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Bildungsreihe für bessere pädagogische Qualifizierung abgeschlossen

pädagogi

Bericht über den Abschluss der ersten bundesweiten Seminarreihe „Islampädagogische Arbeit mit Kindern“ in Frankfurt.

(iz). Ende Dezember fand im Saalbau Titus-Forum in Frankfurt das erste bundesweite Fortbildungsseminar zur islampädagogischen Arbeit mit Kindern seinen feierlichen Abschluss. Nach einem Jahr intensiver Arbeit war dies ein wichtiger Moment, um ein Projekt abzuschließen, das in dieser Form bislang einmalig ist. Von Karima Elmazdoula

Die Seminarreihe wurde im Namen der Islamischen Arbeitsgemeinschaft für Sozial- und Erziehungsberufe (IASE e.V.) unter der Leitung von Karima Elmazdoula umgesetzt sowie gemeinsam mit Dr. Ali Özgür Özdil konzipiert und entwickelt. Das Format stellt den ersten professionellen Weiterbildungskurs in Deutschland dar, der sich systematisch mit islampädagogischer Arbeit mit Kindern befasst.

Sie erstreckte sich über ein Jahr und vereinte über 40 pädagogisch Tätige aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern aus ganz Deutschland und Österreich. Ziel war es, eine fachlich fundierte, zeitgemäße (religions-)pädagogische Qualifizierung anzubieten, die dort ansetzt, wo klassische Ausbildungen häufig zu kurz greifen.

Fotos: Autorin

Viele pädagogisch Tätige arbeiten mit muslimischen Kindern, ohne in ihrer Ausbildung vertieft mit religionspädagogischen Fragen, professioneller Haltung oder islamischen Erziehungsgrundlagen in Berührung gekommen zu sein.

In 13 Modulen wurden unter anderem Fragen nach einer kindgerechten islampädagogischen Erziehung, des Verhältnisses von eigener religiöser Identität und gleichzeitig pädagogischer Professionalität sowie Fragen nach Grenzen und Verantwortung pädagogischen Handelns behandelt.

Inhaltlich spannte die Bildungsreihe einen breiten Bogen: von Bindung und Beziehung als Grundlage pädagogischer Arbeit über Didaktik und Methodik, den professionellen Umgang mit Eltern und interkulturelle Pädagogik bis hin zu konkreten religionspädagogischen Themen.

Mit diesem ersten Durchgang wurde ein grundlegender Baustein für die Weiterentwicklung islampädagogischer Arbeit gelegt. Die Absolventinnen und Absolventen dieser Weiterbildung sind Pionierinnen und Pioniere dieses Ansatzes und bilden den Ausgangspunkt für nachfolgende Generationen.

Sie wurden gezielt dazu befähigt, ihr Wissen in Teams, Einrichtungen und Fachkontexten weiterzugeben, als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zu wirken und sind entsprechend zertifiziert.

Dr. Ali Özgür Özdil hat die Seminarreihe als Referent fachlich getragen. Seine Expertise und seine dialogische, zugewandte Vermittlung haben maßgeblich dazu beigetragen, dass komplexe Inhalte verständlich und praxisnah bearbeitet werden konnten.

Der große Zuspruch zur Seminarreihe bestätigt den hohen Bedarf an qualifizierten Fortbildungsangeboten in diesem Bereich. Der demografische Wandel und die gesellschaftlichen Veränderungen machen deutlich, wie wichtig es ist Qualität und Professionalisierung in der Bildung von Kleinkindern nachhaltig zu sichern. Entsprechend groß ist das Interesse an weiteren Formaten.

Die Islamische Arbeitsgemeinschaft für Sozial- und Erziehungsberufe (IASE e.V.) plant, die Inhalte des Seminars in Form eines praxisorientierten Fachbuches zu ergänzen und herauszubringen. Ein Meilenstein für die Professionalisierung in der islampädagogischen Arbeit.

Die Teilnehmenden der Seminarreihe zur islampädagogischen Arbeit mit Kindern blickten mit großer Zufriedenheit auf die Fortbildung zurück. Immer wieder fiel das Wort „Gewinn“ – gerade für Quereinsteiger, die sich in diesem Feld neu orientierten und Sicherheit im Umgang mit religiösen Themen suchten.

