten die Religionsgemeinschaften diskutieren.

Community: Über unsere Vergangenheit und Zukunft sprechen

Am Samstag, dem 17. Mai, endete die zweijährige Fortbildungsreihe des Islamrats mit dem Titel „Muslime und Religionsfreiheit in Deutschland“ mit einer umfangreichen Debatte über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unserer Selbstorganisation und Repräsentanz in der Bundesrepublik. Das Tagesprogramm stand unter dem Motto „Gemeinsam reden, gemeinsam gestalten: Muslimische Repräsentanz im Wandel“.

Murat Gümüş, Generalsekretär des Gastgebers und verantwortlich für die Eventreihe, erläuterte das Anliegen seines Dachverbands: „Unser Ziel war es, Räume des Lernens, der Selbstreflexion und der Begegnung zu schaffen. Ich bin stolz auf die Vielfalt und Tiefe der Diskussionen, die wir gemeinsam erleben durften.“

Auf zwei Podien diskutierten sieben aktive oder frühere muslimische Vertreter das komplexe Thema. In der ersten Gesprächsrunde erläuterten Dr. Ayyub Axel Köhler (Ex-Vors. des Zentralrats) und Ali Kizilkaya (Ex-Vors. des Islamrats) mit zusätzlichen Beiträgen von Schaikh Bashir Dultz (Deutsche Muslimliga) die Entwicklung und den Aufbau von Gemeinschaftsstrukturen in der Vergangenheit der Bundesrepublik.

Auf dem zweiten Podium diskutierten Mustafa Yeneroğlu (Ex-Generalsekretär der IGMG), Aiman Mazyek und Nurhan Soykan (beide ehemalige Vorstandsmitglieder des Zentralrats), Burhan Kesici (Vorsitzender des Islamrats) sowie der aktuelle KRM-Sprecher Dr. Zekeriya Altuğ über die heutigen Herausforderungen und Zukunftsaufgaben der muslimischen Repräsentanz in Deutschland.

Zu Beginn der Diskussion betonte der kürzlich aus dem Amt geschiedene ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek, dass die Gründung des Koordinationsrates (KRM) zwei wesentlichen Impulsen folgte. Einerseits habe es innerislamisch das erkennbare Verlangen nach größerer Koordination und besserer Repräsentation der eigenen Interessen gegeben. Andererseits habe die Politik – insbesondere im Kontext der ersten Islamkonferenz unter Wolfgang Schäuble – ebenfalls als „Schrittmacher“ agiert.

Religionsgemeinschaften müssen gestärkt werden

In Anbetracht der unklaren Ausrichtung der Regierungspolitik gegenüber den islamischen Religionsgemeinschaften setzt Mazyek auf ihre Stärkung. Diese müssten angesichts der bundespolitischen Unwägbarkeiten der Zukunft „stärker ausgefüllt“ werden. Muslime sollten sich verstärkt auf die Kernthemen der religiösen Gemeinschaften konzentrieren und diese verstärken. Dabei bezog er sich ausdrücklich auf die potenziellen Folgen eines fortgesetzten AfD-Aufstiegs auf den Umgang der Politik mit den islamischen Communitys.

Der ehemalige IGMG-Generalsekretär Mustafa Yeneroğlu zeigte sich selbstkritisch. „Als Muslime hätten wir doch viel mehr tun können“, sagte er im Rückblick auf die letzten 20 bis 30 Jahre. Er bestätigte, dass die Moschee- und Dachverbände mit der Gründung des KRM Wünsche aus der Bundespolitik aufgegriffen hatten. Gleichzeitig habe man auch zum Zeitpunkt der Begründung im März 2007 – schon 2006 kam es zu Gesprächen und Annäherungen der Beteiligten – erkannt, dass das Gremium auf der Koordinationsebene „nicht ausreichen wird“.

Foto: Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland

Dabei sei der vorangegangene „Seevetal“-Prozess, eine Gesprächsreihe zur Institutionalisierung und Vereinheitlichung muslimischer Strukturen, die vor der Schaffung des Beratungsgremiums stattfand, „weiter gewesen“. Jedem war bewusst, dass etwaige Organisationsformen „demokratisch legitimiert“ sein sollten. Auch auf Landesebene müssten „gelebte Gemeinschaften auf Grundlage dieser Moscheegemeinschaften“ bestehen.

Der erwähnte Prozess hätte sich gut dafür geeignet, genau diese Themen und Herausforderungen anzugehen. Während er betonte, dass der Koordinationsrat „eine bundesweite Repräsentanz, Koordination mancher Tätigkeiten“ sowie die Entwicklung verbindlicher Standpunkte ermöglicht habe, „brauchen wie in Deutschland eigentlich mehr, als dass wir nur koordinieren“.

Innere Blockaden lösen

Yeneroğlu sieht zwei Hauptursachen für das Nichtzustandekommen von Abschlüssen bzw. für ergebnislose Verhandlungen oder Projekte. Einerseits läge das an Entschlüssen und „Schwankungen“ auf Seiten staatlicher Partner. Andererseits gebe es bei muslimischen Entscheidungsprozessen Blockaden. So würden gelegentlich unterschriftsreife Ergebnisse „über den Haufen geworfen“, wenn die Vorstände einzelner Gemeinschaften sich dagegen entscheiden.

