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Libanon. Massenflucht nach wochenlangen israelischen Angriffen

Libanon

Nach Beginn der völkerrechtswidrigen militärischen Attacken auf den Iran am 28. Februar weiteten sich die Israelichen Luftangriffe auf den Libanon aus. Mitarbeitende der Hilfsorganisation Islamic Relief im Land berichteten von Massenpanik und Vertreibung.

(IRD). Familien suchen Zuflucht in Schulen, um den tödlichen Bombardierungen und Zwangsevakuierungen zu entkommen. Angesichts der Eskalation im gesamten Nahen Osten wird befürchtet, dass bis zu einer Million Menschen im Libanon vertrieben werden könnten.

Das würde zu einer schweren humanitären Krise führen, lautete die Warnung von Islamic Relief Deutschland. Die Luftangriffe seien schlimmer als 2024, berichtete Landesdirektor Akram Sadeq am 3. März vor Ort.

Die Lage im Libanon hat sich seitdem dramatisch zugespitzt. Zeitgleich wurden bei Attacken auf Beirut (einschließlich der südlichen Vororte), das Bekaa-Tal, Tyros, Nabatieh und zahlreiche Dörfer im Süden mindestens mehrere Dutzend Menschen getötet und 149 weitere verletzt.

Hunderttausende Zivilisten haben seitdem keinen sicheren Ort, an den sie sich begeben können, da das israelische Militär die Bevölkerung aufgefordert hat, große Teile des Südlibanon zu verlassen. Tausende Familien sind dadurch gezwungen, nach Norden in Richtung Beirut zu fliehen, wo schwere Luftangriffe Menschen töten oder verletzen.

Die Straßen sind überfüllt mit Flüchtenden, die alles, was sie können, in Autos und Lastwagen gepackt haben. Einige Familien berichteten den Helfern von Islamic Relief, dass sie für eine Strecke von nur 48 Kilometer sechs oder sieben Stunden gebraucht hätten. Die Regierung hat Hunderte Schulen in Beirut,

im Libanongebirge und anderen Teilen des Nordens als Notunterkünfte für vertriebene Familiengruppen ausgewiesen. Teams von Islamic Relief vor Ort kündigten an, Hilfe in Form von Lebensmitteln, Wasser, Decken, Matratzen und Hygieneartikeln zu leisten.

Akram Sadeq, Landesdirektor der Hilfsorganisation im Libanon, erklärte, die Luftangriffe seien schlimmer als während des Krieges von 2024. Dieser hatte im ganzen Land massive Zerstörungen und zivile Opfer verursacht.

„Die Luftangriffe begannen mitten in der Nacht und weckten Familien, die nach einem Tag des Fastens im heiligen Monat Ramadan schliefen. Die heutigen Angriffe sind noch stärker und umfangreicher als die, die wir 2024 erlebt haben. 

Es wird erwartet, dass bis zu eine Million Menschen aus ihren Häusern fliehen werden, und der Zustrom von Menschen aus dem Süden des Libanon in den Norden ist massiv. Die Lage ist sehr angespannt. Die Menschen fliehen aus dem Süden wegen der israelischen Luftangriffe und der Evakuierungsbefehle, aber was sie noch mehr fürchten, ist die Möglichkeit einer Bodeninvasion.

Foto: Islamic Relief Deutschland

Die libanesische Regierung verfügt nicht über die Ressourcen, um eine derart massive Vertreibung alleine zu bewältigen. Islamic Relief arbeitet mit der Regierung und anderen Hilfsorganisationen zusammen, um sicherzustellen, dass vertriebene Familien mit Lebensmitteln und Hilfsgütern versorgt werden.“

Wie die Organisation in ihrer Pressemitteilung erklärte, stünden auch Teams im Irak, Jordanien, Syrien und Jemen bereit, um Hilfe zu leisten. Als humanitäre Hilfsorganisation sei man zutiefst besorgt, dass eine weitere Destabilisierung Millionen von Zivilisten in der gesamten Region beeinträchtigen und vertreiben könnte.

