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Eine Geschichte von Flucht und Vertreibung: Rohingya-Drama „Lost Land“ gewinnt Fritz-Gerlich-Preis 2026

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Wie Kinder Flucht erleben – das erzählt das preisgekrönte Drama „Lost Land“ am Beispiel der Rohingya. Es ist der erste Kinofilm in der Sprache dieser verfolgten muslimischen Volksgruppe. 

(KNA). Verstecken und Fangen spielen Somira (9) und ihr Bruder Shafi (4) am liebsten. Das hat etwas Makabres, denn das ganze Dasein der Rohingya-Ethnie, zu der die Geschwister gehören, besteht genau daraus: sich zu verstecken und hoffen, nicht gefangen zu werden. Von Marius Nobach

Der japanische Regisseur Akio Fujimoto erzählt in seinem Drama „Lost Land“ von ihrem Schicksal. Wie viele Angehörige der verfolgten muslimischen Volksgruppe aus Myanmar leben die Kinder, ihr Großvater und eine Tante als Flüchtlinge in Bangladesch.

Die kleine Familie versucht mit anderen Mitgliedern der Gemeinschaft übers Meer nach Malaysia zu gelangen. Dort wohnen Verwandte. Doch die Reise ist gefährlich. Die Rohingya werden bedroht, misshandelt und bestohlen. Schließlich finden sich die Geschwister allein mitten im Dschungel wieder.

Fotos: Trigon Film

Beim 43. Filmfest München wurde „Lost Land“ am Mittwochabend mit dem Fritz-Gerlich-Preis 2026 ausgezeichnet. Kardinal Reinhard Marx übergab die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung. Der Preis wird von der katholischen Filmproduktionsfirma Tellux gestiftet und erinnert an den Publizisten Fritz Gerlich (1883-1934).

Der katholische Journalist hatte sich Anfang der 1930er-Jahre als Herausgeber der Wochenzeitung „Der gerade Weg“ entschieden gegen den Nationalsozialismus positioniert. Nach Hitlers Ernennung zum Reichskanzler wurde Gerlich Anfang 1933 verhaftet und in der Nacht vom 30. Juni auf den 1. Juli 1934 im Konzentrationslager Dachau ermordet.

Der nach ihm benannte Preis geht seit 2012 jedes Jahr an einen Film aus dem Programm des Filmfests München, der sich für mehr Menschlichkeit und gegen Diktatur, Intoleranz und Verfolgung einsetzt.

Die Jury würdigte Fujimoris Arbeit als „eine bemerkenswert sensible Inszenierung, die dokumentarische Authentizität mit eindringlicher Erzählkunst verbindet“. Der Regisseur erzähle von Flucht und Vertreibung, ohne in Klischees zu verfallen. Trotz der Hoffnungslosigkeit in vielen Momenten lasse „Lost Land“ auch Trost aufscheinen.

Beispiele von Hilfe und Anteilnahme machten deutlich, „wie leicht es wäre, das Schicksal der Menschen und damit unsere ganze Welt besser zu machen, indem wir uns der Not unserer Nächsten nicht verschließen“.

„Lost Land“ gilt als erster Kinofilm, der in der Sprache der Rohingya gedreht wurde. Der Regisseur zielt auf Authentizität durch den Einsatz von nichtprofessionellen Schauspielern und einer Kamera, die stets nah am Geschehen bleibt.

Fotos: Trigon Film

In unübersichtlichen Situationen taucht sie mitten ins Chaos hinein und versucht, mit den gehetzten Figuren mitzuhalten. Die Erzählung wird durch die Etappen der Flucht vorangetrieben, wobei der Film immer mehr die Perspektive der Kinder einnimmt.

Warum sie überhaupt fliehen müssen, begreifen sie in ihrem jungen Alter natürlich noch nicht. Doch wenn sie verängstigt wahrnehmen, dass die vermeintlichen Helfer eine neue Bedrohung sind, überträgt sich ihre Furcht unmittelbar auf den Zuschauer. Das gilt allerdings auch für den Mut, den die zwei zeigen, als sie ganz auf sich allein gestellt sind.

Die Szenen der engen geschwisterlichen Bindung holen die Emotion in den Film zurück, die man vorher beim rücksichtslosen Umgang mit den Rohingya schon für verloren hielt.

Fujimoto und seinen glaubhaften jungen Darstellern gelingt es, in dieser an sich verzweifelten Lage einen Kontrast in der Stimmung zu setzen: In ihrer Zweisamkeit finden die Kinder neue Kraft, sie richten sich auf und können sogar wieder spielen und lachen.

Das sind freilich nur Momente, denn „Lost Land“ erzählt kein Märchen, in dem alle Figuren am Ende glücklich am Ziel ihrer Träume ankommen.

Sein ernstes Anliegen behält der Film stets im Blick: Eindrücklich erinnert er daran, dass Hunderttausende Rohingya ihrer Heimat beraubt wurden und unter menschenunwürdigen Bedingungen leben müssen.

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Die Rohingya-Boote verschwinden: Auch der muslimischen Welt sind sie egal

rohingya kurzmeldungen

Die Boote der Rohingya verschwinden oft lautlos. Kein Kamerateam, nirgends eine Schlagzeile, unbekannte Namen – nur ein neuer Punkt in der Statistik über Ertrunkene.

(iz). Während die Welt längst von „anderen Krisen“ spricht, drängen sich weiter Zehntausende Rohingya in die Lager von Cox’s Bazar und wagen aus Verzweiflung die Flucht über das Meer.

Dass die UN erneut vor einem Anstieg der Ankünfte in Bangladesch und vor Rekordzahlen von Toten und Vermissten warnen, zeigt: Diese Geschichte ist nicht vorbei. Sie rutscht nur tiefer an den Rand unseres Bewusstseins.

Neue Meldungen des UN-Flüchtlingshilfswerkes UNHCR zur anhaltenden Flucht der Rohingya nach Bangladesch zeigt, dass die Krise keine Momentaufnahme ist, vielmehr ein verfestigter Ausnahmezustand.

Angesichts der Vervielfältigung von Kriegen und Konflikten schrumpft die globale Aufmerksamkeit für diese Minderheit noch weiter. Für eine muslimische Öffentlichkeit stellt sich damit nicht nur eine humanitäre, sondern auch eine ethische Frage: 

Wie gehen wir mit einer Gemeinschaft um, die seit Jahren entrechtet und aus dem  Blick gedrängt wird?

Seit dem Großangriff des myanmarischen Militärs auf die mehrheitlich muslimische Minderheit 2017 leben Hunderttausende in Lagern im Distrikt Cox’s Bazar im Süden des Nachbarlandes.

Foto: DFID, via flickr | Lizenz: CC BY 2.0

Inzwischen halten sich dort in 33 hochverdichteten Camps sowie auf der Insel Bhasan Char fast 1,2 Mio. Geflüchtete auf, die meisten aus der Unruheregion Rakhine.

Der aktuelle UNHCR-Report verzeichnet allein zwischen Dezember 2024 und Ende März 2025 etwa 150.000 Neuankömmlinge. Im April kamen weitere Tausende. 

Während der Bürgerkrieg in Myanmar von Militärjunta und Widerstandsgruppen eskaliert, geraten die Rohingya erneut zwischen die Fronten und werden abermals vertrieben.

Der Nachbarstaat Bangladesch trägt diese Last seit Jahren, obwohl das Land selbst mit Armut, hoher Bevölkerungsdichte und Klimarisiken ringt. Die Lager von Cox’s Bazar sind längst überfüllt, Landrechte und Bewegungsfreiheit der Geflüchteten sind massiv eingeschränkt, und die Regierung drängt auf „Rückführung“, ohne dass Myanmar Sicherheit oder Bürgerrechte garantiert.

Aus der kurzfristig gedachten Nothilfe ist eine Dauersituation geworden, die politisch niemand wirklich verantworten will. Sie ist zu kostspielig, zu konfliktgeladen, zu weit weg von den Prioritäten zahlreicher Geberstaaten.

Besonders dramatisch ist die Entwicklung der humanitären Versorgung: Wegen massiver Finanzierungslücken hat das Welternährungsprogramm (WFP) die ohnehin knappen Lebensmittelrationen in den vergangenen Jahren mehrfach kürzen müssen.

Berichte von Hilfsorganisationen sprechen davon, dass pro Person nur noch Beträge im einstelligen Dollarbereich pro Monat zur Verfügung stehen. Das liegt deutlich unterhalb dessen, was als Mindeststandard für eine ausreichende Ernährung gilt. 

Hinzu kommt der Rückzug oder die Reduzierung von Programmen wichtiger Geber wie der USA, was sich unmittelbar in steigender Mangelernährung, wachsender Verschuldung und gefährlichen Überlebensstrategien in den Lagern niederschlägt.

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Foto: UNICEF/UN0119963/Brown

Für viele bleibt deshalb nur der Seeweg als verzweifelter Ausweg. 2025 war nach UNHCR-Angaben das bislang tödlichste Jahr für Rohingya-Flüchtlinge auf der Andamanensee und im Golf von Bengalen: Mehr als 6.500 Personen wagten die Überfahrt, fast 900 wurden als tot oder vermisst registriert.

Einem Bericht zufolge starb damit etwa jede siebte auf dieser Route. Das ist die höchste Sterblichkeitsrate weltweit auf einem größeren Fluchtkorridor. Die Region, so UNHCR-Sprecher Babar Baloch, gleicht längst einem „unmarkierten Friedhof“ für Tausende, deren Namen und Geschichten nie dokumentiert werden.

Die Tragödie der Rohingya nicht nur ein geopolitisches oder humanitäres Dossier dar, sondern einen Prüfstein für das viel beschworene Bewusstsein der Umma. Hier ist eine mehrheitlich muslimische Minderheit, der seit Jahrzehnten Staatsbürgerschaft, politische Repräsentation und elementare Rechte verweigert werden.

