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Ibn Khaldun im 21. Jahrhundert: unsere Ökonomie des Wissens und der Institutionen

Ibn Khaldun

Der khaldunische Ansatz für das 21. Jahrhundert findet sich in Ibn Khalduns Methode, die er Ilm Al-Umran oder „Wissenschaft der Zivilisation“ nannte.

„Wenn die Philosophie ihr Grau in Grau malt, dann ist eine Lebensform gealtert und kann durch dieses Grau in Grau nicht verjüngt, sondern nur verstanden werden; die Eule der Minerva breitet ihre Flügel erst bei Einbruch der Dämmerung aus.“ (G.W.F. Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts)

(Kasurian). Diese „Eule der Minerva“ breitet in der Abenddämmerung ihre Flügel aus. Wir stehen im 21. Jahrhundert in ausreichendem Abstand zu den zivilisatorischen Umwälzungen der Moderne, um die Ursachen unseres heutigen Unbehagens mit einer Klarheit zu erkennen, die denen, die sie durchlebt haben, verwehrt blieb. Von Ahmed Askary

Und vielleicht auch, um die Mittel abzuleiten, mit welchen wir aus dem ausbrechen können, was zu einem großen Teil zu einem selbst auferlegten Zustand geworden ist. In diesem Geist der Rückschau wenden wir uns Ibn Khaldun zu – um mit ihm zu denken und, wo nötig, über ihn hinaus.

Ein Mann, der sein Leben damit verbrachte, den Aufstieg und Fall von Dynastien im Maghreb und Maschrek zu beobachten, der Herrschern von Fès bis Kairo diente und von ihnen verraten wurde. Ein Beobachter, der zuschaute, wie sich die Armeen Timurs Damaskus näherten, und sich durch Verhandeln aus einer Belagerung rettete. Ein solcher Mann würde, würde man ihn ins 21. Jahrhundert versetzen, mehr Vertrautes vorfinden, als wir erwarten würden.

Die Oberfläche würde ihn verwirren: die Geschwindigkeit, die Dichte, die schiere Menge an Menschen, die in Städte gedrängt sind, die er sich nicht hätte vorstellen können. Doch die Logik der Macht wäre ihm nicht gänzlich fremd. Staaten schöpfen nach wie vor Überschüsse aus produktiven Bevölkerungsgruppen ab.

Eliten durchlaufen weiterhin Zyklen von Elan, Selbstzufriedenheit und Niedergang. Solidarität hält immer noch an Verwandtschaft, Sekte und einer gemeinsamen Erzählung fest und löst sich nach wie vor auf, wenn die materiellen Bedingungen, die sie stützen, nachlassen.

Er würde beispielsweise in den Golfmonarchien ein vertrautes Muster von Wüstenvölkern erkennen, die durch einen Glücksfall reich geworden sind, deren Asabiyya in der ersten Generation intakt ist, aber erodiert, wenn der Reichtum die Gewohnheiten aufweicht, die den Zusammenhalt hervorgebracht haben.

Er würde in der amerikanischen Republik so etwas wie die späten Stadien seines Zyklus sehen, in denen sich die Gründungssolidarität eines Gemeinwesens in fraktionellen Wettbewerb zersplittert hat und dessen Eliten mehr mit der Ausbeutung als mit der Erhaltung des Gemeinwesens beschäftigt sind.

Sein Kreislauf der Gerechtigkeit – dass Steuern vom Wohlstand abhängen, Wohlstand von guter Regierungsführung und sie von einem gerechten Herrscher – bleibt eine funktionale Beschreibung dessen, was geschieht, wenn Staaten vergessen, dass ihre Einnahmen letztlich von der Produktionskapazität ihrer Untertanen abhängen.

Foto: Süleymaniye Kütüphanesi, Istanbul/gemeinfrei

Und doch gäbe es für ihn reichlich Neues. Seine Theorie der politischen Ökonomie ging von agrarischer Produktion, höfischer Umverteilung und Zyklen des Aufstiegs und Niedergangs von Dynastien aus, die sich über Generationen erstreckten.

Sie berücksichtigte nicht und konnte auch nicht den industriellen Kapitalismus erklären. Und auch nicht die Fähigkeit moderner Staaten, sich durch industrielle Überschüsse zu erhalten. Oder Monetarisierung als Kraft, die in der Lage ist, Reichtum vollständig von der Produktion zu entkoppeln, oder den Nationalstaat als eine Form der politischen Organisation, die ihre Legitimität nicht aus dynastischer Asabiyya, sondern aus Volkssouveränität und bürokratischer Rationalität bezieht.

Die Dialektik zwischen Beduinen und Sesshaften, die für die Erklärung der politischen Dynamik des mittelalterlichen Maghreb so aussagekräftig ist, hat keinen offensichtlichen Bezug zum Aufstieg der ostasiatischen Entwicklungsstaaten oder zur inneren Logik des europäischen Wohlfahrtskapitalismus.

Wäre Ibn Khaldun heute am Leben und der Denker, für den wir ihn halten, würde er nicht an Kategorien festhalten, die im Nordafrika des 14. Jahrhunderts geprägt wurden. Er würde seine Annahmen erneuern. Und währenddessen die neuen Kräfte beobachten, die Mensch, Gesellschaft und Zivilisation antreiben.

Das Gedankenexperiment, ihn in dieses Zeitalter zu versetzen, ist eine Möglichkeit, aufzuzeigen, wo 600 Jahre späterer Entwicklung die Grenzen eines Denkmodells aus dem 14. Jahrhundert offenbaren. Und diese Limits nicht als Misserfolge, sondern als neue Horizonte zu betrachten.

Die Lücken Ibn Khalduns markieren – gemessen an der heutigen Welt – den Bereich, in dem neue Theorien erforderlich sind, um unsere grundlegenden Annahmen über das Wesen der Zivilisation im Zeitalter der Industrialisierung zu aktualisieren.

Doch dieses Unterfangen ist genauso Chance, eine schwierigere Frage zu stellen. Ein Ibn Khaldun des 21. Jahrhunderts wäre sehr interessant. Aber wäre er überhaupt denkbar? Und selbst wenn er möglich wäre: In was für eine Richtung würden sich seine Ideen entwickeln, und auf welche konkreten Fragen der Gesellschaft und der Zivilisation würden sie angewendet werden?

Die politische Ökonomie des Wissens

Die Antwort liegt nicht in seiner Person, sondern in der Kultur, die ihn umgab – oder besser gesagt, in dem, was dieser Zivilisation fehlte. In seiner Welt war Ibn Khalduns Genius nicht die einzige knappe Ressource. Ihr fehlte die institutionelle Infrastruktur, durch die individuelle Genialität über Generationen hinweg erfasst und weiterverarbeitet werden konnte.

Betrachten wir den Kontrast zwischen den islamischen Institutionen der Wissensproduktion und dem, was in Europa in den folgenden Zeitaltern entstand. Die europäische Universität, die sich nach dem 12. Jahrhundert in Städten wie Bologna, Paris und Oxford als lose Gilden von Gelehrten zu bilden begann, entwickelte sich zu etwas, das in der Geschichte des organisierten Wissens beispiellos war: eine selbstverwaltete Körperschaft mit Rechtspersönlichkeit, mit eigenen Einnahmen, die von keinem spezifischen Mäzen abhängig waren, und einer kontinuierlichen institutionellen Existenz, die den Tod jedes einzelnen Mitglieds überdauerte.

