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Kriegsgefahr in Asien: Religionsvertreter fordern Dialog

indisch pakistan Religionsvertreter

Religionsvertreter bemühten sich seit dem Anschlag in Kaschmir um Dialog und Deeskalation. Vergeblich – gestern ließ Delhi Ziele in Pakistan beschießen.

Neu Delhi/Islamabad (KNA/iz). Intellektuelle, Friedensaktivisten und Religionsvertreter stemmten sich bis zum Schluss gegen einen bewaffneten Konflikt zwischen Indien und Pakistan.

In der pakistanischen Provinz Belutschistan protestierten am 1. Mai Hindus gegen „haltlose Anschuldigungen“ der indischen Regierung in Zusammenhang mit dem Terroranschlag in Pahalgam im indischen Teil von Kaschmir.

„Wenn Indien es wagt, Aggressionen zu begehen, werden die mehr als zehn Millionen Hindus in Pakistan hinter unserem Militär stehen“, sagte der Provinzlandtagsabgeordnete Sanjay Kumar laut pakistanischen Medien vor der Protestversammlung in Quetta.

Zuvor hatten Politiker, Akademiker, Journalisten und Friedensaktivisten aus Pakistan und Indien in einer gemeinsamen Erklärung tiefe Besorgnis über die rapide Verschlechterung der Beziehungen zwischen Indien und Pakistan geäußert.

Sie warnten eindringlich vor den Gefahren von Kriegshysterie und militärischer Eskalation. „Die Logik des Dialogs muss über den Wahnsinn von Vernichtungswaffen siegen“, hieß es in der unter anderen von dem prominenten indischen Katholiken John Dayal unterzeichneten Erklärung.

Bischof Samson Shukardin aus Hyderabad, Vorsitzender der Pakistanischen Bischofskonferenz, sagte dem asiatischen katholischen Pressedienst Ucanews, beide Länder müssten eine diplomatische Lösung finden, um das Wasser des Indus weiter gemeinsam zu nutzen. Der Indus sei „die Lebensader für Pakistans Wassersicherheit“.

Nach dem Terroranschlag vom 22. April hatte Indien das Abkommen über die Nutzung des Indus-Wassers ausgesetzt. Pakistan bezeichnete die Aussetzung des Vertrags als Kriegshandlung, die man „mit der gesamten Machtfülle des Landes beantworten“ werde.

kaschmir pakistan

Foto: Adobe Stock

Der 1960 unter Vermittlung der Weltbank geschlossene Wasservertrag regelt die Nutzung der Ressourcen des Indus-Flusssystems, das für beide Länder von zentraler Bedeutung ist. Der 13.180 Kilometer lange Indus entspringt in Tibet, fließt ein Stück durch Indien, bevor er Pakistan erreicht.

In der vergangenen Woche verurteilten Indiens katholische Bischofskonferenz sowie zahlreiche indische Muslime den Terroranschlag auf Touristen im indischen Kaschmir. Die Bischöfe nannten den Anschlag eine brutale Tat und einen schweren Verstoß gegen die Menschenwürde.

Sie appellierten an alle Konfliktparteien, den Weg des Friedens einzuschlagen. Das Islamische Zentrum Indiens rief alle Imame des Landes auf, besondere Gebete für die Opfer des Anschlags sowie dafür zu halten, „dass unser Land frei von Gewalt und Terrorismus bleibt“.

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Bescheiden bis zum Ende: zum Tod von Papst Franziskus

papst

Der verstorbene Papst repräsentierte die globale Sehnsucht nach Gerechtigkeit. Und erfüllte nie Erwartung der Macht.

Die Bilder des von Krankheit gezeichneten Papst Franziskus, der ein letztes Mal die Osterbotschaft in seinem „Urbi et Orbi“ mit der Welt teilen konnte, berührten nicht nur Christen.

Tod von Papst Franziskus: KRM spricht Christen Beileid aus

Der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM) sprach der katholischen Kirche, ihren Gläubigen sowie allen Christinnen und Christen in Deutschland und weltweit sein Beileid zum Tod von Papst Franziskus aus. „Papst Franziskus war ein Brückenbauer, dessen Stimme für Gerechtigkeit, Frieden und Mitmenschlichkeit weit über die Grenzen der katholischen Kirche hinaus gewirkt hat.