Das Seminar wurde als „toll“ und „sehr wertvoll“ beschrieben; viele betonten, wie sehr sie es ans Herz gelegt bekamen und dass sie es jeder Person empfahlen, die in irgendeinem Kontext mit Kindern arbeitete.

Besonders hervorgehoben wurde die Atmosphäre: Die Leichtigkeit, mit der Inhalte vermittelt wurden, die vielen Beispiele aus der Praxis und der Austausch in der Gruppe trugen dazu bei, dass neue Perspektiven entstehen konnten.

Fotos: Autorin

Die Teilnehmenden schätzten es, nicht nur frontal beschult worden zu sein, sondern von den Erfahrungen der anderen zu profitieren und gemeinsam an konkreten Situationen aus dem pädagogischen Alltag zu arbeiten. So wurde deutlich, wie wichtig Vernetzung war – über Professionen, Regionen und Einrichtungen hinweg.

Inhaltlich überzeugte der Kurs vor allem durch seine Verbindung von islamischen Werten und kindgerechter Pädagogik. Die Teilnehmenden betonten, dass islamische Inhalte sensibel, bewusst und zugleich verständlich vermittelt wurden.

Statt sich in abstrakten Theorien oder rein wissenschaftlichen Artikeln zu verlieren, gelang es dem Referenten Dr. Ali Özgür Özdil, einen nachvollziehbaren Bezug zur islamischen Theologie herzustellen und diesen auf alltägliche Situationen mit Kindern zu übertragen. Viele beschrieben die Fortbildung als „Wissensauffrischung mit Sensibilitätserweckung“, die bekannte Themen neu beleuchtete und eine längst fällige „Erfrischung“ bot.

Großes Lob erhielt der Referent selbst: Dr. Özdil wurde als professionell, humorvoll und didaktisch versiert geschildert. Seine Art, Kontroversen geschickt aufzugreifen und konstruktiv zu bearbeiten, hinterließ bei vielen einen bleibenden Eindruck.

Die Methodik der Kommunikation mit verschiedenen Adressatengruppen und der Umgang mit islampädagogischen Themen wurden als besonders prägnant und förderlich beschrieben. Mehrere Teilnehmerinnen und Teilnehmer betonten, dass sie den Islam gewissermaßen „mit Kinderaugen“ neu betrachten konnten und sich zugleich selbst reflektierten.

Auch Organisation und Rahmenbedingungen der Seminarreihe erfuhren viel Anerkennung. Die Module seien gut strukturiert, abwechslungsreich und kurzweilig gewesen, das Team wurde als flexibel und hilfsbereit geschildert. Dass selbst Details wie ein gelungener Abschluss mit gemeinsamem Essen positiv erwähnt wurden, zeigte, wie sehr sich die Teilnehmenden wertgeschätzt fühlten.

Am Ende blieb ein deutliches Fazit: Diese Fortbildung stärkte Haltung, fachliche Kompetenz und persönliche Sicherheit im Umgang mit religiösen Themen – und machte Lust auf mehr Vertiefung und Fortsetzung.

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Frankfurt-Hausen: Kita-Leitung ruft zu Spenden für eine zweite Einrichtung auf

Frankfurt Kita

Die Leitung der Kindertagesstätte Die Ameisen e.V. in Frankfurt am Main, Karima Elmazdoula, ruft mit einem dringenden Appell zu Spenden auf, um eine zweite Kita im Stadtteil Hausen zu eröffnen. Angesichts der stetig steigenden Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Kinder soll die neue Einrichtung am 01.04.2025 ihren Betrieb aufnehmen.

(iz). Die Anfragen für einen Kitaplatz in unserer Kita sind hoch! Wir haben fortlaufend 170-190 Anmeldungen im Anmeldeportal „kindernet.frankfurt.de“. Mit unserem einzigartigen Konzept, das eine qualifizierte, elementarpädagogische Bildung mit einer islamischen Werteerziehung verbindet, befähigen wir Kinder, ihre Identität und ihr Selbstbewusstsein zu stärken und ein respektvolles Miteinander zu leben.