Pressefoto: © Henning Schacht / Bundesinnenministerium

Der ehemalige IGMG-Generalsekretär kritisiert eine passive Haltung in der weiteren Community, sich nur „als Konsument“ von Grundrechten zu begreifen. In Bezugnahme auf die hiesige Geschichte der Bürgerrechte machte er deutlich, dass die gegenwärtige Rechtsordnung seit 1848 erkämpft wurde. Heute stelle sich für Muslime die Frage, ob sie nur die damit einhergehenden Rechte wollten, sondern auch mit der Aufgabe befassen, inwieweit sie dieses Modell mittragen und weiterentwickeln wollen. „Das sind Fragen, die wir uns heute stellen müssen.“

Für den DİTİB-Vorstand und amtierenden KRM-Sprecher Dr. Zekeriya Altuğ ist die derzeitige Selbstorganisation der Communitys „nicht im luftleeren Raum“ entstanden. Es gebe in Deutschland seit den 1950er und 1960er Jahren ein aktives islamisches Leben. Allerdings sei das über einen längeren Zeitraum hinaus „türkisch dominiert“ gewesen. Das habe sich in seinen Augen „größtenteils geändert“. Mittlerweile herrscht für ihn eine ungefähre Parität.

Alle betonen Verbesserungsbedarf

Altuğ zufolge hat das gegenwärtige System der Repräsentanz Verbesserungsbedarf. Allerdings müsse man sich fragen, was es bedeute, „alle Muslime“ zu vertreten. Dies sei eine Diskussion, die geführt werden sollte. Schließlich bestehe das Recht, nicht repräsentiert zu werden.

Es sei ebenso wichtig, nicht nur Moscheegemeinden im Auge zu behalten. Heute gebe es in der Community „sehr viele andere Strukturen“. Darüber hinaus seien diese Gemeinschaften längst nicht mehr „Ersatzheimat“. Vielmehr hätten diese sich immens entwickelt.

Der DİTİB-Vertreter unterstrich, dass es in den letzten zehn Jahren einen Lernprozess gegeben habe. Man sei heute deutlich weiter. Perspektivisch sollte der KRM über sich hinauswachsen. Er müsse verbindlicher werden und durch mehr Wahlen tatsächliche Repräsentanz zulassen. Für die Zukunft sieht er die Notwendigkeit neuer Strukturen. Diese sollten über Repräsentation hinausgehen und bundesweit in der Lage sein, die innermuslimische Arbeit zu koordinieren.

Foto: Autor / IZ Medien

Laut dem Islamratsvorsitzenden Burhan Kesici hat die Gründung des KRM zu einer stärkeren Position im Austausch mit staatlichen Stellen geführt. „Wir haben gemerkt, dass Politiker immer eine Stimme haben wollen, und der Koordinationsrat hat diese Stimme geliefert.“ Über das Gremium konnte man den Großteil der Moscheeverbände erreichen.

In der Vergangenheit habe hingegen jeder Verband separate Gespräche geführt. „Mit der Gründung des Koordinationsrats haben wir eine Stimme bekommen.“ Kesici beschreibt die Schwierigkeiten des sechsmonatigen Sprecherwechsels. Bis sich ein amtierender Sprecher eingearbeitet habe, gebe es einen neuen. Generell hat das Beratungsgremium bewirkt, dass die Positionen organisierter Muslime intensiver wahrgenommen werden.

Er wies den geäußerten Vorwurf zurück, der sogenannte organisierte Islam in Deutschland würde reaktiv agieren. Es seien auch aktiv Impulse von muslimischer Seite gekommen. Allerdings könnten strukturelle Beschränkungen dazu führen, „dass man bestimmte Sachen nicht bis zum Ende bringen konnte“.

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Wir können wir in Gemeinschaft leben?

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Geht es um Gemeinschaft und Beisammensein kollidieren bei vielen Anspruch und Wirklichkeit bzw. eine Norm wird in Relation zur Realität gesetzt. 

(iz). Die Reaktionen waren in den letzten Jahren gemischt: Einige zogen sich ins Private zurück, mancher ging in die innermuslimische Öffentlichkeit, um Barrieren offen anzusprechen und andere verarbeiten das Thema idealistisch. Schaikh Habib Bewley, Schaikh Yousef Wahb & S. Wilms

Muslime und Gemeinschaft: Wo stehen wir?

Im November 2021 (mitten in der Pandemie) veröffentlichte Leonard Sezgin-Just seinen nachdenklichen Essay „Weitermachen: Fluchtpläne aus der geistigen Enklave“, in dem er auf die innere Lage der muslimischen Community in Deutschland einging.

Er stellte sich auch die Frage, ob es derzeit so etwas wie ein muslimisches Subjekt gebe. Er konstatierte, dass hinter einer „omnipräsenten Stimmung der Lähmung“ mehr steckt als „bloße Durststrecken in Einzelbiografien“. Damit tat er etwas Entscheidendes und dachte über unser Selbst nach und versucht eine Standortbestimmung, anstatt einer bloßen Reaktion auf dominante Diskurse.

Ebenso wichtig ist die Feststellung, dass wir es hier mit Menschen mit „einem ungeheuren intellektuellen und künstlerischen Potenzial“ zu tun haben. Ihre positive Möglichkeit wird zu selten von außen und innen gesehen.

Insbesondere gesamtgesellschaftlich gelten junge Muslime häufig als Problem, das zu behandeln wäre. Hier weist er auf etwas anderes hin: Trotz „aller Zersplitterungen und Verwerfungen“ sieht er bei ihnen ein „lebendiges Gruppenbewusstsein“.

Ob gewollt oder nicht führt der Autor damit in einen wichtigen Aspekt ein, der im innermuslimischen Gespräch leider randständig geblieben ist: Asabiyya, oder Gruppensolidarität, wie sie von Ibn Khaldun beschrieben wurde. Bedauerlicherweise wurde und wird sie von vielen als Tribalismus missverstanden.

Das behinderte bisher das ohnehin schwierige Wachstum eines Subjektcharakters. Ohne ein Mindestmaß ist die vom Autor gezeichnete Lage kaum aufzulösen. Ironischerweise ist gelegentlich bei intellektuellen MuslimInnen eine seltsame Dissonanz mit Community zu finden. Manche haben das in ihr Sprechen integriert, wenn sie betonen, „kein Teil einer Gemeinschaft“ zu sein.

