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Europarat alarmiert über Menschenrechtsverletzungen an Flüchtlingen

Geflohene Menschenrechtsverletzungen

Menschenrechtsverletzungen: Europarat beklagt Teilnahmslosigkeit bei Rechtsbrüchen gegenüber Migranten und Flüchtlingen.

BRÜSSEL (KUNA). Der Europarat zeigte sich am Montag, den 19. Juni, alarmiert über die weitverbreiteten Menschenrechtsverletzungen an Flüchtlingen und Asylbewerbern in Europa.

„Ich bin erstaunt über das alarmierende Ausmaß an Toleranz gegenüber schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen gegenüber Flüchtlingen, Asylbewerbern und Migranten, das sich in ganz Europa entwickelt hat“, sagte die Menschenrechtskommissarin des Europarates, Dunja Mijatovic, in einer Erklärung im Vorfeld des Weltflüchtlingstages, der auf den 20. Juni fällt.

Foto: Gunnar Vrang, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-SA 3.0

„Alarmierende“ Toleranz gegenüber Menschenrechtsverletzungen

„Der Schiffbruch vor der griechischen Küste in der vergangenen Woche ist eine weitere Erinnerung daran, dass trotz zahlreicher Warnungen das Leben von Menschen auf See angesichts unzureichender Rettungskapazitäten und -koordinierung weiterhin gefährdet ist“, erklärte sie.

„Anderswo in Europa sind Pushbacks an den Land- und Seegrenzen, Gewalt gegen Flüchtlinge und Migranten, die Verweigerung des Zugangs zu Asyl, die Verweigerung humanitärer Hilfe und die Schikanierung von Verteidigern der Flüchtlingsrechte weithin dokumentiert“, sagte Mijatovic.

Sie beklagte, dass Berichte über Menschenrechtsverletzungen gegen Flüchtlinge, Asylbewerber und Migranten inzwischen so häufig seien, dass sie im öffentlichen Bewusstsein kaum noch wahrgenommen würden.

Die Regierungen der Mitgliedsstaaten des Europarates mit Sitz in Straßburg „haben viel zu oft die Verabschiedung von Gesetzen und politischen Maßnahmen stillschweigend geduldet oder offen unterstützt, die den Schutz der Menschenrechte von Menschen auf der Flucht nach und nach ausgehöhlt haben, anstatt sich gegenseitig auf der Grundlage gemeinsam vereinbarter Standards zur Verantwortung zu ziehen“, so die Kommissarin.

Foto: Alessio Tricani, Shutterstock

Untersuchungen von Schiffsunglück gefordert

Unterdessen forderte die EU am 19. Juni eine Untersuchung des Schiffsunglücks vor der griechischen Küste in der vergangenen Woche, bei dem mindestens 78 Migranten ums Leben gekommen sind und von dem man befürchtet, dass noch viel mehr ertrunken sind.

„Wir nehmen zur Kenntnis, dass die griechische Staatsanwaltschaft eine Untersuchung zu diesem Vorfall eingeleitet hat“, sagte die EU-Innensprecherin Anitta Hipper auf einer Pressekonferenz in Brüssel.

Es sei wichtig, eine gründliche und transparente Untersuchung zu gewährleisten. Die EU-Agenturen seien vor Ort, um jede notwendige Unterstützung zu leisten.

„Diese Tragödie unterstreicht einmal mehr die Notwendigkeit, mit den EU-Mitgliedstaaten, den EU-Agenturen und den Partnern aus Drittländern zusammenzuarbeiten, um die Schmuggler zu bekämpfen, die so viele Leben aufs Spiel setzen“, fügte sie hinzu.

Medienberichten zufolge stammten viele der 750 Menschen an Bord des Fischerbootes, das 90 Kilometer vor dem Südgriechischen Pylos sank, aus Pakistan.

„Wir haben die Reaktion des pakistanischen Außenministeriums und die Notwendigkeit, den Kampf gegen die Schmuggler zu verstärken, gesehen“, fügte die EU-Sprecherin hinzu.

