Muslimische Sklaven in Nordamerika: Glaube und Würde in der Unfreiheit

Muslimische Sklaven in Nordamerika: Anmerkungen zu ihrer Geschichte, Rolle und ihrem Leben.

30.07.2026 Laila Massoudi 6 Min. Lesezeit
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Foto: National Portrait Gallery/gemeinfrei

(iz). Wer über versklavte afrikanische Muslime auf dem nordamerikanischen Kontinent schreibt, muss mit einer doppelten Nüchternheit beginnen: Ihre Verschleppung stand im Zusammenhang mit der kolonialen Plantagenwirtschaft, die nach Arbeitskräften hungerte; zugleich kamen viele von ihnen nicht als religiös unbeschriebene Blätter an, sondern als Menschen mit Bildung, Erinnerung und Glaubenspraxis.

Gerade darin liegt die eigentliche Pointe dieser Geschichte: Die Gewalt des Systems zielte auf vollständige Verfügung über die Person. Doch manche der Verschleppten bewahrten inmitten dieser Ordnung einen inneren Raum, den weder Kaufvertrag noch Peitsche ganz erreichen konnten.

Unter den aus Westafrika Verschleppten befanden sich zahlreiche Muslime, darunter Menschen aus Regionen wie Futa Toro, Futa Jallon, Senegambien und Hausaland, in denen Qur’anschulen, Gelehrsamkeit und eine eingeübte religiöse Lebensform zum Alltag gehörten.

Foto: Alfred Weidinger/Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY 2.0

Forschungen und Museumsarbeit zur afroamerikanischen Religionsgeschichte verweisen seit Jahren darauf, dass der Islam nicht erst durch neuere Einwanderung Teil der amerikanischen Geschichte wurde. Vielmehr war er schon in der Epoche der Sklaverei präsent. Und wurde getragen von Menschen, die gewaltsam entrechtet, aber nicht vollständig ihrer geistigen Herkunft beraubt wurden.

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