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Foto: Muslimische DiaLogen | Rat Berliner Imame

Warum Gemeinschaft?

Sie ist der Schlüssel zum Erfolg des menschlichen Wesens. Es gibt Dinge im Laufe des Lebens, die wir nicht alleine bewältigen können und nicht durch uns selbst überwinden können. Es ist egal, welche Strukturen wir errichteten. Isolation zerstört uns. Aber das Modell der Moderne ist eines des stetig anwachsenden Alleinseins, bei dem der Staat als Ersatz für Mitmenschen agiert.

Im muslimischen Denken ist sie klar die Antwort für Schwierigkeiten, aber es ist genauso offenkundig, dass jede Generation beobachtet, wie sie sich weiter auflöst. Also ist es unsere Aufgabe, sie wiederzubeleben. Wir kennen sie besser als die meisten anderen, denn wir wissen um ihre Bedeutung. Gemeinschaft bedeutet uns – immerhin normativ – noch etwas. Wir haben ein Maß an Geschwisterlichkeit und Dschama’at. Sie waren immer der Eckstein unseres großen Dins.

Wir wurden nicht von Allah geschaffen, um alleine als Einsiedler zu leben. Das bedingt Austausch und keinen Rückzug. Das Beispiel des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, war das Knüpfen von Bindungen und nicht ihre Trennung. Dieser Din ist einer der sozialen Interaktionen und der gemeinsamen Anbetung, nicht nur der individuellen ‘Ibadat.

Die Vervollkommnung aller Säulen des Islam findet sich nur in Gemeinschaft. Das Glaubensbekenntnis ist nicht besiegelt, solange es nicht bezeugt wird. Das Gebet ist bedeutungsvoller und wertvoller gemeinsam mit anderen.

Zakat wird nicht an sich selbst gezahlt, sondern an die Bedürftigen der Gesellschaft. Fasten lässt sich am besten mit Mitmenschen brechen. Das Bittgebet wird eher beantwortet, wenn es einen breiten Rahmen hat und mehr Menschen miteinbezogen werden.

Der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Die Hand der Barmherzigkeit Allahs ist mit der Gruppe.“ Diese Dschama’at, von der wir sprechen, ist nicht nur eine wahllos zusammengewürfelte Sammlung von Leuten.

Gesellschaft kann schädlich sein, wenn sie auf der Lüge basiert und nicht auf Wahrheit. Man muss nur die zerstörerische Wirkung eines Mobs betrachten. Menschen, die auf der persönlichen Ebene scheinbar zivilisiert und vernünftig sein können, können als Gruppe verrückt und irre handeln.

Das Geheimnis des Erfolgs in dieser Sache ist – wie bei allen anderen – Unterscheidungsvermögen (arab. Furqan). Diejenigen, mit denen wir Zeit verbringen, prägen unser Selbst. Sie werden einen auf ihr Niveau bringen – ungeachtet der eigenen Qualitäten –, bis man so wie sie wird. Das ist die unausweichliche Konsequenz von Gesellschaft. Die Folgen sind schnell zu spüren und können innerhalb von Wochen permanent werden.

Wer vierzig Tage mit einer Gruppe verbringt, wird einer von ihnen. Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Männer folgen dem Din ihres engen Freundes. Also schaut genau hin, mit wem ihr euch anfreundet.“ Sind die Leute rechtschaffen bzw. handeln sie falsch? Verbringen sie ihr Leben mit nützlichen Dingen oder sinnloser Zeitverschwendung?

Wie sieht das angemessene Umfeld aus?

Sobald man die richtigen Menschen gefunden hat, soll man an ihrer Gesellschaft festhalten und sie niemals loslassen. Man sollte wissen, dass es zwei Arten von Gemeinschaft gibt – den breiteren sowie den inneren Kreis. Wir müssen beide haben, um sicher zu sein. Wir brauchen die zweite Stufe der Dschama’at, um wirklich überleben zu können.

Dieser Kreis korrespondiert mit unserem gelebten Alltag. Es sind die Leute, mit denen wir tatsächlich regelmäßig Zeit verbringen. Solch eine Gruppe von Männern und Frauen muss in der Lage sein, sich aufeinander zu verlassen – durch dick und dünn, Überfluss und Hunger.

Sie sind füreinander da – in den besten Zeiten und den schlimmsten. Solche Leute brauchen keine Katastrophen, um großzügig, liebend und menschlich zu sein. Sie sollten klar, offen und frei sein. Und es darf weder Tratsch noch üble Nachrede geben. In diesem Fall können wir nicht auf Erfolg hoffen.

Im Nachwort seines Buches „The Entire City“ schreibt Schaikh Dr. Abdalqadir as-Sufi: „Entscheidend sind einige wenige Gefährten für Gesellschaft im Dunklen.“ Ein Kreis von „Männern und Frauen, die nicht durch Blut oder Rang verbunden sind, sondern eine geteilte Qualität des Lebens, die reine Anbetung des Herrn der Welt verlangt. Ein anhaltender Wettstreit unter seinen Mitgliedern“ in Großzügigkeit, Hilfe, Wachstum, Lernen und gegenseitiger Sorge.

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Foto: Yaseer Booley

Muslimische Gemeinschaften haben auch Pflichten

Unsere Communitys haben nicht nur die Pflicht, Handlungen der Anbetungen wie dem Gebet zu etablieren, sondern müssen auch eine weite Spannbreite anderer wesentlicher sozialer und ökonomischer Dienstleistungen anbieten.

