Der Tag von ‘Arafa ist ein Tag der Ma’rifa. Das ist ein Tag der Vergebung; ein Tag, an dem Barmherzigkeiten auf die Sklaven herabkommen.
Allah der Erhabene sagt: „Und wer Taqwa vor Allah hat, dem verschafft Er einen Ausweg und versorgt ihn, von wo er damit nicht rechnet. Und wer sich auf Allah verlässt, dem ist Er sein Genüge. Allah erreicht gewiss die Durchführung seiner Angelegenheit. Allah legt für alles ein Maß fest.“
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‘Arafa als Höhepunkt der Hadsch
(iz). Am Tag von ‘Arafat sind einige edle Verse des Qur’ans herabgesandt worden. Ein Jude fragte ‘Umar Ibn Al-Khattab: „O Amir al-Muminin, Es gibt in eurem Buch einen Vers, den ihr rezitiert, und wäre er auf uns die Juden herabgekommen, dann hätten wir jenen Tag seiner Offenbarung zu einem Eid gemacht.“ Der Khalif fragte: „Welcher Vers ist das?“ Er antwortete: „Heute habe Ich für euch euren Din vervollständigt und habe meinen Segen über euch vollendet, und Ich bin mit dem Islam als Din für euch zufrieden.“ Umar sagte: „Wir wissen, von diesem Tag und den Ort, an dem dieser Vers dem Propheten (…) offenbart wurde. Er stand an ‘Arafa, und es war ein Freitag.“
Der Tag von ‘Arafa ist ein gewaltiger Tag. An ihm stehen die Hadschis an diesem Ort. Dieses Stehen ist einer der Pfeiler der Hadsch. Der Prophet sagte: „Hadsch ist ‘Arafa.“ Er ist ein Tag des großen Treffens zwischen dem Sklaven, der sich zu Allah hinwendet und sich nach Ihm sehnt und seinem die Tawba annehmenden, erbarmenden Herrn.
Der Tag von ‘Arafa ist ein Tag der Ma’rifa. Das ist ein Tag der Vergebung; ein Tag, an dem Barmherzigkeiten von ihrem Schöpfer, dem Schöpfer der Himmel und der Erde auf die Sklaven herabkommen. Der Herr, der Gewaltige manifestiert sich bei Seinen Sklaven und erhebt sie auf eine Stufe, den Engeln gleich.
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Moment der Vergebung
Der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Es gibt keinen Tag an dem es mehr Aussicht auf die Errettung durch Allah vor dem Feuer gibt, als der Tag von ‘Arafa. Allah der Erhabene nähert sich ihnen und erhebt sie auf die Stufe der Engel, und fragt die Engel: ‘Worum bitten diese meine Sklaven?’“
Ibn ‘Abdalbarr sagte: „Dies ist ein Hinweis darauf, dass ihnen vergeben wird, denn Er erhebt Leute mit Fehlern nicht vor Tauba und Vergebung. Und Allah weiss es am Besten.“ Diesen Leuten wurde durch ihr Stehen an ‘Arafa und wegen ihrer Bittgebete vergeben, und die Seiten, auf denen ihre Vergehen standen, wurden entfernt.
Der Tag von ‘Arafa ist der Tag, an dem die Sklaven ihrer Auferstehung gedenken. Alle sind von der Dunja und ihrem Schmuck abgewandt und sind in zwei Stücke weißen Tuchs gekleidet, die zwei Stücken eines Leichentuchs gleichen. Sie gleichen Leuten, die aus ihren Gräbern aufgestanden sind, um ihren Herrn zu treffen.
Nur dass jetzt ihre Du’as erhört werden, ihnen vergeben wird, und Barmherzigkeit auf sie herabkommt, während am Tag der Auferstehung die Bücher, mit allem, was in ihnen ist, geschlossen sind.
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Fasten, Opfern und Gemeinschaftsgebet
Das Ehren dieses Tages ist nicht nur für die Hadschis, sondern es ist auch eine Sunna, sich an diesem Tag Allah zu nähern, indem man die gewaltige ‘Ibada des Fastens verrichtet. Ehrt diesen Tag gebührend. Jeder sollte an diesem Tag schauen, was er tun kann. Denkt an das Buch Allahs, denkt an das Fasten, die Erinnerung an Allah (arab. dhikr) und das Bittgebet (arab. du’a).
Auf den Tag von ‘Arafa folgt der des Opferns. Darüber sagte der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben: „Der Tag von ‘Arafa, der Tag des Opfers und die Tage von Taschrik sind unsere Festtage – für uns, die Leute des Islam; und sie sind Tage des Essens und Trinkens.“
Ich erwähne jetzt eine Regel, die im Buch „Ar-Risaala“ von Ibn Abi Zaid Al-Qairawani, einem der großen Juristen steht. Er schrieb im Kapitel über das Gebet der zwei Feiertage: „Das Gebet der zwei Eids ist eine obligatorische Sunna, wobei der Imam und die Leute morgens früh ausgehen und sie den Ort des Gebetes (Musalla) erreichen, ab der das freiwillige Gebet erlaubt ist.“ Das heißt, wann die Sonne so hoch wie die Länge eines oder zwei arabischen Speeres ist.
Zu den guten Gewohnheiten gehören die Ganzkörperwaschung, das Parfümieren, die beste Kleidung, und dass man zu Fuß einen Weg nimmt und einen anderen zurück. Dass man auf seinem Weg Dhikrullah macht, und das Haus als Fastender verlässt. Möge Allah uns Nutzen von dem großzügigen Qur’an und der edlen Sunna zukommen lassen, und möge Er uns Erfolg geben, in dem, was Er liebt und womit Er zufrieden ist.
Im Vergleich zum vergangenen Jahr scheint die Hajj 2025 in Mekka ohne große Zwischenfälle verlaufen zu sein. Berichte über Todesopfer gibt es aber auch dieses Mal.
Mekka (dpa, iz). Mit einigen tödlichen Zwischenfällen aber ohne eine große Tragödie wie im vergangenen Jahr ist in Saudi-Arabien die muslimische Wallfahrt Hadsch zu Ende gegangen.
Bei Temperaturen um 45 Grad Celsius kamen in den vergangenen Tagen 13 iranische Pilger ums Leben, wie die iranische Staatsagentur Irna berichtete. Insgesamt nahmen dieses Jahr etwa 1,6 Mio. Muslime an der Pilgerfahrt teil.
Die Wallfahrt sei erfolgreich und ohne Zwischenfälle verlaufen, erklärte der Vize-Vorsitzende des ständigen Hajj-Ausschusses, Saud bin Mischaal. Es habe keine Probleme rund um die Gesundheit der Pilger oder die Sicherheit gegeben. Zu den 13 iranischen Todesopfern äußerte er sich nicht.
Vergangenes Jahr kamen bei Hitze um 50 Grad Celsius bei der Wallfahrt mehr als 1.300 Menschen ums Leben. Die saudischen Behörden versuchten, die Wiederholung einer solchen Katastrophe mit verschiedenen Maßnahmen zu verhindern.
Sie gingen unter anderem strikter vor gegen Pilger ohne offizielle Zulassung, die in der Hitze oft schlechter versorgt sind. Diese hatten im vergangenen Jahr nach Angaben der Behörden keinen Zugang zu Bussen, klimatisierten Zelten oder Trinkwasser-Stationen.
Unabhängig von den Temperaturen stellen die Massen die Gastgeber jedes Jahr vor eine Herausforderung. Zum Abschluss zeitweise pro Stunde mehr als 100.000 Menschen in die Große Moschee von Mekka, wie die saudische Staatsagentur SPA berichtete.
Erinnerung an das Opfer Ibrahims. Reflexion auf den größten Feiertag der Muslime.
(iz). Am 16. Juni dieses Jahres begehen wir den höchsten islamischen Feiertag – ‘Id Al-Adha –, der auch als ‘Id Al-Kabir bezeichnet wird. Jede Volk, Gemeinschaft und Gesellschaft hat seine beziehungsweise ihre Festtage. Wir haben zwei Hauptfeiertage: ‘Id Al-Adha, der Tag, an dem die Hadsch endet, und ‘Id Al-Fitr, der das Ende des Fastenmonats Ramadan markiert. Der Prophet Muhammad, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, stiftete beide Anlässe für seine Gemeinschaft. Von Hafidh Abdallah Castiñeira
Der Unterschied zwischen diesen und jenen Anlässen, an denen wir in der Gesellschaft Anteil haben, besteht darin, dass die Feiertage des Dins der Erinnerung Allahs, der Dankbarkeit Ihm gegenüber und dem Verständnis unserer Existenz dienen.
Tage wie Halloween oder das kommende Weihnachten, von denen unsere Kinder im gesellschaftlichen Strom mitgerissen werden, werden als gegeben hingenommen. Die meisten Leute aber kennen deren Bedeutung(en) nicht. Untersucht man ihre Wurzeln, wird man feststellen, dass sie heidnischen Ursprungs sind – sie beziehen sich auf Geister, Fruchtbarkeit und dem Zyklus der Jahreszeiten.
