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Mehrheitlich verzerrt. Britische Medien berichten zu weiten Teilen voreingenommen

medien britisch

Medien: Als die Zeitung „The National“ ihre Titelseite über die Voreingenommenheit anderer Blätter betitelte, war das für viele britische Muslime keine Überraschung. (iz). Seit Jahren sprechen Betroffene von Titeln, in […]

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Drei Westmächte erkennen Palästina an. Deutschland im Abseits?

Palästina

Kanada, Großbritannien und Australien haben am Sonntag überraschend bekanntgegeben, Palästina künftig als eigenständigen Staat anzuerkennen.

(iz). Mit diesem Schritt wollen die drei westlichen Staaten ein Signal setzen, dass ein dauerhafter Frieden im Nahen Osten nur auf Grundlage einer Zweistaatenlösung erreichbar sei.

Palästina: Worum geht es überhaupt bei der Anerkennungsfrage?

Die Frage der internationalen Anerkennung Palästinas wurzelt in der langen Geschichte ungelöster Konflikte und unvollendeter Staatlichkeit. Seit dem Ende des britischen Mandats und der UN-Teilungsresolution von 1947 ist das Streben nach einem eigenen Staat eng mit den großen Konfliktlinien des Nahen Ostens verknüpft.

Während Israel 1948 seine Unabhängigkeit erklärte und von einer wachsenden Zahl an Regierungen anerkannt wurde, blieb die palästinensische Seite ohne einen souveränen Rahmen, obwohl ihr laut dem UN-Plan ein Staat zugestanden war.

Nach dem Krieg von 1967 erlangte besonders das besetzte Westjordanland einschließlich Ostjerusalem sowie der Gazastreifen symbolische Bedeutung, da sie von der internationalen Gemeinschaft als Kerngebiet eines künftigen Palästinas betrachtet werden.

Seither gilt die sogenannte Zweistaatenlösung – also die Koexistenz Israels und Palästinas in klar definierten Grenzen – als Leitidee der Diplomatie, auch wenn sie in der Realität immer weiter an Boden verliert. Internationale Anerkennung wurde lange davon abhängig gemacht, dass eine Verhandlungslösung erzielt wird.

Doch wiederholte Friedensinitiativen scheiterten an der Asymmetrie der Machtverhältnisse, an territorialen Fragen wie Siedlungen und Grenzen wie auch an der Frage Jerusalems.

Die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) beschloss 1988 einseitig die Staatsgründung, was bereits von mehr als 100 Staaten anerkannt wurde. Heute erkennt eine deutliche Mehrheit der UN-Mitglieder Palästina als Staat an. Doch zentrale Akteure wie die USA, Deutschland oder Frankreich machen ihre Haltung von einem ausgehandelten Abkommen abhängig.

Das palästinensische Volk sah darin eine Blockade des Selbstbestimmungsrechts, zumal sich faktisch durch fortgesetzte Besatzung und Siedlungspolitik die Möglichkeit eines zusammenhängenden Territoriums immer stärker verengt.

Für Befürworter steht daher im Vordergrund, dass Anerkennung nicht als Endpunkt, sondern als notwendiger Punkt verstanden wird: Ausdruck völkerrechtlicher Gleichberechtigung, der sie auf Augenhöhe an künftigen Verhandlungen beteiligt. Gegner befürchten, dass ein solcher Schritt Spannungen vertieft oder Friedensgespräche erschwert.

In jedem Fall bleibt die Anerkennungsfrage ein Gradmesser internationaler Gerechtigkeit und der Bereitschaft, den palästinensischen Wunsch nach Souveränität ernst zu nehmen.

Foto: Israeli Defence Forces Spokesperson’s Unit, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-SA 3.0

Drei einflussreiche Staaten des Westens schwenken um

In einer gemeinsamen Erklärung betonten die Regierungen in Ottawa, London und Canberra, die Zeit sei gekommen, den Palästinenserinnen und Palästinensern die völkerrechtliche Legitimität zuzugestehen, die bislang aus geopolitischen Erwägungen oft aufgeschoben worden sei.

Die Entscheidung bedeutet eine bemerkenswerte Verschiebung im außenpolitischen Kurs gleich mehrerer enger Verbündeter der USA. Bisher hatten Kanada, Großbritannien und Australien die Frage der Anerkennung stets an erfolgreiche Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern geknüpft. Nun wird der Schritt auch als Reaktion auf die anhaltende Gewalt in Gaza und im Westjordanland gewertet. Führende Politiker verwiesen darauf, dass die diplomatische Blockade der vergangenen Jahrzehnte weder Sicherheit für Israel noch Gerechtigkeit für die Palästinenser hervorgebracht habe.

Aus Jerusalem kamen umgehend kritische Stimmen. Mitglieder der israelischen Regierung warnten, dieser Schritt könne „Terrorismus belohnen“ und die Chancen für neue Verhandlungen weiter erschweren. In Ramallah dagegen begrüßte die Palästinensische Autonomiebehörde die Entscheidung als „historischen Wendepunkt“. Präsident Mahmud Abbas sprach von einem „mutigen Signal“, das Hoffnung auf eine gerechtere Friedensordnung wecke.

Auch in Europa und den Vereinten Nationen löste die Ankündigung Reaktionen aus. Mehrere EU-Staaten, darunter Spanien und Irland, hatten Palästina bereits zuvor anerkannt. Nun könnte der Schritt von Kanada, Großbritannien und Australien den Druck auf Deutschland, Frankreich und die USA erhöhen, ihre bisherige Haltung zu überdenken.

