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Agierende oder Getriebene? Die Golfstaaten nach den Angriffen auf Katar

Katar

Der jüngste israelische Angriff auf Doha (Katar) unterstreicht eine bittere Realität für die Golfstaaten, die nach Stabilität und Wachstum streben: Sie bleiben weiterhin Geiseln der Ereignisse. (The Conversation). Die ölreichen […]

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Nach der Katar-Attacke: Recht und Ordnung zerbröseln seit Längerem

ordnung

Globale Ordnung und Recht: Seit einem Vierteljahrhundert lässt das Agieren von Groß- und Regionalmächten das Völkerrecht und die UN zerbröseln.

„Wer zu lange in den Abgrund schaut, dem blickt der Abgrund auch in die Seele.“ Friedrich Nietzsche

(iz). Ein erheblicher Teil der Bevölkerung musste fliehen. Zwischen 10-20.000 Zivilisten (andere sprachen von bis zu 70.000 Toten) fielen den Waffen zum Opfer. Unzählige, weitere wurden gefoltert und landeten in berüchtigten „Filtrationslagern“. Die heute weiterhin ungeklärte Opferquote in Relation zur Gesamtbevölkerung variiert von 2 von 6 %.

Viele werden sich fragen, welche grausame Intervention des Westens in der muslimischen Welt damit beschrieben wird. Die Antwort könnte nicht wenige überraschen: keine.

Das sind mitnichten Angaben zu einer menschlichen Tragödie des Nahen und Mittleren Ostens, sondern zum 2. Tschetschenienkrieg, der 1999 durch Putin vom Zaun gebrochen wurde – inklusive falscher Anschläge im Kernland.

Das nie ganz aufgeklärte Gemetzel im Kaukasus war ein früher „Anti-Terrorkrieg“. Obschon US-Präsident 1983 nach dem Selbstmordterror (!) in Beirut vom „War on Terror“ sprach und seine Praktiken in die Vergangenheit zurückreichen (wie bspw. die französische Aufstandsbekämpfung in Algerien), war dies der erste größere Krieg der Gegenwart, der so bezeichnet wurde.

Und der – weil Militär nicht mit Terrorismus fertigwerden kann – durch eine ungeahnte Brutalität russischer Truppen gegen die Zivilbevölkerung gekennzeichnet war. Was nun die Ruinen von Gaza-Stadt oder Khan Younis sind, war damals Grozny.

Foto: Eric Draper, The George W. Bush Presidential Library

Zerfall der Ordnungssysteme: Großmächte machten den Anfang

Die Regierung der USA sollte zügig nachfolgen. Sie begann kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001 mit ihrem „War on Terror“. Die dritte Großmacht, China, ließ sich in Folge nicht lumpen, und beanspruchte das Konzept zur Repression der Uiguren und anderer, muslimischer Turkvölker in deren angestammten Siedlungsgebieten.

Die 1990er Jahre sahen ernsthafte, aber meist zögerliche Schritte zur internationalen Rechts- und Normenbildung – etwa die Entwicklung der „Schutzverantwortung“ (Responsibility to Protect, R2P). Dies bezieht sich auf Genozid, Kriegsverbrechen, ethnische Säuberungen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, wurde aber bis heute nur inkonsequent angewendet und bleibt an Veto-Interessen gebunden.

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts haben sich die drei großen Vetomächte sowie mehrere regionale Akteure – darunter Israel, Iran, Indien und Nordkorea – wiederholt über multilaterales Recht, das Kriegsrecht und die auf der UNO-Charta basierende, globalen Ordnung hinweggesetzt und so aktiv zu deren Erosion beigetragen.

Dieser Zeitraum verdeutlicht, wie eng Machtpolitik und Völkerrecht miteinander verwoben sind – oftmals in einem Spannungsfeld zwischen der Einhaltung internationaler Normen und den Eigeninteressen staatlicher Akteure.

Foto: Christiaan Triebest, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY 2.0

Rhetorik vs. Praxis

Dabei sind zwei gegenläufige Dynamiken zu beobachten: Einerseits die normative Rhetorik, die sich auf universelle Regeln beruft; andererseits die faktische Praxis, in der Ordnungen je nach politischem Kalkül befolgt, angepasst oder ignoriert werden. 

Dieses Spannungsverhältnis hat das weltweite Recht vielfach untergraben und zu einer selektiven Anwendung geführt – Kritik an der Rechtsordnung wird so häufig von geopolitischen Interessen überlagert oder relativiert.

Die USA standen in diesem Zeitraum oft für eine expansive Sicherheitslogik, die sich in konkurrierenden Normvorstellungen und teilweise völkerrechtswidrigen Handlungen äußerte.