Kita: Es ist wertvoll, Kindern einen Platz zu bieten

Täglich erleben wir, wie wertvoll es ist, den Kindern einen Platz zu bieten, an dem sie sich frei entfalten können und die islamischen Werte im pädagogischen Alltag erleben dürfen. Kinder, die sich im Kita-Alltag mit den islamischen Werten identifizieren und sich selbst und die eigenen Wurzeln besser kennen, wachsen mit dem Gefühl und dem zunehmenden Bewusstsein auf, ein wertvoller Teil der Gesellschaft zu sein und entwickeln ein positives Selbstbild. 

Wir haben leider nicht genug Kapazitäten, um den Bedürfnissen der wachsenden Zahl an Familien gerecht zu werden. Deshalb haben wir uns entschieden, eine zweite Kita zu eröffnen, die dieselben hohen pädagogischen Standards setzt und den Kindern ein ebenso liebevolles Umfeld bietet.

Damit stehen wir vor einer neuen, spannenden Herausforderung. Ab dem 1. April 2025 bieten wir im Stadtteil Hausen im Westen Frankfurts 10 Krippenplätze und 20 Kindergartenplätze an – ein weiterer Schritt, um mehr Familien mit unserem besonderen Konzept zu unterstützen.

Warum ist diese Kita so wichtig? Weil Kinder hier in einem Umfeld aufwachsen, das ihre religiöse Identität respektiert, ihre Persönlichkeit stärkt und ihnen hilft, sich als wertvolle Mitglieder unserer Gesellschaft zu selbstbestimmten, gesellschaftsfähigen und selbstbewussten Persönlichkeiten zu entwickeln.

In einer starken Elternpartnerschaft und familiären Atmosphäre gestalten wir ein Umfeld, in dem wir das Zusammenleben der Familien stärken und aus vielen „ICH“ ein „WIR“ wird.

Alle Fotos: K. Elmazdoula

Mit einem fundierten Konzept

Die Arbeit unserer pädagogischen Fachkräfte ist dabei von unschätzbarem Wert. Mit einem fundierten pädagogischen Konzept und den Schwerpunkten Sprachförderung und islamischer Werteerziehung fördern wir die Entwicklung jedes einzelnen Kindes mit vielfältigen Möglichkeiten zur Partizipation, einer effektiven Gesundheitsentwicklung, einem altersspezifischen Förderangebot und jeder Menge spannender Projekte.

Der Aufbau einer neuen Kita erfordert erhebliche Investitionen in Räumlichkeiten, Möbel, Spielgeräte, Bildungs- und Lernmaterialien, aber auch in Umbaumaßnahmen, das Außengelände sowie in die technische Ausstattung, die bislang noch nicht vollständig gedeckt sind. Aus diesem Grund bittet die Kita-Leitung um Spenden mit dem Ziel, den Aufbau der Kindertagesstätte zu unterstützen. Investitionen in die frühkindliche Bildung zahlen sich langfristig aus. Kinder, die in einer guten Kita betreut werden, haben bessere Chancen auf eine erfolgreiche schulische und berufliche Zukunft.

Mit jeder Spende kommen wir dem Ziel näher, die Einrichtung einer weiteren Kita nach unserem fortschrittlichen Konzept zu verwirklichen. Wir brauchen dazu nicht nur finanzielle Hilfe, sondern auch Sachspenden und ehrenamtliche Unterstützung, um den Kindern einen idealen Start ins Leben zu ermöglichen.

Die Leitung ist überzeugt, dass diese Erweiterung einen bedeutenden Beitrag für die muslimische Gesellschaft leistet und mit der Erweiterung der Kita ein Zeichen für professionelle pädagogische Arbeit in Deutschland gesetzt wird. Ein herausragendes Merkmal der Kita ist die enge Verbindung zwischen den islamischen Werten und der professionellen Kitaarbeit.