Diplomatische Beobachter sprechen von einer möglichen Dynamik, die in den kommenden Monaten weitere internationale Anerkennungen nach sich ziehen könnte.

Damit erhöht sich die Zahl der Länder, die Palästina offiziell als Staat anerkennen, auf mehr als 140. Während Kritiker vor symbolischem Maßnahmen ohne unmittelbare Wirkung auf die Lage vor Ort warnen, verweisen Befürworter auf die politische Signalwirkung: In Ermangelung gleicher Rechte für beide Seiten werde jede Friedenslösung fragile Makulatur bleiben.

minister afghanen

Foto: Deutscher Bundestag / Tilo Strauss / photothek

Seit Jahren auf der Stelle getreten: Die Bundesregierung schließt sich ihren Alliierten nicht an

In Deutschland wird die Anerkennung eines palästinensischen Staates seit Jahren kontrovers diskutiert, doch bislang bleibt die Bundesregierung auf einem restriktiven Kurs. Während Länder wie Spanien, Norwegen, Irland und aktuell Großbritannien, Australien sowie Kanada mit ihrer Anerkennung neue Impulse setzen, lehnt die deutsche Regierung diesen Schritt weiterhin ab.

Sie begründet dies mit ihrer langjährigen Linie: Eine Akzeptanz Palästinas solle erst am Ende eines erfolgreichen Friedensprozesses als Konsequenz direkter Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern stehen, nicht aber als symbolischer Akt zu dessen Beginn oder im Verlauf schwerer Krisen.

Diese Position wird parteiübergreifend getragen, von Kanzler und Außenministerium über die CDU/CSU bis hin zu Teilen von SPD und Grünen. Ein Hauptargument der Bundesregierung ist, dass derzeit keine funktionierende, allgemein legitimierte palästinensische Staatsstruktur existiert.

Die fragmentierte Lage zwischen Westjordanland und vom Machtkampf gezeichneter Verwaltung in Gaza, sowie die bis heute ungelöste Frage einer einheitlich anerkannten palästinensischen Führung, gelten als wesentliche Hindernisse für eine volle Staatlichkeit.

In der öffentlichen Debatte äußern sich insbesondere weiter links stehende Parteien klar für eine Anerkennung. Sie verweisen auf das Selbstbestimmungsrecht der Palästinenser. Kritiker des Regierungskurses werfen Berlin Mutlosigkeit und ein zu enges Festhalten an veralteten Realitäten vor. Die AfD sowie Teile des konservativen Lagers lehnen jedoch eine Anerkennung strikt ab, mit Verweis auf fehlende Staatlichkeit oder auf sicherheitspolitische Bedenken.

Im Fazit sieht sich Deutschland im Dilemma zwischen historischer Verantwortung, Völkerrecht, internationaler Dynamik und der Sorge, mit einem symbolischen Schritt die fragile Ausgangslage im Nahen Osten weiter zu verkomplizieren. Bis auf Weiteres bleibt Berlin dabei: Die Anerkennung Palästinas ist für die deutsche Politik erst dann denkbar, wenn ein umfassender Friedensprozess glaubhaft zum Abschluss gekommen ist.

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Muslimfeindlichkeit: In Großbritannien wird ernsthaft um Definitionen diskutiert

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Großbritanniens Regierung will eine neue Begriffsbestimmung von Muslimfeindlichkeit. Und hat dafür eine Arbeitsgruppe aus Politik, Wissenschaft und unabhängigen Experten eingerichtet, die eine Definition ausarbeiten soll. (The Conversation). Damit sollen anti-muslimische […]

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Eine diverse Gemeinschaft: Muslime im britischen Zensus

moschee zensus

Im März 2025 veröffentlichte der Britische Muslimrat (MCB) eine Zusammenfassung des letzten Zensus. Obwohl die Community mit Feindseligkeit zu kämpfen hat, bleibt sie dynamisch.

(iz). Am 25 März dieses Jahres veröffentlichte der Britische Muslimrat (Muslim Council of Britain, MCB) seine Erkenntnisse zur Volkszählung, deren allgemeinen Daten bereits 2022 vorlagen.

„Dieser Bericht hat die internen Veränderungen innerhalb muslimischer Gemeinschaften aufgezeigt, die die Zukunft prägen werden. Ein zunehmender Anteil wird in Großbritannien geboren sein. Unter muslimischen Männern ist ein höheres Maß an Unternehmertum zu beobachten, und ein zunehmender Anteil gut ausgebildeter muslimischer Frauen nimmt ihren Platz auf dem Arbeitsmarkt ein. Diese Veränderungen können jedoch zunichte gemacht werden, wenn sie nicht von Maßnahmen zur Beseitigung von ‘gläsernen Decken’ und Islamfeindlichkeit auf institutioneller Ebene begleitet werden“, schrieb der Dachverband in seiner Zusammenfassung.

Foto: SakhanPhotography, Adobe Stock

Britische Muslime: die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe

Derzeit sind Muslime die zweitgrößte Religionsgruppe im Vereinigten Königreich. Ihre Anzahl stieg in Großbritannien von 2,7 Mio. (4,9 %) im Jahr 2011 auf knapp 4 Mio. (6,0–6,5 %) im Jahr 2021, was einem Anstieg von 43-44 % innerhalb eines Jahrzehnts entspricht. In der Hauptstadt machen sie 15 % der Bevölkerung aus, was den höchsten Anteil in einer Region des Landes darstellt.