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Europarat prangert Menschenrechtsverletzungen an Krimtataren an

Krimtataren

Der Europarat prangert Menschenrechtsverletzungen gegen die Krimtataren auf der russisch besetzten Krim an.

Straßburg (dpa). „Die illegale Annexion der Krim durch Russland hat eine tragische Kaskade von Ereignissen und Maßnahmen in Gang gesetzt, die durch schwere und wiederholte Verletzungen der Menschenrechte der Krimtataren gekennzeichnet sind“, sagte die Menschenrechtsbeauftragte des Europarats, Dunja Mijatovic, in Straßburg am Dienstag anlässlich der Veröffentlichung eines Berichts zur Menschenrechtslage dort.

Krimtataren

Foto: ZUMA Press Inc., Alamy

Vor einem Jahr startete Russlands großer Krieg gegen die Ukraine. Aber Einwohner der Krim leben seit neun Jahren unter russischer Besatzung. Während Moskaus ­repressive Politik Menschen aus allen Lebensbereichen betrifft, besteht kein Zweifel darüber, dass die krimtatarische Bevölkerung unverhältnismäßig stark Ziel von Unterdrückung wurde.

Gleb Golod, MEDUZA

Rechte der Krimtataren werden verletzt

Krimtataren werden demnach stigmatisiert, die übrige Bevölkerung der ukrainischen Halbinsel wird gegen sie aufgebracht.

Insbesondere die Krimtataren, die sich gegen die russische Besetzung wehrten oder eine andere Meinung äußerten, seien Verfolgung, Diskriminierung und Stigmatisierung durch die russischen Behörden ausgesetzt. Mijatovic forderte ein Ende aller willkürlichen Verhaftungen und Schikanen und die Durchsetzung der Meinungs- und Versammlungsfreiheit.

„Die Krimtataren waren im Laufe ihrer bewegten Geschichte einer nicht enden wollenden Reihe von Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt und wurden immer wieder zu Unrecht aus ihrer angestammten Heimat vertrieben. Sie haben genug gelitten. Das Unrecht, das ihnen zugefügt wurde und wird, muss wiedergutgemacht werden“, sagte die Menschenrechtsbeauftragte.

Foto: Adam Jones, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY 2.0

Seit Jahrhunderten auf der Halbinsel

Die Krimtataren leben seit Jahrhunderten auf der Halbinsel im Schwarzen Meer. Große Teile der muslimischen Minderheit, die etwa zu Sowjetzeiten massiven staatlichen Repressionen ausgesetzt war, lehnen auch die jetzigen russischen Machthaber klar ab. Derzeit leben noch rund 254 000 Krimtataren auf der Krim.

Laut der Menschenrechtlerin Afize Karimova (Name auf Wunsch geändert) ist die krimtatarische Haltung gegenüber russischen Behörden „mit dem historischen Gedächtnis verbunden“. Und vor allem an die Massendeportation und Hinrichtung der tatarischen Intelligenz unter dem Stalin-Regime im Jahr 1944. Für sie war die Annexion der Krim 2014 keine Anomalie, sondern Fortsetzung einer jahrhundertelangen Unterdrückung.

Gleb Golod, MEDUZA

Der Europarat mit Sitz im französischen Straßburg ist gemeinsam mit seinem Gerichtshof für die Wahrung der Menschenrechte in den 47 Mitgliedstaaten zuständig. Er ist kein Organ der Europäischen Union.

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IZ-Begegnung mit Thomar Hammarberg, Kommissar für Menschenrechte des Europarats, über Muslimfeindschaft in Europa

(iz). Thomas Hammarberg ist seit 2006 Kommissar für Menschenrechte des Europarats. Hammarberg war schwedischer Botschafter für Humanitäre Angelegenheiten von 1994 bis 2002 und Generalsekretär von Amnesty International in den 80er […]

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