Als Gemeinschaft stehen wir in der Verantwortung, nach dem körperlichen, geistigen und spirituellen Wohlergehen des Anderen zu schauen. Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Die Beziehung des Gläubigen zu einem anderen Gläubigen ist wie (die Ziegelsteine eines) Gebäudes: jeder stärkt den anderen.“

Religiöse Verpflichtungen haben viele Facetten im Recht. Dazu gehören einige, spezifische Handlungen wie das fünfmalige tägliche Gebet. Es gibt aber auch die Wahl zwischen einem Bestand an Pflichtangeboten wie die verschiedenen Möglichkeiten, ein gebrochenes Fasten wieder gut zu machen.

Juristen haben viele Belege für die Existenz von Gemeinschaftspflichten gesammelt. Dazu gehörten Qur’anverse in Hinblick auf die Verteilung wesentlicher Verantwortlichkeiten unter den Gemeinschaftsmitgliedern und die soziale Pflicht des Aufrufs zum Guten und der Verhinderung des Schlechten.

Wie es mehrheitlich unter Muslimen bekannt ist, bedeutet Fard Kifaya, dass ihre Erfüllung – durch eine unbestimmte Anzahl an Handlungspflichtigen (arab. mukallafin) – andere Mitglieder von ihr entbindet. Wenn niemand dies tut, dann stehen alle Teile in der Pflicht.

Aufgrund des breiten Spektrums bei Anwendungen von gemeinschaftlichen Obligationen haben einige Gelehrte sie entsprechend ihrer Vorteile kategorisiert; andere nach ihren Kontexten. Al-Ghazali beispielsweise übernahm eine dreigeteilte Taxonomie: religiös, weltlich oder gemischt. Auf der anderen Seite akzeptierten Al-Qarafi, As-Subki und Al-Zarkaschi einen Unterschied zwischen: 1.) was einmalig geleistet werden muss wie die Rettung eines Ertrinkenden und: 2.) was immer getan werden muss, wenn es nötig wird, wie Totengebete oder die Bildung von Kindern.

Verteilt über die Rechtsbücher finden sich Beispiele für diese Pflichten bzw. sie werden in Büchern zu juristischen Maximen wie As-Suyutis „Al-Aschbah wa’an-Nazir“ aufgezählt. Dabei lassen sich unterschiedliche thematische Schwerpunkte (in verschiedenen Schulen und nach objektiven Zielen) ausmachen.

Dazu gehören rituelle Handlungen, soziale Dienstleistungen und Wohlfahrt, der Aufruf zum Guten, Erziehung und Einladung zum Islam, die Verbreitung und Aneignung von Wissen oder bürgerliche Tugenden.

Entgegen dem heutigen Trend zur religiösen Individualisierung sind die Rituale der Anbetung oft gemeinschaftlich vorgesehen. Zwei der bekanntesten Beispiele sind die Bestattung von Toten und das Gebet für sie. Ein weiteres die Etablierung (mehr als nur die Verrichtung) des Gebets – der fünfmal täglichen, am Freitag, den Feiertagen sowie bei einer Mondfinsternis. Andere sind die Bestimmung der Gebetsrichtung, die Organisation des Hadsch und der gegebenenfalls nötige Moscheebau sowie ihr Unterhalt und Schutz.

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Muslime und Politik: Sind wir ein handelndes Subjekt?

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Ein Debattenbeitrag zur Frage, ob Muslime genug gemeinschaftliche Identität haben, um gesellschaftlich agieren zu können. (iz). Der Wunsch nach Transformation in der muslimischen Community, um den aktuellen und künftigen Herausforderungen […]

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Debatte: Worüber wir 2023 (noch) nicht diskutieren

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Innermuslimische Debatten: Es gibt Themen, die in der Community nicht ausreichend beleuchtet werden.

(iz). Es gab eine Zeit, in der sich innermuslimische Gespräche und Debatten vorrangig um „das Tuch“, um erlaubte und verbotene Lebensmittel und um Details der Glaubensfrage drehten. Das hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten durchaus geändert.

Das heißt nicht notwendigerweise, dass sie heute ausreichend an den Prioritäten von Allahs Din und unserer Situation in diesem Ort und dieser Zeit ausgerichtet sind.

umweltbewusst moschee

Foto: W. Dechau

Debatte: Es bleiben dunkle Flecken

Immer noch beklagen Muslime den abgehobenen Charakter mancher Khutba vor dem Freitagsgebet, die nichts mit ihren konkreten Problemen vor Ort zu tun haben. Auch heute noch fokussieren gerade die Diskurse auf Bundesebene eine erhebliche Energie auf repräsentative Fragen.

Andere essenzielle Herausforderungen dieser Zeit geraten dabei immer noch in den Hintergrund. Dazu gehört beispielsweise die Frage nach der Zakat. Auch wenn hierbei mittlerweile neue Ansätze gesucht werden, gilt die dritte Säule von Allahs Din mehrheitlich weiter als verlängerte Entwicklungshilfe, Pflicht-Spende oder als Support für muslimische Strukturen. Ihr Potenzial für die innerdeutsche Transformation bleibt weiterhin unterbeleuchtet.

Genauso überlebenswichtig ist die Entwicklung, Umarmung und Förderung neuer Generationen und bisher übersehener Segmente in der Community. Für eine dynamische Zukunft brauchen Deutschlands Muslime nicht nur funktionierende Strukturen, sondern auch die Menschen dazu.

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Foto: Sufra SW London

Wie gehen wir mit gesellschaftlicher Armut um?

Immer mehr Menschen in Deutschland sind unverschuldet von Lebensmittelhilfen und Spenden wie denen vom Netzwerk der „Tafeln“ abhängig.

Muslime und ihre Gemeinschaften haben das Potenzial und die Großzügigkeit, hier helfende Angebote zu machen. Statistiken im Westen zeigen, dass unsere Communitys durchschnittlich hilfsbereiter sind als andere.