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Erinnerung an Ibrahim
Unsere Feier des ‘Id Al-Kabirs ist die größte Feier des Dins, weil sie seinen Höhepunkt darstellt. Sie ist eine Erinnerung an das Opfer von Sayiduna Ibrahim und die Riten der Hadsch – der Umkreisung der Kaaba (Tawaf), das Hin- und Herlaufen zwischen Safa und Marwa (Sa’i), das Stehen auf der Ebene von ‘Arafat, das Anlegen des Ihrams, sowie das Opfern eines Tieres. Diese Riten haben eine Bedeutung, die am besten durch die Anrufung der Pilgernden selbst beschrieben wird: „Labbaik, Allahumma labbaik, labbaik, la Scharika laka, labbaik (O Allah, hier bin ich. Ich ergebe mich Deinem Willen und bin Dir gehorsam. Du hast keinen Teilhaber).“
Dies war sein Ruf und der seines Sohnes Isma’il, nachdem Allah sie von der Verpflichtung entließ, Isma’il zu opfern. Das ist der Ausdruck maximalen Gehorsams und absoluter Aufrichtigkeit. Der Prophet Ibrahim war dabei, seinen Sohn zu opfern, und Allah entließ ihn von dieser Verpflichtung, indem jener das beste Schaf opferte.
Warum hat Allah diese unfruchtbare Einöde gewählt, in der nichts wachsen kann? Ibrahim baute in reinem Gehorsam gegenüber Allah das erste Haus, an dem Allah angebetet wurde. Dies ist der gleiche Ort, den Millionen Muslime heute für ihre Hadsch aufsuchen. Millionen weiterer Muslime in aller Welt fasten vor dem ‘Id, wenn der Tag des Stehens auf der Ebene von ‘Arafat kommt. Jene Riten und jener Ort stehen in Beziehung zum Opfer Ibrahims und dem von ihm errichteten Haus.
Allah sagt im Qur’an: „Ibrahim war eine Gemeinschaft, Allah demütig ergeben und einer, der Anhänger des rechten Glaubens war, und er gehörte nicht zu den Götzendienern; dankbar (war er) für Seine Gnaden. Er hatte ihn erwählt und zu einem geraden Weg geleitet.“ (An-Nahl, Sure 16, 120)
Schaikh Waliullah von Delhi sagte über diesen Propheten, dass die Macht seiner Zuneigung Allah gegenüber so stark war, dass er den Kurs der gesamten prophetischen Nachfolger bis zum Propheten Muhammad festlegte. Seine Unterwerfung unter und seine Anerkennung von Allah mit jedem Atemzug und in jedem Augenblick wird mit der Eigenschaft „Hanif“ bezeichnet. Kein Ereignis in der sozialen Welt konnte ihn von der Gegenwart Allahs ablenken.
Schaikh Ibn Al-’Arabi gab ihm in seinem „Fusus Al-Hikam (Siegelsteine der Weisheit)“ den ehrenden Beinamen Ibrahims „Al-Khalil“. Oft wird dieses Wort als „enger“ oder „intimer Freund“ übersetzt. Die Wurzel des Wortes bedeutet so viel wie „von etwas durchtränkt“ beziehungsweise „gesättigt sein“. Sein Wesen war von der Gegenwart Allahs durchtränkt. Das ist es, woran wir uns am ‘Id Al-Kabir erinnern.
Die Symbolik der Umkreisung der Kaaba ist die Umkreisung der Planeten um die Sonne. Jeder einzelne hat seinen Orbit. Gleichermaßen kreisen die Menschen auf einer, ihnen angemessenen Umlaufbahn. Jeder von uns muss seinen Ort finden, an dem ihn Allah platziert hat. Dort muss er Allah anbeten und Ihn zufrieden stellen.
Seine demütige Ergebenheit zeigte sich in jedem Augenblick und ohne Kompromiss. Der Sa’i zwischen Safa und Marwa ist ein Akt der Barmherzigkeit so wie die verzweifelte Sorge der Mutter um ihr Kind, die bereit ist alles zu tun, um den Durst ihres Kindes zu stillen.
Es war die Gnade Allahs, die Ehefrau Ibrahims mit einer Quelle zu versorgen, um ihren Durst zu stillen. Seine Gnade machte dieses öde Stück Wüste zu einem Ort, an dem sich die Stämme begegnen konnten. Sie ließen sich hier nieder und beschützten das Heiligtum von Ibrahim. Dank des Handels kamen Versorgung und Wohlstand nach Mekka. Die Anbetung Allahs blieb bis zum heutigen Tage.
Das Stehen auf der Ebene von ‘Arafat ist eine Vorbereitung für den Jüngsten Tag. Hier sind Wohlstand, Ruhm oder Position ohne Bedeutung. Alle sind in die gleichen, simplen Tücher gekleidet, die denen ähneln, in die wir nach unserem Tode gehüllt werden. Es ist die Begegnung mit unserem Herren durch unsere Taten, mit unserer Gottesfurcht und unseren Absichten.
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Bedeutung des Opfers
Das Begehen beider Feiertage ist eine Manifestation von Dankbarkeit, Freude und Anerkennung der Geschenke Allahs. Auf seiner abschließenden Hadsch, wenige Monate vor seinem Tod, hielt der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, seine Abschieds-Khutba (Ansprache).
Er erwähnte dort nur sehr wenige Dinge. Dies waren Ratschläge an seine Umma – für die kommenden Jahre und Jahrhunderte. Er erklärte die Zeit der Jahiliya (arab. Unwissenheit) für beendet, in der die Leute stolz auf ihren Stamm oder ihre Herkunft waren. Er sprach über die Unverletzlichkeit von Leben, Ehre und Eigentum. Er hielt uns Muslime dazu an, unsere Frauen gut zu behandeln. Der Prophet erinnerte seine Umma daran, den Wucher zu meiden und ihn zu verbieten. Und er bat die Leute, zu bezeugen, dass er seine Botschaft übertragen hatte.
Eine andere Sache, von der er sprach, war: „Ich hinterlasse euch zwei Dinge, die euch – wenn ihr daran festhaltet – niemals in die Irre gehen lassen: das Buch Allahs (…) und meine Sunna.“ Mit dem „Buch Allahs“ ist auch das Studium, Erlernen und die Praxis des Qur’ans gemeint. „Sunna“ ist nicht, wie viele moderne Muslime meinen, ein Text.
Vor einigen Jahren traf ich auf einer internationalen Konferenz einen sehr feinen, intellektuellen Araber. Dieser meinte: „Der Islam ist nichts als Text (Nusus).“ Dies ist eine Position, die viele Muslime heute einnehmen. Demnach wäre der Din etwas, das sich auf dem Papier befindet.
Das ist nicht wahr. Islam ist eine Aufrichtigkeit, die die Welt verändern kann. Das ist es, was die anderen nicht haben, wie der Prophet sagte: „Ich hinterlasse euch zwei Dinge, die euch – wenn ihr daran festhaltet – niemals in die Irre gehen lassen: das Buch Allahs und meine Sunna.“
Das heißt, wenn wir daran festhalten, können wir nicht in die Irre gehen – in diesem Leben und im nächsten. Diese Khutba war für seine ganze Gemeinschaft. Er hielt sie vor 120.000 Leuten und sagte den Anwesenden, dass sie diese an die anderen weitergeben sollten. Vielleicht können die Abwesenden diese Worte besser verstehen als die Anwesenden.
„Meine Sunna“ bedeutet sein Modell, sein Charakter, seine Eigenschaften, Vorbild und Verhaltensweise. Diese Sunna und die Fitra, für die Ibrahim stand, sind unser Umkehrpunkt, an dem wir ein Vorbild finden, anhand dessen wir unsere Geschäfte auf eine Art und Weise tätigen können, die Allah zufrieden stellt.
Die Pilgerfahrt (Hadsch) steht für neue Anfänge. Wer sie erfolgreich abschließt, kehrt in spiritueller Hinsicht frei von allen vorherigen falschen Handlungen heim.
(Zaytuna Institute). Während der gesegneten ersten zehn Tage das Monats Dhu’l-Hidscha ereignet sich die große Pilgerfahrt nach Mekka, die Hadsch. Millionen Muslime sind nach Mekka und seine Umgebung gekommen sein, um die alten Rituale zu wiederholen, die im Zusammenhang mit dem Propheten Ibrahim, Friede sei mit ihm, stehen.
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Hadsch als Bestandteil des islamischen Kalenders
Die Berechnung der Pilgerfahrt basiert auf dem Mondkalender. Sie ist ein kulminierender Augenblick, aber auch das Signal für einen Neuanfang. Sie ist der besiegelnde Moment im jährlichen Ablauf der Rituale, die das Leben eines Muslims bestimmen.
Beginnend mit dem Fasten am ‘Aschura-Tag (am zehnten Tag des ersten Monats, Muharram) setzt sich der „spirituelle Kalender“ im Rabi’ Al-Awwal fort. Hier ereignete sich die Geburt des Propheten Muhammad, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben. Der Reflexion dieses Tages folgt das freiwillige Fasten im Radschab. Das ist auch die Phase, in welcher wir der Nachtreise und der Himmelfahrt des Gesandten Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, gedenken.
Auf diesen folgt der ebenfalls gesegnete Scha’ban. Auch hier ist eine freiwillige Enthaltsamkeit angeraten. Seine 15. Nacht ist eine der Augenblicke des Jahres, die sich besonders für intensive Anbetung und die Anrufung Allahs eignet.