Und deren Existenzrecht in der öffentlichen Debatte Myanmars und darüber hinaus systematisch relativiert wird. Zugleich zeigt die Lage in Bangladesch, dass muslimische Mehrheitsgesellschaften an Grenzen stoßen, wenn internationale Solidarität versagt und Lastenteilung vor allem rhetorisch bleibt.

Für muslimische Akteure in Europa eröffnet sich hier ein Feld verantwortlicher Öffentlichkeit: durch verlässliche Berichterstattung, durch Unterstützung seriöser Hilfsorganisationen vor Ort, durch die Einforderung einer konsistenten Flüchtlings- und Menschenrechtspolitik gegenüber den eigenen Regierungen.

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Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 371: vom Iran-Krieg bis zur Relevanz des Sudan

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Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 370: In dieser Ausgabe behandeln wir u.a. den Iran-Krieg, den Tod von Flüchtlingen sowie die Lage in Palästina.

Globale Krise: Guterres verlangt Hormus-Öffnung

NEW YORK (MEMO). UN-Generalsekretär Antonio Guterres forderte am 27. April laut Anadolu angesichts der ins Stocken geratenen Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran die Wiederöffnung der Straße von Hormus. „Ich appelliere an die Parteien: Öffnet die Straße. Lasst die Schiffe passieren. Keine Gebühren. Keine Diskriminierung. Lasst den Handel wieder laufen. Lasst die Weltwirtschaft atmen“, sagte Guterres bei einer hochrangigen Debatte des UN-Sicherheitsrats zur maritimen Sicherheit. Die Straße von Hormus – durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Öls und Flüssigerdgases fließt – ist seit Anfang März von erheblichen Störungen betroffen, nachdem die USA und Israel am 28. Februar eine gemeinsame Offensive gegen den Iran gestartet hatten. Der Krieg ist derzeit unterbrochen, und es laufen Bemühungen, ihn dauerhaft zu beenden. „Seit Anfang März hat die Unterbrechung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus die globale Energiesicherheit, die Nahrungsmittelversorgung und den Handel beeinträchtigt. Die Straße von Hormus ist einer der weltweit kritischsten maritimen Engpässe“, sagte Guterres. Eine sichere, ungehinderte Durchfahrt sei ein wirtschaftliches und humanitäres „Gebot“, sagte er und fügte hinzu: „Der wirtschaftliche Schock war unmittelbar – und jeder zahlt den Preis dafür.“ Er betonte, dass das Völkerrecht gewahrt werden müsse, einschließlich der durch das Seerecht garantierten Navigationsrechte. Er verwies auf die Resolution 2817 des UN-Sicherheitsrats und betonte, dass die sichere und ungehinderte Durchfahrt durch die Meerenge ein grundlegendes Prinzip sei.

Foto: Nick Brundle

Jerusalem: Schutz der heiligen Stätten gefordert

AMMAN (KNA). Mehrere arabische Länder haben Israel wiederholte Verstöße gegen den historischen und rechtlichen Status quo an muslimischen und christlichen heiligen Stätten in Jerusalem vorgeworfen. Die Stätten müssten geschützt und ihr Status gewahrt werden, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Außenminister Jordaniens, der Vereinigten Arabischen Emirate, Indonesiens, Pakistans, der Türkei, Saudi-Arabiens, Katars und Ägyptens vom 23. April. Unter anderem verurteilten die Unterzeichner das Verhalten radikaler jüdischer Israelis, die wiederholt und unter dem Schutz der dortigen Polizei in provokanter Weise auf das Gelände des Haram al-Scharif eindrangen und israelische Flaggen hissten. Dies sei eine nicht hinnehmbare Provokation gegenüber Muslimen weltweit und verletze die Heiligkeit Jerusalems.

Rund 8.000 Menschen bei Flucht gestorben

GENF (KNA). Europa verzeichnete zuletzt einen Rückgang der Migration. Dabei haben sich die globalen Fluchtrouten nach UN-Angaben nur verschoben. Die Suche nach einer sicheren und gedeihlichen Existenz endet für viele mit dem Tod. Fast 8.000 Migranten sind im vergangenen Jahr tot oder vermisst gemeldet worden. Damit stieg die Zahl derer, die weltweit seit Beginn der Datenerfassung 2014 auf dem Weg zu einem besseren Bestimmungsort ums Leben kamen, auf über 82.000, wie die Internationale Organisation für Migration am 21. April mitteilte. Nach dem Rekord im Vorjahr mit knapp 9.000 Toten ist das ein leichter Rückgang. Zwar gehe in einigen Regionen die Zahl zurück; allerdings verlagerten sich nur die Migrationsrouten. Der „menschliche Preis für unsichere Migration“ steige weiter an, hieß es. „Weniger Bewegungen bedeuten nicht automatisch sicherere Reisen“, hieß es in der Mitteilung. Um Menschenleben zu retten, brauche es engere internationale Zusammenarbeit und dauerhafte Investitionen in evidenzbasierte Maßnahmen.

Söldner

Foto: Telegram/Russian Union Of International Security Officers

Moskau „nutzt“ Afrikaner als „Kanonenfutter“

KAIRO (IPS/IZ). Russland intensiviert die Rekrutierung afrikanischer Männer als Kanonenfutter im Ukraine-Krieg. Laut IPS-Analyse sind 1.417 Fälle dokumentiert, hauptsächlich aus Ägypten, Kamerun und Ghana; 22 Prozent (316) starben, oft nach nur sechs Monaten. Mit falschen Versprechen von Jobs als Sicherheitskräfte oder Handwerker werden sie nach Russland gelockt, zu russischsprachigen Verträgen gezwungen und mit minimaler Ausbildung an die Front geschickt. Diese Strategie knüpft an Putins Afrika-Politik an: Wagner-Nachfolger in Ländern wie Mali und Zentralafrika sichern Rohstoffe im Tausch gegen Söldner. Mittelsmänner wie Social-Media-Influencer und Schlepper profitieren; Jacob Zumas Tochter soll Südafrikaner angeworben haben. Mehrere Staaten handeln: Kenia holt Gefangene zurück, Ghana meldet 55 Tote und fordert Freilassungen, Südafrika verhaftet Netzwerke. Doch viele Regierungen schweigen aus Rücksicht auf Moskau. Zivile Hilfe gegen Armut ist gefordert.

Opfer lehnen Verlegung von Mörder Mladic ab

DEN HAAG (IZ). Opferverbände des Bosnienkriegs lehnen eine Verlegung des Kriegsverbrechers Ratko Mladić nach Serbien ab. Fünf Organisationen warnten IRMCT-Präsidentin Graciela Gatti Santana in einem Brief vor einer „schweren Ungerechtigkeit“ gegenüber den Opfernfamilien. Der 84-Jährige, seit 2017 zu lebenslanger Haft verurteilt wegen Völkermordes in Srebrenica (über 8.000 Tote) und weiterer Verbrechen, erlitt vor wenigen Wochen einen Schlaganfall. In Serbien verehren viele Mladić als Helden. Die Entscheidung des Internationalen Mechanismus für Strafgerichtshöfe steht aus.

Foto: Mohammad Mojibur Rahman/IPS

Hunderte im letzten Jahr bei Flucht gestorben

GENF (KNA). Weiter machen sich Tausende Angehörige der muslimischen Minderheit in Myanmar auf die Flucht. Das vergangene Jahr war für sie das tödlichste seit Beginn der UN-Aufzeichnungen. Fast 900 Rohingya-Flüchtlinge sind nach UN-Angaben im vergangenen Jahr in der Andamanensee und im Golf von Bengalen gestorben oder verschollen. Dies war die höchste Zahl von Opfern seit Beginn der Aufzeichnungen über die Flucht auf dem Seeweg in Süd- und Südostasien, teilte der Sprecher des Flüchtlingshilfswerks UNHCR Babar Baloch mit. Trotz der hoher Risiken begeben sich weiterhin Tausende Rohingya-Flüchtlinge auf den Seeweg. Gründe sind anhaltende Konflikte, Verfolgung und fehlende Aussichten auf Staatsbürgerschaft. Die Boote, die oft überfüllt und seeuntüchtig sind, legen meist von Cox’s Bazar in Bangladesch oder vom Rakhaing-Staat in Myanmar ab.

Europarat rügt Deutschland bei Grundrechten

STRASSBURG (KNA/IZ). Der Schutz jüdischen Lebens und Israels vor Angriffen hat hier hohen Stellenwert. Aus Sicht des Menschenrechtskommissars des Europarats schränken deutsche Behörden dabei Grundrechte unverhältnismäßig ein. Der Menschenrechtskommissar des Europarates, Michael O’Flaherty, hat sich besorgt über zunehmende Gewalt und Drohungen gegen Juden und jüdische Einrichtungen in Deutschland geäußert. Zugleich bekundete er in einem am 22. April in Straßburg veröffentlichten Bericht Sorge angesichts einer aus seiner Sicht unangemessene Anwendung des Antisemitismus-Begriffs. Damit würde legitime Kritik eingeschränkt.

Foto: ICJ

Prozess wirft ein Licht auf Rohingya-Genozid

JAKARTA (IPS/Z). Indonesien ermöglicht erstmals Genozidanklage gegen Myanmars Junta-Chef Min Aung Hlaing. Rohingya-Aktivistin Yasmin Ullah reichte am 13. April Klage beim Generalstaatsanwalt ein: Verantwortung für 2017-Massaker mit 24.000 Toten, Vergewaltigungen und Vertreibung von 700.000 Muslimen. Neue Strafgesetze erlauben universelle Gerichtsbarkeit für Völkerrechtsverbrechen. Der Putschist und neue Präsident steht unter ICC-Haftbefehl und vor IGH-Anhörungen (Gambia-Klage seit 2019). Ähnliche Fälle in Argentinien und Timor-Leste; Myanmar reagiert mit Diplomaten-Ausweisungen. Als UN-Menschenrechtsratspräsident 2026 kann Indonesien den Druck verstärken.