Zu den Großstädten mit hohem Bevölkerungsanteil zählen London, Birmingham, Leicester, Bradford, Walsall und Oldham. In Kommunen wie Leicester und Birmingham stellen ethnische Minderheiten, darunter Muslime, mittlerweile die Mehrheit der Bevölkerung.

94 % derjenigen, die in England und Wales zur Welt kamen, bekundeten ein starkes britisches Nationalgefühl. Zum ersten Mal sind die meisten von ihnen im Vereinigten Königreich geboren (50 %), wobei der Anteil in einigen Städten noch höher ist (z.B. Bradford 65 %).

Innerhalb der Communities bilden die asiatischen/asiatisch-britischen Einwohner die größte Einzelgruppe (2,6 Mio., 66 %). Aber alle anderen Ethnien sind ebenfalls vertreten. Muslime sind ein Kaleidoskop von Gemeinschaften mit einer inneren Vielfalt, die einen Mikrokosmos der Gesamtgesellschaft darstellt – 234.000 von ihnen wurden ethnisch als „weiß“ klassifiziert.

Jünger als der Durchschnitt

Wie in anderen westeuropäischen Ländern unterscheidet sich ihr Altersdurchschnitt von dem der Gesellschaft als solcher. Ihr Durchschnittsalter lag zum Zeitpunkt der Befragung bei 29 Jahren. Das sind 15 weniger als der Rest.

Der MCB bezeichnete diesen Aspekt als „demographische Dividende“. So könnten Lücken auf dem Arbeitsmarkt geschlossen werden. Das trage seinerseits zur Finanzierung des kreativen und unternehmerischen Geistes bei.

Foto: Humza Yousaf, Twitter

Angesichts der sozioökonomischen Herausforderungen sowie der anhaltenden Diskriminierung und Muslimfeindlichkeit in Großbritannien diskutieren britische Muslime intensiv darüber, was sich bei ihnen verändern müsste.

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi sagte Humza Yousaf, ehemaliger schottischer Regierungschef, man müsse in zukünftige Führer auf den Gebieten Politik, Business und Medien investieren. Nur so könne man bspw. besser Probleme wie Islamophobie handhaben.

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Hass auf britische Muslime: Medien und Netzwerke zündeln mit

britisch muslime

Nach den antimuslimischen Riots im Sommer wird erneut eine Kampagne gegen britische Muslime gefahren. Medien und soziale Netzwerke zündeln dabei mit. (iz). Stellen Sie sich vor: Ihr eigenes Haus wird […]

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Kurzmeldungen aus Ausgabe 355: von bürgerlichen Freiheiten bis zum Assad-Sturz

assad syrien kurzmeldungen

Kurzmeldungen Ausgabe 355: In dieser Ausgabe spannen sich die internationalen Meldungen vom globalen Stand der bürgerlichen Freiheiten, über Muslimfeindlichkeit in britischen Medien bis zum Assad-Sturz.

Gewalt journalisten krieg

Foto: Marwan Hamouu, Shutterstock

54 Journalisten in einem Jahr getötet

BERLIN (KNA). 2024 sind bislang 54 Journalistinnen und Journalisten wegen ihrer Arbeit getötet worden. Zu diesem Ergebnis kommt die Jahresbilanz der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF), die am 11. Dezember veröffentlicht wurde. Die Zahl der Todesopfer in Kriegsgebieten sei so hoch wie seit fünf Jahren nicht mehr, beklagt sie. Mit einbezogen wurden die Fälle, die bis zum Monatsanfang bekannt waren. Die mit Abstand gefährlichste Region für Medienschaffende sei erneut Gaza, so RSF. Fast ein Drittel der 54 Medienschaffenden wurden dort 2024 im Rahmen ihrer Tätigkeit getötet. Insgesamt seien seit Beginn des Krieges am 7. Oktober 2023 in Gaza mehr als 145 getötet worden, 35 davon mit klarem Bezug zu ihrer Arbeit. „Medienschaffende werden getötet, inhaftiert und entführt, und viel zu häufig bleiben diese brutalen Verbrechen straffrei“, sagte RSF-Geschäftsführerin Anja Osterhaus. „Wir müssen diejenigen schützen, die uns informieren. Ihre mutige Arbeit macht menschliches Leid in Kriegen, Korruption und Machtmissbrauch sichtbar.“

Gaza: Amnesty spricht jetzt von „Völkermord“

LONDON (Agenturen). Amnesty International hat einen bahnbrechenden Bericht veröffentlicht, in dem Israel beschuldigt wird, einen Völkermord an den Palästinensern in Gaza zu begehen, was einen weltweiten Aufschrei auslöste. In dem Report mit dem Titel „You Feel Like You Are Subhuman“ (dt. „Man fühlt sich wie ein Untermensch“) wird behauptet, dass die anhaltenden Militäroperationen Israels in Gaza die Kriterien für einen Völkermord gemäß der Völkermordkonvention der Vereinten Nationen erfüllen. Die Ergebnisse von Amnesty konzentrieren sich auf den Zeitraum nach den von der Hamas geführten Angriffen auf Südisrael am 7. Oktober 2023. Laut der Generalsekretärin der Organisation, Agnès Callamard, hat die anschließende Militäraktion Israels verheerende Zerstörungen angerichtet, die zivile Infrastruktur ins Visier genommen und Massenvertreibungen verursacht. „Israel hat Handlungen begangen, die nach der Völkermordkonvention verboten sind, mit der spezifischen Absicht, die Palästinenser in Gaza zu vernichten“, erklärte Callamard. „Monat für Monat wurden die Palästinenser in Gaza als eine untermenschliche Gruppe behandelt, die der Menschenrechte und der Würde nicht würdig ist.“ Zu den schockierendsten Enthüllungen des Berichts gehört die Zahl der Todesopfer: Über 42.000 Menschen, darunter 13.300 Kinder, wurden getötet und weite Teile des Gazastreifens unbewohnbar.