Durch den Einsatz von Drohnen, präventiven Militäroperationen und Interventionen außerhalb großer multilateraler Strukturen wurde das Verständnis verschoben, dass das Völkerrecht als verbindliche Leitlinie gilt.

Gleichzeitig hat die „America First“-Politik unter Trump zu einer erheblichen Schieflage in der Weltordnung geführt: Der Rückzug aus Abkommen, die Betonung nationaler Souveränität gegenüber Normen und die verstärkte Anwendung einseitiger Maßnahmen haben die Autorität von Institutionen wie dem Sicherheitsrat geschwächt.

Ein Beispiel hierfür ist die Zerstörung eines venezolanischen Bootes in internationalen Gewässern, bei der mindestens 11 Menschen ums Leben kamen.

Russland als Teil des Problems

Mit der Annexion der Krim im Jahr 2014 und den darauffolgenden militärischen Interventionen in der Ostukraine hat Moskau die Grundprinzipien staatlicher Souveränität und territorialer Integrität offen infrage gestellt.

Darüber hinaus agiert Russland durch hybride Mittel wie Cyberoperationen, Desinformationskampagnen und politische Einflussnahme als Akteur, der Rechtsnormen nicht konsequent einhält, sondern diese situationsabhängig interpretiert und instrumentalisiert, um seine Ziele zu erreichen.

Die häufige Ausübung des Vetorechts im UN-Sicherheitsrat hat eine stringente Verwirklichung rechtsstaatlicher Prinzipien zunehmend verhindert und ermöglichte es, Konflikte als Vorwand zur Durchsetzung politischer Interessen zu nutzen.

Langfristig verstärkte sich dadurch die Skepsis gegenüber multilateralen Lösungsansätzen, da Machtpolitik vielerorts als wirkungsvolles Instrument erschien.

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Foto: Master Sgt. Jerry Morrison, DoD | gemeinfrei

Peking will eigene Regeln

China ist in den letzten Jahren zu einer treibenden Kraft eines multipolaren Rechtsverständnisses geworden, das universelle Normen in Frage stellt oder neu interpretiert. Im Südchinesischen Meer werden expansive territoriale Ansprüche geltend gemacht, Schiedsgerichte wurden nicht immer anerkannt, und internationale Gerichtsbarkeit erhielt gelegentlich nur begrenzte Wirkung.

Gleichzeitig entwickelt es eigene Rechts- und Handelsordnungen, etwa durch regionale Abkommen wie RCEP, die als Alternative zu westlich geprägten Rechtsrahmen verstanden werden. Die wirtschaftliche Macht wird genutzt, um politischen Druck auszuüben und Normen zu verschieben, während Fragen rund um Datensicherheit, Überwachung und Menschenrechte Debatten über universelle Rechte auslösen.

Auch Regionalmächte haben Anteil an der Zerstörung von Recht und Ordnung

Die Erosion von Normen, ihrer Gültigkeit sowie supranationalen Institutionen wie der UN liegt nicht ausschließlich an den Großmächten. Einen Anteil haben auch Regionalmächte wie Israel, der Iran oder Indien.

Tel Aviv beruft sich bspw. in Territorialfragen häufig auf nationale Sicherheitsinteressen und ignoriert wiederholt Resolutionen des UN-Sicherheitsrats. Die fortdauernde Besatzung und Siedlungspolitik in den Palästinensergebieten widerspricht fundamentalen Prinzipien des humanitären Völkerrechts und der UNO-Charta, ohne juristische Konsequenzen auf höchster internationaler Ebene zu erfahren.

Iran unterminiert die globale Rechtsordnung vor allem durch regionale Interventionen, Unterstützung nichtstaatlicher Milizen und systematische Missachtungen der Menschenrechte. Hierzu gehören willkürliche Inhaftierungen, Diskriminierung von Minderheiten sowie Rechtsverstöße im eigenen Land, die selten internationalen Prozessen zugeführt werden, weil Iran die Zuständigkeit zentraler Gerichte nicht anerkennt.

Indien, als aufstrebende Mittelmacht, ist bei Grenzkonflikten mit Nachbarstaaten und Begrenzungen im Bereich der Menschenrechte von Vorwürfen betroffen. Besonders die Situation im Kaschmir, der Umgang mit Minderheiten und punktuelle Einschränkungen von Medien- und Versammlungsfreiheit stehen im Widerspruch zu globalen Normen, finden aber aufgrund nationaler Souveränitätsvorbehalte selten Eingang vor internationale Gerichtshöfe.

Regelverletzungen sind „ansteckend“

Militärische und rechtliche „Innovationen“ verbreiten sich rasch – sei es durch bewusste Kooperation, Anpassung aus Eigenschutz bzw. planvolle Nachahmung (US-Drohnenprogramme, russische Söldner, chinesische Überwachungstechnologien). 