Auf ihn folgt der gesegnete Ramadan, die Zeit des einmonatigen Fastens und der nächtlichen Anbetung. Ramadan macht Platz für den Schawwal, in dem die Vorbereitungen für die Hadsch beginnen. In ihm wird ein sechstägiges Fasten, am besten in Folge, nahegelegt.
Während des kommenden Dhu’l-Qada setzen sich die Vorbereitungen für die große Pilgerfahrt fort. Die ersten zehn Tage des Hadschmonats wurden auch als die tugendhaftesten Tage des Jahres beschrieben.
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Der Tag von ‘Arafat
Dann sind Fasten, Bittgebete, Dhikr und andere Handlungen der Anbetung besonders angeraten. Der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Es gibt keine Tage, in denen rechtschaffene Taten mehr Tugend besitzen als diese zehn Tage.“
In diese Phase fällt der Tag von ’Arafat, der neunte Tag von Dhu’l-Hidscha. Über ihn unterwies uns der Gesandte Allahs: „Es gibt bei Allah keinen einzelnen Tag, der tugendhafter ist als der Tag von ’Arafat.“
Sein Rang manifestiert sich selbst in der Schwere von Gottes Verzeihung währenddessen. Zusätzlich gibt es Vergebung für jene, die dann fasten. „Es gibt keinen Tag, an dem Allah Seine Diener mehr vom Höllenfeuer befreit als am Tag von ’Arafat.“
Diese Momente dienen als Meilensteine für die Diener auf ihrem Weg zu Allah. Der Ablauf eines jeden Jahres wird durch die Hadsch markiert. Sie dient als Erinnerung für uns, dass wir uns unserem Schicksal angenähert haben. Allah sagt darüber: „(…) nehmt ausreichend Versorgung. Und die beste Versorgung ist Rechtschaffenheit.“ (Al-Baqara, 197)
Allah erinnert uns daran, dass dieser Lebensweg einzigartigen Proviant benötigt. Und dass die Hadsch ein Symbol ist, die uns an diese größere Reise gemahnt.
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Die Pilgerfahrt steht für neue Anfänge
Wie erwähnt steht die große Pilgerfahrt für neue Anfänge. Wer sie erfolgreich abschließt, kehrt in spiritueller Hinsicht frei von allen vorherigen falschen Handlungen heim. Das basiert auch auf den prophetischen Worten: „Wer die Pilgerfahrt nach Mekka verrichtet, frei von irgendeiner unzüchtigen oder verkommenen Handlung, lässt seine falschen Handlung zurück und kehrt im Zustand der Reinheit zurück, in der er sich befand, als seine Mutter ihn zur Welt brachte.“
Nach Abschluss wissen wir, dass uns das neue Jahr bevorsteht. Diese Erkenntnis ermutigt uns, innezuhalten und nachzudenken – über unsere Leistungen und Mängel des vergangenen Jahres. Es ist eine gute Gelegenheit, Allah für das Erreichte zu danken und gleichzeitig zu verstehen, was zu unseren Schwächen führte.
Diejenigen, die mit einer erfolgreichen Hadsch gesegnet wurden, erkennen so, dass sie eine der wesentlichen Vorbereitungen für ein neues Leben geleistet haben: das Jenseitige. Daran erinnerte uns der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben: „Eine angenomme Hadsch ist besser als die Welt und was in ihr ist. Die passende Belohnung für eine angenommene Hadsch ist nichts anderes als das Paradies.“
Es ist passend, dass ein solch mächtiges Ereignis ein gleichnamiges Kapitel im Qur’an erhalten hat. Ich würde gerne über zwei Verse dieser Sure reflektieren. Im ersten spricht Allah den Propheten Ibrahim, Friede sei mit ihm, an: „Und rufe unter den Menschen die Pilgerfahrt aus, so werden sie zu dir kommen zu Fuß und auf vielen hageren Reittieren, hager gemacht durch die lange Reise. Aus jedem entfernten Ort kommend.“ (Al-Hajj, 27)
Er wird aufgefordert, der Menschheit zu erklären, dass Allah ein geheiligtes Haus etabliert hat. Sie müssen eine Pilgerreise zu ihrem Besuch unternehmen. Diese gewaltige Ankündigung übersteigt Zeit und Raum. Als er den Befehl erhält, sagte Ibrahim: „Wie kann ich das der ganzen Menschheit erklären, wenn meine Stimme sie nicht erreicht.“ Allah entgegnete: „Du wirst den Aufruf machen und Ich werde ihn der Menschheit überbringen.“
Es wurde überliefert, dass Allah ein Absenken der Berge veranlasste. Ibrahims Stimme erreichte alle Ecken der Welt. Und er wurde von jedem gehört, dem die Pilgerfahrt bestimmt war. Dieser Aufruf hat die fernsten Enden der Erde erreicht. Denn wir bezeugen jährlich die große Versammlung der Hadsch. Und die Leute kommen aus allen vier Himmelsrichtungen.
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Das große Treffen
Dieses große Treffen zeigt uns das wahre Potenzial der Menschheit. Frieden und Brüderlichkeit sind möglich, die wir während der Hadsch bezeugen können. Schwarz und Weiß, Reich und Arm – alle kommen in einer Situation zusammen, in der die Unterschiede von Rasse, Ethnie sowie sozialer und ökonomischer Klasse beiseite geschoben werden.
Gleichzeitig tritt der Vorrang der gemeinsamen Sehnsucht nach Allah selbst in den Vordergrund. Dieses schöne Bild der Demut vor Gott ist passend. Denn der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, unterrichtete uns: „Allah betrachtet nicht eure körperliche Form, noch euren Reichtum. Vielmehr wertet Er eure Herzen und eure Taten.“
Auch wenn dieser friedliche Zustand nur wenige Tage dauert und nur zwei bis drei Millionen Menschen betrifft, zeigt er uns, dass wahre Brüderlichkeit möglich ist. Unsere Herausforderung liegt im Finden von Wegen, wie wir dies erweitern können. Eines der größten Mittel dafür besteht in der Erinnerung der Wichtigkeit, Allah in unserem Leben allem anderen voranzustellen.
Der wahre Geist des Din wird Frieden steigern. Um diesen jedoch zu erreichen, müssen wir unser Verlangen unterdrücken, unsere religiösen Lehren zur Rechtfertigung unserer weltlichen Leidenschaft zu benutzen.
Unsere Wünsche nach Reichtum, Macht, Herrschaft und Status sind vielleicht die größten grundlegenden Auslöser für unsere Neigung zum Krieg. Oft wird diese Leidenschaft im Namen von Religion gerechtfertigt. Jedoch führt wahre Religion ihren Besitzer zu einer spirituellen Pilgerfahrt: einer Hadsch zu unserem Herrn.
Um diese Reise erfolgreich zu vollenden, braucht man wahrlich einen umfassenden Vorrat an Gottesfurcht. Eine wirkliche Reise zu Gott, wie die Hadsch, würde die bestehenden Unterschiede zusammen mit dem leidenschaftlichen Wettstreit für Vormacht unterwerfen. Ein tieferes Verständnis der prophetischen Rechtleitung macht Religion zu einer Heilung und nicht zu einer Ursache für Krieg.
Wir stehen an einer Wegscheide
Heute steht die Menschheit definitiv an einer Wegscheide. Um weitergehen zu können, müssen wir entweder die hohen Ideale aufrechterhalten, mit denen Allah die Propheten sandte. Oder wir geben dieses Erbe auf und schreiten auf einem Pfad weiter, der uns von Gott in irgendeiner bedeutenden Weise trennt. Wie alle Indikatoren zeigen, führt dieser Weg in unsere kollektive Zerstörung.
Der aufmerksame Leser wird feststellen, dass meine Worte im offenen Widerspruch dazu stehen, was viele Atheisten vertreten. Sie behaupten, unser Überleben hänge von der Trennung von „irrationaler Fiktion“ wie Religion ab. Ein Scheitern führe demnach zu einer unerträglich blutigen Zukunft. Ich halte dem entgegen, dass nicht Religion, sondern „atheistische“ Kriege und die Säuberungsaktionen des letzten Jahrhunderts für das Abschlachten von Millionen verantwortlich waren.
Lenin, Stalin, Mao und Pol Pot, die insgesamt weit über fünfzig Millionen Menschen töteten – und ihre Bewegungen waren insgesamt atheistisch. Gleichfalls haben die intellektuellen Grundlagen des Faschismus wenig mit traditioneller Religion zu tun. Vielmehr folgen sie sehr oft säkularen oder offen atheistischen Philosophen.
Diese trugen direkt oder indirekt zu Ideen bei, die zum megalomanischen Massaker durch die Regime von Mussolini und Hitler beitrugen. Wir könnten hinzufügen, dass die Reihe von Kriegen, Invasionen und militärischen Interventionen der Vereinigten Staaten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch nicht durch religiöse Betrachtungen angetrieben waren.
Die „aufgeklärte“ und entfremdete Wissenschaftslogik und -methodik, für die viele Atheisten angeblich stehen, dient als Basis des gegenwärtigen moralischen und ethischen Systems. Das ist die eigentliche Logik und Methodik, die zur Schaffung der Wasserstoffbombe, Napalm, weißem Phospor, „Daisy Cuttern“ und anderen Instrumenten der Massenvernichtung führte.