Foto: Sandra Sanders, Shutterstock

Der Großteil der Welt wird unterdrückt

NEW YORK (IPS). Am 10. Dezember war Internationaler Tag der Menschenrechte. Normalerweise sollte dies ein Anlass sein, die Arbeit derer zu feiern, die sich für die Schaffung friedlicher, gerechter, gleichberechtigter und nachhaltiger Gesellschaften einsetzen. Doch die Bedingungen für Menschenrechtsorganisationen, frei zu agieren, sind weltweit äußerst schwierig. Fast drei Viertel der Weltbevölkerung leben in Staaten, in denen die bürgerlichen Freiheiten stark eingeschränkt sind. Dies sind die neuesten Erkenntnisse des CIVICUS Monitor. Trotz der enormen technologischen und kulturellen Fortschritte, die die Menschheit für sich beansprucht, wird der überwältigenden Mehrheit der Weltbevölkerung aktiv die Möglichkeit verweigert, die Entscheidungen, die ihr Leben beeinflussen, mitzugestalten. Die grundlegenden bürgerlichen Freiheiten sind durch Gesetze und Praktiken stark eingeschränkt, sodass Journalisten und Aktivisten der Zivilgesellschaft ernsthaft Gefahr laufen, verfolgt zu werden.

Frauen wehren sich gegen Härte der Taliban

GENF (IPS). Drei Jahre nachdem die Taliban die Kontrolle über Afghanistan wiedererlangt haben, sind Frauen weiterhin mit unterdrückerischen Gesetzen und systematischer Marginalisierung konfrontiert. Sie haben drakonische Regeln eingeführt: Frauen müssen ihren gesamten Körper von Kopf bis Fuß bedecken, sie dürfen in der Öffentlichkeit nicht ihre Stimme erheben, sie dürfen sich nicht gegenseitig den Qur’an vorlesen. Es ist ihnen seit langem verboten, eine Arbeit außerhalb des Hauses anzunehmen oder eine Ausbildung zu absolvieren. Trotzdem sind sie entschlossen, Widerstand zu leisten. „Wir werden unsere Proteste und Kämpfe fortsetzen, bis wir Freiheit erlangen“, erklärt Farzana, ein Mitglied der afghanischen Frauenbewegung. In den letzten 20 Jahren hatten Frauen in Afghanistan höhere Bildung und berufliche Qualifikationen erworben, sind aber jetzt stärker von den Taliban bedroht. Sie wurden durch die deren Herrschaft plötzlich an den Rand gedrängt.

Foto: hyotographics. Shutterstock

Türkei vermittelt: Annäherung an Somalia

ANKARA (KUNA). Der türkische Präsident Erdogan gab am 11. Dezember bekannt, dass Äthiopien und Somalia bei den von Ankara vermittelten Friedensgesprächen eine Einigung zur Lösung des Konflikts zwischen den beiden Nationen erzielt haben. „Wir haben den ersten Schritt in Richtung eines Neuanfangs auf der Grundlage von Frieden und Zusammenarbeit zwischen Somalia und Äthiopien getan“, sagte er auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem somalischen Amtskollegen Sheikh Mohamud und dem äthiopischen Premierminister Ahmed. Beide Seiten einigten sich darauf, bis Ende Februar 2025 technische Verhandlungen unter der Leitung der Türkei abzuhalten und innerhalb von vier Monaten ein für beide Seiten vorteilhaftes Abkommen auszuarbeiten, das den potenziellen Nutzen eines sicheren Zugangs Äthiopiens zum Meer anerkennt und gleichzeitig die territoriale Integrität Somalias respektiert.

Forschung belegt antimuslimischen Bias

LONDON (Agenturen). Eine am 10. Dezember veröffentlichte Studie beleuchtet die weit verbreiteten anti-muslimischen Vorurteile in britischen Medien. Der Sender GB News machte die Hälfte der Berichterstattung über Muslime und den Islam in Nachrichtensendern aus, wobei ein Großteil davon negativ ausfiel. Nach einer zweijährigen Analyse ergab die vom Zentrum für Medienbeobachtung (CFMM) durchgeführte Untersuchung „strukturelle und systematische Voreingenommenheit in der Berichterstattung von GB News über britische Muslime“. „Geschichten über den Islam sind überwiegend negativ und lassen die Vielfalt der muslimischen Gemeinschaften im Vereinigten Königreich außer Acht“, hieß es im Bericht.

Foto: Anna Polishchuk, Adobe Stock

Erneut Teile einer Moschee zerstört

ALLAHABAD (Agenturen). Die Behörden im nördlichen Bundesstaat Uttar Pradesh in Indien haben am 10. Dezember einen Teil einer 185 Jahre alten Moschee abgerissen und dies mit „Überbauung“ begründet. Im August schickten die Behörden eine Mitteilung an 139 Personen, darunter das Moscheekomitee, mit der Aufforderung, die „Beeinträchtigung“ zu beseitigen. Mohammad Moin Khan vom Moscheekomitee sagte, dass sie vor Gericht eine Petition gegen den Abriss eines Teils der Moschee eingereicht hätten.

