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Weibliche Perspektiven des Fastens

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Weibliche Perspektiven werden besonders im Ramadan angesprochen: Passives Mitgefühl müsse in aktiven Beistand und Unterstützung münden, denn „das Fasten hat auch soziale Ziele.

(iz). ls ich alt genug war und zu fasten begann, ging die Sonne gegen 16.00 Uhr unter. Man könnte sagen, das war Fasten deluxe. Trotzdem habe ich damals meine Mutter alle zehn Minuten aufgesucht, um meinen Hunger zu beklagen.

Irgendwann hatte sie genug: Ich faste ja freiwillig. Also, wenn ich jammern wolle, solle ich lieber mein Fasten brechen. Und wenn ich es für sie täte, anstatt für Allah, könne ich immer noch heimlich etwas essen. Sie hat wohl gewusst, dass ich damit auf einen Schlag begreifen würde. Sie hatte vollkommen recht. Seitdem faste ich ganz anders. Oder sagen wir, seitdem faste ich.

Ein weiblicher Blick auf den Ramadan

Mariem Dhouib war islamische Gelehrte, Lehrerin und Mitbegründerin von Madrasah e.V. Sie riet einmal dazu, sich vor dem Ramadan zu besinnen und mit den eigenen Absichten auseinanderzusetzen. „Wir müssen uns vorher im Klaren sein“, erklärt sie, „welchen Sinn unsere Handlungen haben sollen, und für wen wir sie verrichten. Sprich: Wer ist Allah, wer bin ich, und wie ist unsere Bindung?“.

Denn das Fasten ist eine ganz besondere Form des Gottesdienstes, „eine verdeckte Ibadah”. Wer fastet, hat von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang nichts zu sich genommen, obwohl er genügend Gelegenheiten dazu hätte, sich jenseits der anerkennenden Blicke seiner Mitmenschen dem Fasten beispielsweise durch einen Schluck Kaffee zu entziehen. Das Fasten ist also frei und geheim – und damit einzig und allein für Allah.

„Die mehrheitliche Meinung der Gelehrten besagt, dass die wertvollste Nacht im Jahr, Lailat-ul-Qadr, auf die letzten zehn Tage des Ramadans fällt. In diesem Monat, der der einzig namentlich erwähnte im Qur’an ist, wurde das Wort Allahs erstmalig herabgesandt“, erklärt Mariem Dhouib. 

Der Prophetengefährte Salman Al-Farisi hat überliefert, dass der Gesandte Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, am letzten Tag von Scha’ban sagte:

„O Menschen, ihr seid beschattet von einem großartigen und gesegneten Monat, ein Monat, in dem sich eine Nacht befindet, die besser als eintausend Monate ist. Allah machte das Fasten in diesem Monat zur Pflicht und machte das Beten in der Nacht zu einer freiwilligen Handlung. Wer auch immer in ihm versucht, Allah durch eine gute Tat näher zu kommen, wird wie jemand belohnt, der eine Pflicht (zu einer anderen Zeit) erfüllte. Wer auch immer eine Pflicht in ihm ausführt, wird wie jemand belohnt, der siebzig Pflichten (zu einer anderen Zeit) erfüllte. Er ist der Monat der Geduld (Sabr) und der Lohn der Geduld ist das Paradies. Er ist der Monat der Spende. Er ist der Monat, in dem die Versorgung eines Gläubigen vermehrt wird.“

Dies sei der Grund, weshalb Muslime mit „Allahuma baligh’na Ramadan“, so Dhouib, darum beten, den Ramadan zu erleben. Wir würden so daran erinnert, „dass die Erntesaison des Jahres, welches die Gelehrten auf zwei Hälften teilen, uns nicht selbstverständlich gewährleistet wird“. Die Begründung hierfür ist die Vergänglichkeit des Lebens.

Die Zeit nach dem Fasten

Wie sieht das Jahr nun für den Muslim aus? Nach dem Fastenmonat besteht unsere Aufgabe darin, „die Früchte des Monats – die guten Taten – aufrechtzuerhalten“. Wobei die besten Taten die fortwährenden, die regelmäßigen sind, „auch wenn es wenige sind“, so Dhouib. In den Monaten vor Ramadan kann manch ein „Energietank“ aufgebraucht sein, manch regelmäßige, freiwillige Guttat wird vielleicht nicht mehr verrichtet.