Entwickelt und effektiv eingesetzt durch die progressiven Söhne des menschlichen Verstandes. Im Lichte der jüngsten Geschichte klingen die lauter werdenden Rufe nach einem glaubenslosen Ansatz – als beste Chance für eine Überwindung der wachsenden Hindernisse auf dem Weg des menschlichen Fortschritts – sehr hohl.
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Religiöse Lösungen sind möglich
Die Hadsch zeigt, dass religiöse Lösungen für unsere Probleme möglich sind. Frieden ist machbar durch Allah – und Brüderlichkeit. Diese Möglichkeit muss allen Menschen erklärt werden. Jedoch liegt es an uns Muslimen, ein attraktives und lebendiges Modell zu schaffen. Das, was wir heute erstreben und verkörpern müssen ist das Beste unseres ethischen Systems. Und wir müssen uns auf eine spirituelle Pilgerfahrt begeben, wie wir es mit den Riten der Hadsch tun.
In einem anderen Vers zur Pilgerfahrt heißt es: „Und müht euch für Allah ab, wie der wahre Einsatz für Ihn sein soll. Er hat euch erwählt und euch in der Religion keine Bedrängnis auferlegt, dem Glaubensbekenntnis eures Vaters Ibrahim: Er hat euch Muslime genannt, zuvor und in diesem (Qur’an), damit der Gesandte Zeuge über euch sei und ihr Zeugen über die Menschen seid. So etabliert das Gebet, zahlt die Zakat und haltet an Allah fest. Er ist euer Schutzherr. Wie trefflich ist doch der Schutzherr, und wie trefflich ist der Helfer!“ (Al-Hadsch, 78)
Ich möchte mich auf eine kleine Passage aus diesem viel längeren Vers beziehen: „(…) dem Glaubensbekenntnis eures Vaters Ibrahim.“ Sie erinnert uns daran, dass der Islam kein neuer Din ist. Er beruht auf den Fundamenten, die von Ibrahim gelegt wurden. Daher wurzelt der Glaube und die Praxis der Muslime tief im reichen Boden des prophetischen Erbes.
Über die strikte Einheit sagt Allah im Qur’an: „Und Wir haben zu jeder Gemeinschaft einen Gesandten entsandt: ‘Dient Allah und meidet die falschen Götter.’“ (An-Nahl, 36)
Gleichermaßen reichen die Handlungen der Muslime bis vor den Propheten Muhammad, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, zurück. Wobei einige Besonderheiten dieser Handlungen auf die eine oder andere Weise verändert wurden. So etablierte Ibrahim die Hadsch. Und wir wissen, dass das rituelle Pflichtgeben und die verpflichtende Wohlstandsabgabe Zakat vom Propheten Jesus praktiziert wurden. Auch war das Fasten bei den früheren Gemeinschaften bekannt.
Daher sollten die Muslime ihren Din nicht als etwas Neuartiges begreifen. Vielmehr ist er eine Kulminierung der prophetischen Lehren, die mit Ibrahim begannen. Sie sollten ihre spirituellen Bemühungen auch als eine Bewahrung derselben verstehen. Wenn diese verloren gehen, verschwindet ein großer und nicht zu ersetzender Teil unseres menschlichen Erbes.
Daran festzuhalten, in einer Zeit des großen Angriffes, benötigt den Mut Ibrahims. In seiner Jugend hatte er den Mut, den Götzendienst seines Volkes herauszufordern. Indem er ihre Idole zerstörte, konnte er die wertlose Natur ihrer Weltanschauung bloßzulegen.
Wenn aus den obigen Gründen das 20. Jahrhundert als das „Jahrhundert des Massenmordes“ bezeichnet werden kann, so kann es auch „das Jahrhundert des Selbst“ genannt werden. Der wütende Egoismus und Narzissmus, der durch die Anbetung des Selbst entfesselt wurde, hat unzählige Menschen von Allah hinweggeführt.
Das größte Mittel zur Zerschlagung dieses Idols ist guter Charakter. Denn er wird immer zu einem Engagement für andere führen. Auch in dieser Hinsicht dient Ibrahim als Vorbild. Er wurde als ein „eigenes Volk“ beschrieben. Eine der Bedeutungen dieser Aussage ist, dass sich in ihm die guten Charaktereigenschaften fanden, die normalerweise unter allen Mitgliedern eines Volkes verteilt sind.
Er verkörperte Mut, Nachsicht, Treue gegenüber den Eltern, Dankbarkeit gegenüber Allah, Annahme Seiner Befehle, Anbetung, Weisheit in der Bezeugung von Wahrheit und Opferbereitschaft für zukünftige Generationen.
All jene Eigenschaften werden gebraucht in unserem Bemühen zur Vertiefung unseres Dienstes an Allah und Seiner Schöpfung. Ein freier Geist, ein umfassender Charakter und Tiefe unseres Glaubens bereiten die Versorgung, die für die Bewahrung unserer Menschenwürde nötig ist. Jeder von uns kann dieses Potenzial von Ibrahim anzapfen. Und er muss den Mut dafür in sich finden, will er einen bedeutsamen und gesunden Beitrag für unsere gemeinsame Zukunft leisten.
Nach neuesten Angaben der Behörden soll die Zahl der Hitzetoten über 1.300 liegen. Das Problem: Nicht registrierte Pilger hatten keinen Zugang zu Betreuung.
Riad/Mekka (dpa, KNA, iz). Während der Hadsch in Saudi-Arabien sind nach offiziellen Verlautbarungen 1.301 Menschen aufgrund extremer Hitze gestorben. Bei etwa 83 Prozent der Toten handele es sich um nicht registrierte Pilger, teilte der saudische Gesundheitsminister Fahad Al-Dschaladschel am Sonntagabend mit. Detaillierte Angaben zu den Nationalitäten der Opfer machte er nicht.
Hitzetote nach tödlichen Temperaturen auf der Arabischen Halbinsel
Die Temperaturen in Mekka und anderen nahegelegenen Pilgerstätten waren am Dienstag als letztem Tag der diesjährigen Hadsch auf bis zu 50 Grad Celsius gestiegen. „Die unregistrierten Pilger liefen über lange Strecken unter der Sonne ohne Schutz und Pause. Einige von ihnen waren älter und einige andere hatten chronische Krankheiten“, erklärte Al-Dschaladschel im saudischen Staatsfernsehen Al-Ekhbariya.
Viele Toten hätten keine Ausweisdokumente bei sich gehabt, weshalb es dauern werde, bis sie identifiziert seien und deren Familie informiert werden könnten.
Nach Angaben der Regierungen mehrerer arabischer Länder war ein Großteil der gestorbenen Pilger nicht offiziell angemeldet und mit normalen Touristen-Visa statt mit speziellen Einreisegenehmigungen für die Hadsch nach Saudi-Arabien gereist. Nicht registrierte Pilger haben in der Regel keinen Zugang zu den für Pilger vorgesehenen Unterkünften und Transportdiensten.
Ägypten und Jordanien leiten Ermittlungen ein
Nach Berichten über hunderte verstorbene Pilger aus Ägypten durch die extremen Temperaturen bei der Hadsch hat die Regierung in Kairo erste Konsequenzen gezogen. Zunächst wurden spezielle Teams nach Mekka entsandt, um nach den zahlreich gemeldeten Vermissten zu suchen.
Am Samstag wurde der Entzug der Lizenzen von 16 Reiseveranstaltern angeordnet, wie der staatsnahe TV-Sender Al-Kahira News berichtete. Sie sollen illegal Reisen für nicht registrierte Pilger nach Saudi-Arabien organisiert haben. Es würden strafrechtliche Ermittlungen gegen die Verantwortlichen eingeleitet, hieß es.
„Die Pilger, die während dieser Krise ihr Leben verloren haben, sind größtenteils nicht registriert. Die Reiseunternehmen, die ihre Reisen organisiert haben, haben ihnen keinerlei Dienstleistungen erbracht“, sagte der ägyptische Außenminister Samih Schukri, wie das ägyptische Staatsfernsehen berichtete.
Vorwürfe gegen die Organisatoren
Angesichts der Berichte über Hunderte Hitzetote bei der diesjährigen Wallfahrt nach Mekka wächst die Kritik an Saudi-Arabien. „Bei den Toten in Mekka handelt sich um ein Versäumnis der Regierung“, sagte Landesexpertin Madawi al-Rasheed der Berliner „tageszeitung“ (online Mittwochabend).
Das Königreich nehme den Klimawandel nicht ernst. Zwar sei dieser natürlich ein globales Problem; aber bei den Vorbereitungen für den Haddsch habe man „die Tatsache offensichtlich nicht berücksichtigt, dass die Temperatur heutzutage bei 50 Grad liegen kann, wenn die Pilgerzeit in den Sommer fällt“.
Als Grundproblem bezeichnete die Wissenschaftlerin eine Kommerzialisierung der Wallfahrt nach Mekka, arabisch Haddsch, die als eine der „fünf Säulen des Islam“ zu den religiösen Pflichten von Musliminnen und Muslimen zählt. Zwar habe Saudi-Arabien viel in die Infrastruktur für den Haddsch investiert; doch davon profitierten in erster Linie die Wohlhabenden. „Diese Form von Entwicklung dient nicht dazu, den normalen Pilgern Sicherheit und Komfort zu bieten. Sie sollen nur konsumieren.“
Besuch beim Propheten: Der Wert dieser Handlung wurde von vielen Gelehrten als wichtig betont.