Trump: Blockade ist ein „sehr gutes Geschäft“

WASHINGTON (MEMO/IZ). US-Präsident Trump bezeichnete die Blockade der Straße von Hormus als „ein sehr gutes Geschäft“. Bei einer Lagebesprechung im Lageraum des Weißen Hauses erklärte er, die Sperrung iranischer Häfen und Ölexporte sei wirtschaftlich lukrativ. Die Meerenge, durch die ein Fünftel des Weltöls fließt, ist seit Februar 2026 umkämpft. Nach gescheiterten Verhandlungen in Islamabad ordnete Trump das Abfangen von Schiffen an – auch für Mautzahler an Teheran. Die Ölpreise stiegen danach auf über 100 Dollar.

jerusalem

Foto: Lila Torlin, Shutterstock

Aktivisten: mehr Siedler in Ost-Jerusalem

JERUSALEM (KNA/IZ). Im Ostjerusalemer palästinensischen Stadtviertel Scheich Jarrah soll eine strengreligiös-jüdische Religionsschule (Jeschiwa) gebaut werden. Die Organisation Ir Amim (Stadt der Völker) warnte am 23. April: „Sollte der Plan umgesetzt werden, würde dies die Präsenz von Siedlern im Viertel erheblich verstärken, Sicherheitsbedenken bei den palästinensischen Bewohnern schüren und den Charakter des Ortes weiter verändern“. Die NGO setzt sich für ein friedliches Zusammenleben von Israelis und Palästinensern ein. Der Streit um Scheich Jarrah hält seit langem an.

Warnung vor „Feindseligkeit“ gegen Christen

ROM (IZ). Italien warnt vor wachsender Feindseligkeit gegenüber Christen nach israelischem Angriff auf eine Nonne in Jerusalem. Außenminister Antonio Tajani rief zu besserem Schutz in Israel, Gaza, Westjordanland und Südlibanon auf: „Ein Bild zunehmender Feindschaf zeichnet sich ab“. Der Vorfall passe in eine Serie von Einschränkungen. Regierungschefin Giorgia Meloni nannte es eine Beleidigung der Religionsfreiheit; der Tel Aviver Botschafter wurde einbestellt. Der Vatikan und die EU kritisierten Angriffe auf Klöster wie die Dormitio-Abtei.

Foto: IDF Spokesperson’s Unit, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-SA 3.0

Die Opferzahlen steigen auf 2.659 Kriegstote

BEIRUT (IZ). Die Zahl der Toten durch Angriffe während israelischer Operationen im Libanon sind auf 2.659 Opfer gestiegen, meldet das dortige Gesundheitsministerium. 7.863 wurden seit März verletzt. Und mehr als eine Million Vertriebene und Milliardenschäden belasten das Land. Trotz der US-iranischen-Waffenruhe halten die Kämpfe gegen die Hisbollah an. Bei jüngsten Luftangriffen im Südlibanon starben 12 Menschen, darunter ein Kind, 25 wurden verletzt. Die WHO dokumentierte mittlerweile 92 Angriffe auf Kliniken und Brückenzerstörungen, was Hilfen behindert.

CNN: Bisher Angriffe auf 16 US-Militärbasen

ANKARA (IZ). Der Iran und seine Verbündeten haben im jüngsten militärischen Konflikt nicht weniger als 16 US-Basen in acht Ländern des Nahen Ostens angegriffen, wobei einige davon „praktisch unbrauchbar“ wurden, berichtete CNN am 1. Mai unter Berufung auf Quellen. Der Bericht stützte sich auf Dutzende von Satellitenbildern und Interviews mit ihnen aus den USA und den arabischen Golfstaaten, und die betroffenen Einrichtungen machen den „Großteil der US-Militärstützpunkte“ in der Region aus. „Es gab ein breites Spektrum an Einschätzungen“, sagte eine Quelle. „Von einer ziemlich dramatischen Sichtweise, wonach die gesamte Anlage zerstört ist und stillgelegt werden muss, bis hin zu Führungskräften, die sagen, dass es sich lohnt, diese Anlagen zu reparieren, da sie den USA einen strategischen Vorteil verschaffen.“

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Terroranschlag auf Impfteam gegen Polio

ISLAMABAD (KNA). Pakistan ist einer der letzten Staaten weltweit, in denen Polio noch nicht ausgerottet ist. Die Regierung hatte dafür eine Impfkampagne gestartet. Für die Gesundheitshelfer ist die Arbeit aber brandgefährlich. Bei einem islamistischen Angriff auf ein Polioimpfteam sind am 13. April ein Polizist getötet und vier weitere verletzt worden. Pakistan ist eines der letzten Länder, in denen Kinderlähmung noch nicht verschwunden ist.

MSF-Vorwurf: Israel enthält Gaza Wasser vor

GENF (IZ). Ärzte ohne Grenzen (MSF) wirft Israel vor, Wasser als Waffe der Kollektivbestrafung in Gaza einzusetzen. Seit Oktober 2023 zerstörten israelische Streitkräfte fast 90 Prozent der Wasser- und Sanitärinfrastruktur – Entsalzungsanlagen, Bohrlöcher, Leitungen und Kanalisation –, heißt es in einem neuen MSF-Bericht. Mitarbeiter dokumentierten Schüsse auf markierte Wassertanklaster und Zerstörung lebenswichtiger Brunnen. Israelische Angriffe auf Wasserstellen töteten Zivilisten, darunter Kinder. Der Wasserentzug sei Teil eines Musters inhumaner Bedingungen, kritisiert die Organisation.

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Foto: Anas Mohammed, Shutterstock

Viele Opfer sind Frauen und Mädchen

NEW YORK (KNA). Über 38.000 Frauen und Mädchen sind laut einem aktuellen Bericht während des Krieges in Gaza getötet worden. Das entspreche 47 Todesopfern am Tag, heißt es in der am 17. April veröffentlichten Aufstellung von UN Women. Dabei sei von einer deutlich höheren Dunkelziffer auszugehen, da weiterhin Menschen unter Trümmern vermutet würden. Hinzu kämen rund 11.000 Frauen und Mädchen, die durch Kriegshandlungen schwer verletzt wurden, viele mit lebenslangen Folgeschäden.

Wadephul: Sudankrieg geht die Welt an

BERLIN (KNA). Auf die Kriegsparteien im Sudan muss nach Ansicht von Außenminister Wadephul (CDU) internationaler Druck ausgeübt werden. „All jene, die Einfluss haben, das Morden und Sterben zu beenden, sind politisch und moralisch aufgefordert, diesen Einfluss auch auszuüben“, sagte er anlässlich der Geberkonferenz am 15. April in Berlin. Das gelte insbesondere für die Kräfte, die den einzelnen Kriegsparteien nahe stünden. „Der Krieg geht die Welt an“, so Wadephul weiter. Es müsse endlich eine Waffenruhe erreicht werden.

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Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 368: vom Völkermordprozess in Den Haag bis nach Palästina

Kurzmeldungen

Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 367: In dieser Ausgabe behandeln wir u.a. Waffen statt Entwicklungshilfe, die Lage der Rohingya sowie Israel und Palästina.

Globaler Trend: Geld für Kanonen statt für Brot

Die Zahlen sind alarmierend: Während die globalen Militärausgaben unaufhaltsam steigen, geht die öffentliche Entwicklungshilfe weiter zurück. Laut aktuellen UN-Daten beliefen sich die globalen Verteidigungsbudgets im Jahr 2024 auf 2,7 Bio. US-Dollar – das entspricht 334 US-Dollar pro Person weltweit. Damit erreichten sie die Größenordnung des gesamten Bruttoinlandsprodukts (BIP) aller afrikanischen Nationen, überstiegen mehr als die Hälfte des lateinamerikanischen BIP und entsprachen dem 750-Fachen des regulären UN-Haushalts für 2024. Mehr als 100 Staaten erhöhten im vergangenen Jahr ihre Militärbudgets; die zehn Länder mit den höchsten Ausgaben vereinigten dabei 73 % der Gesamtsumme auf sich. Obwohl Afrika rund ein Viertel der UN-Mitgliedstaaten und nahezu ein Fünftel der Weltbevölkerung stellt, entfallen auf den Kontinent weniger als zwei Prozent der globalen Militärbudgets. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnten die weltweiten Militärausgaben laut UN-Generalsekretär António Guterres bis 2030 auf 3,5 Bio und bis 2035 auf über 4,7 Bio. ansteigen. Ein Niveau von 6,6 entspräche damit fast dem Fünffachen der Ausgaben am Ende des Kalten Krieges, dem Sechsfachen des historischen Tiefstands von 1998 und dem Zweieinhalbfachen des Werts von 2024 (2,7 Bio. US-Dollar).

Kurzmeldungen

Foto: The White House | Lizenz: gemeinfrei

Abschied der USA von der Weltordnung

NEW YORK (IPS). Die jüngste Ankündigung der Trump-Regierung, sich aus 66 internationalen Organisationen zurückzuziehen, wurde mit einer Mischung aus Besorgnis und Beifall aufgenommen. Während die Schlagzeile einen dramatischen Rückzug von der Weltbühne suggeriert, offenbart ein genauerer Blick eine differenziertere Strategie. Der Schritt ist weniger eine vollständige Abkehr vom UN-System als vielmehr ein gezieltes Zurückschneiden multilateraler Strukturen, mit dem bestimmte Zweige der globalen Zusammenarbeit verdorren sollen. Auch wenn die unmittelbaren finanziellen Auswirkungen geringer sein dürften als befürchtet, sind die langfristigen Folgen für die UNO und die regelbasierte Ordnung tiefgreifend. Die Liste der betroffenen Institutionen ist lang und vielfältig. Die überwiegende Mehrheit der UN-bezogenen Einrichtungen sind keine unabhängigen internationalen Organisationen, vielmehr eher Nebenorgane, Fonds und Programme selbst. Die Regierung zieht sich vorerst nicht aus der UN-Charta zurück, sondern streicht selektiv die Finanzierung und löst sich von den Teilen des UN-Systems, die sie ablehnt.