„Da ist es ratsam, sich vorzubereiten; die klugen Leute warten nicht erst auf den Ramadan, um Änderungen und Umstellungen zu machen.“ Im Monat der Vergebung, dem Radschab, und im Scha’ban, dem Monat des Propheten, „befassen wir uns spätestens mit unserer Beziehung zu Allah, unseren Absichten und dem Sinn unserer Handlungen.

Islam Sadaqa Solidarität Nächstenliebe

Foto: Shutterstock

Wer die Zeit vor Radschab verpasste, sollte den Radschab nicht verpassen. Wer Radschab verpasst hat, sollte Scha’ban nicht verpassen. Und wer auch Scha’ban verpasst hat, sollte schließlich Ramadan nicht verpassen“.

Auch die Propheten vor Muhammad, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, haben die Botschaft des Fastens an ihre Völker herangetragen. „Unsere nichtmuslimischen Mitmenschen kennen diese Enthaltsamkeit also meist schon“, wenn auch in anderer Form.

Ob es für den Muslim eine besondere Verantwortung in diesem Monat gibt, wollte ich von ihr wissen. „Ich bin Botschafter Muhammads, das ist nicht anders als sonst, und zwar auf die beste Art und Weise. Durch Großzügigkeit, Sanftheit, Barmherzigkeit – durch meinen Charakter“, lautet die Antwort der Gelehrten.

Passives Mitgefühl mit Bedürftigen müsse in aktiven Beistand und Unterstützung münden, denn „das Fasten hat sowohl individuelle, als auch soziale Ziele. Das Prinzip der Solidarität und Geschwisterlichkeit der Muslime ist im Islam tief verankert. Wenn Bindungen im Laufe des Jahres Schwäche oder Schaden erfahren haben, ist es im Monat des Qur’ans an der Zeit, sie zu bereinigen und Versöhnung zu veranlassen.“

Foto: jahmaica, Adobe Stock

Als Beistand gelte, so Mariem Dhouib, natürlich auch die Wohltätigkeit; wie das Spenden einer Mahlzeit zum Fastenöffnen, selbst wenn es nur durch eine Dattel oder einen Schluck Milch erfolge.

Allerdings warnt die Gelehrte davor, Zusammenkünfte und soziale Kreise dazu zu nutzen, durch unprofessionelle Debatten – etwa über die richtige oder falsche Anzahl der Einheiten des freiwilligen Tarawwihgebets – für Spaltung zwischen den Menschen zu sorgen. Zu zweifelhafter und weitverbreiteter Schwarz-Weiß-Malerei wünscht sie sich daher Distanz.

Ramadanstimmen

Foto: Pexels/Thirdman

Ich möchte von ihr wissen, was denn individuelle Ziele des Fastens sein könnten. „Taqwa, zum Beispiel“, lautet ihre Antwort. Das werde oft mit „Gottesfurcht“ übersetzt, es ist aber viel mehr. Durch das Fasten als Akt der Anbetung von Allah übt sich der Hungernde in Aufrichtigkeit, die sich nicht nur auf den körperlichen Verzicht beschränkt, sondern ganzheitlich wirkt.

Sie nennt noch weitere Aspekte: „Sabr (Geduld) in den grundlegendsten Bedürfnissen walten lassen, Selbstkontrolle erlernen und mit wenig gut zurechtkommen.“

Das Fasten ist also Kopfsache und rückt den Fokus vom Körperlichen hin zur höher gestellten Seele. „Natürlich ist es wichtig, im Monat des Qur’ans diesen auch viel zu lesen. Worum es aber immer geht, ist, den Qur’an zu leben.“

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Körper im Fastenmonat: Hochsaison für Selbstdisziplin und Entgiftung

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Imam Al-Ghazali: Einige Wunder des Fastens

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Fasten mit Feinsinn – wie der osmanische Hof den Monat Ramadan beging

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Verschiedene Kulturen entwickelten ganz eigene Traditionen des Fastens. Insbesondere die osmanische sticht mit Feinsinn hervor. „Kann der Lohn für Güte (etwas) anderes sein als Güte?“ (Ar-Rahman, Sure 55, 60) „Den […]

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Fasten: Muslime und Christen in diesem Jahr beinahe zeitgleich

fasten christen muslime

Fasten gilt in vielen Religionen als wertvolle geistige Übung. Auch für Christen und Muslime. In diesem Jahr beginnen sie gemeinsam.