Will Iran weiter mit IAEA kooperieren?

TEHERAN (KUNA). Irans Außenminister Abbas Araghchi bekräftigte die kontinuierliche „konstruktive“ Kooperation seines Landes mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO). Am 10. Dezember telefonierte der Minister mit IAEO-Generaldirektor Rafael Grossi. Dabei betonte er, dass Teheran weiterhin zur Zusammenarbeit mit der IAEO innerhalb eines spezifischen technischen Rahmens bereit sei. Die beiden Seiten erörterten die bilaterale Zusammenarbeit im Rahmen des Sicherungsabkommens.

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Foto: doglikehorse.com, Adobe Stock

OIC kritisiert Angriffe auf Syrien

JEDDAH (KUNA). Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) verurteilte am 10. Dezember „die anhaltende und eskalierende israelische Aggression auf syrischem Gebiet“ durch Attacken auf die Infrastruktur und die Ausweitung der illegalen Besetzung der Pufferzone zu Syrien und betrachtete dies als schwerwiegenden Verstoß gegen das Völkerrecht und die einschlägigen UN-Resolutionen. In einer Erklärung betonte sie die Notwendigkeit, die Einheit, Souveränität und Integrität Syriens anzuerkennen, seine Sicherheit und Stabilität zu wahren, dem syrischen Volk zur Seite zu stehen und seine politischen Entscheidungen zu respektieren.

Biden: Huthis immer noch eine Bedrohung

WASHINGTON (Agenturen). US-Präsident Biden sagte, dass Huthi-Kämpfer weiterhin die Gefahr zukünftiger Attacken auf US-Militärschiffe und den übrigen Seeverkehr im Roten Meer darstellten. In einem Brief an den Kongress erklärte er am 6. Dezember, dass „die US-Streitkräfte als Reaktion auf diese Drohungen diskrete Angriffe auf Einrichtungen, Standorte und Ausrüstung im Jemen durchgeführt haben, die die Angriffe der Huthi-Kämpfer in der Region des Roten Meeres unterstützen und erleichtern“. In dem Schreiben wurde darauf hingewiesen, dass die Huthis seit November 2023 eine Reihe von Angriffen gegen US-Schiffe und -Flugzeuge sowie auf Handelsschiffe im Roten Meer, in der Straße von Bab al-Mandab und im Golf von Aden verübt hätten.

lehrgedicht

Foto: Paolo Gamba, vie Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY 2.0

Marokko wird Mit-Ausrichter der FIFA-EM 2030

ZÜRICH (IZ). Der FIFA-Rat stimmte am 11. Dezember für die gemeinsame Bewerbung Marokkos, Spaniens und Portugals als Gastgeber der FIFA-Fußballweltmeisterschaft 2030. Diese Entscheidung wurde während einer außerordentlichen Kongresssitzung getroffen, an der Mitgliedsverbände aller 211 nationalen Fußballverbände an der offiziellen Abstimmung teilnahmen. Die gemeinsame Bewerbung erhielt die meisten Stimmen.

Norwegen: Wir wollen ein ganzes Palästina!

OSLO (MEMO). Norwegen gab am 7. Dezember bekannt, dass es einen „integrierten Palästina-Staat“ benötigt, der die Westbank und den Gazastreifen umfasst, berichtete die Anadolu Agency. Oslos Außenminister Barth Eide sagte auf der Podiumsdiskussion des 22. Doha-Forums mit dem Titel „Konfliktvermittlung in einer neuen Ära“ zusammen mit dem Premierminister von Katar und seinem indischen Kollegen, dass „wir ein integriertes Palästina wollen, das das Westjordanland, den Gazastreifen und relevante Teile Jerusalems umfasst“.

Foto: WHO Bangladesh/Tatiana Almeida

Kampagne gegen steigende Polio-Fälle

ISLAMABAD. Pakistan hat die letzte Anti-Polio-Kampagne des Jahres gestartet, um die Kinderlähmung ein für alle Mal auszurotten. Die Kampagne wurde vom Premierminister bei einer Zeremonie in der Hauptstadt Islamabad gestartet. Sie zielt darauf ab, Kindern unter fünf Jahren in 143 Distrikten den Polioimpfstoff zu verabreichen. „Wir werden den Kampf gegen Polio gewinnen, trotz der Schwierigkeiten, mit denen wir in der Vergangenheit konfrontiert waren. Die Zahl der Poliofälle ist gestiegen und in Pakistan sind etwa 60 Fälle aufgetreten, was eine große Herausforderung und ein Grund zur Sorge ist“, sagte Sharif.

Hoffnungsschimmer in der Fluchtkrise

GENF (KUNA). Der Hohe Flüchtlingskommissar der UN, Filippo Grandi, erklärte am 10. Dezember, dass die jüngsten Entwicklungen Hoffnung bieten, dass das Leid, das das syrische Volk seit 14 Jahren erträgt, ein Ende haben könnte. Und dass die größte Vertreibungskrise der Welt auf faire und gerechte Lösungen zusteuern könnte. In einer in Genf veröffentlichten Erklärung betonte er, dass Syrien an einem kritischen Scheideweg zwischen Frieden und Krieg, Stabilität und Gesetzlosigkeit sowie Wiederaufbau oder weiterem Verfall stehe. Er unterstrich die einzigartige Gelegenheit für Syrien, den Frieden zu suchen, und für die Vertriebenen, mit der Rückkehr in ihre Heimat zu beginnen. Grandi bekräftigte, dass Mio. von Flüchtlingen weiterhin vorsichtig und zögerlich seien, was ihre Sicherheit und die unsicheren Bedingungen angehe. Er betonte, wie wichtig es sei, sich auf die Frage der Heimkehr zu konzentrieren, und wies darauf hin, dass Geduld und Aufmerksamkeit von entscheidender Bedeutung seien.