Tanju Doğanay (Mitte) im Gespräch mit anderen Aktiven von NourEnergy. Foto: NourEnergy

Mehr Nachhaltigkeit für unsere Moscheen

Es gibt in Deutschland derzeit rund 2.800 Gebetsräume, Moscheen und andere muslimische Einrichtungen. Wie alle anderen müssen sie spätestens seit Ende 2021 mit hohen Energiekosten umgehen.

Das wird sie zukünftig zum Umstieg auf erneuerbare Energien zwingen. Initiativen wie NourEnergy e.V. bieten hier Beratung und Projektplanung an.

Foto: Young Schura Niedersachsen

Woher kommen unsere zukünftigen Eliten?

Verschiedene Elemente der Community wie Jugendliche, Frauen, Konvertiten, Juristen oder IT-Profis verfügen über enorme Potenziale. Das zeigt sich an den vielen Projekten und Vereinen, die von ihnen gegründet werden.

Bisher fehlen Mechanismen und der Wille, ihre Kompetenzen für die Gemeinschaft zu entwickeln. Was es braucht, sind konzentriertes Mentoring und der Wille, sie in bestehende Strukturen einzubinden.

Muslime und Führung: Belohnung versus Verantwortlichkeit

führung steine moschee

Führung: Über verschiedene Ansätze im muslimischen Diskurs zum Thema Verantwortung und Leitung.

(Fiqh of Social Media). Abu Dharr fragte einst den Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben: „Wirst du mich nicht zu einem Anführer ernennen?“ Der Prophet antwortete: „O Abu Dharr, du bist schwach, und es ist eine öffentliche Vertrauensstellung. Wahrlich, am Tag der Auferstehung wird es nur Bedauern hervorrufen, außer für den, der es mit Recht annimmt und seine Pflichten erfüllt“ (überliefert von Muslim). Von Omar Usman & Navaid Aziz

Diese Überlieferung stellt dem Wunsch nach Führung die damit verbundene Verpflichtung gegenüber. Der Gesandte Allahs betonte, dass der Wunsch nach Kontrolle direkt mit dem Verlust von Allahs Hilfe und Beistand verbunden ist: „Bittet nicht um Autorität. Wenn sie dir auf deine Bitte hin gegeben wird, wirst du dafür voll verantwortlich gemacht. Wenn sie dir aber ohne deine Bitte gegeben wird, wird Allah dir dabei helfen“ (Bukhari und Muslim).

Wenn wir dieses Konzept ein wenig weiter ausdehnen, können wir die Idee der Führung in zwei konkurrierende Ansätze (oder Absichten) einteilen: belohnungsbasiert und verantwortungsbasiert.

Belohnungsbasierte Führung

Es gibt eine gefährliche Karikatur der belohnungsbasierten Führung: das unqualifizierte, inkompetente und egoistische Individuum, das glaubt, dass es trotz mangelnder Qualifikation und Fähigkeiten eine Position verdient hat. Es ist ein bedrohliches Narrativ, weil wir das Bild einer bestimmten Person in unseren Köpfen haben, die wir nicht sind. Deshalb meinen wir, vor ihr sicher zu sein.

Die Realität ist, dass es viel tiefer geht. Es fällt mir auf, wenn ich Interviews mit Sportlern höre, nachdem sie eine Meisterschaft gewonnen haben. Fast immer erwähnen sie, wie hart sie dafür gearbeitet haben.

Das mag einfach klingen, hat aber zwei verheerende Folgen. Erstens untergräbt es die Fähigkeit zur Empathie, denn es impliziert die Annahme, dass diejenigen, die es nicht geschafft haben, ihr Schicksal verdient haben: Weil sie nicht hart genug gearbeitet hätten. Zweitens wird Erfolg (wie auch immer er definiert wird) als ein Preis dargestellt, der als Belohnung für diese harte Arbeit erreicht werden kann.

Tugenden

Foto: Adriana, Adobe Stock

Das Gefährliche an einer belohnungsbasierten Führungsperspektive ist, dass sie von einem Ort der Aufrichtigkeit ausgehen kann. Wir sehen das ständig in muslimischen Organisationen und Gemeinschaften. Wenn wir sehen, dass sich jemand regelmäßig ehrenamtlich engagiert, neigen wir dazu, ihn mit einer formelleren Position mit mehr Autorität zu „belohnen“.

Personen, die Großspender oder Gründungsmitglieder einer Organisation sind, können das Gefühl haben, dass ihnen ein gewisses Maß an Anerkennung gebührt, auch wenn sie keine formelle Rolle mehr innehaben. Wie viele Gemeinschaften werden von einem Gründungsmitglied oder Großspender in die Enge getrieben, der das Sagen hat, obwohl er keine formale Entscheidungsbefugnis besitzt?

Verantwortungsorientierte Führung

Dieser Ansatz ist allgemein als dienende Führung bekannt. Sie wird von dem Gefühl geleitet, die Pflichten der Rolle zu erfüllen – und nicht von persönlicher Leistung. Sie konzentriert sich darauf, die Bedürfnisse der Gemeinschaft über die eigenen zu stellen. Der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte ausdrücklich, dass „der Führer eines Volkes ihm dient“.

Wenn wir dies im Zusammenhang mit seiner Beschreibung von Führung als Amana (anvertrautes Gut) betrachten, wird klar, dass dies die einzige Art ist, wie wir Führung sehen können. Dieser Gedanke wird in dem berühmten Hadith verstärkt: „Jeder von euch ist ein Hirte und für seine Herde verantwortlich. Der Führer eines Volkes ist ein Wächter und ist für seine Untertanen verantwortlich“.