Staaten wie Israel, Iran oder Indien übernehmen gezielt Technik und Praktiken aus dem Arsenal der Großmächte, erweitern sie und tragen zur globalen Verbreitung bei. Hierzu gehört auch, dass solche Regierungen ihrerseits wichtige Exporteure von Tötungs-, Folter und Überwachungstechnologien sind und damit aktiv zur Ausbreitung neuer Konflikte beitragen.

Die These, dass Normbrüche zum Nachahmen anregen („wenn einer durchkommt, machen andere es nach“), gilt empirisch sowohl für Groß- als auch für Regionalmächte. Die Übernahme illegaler Praktiken („extralegale Tötungen“, völkerrechtswidrige Überfälle) lässt sich etwa im Nahen Osten, Kaukasus und Südasien verfolgen.

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Israelische Luftwaffe greift den US-Verbündeten Katar an

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Heute haben israelische Streitkräfte Objekte in Katar attackiert. Angeblich galten sie Hamas-Zielen. Doha ist enger US-Partner am Golf.

Tel Aviv/Doha (dpa, iz). Israel hat eigenen Angaben zufolge die Führungsspitze der Hamas in Doha, der Hauptstadt des Golfstaats Katar, angegriffen. Leine Luftwaffe bestätigte, sie sei an dem Angriff beteiligt gewesen. Laut Berichten griffen Kampfjets und Drohnen an.

„Jahrelang leiteten diese Mitglieder der Hamas-Führung die Operationen der Terrororganisation, sind direkt für das brutale Massaker vom 7. Oktober verantwortlich und orchestrierten und steuerten den Krieg gegen den Staat Israel“, teilte das israelische Militär mit.

Der israelische Fernsehsender Channel 12 berichtete unter Berufung auf israelische Regierungsvertreter, dass US-Präsident Donald Trump dem Angriff vorab zugestimmt habe.

Proteste aus Doha

Majid Al-Ansari, Berater des Premierministers und offizieller Sprecher des Außenministeriums in Doha, erklärte hierzu:

„Der Staat Katar verurteilt aufs Schärfste den feigen israelischen Angriff auf Wohngebäude, in denen mehrere Mitglieder des Politbüros der Hamas in der katarischen Hauptstadt Doha untergebracht waren.

Dieser kriminelle Angriff stellt einen eklatanten Verstoß gegen alle internationalen Gesetze und Normen dar und stellt eine ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit der Katarer und der Einwohner Katars dar.

Das Ministerium bestätigt, dass die Sicherheitskräfte, der Zivilschutz und die zuständigen Behörden unverzüglich begonnen haben, sich mit dem Vorfall zu befassen und die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um seine Auswirkungen einzudämmen und die Sicherheit der Einwohner und der umliegenden Gebiete zu gewährleisten.

Der Staat Katar verurteilt diesen Angriff aufs Schärfste und bekräftigt, dass er dieses rücksichtslose Verhalten Israels und die anhaltende Störung der regionalen Sicherheit sowie jegliche Handlungen, die seine Sicherheit und Souveränität gefährden, nicht tolerieren wird.

Die Ermittlungen werden auf höchster Ebene durchgeführt, und weitere Details werden bekannt gegeben, sobald sie verfügbar sind.“

Der Nachrichtenkanal Al-Arabija berichtete, dass bei dem Angriff nach vorläufigen Informationen Chalil al-Haja getötet worden sei. Eine Bestätigung für seinen Tod oder den weiterer Hamas-Funktionäre gab es zunächst nicht.

Israels Angriff habe auf Wohngegenden gezielt, in denen Mitglieder des politischen Büros der Hamas wohnten, erklärte Außenamtssprecher al-Ansari.

Nach der Explosion in der katarischen Hauptstadt war eine große Rauchwolke zu sehen, wie die Fernsehsender Al-Arabija und Al-Dschasira berichteten. Die katarische Nachrichtenseite Doha News zeigte ein zerstörtes Gebäude, vor dem ein schwarzer Geländewagen parkt. Auch Doha News berichtete, dass Israel das Hamas-Verhandlungsteam angegriffen habe.

Katar vermittelt zusammen mit Ägypten und den USA im Gazakrieg. Die Verhandlungen um eine Waffenruhe kommen aber seit Monaten nicht voran. Israels Regierung beabsichtigt unterdessen, die Stadt Gaza militärisch vollständig einzunehmen.

Eine weitere Eskalation

Während Israel seine Angriffe mit der Verantwortung der Hamas-Führung für den 7. Oktober und den laufenden Krieg begründet, bezeichnen außenstehende Analysten und Katars Regierung die Aktion als riskant für die regionale Stabilität und verurteilen die Verletzung der Souveränität des Golfstaates.