Afrika: Das Jahr der Staatsstreiche

BONN (KNA). Zur Regel sind Putsche in Westafrika nicht geworden; sie überraschen aber kaum noch. Die Ursachen sind vielfältig. Doch viel hat mit mangelnder Rechtsstaatlichkeit zu tun. Es fielen Schüsse in Benins Wirtschaftsmetropole Cotonou. Am 7. Dezember versuchte eine Gruppe von Militärs um Oberstleutnant Pascal Tigri, zunächst hochrangige Armeeangehörige zu entführen. Dann kam es vor dem Präsidentenpalast zum Schusswechsel, und Afrika erlebte seinen dritten – wenn auch erfolglosen – Coupversuch innerhalb weniger Wochen. Terroristen kontrollieren je nach Land ganze Regionen; der Alltag hat sich für die Bevölkerung vielfach nicht verbessert. Auch setzte sich das Militär statt der zügigen Organisation von Wahlen an der jeweiligen Staatsspitze fest. Vor allem aus Mali und Burkina Faso gibt es Dutzende Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen durch Soldaten.

Foto: Shutterstock

Abstimmung mit der Türkei in Regionalfragen

KAIRO (MEMO). Ägypten und die Türkei haben eine gemeinsame Stellungnahme zu den Entwicklungen in Gaza, im Sudan und am Horn von Afrika abgegeben. Laut einer offiziellen Mitteilung diskutierten der ägyptische Außenminister Abdel-Aty und sein türkischer Amtskollege Fidan die jüngsten regionalen Veränderungen, wobei der Schwerpunkt auf Gaza, dem Sudankrieg und den Spannungen am Horn von Afrika lag. In der Palästinafrage waren sich beide einig, dass die internationalen Bemühungen zur Konsolidierung des Waffenstillstands intensiviert werden müssen und unverzüglich mit der zweiten Phase des Deeskalationsplans begonnen werden sollte.

Kommission gegen Antisemitismus eingesetzt

SYDNEY (KNA). Australiens Premier Albanese hat die Einsetzung einer „Königlichen Kommission“ angekündigt, um einen wachsenden Antisemitismus und den Zustand des gesellschaftlichen Zusammenhalts zu untersuchen. Das Land brauche „Heilung, Lernen, Zusammenkommen im Geiste nationaler Einheit“, kündigte er an. Bei dem Anschlag vom 14. Dezember auf eine jüdische Chanukkah-Feier an Sydneys Bondi Beach wurden 14 Menschen ermordet.

Foto: DFID, via flickr | Lizenz: CC BY 2.0

Brandkatastrophe in mehreren Rohingya-Lagern

DHAKA (KNA). In den dicht besiedelten Rohingya-Lagern in Bangladesch sind Brände häufig, besonders in der Trockenzeit zwischen November und Februar. Die Hütten bestehen aus leicht entzündlichen Materialien wie Bambus und Planen. Am 20. Januar hat in einem Flüchtlingslager in Cox’s Bazar ein Großbrand gewütet. Mehr als 450 Unterkünfte und zehn Schulen von Rohingya gingen in den Flammen auf, wie das Nachrichtenportal Dhaka Tribune berichtet.

Prozess wegen Völkermord begann in Den Haag

DEN HAAG (IZ). Burma steht wegen des mutmaßlichen Genozids an der muslimischen Rohingya-Minderheit vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Gambia hatte vor sieben Jahren Klage eingereicht. Inzwischen unterstützen auch Deutschland und zehn weitere Staaten das Verfahren. Das Militär soll ab 2017 Massenmorde, Vergewaltigungen und Vertreibungen verübt haben. Myanmar weist alle Vorwürfe zurück. Ein Urteilstermin ist noch offen.

Foto: Guillaume Le Bloas, Adobe Stock

Die Krise der Wirtschaft verschärft sich weiter

BAGDAD (KUNA). Während die Iraker nach den Wahlen vom 11. November auf die Regierungsbildung warten, hat der amtierende Premierminister Al-Sudani rasche Sparmaßnahmen verhängt, die gemischte Reaktionen und widersprüchliche Einschätzungen hervorgerufen haben. Und das, obwohl der Irak über die viertgrößten Ölreserven der Welt verfügt und der zweitgrößte Produzent der OPEC ist. In den letzten Wochen hat sich die öffentliche Aufmerksamkeit von Sicherheit, Terrorismusbekämpfung und politischen Rivalitäten auf Wirtschaft, Steuern und Finanzpolitik verlagert.

Opferzahlen schießen massiv in die Höhe

TEHRAN (MEMO). Die Iraner haben sich bereit gezeigt, für einen Wandel einen verheerenden Preis zu zahlen. Denn die Republik hat auf die Proteste durchweg mit Gewalt und Massenmorden reagiert. Die Menge der Todesopfer seit dem Beginn der Demonstrationen am 28. Dezember soll laut Berichten mehrere tausend betragen, Zehntausende wurden festgenommen. Aktuellen Meldungen zufolge ist die Zahl der Opfer höher. Eine klare Mehrheit lehnt das derzeitige System ab, das mit der Revolution von 1979 an die Macht gekommen ist.

UNRWA hunger konvention

Foto: United Nations Photos | UNRWA

Helfer warnen vor Folgen eines Tätigkeitsverbots

OLSO (NRC). Internationale humanitäre Organisationen, die in den besetzten palästinensischen Gebieten tätig sind, warnen davor, dass die jüngsten Registrierungsmaßnahmen Israels ihre Arbeit zu einem Zeitpunkt zu unterbinden drohen, an dem die Zivilbevölkerung trotz des Waffenstillstands in Gaza unter akuter und weit verbreiteter humanitärer Not leidet. Am 30. Dezember erhielten 37 NGOs eine offizielle Mitteilung, dass ihre Registrierungen am 31. Dezember 2025 auslaufen würde. Damit beginnt eine 60-tägige Frist, nach deren Ablauf sie ihre Arbeit im Gazastreifen und im Westjordanland, einschließlich Ostjerusalem, einstellen müssten.

Zerstörung von UNRWA-Zentrale verurteilt

BERLIN (KNA). Das Auswärtige Amt hat die Zerstörung der Zentrale des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA in Ost-Jerusalem verurteilt. Die Liegenschaften der Vereinten Nationen seien unverletzlich, erklärte ein Ministeriumssprecher am 21. Januar. Ohne Einverständnis der UN dürften sie nicht betreten und untersucht werden. Am Vortag stürmten israelische Polizeikräfte das Hauptquartier des UN-Palästinenserhilfswerks. Israelische und palästinensische Medien berichteten, sie hätten dort mit Zerstörungen begonnen.

Foto: UN Photo / Jean-Marc Ferré, via flickr | Lizenz CC BY-NC-ND 2.0

Türk: Gesetz zur Todesstrafe zurücknehmen!

GENF (KUNA). Der UN-Menschenrechtsbeauftragte Volker Türk forderte am 2. Januar die Besatzungsbehörden auf, einen Gesetzentwurf zurückzuziehen, der ausschließlich Palästinensern in den besetzten palästinensischen Gebieten wie in Israel die obligatorische Verhängung der Todesstrafe auferlegen würde. In einer Erklärung sagte er, die Vorschläge verstießen gegen humanitäre Rechtsnormen, die sich auf Strafverfahren und die Verhängung der Todesstrafe gegen Bewohner eines besetzten Gebiets beziehen. „Jedem Palästinenser aus dem Westjordanland und dem Gazastreifen die in der Vierten Genfer Konvention festgelegten Garantien für ein faires Verfahren zu verweigern, kommt einem Kriegsverbrechen gleich.“

Warnung vor verschlechterter humanitärer Lage

GENF (KUNA). Die UNO warnte am 19. Januar vor einer massiven Verschlechterung der humanitären Lage im Jemen. Sie erklärte, dass 2026 „das schlimmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen“ werden könnte. Die Finanzmittel sind drastisch zurückgegangen und gleichzeitig hat sich die Ernährungsunsicherheit verschärft, das Gesundheitssystem ist instabil und Organisationen insbesondere im Norden des Landes unterliegen weiterhin Einschränkungen. In Genf erklärte Julien Harneis, humanitärer Koordinator für den Jemen, gegenüber Reportern, die Lage sei „sehr besorgniserreged“.

afrika

Foto: Kanel Bulle, Shutterstock

Anerkennung von Somaliland klar abgelehnt

DOHA (IZ). Katar und mehrere mehrheitlich muslimische Staaten haben Israels Anerkennung von Somaliland scharf verurteilt. In einer Erklärung sprachen sie von einem „klaren Bruch des Völkerrechts“ und einer Verletzung der Souveränität Somalias. Die Unterzeichner – darunter die Türkei, Pakistan und Indonesien – forderten Jerusalem auf, seine Entscheidung sofort rückgängig zu machen. Israel hatte Somaliland zuvor als unabhängigen Staat anerkannt und diplomatische Beziehungen angekündigt.

Schüsse auf Moschee in Niederösterreich

WIEN (IZ). In der Nacht vom 11. Januar ist in Hollabrunn (NÖ) auf den Eingangsbereich einer Moschee des Vereins der Albanischen Muslime geschossen worden. Ein Projektil drang durch den Türrahmen, verletzt wurde niemand. Der Landesverfassungsschutz ermittelt wegen des Verdachts eines vorurteilsmotivierten Delikts, der Staatsschutz ist eingeschaltet. Die Polizei sucht Zeugen und prüft mögliche rechtsextreme Hintergründe.