Betrachtet man die Beispiele der Propheten, wird klar, dass Führung immer mehr Mittel als Zweck war. Als die Quraisch dem Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, anboten, ihn zu ihrem Herrscher zu machen, wenn er nicht den Islam verkünde, lehnte er ab. Sulaiman, Friede sei mit ihm, bat um Autorität, und das war ein Mittel, um die Wahrheit zu verbreiten. Jusuf, Friede sei mit ihm, bat um Führung, um ein höheres Ziel zu erreichen.

Menschen, die unter einem Führer stehen, der nach dem Prinzip der Belohnung handelt, können das Gefühl haben, dass der Führer nicht ihr Bestes im Sinn hat. Eine solche Persönlichkeit kann in den Ruf geraten, sich nur um Dinge zu kümmern, die für sie von persönlichem Interesse sind, oder egoistisch zu sein.

Eine Führungskraft, die sich ihrer Verantwortung bewusst ist und entsprechend handelt, wird den gegenteiligen Eindruck erwecken. Sie wird als selbstlos, bescheiden und fürsorglich wahrgenommen.

Foto: Umut Rosa, Shutterstock

Aufrichtigkeit

Die Fähigkeit, Einfluss zu nehmen und zu überzeugen. Eine Persönlichkeit, die nicht leicht zu beeinflussen ist (wankelmütig). Wenn diejenigen, die religiös verwurzelt und gottesfürchtig sind, weiterhin Führungspositionen in unserer Gemeinschaft meiden, wird das Führungsproblem niemals gelöst. Dass man sich in den Dienst derer stellt, die man führt. Und dass man seine Fähigkeiten weiterentwickelt.

Abu Bakr, möge Allah ihm gnädig sein, fühlte sich nicht bereit für die Position, die er einnahm, aber er war eine beeindruckende Persönlichkeit, als er starb.

Unabhängig davon, ob uns eine Führungsposition anvertraut wird oder ob wir sie anstreben: Die Gefahr liegt in der Weise, wie wir unsere Absichten begründen. Jemand kann wirklich selbstlos sein und als aufrichtiger Diener handeln.

Aber wenn die Menschen ihm weiterhin Feedback geben und ihn loben, kann es passieren, dass er denkt: „Ich bin ein großartiger dienender Führer“ und langsam anfängt, sich eine Belohnung für seine gute Arbeit zu wünschen. 

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Crowdfunding – die Macht der Gemeinschaft

Crowdfunding

Die Crowdfunding-Plattform Commonsplace knüpft an eine muslimische Praxis an, die bis Salman Al-Farisi zurückreicht.

(iz). In der faszinierenden Geschichte von Salman Al-Farisi, möge Allah mit ihm zufrieden sein, einem herausragenden Gefährten des Propheten Muhammad, offenbart sich uns die beeindruckende Kraft des gemeinschaftlichen Engagements und der Solidarität sowie die erstaunlichen Resultate, die daraus entstehen können. Von M. Samy Adamou & Samim Faiz

Salman, ein Sklave, der von Meister zu Meister weitergereicht wurde, strebte nach der Wahrheit und fand schließlich den Propheten und in Medina sein spirituelles Zuhause.

Doch die Fesseln seiner Knechtschaft konnten nur durch die entschlossene Unterstützung seiner Brüder im Islam zerschlagen werden. Auf Befehl des Propheten halfen seine Gefährten, Salman beim Freikauf zu helfen, und jeder trug nach seinen Möglichkeiten bei. Schließlich wurde Salman befreit und entwickelte sich zu einer Persönlichkeit, die der gesamten Umma großen Nutzen brachte.

Salman al-Farisi war nicht nur ein befreiter Mann, sondern entwickelte sich zu einem hervorragenden Mitglied der Umma. Sein Wissen und seine Weisheit waren beeindruckend, und er spielte eine maßgebliche Rolle bei der Verbreitung und Verteidigung des Islam.

Er wurde von seinen Gefährten hochgeschätzt und als „Vater der zwei Bücher“ bezeichnet, da er sowohl die christlichen Schriften als auch den Qur’an kannte. Salman Al-Farisi war ein leuchtendes Beispiel für einen Muslim, der seine Talente und Ressourcen zum Wohl der Gemeinschaft einsetzte.

Vorläufer des Crowdfundings finden sich in der prophetischen Praxis

Das Beispiel des Propheten, in dem er seine Gefährten dazu aufforderte, sich um „ihren Bruder“ zu kümmern, ist vergleichbar mit commonsplace – der deutsch-muslimischen Crowdfunding-Plattform. Crowdfunding bezeichnet den Zusammenschluss einer Gruppe von Menschen, die individuell entsprechend ihrer Möglichkeiten für einen gemeinsamen Zweck spenden, um eine Initiative zu unterstützen, die ihnen wichtig ist.

Während damals in Medina die beste Gemeinschaft sich vereinte, um ihrem Bruder zu helfen, nutzt Commonsplace, die deutsch-muslimische Crowdfunding-Plattform, die Kraft einer zumindest größeren Gemeinschaft, um gemeinschaftlich großartige Ideen und Projekte der Community umzusetzen. 

Die Funktionsweise von Commonsplace beruht auf dem Prinzip des Crowdfundings. Beim Crowdfunding wird eine Vielzahl von Personen, in unserem Fall die Community, eingeladen, jeweils kleine bis mittlere Beträge beizusteuern, um Projekte zu finanzieren.

Dieser Ansatz ermöglicht es Einzelpersonen, Organisationen, Unternehmen usw., ihre Visionen mit der Gemeinschaft zu teilen und innovative, großartige und nachhaltige Projekte und Ideen zu realisieren, die ohne die finanzielle Unterstützung der Community möglicherweise nicht umsetzbar wären.