Ein konkretes Beispiel dafür ist die Seminarreihe „Islampädagogische Arbeit mit Kindern“, die in Zusammenarbeit mit der IASE (Islamische Arbeitsgemeinschaft für Sozial- und Erziehungsberufe e.V.) stattfindet. Diese Weiterbildung stärkt nicht nur das pädagogische Fachwissen, sondern fördert auch die Werteerziehung, welche im Einklang mit der professionellen islamischen Religionspädagogik steht. 

Wir sind zuversichtlich, dass wir mit der Unterstützung der muslimischen Community dieses Projekt erfolgreich umsetzen können. Jedes noch so kleine Engagement ist ein Schritt für die Kinder von heute und Erwachsenen von morgen. 

Wer mehr über die Kita erfahren oder einen Beitrag leisten möchte, kann sich direkt an die Einrichtung wenden oder die Webseite besuchen.

Kontakt:
Kita „Die Ameisen e.V.“ – Sossenheimer Weg 178 – 65936 Frankfurt am Main – k.elmazdoula@dieameisen-frankfurt.dewww.dieameisen-frankfurt.de 

Direkt spenden:
Die Ameisen Kinderbetreuungsverein e.V.
IBAN: DE 25 5005 0201 0341 8131 41
BIC: HELADEF 1822
Verwendungszweck: Spende

Helfen via Crowdfunding:
https://commonsplace.de/project/dieameisenkita

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Meine Frankfurter Buchmesse 2024

frankfurt

Ahmet Aydin über seine Eindrücke und Erkenntnisse von der großen Bücherschau in Frankfurt 2024. „Lesen, Bücher verschlingen, um all die Leben zu leben, die ich nie leben werde.“ (iz). Dieser […]

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Münchner Imam: Ramadan-Beleuchtung in 2024 betont kulturelle Vielfalt

ramadan-beleuchtung

In Frankfurt und Köln werden ab diesem Wochenende einige Straßen beleuchtet. Am Montag beginnt der Ramadan 2024. Ein Imam aus München kann sich dies auch an der Isar gut vorstellen.

München (KNA) Mehr Sichtbarkeit von muslimischem Leben ist nach Meinung des Münchner Imams Belmin Mehic unabdingbar. Er begrüße den Vorstoß für ein gemeinsames Fastenbrechen, sagte Mehic der „Süddeutschen Zeitung“ (Wochenende).

Foto: Fevziie, Shutterstock

Ramadan-Beleuchtung: Sichtbarkeit von muslimischem Leben

Die Idee, dass Stadt und ein geeigneter Verein zum gemeinsamen Iftar einladen könnten, hatten die Stadtrats-Fraktionen von Grünen, SPD und Linker in einem gemeinsamen Antrag vorgestellt.

Solche Veranstaltungen können laut Mehic zeigen, „dass die Muslime ein Teil dieser Gesellschaft sind“ und dass sie sich gern in die Gesellschaft einbrächten.

Mit derartigen Gesten werde indes nicht die gesamte Problematik gelöst, ergänzte der Imam, der im Vorstand des liberalen Münchner Forums für Islam sitzt und seit anderthalb Jahren auch Geschäftsführer des neu gegründeten Muslimischen Bildungswerks München ist.

Foto: Zentralrat der Muslime, Facebook

„Eine institutionelle Präsenz“

Es brauche zudem „eine institutionelle Präsenz“, doch es gebe in München „immer noch keine repräsentative Moschee“. Und weiter: „Es wäre auch bereichernd, wenn der Ramadan in unserer Stadt sichtbarer werden könnte“.

Der muslimische Fastenmonat beginnt am Montag und dauert in diesem Jahr bis zum 1. April. Kürzlich war bekannt geworden, dass die Stadt Frankfurt anlässlich des Fastenmonats erstmals ihre Fußgängerzone beleuchtet.

Im Kölner Stadtteil Ehrenfeld plant ein Verein ebenfalls eine Lichtinszenierung. Eine solche „visuelle Anerkennung“ unterstreiche nicht nur die Bedeutung des Ramadan für Muslime, sondern auch die „kulturelle Vielfalt und die Werte der Toleranz“, sagte Mehic.

Zugleich sei die gesellschaftliche Stimmung aufgeheizt. „Eine polarisierende Rhetorik rückt immer mehr in den Vordergrund“, beklagte der Imam. „Leider verändert sich deshalb auch der Blick vieler Menschen auf den Islam.