Seine Überzeugung, dass Glaube nicht trennen, sondern verbinden soll, hat dazu beigetragen, dass Religion – weltweit und auch in Deutschland – gerade in schwierigen Zeiten eine Quelle von Hoffnung, Zusammenhalt und Mitmenschlichkeit sein konnte“, erklärte Dr. Zekeriya Altuğ, Sprecher des KRM. 

Respektiert wurde das Oberhaupt der Katholischen Kirche für seinen Einsatz für die Armen, sein Engagement im christlich-muslimischen Dialog und nicht zuletzt für seine ehrliche Anteilnahme am Schicksal der Menschen im Gazastreifen.

„Frieden wird niemals mit Waffen geschaffen, sondern indem man die Hände ausstreckt und die Herzen öffnet“, hieß es in seiner Osterbotschaft zum Nahostkonflikt im März 2024.

Seine Bescheidenheit bleibt unvergessen

Unvergessen wird auch das stets bescheidene Auftreten des Papstes bleiben, der zu öffentlichen Terminen mit einem Gebrauchtwagen fuhr. Bei der Beerdigung in Rom erschienen Staats- und Regierungschef aus aller Welt, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Ein einfacher Partner für die Politik war der Papst nie. Seine Beiträge wurden selten ernsthaft diskutiert, er blieb insoweit gerade in Deutschland ein Zwischenfall ohne Folgen.

Umweltschutz meeresschildkröte

Foto: wirestock, Freepik

Dabei hätten seine grundsätzlichen Einwände gegenüber unseres Lebensstils ein Anstoß für wichtige Diskussionen sein können. In der Enzyklika „Laudato si“ (2015) erklärte das Kirchenoberhaupt: „Der Rhythmus des Konsums, der Verschwendung und der Veränderung der Umwelt hat die Kapazität des Planeten derart überschritten, dass der gegenwärtige Lebensstil nur in Katastrophen enden kann.“

Einige Jahre später vertrat er auf dem Weltfriedenstag Grundsätzliches: „Es wird nie einen wahren Frieden geben, wenn wir nicht in der Lage sind, ein gerechteres Wirtschaftssystem aufzubauen.“ Von christlich-konservativen PolitikerInnen in Deutschland wurden derartige Aussagen meist ignoriert.

Der Papst erfüllte nie die Erwartung der Macht, ihr nach dem Munde zu sprechen. Er wurde so zu einem Vorbild für das selbstbewusste, gesellschaftliche Engagement von Gläubigen in der Moderne, ganz unabhängig von ihrer Konfession.

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Kurzmeldungen Deutschland (Nr. 354): von Telefonseelsorge bis zu Muslimfeindlichkeit

kurzmeldungen krm

Die Kurzmeldungen aus Deutschland (Nr. 354) reichen von Muslimfeindlichkeit, über Projektförderungen bis zu einem Friedhof.

Ataman: Islamophobie ist alarmierend hoch

BERLIN (KNA). Die Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes, Ferda Ataman, fordert eine „umfassende Strategie gegen religiöse Diskriminierung“. Damit reagierte sie auf eine aktuelle Studie der europäischen Grundrechteagentur FRA zur Muslimfeindlichkeit in der EU. In Deutschland erlebten Menschen nach Österreich am häufigsten antimuslimischen Rassismus, so Ataman. „Muslimfeindlichkeit hat ein derart alarmierendes Ausmaß erreicht, dass wir reagieren müssen“, erklärte die Antidiskriminierungsbeauftragte. Eine Strategie gegen religiöse Diskriminierung müsse demnach Prävention und Sensibilisierung genauso umfassen wie einen verstärkten Diskriminierungsschutz. Schon jetzt sei darüber hinaus wichtig klarzustellen, dass Diskriminierung aufgrund der Religion verboten sei. Ataman sagte: „Ich kann Betroffenen nur raten, sich beraten zu lassen und dagegen vorzugehen.“ Muslime erleben dem Bericht „Being Muslim in the EU“ zufolge Diskriminierung vor allem auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt. So sind laut Erhebung beispielsweise rund 40 % der Muslime in der Europäischen Union für ihren Job überqualifiziert, während es im Vergleich allgemein 22 % der Menschen seien.