Dieser Prozess erinnert an die Gemeinschaft in Medina, die sich vereinte, um gemeinsam Salman zu befreien – welcher ein unverkennbarer Wert für die Umma war. In dieser Tradition greift Commonsplace auf die Kraft einer viel größeren Gemeinschaft zurück, um großartige Ideen und Projekte gemeinsam zu verwirklichen.

Foto: Commonsplace

Commonsplace – Plattform für Muslime in Deutschland

Mit Commonsplace bieten wir Muslimen in Deutschland eine Plattform, um geschwisterlich zu wirtschaften, Ressourcen zu bündeln, innovative Projekte zu unterstützen und gemeinsam Großartiges zu schaffen. Unsere Plattform ermöglicht es Muslimen, ihre Ideen und Initiativen zu präsentieren und Unterstützung von ihrer deutsch-muslimischen Community zu erhalten.

Diese Community repräsentiert ein breites Spektrum an Talenten, Wissen und Erfahrungen, das genutzt werden kann, um Innovationen, soziale Projekte und vieles mehr voranzubringen. Durch das Crowdfunding-Modell von Commonsplace wird die finanzielle Belastung auf viele Schultern verteilt und die Realisierung von Projekten ermöglicht, die sonst vielleicht nur schwer finanzierbar wären.

Gleichzeitig fördert es das Gefühl der Gemeinschaft, da jeder Beitrag, unabhängig von seiner Größe, zum Erfolg des Projekts beiträgt. Es stärkt den Zusammenhalt, fördert die Partizipation und ermöglicht eine direkte Beteiligung an der Gestaltung der Gemeinschaft und der Gesellschaft.

Foto: Commonsplace

Die Reise begann vor zwei Jahren mit mehreren Schlüsselimpulsen.

Erstens wollten wir die muslimische Selbstorganisation in Deutschland stärken und unabhängig von Drittmitteln im In- und Ausland machen. Durch die Fokussierung auf die Unterstützung innerhalb unserer Gemeinschaft haben wir eine Plattform geschaffen, die es der muslimischen Gemeinschaft ermöglicht, selbstbestimmt und unabhängig zu handeln.

Zweitens war es uns ein Anliegen, die bisher als unprofessionell wahrgenommene finanzielle Infrastruktur der muslimischen Gemeinschaft in Deutschland zu stärken. Commonsplace bietet als Community-Alternative eine Plattform, auf der Projekte professionell und transparent präsentiert und finanziert werden können.

Drittens wollten wir Innovationen innerhalb der Community fördern. Die Plattform gibt nicht nur Hilfsorganisationen eine Bühne, sondern schafft auch Raum für generischere Projekte wie Moscheeprojekte. Dadurch können eine Vielzahl von Bedürfnissen und Interessen innerhalb der muslimischen Gemeinschaft in Deutschland abgedeckt und gestärkt werden.

Viertens haben wir uns zum Ziel gesetzt, die Narrative neu zu denken und das Engagement der Muslime in Deutschland sichtbar zu machen. Ein Nebeneffekt unserer Plattform ist, dass wir durch die Vorstellung verschiedener Projekte ein „Digitales Museum des muslimischen Engagements“ präsentieren können. Dadurch betonen wir die Vielfalt und das Engagement der Muslime in Deutschland.

Diese Impulse haben uns in den letzten zwei Jahren geleitet, und wir sind stolz darauf, was wir gemeinsam mit unserer Community erreicht haben. Wir freuen uns darauf, auch in Zukunft mit der Community zusammenzuarbeiten, um diese Impulse zu vertiefen und die muslimische Gemeinschaft in Deutschland weiter zu stärken.

Foto: Commonsplace

Deutsch-muslimisches Crowdfunding funktioniert

In den letzten zwei Jahren konnten wir unsere Konzepte und Annahmen bestätigen und hautnah miterleben, wie Commonsplace im deutsch-muslimischen Raum an Dynamik gewonnen hat. Gemeinsam haben wir in der Community mehr als 120 verschiedene innovative, humanitäre, religiöse und soziale Projekte und Ideen realisiert.

Dabei konnte Commonsplace mehr als 15.000 Unterstützer in ganz Deutschland mobilisieren und insgesamt über 600.000 Euro an Fördergeldern für verschiedene Projekte sammeln. Allein während des Ramadans 2023 konnten über Commonsplace mehr als 100.000 Euro zusammenkommen. Diese Zahlen sind inschallah erst der Anfang und zeigen uns, dass gemeinschaftliches Wirtschaften viel Gutes bewirken kann.

Ein bemerkenswertes Beispiel für ein bisheriges Projekt auf unserer Plattform ist das Projekt von Dima e.V. (vorher: Interkulturellen Institut für Inklusion e.V.) das ehrgeizige Verbesserungen anstrebt. Dima e.V. setzt sich mit großem Engagement dafür ein, die Inklusion in der (muslimischen) Gesellschaft zu fördern und Barrieren abzubauen. Ihr Fokus liegt auf der Schaffung von Chancengleichheit für Menschen mit Behinderungen und der Förderung interkultureller Verständigung.

Dank der Unterstützung durch die deutsch-muslimische Community und mehr als 400 Unterstützern konnte Dima e.V. über 15.000 Euro sammeln. Dies ermöglichte es ihnen, als erstes Institut in Deutschland Videos über den Islam in Deutscher Gebärdensprache zu produzieren und somit tauben und schwerhörigen Menschen den Zugang zum Islam zu erleichtern. Mit diesem Projekt haben sie eine Lernplattform für taube und schwerhörige Muslime aufgebaut, die es ihnen ermöglicht, grundlegendes islamisches Wissen wie die Säulen des Islams zu erlernen.

Dieses Projekt ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie durch die gemeinschaftliche Unterstützung innovative und inklusive Initiativen realisiert werden können. Wir sind stolz darauf, solche inspirierenden Projekte auf unserer Plattform zu sehen und freuen uns darauf, weiterhin dazu beizutragen, dass solche wichtigen Vorhaben erfolgreich umgesetzt werden.