Die Universität Oxford war nicht auf die Gunst eines bestimmten Königs angewiesen, und die generationsübergreifende Nachfolge von Lehrenden und Studierenden setzte sich über die Jahrhunderte hinweg fast ununterbrochen fort.

Wissen sammelte sich nicht an, weil die Europäer intelligenter waren als ihre Zeitgenossen anderswo, sondern weil sie – zögerlich, unvollkommen und oft aus Gründen, die nichts mit dem Streben nach Wahrheit zu tun hatten – Institutionen aufgebaut hatten, deren Struktur diese Anhäufung ermöglichte.

Ibn Khaldun selbst erlebte wiederholt die Nachteile dieser fehlenden Institutionalisierung: Sein Schicksal stieg und fiel mit jedem Hof, der ihn beschäftigte, von den Mariniden über die Hafsiden bis hin zu den Mamluken. Sein intellektuelles Projekt war im wahrsten Sinne des Wortes von Herrschergunst abhängig.

bibliothek

Foto: Klassik Stiftung Weimar

Die „Muqaddima“ entstand während einer Zeit des erzwungenen Rückzugs auf der Burg von Ibn Salama, nicht innerhalb einer für nachhaltige Forschung konzipierten Institution, sondern am Rande einer politischen Karriere, die vorübergehend ins Stocken geraten war.

Die Folgen der Divergenz zwischen diesen Formen der Wissensproduktion waren nicht sofort erkennbar. Im 17. Jahrhundert blieb das Osmanische Reich militärisch mächtig und verwaltungstechnisch hoch entwickelt;. Seine Gelehrte lasen und kommentierten die „Muqaddima“. Und unter Historikern wie Katip Çelebi und Naima kam es zu einer Neubelebung des Khaldunismus.

Doch diese Wiederbelebung blieb eher literarisch und kontemplativ als institutionell und anwendungsorientiert. Keiner baute ein Forschungsprogramm auf seiner zyklischen Theorie der Staatsbildung auf. Niemand prüfte seine Thesen anhand neuer Daten, verfeinerte seine Kategorien oder erweiterte seinen Rahmen auf Bereiche, die er nicht berücksichtigt hatte. Die Ideen wurden bewundert, aber sie wurden nicht angewendet.

Akademiker schufen Wissen. Sie waren auf Mäzenatentum angewiesen, und dieses benötigte Höfe, und sie erforderten stabile Staatsgebilde, und jene erforderten – wie Ibn Khaldun selbst betont hätte – Asabiyya und die finanzielle Leistungsfähigkeit, um eine komplexe Verwaltung über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten. Wenn ein Glied dieser Kette brach, kam die Wissensproduktion zum Erliegen, da die materiellen Voraussetzungen für ihre Fortführung weggefallen waren.

Europas Vorteil lag zunächst nicht in überlegenen Ideen (obwohl viele von ihnen schließlich zu solchen wurden), sondern vielmehr in einem besseren Mechanismus, der die Wissensproduktion von den Unwägbarkeiten des politischen Lebens abschirmte. Die Stiftungshochschule, die Professur auf Lebenszeit und die anerkannte Gelehrtengesellschaft waren im Grunde Technologien, um die intellektuelle Forschung vom Mäzenatentum zu entkoppeln.

Im 21. Jahrhundert

Wie sieht es mit der Gegenwart aus? Der muslimischen Welt mangelt es heute nicht an Gelehrten, Akademien bzw. Forschungsergebnissen. Doch von der bloßen Existenz dieser Dinge auf die Behauptung zu schließen, es gebe ein Ökosystem der Wissensproduktion (in dem Sinne, wie es in Nordamerika, Westeuropa oder zunehmend auch in Ostasien existiert), bedeutet, das Vorhandensein einzelner Komponenten mit dem Funktionieren eines Systems zu verwechseln.

Ein Land kann über Universitäten verfügen, ohne eine Tradition der Forschung zu besitzen. Es kann Doktoranden hervorbringen und kein Wissen produzieren. Es kann Forschung finanzieren, aber keine Voraussetzungen dafür schaffen, dass sich Forschungsergebnisse zu etwas summieren, das größer ist als die Summe seiner Teile.

Die Bedingungen, unter denen wir arbeiten, sind ungünstig, doch das ist keine Entschuldigung für Untätigkeit. Der dreifache Bruch des 20. Jahrhunderts wurde von außen herbeigeführt. Das Versagen beim Wiederaufbau ist eine interne Angelegenheit. Seit der letzten dieser Katastrophen sind 80 Jahre vergangen. In dieser Zeit hat die muslimische Welt enorme finanzielle Ressourcen erworben, Hunderte von Universitäten gegründet und Zehntausende von Studierenden an die besten Einrichtungen in Europa und Amerika entsandt.

Die materiellen Voraussetzungen für den Wiederaufbau sind gegeben. Was fehlt, ist der Wille und das Verständnis, diese Ressourcen für die Schaffung wirklich selbsttragender Ökosysteme der Wissensproduktion einzusetzen, anstatt für den Erwerb institutioneller Zierde.

Sein Name wird als Beweis dafür angeführt, dass die islamische Zivilisation einst herausragende Geister hervorgebracht hat. Was der Fall war und von keinem ernsthaften Menschen bestritten wird. Doch diese Art der Auseinandersetzung ist selbst ein Symptom des Problems, das sie angeblich angehen will.

Sich endlos mit der „Muqaddima“ zu beschäftigen, bedeutet, ein großes Werk eher als Obergrenze denn Grundlage zu betrachten. Adam Smiths Ideen wurden durch Weiterentwicklung, Kritik und schließlich durch Ablösung gewürdigt. Bei ihm hat kein vergleichbarer Vorgang stattgefunden, da kein institutionelles Ökosystem existiert, in dem ein solcher Prozess stattfinden könnte.

Der khaldunische Ansatz für das 21. Jahrhundert findet sich in Ibn Khalduns Methode, die er Ilm Al-Umran oder „Wissenschaft der Zivilisation“ nannte.

Das Beharren darauf, die soziale Realität so zu betrachten, wie sie tatsächlich funktioniert, bevor philosophische Überzeugungen zum Tragen kommen, die vorschreiben, wie sie funktionieren sollte. Und die Bereitschaft, Theorien eher auf der Grundlage von Belegen als von Autoritäten zu entwickeln. Oder die Erkenntnis, dass das politische, wirtschaftliche und kulturelle Leben von Mustern bestimmt wird, die sich einer rationalen Analyse unterziehen lassen.

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Jeffrey Epstein und die Krise des Westens

Jeffrey Epstein kurzmeldungen

Jeffrey Epstein war einer jener Männer, die leise hinter den Kulissen Macht ausübten – in den Schattenzonen zwischen Finanzeliten, Politik und globaler Gesellschaft.

(iz). Offiziell ein erfolgreicher Investmentberater, in Wahrheit der Betreiber eines Systems, das ökonomisches Kapital in soziale Erpressbarkeit verwandelte. Seit den frühen 2000er Jahren wurde gegen ihn ermittelt: wegen sexuellen Missbrauchs und Menschenhandels an Minderjährigen. 2008 bekannte er sich in Florida schuldig, „prostitution with a minor“.