Gaza

Foto: Anas-Mohammed/Shutterstock

Zukünftiger Kopf des Verwaltungskomitees ernannt

ISTANBUL (MEMO). Ali Shaath, Vorsitzender des Palästinensischen Nationalkomitees, das mit der Verwaltung des Gazastreifens beauftragt ist, gab am 17. Januar offiziell die Namen der Komiteemitglieder bekannt, berichtete Anadolu. Er sagte, die Arbeit werde zunächst in Kairo beginnen, bevor sie nach Gaza verlegt werde, um einen dringenden Hilfsplan umzusetzen. Die Ankündigung erfolgte einen Tag nachdem das Weiße Haus die Bildung des „Friedensrats“ bestätigt und die Zusammensetzung des Palästinensischen Nationalkomitees für die Verwaltung des Gazastreifens gebilligt hatte – eines von vier Gremien, die mit der Verwaltung der Übergangsphase des Gebiets betraut sind.

UN-Kommissar: Repression ähnelt Apartheid

GENF (KUNA). Der Hohe UN-Kommissar für Menschenrechte Türk erklärte am 7. Januar, dass „die systematische Unterdrückung der Rechte der Palästinenser im Westjordanland eine besonders schwere Form der Rassendiskriminierung und Segregation darstellt, die dem Apartheid-System, das die Welt zuvor erlebt hat, sehr ähnlich ist“. Dies geht aus einem neuen Report hervor, in dem er aufzeigt, dass jeder Aspekt des Lebens der Palästinenser im Westjordanland, einschließlich Ostjerusalem, durch diskriminierende Gesetze, Richtlinien und Praktiken kontrolliert und eingeschränkt wird. Der Bericht dokumentiert jahrzehntelange schwere Diskriminierung durch die israelische Besatzungsmacht im besetzten Westjordanland. Er stellt fest, dass sich die Lage seit Dezember 2022 in einem Klima der Straflosigkeit und weit verbreiteter Gewalt durch Besatzungstruppen und Siedler rapide verschlechtert hat.

Foto: European Union, 2025/Peter Biro

Ein Drittel in 1.000 Tagen Krieg geflohen

GENF (KUNA). Die IOM erklärte am 9. Januar, dass in den letzten tausend Tagen seit Kriegsbeginn fast jeder Dritte im Sudan entweder innerhalb des Landes oder über die Grenzen hinweg vertrieben worden sei. Sie bezeichnete die Krise als „die größte Vertreibungskrise weltweit“. Und stellte fest, dass mit Ausbruch des Kriegs 15 Mio. Menschen zur Flucht gezwungen wurden, darunter 11,58 Mio. Binnenvertriebene und etwa vier Mio. Flüchtlinge, die aufgrund der weitreichenden Zerstörungen durch den Konflikt in Nachbarländer geflohen sind.

Religionsrat: Russland will einen Völkermord

KYJIW (KNA). Religionsführer in der Ukraine beschuldigen Russland angesichts der jüngsten Angriffe auf das Land, einen Völkermord begehen zu wollen. Die russische Armee habe mit Raketen und Drohnen unter anderem gezielt Anlagen der Energie-Infrastruktur zerstört und beschädigt, damit Zivilisten bei Temperaturen von bis zu minus 20 Grad Celsius Strom, Heizung und Trinkwasser fehlten. Es sei klar, „dass es sich hierbei um Akte des Staatsterrors der Russischen Föderation handelt, die auf einen Genozid am ukrainischen Volk abzielen“. Dem Rat gehören die Spitzen der 16 wichtigsten Religionsgemeinschaften an – christliche, jüdische und muslimische.

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Rohingya: Wenn Mönche Mörder anfeuern

Rohingya

Über die Rohingya und den buddhistischen Nationalismus in Myanmar. (Traversing Tradition). „Buddhistische Extremistenzelle schwört, den Westen mit Ruhe zu überziehen“, lautet eine kürzlich wiederaufgegriffene Schlagzeile des Satiremagazins „The Onion“ aus […]

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Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 367: von Gewalt gegen Helfer bis zu Krimtataren

rohingya kurzmeldungen

Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 367: In dieser Ausgabe behandeln wir u.a. die Lage von Minderheiten, russische Einmischung in Frankreich sowie um strategische Konkurrenz im Jemen.

IKRK erurteilt Gewalt gegen humanitäre Helfer

KAIRO (KUNA). Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat am 8. Dezember erneut Angriffe auf karitative Freiwillige in Konfliktgebieten verurteilt und vor einem zunehmenden Verlust des Respekts für Grundsätze während bewaffneter Konflikte gewarnt. In ihrer Eröffnungsrede zur 13. Tagung der Arabischen Nationalkomitees für Völkerrecht in Kairo sagte Anna Brats, dass die Tagung zu einem „äußerst sensiblen Zeitpunkt“ stattfinde. Sie betonte die Dringlichkeit der Diskussionen angesichts der sich verschärfenden humanitären Krisen im Sudan, im Gazastreifen, in der Ukraine und anderen Konfliktgebieten. Über diese werde wenig berichtet, sie wies darauf hin, dass die Bevölkerung weiterhin die größte Last des Leidens zu tragen habe. Außerdem verwies Brats auf das alarmierende Ausmaß der Verstöße gegen Zivilisten und die Herausforderungen, die sich aus der modernen städtischen Kriegsführung ergeben und die Bemühungen um den Schutz der Zivilbevölkerung erschweren.

Foto: spolit.exile, via flickr | Lizenz: CC BY-SA 2.0

Minderheiten stehen weltweit unter Druck

GÖTTINGEN (GfbV). Anlässlich des Tags der Menschenrechte am 10. Dezember warnte die Gesellschaft für bedrohte Völker vor einer dramatischen Verschlechterung der Lage indigener Gemeinschaften und Minderheiten in aller Welt. Kriege, Gewalt, autoritäre Regime, eine verfehlte Klimapolitik und wirtschaftliche Interessen gefährden demnach zunehmend die Existenzgrundlagen und Rechte dieser Gruppen. Mit einer Politik, die sich nur dann für Menschenrechte einsetzt, wenn es geopolitischen Absichten dient und die humanitäre Hilfe und Entwicklungsgelder kürzt, befördere die Bundesregierung diese dramatische Entwicklung, kritisiert die Menschenrechtsorganisation. Eine Innenpolitik, die rein auf Abschottung setzt, sei mitverantwortlich dafür, dass Empathie und Solidarität mit Notleidenden abnehmen.

Washington schikaniert internationale Richter

WASHINGTON (IZ). Die US-Regierung verschärft ihren Konfrontationskurs gegenüber internationalen Strafgerichten und belegt Richter des IStGH mit Sanktionen. Präsident Trump unterzeichnete im Februar 2025 ein Dekret, das Einreisesperren und das Einfrieren von Vermögen gegen IStGH‑Personal vorsieht, nachdem das Gericht Haftbefehle gegen Israels Premier Netanjahu und Ex‑Verteidigungsminister Gallant erlassen hatte. Im Sommer wurden weitere Richter wegen ihrer Mitwirkung an Verfahren zu mutmaßlichen Kriegsverbrechen in Palästina und Afghanistan sanktioniert. Parallel drängt eine Mehrheit im US‑Kongress auf zusätzliche Gesetzesinitiativen, die künftige Ermittlungen gegen US‑Bürger und Verbündete faktisch blockieren und Unterstützer des Gerichts ebenfalls ins Visier nehmen würden.

Feuerpause Militärarsenal Syrien Israel

Foto: Freepik.com

Steigender Waffenhandel hält Kriege aufrecht.

NEW YORK (IPS). Die Einnahmen aus Waffenverkäufen und militärischen Dienstleistungen der 100 größten Waffenproduzenten stiegen 2024 um 5,9 % und erreichten laut neuen Daten des Stockholmer Internationalen Friedensforschungsinstituts (SIPRI) einen Rekordwert von ca. 580 Mrd. Euro. Die weltweiten Waffenumsätze stiegen 2024 stark an, da die Nachfrage durch die Kriege in der Ukraine und im Gazastreifen, globale und regionale geopolitische Spannungen sowie immer höhere Militärausgaben angekurbelt wurde. Zum ersten Mal seit 2018 steigerten alle fünf größten Rüstungsunternehmen ihre Waffenumsätze, so SIPRI, eine der maßgeblichen Quellen für Waffenverkäufe und weltweite Militärausgaben.

Bisher konnte Afrika nicht profitieren

NEW YORK (IPS). Obwohl der Kontinent über mehr als 30 % der weltweit wichtigsten „grünen Mineralien“ verfügt (wie Kobalt, Lithium, Mangan und Seltenerdelemente, die für die Herstellung von Batterien, Windkraftanlagen und Solarzellen unerlässlich sind), hat dies nicht zu Wohlstand geführt. In einer Rede zum Thema forderte der Exekutivsekretär der UN-Wirtschaftskommission für Afrika, Claver Gatete, eine geeinte Front, um diese Rohstoffe strategisch zu nutzen. „Wir können es uns nicht leisten, die Ausbeutungsmuster der Vergangenheit zu wiederholen“, sagte er. „Afrika muss sich mit seinen eigenen Ressourcen industrialisieren, Arbeitsplätze schaffen und ein nachhaltiges Wachstum für unsere Bevölkerung erzielen.“

heimwärts europa

Foto: alexlibris/Adobe Stock

Warnung von antimuslimischer Kampagne

SARAJEVO (IZ). Die Islamische Gemeinschaft in Bosnien und Herzegowina warnte vor einer systematischen islamfeindlichen Kampagne gegen BosniakInnen und den Staat Bosnien und Herzegowina. In Statements rechtsradikaler Politiker und pseudo-akademischen Texten werde eine „islamische Bedrohung“ konstruiert und sogar ein Volk, das Völkermord überlebt habe, des „demografischen Opportunismus“ bezichtigt. Die Gemeinschaft rief Politik, Medien und Wissenschaft auf, dieser Entwicklung entschieden entgegenzutreten.