(iz). Das große Ereignis der Hadsch, die lebensbestimmende und vervollkommnende Reise für Muslime in aller Welt, läuft mittlerweile. Während Sie dieses lesen, sind Millionen Muslime in Mekka oder auf dem Weg dorthin, um das Haus Allahs zu besuchen und die Riten unseren Vorfahren Ibrahim zu erfüllen. Damit vervollkommnen sie die fünf großen Säulen des Islam.
Foto: Muhammad Ali Effendi Sa’udi, Al Madina Books
Der Besuch des Propheten kommt nach der Hadsch
Das ist das erste Stadium der Reise. Danach kommt der Besuch beim Gesandten Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, an dessen Grab in der großen Moschee von Medina Al-Munawwara. Das ist ein Punkt, bei dem kein Hadschi meinen sollte, er könnte darauf verzichten. Denn durch diesen Besuch wird seine Pilgerfahrt vollendet.
So ist die Übereinkunft der Leute des Wissens unter den vier Rechtsschulen und es ist der Grund, warum der Besuch des Prophetengrabes in den Rechtsbüchern immer im Kapitel über die Hadsch abgehandelt wird. So sagte Ibn ‘Aschir beispielsweise in seinem „Murschid Al-Mu’in“ am Ende der Sektion über die Hadsch: „Geh zum Grab des Auserwählten mit spiritueller Höflichkeit und einer Absicht, sodass jede deiner Bitten beantwortet werden mag.“
Und An-Nawawi schrieb: „Wisse, dass jeder, der die Hadsch vollzieht, das Grab des Gesandten Allahs – gleich, ob dies auf seinem Weg liegt oder nicht – besuchen sollte. Denn der Besuch bei ihm ist eines der wichtigsten Mittel, um Allah nahe zu kommen, eine der nützlichsten Bemühungen, die man anstreben kann, und eine der besten Dinge, um die man bitten kann.“
Heutige Verwirrung
Dieser wichtige Teil der Hadschreise wurde auf verschiedene Art und Weise durcheinandergebracht: Zuerst wurde dieser Besuch vor die Hadsch verlegt. Etwas, das bis vor Kurzem niemals Praxis der Muslime war. Er ist der Schlussstein der Hadsch, nicht ihr erstes Stück. Jeder, der die Wahl dazu hat, muss sich den Besuch für die Zeit danach aufheben.
Dies wird eindeutig durch ein bekanntes Hadith des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, belegt: „Wer auf die Hadsch nach Mekka geht und mich dann in meiner Moschee besucht, wird zwei angenommen Hadschreisen für sich aufgezeichnet haben.“
Er sagte eindeutig „und dann“ und verwies darauf, dass es eine Reihenfolge gibt, die mit dem Haus Allahs beginnt. Imam An-Nawawi sagt hierzu: „Wenn die Reisenden zur Hadsch und die Leute auf der ‘Umra (die ‘kleine’ Pilgerfahrt) Mekka verlassen, dann ist es stark angeraten, sich auf den Weg nach Medina zu machen, um ihn, Frieden und Segen auf ihm, zu besuchen.“
Zweitens gibt es solche Fraktionen unter Muslimen, welche die Bedeutung dieser Aufwartung herunterzuspielen suchen. Sie glauben, dass die Reise in Medina vorrangig dem Gebet in der Prophetenmoschee zu gelten habe und nicht dem Besuch seines Grabes. Sie behaupten, der Gesandte Allahs habe den Besuch von Gräbern verboten.
Einerseits widerspricht eine solche Meinung den Worten und Handlungen des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, selbst. Dieser besuchte die Gräber seiner Gefährten in Al-Baqi (dem Friedhof von Medina).
Andererseits wird aus dem Qur’an und der Übereinkunft der Gelehrten ersichtlich, dass es keinen Unterschied darin gibt, ob er am Leben oder verstorben ist – ihm gebührt in beiden Fällen der gleiche Adab. Allah sagt im Qur’an: „Und wisset, dass Allahs Gesandter unter euch ist.“ (Al-Hudschurat, Sure 49, 7)
Foto: Archiv
Der Liebende besucht den Geliebten
Die erste Sache, die ein aufrichtig Liebender tut, wenn er heimkehrt, ist der Besuch beim Geliebten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben. So handelten die Gefährten, wenn sie nach Medina von einer Reise heimkehrten. Es war sogar die erste Sache, die sie nach dem Betreten der Stadt taten.
Nehmen wir als Beispiel Bilal, den Gebetsrufer des Propheten. Wegen des Todes des Gesandten Allahs vermochte er nicht mehr in der Stadt zu bleiben und verbrachte sein Leben in Syrien. Aber nach vielen Jahren hatte er einen Traum, in dem der Prophet zu ihm kam und fragte: „Warum diese Entfremdung, Bilal? Ist die Zeit nicht für dich gekommen, mich zu besuchen.“
Also sprang er auf, packte seine Sachen und machte sich auf den Weg nach Medina. Im Augenblick seiner Ankunft ging er sofort zu dessen Grab. Seine Reise – ein Weg von mehr als 1.600 Kilometern! – wurde nur aus einem Grunde gemacht: Um den Propheten an dessen Ruhestätte zu besuchen. Bilal sehnte sich nach dem Propheten und wusste, dass er so wieder in dessen Gegenwart sein konnte.
Und dies gilt für jeden Muslim; insbesondere für die, welche von der Hadsch kommen. Der Prophet sagte: „Wenn ihr die Hadsch verrichtet und mich nach meinem Tod besucht, so wird es sein, als hättet ihr mich in meiner Lebenszeit besucht und begleitet.“ Wie könnte irgendeiner – jemand mit nur einem Stäubchen Liebe in seinem Herzen für den Propheten – nicht alles stehen und liegen lassen, wenn dies bedeuten würde, dass er auch nur einen Augenblick in der Gegenwart des Gesandten Allahs verbringen würde? Für die meisten Muslime bietet sich diese Gelegenheit nicht oft – höchstens ein oder zwei Mal in ihrem Leben.
Dann muss man wissen, dass der Raum in der Umgebung seines Grabes, die Rauda Asch-Scharif, der beste Ort auf der ganzen Welt ist – größer sogar als der Haram in Mekka. Darüber gibt es keinen Streit, wie dies von Qadi ‘Ijad in seiner „Schifa“ dargelegt wurde. Wenn wir ihn grüßen und ansprechen, kann er uns hören. So sagte er, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden schenken: „Niemand grüßt mich an meinem Grab, ohne dass Allah meine Seele Geist (Ruh) zu mir zurückbringt, sodass ich den Gruß erwidern kann.“
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Der Prophet versprach Fürsprache
Und der Prophet versprach im Namen aller Fürsprache einzulegen und Zeugnis abzugeben, die ihn an seinem Grab besuchen. „Meine Fürsprache ist verpflichtend für alle, die mein Grab besuchen.“
Allah sagt im Qur’an: „Und wenn sie, wo sie sich selbst Unrecht zugefügt haben, zu dir kämen und dann Allah um Vergebung bäten, und der Gesandte für sie um Vergebung bäte, würden sie wahrlich Allah Reue-Annehmend und Barmherzig finden.“ (An-Nisa, Sure 4, 64)
Al-Utbi überlieferte, dass er einmal in der Nähe des Grabes des Propheten saß. Dann hörte er, wie ein Wüstenaraber hereinkam, den Propheten grüßte, einen Qur’anvers rezitierte und dann sagte: „Ich bin gekommen, um Vergebung für meine falschen Handlungen zu finden und bitte dich, bei meinem Herrn Fürsprache einzulegen.“
Dann rezitierte der Mann einige Gedichtzeilen zum Lobe des Gesandten Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, und ging hinaus. Nachdem er ging, schlief Al-Utbi ein. In seinem Traum sah er den Propheten, der ihn anwies: „Utbi, finde diesen Wüstenaraber und gebe ihm die gute Nachricht, dass Allah ihm vergeben hat.“
Einige grundlegende Anmerkungen zur großen Pilgerfahrt. Die Hadsch bringt Menschen aus aller Welt zusammen. (iz). Allah sagt in Seinem Edlen Buch: „Und rufe unter den Menschen die Pilgerfahrt aus, so […]
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Für Millionen ist es der Höhepunkt des Lebens: Die Pilgerfahrt nach Mekka versammelt ab Freitag wieder Muslime von Nigeria bis Indonesien an der Kaaba.
„Und Wir wiesen Ibrahim die Stelle des Hauses zu: ‘Geselle Mir nichts bei und reinige Mein Haus für die den Umlauf Vollziehenden, die aufrecht Stehenden, sich Verbeugenden und die sich Niederwerfenden. Und rufe unter den Menschen die Pilgerfahrt aus, so werden sie zu dir kommen zu Fuß und auf vielen hageren Reittieren, hager gemacht durch die lange Reise, von jedem entfernten Ort kommend, damit sie Nutzen für sich erfahren und den Namen Allahs an bestimmten Tagen über dem Aussprechen, womit Er sie mit Opfertieren versorgt hat. Esst davon und speist die Armen und die Bedürftigen. Dann sollen sie ihren Zustand der Vernachlässigung beenden, ihre Eide erfüllen und das Alte Haus umkreisen.’“ (Al-Hadsch, Sure 22, 24-27)
Bonn/Riad (KNA/iz). Es ist gefährlich heiß in Mekka, sogar für arabische Verhältnisse. Das saudische Gesundheitsministerium warnt vor Beginn der islamischen Wallfahrt in die Heilige Stadt am Freitag vor Temperaturen bis 48 Grad.