Jeffrey Epstein: auffällig mildes Urteil – unaufgeklärter Tod

Das Urteil fiel auffällig milde aus – ein halbes Jahr im offenen Vollzug, täglich ein paar Stunden Hofgang in Freiheit. Elf Jahre später, 2019, wurde er in New York erneut verhaftet, diesmal wegen Sexhandels mit minderjährigen Mädchen.

Doch bevor das Verfahren beginnen konnte, war Epstein tot – tot in einer Zelle in Manhattan, unter Umständen, die bis heute unaufgeklärt sind. Seine engste Vertraute, die britische Gesellschaftsdame Ghislaine Maxwell, wurde 2021 von einer Bundesjury schuldig gesprochen, minderjährige Mädchen für Epstein rekrutiert und vorbereitet zu haben.

2022 erhielt sie zwanzig Jahre Haft, fünf Jahre überwachte Freilassung und eine Geldstrafe von 750.000 Dollar. Ein Urteil – und doch kein Ende. Denn die eigentliche Geschichte, die der Fall Epstein erzählt, beginnt dort, wo die juristische endet: im System, das ihn möglich machte.

I. Macht

Es ist die alte Frage, in neuer Gestalt: Wer kontrolliert die Mächtigen? In der globalisierten Gegenwart haben sich Reichtum und Einfluss von der nationalstaatlichen Kontrolle entkoppelt.

Sie verläuft nicht mehr entlang geografischer Grenzen, sondern entlang von Netzwerken – Konzernen, Stiftungen, Investmentfonds und exklusiven Clubs. Jeffrey Epstein war der Knotenpunkt eines solchen Netzwerks: halb Berater, halb Vermittler, ganz Symbol einer transnationalen Elite, die sich ihrer eigenen Regeln gewiss ist.

Der Fall zeigt, wie tiefgreifend die politische Architektur des 21. Jahrhunderts verschoben wurde. Demokratie, wie sie konzipiert war, vermag die neue Form der Macht kaum noch zu erfassen. Denn diese Macht ist nicht laut, sondern operiert leise in einer Schattenwelt.

Sie wird nicht gewählt, sondern eingerichtet. Und sie operiert in Räumen, in denen Empörung kein Zugriffsmittel ist – Flüge auf Privatjets, Inseln ohne Gerichtsbarkeit und Konten ohne Nationalität.

II. Recht

Der Umgang mit Epstein bleibt ein juristisches Lehrstück in selektiver Energie. Die Vereinigten Staaten können, wenn sie wollen, jeden noch so verborgenen Terroristen bis ans Ende der Welt verfolgen. Doch wenn es um Finanzeliten geht, um Menschen, die in globalen Netzwerken agieren, scheint das gleiche System plötzlich vorsichtig, abwägend, ja beinahe zögerlich zu werden.

Diese Asymmetrie offenbart die Schattenseite des westlichen Rechtsverständnisses: ein moralischer Humanismus nach innen, verbunden mit struktureller Blindheit nach oben.

Es gibt keine internationale Gerichtsbarkeit, die jene ahnden könnte, die zwischen den Systemen operieren. Es gibt kein Tribunal für Reiche und Mächtige. Und so bleibt die Frage: Wie wirksam ist ein Recht, das seine Energien dort erschöpft, wo die Macht am geringsten ist?

Foto: Pixabay | Lizenz: CC0 Public Domain

III. Überwachung

Sechs Millionen Dokumente – so groß ist die Datenflut, die in Epsteins Umfeld gesichert und analysiert werden müsste, um sein Netzwerk vollständig zu rekonstruieren. Rechercheteams, die gründlich arbeiten, bevor sie urteilen, benötigen hierzu Monate.

Die Öffentlichkeit wird kaum Geduld haben die Ergebnisse abzuwarten. Das Problem ist offensichtlich. Wir leben in einer Zeit der totalen Information, und doch fehlen uns in diesem Kontext die Mittel zur Aufklärung.

Allein Regierungen und Sicherheitsfirmen verfügen heute über mächtige Überwachungssysteme: Palantir, Clearview, Geheimdienst-Algorithmen, die Muster des Verhaltens erkennen.

Aber diese Werkzeuge sind auf die Bevölkerungen ausgerichtet, nicht auf die Eliten der Schattenwirtschaft. Die internationale Öffentlichkeit muss ich fragen: Warum lassen sich dieselben Technologien, die Millionen BürgerInnen überwachen, nicht auf jene Netzwerke anwenden, die tatsächlich systemisch gefährlich sind?

Das Ergebnis ist paradox: nie zuvor war Kontrolle technisch so umfassend möglich – und nie zuvor so selektiv eingesetzt. Die „Tech‑Feudalisten“, wie manche sie nennen, herrschen über die Instrumente der digitalen Erkenntnis. Sie schaffen Transparenz nach unten und Undurchsichtigkeit nach oben.

IV. Assoziationsketten

Die mediale Darstellung des Skandals offenbart das erkenntnistheoretisches Dilemma unserer Zeit: „guilty by association“. Wer auf einer Liste steht, wer auf einem Foto zu sehen ist, wer mit Epstein gesprochen hat – all das gilt bereits als Indiz. So entsteht das Gefühl konfuser Schuld, während tatsächliche Verantwortungen zerfließen.

Man kann es als Symptom der Moderne lesen: Informationen sind verfügbar, aber kaum noch deutbar. Zwischen Dokument und Deutung öffnet sich der Raum für Verschwörungstheorien, Misstrauen, absurde Narrative.

So wird Aufklärung zur Farce – und der Versuch, Licht ins Dunkel zu bringen, endet in einem neuen Nebel. Schon jetzt wirkt der bekannte Mechanismus in den Gesellschaften: Linke gegen Rechte, Gläubige gegen Atheisten.

tech-Milliardäre

Foto: The White House | Lizenz: gemeinfrei

V. Milieus und Konfessionen

Epsteins Kontakte reichen quer durch die Ideologien, Kulturen und Religionen. Rechte Internationalisten, linke Kulturikonen, Reformer, Globalisierer, Banker, Künstler, Humanisten – alle finden sich, jeweils aus unterschiedlichen Motiven, in seinem Dunstkreis wieder.

Der Skandal entzieht sich daher jeder eindimensionalen Zuschreibung. Er zeigt vielmehr, dass Machtmilieus ihr Idealbild von Moral längst pluralisiert haben. Es gibt dort keine Religion, keine Philosophie, keine Nation mehr, die als moralisches Korrektiv wirkt.

Und doch eint alle Kulturen, alle Glaubenssysteme eines: die Ablehnung des Missbrauchs von Kindern. In diesem Sinn repräsentiert Epstein nicht nur einen individuellen, sondern einen zivilisatorischen Bruch.

VI. Spekulationen

Israel oder Russland? Geheimdienste, Schattenfinanzierer, politische Kampagnen? Die Vermutungen sind endlos, und keine lässt sich vollständig belegen. Aber aus der Korrespondenz und den Whistleblower-Leaks zeichnen sich bestimmte Muster ab.

Zumindest die Zielrichtungen einiger Akteure scheinen klar zu sein: Schwächung der Europäischen Union, Unterstützung populistischer Strömungen oder der Versuch, die politische Mitte zu destabilisieren. Strategie der Spannung – neu aufgelegt, digitalisiert, global.