Drei Jahre an gebrochenen Versprechen

MONTEVIDEO (IPS). Vor drei Jahren übernahm Kapitän Ibrahim Traoré in Burkina Faso die Macht mit zwei Zusagen, die sich als hohl erwiesen haben: die sich verschärfende Sicherheitskrise anzugehen und die Zivilregierung wiederherzustellen. Jetzt hat er die Wahlen auf 2029 verschoben, die unabhängige Wahlkommission aufgelöst und das Land aus der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten und dem Internationalen Strafgerichtshof (ICC) zurückgezogen. Burkina Faso ist zu einer Militärdiktatur geworden. Mit der Festigung der Militärherrschaft sind die bürgerlichen Freiheiten verschwunden. Der CIVICUS Monitor stufte das Land im Dezember 2024 auf „unterdrückt“ herab.

myanmar

Screenshot: Arakan Army, YouTube

Waffenembargo gegen die Junta gefordert

LONDON (AA). Eine Menschenrechtsgruppe forderte die UNO am 10. Dezember auf, angesichts der anhaltenden Verfolgung der Muslime in Myanmar ein Waffenembargo gegen die de facto herrschende Junta zu verhängen. Die Organisation Burma Human Rights Network forderte den UN-Sicherheitsrat auf, „seine Untätigkeit zu beenden und die Lage in Myanmar an den Internationalen Strafgerichtshof zu verweisen“ sowie „ein verbindliches globales Waffenembargo zu verhängen, das ein Verbot von Sicherheitshilfe, Verkauf und Transfer von Waffen und Dual-Use-Technologie sowie die Aussetzung der Lieferung von Flugkraftstoff umfasst“.

EU-Minister beschließen neue Asylverschärfungen

BRÜSSEL (IZ). Die EU-Innenminister haben in Brüssel weitreichende Verschärfungen des Asylsystems beschlossen. Abschiebungen sollen durch ein gemeinsames Rückkehrsystem erleichtert, Verfahren beschleunigt und teils in Drittstaaten verlagert werden. Auch das Konzept „sicherer Drittstaaten“ und eine kollektive Liste „sicherer Herkunftsländer“ wurden ausgeweitet. Kritiker warnen vor massiven Grundrechtseingriffen.

Foto: Shutterstock, VP Brothers

Heizt Moskau aktiv Spannungen an?

PARIS (IZ). Frankreichs Geheimdienste sehen Russland hinter einer Serie orchestrierter Provokationen, die gezielt Spannungen zwischen jüdischen und muslimischen Gemeinden schüren sollen. Nach Recherchen von „Mediapart“ haben Dienste Kreml-Dokumente abgefangen, in denen die Präsidialverwaltung in Moskau einen Plan gebilligt hat, Frankreich zugleich als antisemitisch und islamfeindlich erscheinen zu lassen.​ Demnach soll der serbische Staatsbürger Aleksandar Savic, ein als russischer Agent geführter Aktivist, aus dem Untergrund heraus Operationen gesteuert haben. Dazu zählen laut Berichten u.a. mit grüner Farbe beschmierte jüdische Einrichtungen im Mai 2025 sowie im Herbst abgelegte Schweineköpfe vor Moscheen. Ziel der mutmaßlichen Einflussoperation ist es, das politische Klima weiter zu radikalisieren und Frankreich als gespaltenen, unsicheren Staat zu destabilisieren.​

Arabische Israelis sind skeptisch geworden

JERUSALEM (KNA). Sie haben einen israelischen Pass und sehen sich trotzdem oft benachteiligt: arabische Israelis. Mehr als die Hälfte bezweifelt, dass ihre jüdischen Nachbarn an politischer Zusammenarbeit interessiert sind. Zwei Drittel (66 %) glauben an eine politische Zusammenarbeit zwischen Arabern und Juden. Aber nur 40 % sind der Meinung, dass es in der jüdischen Bevölkerung dafür auch tatsächlich Unterstützung gibt. Das geht aus einer Umfrage der Konrad-Adenauer-Stiftung in Israel hervor.

Foto: Husam Alqoliaa, Shutterstock

Geopolitischer Streit um mehr Einfluss im Land

ADEN (IZ). Mahra, die östlichste Provinz, ist seit Jahren ein Zankapfel zwischen den Golfstaaten: Saudi‑Arabien sichert dort Grenzübergänge, Küsten und eine mögliche Ölpipeline zum Meer, während Oman seine historische Position über Stämme und Handelswege verteidigt. In diese ohnehin fragile Balance stößt nun der von den VAE unterstützte Übergangsrat vor, der nach seinem Vormarsch in Hadramaut Flagge zeigte.​ Laut aktuellen Berichten haben STC‑verbundene Kräfte in Hadramaut zentrale Institutionen übernommen und entlang der Grenze zu Oman sowie in Mahra die Fahne des ehemaligen Südjemen gehisst.

Kritik an Aussagen der iranischen Führung

RIAD (KUNA). Der Generalsekretär des Golf-Kooperationsrats (GCC), Al-Budaiwi, brachte am 7. Dezember die Verurteilung und Ablehnung der GCC-Staaten gegenüber den Äußerungen iranischer Regierungsvertreter gegen die GCC-Staaten zum Ausdruck. In einer Presseerklärung wies er darauf hin, dass diese Äußerungen die Souveränität Bahrains und der Emirate verletzten.

Nigeria Afrika Karte

Foto: Adobe Stock

Trump heizt die Lage an

ABUJA (IPS). Die Beziehungen zwischen Nigeria und den USA haben sich weiter verschlechtert, nachdem Präsident Trump mit einer „militärischen“ Intervention gedroht hatte, weil einige amerikanische Gesetzgeber von einem „Völkermord an Christen“ sprachen. In einer Reihe von Erklärungen warf er der nigerianischen Regierung vor, die Ermordung von Christen durch „radikale Islamisten“ zu ignorieren. Er warnte, dass Washington alle Hilfen für Nigeria aussetzen und mit „gefeuerten Waffen“ in das „in Ungnade gefallene“ Land einmarschieren werde, sollte Abuja nicht reagieren.

Angriff auf Flüchtlinge: Kriegsverbrechen prüfen

KHARTUM (KNA). Ein schwerer Angriff auf das Flüchtlingslager Zamzam im Westen des Sudan muss nach Einschätzung von Amnesty International als Kriegsverbrechen untersucht werden. Die Menschenrechtsorganisation wirft den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) in einem in der Nacht zum 3. Dezember veröffentlichten Bericht vor, in dem größten Lager für Binnenflüchtlinge in der Region Nord-Darfur im April gezielt Zivilisten getötet und Geiseln genommen zu haben. Auch seien Unterkünfte, Moscheen, Schulen und Kliniken geplündert und zerstört worden. Etwa 400.000 Menschen hätten in der Folge aus dem Lager fliehen müssen, so die Organisation.

Sudan

Foto: luzitanija , Adobe Stock

Partner am Golf – Rivalen im Sudankrieg

KAIRO (IZ). Die GCC-Partner Riad und Abu Dhabi stehen sich im Sudankrieg faktisch als Rivalen gegenüber: Die Saudis stützen politisch und logistisch die reguläre Armee und präsentieren sich als Vermittler. Die VAE gelten dagegen laut UN‑Experten und westlichen Geheimdiensten als wichtigster Waffenlieferant der RSF, inklusive Drohnen und Munition, die über Libyen und Tschad nach Darfur geschleust werden. In Washington drängte Kronprinz Bin Salman deshalb zunehmend auf ein härteres Vorgehen der USA gegen die Emirate; bis hin zu angedrohten Sekundärsanktionen, was den Bruch der einst eng koordinierten Golfpartner im Sudan offenlegt.

CARE warnt vor Kürzungen der Hilfen

BONN. Ein Jahr nach dem politischen Umbruch in Syrien ist die humanitäre Lage dramatischer denn je. Rund 16,5 Millionen Menschen – zwei Drittel der Bevölkerung – sind auf Hilfe angewiesen. Besonders kritisch ist die Situation im Gesundheitswesen. Laut einer Untersuchung der WHO sind höchstens 57 % aller Krankenhäuser und 37 % der primären Gesundheitsdienste in Syrien funktionsfähig. Deutschland hatte viele Jahre entscheidend zur Stabilisierung der Gesundheitsversorgung im Norden des Landes beigetragen. Die Hilfsorganisation CARE appellierte am 5. Dezember, die Menschen in dieser kritischen Zeit nicht im Stich zu lassen.

Foto: Sasha Maksymenko, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY 2.0

Moskau setzt Repression der Krimtataren fort

GÖTTINGEN (GfbV). Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) zeigt sich zutiefst besorgt über die Festnahme der weltweit bekannten krimtatarischen Politikwissenschaftlerin und Journalistin Lenora Dyulber durch Strafverfolgungsbeamte. „Die internationale Gemeinschaft darf die russischen Menschenrechtsverletzungen auf der Krim nicht länger ignorieren“, betonte Sarah Reinke, Leiterin der Menschenrechtsarbeit. „Es braucht klare politische Signale und konkrete Maßnahmen, um den Schutz der Krimtataren zu gewährleisten.“

Muslime verklagen Gouverneur von Florida

WASHINGTON (CAIR). Der Rat für amerikanisch-islamische Beziehungen (CAIR) gab bekannt, dass er eine Klage gegen den Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, eingereicht hat, weil dieser die Bürgerrechtsorganisation als „ausländische terroristische Vereinigung“ eingestuft hat. Hiba Rahim, Geschäftsführerin von CAIR in Florida, erklärte am 9. Dezember, dass die Entscheidung von DeSantis die Islamfeindlichkeit in Florida und in den gesamten USA schüren könnte.