Humanitäre Organisationen äußerten Sorge, dass gezielte Angriffe auf Unterhändler und politisch Verantwortliche in Drittstaaten den Spielraum für Lösungen im Gazakonflikt weiter verringern könnten.

Foto: Katar News Agency (QNA)

Internation wird der Angriff verurteilt

UN-Generalsekretär António Guterres hat den israelischen Angriff auf die Führungsspitze der Hamas in Katar scharf kritisiert. „Ich verurteilte diese eklatante Verletzung der Souveränität und territorialen Integrität Katars“, sagte Guterres in New York. „Alle Parteien müssen auf einen dauerhaften Waffenstillstand hinarbeiten und dürfen ihn nicht zerstören.“ Katar habe bei den Bemühungen um eine Waffenrune und die Freilassung der Geiseln im Gazastreifen eine positive Rolle gespielt.

Aus Jordanien und den Vereinigten Arabischen Emiraten kam dagegen scharfe Kritik. Jordaniens Außenminister bezeichnete den Angriff als „feige Aggression“ sprach auf X von einem eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht.

Der emiratische Präsidentenberater Anwar Gargasch nannte den Angriff eine „heimtückische israelische Attacke“. Die Vereinigten Arabischen Staaten ständen fest an der Seite ihres Schwesterstaats Katar. „In voller Solidarität mit dem lieben Katar“, postete auch der emiratische Außenminister Abdullah bin Sajid.

Foto: Saudi Press Agency | Lizenz: CC BY 4.0

Der einflussreiche Golfstaat Saudi-Arabien sprach von einem eklatanten Verstoß gegen die katarische Souveränität. Das Außenministerium warnte vor den „schwerwiegenden Folgen“ Israels anhaltenden er Angriffe für die Region. Riad bekundete volle Solidarität mit Katar. Saudi-Arabiens Kronprinz und faktischer Herrscher, Mohammed bin Salman, bekräftigte, dass das Königreich alle Mittel einsetzt, um Katar bei der Wahrung seiner Sicherheit und Souveränität zu unterstützen.

Die Türkei hat den israelischen Angriff auf die Führungsspitze der Hamas in Katar als „niederträchtig“ verurteilt. „Der gezielte Angriff auf die Verhandlungsdelegation der Hamas während der andauernden Waffenstillstandsverhandlungen zeigt, dass Israel keinen Frieden anstrebt, sondern eine Fortsetzung des Krieges beabsichtigt“, teilte das Außenministerium in Ankara mit. Es handele sich um einen „niederträchtigen“ Angriff auf die Souveränität und Sicherheit Katars. Die Türkei stehe an der Seite des Golfstaats, hieß es weiter.

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Einflussreicher Vermittler: Katar nutzt seine „Soft Power“

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Zentrum für Konfliktlösungen? Das Emirat Katar nutzt seine Verbindungen, um als Vermittler ernstgenommen zu werden. (The Conversation). Im Zuge der zwischen Israel und der Hamas unter Vermittlung der Regierung von […]

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Feuerpause in Kraft getreten

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Feuerpause: Seit dem Morgen gilt die Vereinbarung im Gaza-Krieg, aber wird sie auch halten? Die Kämpfe dauerten bis zuletzt an – und sollen nach der auf mehrere Tage angelegten Waffenruhe weitergehen. Ein Überblick über die Ereignisse der Nacht und ein Ausblick auf den Tag.

Doha/Gaza/Tel Aviv (dpa). Mit der vereinbarten Feuerpause zwischen Israel und der islamistischen Hamas hat am Freitagmorgen eine neue Phase im Gaza-Krieg begonnen. Die Waffenruhe begann um 7.00 Uhr Ortszeit (6.00 Uhr MEZ) und soll mindestens vier Tage dauern.

Verlängerung von Feuerpause auf bis zu zehn Tage möglich

Eine Verlängerung auf bis zu zehn Tage ist möglich, wie das in dem Konflikt vermittelnde Golfemirat Katar mitgeteilt hatte. Die Feuerpause soll den Weg bereiten für die Freilassung von Geiseln in der Gewalt der Hamas und von palästinensischen Häftlingen in Israel sowie für die Einfuhr von mehr humanitärer Hilfe in den Gazastreifen.

Die Kämpfe dauerten bis zuletzt an. Im israelischen Grenzgebiet zum Gazastreifen gab es noch unmittelbar vor Beginn der Waffenruhe und auch kurz danach wieder Raketenalarm, so wie es auch schon bei früheren Waffenruhen der Fall gewesen war. 