Das Epstein-Netzwerk erscheint als ein Fragment einer größeren geopolitischen Landschaft, in der moralische Korruption ein Werkzeug politischer Einflussnahme ist.

VII. Das moralische Problem

Epstein ist längst mehr als ein Name – er ist ein Menetekel. Der Skandal berührt die Grundmauern universaler Moralbegriffe. Der Missbrauch von Kindern ist ein Tabubruch jenseits kultureller Relativismen. Wenn er dennoch geschieht – systematisch, gedeckt, verschwiegen –, dann steht die Glaubwürdigkeit der gesamten Moderne auf dem Spiel.

Dient dieser Skandal der Einigung oder der Spaltung der Menschheit? Die einen sehen in ihm ein Wecksignal, die anderen einen Beweis für den angeblichen Zerfall westlicher Werte. Vielleicht ist das übertrieben. Sorge sollte aber machen, dass jedes moralische System, das seine eigenen Gesetze nicht durchsetzen kann, seine Kraft zur Integration verliert.

VIII. Die Erosion

Im Westen, so scheint es, herrscht die juristische Müdigkeit. Verbrechen, moralisch wie strukturell, bleiben ohne echte Konsequenz. Selbst klare Verstöße gegen das internationale Recht werden auf die Ebene politischer Debatten verschoben.

Die gesellschaftliche Empörung ist groß, die rechtliche Wirkung international anerkannter Normen gering. Das Ergebnis: eine Zwei‑ oder gar Dreiklassenmoral. Währenddessen verlieren Begriffe wie „Rechtsstaat“ oder „westliche Werte“ ihren semantischen Halt. Sie bezeichnen Ideale, die nur noch rhetorisch verteidigt, aber realpolitisch suspendiert werden.

Foto: pixabay.com, Gerd Altmann

IX. Fazit

Antonio Gramsci schrieb in seinen “Gefängnisheften”: „Die Krise besteht gerade darin, dass das Alte stirbt und das Neue nicht geboren werden kann — in dieser Zwischenzeit treten die unterschiedlichsten krankhaften Phänomene auf.“

Jeffrey Epstein ist eines dieser Phänomene – nicht nur als Privatperson, sondern als Symptom einer Übergangszeit. Das Alte – die moralische Ordnung des Nationalstaats, der Rechtsstaat, die Idee des vernünftigen Diskurses – stirbt.

Das Neue – eine globale Ethik, die Macht jenseits territorialer Grenzen kontrolliert – ist noch nicht geboren. In dieser Lücke entstehen „Monster“: digitale Oligarchien, moralische Apathie und Informationskriege.

Die Veröffentlichung der Epstein-Dokumente könnten einen Wendepunkt darstellen. Aber, die mediale Absicht dahinter deutet nicht auf einen Akt der Aufklärung, sondern eher auf eine Strategie der Verwirrung: Millionen Dateien, Millionen Spuren, führen wahrscheinlich zu keinem erzählbaren Narrativ.

Die traurige Wahrheit ist, dass nicht Zensur die Wahrheit verdunkelt, sondern die Überfülle ungeordneter Information. Was bleibt, ist eine paradoxe Transparenz: Wir wissen mehr – und verstehen weniger. Die Dunkelzonen der Macht sind nicht verschwunden; sie haben nur ihre Form geändert. Sie leuchten grell unter den Scheinwerfern einer Informationsgesellschaft, die alles sieht und nichts erkennt.

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Zur Politisierung des Heiligen

heilige religion

Das Heilige jenseits der Machtfragen: Wofür wird Religion noch gebraucht?

(iz). Religionskritik hat in den letzten Jahrzehnten einen paradoxen Erfolg errungen: Sie hat den öffentlichen Diskurs über Religion politisiert – und ihn damit verengt. Was ursprünglich ein menschliches Grundphänomen mit metaphysischen, epistemologischen, ethischen und kosmologischen Dimensionen ist, erscheint heute fast ausschließlich unter dem Blickwinkel politischer Macht, gesellschaftlicher Konflikte oder normativer Identitätsfragen. Religion wird damit zu einem Unterfall politischer Ideologie, statt als eigenständige Weise des Welt- und Selbstverhältnisses verstanden zu werden.

Diese Verschiebung ist nicht zufällig. Sie ist das Resultat einer langen Genealogie, die von der aufklärerischen Entzauberung der Welt über den Marxismus bis zu zeitgenössischen Formen der Ideologiekritik reicht.

Das Heilige und die Macht: Religion wurde zunehmend als Herrschaftsinstrument interpretiert

Religion wurde zunehmend als Herrschaftsinstrument, als Ausdruck sozialer Verhältnisse oder als kulturelles Abwehrdispositiv interpretiert. In dieser Perspektive verliert sie ihren Eigenwert und erscheint nur noch als Funktion historischer Machtkonstellationen.

Doch gerade im Triumph dieser Sichtweise liegt ein Verlust begründet: Die ganzheitliche Dimension religiöser Praxis und Erfahrung gerät aus dem Blick.

Diese Politisierung ist längst nicht mehr nur ein analytischer Blick von außen, sondern prägt zunehmend die Religionspraxis selbst. In vielen Teilen der Welt haben sich religiöse Traditionen mit nationalistischen Projekten, identitären Abwehrkämpfen und machtpolitischen Interessen verbunden.

Religion erscheint dann nicht mehr als Kritik der Macht, sondern als deren kulturelle Verstärkung. Wo religiöse Symbole zur Markierung kollektiver Feindbilder dienen, wird der metaphysische Horizont durch territoriale und ethnische Grenzziehungen ersetzt. Die spirituelle Suche nach Wahrheit verengt sich zur Verteidigung von Zugehörigkeit.

Bioethik

Foto: nevodka.com/Adobe Stock

Deutungsangebote für das Ganze des Wirklichen

Religiöse Traditionen haben über Jahrtausende nicht primär politische Programme formuliert, sondern Deutungsangebote für das Ganze des Wirklichen entworfen – für Geburt und Tod, Schuld und Vergebung, Sinn und Leid, Zeit und Ewigkeit.

Sie artikulierten Ordnungen, in denen das Vereinzelte des menschlichen Lebens auf eine übergreifende Einheit bezogen wurde: in metaphysischen Prinzipien, symbolischen Kosmologien, kultischen Zeitstrukturen und spirituellen Übungswegen. Diese Ordnungen waren nicht bloß abstrakte Theorien, sondern verkörperte Weltverhältnisse, in denen Denken, Handeln und Empfinden ineinandergriffen.

Mit der gegenwärtigen Reduktion auf politische Lesarten verschwindet diese existenzielle Tiefendimension nahezu vollständig. Zugleich greift eine eigentümliche Arbeitsteilung um sich: Religion gilt in ihrer politischen Dialektik als potenziell gefährlich und wird deshalb in den privaten Raum verwiesen. Öffentliche Gestaltungsmacht, so lautet der implizite Konsens, soll allein säkularen Institutionen zukommen.

Privatisierung von Religion steht im Widerspruch zu Herausforderungen

Doch diese Privatisierung steht in einem auffälligen Widerspruch zu den Herausforderungen der Gegenwart. In Fragen der Biotechnologie, der künstlichen Intelligenz, der ökologischen Transformation oder der globalen Gerechtigkeit geht es längst nicht nur um technische Machbarkeit, sondern um Maßfragen sowie um das Bild des Menschen und um Vorstellungen von Verantwortung.

