Micha Brumlik: „Ich bin gegen digitale Gespenster als Gesprächspartner“

Berlin (KNA). Der jüdische Erziehungswissenschaftler und Publizist Micha Brumlik wird am 4. November 75 Jahre alt. Im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) blickt er auf die schulische Vermittlung von Wissen über jüdisches Leben, die Diskussion über Pflichtbesuche in KZ-Gedenkstätten und erklärt, was es für ein gutes Miteinander von Juden, Christen und Muslimen braucht. Frage: Herr […]

02.11.2022 Leticia Witte 5 Min. Lesezeit

Foto: <a href=https://www.flickr.com/photos/boellstiftung/>Heinrich-Böll-Stiftung, Stephan Röhl</a>, via flickr | Lizenz: <a href=https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/>CC BY 2.0</a>

Berlin (KNA). Der jüdische Erziehungswissenschaftler und Publizist Micha Brumlik wird am 4. November 75 Jahre alt. Im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) blickt er auf die schulische Vermittlung von Wissen über jüdisches Leben, die Diskussion über Pflichtbesuche in KZ-Gedenkstätten und erklärt, was es für ein gutes Miteinander von Juden, Christen und Muslimen braucht.

Frage: Herr Brumlik, eine Umfrage der Bertelsmann-Stiftung hat ergeben, dass in der Auseinandersetzung mit der NS-Zeit fast jeder zweite Mensch in Deutschland für einen „Schlussstrich“ ist. Wie blicken Sie auf dieses Ergebnis?

Micha Brumlik: Ich finde das grundsätzlich falsch, weil die Auseinandersetzung mit der Schoah und der Mitverantwortung vieler Deutscher vor Jahrzehnten eine staatsbürgerliche Aufgabe ist. Schülerinnen und Schüler – egal, ob sie „Biodeutsche“ sind oder aus migrantischen Familien kommen – müssen mit dieser Geschichte vertraut gemacht werden, um die normative Struktur dieses Landes mit seinem ersten Grundgesetzartikel, nach dem die Würde des Menschen unantastbar ist, besser zu verstehen.

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