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Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 375: von Gewalt gegen Helfer bis zu Angriffen auf US-Moscheen

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Die Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 375 reichen dieses Mal von der steigenden Gewalt gegen humanitäre Helfer, über Siedlungen im Westjordanland bis zu Angriffen auf US-Moscheen.

Religionsführer sollen Hilfe sicher machen

ROM (KNA/IZ). Angesichts Hunderter getöteter Mitarbeiter von Hilfsorganisationen im vergangenen Jahr ruft Caritas Internationalis religiöse Autoritäten auf, ihren Einfluss geltend zu machen. Mit ihrer Vertrauensbasis könnten sie bei Konfliktparteien auf die Wahrung humanitärer Grundsätze hinwirken, teilte der im Vatikan ansässige weltweite Dachverband katholischer Caritas-Organisationen am 19. August mit. Als Beispiel verwies der Verband auf Bischof Gazzera in Zentralafrika. Trotz erheblicher Sicherheitsrisiken stehe der Leiter des Bistums Bangassou gemeinsam mit muslimischen und evangelischen Glaubensführern in Kontakt mit Behörden, Streitkräften und lokalen Gemeinschaften und trage so dazu bei, Kanäle offen zu halten.

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Rekordzahl getöteter Helfer weltweit

NEW YORK (IZ). 2024 sind weltweit 383 humanitäre Helfer getötet worden – so viele wie nie zuvor, fast die Hälfte von ihnen im Gazastreifen. Ende Juni starben im südsudanesischen Bundesstaat Jonglei 17 Menschen, als Bewaffnete einen deutlich gekennzeichneten Hilfskonvoi überfielen; fünf Opfer arbeiteten für die John Dau Foundation. Der UN-Sicherheitsrat verlangt mit Resolution 2730 den Schutz von Helfern und unabhängige Ermittlungen nach Angriffen. Hilfsorganisation Action Against Hunger fordert, lokale Partner direkt mit Mitteln für Sicherheit, Kommunikation und Risikoanalysen auszustatten.

Flucht statt Wegweisung: Die UN warnen

GENF (IZ). Die Flüchtlingskonvention bleibt nach UNHCR-Angaben 75 Jahre nach ihrer Verabschiedung ein zentrales Schutzinstrument. Sie verpflichte Staaten, Menschen vor Verfolgung, Krieg und Gewalt aufzunehmen und nicht in Verfolgerstaaten zurückzuschicken. In Zeiten verschärfter Grenzpolitik und wachsender Asylkonflikte würden Rückweisungen und Abschiebungen de facto zum Bruch dieses Schutzversprechens.

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Menschenrechtsgruppen klagen gegen Sanktionen

WASHINGTON (IZ). Vier US-Menschenrechtsorganisationen haben gegen die Sanktionen der Trump-Regierung gegen den Internationalen Strafgerichtshof geklagt. American Friends Service Committee, Center for Constitutional Rights, Human Rights Watch und Open Society Institute reichten die Klage in New York ein. Sie wenden sich gegen Trumps Dekret vom Februar 2025, das Strafmaßnahmen gegen ICC-Beschäftigte und Unterstützer erlaubt. Die Gruppen sehen ihre Meinungs-, Vereinigungs- und Religionsfreiheit verletzt. Betroffen seien unter anderem acht Richter, frühere Ankläger sowie drei palästinensische Organisationen. Die Kläger fordern, das Sanktionsregime vollständig aufzuheben.

Daesh: weniger schlagkräftig, doch brandgefährlich

FRANKFURT (KNA/IZ). Die Terrormiliz Daesh/IS hat sich seit den 2010er Jahren stark verändert, doch sie bleibt nach Worten eines Experten „brandgefährlich“. Es handle sich nicht um eine zentral gesteuerte Organisation, sagte Islamwissenschaftler Michael Kiefer der FAZ. Vielmehr gebe es „viele kleine Zellen oder lokale Ableger (…), die eher regional rekrutieren und natürlich auch untereinander vernetzt sind.“ Damit habe sich auch die Art der Attacken geändert: Es gebe weniger „strategisch lange vorbereitete, große Anschläge, die mit professionellen Waffen durchgeführt werden. (…) Stattdessen haben wir Anschläge mit Alltagsgegenständen, also haushaltsüblichen Messern, Fahrzeugen (…)“.