Spitzentreffen von KRM und EKD

BERLIN (islam.de). Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) sind am 5. November zu ihrem jährlichen Austausch zusammengekommen. Im Mittelpunkt des Treffens stand dabei das Thema „Die Rolle der Theologien in einer pluralen Gesellschaft“. In den letzten 10 Jahren sind mehrere Einrichtungen an Universitäten entstanden. Das Berliner Institut ist die vorerst letzte Gründung (2019) in dieser Reihe. Bei ihrer Implementierung spielen Beiräte eine besondere Rolle, die analog zu den Kirchen ein Pendant für die theologischen Fakultäten darstellen. KRM-Sprecher Mohamed El Kaada sagte: „Die islamische Theologie ist ein vielschichtiges System, das eine Vielzahl von Werten und Prinzipien umfasst. Diese richten sich nicht nur auf den persönlichen Glauben, sondern auch auf das Wohl der Gemeinschaft.“

Foto: MuTeS

Finanzierung der Telefonseelsorge noch offen 

BERLIN (KNA). Die finanzielle Förderung der Muslimischen Telefonseelsorge in Berlin bleibt weiter offen. „Wir hatten heute ein gutes und offenes Gespräch mit dem Senat“, sagte Geschäftsführer Imran Sagir am 18. November der KNA. Dabei seien alle Punkte angesprochen, jedoch keine Entscheidung getroffen worden. Laut Sagir gibt es aufseiten des Senats Vorbehalte gegenüber dem Träger des Angebots, dem Islamic Relief Deutschland. Diese waren bereits 2021 aufgetreten, damals jedoch ausgeräumt worden. Nun würden offenbar die alten Bedenken nochmals zur Diskussion gestellt. Sagir betonte: „Wir sind auf das Fördergeld angewiesen, um unsere Arbeit verlässlich leisten zu können.“ Bisher werden 40 Prozent der Kosten vom Islamic Relief getragen, 60 Prozent der Gesamtkosten durch Fördermittel, welche die Telefonseelsorge seit 2016 jährlich erhält.

Dialog-Projekte gegen Mittelkürzungen

BERLIN (IZ). In einem gemeinsamen Aufruf vom 14. November haben verschiedene Berliner Kulturprojekte, die sich dem interreligiösen Dialog widmen, gegen geplante Mittelkürzungen des Senats protestiert. Dieser Dialog sei ein unverzichtbarer Bestandteil. Er trage wesentlich zum Miteinander bei. Ohne ihn würden antagonistische Kräfte an Einfluss gewinnen.

Generalverdacht

Foto: CLAIM Berlin

Zahlen: Muslimfeindlichkeit ist gestiegen

KÖLN (islam.de). Zum dritten Mal veröffentlicht die Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) Daten zur Lebenssituation von Muslime der EU. Auf Grundlage einer Umfrage unter knapp 10.000 Personen zwischen 2021 und 2022 erfasst die Studie Erfahrungen in den Bereichen Diskriminierung, Rassismus und Teilhabe. Aus der Befragung geht hervor: Nahezu die Hälfte erlebt rassistische Diskriminierung; 2016 waren es noch 39 %. Der Anteil der Betroffenen von Rassismus war besonders hoch in Österreich (71 %), Deutschland (68 %) und Finnland (63 %). 2023 zählte die Polizei 1.464 islamfeindliche Straftaten. Die Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr stark angestiegen und hat sich mehr als verdoppelt (2022: 610 Straftaten, +140 %). Rund 83 % der Straftaten (1.211) waren politisch rechts motiviert. Stark zugenommen haben islamfeindliche Straftaten, die durch eine ausländische Ideologie motiviert waren (2023: 72, +620 %).

EU fördert Dialogprojekt

MÜNCHEN (KNA). Mit zwei Millionen Euro fördert die Europäische Union ein neues Projekt der Eugen-Biser-Stiftung in München. In den kommenden drei Jahren sollen sechs weiterführende Schulen in Bayern und Baden-Württemberg befähigt werden, besser mit religiöser Vielfalt umzugehen. Der Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf), Hans-Eckhard Sommer, sagte Ende Oktober, er hoffe, dass davon eine Initialzündung für die Schullandschaft in ganz Deutschland ausgehe.