Bonn (KNA). Am 19. Februar beginnt für Muslime der Fastenmonat Ramadan. Nur einen Tag zuvor, am Aschermittwoch, gehen auch Christen in ihre 40-tägige Fastenzeit bis Ostern.

Für den Dialog zwischen den Religionen ist das ein Glücksfall, der dem islamischen Mondkalender zu verdanken ist. Denn er verschiebt den Beginn des Ramadan jedes Jahr um zehn bis elf Tage nach vorne.

Schon seit einigen Jahren haben sich beide Fastenzeiten deshalb überschnitten, doch ein gemeinsamer Start ist äußerst selten.

Fasten als Besinnung auf Gott

Christen wie Muslime suchen im Verzicht auf materielle Genüsse die Besinnung auf Gott, ihre jeweiligen Glaubensinhalte und die eigene Spiritualität.

Die Zeit der Entbehrung und Buße soll geistige Selbstdisziplin und das Mitgefühl mit Bedürftigen stärken. Beide Religionen erlauben Ausnahmen für bestimmte Gruppen, so sollen etwa Kranke und Schwangere nicht fasten.

Doch es gibt auch große Unterschiede zwischen Ramadan- und christlichem Fasten. Während Muslimen an allen 30 Tagen des Monats von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang jegliches Essen und Trinken, sogar Rauchen und Geschlechtsverkehr strikt untersagt sind, gilt für Christen vor allem der Fleischverzicht.

Streng geregelt sind in der katholischen Kirche aber nur der Aschermittwoch und der Karfreitag. Für Protestanten herrschen keine speziellen Vorschriften.

Zwischen Individuum und Gemeinschaft

Auch deshalb ist das Fasten im christlichen Kontext heute stark individualisiert. Man verzichtet auf Süßigkeiten, Alkohol, Fernsehen oder Social Media. Im Alltag christlich geprägter Länder wie Deutschland spielt die vorösterliche Enthaltsamkeit kaum noch eine Rolle.

Der Ramadan, der mit dem dreitägigen Fest des Fastenbrechens endet, hat im Glaubensleben von Muslimen dagegen einen wichtigen Platz. Neben dem Glaubensbekenntnis, den täglichen Pflichtgebeten, der Almosengabe und der Wallfahrt nach Mekka ist er eine der fünf Säulen des Islam.

Foto: Ini Keutamaan Menghafal

In der islamischen Welt kommt das öffentliche Leben tagsüber quasi zum Erliegen. Dafür ist nach dem abendlichen Fastenbrechen (Iftar) auf den oft festlich beleuchteten Straßen umso mehr los; es gibt öffentliche Armenspeisungen und selbst im Fernsehen laufen fromme Sendungen und besondere Unterhaltungsprogramme.

Zuhause kommen die Familien zum Iftar-Essen zusammen, am späten Abend versammeln sich Männer zum sogenannten Tarawwih-Gebet in den Moscheen – Gemeinschaft wird im Ramadan großgeschrieben.

Fasten – über alle Grenzen beliebt

In Deutschland ist das Fasten über alle kulturellen Grenzen hinweg sehr verbreitet. Etwa drei Viertel der schätzungsweise sechs Millionen Muslime in Deutschland halten sich laut einer Studie ganz oder teilweise an die Gebote des Ramadan.

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Foto: PlanetZ/Adobe Stock

Aber auch 72 Prozent der Mehrheitsgesellschaft gaben 2025 in einer repräsentativen Forsa-Umfrage an, zwischen Aschermittwoch und Ostern auf Genüsse zu verzichten, meist auf Alkohol, Süßes oder Fleisch – und das, obwohl bekennende Christen inzwischen die Minderheit sind.