Gerade hier wären religiöse Traditionen gefordert, sich einzumischen – nicht als politische Akteure unter anderen, sondern als jahrhundertealte Speicher ethischer, kosmologischer und anthropologischer Reflexion.

Ebenfalls unbeachtet bleiben dadurch die vielschichtigen Verflechtungen von Religion mit Philosophie, Ökonomie und Technik. Philosophisch war Religion über Jahrtausende der Träger und Motor grundlegender Reflexionen über Sein, Erkenntnis, Maß und Ziel.

Die großen metaphysischen Systeme der Antike und des Mittelalters sind ohne ihre religiösen Quellen nicht denkbar; selbst die Moderne definiert sich noch im Widerstreit mit diesen Denktraditionen. Religion war nicht bloß Gegenstand philosophischer Kritik, sondern deren ursprünglicher Nährboden.

zakat Rechtsextremismus ökonomen

Foto: Thomas Wolf, www.foto-tw.de / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0

Ökonomie und die Religion

Ökonomisch strukturierte Religion Formen des Tausches, der Gabe, der Schuld und der sozialen Bindung, lange bevor moderne Marktmechanismen und staatliche Institutionen diese Funktionen übernahmen.

Tempel, Klöster und Kirchen waren nicht nur Orte des Kultes, sondern auch Knotenpunkte von Produktion, Distribution und Fürsorge. Religiöse Ethiken prägten Vorstellungen von Arbeit, Reichtum, Maßhalten und Verantwortung und wirken – oft unsichtbar – bis in gegenwärtige Wirtschaftskulturen fort.

Und technisch war Religion von der Monumentalarchitektur über die Buchkultur bis zur Medientechnik eine treibende Kraft symbolischer Welterschließung. Kathedralen, Ritualobjekte, Ikonen, Schriftmedien und liturgische Inszenierungen waren frühe Hochformen einer Technik des Sichtbarmachens des Unsichtbaren.

Auch moderne Bild- und Kommunikationstechnologien stehen, bei aller funktionalen Entzauberung, noch in dieser Traditionslinie.

Empörung Foto: Drazen Zigic, Shutterstock

Zusammenhänge werden nivelliert

Die reduktive Religionskritik unserer Gegenwart nimmt diese Zusammenhänge kaum noch wahr. In ihrer Fixierung auf Machtanalysen und Diskurskämpfe verliert sie ausgerechnet das aus dem Blick, was Religion – jenseits aller dogmatischen Verhärtungen – philosophisch und kulturell bedeutsam macht: ihren Versuch, eine umfassende, sinnstiftende Ordnung des Wirklichen zu entwerfen, die den Menschen nicht nur politisch positioniert, sondern existenziell orientiert.

Doch auch die Religionen selbst können sich dieser Diagnose nicht entziehen. Wenn sie ihre gesellschaftliche Relevanz jenseits von Identitätspolitik und Machtallianzen zurückgewinnen wollen, genügt es nicht, auf äußere Missverständnisse zu verweisen.

Erforderlich ist eine innere Transformation: eine bewusste Distanzierung von der eigenen Politisierung und eine Rückbesinnung auf jene Dimensionen, in denen Religion historisch wirksam war – als philosophische Sinnsuche, als ökonomische Ethik des Maßes und der Verantwortung, als kulturelle Form der Weltdeutung jenseits bloßer Zweckrationalität.

Damit verliert der moderne Diskurs nicht nur einen Gegenstand, sondern eine Dimension des Denkens. Wo Religion nur noch als politisches Risiko oder als Identitätsmarker erscheint, verschwindet die Frage nach dem Ganzen, nach dem letzten Grund, nach dem Maß menschlicher Existenz.

Die Welt wird erklärbar, aber nicht mehr deutbar; sie wird funktional, aber nicht mehr sinnvoll. Was bleibt, ist eine Rationalität ohne Transzendenz, eine Politik ohne metaphysischen Horizont – und ein Mensch, der sich selbst nur noch als Produkt historischer Kräfte versteht, nicht mehr als Wesen, das auf Sinn, Wahrheit und Ganzheit hin entworfen ist.

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Wie Influencer ihre Macht ausüben könnten

Influencer

Was tun mit den Influencern? Den Muslimen fehlen bisher die nötigen Begriffe und ethischen Maßstäbe für eine Einhegung des Phänomens.

(iz). In Nordrhein-Westfalen haben Steuerfahnder gerade Wohnungen und Geschäftsräume zahlreicher professioneller Influencer durchsucht, die im Verdacht stehen, rund 300 Millionen Euro Steuern hinterzogen zu haben. Grundlage der Razzien war ein Datenpaket mit 6.000 Datensätzen aus Social-Media-Plattformen, das auffällige Erlöse aus Werbung, Abo-Zahlungen und Sponsoring dokumentiert.

Nach Angaben der Behörde laufen bereits rund 200 Verfahren – meist wegen fünfstelliger, in Einzelfällen sogar millionenschwerer steuerlicher Fehlbeträge.

Was sind eigentlich Influencer?

Ist jeder, der einen erfolgreichen Account bei Instagram bzw. auf TikTok unterhält ein Influencer oder gehört mehr dazu? Laut einer Definition handelt es sich dabei um eine Person, die auf Social-Media-Plattformen durch regelmäßige Inhalte eine definierte Zielgruppe aufbaut und ihre Meinungen, Interessen bzw. Kaufentscheidungen gezielt beeinflusst. Grundsätzlich gilt, dass sie ihren Betrieb als Werbung kennzeichnen müssen, wenn sie eine Gegenleistung für ihren Content erhalten.

Foto: Shutterstock

Wie lohnend das Betriebsmodell sein kann, zeigt der Fall NRW. Das Schlüsselwort dabei ist Monetarisierung. Hierbei handelt es sich um die Umwandlung von Reichweite und Interaktion in Einnahmen. Dazu zählen bezahlte Kooperationen, Affiliate-Links, Abonnement-Modelle oder der Verkauf eigener Produkte und digitaler Inhalte.

Innerhalb unserer Community hat sich in den letzten Jahren eine reichweitenstarke und diverse Landschaft aus Influencern entwickelt. Dazu gehören beliebte Kanäle von Contentmachern wie den Datteltätern, individuelle, informierende Accounts wie die von Dr. Hatun oder Kopftuchmädchen. Hierzu zählen leider ebenso extremistische Köpfe, ebenfalls mit hunderttausenden Followern im Netz.

Normalerweise bedingte Gefährlichkeit

Solange sich das Angebot dieser Eigendarsteller auf den Verkauf von Pülverchen bzw. Lifestyletricks beschränkt, werden höchstens die im Negativfall glücklosen Kunden getäuscht. Negativ kann sich die Branche auswirken, wenn sie bspw., wie es seit Jahren geschieht, Schwurbel und Unfug beim Thema Gesundheit erzählt.

Ein Beispiel dafür waren Desinformationen, die von bekannten Influencerinnen und anderen digitalen It-Girls bei schwerwiegenden Fragen wie Depressionen veröffentlicht wurden.