Foto: SPA English, X
Hitze, Durst und Belastung – Herausforderungen für die Organisation der Pilgerfahrt
Sprecher Muhammad Al-Abdulaali sieht große Herausforderungen auf die Massen der Pilger und die Organisatoren zukommen. Schirme gegen die Sonne, ausreichend Wassertrinken und häufige Ruhepausen im Schatten seien unbedingt erforderlich.
Das Königreich tue alles, um den Gläubigen ihren Aufenthalt so schonend wie möglich zu gestalten. Vorgesehen sind mehr klimatisierte Zelte, Luftbefeuchter und große Mengen Trinkwasser.
Schon 2023 litten die Teilnehmer der Pilgerfahrt, arabisch Haddsch, unter extremer Hitze. Mindestens 240 Menschen starben, wobei Saudi-Arabien keine Angaben zu den Todesursachen machte; Tausende kollabierten wegen der hohen Temperaturen.
Häufig trifft es Ältere, die viele Jahre auf die Reise gespart haben, um in der Geburtsstadt des Propheten Mohammed den spirituellen Höhepunkt ihres Lebens zu erfahren und ihre religiöse Pflicht zu erfüllen.
Doch der sechstägige Vollzug der Riten, die teils schon auf vorislamische Zeiten zurückgehen, erfordert körperliche Fitness.
Foto: Kursat Bayhan, Shutterstock
Wie läuft die Hadsch ab?
Die wichtigsten Bestandteile sind: Das Fassen der Absicht, das Eintreten in den Ihram-Zustand (bei Männern verbunden mit dem Anlegen des Pilgergewandes), der Tawaf Al-Ifada (das siebenmalige Umschreiten der Ka’ba am Ende der Hadsch-Riten), das Laufen zwischen den Hügeln Safa und Marwa (Sa’i), das Stehen auf der Ebene von ‘Arafa zur Zeit der Hadsch, und, wobei die Meinungen dazu verschieden sind, das Steinigen der Säulen von ‘Aqaba.
Es gibt drei Arten der Verrichtung der Hadsch: Hadsch Al-Ifrad, wobei nur die Hadsch-Riten vollzogen werden; Hadsch Al-Qiran, die die Hadsch Al-Ifrad mit einer ‘Umra verbindet, wobei man dazwischen den Ihram anbehält; und Hadsch Tamattu’, wobei man zuerst eine ‘Umra und dann die Hadsch verrichtet, dazwischen aber den Ihram ablegt. Die malikitische Rechtsschule bevorzugt die Hadsch Al-Ifrad, die hanafitische die Hadsch Al-Qiran. Bei der Hadsch Al-Ifrad entfällt das bei den beiden anderen Arten erforderliche Schlachtopfer. Die Sunna-Handlungen der Hadsch, die nach dem Vorbild des Propheten während dieser durchgeführt werden sollen, sind zu umfangreich, um hier vollständig dargestellt zu werden.
Am Freitag begeben sich die Teilnehmer zunächst in den Weihezustand (Ihram): Männer legen das weiße Pilgergewand an; Frauen dürfen ihr Gesicht nicht mehr verhüllen. Rasieren sowie das Schneiden von Haar und Nägeln ist nun verboten. In der Heiligen Moschee von Mekka umkreisen die Menschen siebenmal die Kaaba.
Ein anderer wesentlicher Teil des Ihram ist die Talbija. Das ist das Rufen von „Allahumma labbaik…“, wenn man in diesen Zustand eintritt und solange man sich darin befindet. Nach Ansicht von Imam Malik und Imam Asch-Schafi’i ist die beste Form die Hadsch Ifrad (die Reisenden kombinieren ihre Hadsch nicht mit der ’Umra und bleiben bis zum Ende im Ihram).
Eine wichtige Säule ist Sa’i, das siebenmalige Laufen und Gehen zwischen den Hügeln Safa und Marwa. Damit ahmen die Pilger die Suche der Hadschar, der Ehefrau des Propheten Ibrahim, nach Wasser für sich und ihren Sohn Isma’il nach. Im Qur’an und in der Sunna ist der verpflichtende Charakter des Sa’i bestätigt.
Am nächsten Tag ziehen sie weiter zum Hügel Arafat, wo Mohammed laut Überlieferung seine letzte Predigt hielt. Dort beten sie um Vergebung ihrer Sünden und erbitten Allahs Beistand für sich und ihre Angehörigen. Für viele Muslime ist dies der emotional wichtigste Moment des Haddsch. Der Gesandte Allahs sagte: „Hadsch ist ’Arafat.“
Nach einer weiteren Nacht in der Ebene Muzdalifah geht es zurück nach Mina. Dort steinigen die Pilger auf der Dschamarat-Brücke eine Säule, die den Teufel symbolisiert. An diesem Tag beginnt auch das viertägige Opferfest, der wichtigste islamische Feiertag im Islam.
Die letzte Säule ist die Abschiedsumkreisung der Kaaba (arab. Tawaf Al-Ifada). Diese Umkreisung der Kaaba folgt dem Stehen von ’Arafat und ist eine der drei Umkreisungen, die ein Hadschi mindestens macht. Aber sie ist die einzige, die absolut nötig ist und ohne die es keine Hadsch gibt.
Foto: SPA English, X
Ministerium spricht von neuem Besucherrekord
Insgesamt erwartet das saudische Hadsch-Ministerium laut dem Portal Gulf News in diesem Jahr mit mehr als zwei Millionen Pilgern einen neuen Höchststand. Für das Königreich bedeutet die Ausrichtung des Mega-Ereignisses großes Prestige.
Rund 1,5 Milliarden US-Dollar investierte Riad in den vergangenen Jahren in die Infrastruktur; ein Mehrfaches davon fließt als Gewinn zurück in die Staatskasse. Auch Fluglinien profitieren durch etliche Sonderflüge nach Dschidda und Medina.
Für die Pilgerfahrt zahlt der Einzelne im Westen schnell 7.000 bis zu 10.000 Euro. Auch in Deutschland haben sich islamische Reiseveranstalter längst auf entsprechende Rundum-Pakete spezialisiert.
Für die Pilgerreise nutzt die saudische Regierung den Fortschritt, um den großen Zustrom in der Moderne zu organisieren.
(iz). Religionen, mit ihren vielfältigen Formen der Glaubensausübung, existieren nicht außerhalb der Zeit. Der rasante Wandel einer von Technik geprägten Welt zwingt alle Glaubensgemeinschaften immer wieder zu Anpassungen ihrer Praktiken
Der Fortschritt des 21. Jahrhunderts zeigt sich in der Möglichkeit der Erhebung und Nutzung von Daten von Millionen Menschen, dem, zumindest aus ökonomischer Sicht, eigentlichen Rohstoff unserer Zeit.
Foto: Paman Ahari, Shutterstock
Was bedeutet die Pilgerreise in dieser Zeit
Der Philosoph Byung-Chul Han sieht in dieser Entwicklung die Gefahr, dass die großen Überlieferungen der Menschheitsgeschichte ihre Wirkungsmacht verlieren und sich in belanglose Informationen verwandeln könnten. „Der Übergang vom Mythos zum Dataismus ist der Übergang von der Erzählung zur reinen Zählung“ schreibt er in seinem Buch „Rituale“.
Nach wie vor finden aber Millionen von Gläubigen in ihren Praktiken, Traditionen und Ritualen den Kern und Sinn ihrer Existenz. Allerdings können sie sich dem technologischen Wandel nicht entziehen.
In Zeiten der Pandemie greifen viele Gesetze, Verordnungen und Regeln in den Alltag der Religionsausübung ein. In den Moscheen wird mit Abstand und der Achtung neuer Hygieneregeln gebetet, die gewohnten Versammlungen und Lehrveranstaltungen werden durch Zoom-Konferenzen ersetzt. Dabei erleben die Nutzer schmerzlich, dass die digitale Kommunikation keine echten Beziehungen, sondern allenfalls Verbindungen herstellt.
Soziale Begegnung und direkter Austausch verhindern, dass die Muslime, in einer nur noch abstrakt erfahrenen Religion, ihren wesentlichen Zusammenhalt verlieren. Die aktuelle Gesundheitskrise hat die Bedeutung der virtuellen und technologischen Welt eher gestärkt als gemindert. Die großen Internet-Konzerne gehören zweifellos zu den Gewinnern dieser Zeit. Die solidarische Gesellschaft steht vor ungeahnten Herausforderungen.
Foto: Taste of Cinema, via Wikimedia Commons | Lizenz: gemeinfrei
Spannungsverhältnis zwischen Technik, Wissenschaft und religiöser Erfahrung
Das Spannungsverhältnis zwischen Technik, Wissenschaft und religiöser Erfahrung im Islam besteht schon länger. Die Zakat, um ein Beispiel zu nennen, wurde über Jahrhunderte von einer Autorität unmittelbar erhoben und verteilt. Heute hat sich die unpersönliche Zahlung per Banküberweisung durchgesetzt. Die Sichtung des Mondes, die Feststellung von Anfang und Ende der Fastenzeit, wurde traditionell durch die Berichte von Augenzeugen ausgelöst.