Antimuslimischer Rassismus ist kein Problem mehr der Ränder, sondern ein Problem der Mitte der Gesellschaft.“ Dies mache vielen Menschen zwar Angst, aber ein Rückzug aus der Gesellschaft sei „der falsche Weg“.

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Buchmesse 2023 im Rückblick: „Der Krieg ist hier“

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Die diesjährige Buchmesse widmete sich auch den Kriegen in der Ukraine und im Nahen Osten. (KNA). Die Buchmesse thematisiert an ihrem ersten Tag zwei Kriege mit weltweiten Auswirkungen: Den zwischen […]

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75. Buchmesse eröffnet: Auftaktredner Slavoj Zizek kritisiert Analyseverweigerung

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75. Buchmesse in Frankfurt: Der Philosoph Slavoj Zizek rief das Publikum auf, die Lage der Palästinenser nicht zu vergessen. Frankfurt (KNA, iz). Überschattet vom Konflikt zwischen der Hamas und Israel […]

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Streitthema Migration: Frankfurter Konferenz sorgte für einen Eklat

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Eine Frankfurter Konferenz zum umstrittenen Thema Migration endete in einem Eklat. Problematisch daran waren allerdings ganz andere Aspekte. (iz). Rassistische Skandale produzieren und sich bei Kritik als Opfer linker Kampagnen […]

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Fataler Fehlalarm: Frankfurt Abu Bakr Moschee wird Opfer von „Swatting“

Moschee in Frankfurt

Ein vorgetäuschter Alarm, der einen Großeinsatz der Polizei auslöst – ein solch schlechter Streich kann nicht nur zu Strafen, sondern auch zu echten Gefahren führen. Dabei macht immer wieder ein Begriff die Runde: „Swatting“. Von Jenny Tobien

Frankfurt/Wiesbaden (dpa). Plötzlich rückte das Überfallkommando der Polizei (am 21. Januar 2023) in einer Frankfurter Moschee an. Ein oder mehrere Unbekannte hatten über eine Notruf-App wegen eines vermeintlichen Amoklaufs Alarm geschlagen. Von Verletzten sei die Rede gewesen – und dass sich noch mehrere Menschen in der Gewalt des Täters befänden, erklärte die Polizei. Die Einsatzkräfte waren daraufhin mit einem Großaufgebot vor Ort. Doch von einer Gefahrenlage keine Spur. Stattdessen hatten sich an jenem Freitag im Januar unter anderem Kinder in der Abu-Bakr-Moschee aufgehalten.

„Grundsätzlich wird bei jedem Alarm so vorgegangen, als ob es sich um eine echte Notlage handelt“, sagt ein Polizeisprecher. Bei der Lage habe aufgrund der Meldung der ernstzunehmende Verdacht bestanden, dass es sich um eine bewaffnete Gewalttat handeln könnte. Für manche Kinder sei der Einsatz des bewaffneten Kommandos eine traumatisierende Erfahrung gewesen, so Mohammed Seddadi, Vorsitzender der Moschee im Stadtteil Hausen. Aber er sei andererseits dankbar, dass die Polizei so schnell gekommen ist.

Wer den falschen Alarm ausgelöst hat, war zunächst völlig unklar. „Die Ermittlungen dazu laufen. Strafanzeigen wegen des Missbrauchs von Notrufen und dem Vortäuschen einer Straftat wurden gefertigt“, heißt es bei der Frankfurter Polizei. Die Motivlage sei unklar und es werde in alle Richtungen ermittelt.

Im Zusammenhang mit vorgetäuschten Notrufen macht immer wieder der Begriff „Swatting“ die Runde. In der Online-Gaming-Szene sind derartige „Streiche“ nichts Unbekanntes. Dabei setzt jemand einen falschen Alarm ab, damit das Haus eines anderen von der Polizei oder auch von Feuerwehr und Rettungskräften gestürmt werden – am besten dann, wenn das Opfer noch live vor seiner Webcam sitzt.