Die israelische Armee hatte zuvor ihre Angriffe im Gazastreifen noch intensiviert und wird ihre Soldaten auch während der Kampfpause dort stationiert lassen.

Screenshot: YouTube, Channel 4

Ab heute Abend sollen Geiseln freigelassen werden

Um 16.00 Uhr Ortszeit (15.00 Uhr MEZ) sollen im Zuge der Vereinbarung zwischen Israel und Hamas die ersten 13 im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln freigelassen werden.

Bei ihnen handelt es sich um Frauen und Kinder. Im Gegenzug sollen für jede Geisel drei palästinensische Häftlinge aus israelischen Gefängnissen entlassen werden. Auch hier geht es um Frauen und Minderjährige.

Foto: HRH King Abdallah, X

Mehr Hilfslieferungen

Mit der Waffenruhe – fast sieben Wochen nach Kriegsbeginn – soll es auch mehr Hilfslieferungen für die notleidende Zivilbevölkerung im Gazastreifen geben. Inzwischen sind dort mehr als 1,7 Millionen Menschen, also rund drei Viertel der Bevölkerung,

UN-Angaben zufolge Binnenflüchtlinge. Das UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA will die Kampfpause nutzen, um dringend benötigte Hilfsgüter zu verteilen.

Während der Waffenruhe würden alle Seiten ihre militärischen Aktivitäten einstellen, kündigte ein Sprecher der Kassam-Brigaden an, die den bewaffneten Arm der Islamistenorganisation Hamas bilden.

Nach dem vorläufigen Ende der intensiven Kämpfe soll es nach Angaben des israelischen Militärs aber auch weiterhin viele Einsätze im Gazastreifen geben, bis von dort aus keine militärische Bedrohung mehr ausgehe.

Die Zahl der im Gazastreifen getöteten Palästinenser ist seit Kriegsbeginn vor knapp sieben Wochen nach Hamas-Angaben auf fast 15 000 gestiegen. Mehr als 36 000 Menschen seien verletzt worden, teilte die Regierungspressestelle der Islamisten in Gaza am Donnerstagabend mit. Der Großteil von ihnen seien Kinder, Jugendliche und Frauen. Tausende Menschen würden zudem weiter vermisst. Die Zahlen lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

IKRK

Foto: IKRK

Erste, weitere Hilfslieferungen in Gaza eingetroffen

Nach dem Inkrafttreten sind erste Hilfslieferungen von Ägypten aus in den Gazastreifen gebracht worden. Über den Grenzübergang Rafah im Süden des Küstenstreifens seien Lastwagen mit humanitären Hilfslieferungen gelangt, berichtete der staatsnahe ägyptische Fernsehsender Al-Kahira News berichtete am Freitagmorgen.

Die israelische Armee teilte mit, es seien vier Tanklaster mit Treibstoff und vier Laster mit Gas von Ägypten über den Rafah-Übergang an UN-Hilfsorganisationen im Süden des Gazastreifens übergeben worden.

Dies sei von der israelischen Regierung als Teil der Feuerpause genehmigt worden. „Der Treibstoff und das Kochgas sind für den Einsatz der grundlegenden humanitären Infrastruktur im Gazastreifen bestimmt.“

Das UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA will die Kampfpause nutzen, um dringend benötigte Hilfsgüter für die notleidende Zivilbevölkerung zu verteilen. Insgesamt sollen am Freitag rund 200 Lastwagen mit Hilfsgütern in den Gazastreifen gebracht werden – also deutlich mehr als zuletzt pro Tag.

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Sender schlossen schlecht bei WM ab

(iz). Zum Abschluss der Fifa-WM in Katar hat der Politologe und Medienwissenschaftler Kai Hafez der deutschen Berichterstattung zum Emirat schlechte Noten erteilt. Diese sei „einseitig“ und „selektiv“ gewesen. Man habe […]

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Experte kritisiert deutsche TV-Berichte zur Fußball-WM in Katar

München (KNA). Der Politologe und Medienwissenschaftler Kai Hafez kritisiert die deutsche Fernsehberichterstattung von der Fußball-WM in Katar als einseitig und selektiv. Man habe sich von Anfang an nicht wirklich auf Land und Leute eingelassen, sondern mit einer neokolonialen Attitüde die negativen Aspekte, die es natürlich gebe, bestätigen wollen, sagte Hafez der Wochenendausgabe der „Süddeutschen Zeitung“.

„Es gibt in Katar wirklich viel zu kritisieren, die schlechten Arbeitsbedingungen, das Vormundschaftssystem, die Rechte von Homosexuellen, aber diese Kritik muss auch eingebettet und kontextualisiert werden“, betonte der Professor für Kommunikationswissenschaft an der Universität Erfurt, der seit 25 Jahren die Berichterstattung über den Nahen Osten beobachtet und bekennender Fußballfan ist.