Sie forderte alle Parteien auf, eine diplomatische Lösung anzustreben, ihre Verpflichtungen gemäß dem Kriegsvölkerrecht einzuhalten, das Leben der Zivilbevölkerung zu schützen und sicherzustellen, dass humanitäre Organisationen weiterhin sicher arbeiten können.

Islamic Relief ist als globales Hilfsnetzwerk seit 2006 im Libanon tätig und unterstützt in der aktuellen Krise Menschen in Not. Seine lokale Stelle hatte bisher vertriebenen Familien und lokalen Aufnahmegemeinschaften in Nabatieh, Tyros und Bekaa geholfen, die nun wieder flüchten müssen.

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Vom Exil zur inneren Heimat: Die bewusste Fremdheit

Zuwanderung Ukraine heimat

Was bedeutet es, fern der Heimat zu leben, ohne innerlich entwurzelt zu sein? Diese Frage begleitet viele Menschen seit vielen Jahren – nicht als intellektuelle Übung, sondern als Erfahrung, die […]

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Mariam – eine sudanesische Mutmacherin im Flüchtlingslager

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Der Krieg im Sudan ist zur größten Vertreibungskrise der Welt geworden. Im Flüchtlingslager im äthiopischen Ura zeigen sich die Folgen globaler Nothilfekürzungen. Derweil verändert sich Äthiopiens Rolle im Sudankrieg. (KNA). […]

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Kurzgeschichten: Sehnsucht nach Friedrich

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Eine Kurzgeschichte von Ahmet Aydin. Um welchen Friedrich es dabei geht, erfahren wir zum Schluss. (iz). Papa und Mama packen Sachen ein. – „Warte! Gleich! Warte kurz! Bleib ruhig! Wir […]

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Flüchtlingshilfe: Nur zehn Prozent der Mittel vorhanden

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Flüchtlingshilfe: Die NGO CARE Deutschland schlägt Alarm wegen der Lage und fehlender Finanzierung. (iz). Anlässlich des Weltflüchtlingstags am 20. Juni warnte die Hilfsorganisation CARE Deutschland vor einer massiven Unterfinanzierung der […]

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Flüchtlingskrisen in Afrika unbeachtet – Geber anders beschäftigt

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Leben auf der Balkanroute: Camp Lipa wird zur Anlaufstelle

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Sie nennen es „Game“. Gewinner des „Spiels“ auf der Balkanroute ist, wer es über die EU-Grenze schafft. Hauptsache ist, nicht von der kroatischen Grenzpolizei erwischt zu werden, die im Umgang […]

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Kurzmeldungen aus Ausgabe 349: Rekordzahlen bei Flucht, Hunger und muslimische Wähler in Großbritannien

abschiebe EU-Staaten Asyl kurzmeldungen

Kurzmeldungen Ausgabe 349: In dieser Ausgabe spannen sich die Nachrichten von Burma, über Gaza bis zum Krieg im Sudan. 117 Mio. Menschen auf der Flucht – neuer Rekord GENF (Agenturen/IZ). […]

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„Ein Armutszeugnis“: 117 Millionen Menschen sind auf der Flucht

menschenrechte Rafah flucht krieg

Aus den neuen Zahlen des UNHCR geht hervor, dass mittlerweile 1,5 Prozent der Weltbevölkerung fliehen musste – im eigenen Land oder ins Ausland.

Genf (dpa, NRC, iz). So viele Menschen wie nie zuvor sind weltweit vor Gewalt, Krieg, Konflikten und Verfolgung auf der Flucht. Im Mai waren es 120 Millionen, fast zehn Prozent mehr als vor einem Jahr, wie das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Donnerstag in Genf berichtete.

Zum 12. Mal in Folge steigen die globalen Fluchtzahlen

Es war der zwölfte Anstieg der Zahlen in Folge. Rund 1,5 Prozent der gesamten Weltbevölkerung ist damit aus ihrer Heimat vertrieben, wie aus dem neuen Weltflüchtlingsbericht hervorgeht.