Der Begriff kommt von SWAT, der US-amerikanischen Spezialeinheit „Special Weapons and Tactics“. In den USA ist „Swatting“ besonders verbreitet. Im Bundesstaat Kansas hatte es 2017 gar einen Fall gegeben, bei dem im Zuge des Einsatzes ein unschuldiger 27-Jähriger von einem Polizisten erschossen worden war. Bei einem Notruf war eine Geiselnahme vorgetäuscht worden. Die dadurch an den vermeintlichen Ort des Verbrechens gelockte Polizei erschoss daraufhin einen unschuldigen Familienvater, den sie für den Geiselnehmer hielt.

Und wie sieht es hierzulande aus? Haben solche Fälle in den letzten Jahren zugenommen? „Der Phänomenbereich „Swatting“ als solches wird polizeilich nicht erfasst“, heißt es bei der Frankfurter Polizei. Jedoch ereigneten sich im Jahr 2021 in der Mainmetropole 172 Fälle im Bereich Missbrauch von Notrufen. Dieses Phänomen sei aktuell tendenziell steigend, sagt ein Polizeisprecher. Hessenweit gab es 2021 laut Kriminalstatistik 515 Fälle.

Vor einigen Jahren sorgte ein Prozess in Bayern für Schlagzeilen, bei dem es auch um „Swatting“ ging. 2015 standen plötzlich mehr als 100 Feuerwehrleute vor dem Haus eines Youtubers in Mittelfranken. Der User mit dem Namen „Drachenlord“ war live auf Youtube, als es an der Tür klingelte. Sein Fall landete als erster dieser Art in Deutschland vor Gericht. Der Angeklagte wurde zu mehr als drei Jahren Haft verurteilt, unter anderem auch wegen des Missbrauchs von Notrufen.

Und im vergangenen Herbst war in Potsdam (Brandenburg) ein größerer Einsatz ausgelöst worden. Ein Unbekannter hatte bei mehreren Polizeiwachen angerufen und behauptet, eine bewusstlose Person mit einem Messer im Rücken liege in seiner Wohnung. Die Kräfte rückten aus, auch ein Notarzt machte sich auf den Weg. Vor Ort trafen die Retter auf einen Mann, der laut Polizei sichtlich irritiert über das „konsequente Einschreiten“ gewesen sein soll. Es stellte sich heraus, dass die Einsatzkräfte reingelegt worden waren.

Der absichtliche Missbrauch von Notrufen „ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat“, heißt es beim Landeskriminalamt in Wiesbaden. Dieser wird mit bis zu einem Jahr Haft oder einer Geldstrafe verurteilt. Gefährlich ist zudem, dass die Kräfte während des Einsatzes nicht für „echte Notfälle“ verfügbar sind.

Wie genau gehen die mutmaßlichen Täter vor? Zur Verschleierung würden manche beim Anruf in den Einsatzzentralen die sogenannte Call-ID-Spoofing-Technik oder Daten dritter Personen missbräuchlich nutzen, heißt es beim LKA. Diese Technik beschreibe das Manipulieren einer Telefonnummer, sodass bei Anrufen eine falsche Rufnummer angezeigt und die Identität des wahren Anrufers verschleiert wird.

Aber auch Notruf-Apps für das Smartphone werden demnach eingesetzt. „So wurde beispielsweise die Nora-App in verschiedenen Bundesländern dazu genutzt, Großeinsätze von Polizei- und Rettungskräften auszulösen“, heißt es. Auch bei dem aktuellen Fall im der Frankfurter Moschee wurde nach Angaben der Ermittler diese App verwendet.

Zwei Tage nach dem Vorfall in dem Gotteshaus war übrigens Frankfurts Polizeipräsident Stefan Müller höchstpersönlich in die muslimische Gemeinde gekommen, um den Einsatz zu erklären. „Die Gespräche waren sehr positiv“, so der Moschee-Vorsitzende Seddadi.