Foto: Shutterstock

Der muslimischen Community fehlen die Begriffe und eine neue Ethik im Umgang

Wie bei verwandten Themen rund um soziale Netzwerke, Kommunikation und Medienkompetenz ist nicht nur die allgemeine Gesellschaft unvorbereitet auf den Umgang mit Gefahren. Das Gleiche lässt sich über die muslimische Community sagen.

Wir haben nicht die nötigen Begriffe, Diskurse und Ethik entwickelt, ob und wie eine negative Ausübung dieser digitalen Macht durch Einzelne eingehegt oder begrenzt werden kann.

Drei mögliche, teils (noch) hypothetische Szenarien eröffnen sich hier. Sie verlangen nach einer kritischen Reflexion durch uns. Wie umgehen mit etwaigen betrügerischen Influencern, die ihre muslimisch verbrämte Reichweite nutzen, um ihre Follower bspw. durch gefälschte Spendensammlungen bestehlen?

Die zweite Option sind Stimmen, die dank ihrer unzähligen Anhänger Definitionshoheit, Repräsentation und letzthin Macht innerhalb der Community beanspruchen. Wie wollen Verbände und Gremien hier etwaige Machtansprüche durch digitale Selbstdarsteller beantworten?

Drittens ermöglicht das symbolische Kapital im Netz allen möglichen Charakteren, die Followerschaft zum Schlechten anzuhalten.

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Die AfD und die Machtfrage 

afd macht

Ein Kommentar über den Umgang mit der AfD bzw. anderen Extremen oder was sich dazu aus einem Buch von Ilja Trojanow lernen lässt.

(iz). „Gesichert rechtsextrem“ – das ist die Schlussfolgerung eines unveröffentlichten Berichts des Verfassungsschutzes über die Alternative für Deutschland.

Viele Muslime stimmen dieser Bewertung grundsätzlich zu, da das verfassungsfeindliche Ressentiment der Partei gegenüber einer der größten Minderheiten in Deutschland offenkundig ist. Eine andere Frage schließt sich dem an: sollte man die Partei kurzerhand verbieten?

Streit in der Republik: Wie soll man mit der AfD umgehen?

Hier sind die Stimmen gemischt: Viele Kommentatoren warnen vor einer möglichen Machtergreifung der Rechtskonservativen und der Aussicht auf einen anderen Staat. Sie argumentieren mit der geschichtlichen Erfahrung rund um die legale Machtaneignung und berufen sich auf die Losung: „Wehret den Anfängen.“

Das Problem dieses Lösungsansatzes liegt auf der Hand. Man kann die Partei zwar verbieten, aber nicht ihre WählerInnen aus der Welt schaffen. Sie werden sich als Opfer sehen und können sich auf anderem Wege weiter radikalisieren.

Gegner des Verbotsansatzes argumentieren, dass der Staat unbequeme Ansichten akzeptieren und Wählerstimmen nicht einfach ignorieren darf. Sahra Wagenknecht warnt gar vor einem „autoritären Umbau“ des Staates, der sich seinen Gegnern auf fragwürdigem Wege entledigt.

Zudem, so andere Stimmen, sei die Bekämpfung des Rechtsradikalismus nicht Aufgabe der Geheimdienste, sondern eine Herausforderung für die Zivilgesellschaft. Das Dilemma bleibt: wie kann eine Demokratie im Umgang mit ihren Feinden „demokratisch“ bleiben?

Trojanow: Bulgarien oder die Frage nach der Macht

Zum Thema passt eine neue Veröffentlichung von Ilija Trojanow: Das Buch der Macht. Er übersetzt – in eigenen Worten – ein bislang nicht übersetztes Großgedicht des bulgarischen Schriftstellers Stojan Michailowski aus dem Jahr 1897. Die Satire erzählt die Strategien, Einsichten und Lehren eines osmanischen Wesirs, der seinen Neffen für die Machtübergabe vorbereiten will.

Der Text wird zu einer Generalabrechnung über das Wesen oder besser Unwesen der Machtausübung, die unabhängig von dem jeweiligen historischen Kontext wirkt. An vielen Stellen wird man an eines der großen Bücher zum Thema erinnert, den Fürsten von Machiavelli.

Der Autor schafft einen Spannungsbogen, in dem er die schonungslosen, teilweise zynischen Aussagen über die Macht mit passenden Zitaten aus verschiedenen Epochen begleitet. Dabei überlässt er zunächst dem Leser das Denken und Urteilen. Im Ergebnis gelingt ihm eine faszinierende Collage über das Phänomen der politischen Macht.

Foto: Aufbau Verlag 2025

Im Nachwort setzt er diese Einsichten in den Kontext unserer Tagespolitik; ohne dabei die sozialen und ökonomischen Widersprüche unserer Zeit zu vernachlässigen. Ins Zentrum trifft auch seine Analyse der Politik Trumps und der rechten Bewegungen Europas, denen er vorwirft, die wirtschaftlichen Machtverhältnisse des Status quo nicht in Frage zu stellen.

Extreme profitieren vom Versprechen der Stabilität

Stattdessen, so der Autor, gaukeln diese politische Kräfte das Versprechen der Stabilität in einer Welt im Wandel vor. Die Identitätsfrage wird vom Individuum zum Staat verschoben:

„Anstelle einer verwirrenden Vielfalt an persönlichen Lebensentwürfen soll sich eine Gemeinschaft – so die Sehnsucht – an einer festen Burg orientieren, an einem unerschütterlichen Bollwerk, einer starken Bastion, einem eisernen Schild – Metaphern für den repressiven Staat als unerschütterliche Barriere gegen Chaos und Unsicherheit.“

Nach der Lektüre des Buches ahnt man, dass die Rettung der Demokratie keine kurzfristig zu lösende Frage ist, die auch ein schnelles Parteiverbot nicht garantiert. Trojanow zitiert Simone Weil, die dann erinnert, dass alle modernen Parteien stets ihre Ohnmacht beklagen, „die sie stets der unzureichenden Menge an Macht zuschreibt, über die sie verfügt“.

Die Verführung der Macht ist in politischen Systemen, die über ungeheure Mittel ihrer Ausübung verfügen, immanent vorhanden. Kurzum: Wer über ihr Wesen nachdenkt, kommt nie zur Ruhe. Da von allen Seiten – seien sie ökonomisch, religiös oder ideologisch motiviert – Gefahren für den Bestand der Zivilgesellschaft drohen.

Wie immer man zu einem Verbot der AfD steht, die Debatte über den Umgang mit Andersdenkenden ist so wichtig, dass sie nicht mit Schlagworten geführt werden kann. Es ist daher für das Niveau der Auseinandersetzung gut, wenn sich engagierte Schriftsteller wie Trojanow einmischen.

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Neues von den Rechten? Trump, Musk und die AfD im Rausch

trump

Bei der Krönungszeremonie von Donald Trump wurde auch ein politisch-religiöses Glaubensbekenntnis verkündet.

(iz). Ist es eine konservative Revolution? Diesen Eindruck will das Spektakel vermitteln, mit dem die zweite Präsidentschaft von Donald Trump in den USA begann. Die Krönungszeremonie begleitet eine selbstbewusste Äußerung des Politikers, die in den Rahmen des politischen Christentums fällt: „Ich glaube, dass mein Leben aus einem bestimmten Grund gerettet wurde. Ich wurde von Gott gerettet, um Amerika wieder groß zu machen.“

Trumps Glaubensbekenntnis

Diese Bestimmung der Mission Trumps ist nicht nur eine religiöse Verklärung der eigenen Rolle. Es ist auch ein Glaubensbekenntnis, das die Klammer seiner bunten, multiethnischen Wählergemeinschaft bildet.