Schon länger scheiden sich die Geister, ob eine Sichtung des Mondes durch Computerprogramme, im Rahmen einer abstrakten Raumvorstellung den existentiellen Sinn der Mondsichtung ersetzen kann. Die Frage, wie sich die Nutzung technischer Instrumente auf unser Erkenntnisverfahren auswirkt, beschäftigte schon Goethe.
Teil seiner geistigen Morphologie war, wie Rüdiger Görner schreibt, dass „der Sinn der Natur sich nur auf sinnliche Weise erfassen lasse.“ Der Dichter flüchtete angesichts der Dominanz abstrakter Modelle in der Forschung vor der Sinnentleerung des Daseins.
„Rituale lassen sich als symbolische Techniken der Einhausung definieren. Sie verwandeln das In-der-Welt-Sein in ein Zuhause-Sein“, so beschreibt Han dagegen die Bedeutung alter religiöser oder philosophischer Traditionen. Das Zusammenspiel zwischen Technik und Glaubensausübung lässt sich an der Erfahrung der Pilgerreise, eine der Säulen des Islam, beobachten.
Foto: Library of Congress, Public Domain
Muslime entdecken auf diesem Weg den Zustand der Welt. Wer sich Bilder von den heiligen Stätten aus den letzten Jahrhunderten anschaut, wird den Wandel von Raum und Zeit erkennen. Technologische und ökonomische Projekte lassen den Ritus an sich unverändert, dennoch greifen die neuen Rahmenbedingungen in die Erfahrung der Gläubigen ein.
Die saudische Regierung nutzt heute den Fortschritt, um den großen Zustrom der Pilger aus aller Welt in der Moderne zu organisieren. Nach dem Ende des Ölzeitalters gehört der Tourismus zu den Hoffnungen einer neuen ökonomischen Zukunft. Dabei muss man sich grundsätzlich erinnern, dass Pilger und Touristen zwei verschiedenen Ordnungen angehören.
Urlauber durchreisen Nicht-Orte, suchen nicht nach Sinn, sondern konsumieren und erholen sich, während die Pilger von jeher an Orte gebunden sind, die Menschen versammeln und verbinden.
Foto: Archiv
Der Pilger ist eine Figur, die sich im Laufe der Zeit wandelt. Den Gestaltwandel erfährt der Journalist Juan Moreno auf seinem Gang auf dem Jakobsweg. Der alte Pilgerweg im Norden Spaniens hat seine ursprüngliche Einsamkeit verloren und ist heute ein touristisches Großprojekt. „Das Internet hat das Pilgern verändert. Mehr als jeder Souvenirladen!“, beklagt der Reiseschriftsteller.
Angesichts der allgegenwärtigen Mobiltelefone, das von allen Reisenden, unabhängig der Konfession, genutzt wird, stellt er fest: „Abtauchen aus der realen Welt verlangt Mut, erstaunlich viele bekommen das hin. Es aber gleichzeitig aus der virtuellen Welt zu tun, das ist zu viel verlangt.“
Eine Reise nach Saudi-Arabien ist ohne ein Smartphone längst undenkbar geworden. Die Pilger informieren sich mit ihren Telefonen über die Details der Rituale, versenden Bilder in alle Welt, buchen ihre Zimmer oder Flüge und navigieren sich so durch ihre Unternehmung. Hinzu kommen die Apps, die den eigenen Impfstatus nachweisen und den Zugang zu den wichtigsten Stationen der Pilgerreise beschränken.
Im Alltag muss der Reisende seine Erlaubnis an jedem Ort vorweisen und auch der Besuch von Mekka und Medina folgt der Logik von Algorithmen. Der Vorteil ist, dass man auf diese Weise die Besucherströme steuert und die Infektion von vielen Gläubigen verhindert. Immerhin hat man sich an das ungewohnte Verfahren gewöhnt, kann man ohne großes Gedränge das Ritual vollziehen.
Das Dilemma der Verantwortlichen ist greifbar: Die Reise soll für Millionen von Gläubigen sicher und komfortabel sein, dabei gilt es die negativen Folgen des Massentourismus zu vermeiden. Seit Jahrzehnten ist die Region eine große Baustelle.
Foto: Ishan Seefromthesky
Alles überragender Clock Tower
In Mekka gehörte der alles überragende „Clock Tower“ zu den gigantischsten Bauprojekten im arabischen Raum. Allein die Minutenzeiger sind 22 Meter lang. Die Uhr ist ein Symbol, das auch der Pilger sich der verrechneten Zeit nicht mehr entziehen kann. Genau gilt dies für die ökonomischen Parameter unserer Epoche.
Das Terrain um die heilige Stätte bildet heute den teuersten Immobilienmarkt der Welt. Nächstes Jahr öffnen die „Abraj Kudai Towers“ in Mekka. Dieses Hotel-Projekt mit etwa zehntausend Zimmern wird aus zwölf Türmen bestehen, in denen Unterkünfte, Apartments, ein Einkaufszentrum, Restaurants und Food Courts untergebracht werden. Die Steuerung der Massen wird auch nach dem Ende der Pandemie eine Herausforderung für die Organisatoren bleiben.
Neben der wachsenden Zahl der Reisenden gehört zu den größten Innovationen des modernen Pilgerns die Überwindung von Entfernungen in kürzester Zeit. Die Anreise im Flugzeug erlaubt keine langsame Annäherung an den Höhepunkt des eigenen religiösen Daseins. Die Bahnlinie zwischen Mekka und Medina gehört ebenso zu den Wundern der neuen Verkehrstechnologie.
Der Haramain-Express ist ein Hochgeschwindigkeitszug, der die Städte im Westen des Königreichs Saudi-Arabien verbindet. Die Kosten für dieses Projekt waren enorm, allein der Streckenbau und die 36 Züge kosteten etwa 6,7 Milliarden Euro. Die maximale Kapazität der Strecke liegt bei 160.000 Reisenden pro Tag und 50 Millionen pro Jahr.
Der Pilger fliegt mit einer Geschwindigkeit von dreihundert Kilometern über die Wüste hinweg. Ein Blick aus dem Fenster auf die archaische Landschaft, lässt den Gedanken an die Mühen und Entbehrungen der alten Reisenden aufkommen. Es ist nicht leicht, zu entscheiden, ob die Privilegien des modernen Reisens die Pilgerreise nur vereinfachen, oder aber der Komfort unsere existentiellen Erfahrungen mindert.
Noch ist der Sieg der Technik über die Natur nicht garantiert. Die klimatischen Bedingungen, unter denen der Betrieb stattfindet, sind extrem. Temperaturschwankungen zwischen +55 °C und −5 °C sind üblich. Etwa die Hälfte der Linie führt durch die Sandwüste mit der Gefahr, dass Dünen auf die Strecke wandern, der Sand diese zuweht und Züge „sandgestrahlt“ werden. Weiter kommt Starkregen vor, der sonst ausgetrocknete Wadis innerhalb kurzer Zeit zu reißenden Gewässern anschwellen lässt. Aber: Unter normalen Umständen verkürzt sich die Reise um viele Stunden.
Seine Reisegeschichten hat Juan Moreno unter dem Titel „Glück ist kein Ort“ veröffentlicht und damit an die innere Dimension jedes echten Reisens erinnert. Natürlich hat sich die Heilige Stadt, zumindest äußerlich, ähnlich dramatisch verändert wie Mekka. Die neuen Hotelbauten haben hier die alten Marktplätze verdrängt. Man kann diese Veränderungen bedauern, aber es ist wichtiger, sich von den spirituellen Zielen der eigenen Reise nicht ablenken zu lassen.
Im rasanten Wandel der Zeit gibt es eine Kontinuität. Zu den Gebetszeiten strömen tausende Muslime in die Moschee. In Wahrheit erlebt man hier – jenseits der äußerlichen Verwandlungen – den andauernden Segen der großen Narrative, die den Islam unberührt vom Wandel der Zeit ausmachen. Die Liebe zum Propheten und das gemeinsame Gebet schaffen das soziale Band, das die Pilgerreise prägt und letztlich zum Erfolg führt. Bei aller Macht und Faszination der Technik, sie ist nur ein Hilfsmittel, das weder Sinn stiften noch allein unser Leben bestimmen kann.
Ein Essay von Dr. Zeyneb Sayılgan über den menschheitsverbindenden Charakter der Hadsch.
(iz). Gemeinschaft ist eine chaotische Angelegenheit. Ich liebe meine muslimische Gemeinde. Dennoch habe ich manchmal den Impuls, mich in meine eigene kleine Blase zurückzuziehen und alleine zu sein. Es ist nicht einfach, miteinander auszukommen, zu kommunizieren, zusammenzuarbeiten, und zu kooperieren.
Das „ICH“ – das Ego – aufzugeben und das „WIR“ aufzubauen, ist komplizierte Arbeit, anstrengend und manchmal enttäuschend. In meinen Jahren der freiwilligen Gemeindearbeit habe ich gelernt, dass es keine perfekte Gemeinschaft gibt. Vollkommenheit ist allein Gott vorbehalten.
Gemeinschaft hat mir im Laufe meines Lebens viele Dinge bedeutet: mein Körper und mein ganzes Selbst ist eine Mikro-Gemeinschaft, meine Familie, meine Nachbarschaft, mein Arbeitsplatz, meine muslimische und meine interreligiöse Gemeinde und die Schöpfung – dieser heilige Planet als Ganzes.