Foto: C. Sahinöz

Eröffnung des muslimischen Friedhofs

RHEDA-WIEDENBRPCK (IZ). Auf dem kommunalen Friedhof in Rheda-Wiedenbrück ist ein muslimisches Begräbnisfeld eröffnet worden. Mitglieder der beiden Moscheen in der Stadt hatten hierzu einen Antrag bei der Stadt eingereicht. Sowohl im Integrationsrat als im Stadtrat wurde er positiv aufgenommen und dann in die Tat umgesetzt. Entstanden ist ein Grabfeld mit ca. 300 Plätzen. An der Eröffnung nahmen viele Besucher teil. Imam Nuri Cennetoglu rezitierte den Qur’an. Übersetzt wurde die Rezitation von Dr. Cemil Sahinöz, der die Eröffnungsfeier moderierte. Bürgermeister Theo Mettenborg sprach ein Grußwort und bezeichnete den muslimischen Friedhof als eine Selbstverständlichkeit in seiner Stadt. Es sei ein Zeichen des Respekts und des gegenseitigen Verständnisses. Nesrin Pür, stellvertretende Vorsitzende des Integrationsrates, hielt eine emotionale Rede und war gerührt, dass es nun für Muslime auch die Möglichkeit gab, in ihrer Stadt begraben zu werden.

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Bayern: Interreligiöser Dialog in explosiven Zeiten

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Spannende Dialog-Runde in München: Bei einer Konferenz zum Thema „Wie viel Religion braucht die Demokratie?“ ging es kritisch und deutlich zu. Klagen und Konstruktives gab’s ebenso zu hören wie „dummes […]

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Speisen für Waisen 2024: Gemeinsam essen und diskutieren

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Im Rahmen von Speisen für Waisen kamen Muslime, Juden und Christen an einen Tisch. Köln (IRD). Vorurteile abbauen und daran erinnern, dass wir gemeinsam mehr erreichen können – das ist […]

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Islamberatung: Miteinander reden und ins Handeln kommen

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Für diverse Anfragen gibt es die Islamberatung. In Bayern läuft die Finanzierung dieses Jahr aus. Dafür gibt es neue Ideen fürs Ausland. (KNA). Die Islamberatung der Eugen-Biser-Stiftung geht in den […]

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Koranverbrennungen laut Bielefeldt widerlich – Appell an Medien

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Koranverbrennungen: Aktionen in Schweden und Dänemark haben weltweit für Aufsehen gesorgt. Der frühere UN-Sonderberichterstatter für Religionsfreiheit sieht darin widerliche Akte der Provokation. Er mahnt auch die Medien. (KNA) Koranverbrennungen in […]

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Saudi-Arabien und Iran wollen Beziehungen normalisieren

Saudi-Arabien Iran

Jahrelang lagen die Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran auf Eis. Nun machen die Rivalen einen großen Schritt aufeinander zu.

Teheran/Riad (dpa/iz). Der Iran und Saudi-Arabien wollen nach sieben Jahren Eiszeit wieder diplomatische Beziehungen aufnehmen. In einem ersten Schritt wurde ein Außenminister-Treffen der rivalisierenden Länder beschlossen, wie die staatlichen Nachrichtenagenturen beider Länder, IRNA und SPA, am Freitag berichteten. Demnach unterzeichneten hochrangige Regierungsvertreter unter chinesischer Vermittlung in Peking eine entsprechende Übereinkunft.

Foto: en.kremlin.ru

Saudi-Arabien und Iran wollen Dialoglösung

Im Dialog wollen Riad und Teheran Differenzen beilegen, wie es in der Mitteilung der saudischen Staatsagentur SPA hieß. Beide Staaten verständigten sich darüber hinaus auf die Wiedereröffnung der Botschaften innerhalb von zwei Monaten.

Das sunnitische Saudi-Arabien und der mehrheitlich schiitische Iran unterhielten in den vergangenen Jahren keine diplomatischen Beziehungen. Beide Länder ringen in der Region um politischen und militärischen Einfluss.

Bei dem Ministertreffen soll über einen Aufbau von Handelsbeziehungen und eine Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen gesprochen werden. China hatte iranischen Medienberichten zufolge als Gastgeber der Unterzeichnung neben dem Oman und dem Irak als Vermittler eine wesentliche Rolle.

