Vom Exil zur inneren Heimat: Die bewusste Fremdheit

Was bedeutet es, fern der Heimat zu leben, ohne innerlich entwurzelt zu sein? Diese Frage begleitet viele Menschen seit vielen Jahren – nicht als intellektuelle Übung, sondern als Erfahrung, die sich in ihren Leben eingeschrieben hat.

2.02.2026 .Redaktion 5 Min. Lesezeit
Zuwanderung Ukraine heimat

Foto: Janossy Gergely, Shutterstock

(iz). Migration ist kein bloßer Ortswechsel, sondern ein Zustand des Bewusstseins, eine Haltung des Geistes, die verlangt, in der Bewegung die eigene Mitte zu bewahren. Von Idriss al-Jay

Wir leben in einer Epoche, in der Grenzen sich öffnen, in der Kulturen einander durchdringen und die Entfernungen kleiner werden. Und doch, je näher die Welt zusammenrückt, desto spürbarer wird das Gefühl der inneren Ferne. Das Exil, einst ein Schicksal der Wenigen, ist heute eine kollektive Erfahrung geworden  – eine Prüfung der Seele, die uns lehrt, wer wir sind, wenn wir zwischen Welten stehen.

Zwischen Verwurzelung und Entwurzelung verläuft die feine Linie, auf der wir Migranten uns bewegen. Auf ihr entstehen jene Begriffe, die mein Denken seit Langem prägen: Ghurba – das Gefühl des Fremdseins – und Ightirab – die Entfremdung.

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