Gut zwei Drittel der Menschen sind innerhalb der Grenzen des eigenen Heimatlandes auf der Flucht. Zwei Drittel der über die Grenzziehungen Geflohenen leben in Nachbarländern, die großteils selbst arm sind. Die meisten Menschen harren dort in der Hoffnung aus, zügig in ihre Heimat zurückkehren zu können.

„Nie zuvor waren so viele Menschen in so vielen Ländern auf der Flucht vor Konflikten, Gewalt und Verfolgung. Seit mehr als einem Jahrzehnt verzeichnen wir jedes Jahr neue Rekordzahlen von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen, verursacht durch die Brutalität bewaffneter Gruppen, die Unfähigkeit der Diplomatie, Konflikte zu lösen, und das weltweite Versagen, die Zivilbevölkerung zu schützen“, kommentierte Jan Egeland, Generalsekretär des Norwegian Refugee Council (NRC), die neuen Flüchtlingszahlen.

Foto: Henry Wilkins/VOA | Lizenz: Public Domain

Egeland: Wann wird endlich eingegriffen?

„Wie lange wird es noch dauern, bis nationale, regionale und globale Entscheidungsträger entschlossen handeln, um die Zivilbevölkerung zu schützen? Vom Sudan bis zur Ukraine, von Burkina Faso bis Gaza werden Zivilisten vertrieben und oft über Jahre und Jahrzehnte vergessen und vernachlässigt“, fragt der Kopf der norwegischen Flüchtlingsorganisation.

In weiten Teilen Europas und Nordamerikas setze die Politik zunehmend auf Maßnahmen zur Abwehr verzweifelter Flüchtlinge. Viele wohlhabende Staaten entziehen sich ihrer Verantwortung, indem sie abschieben oder gar an der Einreise hindern. Millionen säßen jedes Jahr unter menschenunwürdigen Bedingungen fest.

Deutschland an Platz 2 der Zielländer

Bei den Menschen, die keine Chance auf baldige Rückkehr sehen, standen die USA und Deutschland hoch im Kurs: Die USA verzeichneten mit Abstand die meisten Asylanträge, insgesamt 1,2 Millionen. Danach folgte mit großem Abstand Deutschland mit rund 330 000 Anträgen, vor Ägypten, Spanien und Kanada.

Die Zahlen sind von Jahr zu Jahr nur bedingt vergleichbar, weil die Datenlage in manchen Ländern besser wird und die Erhebungsmethoden sich teils ändern. Rekorde beziehen sich auf den Zeitraum seit 1951, als das UNHCR erstmals Flüchtlingszahlen ermittelte.

Foto: Oxfam New Zealand, flickr

Der Klimawandel verschärft das Problem

Regionen, die durch Konflikte, Armut, Hunger und schlechte Regierungsführung geprägt sind, liegen auch dort, wo die Klimakrise besonders spürbar ist, heißt es in dem Bericht: „Ende 2023 lebten fast drei Viertel der gewaltsam Vertriebenen in Ländern, die hohen bis extrem hohen klimabedingten Gefahren ausgesetzt waren.“ Dazu gehörten die Demokratische Republik Kongo, Somalia, Sudan, Syrien und Jemen.

Der Kampf um Ressourcen in Zufluchtsländern, die vom Klimawandel stark betroffen sind, könne weitere Fluchtbewegungen auslösen, etwa dort, wo das Trinkwasser schon knapp ist, oder Dürre immer mehr Ernten vernichtet und Vieh mangels Wasser und Nahrung verendet. (sw)

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Bürgerkrieg in Myanmar tobt – Rohingya erneut auf der Flucht

rohingya kurzmeldungen

Rakhine ist als Myanmars Zugang zum Indischen Ozean von großer Bedeutung. Doch die Militärs geraten in die Defensive. Einmal mehr trifft es aber auch die muslimischen Rohingya. Yangon (KNA). Mit […]

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