Hilfswerke beklagen dramatische Lage

BERLIN (KNA/IZ). Menschenrechtler und Hilfswerke blicken mit großer Sorge auf die humanitäre Lage in Afghanistan. Seit der Machtübernahme der extremen Taliban vor fünf Jahren werde die Lage für Millionen Menschen immer dramatischer, betonte das Nothilfe-Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“. Hauptgeschäftsführerin Rüther sprach von einer der größten und komplexesten humanitären Katastrophen weltweit. Auch die Diakonie Katastrophenhilfe wies auf die dramatische Lage insbesondere von Afghaninnen hin.

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Amnesty warnt vor Menschenrechtsbrüchen

LONDON (IZ). Nach neuen Gefechten zwischen der äthiopischen Armee und Tigray-Kräften in Teilen West-Tigrays warnt Amnesty International vor einem erneuten Risiko schwerer Menschenrechtsverletzungen für Zivilisten. Die Bewohner leiden weiter unter den Folgen der Verbrechen des Krieges 2020–2022, für die es bislang kaum Aufarbeitung gibt. Amnesty und andere Organisationen fordern die Wiederherstellung unabhängiger Untersuchungsmechanismen sowie ungehinderten Zugang für Medien, Menschenrechtsbeobachter und humanitäre Helfer.

Rohingya-Heimkehr bleibt politisch blockiert

DHAKA (IPS/IZ). Die Rückkehr der Rohingya nach Burma kommt trotz neuer Ankündigungen nicht voran. Das Medium IPS verwies auf fehlende Sicherheitsgarantien, ungeklärte Staatsbürgerschaftsfragen und mangelnde Umsetzungsmechanismen. Zugleich meldete Reuters zuletzt neue, aber weiter begrenzte Absprachen über 5.000 Rückkehrer aus Malaysia und 180.000 zur Prüfung vorgemerkte Flüchtlinge aus Bangladesch.

Prabowo plant eine eigene Rohstoffbörse

JAKARTA (IZ). Indonesiens Präsident Prabowo Subianto will zum 1. Januar 2027 eine Börse für strategische Mineralien und Rohstoffe eröffnen. Sie soll Referenzpreise für zentrale Exportgüter wie Nickel, Zinn, Gold, Kohle oder Palmöl schaffen und Indonesiens Einfluss auf Weltmärkte erhöhen. Die Regeln sollen bis 17. September vorliegen; die Finanzaufsicht OJK soll die Börse überwachen. Zugleich legte Prabowo den Haushaltsentwurf für 2027 vor: Ausgaben von 4.097,2 Billionen Rupiah stehen Einnahmen von 3.426 Billionen gegenüber. Das geplante Defizit liegt bei 2,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

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Extreme Übergriffe auf den Haram verurteilt

AMMAN (KNA/IZ). Der jordanische König hat die muslimische Welt zu Anstrengungen gegen israelische Zugriffe auf den Tempelberg in Jerusalem aufgerufen. Die Lage in Jerusalem und ihren Heiligen Stätten standen im Zentrum eines Treffens von Außenministern in der jordanischen Hauptstadt Amman, wie arabische Medien berichteten. An dem Treffen nahmen laut Bericht der staatlichen jordanischen Nachrichtenagentur Petra Mitglieder des arabischen Ministerausschusses, der Generalsekretär der Arabischen Liga und die Außenminister der Türkei, Pakistans, Indonesiens und Malaysias teil. Auf dem Haram al-Scharif befinden sich mit dem „Felsendom“ und der Al-Aksa-Moschee zwei der heiligsten Stätten des Islams.

