Debatte: Besteht eine Gefahr der rechtspopulistischen Vereinnahmung von Religionen?
Wenn ein -ismus in Form einer Ideologie auftaucht, ist Vorsicht geboten – zum Beispiel beim Rechtspopulismus. Eine Tagung hat sich nun mit dem Phänomen in Verbindung mit Religionsfreiheit beschäftigt. Von Annika Schmitz Aachen/Berlin (KNA). Sie wollen das „christliche Abendland“ retten, sehen in Donald Trump den Verfechter einer göttlichen Botschaft oder interpretieren den Kölner Muezzinruf als […]
16.11.2022 .Redaktion 4 Min. Lesezeit
Foto: Picryl | Lizenz: <a href=https://creativecommons.org/publicdomain/mark/1.0/>Public Domain 1.0</a>
Wenn ein -ismus in Form einer Ideologie auftaucht, ist Vorsicht geboten – zum Beispiel beim Rechtspopulismus. Eine Tagung hat sich nun mit dem Phänomen in Verbindung mit Religionsfreiheit beschäftigt. Von Annika Schmitz
Aachen/Berlin (KNA). Sie wollen das „christliche Abendland“ retten, sehen in Donald Trump den Verfechter einer göttlichen Botschaft oder interpretieren den Kölner Muezzinruf als Untergang des Christentums in Europa. Der „moderne Populist“ versuche sich die Religion nicht zum Feind, sondern zum „vorgeblichen Weggefährten“ zu machen. So formulierte es der katholische Theologe Gregor von Fürstenberg vom Hilfswerk missio Aachen zu Beginn einer hochkarätig besetzten Online-Konferenz zu Populismus und Religionsfreiheit.
Für den gefährlichen Schulterschluss zwischen Religionsvertretern und Rechtspopulisten müsse man gar nicht über den Atlantik – etwa in die USA oder nach Brasilien – schauen, ergänzte die Osteuropa-Expertin Regina Elsner: Es reiche der Blick auf Deutschland, die EU und Russland. Aktuell zeige insbesondere die Russisch-Orthodoxe Kirche, wie vermeintlich christliche Werte zum Vorwand für illiberale Politik werden könnten.
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