Der diesjährige gemeinsame Fasten-Start sei für das interreligiöse Verständnis eine besondere Gelegenheit, sagten christliche und muslimische Vertreter der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Förderlich für den Dialog

„Die zeitliche Überschneidung bietet eine willkommene Gelegenheit, einander besser kennenzulernen und den respektvollen, förderlichen Dialog zwischen Christen und Muslimen zu vertiefen“, so Timo Güzelmansur, der die Fachstelle der katholischen Deutschen Bischofskonferenz für den christlich-islamischen Dialog (CIBEDO) in Frankfurt leitet. Trotz unterschiedlicher theologischer Hintergründe teilten beide Religionen das Streben nach Nächstenliebe und Solidarität.

„Ein schöner Zufall“, meint auch die Vorsitzende der Christlich-Islamischen Gesellschaft in Köln, Dunya Elemenler, über den gemeinsamen Aufbruch ins Fasten. „Auch wenn wir aus unterschiedlichen Gründen und auf verschiedene Weise fasten, verbindet uns dabei die Hinwendung zu Gott und zum Mitmenschen.“

hamburg

Foto: IHG Hamburg

Schon in den vergangenen Jahren habe man bei gegenseitigen Einladungen die jeweiligen religiösen Eigenarten beachtet, erzählt die Muslimin. Wenn sie christliche Freunde und Freundinnen zum Fastenbrechen einlade, stimme sie das Menü auf deren Fasten ab und verzichte beim Hauptgang auf Fleisch oder Zucker im Nachtisch.

„Umgekehrt beginnen meine christlichen Freundinnen und Freunde erst mit dem Essen, wenn meine Zeit des Fastenbrechens gekommen ist.“ Nicht nebeneinander, sondern als gläubige Menschen miteinander in dieser Gesellschaft zu agieren, nennt Elemenler den Inbegriff eines gelebten Dialogs.

Zeit für interreligiöses Fasten bietet auch noch das kommende Jahr: Dann beginnt der Ramadan am 8. Februar – dem Rosenmontag.

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Gesundheitliche Vorteile des Verzichts

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Wenn es um Gesundheit und Wohlbefinden geht, liegt Fasten seit einigen Jahren voll im Trend. (The Conversation). Überall, vom ehemaligen britischen Premierminister Rishi Sunak bis hin zu Hollywood-Stars wie Chris […]

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Über das Fasten und seine Weisheiten

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Titelthema Fasten: Was sagt der türkische Gelehrte Said Nursi über die verpflichtende Enthaltsamkeit im Ramadan? Der Verzicht auf Essen und Trinken ist nicht das eigentliche Ziel des Fastens. Wenn sich […]

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Ramadan 2025 – Nahrung für die menschliche Seele

ramadan seele

Ramadan – der heilige Fastenmonat und die fröhlichste Zeit für Muslime gehen in ihren 14. Tag.

(iz). Dreißig Tage lang verzichten Muslime zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang auf Essen und Trinken. Hier sind ein paar weitere Grundlagen, für alle die ein wenig ihre Basiskenntnisse erweitern möchten.

Die gesundheitlichen Vorteile des Fastens sind längst etabliert. Darüber hinaus gibt es viele Möglichkeiten, wie der Ramadan den menschlichen Geist nährt und stärkt. Einige Aspekte stechen besonders hervor.

Charakterbildung

Ramadan ist eine Zeit der heiligen Selbstfindung. Eine Zeit, die beste Version des menschlichen Selbst zum Ausdruck zu bringen und sie in den Rest des Jahres und darüber hinaus zu tragen. Der Prophet Muhammad ermutigte seine Anhänger, den höchsten und ganzheitlichsten Grad des spirituellen Fastens anzustreben.

Wie der muslimische Gelehrte Bediüzzaman Said Nursi erklärt, besteht das Ziel darin, alle inneren und äußeren Fähigkeiten in ein spirituelles Fasten einzubeziehen und in einen fast engelhaften Zustand zu gelangen. Das Vermeiden ungesunder und negativer Gefühle, Gedanken und Handlungen ist eines der Ziele des Fastens.