diktator

2017: Putin bei einem Besuch auf der damaligen russischen Luftwaffenbasis Khmeimin in Syrien. Foto: Ministry of Defence of the Russian Federation, Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY 4.0)

Dokumente der Repression brauchen Schutz

DAMASKUS (MEMO). Die Aufbewahrung der syrischen Gefängnisakten ist von entscheidender Bedeutung, um das Schicksal von Inhaftierten und gewaltsam Verschwundenen aufzudecken. Und um die Täter von Menschenrechtsverletzungen unter dem abgesetzten Regime zu identifizieren, sagte Fadel Abdul Ghani, der Leiter des Syrian Network for Human Rights (SNHR). Er äußerte sich, während weiterhin Details aus Gefängnissen bekannt werden, die von Folter und Misshandlungen zeugen. „Der Schwerpunkt sollte nun darauf liegen, Dokumente mit den Namen der Verantwortlichen der Sicherheitsbehörden und ihren Akten zu beschaffen und sie aufgrund ihrer entscheidenden Bedeutung aufzubewahren“, sagte Abdul Ghani. In Bezug auf Haft- und Folterzentren unter dem Assad-Regime nannte er die berüchtigten Sicherheitsabteilungen in Damaskus. Dazu zählten die Al-Khatib-Abteilung, Abteilung 215 sowie Luftwaffengeheimdienst, in die Häftlinge oft nach ihrer Inhaftierung in anderen Sektionen überstellt wurden. Diese gehörten zu den schlimmsten Orten in Syrien.

Ankara: Baath-Kollaps öffnet Tor zum Frieden

ANKARA (Agenturen): Der Sturz des „blutigen Baath-Regimes“ hat den Weg für Frieden und Sicherheit in Syrien geebnet, sagte der türkische Präsident am 11. Dezember. „Mit dem Ende des blutigen Baath-Regimes haben sich die Türen für Frieden und Sicherheit in Syrien geöffnet“, sagte Recep Tayyip Erdogan. Bei seiner Rede auf der Veranstaltung zum Tag der Menschenrechte seiner Partei in Ankara bekräftigte Erdogan das Engagement der Türkei, den unterdrückten Völkern der Welt zur Seite zu stehen. Er kritisierte auch die globale Doppelmoral in Bezug auf Menschenrechte und sagte, dass diese heute als „Privilegien angesehen werden, die nur für bestimmte Regionen und Bevölkerungsgruppen gelten“.

usa biden Israel Hamas Angriff

Foto: Marc A. Hermann / MTA, via flickr

Biden legt Plan gegen Muslimfeindlichkeit vor

WASHINGTON (KNA). Kurz vor Ende seiner Amtszeit will sich der scheidende Präsident verstärkt für die Belange der in den USA lebenden Muslime einsetzen. Ein neuer Aktionsplan soll sie vor Diskriminierung schützen. Damit wolle man gegen Voreingenommenheit, Entwürdigung und Drohungen vorgehen, denen sie und arabische US-Bürger zunehmend ausgesetzt seien, heißt es in einer Erklärung. Es seien viele Maßnahmen vorgesehen.

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Antimuslimische Gewaltwelle: 200 Menschen in Großbritannien verurteilt

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Tagelang griffen rechtsextreme Randalierer in mehreren Städten britische Muslime, die Polizei und Unterkünfte für Migranten an. Die britische Justiz reagiert mit Härte auf die Gewaltwelle.

London (dpa). Mehr als 200 Menschen sind bisher wegen ihrer Rolle bei den rechtsradikalen Ausschreitungen in mehreren britischen Städten verurteilt worden.

Dabei sprachen Gerichte in der überwiegenden Zahl der Fälle eine Haftstrafe aus, wie eine Auswertung der britischen Nachrichtenagentur PA ergab. Demnach müssen 193 der insgesamt 202 Verurteilten ins Gefängnis.

Die höchste Strafe erhielt ein 48-jähriger Mann aus der nordostenglischen Stadt Kingston upon Hull. Er räumte vor Gericht die Teilnahme an gewalttätigen Ausschreitungen („violent disorder“) sowie versuchte Brandstiftung und rassistisch motivierte Sachbeschädigung ein und wurde deshalb zu sechs Jahren Haft verurteilt.

Der bislang jüngste Verurteilte war ein 13-Jähriger, der im nordenglischen Manvers gemeinsam mit einem Mob Wurfgeschosse gegen ein Hotel geschleudert hatte, in dem Migranten untergebracht sind.

Er muss nun für ein Jahr richterlich erlassene Auflagen erfüllen. Nächste Woche soll das Strafmaß gegen einen zwölfjährigen Jungen verkündet werden. In Großbritannien beginnt die Strafmündigkeit ab zehn Jahren.

Insgesamt wurden bisher mehr als 1.280 Menschen festgenommen und etwa Anklagen erlassen. Bei den Ausschreitungen waren Dutzende Polizisten verletzt sowie Fahrzeuge angezündet und Geschäfte geplündert worden. 

Vorausgegangen war eine Messerattacke in der Stadt Southport, bei der drei Mädchen getötet und weitere Menschen verletzt wurden. In sozialen Netzen wurde die Falschnachricht verbreitet, der Täter sei ein muslimischer Migrant.