Während sich die Gegner des Präsidenten um den Fortbestand der Demokratie sorgen, formuliert er – ganz im Sinne des rechtskonservativen Theoretikers Carl Schmitt – seine Großraumtheorie. Kanada, Grönland und Panama – wahrscheinlich auch Mexico – fallen in diesen Raumbegriff jenseits der antiquierten Nationalstaaten.

Die Theorie stellt das universale Völkerrecht infrage und betrachtet die Weltordnung als hierarchisch und von Machtverhältnissen bestimmt. Gebannt schaut die Welt zu, ob es Trump, den Mann ohne politische Eigenschaften, tatsächlich gelingen wird, den Krieg in der Ukraine mit einem „Deal“ zu beenden.

Elon Musk – die zweite zentrale Figur

Die andere zentrale Figur neben dem Präsidenten ist der Tech-Milliardär Elon Musk und sein Plan der ultimativen Eroberung des Raumes. Seine Patrioten im Raumanzug wollen auf dem Mars die amerikanische Flagge hissen. Daneben plant die Administration mit Hilfe des Geschäftsmanns eine Beschränkung der Staatsausgaben. Der Staatsapparat soll künftig sparen lernen, weniger solidarisch, sondern effizient agieren.

Die republikanische Träume, so die nüchterne Analyse Musks, sind von einem dynamisch wachsenden, gigantischen Schuldenberg bedroht. Neben der Vision einer Beherrschung des Raumes kommt der andere Schlüssel zur globalen Macht hinzu, der die Kernkompetenz der US-Wirtschaft im 21. Jahrhundert darstellt: die Verwaltung von Daten.

Donald Trump kündigte bereits Milliardenprogramme zum Ausbau der künstlichen Intelligenz an. Der Glaube der Tech-Giganten, eines Tages alles zu wissen und alles vorher zusehen, ist die andere pseudo-religiöse Komponente der amerikanischen Vision.

Tech-Genie Elon Musk macht

Foto: Kavi Design, Shutterstock

Ein Oligarch als Außenpolitiker

Nebenbei widmet sich Elon Musk der irdischen Außenpolitik. Mit seiner sozialen Plattform X ist er in der Lage, die Idee einer grenzenlosen Meinungsfreiheit umzusetzen. Seine Medien schüren einerseits die Konflikte zwischen den Kulturen und Religionen auf unterem Niveau, anderseits sind sie ideale Bühne, um den Brückenschlag zu den populistischen Kräften in Europa zu gestalten.

Zwei Beispiele der Kommunikationsstrategie sind die Bilder über seine platonische Liebe zur italienischen Ministerpräsidentin Georgia Meloni oder unlängst ein Interview im Entertainment-Format mit der AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel.

Wie wirksam der Wind aus den USA in die Segel der Alternative für Deutschland weht, bleibt abzuwarten. Die Partei freut sich im Wahlkampf über jede Schlagzeile und sieht die Chance, bisher unpolitische, technikaffine junge Leute mit Hilfe der Sympathiebekundungen des Ingenieurs aus den USA zu gewinnen. Die AfD hat aber noch ein anderes Klientel im Visier.

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Foto: imago | Ina Peek

AfD-Kandidat Krah zielt auf Migranten und sogar Muslime ab

Während im Osten der Republik die Partei mit fragwürdigen, außerparlamentarischen Partnern weiter ungeniert die Politisierung der Straße betreibt, sind ihre expansiven Möglichkeiten im Westen des Landes beschränkt.

Der Europaabgeordnete Maximilian Krah lässt unter dem Eindruck der Erfolge der Machtachse Trump-Musk mit einem neuen Ansatz aufhorchen. Im Podcast „Ungeskriptet“ fordert er die eigene Partei auf, die Frage der Immigration differenzierter anzugehen und nicht alle Muslime über einen Kamm zu scheren.

Krah, der in den sozialen Medien Millionen junger Leute erreicht, sieht zum Beispiel in den Gemeinschaften mit türkischen Immigrationshintergrund mögliche Partner und in deutschlandfreundlichen Muslimen künftige WählerInnen.

Seine Strategie wird mit drei Argumenten unterlegt: Gläubige Menschen seien potentiell Konservative. Mit anderen, identitär motivierten Bewegungen könne man Bündnisse schließen. Und wegen der demographischen Entwicklung im Lande gäbe es für die AfD keine machtpolitische Alternative zu seinem Ansatz. Für ihn liefert der erfolgreiche Wahlkampf der Republikaner das Erfolgsrezept: Trump wird von verschiedensten Ethnien unterstützt.

Muslimfeindlichkeit Expertenkreis

Foto: Markus Spiske, via flickr | Lizenz: CC BY 2.0

In der AfD ist über diese strategische Frage heftiger Streit ausgebrochen, vor allem mit den Flügeln, die ideologisch tief in den „Remigrationsphantasien“ gründen und von einer nationalen Renaissance im alten Stil träumen.

Langfristig könnte der theoretische Ansatz einer „wählbaren“ AfD Unruhe in die Community bringen: Ist es ausgeschlossen, dass die Glaubensgemeinschaften, die sich nach Anerkennung und Identität sehnen, diese denkbare Avance der AfD anspricht? Bisher ist die Mehrheit aller Muslime klar gegen die Rechtspopulisten positioniert.

Sie ist aber zunehmend ratlos, welches andere Angebot des Parteienspektrums ihrem Menschen- und Weltbild entspricht. Eine Option ist daher, gar nicht mehr zu wählen. Für die etablierten Parteien bietet die Lage eine letzte Chance: Entweder sieht sie das Potential der Muslime endlich positiver oder diese Gesellschaftsschicht sucht sich neue politische Alternativen.

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Essay: die Macht der Machtlosen 

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Warum Menschen Macht nicht ergreifen – unsere „Schöne neue Welt“. Ein Essay aus dem Lesezirkel der Hamburger NMA. Text von Ahmet Aygün. (iz). Dieses Essay ist der zweite von drei […]

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Von Murdoch zu Musk. Jetzt haben die Tech-Bros die mediale Macht

Tech-Genie Elon Musk macht

Themenschwerpunkt soziale Medien: Die globale Medienmacht hat sich von den Zeitungsmoguln zu Tech-Oligarchen verschoben

(The Conversation). Bis vor kurzem war Elon Musk nur ein äußerst erfolgreicher Elektroauto-Tycoon und Weltraumpionier. Sicher, er war unberechenbar und unverblümt, aber sein globaler Einfluss war begrenzt und scheinbar unter Kontrolle. Mit dem Besitz von nur einer Medienplattform in Form von Twitter (jetzt X) ist aus dem Eigenbrötler ein Mogul geworden, und der Stab des größten medialen Bullys der Welt ist an einen neuen Spieler übergegangen. Von Matthew Ricketson & Andrew Dodd

Soziale Netze und Medien: Wer hat die Macht?

Was wir aus der Beobachtung von Musks Führung von X ableiten können, ist, dass er anders ist als frühere Medienmogule. Was ihn potenziell gefährlicher macht. Er arbeitet nach seinen eigenen Regeln, oft außerhalb der Reichweite von Regulierungsbehörden. Er hat gezeigt, dass er keine Rücksicht auf diejenigen nimmt, die versuchen, ihn zu zügeln.