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8 Jahre Vertreibung der Rohingya – bisher keine Rechenschaft

Großbrand Flüchtlingslager Rohingya

Angst, Vertreibung, Hunger: Vor 8 Jahren begann die Vertreibung der Rohingya aus Myanmar nach Bangladesch. Organisationen fordern, Straflosigkeit zu beenden und Sicherheit zu schaffen.

Yangon (KNA). Anlässlich des 8. Jahrestags der Vertreibung der Rohingya am 25. August haben internationale Organisationen an die Lage der ethnisch-religiösen Minderheit in Myanmar wie in Bangladesch erinnert.

„Die Urheber und Täter des Völkermords an den Rohingya – das myanmarische Militär – agieren weiterhin völlig ungestraft“, kritisierte Marzuki Darusman vom „Sonderbeirat für Myanmar“ (SAC-M) in einer am 24. August veröffentlichten Erklärung. SAC-M ist eine Gruppe internationaler Menschenrechtsexperten und ehemaliger UN-Diplomaten zur Unterstützung der Demokratiebewegung in Myanmar.

brot für die welt rohingya bootflüchtlinge meer flucht

Foto: UNICEF/UN0119963/Brown

Bereits am 22. August hatte der Sprecher des UN-Menschenrechtsbüros in Genf, Jeremy Laurence, betont: „Die Beendigung der Straflosigkeit und die Gewährleistung ihres Rechts auf Sicherheit, Staatsbürgerschaft und Gleichberechtigung sind unerlässlich, um den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen.“

Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR sind zwischen Anfang 2024 und Mitte 2025 rund 150.000 der rund 650.000 noch in Rakhine lebenden Rohingya nach Bangladesch geflohen.

Denn laut SAC-M sind im Rakhine-Staat im Westen Myanmars die Rohingya aufgrund des militärischen Konflikts zwischen Myanmars Junta und der Arakan Armee (AA) ernsthaften Gefahren ausgesetzt. Beiden Kriegsparteien werden Gräueltaten sowie Zwangsrekrutierungen vorgeworfen. Auch erlitten Hunderttausende Menschen Hunger.

Yanghee Lee von SAC-M sagte: „Wir wiederholen unseren Aufruf an die Arakan-Armee als De-facto-Behörde, die Einreise internationaler unabhängiger Ermittlungsteams in den Rakhine-Staat zu erleichtern, um diese mutmaßlichen Gräueltaten zu untersuchen, und uneingeschränkt mit ihnen zu kooperieren.“

Foto: obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/Rehman Asad

Die AA kontrolliert den größten Teil von Rakhine und hat in ihren Gebieten eigene Verwaltungen aufgebaut.

Eine UN-Konferenz zur Lage der Rohingya ist für den 30. September in New York geplant. In einer gemeinsamen Erklärung fordern nun mehr als 50 internationale Menschenrechtsorganisationen, darunter Amnesty International und Fortify Rights, die UN auf, eine Beteiligung der Rohingya sicherzustellen. Sie seien „besorgt über die mangelnde Vertretung der Rohingya auf der Konferenz“.

Notwendig sei „eine breitere Palette an Stimmen, darunter auch Rohingya-Frauen, junge Menschen und eine vielfältige, von Rohingya geführte Zivilgesellschaft aus Myanmar, Bangladesch und der weltweiten Diaspora“.

Am 25. August 2017 begann das Militär von Myanmar mit der brutalen Vertreibung von rund 750.00 muslimischen Rohingya aus Rakhine nach Bangladesch. Eine kleine Minderheit sind Hindus und Christen.

Mehr zum Thema Rohingya findet ihr hier: https://islamische-zeitung.de/category/themen/die-rohingya/

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Auslands-Kurzmeldungen aus Ausgabe 363: vom Hunger in Gaza bis zum Kopftuch in Österreich

gaza Kurzmeldungen

Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 363: In dieser Ausgabe behandeln wir u.a. Proteste gegen das Aushungern von Gaza über Friedenspläne zur erneuten Kopftuchdebatte in Österreich.

Rabbiner fordern Ende der Hungersnot

WASHINGTON (KNA/IZ). Rund 80 orthodoxe Rabbiner aus verschiedenen Ländern fordern die israelische Regierung auf, dem Hunger in Gaza ein Ende zu bereiten. Die Initiative für das Schreiben ging von US-Rabbi Yosef Blau aus. Er erklärte: „Wenn Religion dazu benutzt wird, die Verehrung von Macht zu rechtfertigen, verzerrt sie die grundlegende Moral.“ Unkritische Loyalität widerspreche dem Anspruch der Selbstreflexion, der fundamental für das Judentum sei. In dem Schreiben hieß es weiter, die Gräueltaten der Hamas würden Israel nicht von seiner Verantwortung für die humanitäre Krise im Gazastreifen entbinden. Daher müsse das Land eine massenhafte Hungersnot beenden. Zu den Unterzeichnenden gehört auch der polnische Oberrabbiner Michael Schudrich. Dieser historische Moment erfordere, so das Schreiben weiter, „eine Stimme, die in unseren tiefsten jüdischen Werten verwurzelt ist und von unserer traumatischen Geschichte der Verfolgung geprägt ist“.

IKRK

Foto: IKRK

‘Ulama rufen zu Hilfe für Gaza auf

ISTANBUL (IZ). Am 23. August befasste sich eine internationale Konferenz auf der Istanbuler Insel mit der Situation im Gazastreifen. Unter dem Titel „Islamische und humanitäre Verantwortung: Gaza“ hatte die Internationale Union muslimischer Gelehrter (IUMS) gemeinsam mit der Stiftung für islamische Gelehrte in der Türkei das Event organisiert. Sie war Teil einer mehrtägigen Konferenz zum Thema „Demokratie und Freiheit“. Mehr als 150 ‘Ulama aus mehr als 50 Staaten nahmen teil, um über die Auswirkungen des Krieges Israels gegen den Gazastreifen und die Reaktionen der islamischen Welt zu diskutieren. Der Präsident des Europäischen Muslimischen Forums, Abdul Vakhed Niyazov, würdigte die organisatorische Rolle der Türkei. Gleichzeitig kritisierte er, dass viele Organisationen bislang keine klare Haltung zur Lage in Gaza bezogen hätten. Türkische Einrichtungen hingegen hätten die Initiative ergriffen, um Fachkollegen zu versammeln und die humanitäre Situation öffentlich zu thematisieren.

Über die Hälfte der Menschen braucht Hilfe

BONN (KNA). Mehr als 50 % der Afghanen ist laut der Hilfsorganisation Help auf Unterstützung angewiesen. Besonders schlimm sei die Lage an der iranischen Grenze, wo täglich rund 10.000 Personen ankämen, teilte die Organisation am 11. August mit. Seit Jahresbeginn seien schon 1,9 Mio. aus dem Nachbarland deportiert worden. Besonders schlimm sei die Lage der abgeschobenen Frauen und Mädchen ohne männliche Familienangehörige. „Nach den Gesetzen der Taliban dürfen sie weder allein reisen noch einer Arbeit nachgehen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. In Afghanistan stehen sie vor dem Nichts“, sagte der Landesdirektor der Organisation, Shafi Shirzad.

Foto: Afrikablack, Unsplash

Türkische Unternehmen investieren verstärkt

ISTANBUL (Agenturen). Türkische Geschäftsleute haben 2,3 Mrd. Dollar investiert und 35.000 Menschen in Afrika beschäftigt, während die Bauwirtschaft des Landes mit über 2.300 Projekten auf dem Kontinent aktiv tätig ist, sagte der türkische Handelsminister. „Zehntausende Afrikaner wurden durch unsere Investitionen auf dem Kontinent beschäftigt“, so Ömer Bolat. „Afrika liegt uns sehr nahe, da man von der Türkei aus in nur 45 Minuten mit dem Flugzeug den Kontinent erreichen kann.“

Historisches Abkommen mit Armenien getroffen

WASHINGTON (IZ). Armenien und Aserbaidschan haben im Weißen Haus ein historisches Friedensabkommen unterzeichnet. Nach jahrzehntelangen Konflikten, zuletzt im Streit um Bergkarabach, verständigten sich beide Seiten auf die Aufnahme diplomatischer Beziehungen, die Anerkennung bestehender Grenzen sowie den Ausbau wirtschaftlicher Zusammenarbeit. US-Präsident und internationale Partner begrüßten den Schritt als „Meilenstein“ für Sicherheit und Stabilität im Südkaukasus. Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) lobte die Einigung ausdrücklich.

rohingya

Foto: IPS News

UN-Bericht spricht von „systematischer Folter“

GENF (IPS). Am 12. August veröffentlichte der Unabhängige Untersuchungsmechanismus für Myanmar (IIMM) seinen jährlichen von den UN in Auftrag gegebenen Bericht, in dem er erklärte, dass er erhebliche Fortschritte bei der Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen und der Identifizierung der Täter erzielt habe. Er beschreibt detailliert die anhaltenden Gräueltaten, darunter die Folterung von Zivilisten in von Militärs betriebenen Haftanstalten, koordinierte Luftangriffe auf Schulen, Krankenhäuser und Wohnhäuser sowie die fortgesetzte ethnische Säuberung der Rohingya-Flüchtlinge. „Wir haben bedeutende Beweise, darunter Augenzeugenberichte, die systematische Folter in Haftanstalten in Myanmar belegen“, sagte Leiter Nicholas Koumjian.

Brandanschlag auf Moschee verurteilt

PARIS (AA). Frankreichs Innenminister Retailleau verurteilte am 15. August einen versuchten Brandanschlag auf eine Moschee in Chatillon-sur-Seine. „Letzte Nacht haben Unbekannte versucht, eine muslimische Gebetsstätte in Châtillon-sur-Seine in Brand zu setzen. Meine Gedanken sind bei den Gläubigen, die von dieser zutiefst feigen antimuslimischen Tat betroffen sind“, schrieb er auf X. Laut France Info wurden Flugblätter angezündet und in die Eingangstür geklemmt, bevor Passanten das Feuer schnell löschten. Eine Anzeige wurde erstattet, die Täter sind bisher unbekannt.