Karte Naher Osten Iran Yuan Einfluss

Chinesischer Yuan auf der Karte von Saudi-Arabien und Iran. Konzept des Ölkaufs, wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Peking und den Ländern des Persischen Golfs

China einflussreich bei Verhandlungen

Die Vereinbarung sei dank einer „großzügigen Initiative von Präsident Xi Jinping“ zustande gekommen, hieß es von der saudischen Staatsagentur. Angesichts der politischen Isolation des Irans und internationaler Kritik hatte die Islamische Republik in den vergangenen Jahren in Asien nach neuen Partnern gesucht. Der Oman und Irak begrüßten die Annäherung zwischen Riad und Teheran.

Der Iran und Saudi-Arabien sind beide vom Ölexport abhängig. Auch die Konkurrenz auf dem Energiemarkt hatte zur Rivalität beigetragen. Durch internationale Sanktionen im Rahmen seines umstrittenen Atomprogramms ist der Iran aber weitgehend vom Markt ausgeschlossen.

Beobachtern zufolge könnte eine Normalisierung der Beziehungen der beiden Länder auch die Verhandlungen zur Wiederbelebung des Wiener Atomabkommens positiv beeinflussen. Seit fast einem Jahr liegen die Gespräche auf Eis.

Riad hatte die offiziellen Kontakte mit Teheran im Januar 2016 als Reaktion auf einen Angriff iranischer Demonstranten auf die saudische Botschaft im Iran gekappt. Ausgelöst wurden die Proteste durch die Hinrichtung des prominenten schiitischen Geistlichen Scheich Nimr al-Nimr in Saudi-Arabien. Ihre Rivalität trugen die beiden Staaten in vergangenen Jahren auch bei militärischen Konflikten in der Region aus, etwa im Jemen.

Man will regionale Sicherheit

Die beiden Länder wollen mit der Annäherung auch Frieden und Sicherheit auf regionaler und internationaler Ebene fördern, hieß es in der Erklärung von SPA weiter. Die Entwicklung könne positive Auswirkungen auf regionale Krisenherde wie den Krieg in Syrien sowie die Krise im Libanon haben, sagte der Analyst Naif al-Waka dem staatlichen saudischen Fernsehsender Al-Ekhbariya. Chinas Vermittlung werde das Ansehen und die Glaubwürdigkeit des Landes in der Region festigen.

Der Analyst Ali Alfoneh schrieb auf Twitter, es bleibe abzuwarten, ob Teheran und Riad möglichen Sabotageakten seitens Israels Stand halten könnten. Israel ist Irans Erzfeind und bemüht sich seit längerem um eine Normalisierung der Beziehungen mit Saudi-Arabien. Seit der Islamischen Revolution von 1979 stellt der Iran Israels Existenzrecht in Frage.

Foto: Jennifer Bose, CARE

Tel Aviv sieht „gefährliche Entwicklung“ – USA unter Bedingungen positiv

Israels Ex-Ministerpräsident Naftali Bennett kritisierte die Wiederannäherung scharf. Das Abkommen sei „ein Scheitern der israelischen Bemühungen, eine Koalition gegen Teheran aufzubauen, schrieb er auf Twitter. Er sprach von einer „gefährlichen Entwicklung für Israel“. Der Oppositionsführer Jair Lapid nannte den Deal „einen kompletten Fehlschlag“ für das Land.

Die „regionalen Verteidigungsmauern“ seien zusammengebrochen. Beide gaben die Schuld der aktuellen Regierung, die von einer umstrittenen Justizreform abgelenkt sei. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu äußerte sich zunächst nicht zu der Entwicklung.

Die USA sähen vor allem den inneren und äußeren Druck, unter dem die Regierung in Teheran stehe, als Grund für die Annäherung, wie der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby, sagte. 

Sofern der Schritt helfe, den Krieg im Jemen zu beenden und dazu beitrage, dass sich Saudi-Arabien nicht mehr gegen Angriffe verteidigen müsse, sei die Annäherung zu begrüßen. Bei den Verhandlungen habe mehr als „nur eine Einladung Chinas“ eine Rolle gespielt, sagte Kirby.

Im vergangenen Jahr näherten sich beide Seiten auf diplomatischer Ebene vorsichtig an. Im Irak fanden mehrere Gesprächsrunden mit iranischen und saudischen Vertretern statt, die sich vor allem um Sicherheitsfragen drehten. Irans einflussreicher Politiker Ali Schamchani, Sekretär des Sicherheitsrats, war Berichten zufolge in den vergangenen Tagen wieder für Gespräche in Bagdad.

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