Unter anderem, so Hafez weiter, habe er einen angemessenen historischen Überblick vermisst: „Katar war vor 50 Jahren ein Dorf. Die grandiose Modernisierungsleistung dort ist in keiner Weise gewürdigt worden. Dabei sind die Golfstaaten heute ein internationaler Motor für Handel, gleichzeitig investieren sie Milliarden in Medien, Kultur und Bildung.“

Hafez weist auch auf etliche reißerische Titel hin wie etwa „WM der Lügen“, „Geheimsache Katar“ oder „Die Skandal-WM „. Mit so einer „geballten Vehemenz“ habe man über die WM in Russland nicht gesprochen: „Dabei war Russland schon damals der größere Schurkenstaat.“

Aus der Sicht von Hafez wäre es sehr leicht, auch über Deutschland „eine tendenziöse Berichterstattung zu betreiben, die Deutschland als Land von Rassisten und Europa als Heimat einer illegalen Schattenwirtschaft mit schlechten Arbeits- und Lebensbedingungen für Migranten erscheinen ließe“. Insgesamt hätten die Öffentlich-Rechtlichen aus seiner Sicht eine ausgewogenere Berichterstattung über die erste WM in der arabischen Welt gestalten müssen. International habe man sich damit jedenfalls ein Eigentor geschossen. „Wir stehen jetzt als quasi neokoloniale Lehrmeister da, die bei aller berechtigten Kritik eine Chance zur Völkerverständigung verpasst haben.“

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Katars Sehnsucht nach Olympia

WM-Gastgeber Katar könnte schon bald nach dem nächsten großen Preis im internationalen Sport greifen. Nach zwei vergeblichen Anläufen wird eine weitere Olympia-Bewerbung von Doha erwartet. Von Christian Hollmann

Doha/Berlin (dpa). Auf weitere olympische Lobbyarbeit bei IOC-Chef Thomas Bach müssen Katars Sportfürsten beim WM-Finale unplanmäßig verzichten. Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees hat die Reise zum Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft nach einer Corona-Infektion auf Anraten seiner Ärzte abgesagt. Möglich ist allerdings, dass der WM-Gastgeber schon bei Bachs Besuch beim Eröffnungsspiel mit Nachdruck hinterlegt hat, nun endlich auch Sommerspiele nach Doha holen zu wollen.

Zwei Versuche des Golfstaats hat das IOC durchfallen lassen, die gemeisterte WM aber dürfte den Ehrgeiz der Katarer weiter befeuern. „Wir haben unseren Willen und unsere Motivation gezeigt, es auszurichten. Ich denke, es liegt auf der Hand“, sagte WM-Chef Hassan al-Thawadi.

Schon wird spekuliert, Katar könne nach Olympia 2036 greifen und die Spiele dann wie die Fußball-WM in den Spätherbst verlegen. Als Pfund könnte das Emirat mit der für viele Milliarden erbauten WM-Infrastruktur wie den Stadien und der U-Bahn wuchern. Klimatisierte Arenen, vielleicht gar eine klimatisierte Marathon-Strecke – für das schwerreiche Katar kein Problem. Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani ist schon seit 2002 auch Mitglied des IOC.

Mit einer Reihe von Top-Ereignissen hat Katar in den vergangenen Jahren seine sportpolitische Strategie untermauert. Die Handball-WM 2015, die Rad-WM 2016, die Turn-WM 2018 und die Leichtathletik-WM 2019 richtete Doha bereits aus. Die vorläufige Krönung ist das Gastspiel der Fußball-Weltelite um Lionel Messi und Cristiano Ronaldo. Auch die Formel 1 und die Profi-Tennistour machen in den nächsten Jahren regelmäßig Station in Katar. 2024 kommt dann die Schwimm-WM nach Doha.

„Wir waren ein regionales Kraftzentrum im Sport und wir werden es bleiben“, sagte Nasser al-Khater, Turnier-Geschäftsführer der Fußball-WM. Neben Image-Gewinn und Strahlkraft will sich sein Land auch auf diesem Weg einen möglichst großen Einfluss und ein möglichst großes Netzwerk in der Welt verschaffen. Für 2030 sind bereits die Asien-Spiele an Doha vergeben. Das kontinentale Mega-Event war zuletzt schon mit rund 12 000 Teilnehmern in 465 Disziplinen größer als Olympische Spiele.