In diesem Prozess völliger Hingabe und tiefer Kontemplation unternimmt die Person Anstrengungen, um mehr Achtsamkeit und viele wichtige Tugenden wie Barmherzigkeit, Güte, Demut, Geduld, Beharrlichkeit und Belastbarkeit zu kultivieren. Hier ist der Koran – erstmals im Monat Ramadan offenbart – der ultimative Leitfaden für diese Zeit der spirituellen Selbstverwirklichung.

ramadan

Foto: Kim Cruickshanks, Unsplash

Essentialismus

Weniger ist mehr. In einer Welt, die von einer konsumorientierten Einstellung geprägt ist, erinnert der Ramadan den menschlichen Geist durch sanfte und maßvolle Abstinenz daran, dass eine Rückkehr zum Wesentlichen für den menschlichen Geist gesund ist. Ein Leben in Einfachheit und Zufriedenheit lässt die Seele wieder aufatmen.

Ramadan kultiviert mehr Respekt gegenüber den natürlichen Ressourcen dieser Erde. Verschwendung und Übermaß sollten vermieden werden. Zu verstehen, dass man nicht viel braucht, um zufrieden zu sein, ist ein besonderer Moment der inneren Befreiung. Gleichzeitig erhöht der Ramadan die Dankbarkeit und Wertschätzung für existentielle Dinge wie Wasser und Nahrung, indem er ihren wahren Wert hervorhebt.

Zum Essentialismus gehört auch, Ablenkungen zu minimieren, das Herz von allen schweren Belastungen zu befreien und sich von toxischen Beziehungen zu lösen.

Eine digitale Entgiftung von sozialen Medien erscheint ebenfalls sinnvoll, wenn diese übermäßig konsumiert werden und das geistige Wohlbefinden belasten. Ramadan ist eine Zeit der Selbstbeobachtung und der Neubewertung des eigenen Lebens und menschlicher Beziehungen.

Foto: Archiv

Soziale Verbindung

Das Essen, das man am Ende des Tages genießt, wurde von vielen Menschenhänden zubereitet. Der Ramadan erinnert den Menschen mehr denn je an die gegenseitige Abhängigkeit der Menschen und das existentielle Bedürfnis nacheinander. Es herrscht ein gesteigertes Gemeinschaftsgefühl, Solidarität und Nächstenliebe.

In der Tat ruft der Ramadan die Menschen dazu auf, sich gegenseitig zu nähren und zu stärken, indem sie ihren Reichtum und ihre Güter großzügig teilen. Darüber hinaus ist die Förderung gesunder und sinnvoller sozialer Verbindungen der Schlüssel zur Reife und zur Vitalität des Menschen.

Der heilige Monat lädt Menschen daher dazu ein, soziale Bindungen stärker zu pflegen und auf die emotionalen und mentalen Bedürfnisse des anderen einzugehen. Einsamkeit ist schädlich für die menschliche Gesundheit. Starke soziale Bindungen sind für das allgemeine Wohlbefinden unerlässlich.

In diesem Sinne stellt der Ramadan den Auftrag dar, ganzheitlich auf die Bedürfnisse der Mitmenschen einzugehen. Die Fürsorge für Familien, Verwandte, Freunde, Nachbarn und Mitmenschen ist ein entscheidender Aspekt des ganzheitlichen Fastens. Sich zu bemühen einander zu vergeben und sich zu versöhnen sind alles Mittel, um das Herz von allen unnötigen Lasten zu reinigen.

Aus all diesen und vielen weiteren Gründen wurde der Ramadan treffend als der Monat der Barmherzigkeit beschrieben und wird von Muslimen stets als Anlass der spirituellen Wiedergeburt und Erneuerung begrüßt.

Dr. Zeyneb Sayılgan ist Islamwissenschaftlerin. Ihre Forschung beschäftigt sich mit dem theologischen Gedankengut des muslimischen Gelehrten Bediüzzaman Said Nursi (1876-1960). Hierzu moderiert sie den Podcast Begegnung mit dem Islam. Ihre Arbeit wird in verschiedenen Medien wie The Guardian, Religion News Service, U.S. Catholic und anderen veröffentlicht.

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Ramadan 2026: Was Fasten mit dem Gehirn macht

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Unter richtigen Rahmenbedingungen kann Fasten einiges zu unserer Neuroplastizität beitragen.