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Kurzmeldungen aus Ausgabe 350: KI, Kaffee und Gaza

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Kurzmeldungen Ausgabe 350: In dieser Ausgabe spannen sich die internationalen Nachrichten von den Religionen und die KI, Kaffee aus Jemen bis zur Lage in Gaza. Religiöse Vertreter zur Nutzung von […]

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Großbritannien: Gewalt richtet sich gezielt gegen Muslime

gewalt

In Großbritannien geht die rassistische Gewalt gegen Muslime weiter. In mehreren Städten griff der Mob gezielt Geschäfte und Wohnviertel an.

London (dpa, iz). Wegen der schweren rechtsextremen Ausschreitungen in England und Nordirland hat die britische Regierung heute eine Sitzung des nationalen Krisenstabs Cobra angesetzt. 

Premier Starmer von der Labour-Partei hatte am Sonntag ein hartes Durchgreifen der Strafverfolgungsbehörden angekündigt. „Ich garantiere Ihnen, Sie werden es bereuen, an diesen Unruhen teilgenommen zu haben“, sagte er Bei einer Pressekonferenz an Randalierer und Scharfmacher gerichtet.

Amnesty International: Gewalt nicht akzeptabel

Als Reaktion auf die rassistischen und antimuslimischen Angriffe im Vereinigten Königreich sagte Sacha Deshmukh von der britischen Sektion von Amnesty International:

„Die weit verbreitete Gewalt und die Hassverbrechen, die wir in den letzten Tagen erlebt haben, sind völlig inakzeptabel. Es ist widerlich, zu sehen, wie Hotels, in denen Menschen Zuflucht suchen, in Brand gesteckt werden, Moscheen und Geschäfte angegriffen werden und Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, ihres Glaubens oder ihres Herkunftslandes ins Visier genommen werden.“

Der rassistischen Gewalt, die man jetzt auf den Straßen erlebe, sei eine intensive Phase vorausgegangen, in Politiker und andere Flüchtlinge und Migranten zu Sündenböcken machten – mit gefährlicher Rhetorik und Politik. Sie hoffe, dass diejenigen, die diese Rhetorik verbreiten, die Konsequenzen ihrer Worte bedenken und daraus lernen würden.

gewalt

Foto: imago images, ZUMA Press Wire

Gewalt richtet sich gezielt gegen Muslime und PoCs

Polizei-Staatssekretärin Diana Johnson sagte dem Sender BBC Radio 4, einige Menschen hätten Angst, wegen ihrer Hautfarbe auf die Straße zu gehen. In der nordirischen Hauptstadt Belfast brannten etwa ein Café und ein Supermarkt aus, die von Muslimen betrieben werden. Mehrere Autos wurden angezündet.

In Liverpool gab es nach Angaben der Polizei Brandschäden an einer Gemeindebibliothek, die als Hilfsstelle für ärmere Menschen dient. Randalierer versuchten, die Löscharbeiten zu verhindern, wie die Merseyside Police mitteilte. In mehreren Städten wurden Geschäfte geplündert.

Nach Jahren der Stellenstreichungen: Gewalt auch wegen Mangel an Polizeibeamten so dramatisch

Die Polizeivereinigung warnte vor Personalengpässen bei Alltagskriminalität. Beamte müssten abgezogen werden, um die Randalierer im Griff zu haben, sagte die Chefin der Police Federation of England and Wales, Tiffany Lynch, der BBC. Staatssekretärin Johnson betonte hingegen, die Polizei verfüge über ausreichend Ressourcen und kündigte weitere Festnahmen an.

Im nordwestenglischen Blackpool schlugen sich nach Angaben der Polizei Ultranationalisten und Gegendemonstranten. Festnahmen gab es auch in den nahe gelegenen Städten Preston und Blackburn sowie im westenglischen Bristol, im mittelenglischen Stoke-on-Trent und in Kingston upon Hull in Nordostengland, wie die Polizei mitteilte.

Foto: Shayan Barjesteh van Waalwijk van Doorn, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-SA 4.0

Robinson und Farage: Die Verantwortlichen bleiben im Hintergrund

Zu den Protesten – oft nahe einer Moschee oder einem muslimischen Gemeindezentrum – aufgerufen hatte der bekannte Rechtsradikale und Gründer der English Defence League, Stephen Yaxley-Lennon, der unter dem Namen Tommy Robinson bekannt ist. Er floh vor einer Woche aus dem Land, nachdem er in einem Fall wegen Verleumdung nicht zu einem Gerichtstermin erschienen war.

Die Polizei warnte vor Falschnachrichten, mit denen in Chatgruppen für die Teilnahme an den Protesten geworben werde. Die Behörde wies Berichte in sozialen Medien zurück, dass zwei Teilnehmer eines antimuslimischen Marsches in Stoke-on-Trent niedergestochen worden seien. Zwei Männer seien leicht verletzt worden, als sie von stumpfen Gegenständen getroffen worden seien.

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Großbritannien: Rechte Mobs verüben antimuslimische Gewalt

großbritannien

Seit Tagen herrschen chaotische Zustände in Großbritannien. Auch dank Falschmeldungen werden Angehörige von Minderheiten angegriffen. Der Muslimrat spricht von einer „Woche des Chaos“.

London (dpa, iz). Mit antimuslimischen Krawallen haben Ultranationalisten in mehreren britischen Städten schwere Schäden angerichtet und Polizisten verletzt. Landesweit wurden nach Polizeiangaben mehr als 90 Menschen festgenommen. Die Behörden rüsten sich für weitere Ausschreitungen.