Der dritte Anlauf auf Sommerspiele wirkt da schon fast wie eine logische Konsequenz. Mit den Bemühungen um Olympia 2016 und 2020 war Katar schon in der Vorauswahl gescheitert. Die nächsten drei Ausgaben sind bereits an Paris 2024, Los Angeles 2028 und Brisbane 2032 vergeben. 2036 könnte dann wieder Asien an der Reihe sein, so das mögliche Kalkül in Katar. Erstmals Olympia in der arabischen Welt und in einem islamischen Land, auch damit könnte das Emirat beim für solche Argumente empfänglichen IOC werben.

Bei einer Bewerbung für 2036 könnte Katar neben Ländern wie Indien, Indonesien oder Südkorea auch auf einen deutschen Kandidaten treffen. Der Deutsche Olympische Sportbund will im nächsten Jahr mithilfe einer Stabsstelle eine Grundsatzentscheidung vorbereiten, ob und wann ein neuer Versuch gestartet wird. „Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ich es begrüße, wenn Interesse in Deutschland bestehen würde“, sagte Bach in dieser Woche. In Katar dürften sie solche ermunternden Worte kaum noch benötigen.

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Marokkos WM-Triumph – auch eine historische Genugtuung

Natürlich – es geht erst mal um Fußball. Aber die Koinzidenzen sind schon auch verblüffend: Eines nach dem anderen räumt Marokko jene Länder Europas ab, mit denen es in der jüngeren Geschichte am meisten verbindet.

Brüssel (KNA). Sie feiern. Sie hupen. Die Polizei leitet weiträumig den Verkehr um. In Brüssel, Paris und Mailand sowie in den Niederlanden kam es gar zu gewalttätigen Ausschreitungen. In vielen Städten Europas sind marokkanische Auto-Korsi und Fan-Feste dieser Tage schon zum Ritual geworden.

Eines nach dem anderen räumt das marokkanische Team bei der ersten arabischen Fußball-WM in Katar jene übermächtigen Länder Europas ab, mit denen es in der jüngeren Vergangenheit am meisten verbindet. Das ist nicht nur ein arabischer und ein afrikanischer Fußball-Triumph. Es ist – auch – ein marokkanischer Marsch durch seine eigene Geschichte mit dem Westen.

Ein portugiesisches Trauma: Der erst 24-jährige König Sebastiao erleidet im August 1578 mit einem Kreuzritterheer von 18.000 Mann eine verheerende Niederlage gegen eine marokkanische Übermacht unter Sultan Abu Marwan Abd al-Malik und fällt auf dem Schlachtfeld von Alcacer-Quibir. Seine Leiche wird nie gefunden; eine Nachfolgeregelung gibt es nicht. 1580 reißt Spaniens Habsburger-König die Krone der damaligen Weltmacht Portugal an sich – 60 Jahre schmachvoller Zwangsherrschaft durch den Erbfeind beginnen.

Für Portugal war dies das Ende einer großen Ära – viel größer als die Ära Ronaldo, die am Samstagabend zu Ende ging. Der traditionelle Volksglaube verheißt, der junge König werde bald wiederkehren und das Land in eine neue Zukunft führen. Immer wieder tauchten falsche Sebastiane auf, um die Macht zurückzuerobern. Doch der echte kam nie zurück. Marokko-Portugal 1:0.

Spanien und der Islam: eine schwierige Beziehung. Die Conquista der Iberischen Halbinsel durch den Vormarsch muslimischer Araber im 7./8. Jahrhundert und die spanische Reconquista bis zur Einnahme Granadas 1492 sind die Folie für ein spannendes Nachbarschaftsverhältnis, das durch das Aufkommen des spanischen Massentourismus in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein neues, prägendes Kapitel bekam. Spanische Agenturen warben marokkanische Arbeitskräfte für das Hotel- und Gastronomiegewerbe und andere Unternehmen an; und zwar nicht nur für den eigenen Arbeitsmarkt, sondern auch für andere Länder, etwa Großbritannien.

Pikant ist die Stellung der beiden spanischen Exklaven Melilla und Ceuta, die auf afrikanischem respektive marokkanischem Boden liegen und seit 1497 bzw. 1580/1668 zu Spanien und damit inzwischen auch zur EU gehören. Zwischen 1912 und 1956 gab es auf einem schmalen Landstreifen entlang der nordwestlichen Mittelmeerküste das kurzlebige Protektorat Spanisch-Marokko.

Melilla wie Ceuta sind durch Grenzzäune von Marokko getrennt. Mehrfach konnten Hunderte bis Tausende afrikanischer Migranten die Sperranlagen überwinden; zuletzt 2021, als Marokkos König Mohammed VI. offenbar seine Grenzschützer abzog, um politischen Druck auf die EU auszuüben. Zumeist wurden Migranten am Ende zurück nach Marokko abgeschoben. Marokko-Spanien: 3:0 nach Elfmeterschießen.