Indien Modi Hindu-Nationalismus

Foto: Talakdar David, Shutterstock

Staat radikalisiert Gesetz gegen Konversion

NEU DELHI (KNA). In Indien wächst der Druck auf nicht-hinduistische Religionen. Der nordindische Bundesstaat Uttarakhand plant nun ein Gesetz gegen den Religionswechsel mit Strafen bis hin zu lebenslanger Haft, wie der asiatische Pressedienst Ucanews am 15. August berichtete. Es verbietet u.a. die Förderung und Anstiftung zu religiösen Konversionen über soziale Medien sowie „Anreize“ wie Geschenke, Bargeld, Sachleistungen, Beschäftigung, kostenlose Bildung oder Heiratsversprechen durch Angehörige von Minderheitsreligionen. Uttarakhand wird von der extremistischen BJP regiert. Ihr gehört auch Premier Modi an.

Ausbau von Siedlungen Richtung Jordan

TEL AVIV (KNA). Siedler dringen auf den Bau neuer Wohnviertel östlich von Jerusalem, um eine geschlossene, jüdisch besiedelte Zone bis zum Jordan zu schaffen. Das strategisch wichtige Gebiet spiele „eine entscheidende Rolle für die territoriale Kontinuität“ Israels, hieß es in einer Mitteilung der Siedlerorganisation Regavim.

EU will mehr Hilfen für Königreich Jordanien

BRÜSSEL (KNA). Zeitweise galt Jordanien als Stabilitätsanker im Nahen Osten. Doch eine hohe Zahl von Flüchtlingen und schwierige Wirtschaftsdaten sorgen für sozialen Druck. Nun kommt weitere Hilfe aus Europa. Angesichts der gespannten Lage im Nahen Osten will die EU-Kommission die Stabilität des Landes mit zusätzlichen 500 Mio. Euro stützen. Das teilte die Behörde am Dienstag in Brüssel mit. Der Vorschlag erfolgt in Ergänzung zu einer Finanzhilfe im Umfang von 500 Mio., die im April beschlossen worden war und bis 2027 ausgezahlt werden soll. Mit der Förderung will die EU dem Königreich helfen, die syrische Flüchtlingskrise und Auswirkungen regionaler Konflikte wie des Gaza-Krieges zu bewältigen.

libanon

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Regierung will Waffen-Monopol durchsetzen

BEIRUT (KUNA). Das libanesische Kabinett hat in einer Sitzung am 8. August den von dem US-Sondergesandten für Syrien Barrack vorgeschlagenen Plan zur Einführung eines staatlichen Waffenmonopols gebilligt. In der Besprechung wurde das Bekenntnis zu den Bestimmungen des Nationalen Versöhnungsabkommens, auch bekannt als Taif-Abkommen von 1989, und der Resolution 1701 des UN-Sicherheitsrats bekräftigt. Das Kabinett versprach, die notwendigen Schritte zur Wiederherstellung der öffentlichen Souveränität über sein gesamtes Staatsgebiet zu unternehmen.

Schaffung von „Groß-Israel“ abgelehnt

KAIRO (Agenturen). Die Außenminister von 31 nahöstlichen und muslimischen Staaten sowie die Generalsekretäre der Arabischen Liga, der OIC und des Golf-Kooperationsrats haben am 15. August die jüngsten Äußerungen des israelischen Premierministers Netanjahu zum sogenannten „Groß-Israel“ scharf verurteilt. Sie warnten, dass diese die nationale Sicherheit ihrer Länder und die regionale Stabilität gefährden. „Diese Äußerungen stellen eine schwerwiegende Missachtung und eine eklatante und gefährliche Verletzung der Regeln des Völkerrechts und der Grundlagen stabiler internationaler Beziehungen dar. (…) Sie stellen auch eine direkte Bedrohung für die nationale Sicherheit der arabischen Staaten, die Souveränität der Staaten sowie den regionalen und internationalen Frieden und die Sicherheit dar.“ Netanjahu erklärte am 12. August gegenüber dem Sender i24, er fühle sich der Vision eines Großisraels „sehr verbunden“. Er sagte, er sehe sich in einer „historischen und spirituellen Mission“, die „Generationen von Juden, die davon träumten, hierher zu kommen, und Generationen von Juden, die nach uns kommen werden“, erfüllt.

Troika arbeite an einem neuen Friedensplan

KATAR (MEMO). Sky News Arabia berichtete am 11. August mit, dass ägyptische und katarische Vermittler unter Beteiligung der Türkei einen neuen Vorschlag vorbereiten, um von Israels Ministerpräsident Netanjahu vorgebrachten Vorwände für die Besetzung von Gaza-Stadt auszuräumen. Die Initiative konzentriert sich auf ein umfassendes Austauschabkommen, das die Freilassung aller lebenden israelischen Geiseln und die Rückführung der Leichen der Getöteten im Austausch gegen die Freilassung palästinensischer Gefangener vorsieht. Dazu gehört auch, dass die Hamas einen neuen Einsatzplan für die israelische Armee unter arabisch-amerikanischer Aufsicht akzeptiert, bis eine endgültige Einigung erzielt ist.

Foto: wayhomestudio, Freepik.com

Schon wieder eine Kampagne zum Kopftuch

WIEN (KNA). In Österreich ist die Debatte um ein geplantes Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren neu aufgeflammt. Das Tragen von Kopftüchern sei eine „extreme Auslegung des Glaubens und das hat bei uns in Österreich nichts verloren“, sagte Integrationsministerin Claudia Plakolm (ÖVP) am 30. Juli dem Sender ORF. Mit dem für Herbst angekündigten Gesetzesentwurf wolle man dem „Zeichen der Unterdrückung“ entgegenwirken. Bereits vor fünf Jahren war ein ähnlicher Vorstoß, damals unter Bundeskanzler Sebastian Kurz, an einem Urteil des Verfassungsgerichtshofs gescheitert. Damals sahen die Richter die Religionsfreiheit und den Grundsatz der Gleichbehandlung durch die Regelung verletzt. Auch jetzt bezweifeln Verfassungsrechtler, dass es das Kopftuchverbot im zweiten Anlauf schafft. Einen Hinweis auf einen möglichen Grundrechtsverstoß könnte die Ministerin im Interview selbst geliefert haben: Sie betonte, es werde es keine vergleichbaren Verbote für Symbole anderer Religionen geben, etwa Ketten mit Kreuzanhängern oder die Kippa.

Kabinett will Gaza erneut besetzen

TEL AVIV (KUNA). Die israelische Regierung hat den Plan ihres Regierungschefs gebilligt, die Kontrolle über Gaza-Stadt zu übernehmen und ihre Militäroperationen auszuweiten. Nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts wurde beschlossen, Gaza zu besetzen, wie sein Büro in einer Pressemitteilung mitteilte. Er hatte vor, ganz Gaza zu okkupieren, wobei sein Plan sich speziell auf Gaza-Stadt konzentrierte, die größte Siedlung in dem bereits belagerten Gebiet, in dem Hunderttausende Menschen leben. Die Vereinten Nationen warnten, dass die Ausweitung der militärischen Kampagnen durch die Besatzung „katastrophale Folgen“ für die palästinensische Zivilbevölkerung haben könnte.

Vier Journalisten wurden gezielt ermordet

TEL AVIV/DOHA (IZ). Die Tötung von vier Al Jazeera-Journalisten durch Israel am 10. August löste internationale Empörung aus. Der katarische Sender verurteilte den Angriff als „vorsätzlichen Versuch, Stimmen zum Schweigen zu bringen“ und rief nach „rechtlichen Konsequenzen“. Die Bundesregierung kritisierte die Tötung scharf und verlangte eine transparente Aufklärung. Die UN bezeichneten das Vorgehen als Bruch des Völkerrechts, die EU forderte klare Beweise für Tel Avivs Terrorismusvorwürfe gegen den Autoren Anas al-Sharif. Journalistenverbände warfen Israel vor, systematisch palästinensische Journalisten zu gefährden.

Hitzewelle erschwert das Leben der Menschen

GAZA (KNA). Der Nahe Osten leidet unter einer enormen Hitzewelle, die zu Redaktionsschluss ihren Höhepunkt erreichen soll. Im Kriegsgebiet im Gazastreifen verschärfen sich dadurch die ohnehin harschen Lebensbedingungen. Die extreme Hitze in Verbindung mit Wasserknappheit, Strom- und Treibstoffmangel seien ein zusätzlicher Stressfaktor, der sich auf alle Bereiche der Gesellschaft auswirke, sagt Mohammed Fadlalla, Leiter der medizinischen Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen in Gaza, der KNA. Vertriebene im Gazastreifen berichteten gegenüber Journalisten und in sozialen Medien von unerträglichen Temperaturen. Die Zelte aus Stoff oder Plastik böten keinen Schutz, Kühlungsmöglichkeiten fehlten ebenso wie eine ausreichende Wasserversorgung. Auch im blockierten Meer können die Bewohner des Kriegsgebiets keine Abkühlung suchen.

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Rohingya: Widerstand im Exil durch Kultur und Lebensart

rohingya

Rohingya-Aktivisten, Fürsprecher und Gesundheitsorganisationen in Australien sind frustriert über die mangelnde Unterstützung für die vertriebenen Rohingya. (The Conversation). Diese ethnische Minderheitengruppe nannte Myanmar jahrhundertelang ihre Heimat, bevor sie 1982 von […]

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Bürgerkrieg in Myanmar: Es geht auch um Rohstoffe

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Viele muslimische Rohingya sind erneut auf der Flucht. Rakhine ist als Burmas Zugang zum Indischen Ozean von großer Bedeutung für die regierende Junta. (KNA/IZ). Einmal mehr trifft es auch die […]

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