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Debatte zum islamischen Religionsunterricht: Replik auf Abdel-Hakim Ourghi

(iz) Am vergangenen Donnerstag erschien in der FAZ auf der Seite „Bildungswelten“ ein Artikel des aus Algerien stammenden promovierten Islamwissenschaftlers Abdel-Hakim Ourghi. Bereits der Titel „Der Islamunterricht ist eine sunnitische […]

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Kongress „Horizonte der Islamischen Theologie“: Islamische Theologen ziehen positive Bilanz

FRANKFURT. Am 10. September ist der bislang größte Kongress für islamisch-theologische Studien in Deutschland zu Ende gegangen. Mehr als 400 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben mit der interessierten Öffentlichkeit in mehr als 30 Panels fünf Tage lang diskutiert. Am letzten Tag haben Vertreter der verschiedenen universitären Standorte für Islamische Theologie eine positive Bilanz gezogen: Die Veranstaltung sei in dieser Form einmalig gewesen.

Der Montag stand nach der Begrüßung ganz im Zeichen der Verortung der Islamischen Theologie in der Wissenschaftslandschaft. Der Vizepräsident der Goethe-Universität, Matthias Lutz-Bachmann, und der Berner Islamwissenschaftler Reinhard Schulze erörterten in ihren Fachvorträgen ein Verständnis von Theologie als Wissenschaft, in welcher der Islam nicht länger als das Fremde verstanden wird. Ein hochkarätig besetztes Podium beleuchtete am Abend die deutsche Situation aus internationalen Perspektiven.

Vom 7. September bis 9. September fanden viele Panels statt, deren Bandbreite von Themen wie „Neue Wege in der Koranauslegung“ und „Bioethik“ über „Feministische Theologie“ bis hin zu „Neue Erkenntnisse zur arabischen Syntax“ reichte. Bei einem Empfang im Kaisersaal des Frankfurter Römers würdigte Oberbürgermeister Peter Feldmann die Islamische Theologie als besondere Fortführung der Gründungstradition der Frankfurter Universität. Auch die renommierte Arabistin Angelika Neuwirth hob die Bedeutung des neuen Fachs an deutschen Universitäten hervor. Am letzten Tag diskutierten Mitarbeiter der verschiedenen Standorte für Islamische Theologie unter sich.

//1//Die Veranstalter zeigen sich sehr zufrieden mit dem Kongress: „Die Ausrichtung eines Kongresses dieser Größe ist Ausweis für das hohe Niveau der islamisch-theologischen Studien in Deutschland“, resümierte Bekim Agai, Direktor des Frankfurter Instituts für Studien der Kultur und Religion des Islam. Andere Fachvertreter freuen sich besonders über den gleichberechtigten interdisziplinären Austausch zwischen Theologen und Wissenschaftlern anderer Disziplinen, dessen Fruchtbarkeit spürbar gewesen sei. Besonders viele Islamwissenschaftler waren vertreten.

Es kamen muslimische und nichtmuslimische Wissenschaftler auf Augenhöhe ins Gespräch, dabei lobten internationale Gäste die rege Beteiligung von Frauen als besonders bemerkenswertes Merkmal. Auch zeichnete sich der Kongress durch eine bisher unerreichte Beteiligung aller deutschen Standorte für Islamische Theologie aus. Ömer Özsoy, Frankfurter Professor für Koranexegese, stellte fest, dass auf dem Kongress Islamwissenschaftler ganz unterschiedlicher Ausrichtung erstmals zusammengefunden hätten. „Da wird eine Art unerwartete Brückenfunktion der Islamischen Theologie sichtbar“, sagte Özsoy.

Interessierte Beachtung fand die „Frankfurter Erklärung“, in welcher die Leiter der islamisch-theologischen Zentren und viele weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die unmenschliche Gewalt der Miliz „Islamischer Staat“ scharf verurteilten und dazu aufriefen, die Deutungshoheit über den Islam nicht militanten Extremisten zu überlassen (Hier im Volltext). Mit der Erklärung wurde auch das Interesse der Islamischen Theologie deutlich, sich zukünftig hörbarer in gesellschaftliche Debatten einzumischen.

Auch die Kooperationspartner des Kongresses, unter anderem das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das durch die Stiftung Mercator geförderte Graduiertenkolleg „Islamische Theologie“, das DFG-Graduiertenkolleg „Theologie als Wissenschaft“ und der Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“, drückten ihre Zufriedenheit mit dem gelungenen Kongress aus.