Belgien, das kleine Einwanderungsland. Mit fast einer halben Million stellen die Marokkaner und ihre Nachkommen die größte nationale Gruppe von Zuwanderern bei unserem westlichen Nachbarn. Knapp 90 Prozent von ihnen haben inzwischen einen belgischen Pass. Marokkanische Läden prägen in manchen Vierteln der Hauptstadt Brüssel das Straßenbild.

Nun also Frankreich im Halbfinale, schon der fünfte und größte Fußball-Brocken im sechsten Spiel; und auch die vielleicht schwerste historische Hypothek, die auf der Partie lastet. Frankreich war im 19. und 20. Jahrhundert die wichtigste Kolonialmacht in Nordafrika. Auch in Marokko im Nordwesten, das zum Zankapfel europäischer Großmachtinteressen wurde. Erst 1956 konnte man die französische Fremdherrschaft abschütteln und erlangte seine staatliche Unabhängigkeit.

Anders als Belgien – da waren es mit Michy Batshuayi, Amadou Onana und Romelu Lukaku nur drei – dürfte die Equipe Tricolore am Mittwoch zahlreiche Stars mit afrikanischen Wurzeln einsetzen. So oder so: Marokkos Nationalteam steht in der katarischen Küstenstadt al-Chaur auch für Afrika und für die Arabische Welt. Vor allem aber spielt es um das WM-Finale.

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Große Pläne: Der große Nachbar Saudi-Arabien spielt weiter

Über Jahre schaute die Fußballwelt auf das Emirat Katar. Sportlich endet die WM für den Gastgeber enttäuschend. Saudi-Arabien spielt dagegen erfolgreich – und hat auch ansonsten ehrgeizige Ambitionen.

Doha (dpa/iz). Die saudischen Fans geben den Ton an, geradezu sprichwörtlich. Wo die Fangruppen aus dem Königreich in ihren grünen Trikots bei der WM in Katar auftauchen, sorgen sie für Stimmung. Sie singen, sie klatschen, sie feiern. Ihr Team beglückte sie zum Auftakt mit einem 2:1-Sensationssieg gegen Argentinien. Auch beim 0:2 am Samstag gegen Polen traten die Grünen Falken mit Wille und Leidenschaft auf, jede auch nur halbwegs erfolgreiche Aktion im Education City Stadion frenetisch bejubelt von ihren Anhängern.

Das Königreich träumt davon, die Weltmeisterschaft wie der kleine Nachbar ins eigene Land zu holen. Medien zufolge denkt Saudi-Arabien intensiv darüber nach, sich zusammen mit Ägypten und Griechenland für das Turnier 2030 zu bewerben. Es wäre der Höhepunkt einer Strategie, die das Land unter Führung von Kronprinz Mohammed bin Salman mit Wucht verfolgt. Formel-1-Rennen, Box-Weltmeisterschaften, eine eigene Golf-Serie, 2029 die Asien-Winterspiele – seit Jahren positioniert sich Saudi-Arabien als Ausrichter großer Sportveranstaltungen und baut seinen Einfluss auf der internationalen Sportbühne aus. „Jedes Land wäre sehr gerne Ausrichter der Weltmeisterschaft“, sagte der saudische Sportminister Abdulasis bin Turki al-Faisal der BBC.

Mittlerweile haben sich die Beziehungen zum jetzigen WM-Ausrichter Katar wieder entspannt. Beim ersten Spiel der „Grünen Falken“ zeigte sich Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani mit saudischer Flagge auf der Tribüne. „Wir stehen zusammen“, beteuert auch der katarische Wachmann im Trainingslager des einheimischen Teams, während er das saudische Spiel gegen Polen auf einem Handy schaut. „Wir sind Brüder.“ Tatsächlich bleibt das Verhältnis aber von Rivalität geprägt.

Im Sport kleckert Saudi-Arabien nicht, sondern klotzt. Im vergangenen Jahr übernahm der öffentliche Investmentfonds des Königreichs den Premier-League-Club Newcastle United. Saudi-Arabiens Sportminister hofft darauf, dass die zum Verkauf stehenden englischen Fußballvereine Manchester United und FC Liverpool von saudischen Investoren übernommen werden.

Dazu bemüht man sich auch um andere große Namen: Der derzeit vereinslose Fußball-Superstar Cristiano Ronaldo soll einem Medienbericht zufolge ein Angebot des saudischen Clubs Al-Nassr über drei Jahre mit einem Gesamtvolumen von 225 Millionen US-Dollar (etwa 216 Millionen Euro) vorliegen haben. Sein Rivale Lionel Messi ist das Gesicht einer Tourismus-Kampagne für Saudi-Arabien.