Ein weiteres erfolgreich unterstütztes Projekt stammt von WaliAktiv aus Dortmund. Ihr Ziel war es, während des Ramadan täglich Iftar-Mahlzeiten für Studenten, Bedürftige und alleinstehende Menschen anzubieten. Dank erfolgreicher Spendenaktionen konnten insgesamt ca. 6000 Euro gesammelt werden, um dem Verein die finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen, um jeden Tag im Ramadan Iftar zu kochen und auszuteilen.

Besonders für Gemeinden, die in der Regel auf Spenden angewiesen sind, um ihre laufenden Kosten zu decken, hat sich Commonsplace als äußerst effektives Mittel erwiesen, um zusätzliche Ressourcen zu beschaffen. Das Projekt von WaliAktiv zeigt deutlich, wie die Plattform dazu beiträgt, wichtige Initiativen zu unterstützen und Menschen sozial zu helfen.

Auch in Fällen von kurzfristigen Anliegen und Notfällen konnte Commonsplace der deutsch-muslimischen Gemeinde dabei helfen, schnell handlungsfähig zu werden. Ein bemerkenswertes Beispiel ist das Projekt von Asiyah International e.V., einer humanitären Organisation, die angesichts der verheerenden Auswirkungen des Erdbebens in der Türkei und Syrien aktiv wurde. Ihr Ziel war es, den betroffenen Gemeinden in beiden Ländern dringend benötigte Hilfe und Unterstützung zukommen zu lassen.

Angesichts der erschütternden Ereignisse konnten hier mehr als 1000 Unterstützer mobilisiert und überzeugt werden, ihre Spenden beizusteuern. Innerhalb weniger Tage kamen beeindruckende 80.000€ zusammen, die einen bedeutenden Beitrag zur Unterstützung der betroffenen Gemeinden leisteten. Al-Hamdulillah.

Foto: Commonsplace.de

Crowdfunding ermöglicht schnelle Hilfe

Dieses Projekt verdeutlicht, wie Commonsplace in Krisensituationen eine rasche und effektive Unterstützung ermöglichen kann. Es zeigt die Stärke und Solidarität der deutsch-muslimischen Gemeinde und ihre Bereitschaft, in Zeiten der Not zusammenzustehen und zu helfen.

Eine beeindruckende Anzahl weiterer Projekte wurde erfolgreich auf unserer Plattform realisiert. Ein zukünftiger Schwerpunkt besteht darin, die finanzielle Unterstützung von Innovationen und Gründung von Start-ups und Unternehmen in der deutsch-muslimischen Community stärker voranzutreiben. Durch diese Unterstützung können neue Arbeitsplätze geschaffen und wirtschaftliche Chancen genutzt werden.

Die vielfältige Bandbreite an finanzierten und umgesetzten Projekten spiegelt die Stärke und den Tatendrang der deutsch-muslimischen Gemeinschaft wider. Sie verdeutlicht eindrucksvoll, dass bedeutende Veränderungen und Fortschritte durch gemeinsame Anstrengungen und die Unterstützung durch Crowdfunding möglich sind. Die Vielfalt der Projekte unterstreicht die kreative und vielseitige Natur unserer Community und ihre aktive Gestaltung der Zukunft.

Gemeinsam haben wir bewiesen, dass durch die Bündelung unserer Ressourcen und die Zusammenarbeit auf unserer Plattform eine außergewöhnliche Kraft entsteht. Wir sind fest davon überzeugt, dass wir auch in Zukunft Großartiges erreichen können. Die deutsch-muslimische Gemeinschaft spielt eine entscheidende Rolle bei der Förderung von Innovationen, sozialem Wandel und wirtschaftlichem Wachstum.

Unsere Erfolge sind ein klares Zeichen dafür, dass wir gemeinsam eine starke und dynamische Zukunft aufbauen können. Wir sind zuversichtlich, dass wir auch in Zukunft unsere Plattform nutzen können, um die Community weiterhin zu unterstützen und zu inspirieren. Es erfüllt uns mit Stolz, Teil einer solch positiven Veränderung zu sein, und wir freuen uns darauf, gemeinsam mit der Community weitere bedeutende Projekte umzusetzen.

Für die Möglichkeit, einen positiven Einfluss zu haben, sind wir von Herzen dankbar, und wir werden weiterhin unser Bestes geben, um sicherzustellen, dass wertvolle Hilfsprojekte erfolgreich realisiert werden können.

Es ist unsere feste Überzeugung, dass unsere Plattform nicht nur einen bedeutenden Beitrag zur Identitätsentwicklung der muslimischen Gemeinschaft in Deutschland leistet, sondern auch die gesamte Gemeinschaft stärkt und miteinander verbindet. Daher sind wir bestrebt, kontinuierlich auf das Feedback unserer Community zu hören und die aktuelle Website fortlaufend zu modernisieren und zu aktualisieren, sofern es Allah will.

Sei auch du Teil dieser Erfolgsgeschichte. Besuche jetzt commonsplace.de und starte dein eigenes erfolgreiches Projekt oder unterstütze zahlreiche spannende Vorhaben. Gemeinsam können wir Großartiges erreichen!

Wir freuen uns darauf, dich auf unserer Plattform willkommen zu heißen.

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Paradigmenwechsel in der Community: „Bewusstsein für die Zakat fördern“

Paradigmenwechsel Zakat

Es sieht nach einem Paradigmenwechsel aus, was Zakat Deutschland e.V. am 18. März öffentlich vorgestellt hat: Die Sammlung und Verteilung der islamischen Vermögensabgabe in Deutschland. (iz). In den Augen vieler, […]

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