Unter dem alten Regime gaben Pressezaren, von William Randolph Hearst bis Rupert Murdoch, zumindest vor, sich einem wahrheitsgetreuen Journalismus verpflichtet zu fühlen. Dabei war es ihnen egal, dass sie gleichzeitig Einschüchterung und Schikane einsetzten, um ihre kommerziellen und politischen Ziele zu erreichen.

Musk hat keine Notwendigkeit und auch kein Verlangen nach solchen Täuschungsmanövern, weil er nichts, was er sagt, auch nur mit einem hauchdünnen Schleier des Journalismus verhüllen muss. Stattdessen ist sein treibendes Motiv die Redefreiheit, was oft ein Code dafür ist, dass man es besser nicht wagt, ihm in die Quere zu kommen.

Das bedeutet, dass wir uns auf Neuland befinden, aber es heißt nicht, dass das, was davor war, irrelevant ist. Wenn Sie eine umfassende, aktuelle Einführung in das Verhalten von Medienmoguln im letzten Jahrhundert und darüber hinaus suchen, hat Eric Beecher sie gerade in seinem Buch „The Men Who Killed the News“ geliefert.

Neben Berichten über Personen wie Hearst in den Vereinigten Staaten und Lord Northcliffe im Vereinigten Königreich zitiert Beecher das berüchtigte Beispiel von John Major, dem britischen Premierminister zwischen 1990 und 1997, der sich weigerte, Murdochs Widerstand gegen eine Stärkung der Beziehungen zur Europäischen Union zu folgen.

Islamberichterstattung

Foto: Bjoern Wylezich, Shutterstock

In einem Gespräch zwischen Major und Kelvin MacKenzie, dem Herausgeber von Murdochs englischer Boulevardzeitung „The Sun“, wurde dem Premierminister unverblümt gesagt: „Nun, John, lass es mich so sagen. Auf meinem Schreibtisch steht ein großer Eimer mit Scheiße und morgen früh werde ich dir den ganzen Inhalt über den Kopf schütten.“

Medienmogule verwenden metaphorische Geschosse. Die relativ wenigen Menschen, die sich ihnen widersetzen, wie Major, werden von ihrer Regierung sprichwörtlich mit Dreck beworfen. Zu den Schlagzeilen in „The Sun“ nach dem Wahlsieg der Konservativen im Jahr 1992 gehörten: „Zwergen-Premierminister“, „Der Aufgabe nicht gewachsen“ und „1.001 Gründe, warum du so ein Trottel bist, John“.

Wenn Medienmoguln seit Hearst und Northcliffe zwischen der Produktion von Journalismus und der Verfolgung ihrer kommerziellen und politischen Ziele hin- und hergerissen sind, haben sie zumindest Ersteres getan, und einiges davon war sehr gut. Die Führungskräfte der Social-Media-Giganten beanspruchen dagegen keine Rolle als vierte Gewalt. Wenn überhaupt, scheinen sie die Berichterstattung mit einer Zange so weit wie möglich von ihrem Gesicht fernzuhalten.

Die neuen Oligarchen haben enorme Mittel

Sie verfügen jedoch über ein enormes Vermögen. Apple, Microsoft, Google und Meta, früher bekannt als Facebook, gehören zu den zehn weltweit führenden Unternehmen nach Marktkapitalisierung. Im Vergleich dazu liegt die Marktkapitalisierung der News Corporation derzeit weltweit auf Platz 1.173.

Der Gründer und CEO von Meta, Mark Zuckerberg, ist dafür bekannt, dass er sich nicht an die Regeln hält, wie er im Februar 2021 demonstrierte, als er gegen den Verhandlungskodex protestierte, indem er einseitig Facebook-Seiten mit Nachrichten schloss. Im Allgemeinen bestand seine Strategie jedoch darin, Standardmethoden der Öffentlichkeitsarbeit und des Lobbyings einzusetzen. Sein Rivale Elon Musk hingegen setzt seine Social-Media-Plattform X wie eine Abrissbirne ein.

Dieser ist so ziemlich das Erste, was der durchschnittliche X-Nutzer in seinem Feed sieht, ob er will oder nicht. Er lässt alle an seinen Gedanken teilhaben; ganz zu schweigen von seinen Gedankenblasen. Er bezeichnet sich selbst als Verfechter der freien Meinungsäußerung, aber die meisten seiner Äußerungen sind stark rechtslastig und lassen wenig Raum für alternative Ansichten.

gewalt kurzmeldungen

Foto: imago images, ZUMA Press Wire

Elon Musk als Brandbeschleuniger

Einige seiner Tweets waren hetzerisch, wie der Link zu einem Artikel, der eine Verschwörungstheorie über den brutalen Angriff auf Paul Pelosi, den Ehemann der ehemaligen US-Sprecherin Nancy Pelosi, verbreitet, oder sein Tweet, dass „ein Bürgerkrieg unvermeidlich ist“, nachdem es kürzlich in Großbritannien zu Unruhen gekommen war.

Wie die BBC berichtete, kam es nach der tödlichen Messerstecherei auf drei Mädchen in Southport zu den Gewaltausbrüchen. „Die anschließenden Unruhen in Städten und Gemeinden in ganz England und in Teilen Nordirlands wurden durch Fehlinformationen im Internet, rechtsextreme und einwanderungsfeindliche Stimmungen angeheizt.“

Der Oligarch schert sich nicht um Nettigkeiten, wenn die Leute anderer Meinung sind. Ende letzten Jahres erwogen Werbetreibende, X zu boykottieren, weil sie glaubten, dass einige von Musks Beiträgen antisemitisch seien. Er sagte ihnen in einem Live-Interview: „F… euch doch“.

Er hat Donald Trump, den Präsidentschaftskandidaten der Republikanischen Partei, wieder auf X willkommen geheißen, nachdem Trumps Konto wegen seiner Kommentare zum Angriff auf das Kapitol am 6. Januar 2021 gesperrt worden war. Seitdem haben beide Männer die Idee ins Spiel gebracht, gemeinsam zu regieren, falls Trump eine zweite Amtszeit gewinnt.

Ist die Welt besser dran mit Tech-Bros wie Musk, die uneingeschränkte Freiheit fordern und ihren Einfluss dreist geltend machen? Oder mit altmodischen Medienmoguln, die wohlklingende Rhetorik über Pressefreiheit verbreiten und unter dem Deckmantel des Journalismus Einfluss ausüben?

Das ist eine Frage unserer Zeit, mit der wir uns wahrscheinlich auseinandersetzen sollten.

* Übersetzt und veröffentlicht im Rahmen einer CC-Lizenz.

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Warum lernt der Mensch nicht aus der Geschichte?

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Essay: Über die Schwierigkeiten des Menschen, die richtigen Lehren aus seiner Geschichte zu ziehen. (iz). Die Geschichte ist ein Lehrmeister, der uns immer wieder vor Augen führt, dass der Mensch […]

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Essay: Die Frage der Macht

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Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass erst mit Machiavellis „Il Principe“ die Frage der Macht zu einer zentralen Frage der Philosophie avanciert sei, auch wenn dies gängige Ansicht in […]

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