Sie alle sind meine Gemeinschaft und ich versuche, gesunde Verbindungen zu jedem dieser Kreise aufrechtzuerhalten. Während die muslimische Pilgerzeit – und Reisezeit des Sommers – vor der Tür steht, denke ich darüber nach, was es bedeutet, in Gemeinschaft zu sein, und komme am heiligen Schrein in Mekka an – der Kaaba. Mit bis zu drei Millionen Menschen pro Jahr ist die Hadsch nach wie vor die größte religiöse Versammlung der Menschheit.
Der muslimischen Tradition zufolge errichtete der Prophet Abraham in diesem alten Land zusammen mit seinem Sohn Ismael das Fundament des Monotheismus. Muslimische Gelehrte vertraten sogar die Ansicht, dass Engel das erste Haus Gottes für die Ankunft der Menschen vorbereitet hätten oder dass der Prophet Adam – der Urvater der gesamten Menschheit – dies getan habe.
Wenn sich heute weltweit zwei Milliarden Muslime in ihrem fünfmal täglichen Gebet der Kaaba als gemeinsamem Mittelpunkt zuwenden, werden sie an ihre heilige Bindung zur Menschheitsfamilie als Ganzes und an ihre besondere Geschwisterbeziehung zu den abrahamitischen Religionen erinnert. Damit bekräftigen sie ihre Verpflichtung, ein Leben zu führen, das mit Gottes Vision und Rechtleitung für die Menschheit im Einklang steht.
Wie Muslime bezeugen, ist die Wallfahrt nach Mekka trotz aller modernen Bequemlichkeiten immer noch die körperlich und emotional anstrengendste Herausforderung. Sich mit Millionen von Menschen aus allen Gesellschaftsschichten auf engstem Raum zurechtzufinden ist in der Tat kein leichtes Unterfangen. Doch trotz aller Widrigkeiten ist es möglich, gemeinsam voranzukommen. Welche Charaktertugenden sind dann von jedem Menschen erforderlich, damit dies in Harmonie und Frieden gelingen kann?
Ich greife auf einige der zeitlosen Tugenden zurück, um die überwältigende Masse von Menschen zu navigieren. Diese Charaktereigenschaften haben den Test der Zeit bestanden und sind in der Gemeinschaft von universellem Wert: Liebe, Barmherzigkeit, Mitgefühl, Respekt, Selbstlosigkeit, Aufopferungsbereitschaft, Güte, Sanftmut, Geduld, Vergebung, Demut, Neugier, Aufgeschlossenheit, Einfachheit, Genügsamkeit, Anpassungsfähigkeit und Flexibilität.
Trotz aller Hürden, die das Leben in Gemeinschaft mit sich bringt, kann man sich ihrer Schönheit nicht entziehen. Es sind immer noch diese menschlichen Beziehungen, in denen unser Bestes – und leider auch unser Schlechtes – zum Vorschein kommen. Charaktertugenden werden nicht im leeren Raum kultiviert, sondern durch die Pflege sozialer Verbindungen.
Wie kann ich Liebe, Barmherzigkeit, Geduld, Vergebung, Demut und Neugier zeigen, wenn ich mich nicht auf eine menschliche Begegnung einlasse? Dabei vertiefe ich meine eigene Selbsterkenntnis und wachse in meiner eigenen Menschlichkeit.
Gott – der Gastgeber des Hadsch – heißt uns alle willkommen: die Fehlbaren, die Schwachen, die Bedürftigen, die Unvollkommenen. Mit unseren Mängeln werden wir von Gottes heiliger und barmherziger Gegenwart umarmt. Gott versichert uns, dass wir beides sein können: ein perfektes Meisterwerk und ein unvollständiges Kunststück.
Wenn Gott uns mit unserer angeborenen Schwäche und unseren Fehlern akzeptiert, können wir uns dann vielleicht gegenseitig annehmen und mehr Genügsamkeit füreinander zeigen? Hier auf der Pilgerfahrt – einer Probe für den Tag des Jüngsten Gerichts, an dem sich alle menschlichen Seelen versammeln werden – spielen Alter, Geschlecht, Reichtum, Titel und Ränge keine Rolle. Hier bin ich, hier bin ich, oh mein Herr – verkünden die Pilger unaufhörlich. Ich habe nichts anzubieten, aber hier bin ich.
Und Gott sagt gemäß dem Koran (Vers 15), O ihr Menschen! Ihr seid es, die auf Gott angewiesen sind, während Gott der Unbedürftige, der Lobenswerte ist. Hier sind wir alle gleich wie eine prophetische Überlieferung mitteilt: Gewiss, Gott schaut nicht auf eure Körper und auch nicht auf euer Aussehen; vielmehr schaut Er in eure Herzen und auf eure Taten.
Wie bei vielen religiösen Ritualen besteht immer die Gefahr, dass sie leer und bedeutungslos werden können. Die Hadsch wurde nicht ohne Grund zu einer der wichtigsten Säulen des Islam ernannt. Sie bietet endlose Weisheiten an und hat weiterhin einen tiefgreifenden Einfluss auf die Herzen der Menschen.
Malcolm X bewegender Brief von der Hadsch, ist ein Beweis dafür, wie dieses religiöse Ritual die Einstellung eines Menschen radikal verändern kann. Wenn man sich aufrichtig auf diese spirituelle Reise begibt, kann man einer tiefen Veränderung begegnen. Die Hadsch ist ein außergewöhnliches, verkörpertes Zeugnis, dass wir im Grunde eine Menschheitsfamilie sind. Jeder einzelne Mensch ist heilig.
Jedem Einzelnen wurde von Gott Ehre und Würde verliehen, wie der Koran (Vers 70) betont, Wahrlich, Wir haben die Kinder Adams geehrt, sie über Land und Meer getragen und mit guten Dingen versorgt; und sie wurden über viele von denen erhoben, die Wir erschaffen haben. Wenn Gott den Menschen mit Würde ausgestattet hat, wie können wir uns dann gegenseitig erniedrigen und ausschließen? Wie können wir uns unserem Schöpfer würdig erweisen und diesen Gemeinschaftsvertrag ehren?
Migration, Bewegung und Mobilität sind Teil unserer spirituellen DNA. Niemand wird auf dieser Erde ewig verweilen. „Sei auf dieser Welt wie ein Fremder oder ein Reisender“, betont eine prophetische Überlieferung. Dies deutet auf einen paradoxen Lebenszustand hin: Überall in der Fremde zu Hause zu sein, alle mit Achtung zu behandeln, aber nirgendwo so wirklich vollkommen dazuzugehören.
Die Menschheit ist daher aufgerufen, gesunde Bindungen zueinander zu pflegen, diesen Planeten mit Respekt und Fürsorge zu behandeln, sich auf das Wesentliche auf dieser Lebensreise zu konzentrieren und ein bleibendes spirituelles oder moralisches Erbe zu hinterlassen.
Der Theologe Bediüzzaman Said Nursi ermutigt daher seine Mitmenschen, dem lebendigen Vorbild der Schöpfung – dem Ökosystem der Welt – nachzueifern: Wir sollten offen einander zugehen und uns kennenlernen (tearüf), wir müssen uns zusammenschliessen (teanuk), einander unterstützen (tesanüd), auf die Bedürfnisse des anderen eingehen (tecavüb) und einander helfen (teavün). In unserem Kern sind wir soziale Wesen, die eng miteinander verbunden und verwoben sind.
Wenn wir in Solidarität auf die Kaaba blicken, erneuern wir unser Versprechen, diesen heiligen Gemeinschaftsvertrag einzuhalten: Wir streben danach, rassische, ethnische, nationale, politische und soziale Grenzen und konstruierte Label zu überwinden. Gemeinsam versuchen wir die spirituellen Krankheiten unserer Zeit zu eliminieren. Egoismus, Rassismus, Sexismus, Materialismus und alle Arten von Ungerechtigkeiten sind destruktiv und haben keinen Platz in unserer Welt.
In globaler Einheit setzen wir uns für die Erhaltung dieses heiligen Planeten ein. Wenn wir uns gegenseitig auf dieser gemeinsamen Lebensreise unterstützen, werden wir nicht nur gemeinschaftlich wachsen und heranreifen, sondern auch unser endgültiges Ziel in Frieden und Sicherheit erreichen.
Dr. Zeyneb Sayılgan ist Islamwissenschaftlerin am Institut für Islamische, Christliche und Jüdische Studien in Baltimore. Sie ist in Mainz als Tochter von kurdisch-muslimischen Migranten aus der Türkei geboren und aufgewachsen und lebt seit dem Jahr 2006 in den Vereinigten Staaten. Zeyneb’s Forschung setzt sich mit dem theologischen Gedankengut des muslimischen Gelehrten Bediüzzaman Said Nursi (1876-1960) auseinander. Hierzu moderiert sie den Podcast “Begegnung mit dem Islam: Weisheiten aus der Risale-i Nur.” Ihre Arbeit wird in wissenschaftlichen und populären Fachzeitschriften wie DIALOG, Religion News Service, Covenant, U.S.Catholic und deutschen Medien wie MIGAZIN und Islamische Zeitungveröffentlicht.
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