Innenministerin Yvette Cooper sagte, Gesetzesbrecher würden einen hohen Preis zahlen. „Gewalttätigkeit hat keinen Platz auf unseren Straßen“, sagte sie. Ihr konservativer Vorgänger James Cleverly forderte ein härteres Durchgreifen. Die Labour-Regierung müsse mehr tun, um die Gewalt der „Schläger“ zu stoppen, forderte Cleverly, der Nachfolger von Rishi Sunak als Chef der Konservativen Partei werden will.

Foto: Muslim Council of Britain

Muslimrat sieht Großbritannien zwischen „Hoffnung“ und „Chaos“

Angesichts der erkennbaren antimuslimischen Gewaltwelle in mehreren britischen Kommunen sprach die Generalsekretärin des britischen Muslimrats (MCB), Zara Mohammed, von „Hoffnung“ und „Chaos“.

Hoffnung sehe sie in der Solidarität und Anteilnahme in Kommunen wie Southport. „In der letzten Woche haben wir zwei verschiedene Arten von Großbritannien erlebt. Das erste ist ein etabliertes, multikulturelles und barmherziges Großbritannien, das von Hoffnung angetrieben wird. Wir haben es auf den Straßen von Southport gesehen, als die Gemeinden zusammenkamen, um nach den Protesten vor einer Moschee aufzuräumen. Dieser Geist der Solidarität war im ganzen Land zu spüren.“

Allerdings gebe es auch ein anderes Land. Das zweite sei „ein Großbritannien am Rand der Gesellschaft, ängstlich und streitsüchtig, getrieben vom Hass auf den anderen. Rechtsextreme Schläger zogen durch Southport und andere Städte, um vor einer Moschee Hass zu verbreiten, weil sie fälschlicherweise dachten, die Person, die diese schrecklichen Morde an den armen Mädchen begangen hatte, sei ein Muslim.“

Was man auf den Straßen Großbritanniens gesehen habe, sei die Folge einer ungebremsten Islamophobie: akzeptabel, einflussreiche und in Realität in der heutigen Gesellschaft. Die Regierung habe geschwiegen, wenn es um die Muslimfeindlichkeit geht, die diesen Extremismus schüre, so die MCB-Chefin.

Antifaschistische Demonstranten drängen gewaltbereite Rassisten ab. (Screenshot: YouTube)

Großbritannien: Bisher griff die Regierung noch nicht durch

Der neue Premierminister Keir Starmer stellte sich heute hinter die Beamten. Die Einsatzkräfte hätten seine volle Unterstützung, um gegen Extremisten vorzugehen, die Polizisten attackieren und versuchten, Hass zu schüren. Das teilte sein Sprecher nach einem Treffen mit mehreren Kabinettsmitgliedern mit. Die Ausschreitungen gelten als erste Prüfung für den sozialdemokratischen Regierungschef, der seit einem Monat im Amt ist.

Die antimuslimischen Unruhen halten seit Tagen an. Ursache sind vor allem Falschmeldungen in sozialen Medien über die Identität eines Messerangreifers, der am Montag in der nordwestenglischen Stadt Southport drei Mädchen erstochen und mehrere Kinder sowie zwei Erwachsene teilweise lebensgefährlich verletzt hatte. Das Motiv ist unklar.

Die Polizei betont, der 17 Jahre alte Tatverdächtige sei in Großbritannien geboren worden. Seine Eltern stammen aus Ruanda. Auch der rechtspopulistische Abgeordnete Nigel Farage, der einst den Brexit maßgeblich vorangetrieben hatte, spekulierte, ob die Behörden die Wahrheit verschwiegen. Kritiker werfen ihm vor, die Randale damit anzuheizen.

Der Imam und humanitäre Helfer Adam Kelwick spricht in Liverpool auf einer Solidaritätsveranstaltung. (Screenshot: Adam Kelwick)

Gezielte Angriffe auf muslimische Geschäfte

Polizei-Staatssekretärin Diana Johnson sagte dem Sender BBC Radio 4, einige Menschen hätten Angst, wegen ihrer Hautfarbe auf die Straße zu gehen. In der nordirischen Hauptstadt Belfast brannten etwa ein Café und ein Supermarkt aus, die von Muslimen betrieben werden. Mehrere Autos wurden angezündet.

In Liverpool gab es nach Angaben der Polizei Brandschäden an einer Gemeindebibliothek, die als Hilfsstelle für ärmere Menschen dient. Randalierer versuchten, die Löscharbeiten zu verhindern, wie die Merseyside Police mitteilte. In mehreren Städten wurden Geschäfte geplündert.

Zu den Protesten – oft nahe einer Moschee oder einem muslimischen Gemeindezentrum – aufgerufen hatte der bekannte Rechtsradikale und Gründer der English Defence League, Stephen Yaxley-Lennon, der unter dem Namen Tommy Robinson bekannt ist. Er floh vor einer Woche aus dem Land, nachdem er in einem Fall wegen Verleumdung nicht zu einem Gerichtstermin erschienen war.

Die Polizei warnte vor Falschnachrichten, mit denen in Chatgruppen für die Teilnahme an den Protesten geworben werde. Die Behörde wies Berichte in sozialen Medien zurück, dass zwei Teilnehmer eines antimuslimischen Marsches in Stoke-on-Trent niedergestochen worden seien. Zwei Männer seien leicht verletzt worden, als sie von stumpfen Gegenständen getroffen worden seien.