(Amaliah.com). Der Ramadan ist ein Monat, in dem ich meine Energie dem Glauben widmen kann. Es ist mein spiritueller Urlaub. Wegen der Ungewissheit des Lebens könnte es mein letzter sein, deshalb möchte ich – wie viele andere – jetzt so viel wie möglich tun. Von Aaisha Mukhtar

Auf meiner ständigen Reise der Selbstentwicklung habe ich die Vorteile der Neuroplastizität für die Verbesserung des täglichen Lebens entdeckt. Je mehr ich über die Verbindung zwischen Gehirn und Körper lerne, desto mehr fasziniert mich die Art und Weise, wie Allah, Al-Khaliq, den Menschen erschaffen hat. Von Aashia Mukhtar

Eines der unglaublichsten Organe des menschlichen Körpers ist das Gehirn. Es verändert sich im Laufe des Lebens und ist nicht altersabhängig. Die Wissenschaft hat bewiesen, dass es in der Lage ist, neue Zellen zu bilden und sich durch einen Prozess, der Neuroplastizität genannt wird, zu stärken und neu zu vernetzen.

Sie bezieht sich auf die Veränderungen, die als Ergebnis von Interaktionen mit unserer Umwelt geschehen. Durch das bewusste Einüben anderer Gewohnheiten können Sie die Nervenbahnen in Ihrem Gehirn verändern, neue Bahnen schaffen und sich an neue Denk- und Lebensweisen anpassen, um ein vitales Leben zu führen.

Schlaf ist eine Möglichkeit, wie der Körper sich repariert, Stress abbaut, die Immunität stärkt und Gelerntes behält. Daher ist es wichtig, eine gute Nachtruhe in Ihre Routine einzubauen. Eine angemessene Schlafqualität jede Nacht zu erreichen, kann anstrengend sein. Während des Ramadans kann er aufgrund der verlängerten Stunden der Nachtanbetung, die am nächsten Tag zu Müdigkeit führen, schwierig werden.

Helles Licht von 22 oder 23 Uhr bis 4 Uhr morgens unterdrückt den Dopaminspiegel und hemmt das Lernen sowie die Konzentration. Das kann zu Ermattung, depressiven Gefühlen und Emotionen, Angstzuständen und Schlafstörungen führen. Schalten Sie Telefone und elektronische Geräte zwischen 22 oder 23 Uhr bis 4 Uhr morgens aus, um gut zu schlafen.

Die nicht-schlafbezogene Tiefenentspannung ist ein wissenschaftlich fundiertes Instrument, um den Körper bei Bedarf wieder in einen ruhigeren Geisteszustand zu versetzen und sich neu zu fokussieren. Dabei geht es darum, sich für einen Zeitraum von 20-90 Minuten von der anstehenden Aufgabe zu lösen, um das Lernen oder die Aufnahme von Informationen zu ermöglichen.

atemzüge

Foto: Ahmed Hamed Ahmed, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-SA 4.0

Eine der von Wissenschaftlern empfohlenen Techniken ist die Siesta, die die Informationsspeicherung verbessert. Qaylula, ein Nickerchen, wurde von unserem geliebten Propheten praktiziert, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben.

Allah der Allmächtige hat den Körper so konzipiert, dass er tagsüber und nicht nachts Licht absorbiert. Dies ist einer der stärksten Reize für Ihre Biologie. Es hilft bei der Freisetzung von Chemikalien und Hormonen, die wiederum dazu beitragen, dass Sie Ihren Tag besser und effizienter überstehen.

Nach der ersten Woche des Ramadans spüren viele von uns Müdigkeit und haben Schwierigkeiten, den anfänglichen Schwung beizubehalten. Wenn Sie morgens draußen Tageslicht tanken, bleibt Ihr Energielevel auf einem guten Niveau.

Hatten Sie nach dem Iftar das Gefühl, so entspannt zu sein, dass Sie am liebsten einschlafen würden? Das liegt an der Art der Speisen, die Sie dabei zu sich genommen haben. Einfache Kohlenhydrate und verarbeitete Nahrungsmittel erhöhen den Serotoninspiegel schnell.

Serotonin ist zwar gut für uns, aber es ist wichtig, die richtige Menge zu sich zu nehmen. Leider enthalten beide keine nachhaltige Quelle für diesen natürlichen Botenstoff. Er sorgt dafür, dass wir uns wohl und entspannt fühlen. Wenn Sie im Ramadan beim Tarawwih einschlafen, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass durch diese Art von Lebensmitteln größere Mengen freigesetzt wurden.