Kasachstan wählt erstmals neuen Kurultai

ASTANA (IZ). In Kasachstan hat die Wahl zum erstmals gebildeten Kurultai begonnen. Das Einkammerparlament mit 145 Abgeordneten ersetzt Mazhilis und Senat. Grundlage ist die im März per Referendum beschlossene und seit Juli geltende Verfassung. Rund 12,6 Mio. Menschen sind wahlberechtigt. Sieben Parteien treten in einem landesweiten Wahlkreis über geschlossene Listen an, unabhängige Kandidaturen sind ausgeschlossen. Beobachter erwarten einen klaren Sieg der präsidentennahen Adilet-Partei. Kritik richtet sich gegen fehlende zugelassene Oppositionsparteien.

UN kritisiert Israels Präsenz im Südlibanon

GENF (IZ). Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, fordert Israel auf, seine militärische Präsenz im Südlibanon zu beenden und Hausabrisse einzustellen. Laut UN könnten Teile des Vorgehens gegen internationales Humanitäres Recht verstoßen. Zugleich drängt er auf die sichere Rückkehr der Vertriebenen. Der Vorwurf richtet sich auch gegen die Zerstörung ganzer Ortschaften.

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Vorwürfe gegen das russische Africa Corps

BAMAKO (IZ). Russlands staatlich kontrolliertes Africa Corps soll am 10. Juli im malischen Dorf Bombori neun Zivilisten getötet haben, darunter vier Kinder. Human Rights Watch stützt sich auf 13 Interviews: Mehr als 100 Kämpfer seien mit malischen Soldaten in die Ortschaften in der Region Mopti eingedrungen, hätten mindestens 80 Männer und Jungen misshandelt und verhört. Sechs Menschen seien bei der Flucht erschossen, drei Gefangene später getötet worden. Zudem seien mindestens acht Häuser geplündert und niedergebrannt worden. HRW fordert eine unabhängige Untersuchung; Moskau und Bamako reagierten zunächst nicht.

Acht Staaten fordern Stopp von E1-Siedlung

KAIRO (IZ). Die Außenminister von acht arabischen und muslimisch geprägten Staaten haben Israel aufgefordert, das Siedlungsprojekt E1 östlich von Jerusalem sofort zu stoppen. Die VAE, Saudi-Arabien, Katar, Jordanien, Indonesien, Pakistan, die Türkei und Ägypten verlangen zudem ein Ende aller Siedlungsaktivitäten. Sie unterstützen internationale Maßnahmen und Sanktionen gegen Verantwortliche. Auch Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, die Niederlande und Norwegen forderten Israel auf, die Ausschreibungen zurückzuziehen.

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Energieanlagen im Nahen Osten unter Beschuss

LONDON (IZ). Angriffe auf Energieinfrastruktur haben den Nahen Osten 2026 weiter destabilisiert. Nach Berichten über Attacken auf Gas- und Ölanlagen in Iran, Katar, Saudi-Arabien und den Emiraten warnen Menschenrechtsgruppen vor völkerrechtswidrigen Angriffen auf zivile Ziele.

UN-Rat verurteilt Huthi-Angriffe scharf

NEW YORK (IZ). Der UN-Sicherheitsrat hat Angriffe der Huthi auf Saudi-Arabien und Schiffe verurteilt. Laut dem Rat richten sich die Angriffe auf das Königreich seit dem 13. Juli, gegen zivile Schiffe seit dem 22. Juli. Der GCC begrüßte die Erklärung und forderte die internationale Gemeinschaft auf, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Experten kritisieren Beirat in Niederösterreich

WIEN (IZ). Renommierte Religionswissenschaftler und Islamforscher kritisieren die Besetzung des Beirats der niederösterreichischen Beobachtungsstelle für radikalen Islam. In einem offenen Brief an Johanna Mikl-Leitner beanstanden sie fehlende islamwissenschaftliche Expertise. Das Land verweist auf Prävention, nicht Forschung. Die IGGÖ warnt vor Pauschalverdacht und fordert Rechtsstaatlichkeit.

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Pakistan verschärft Kontrolle über Auslandspresse

ISLAMABAD (IZ). Pakistan hat die Arbeit internationaler Medien weiter eingeschränkt. Nach den neuen „Foreign Media Facilitation Guidelines 2026“ benötigen ausländische Korrespondenten, pakistanische Mitarbeiter und Fixer für Recherchefahrten außerhalb von Islamabad, Lahore und Karachi eine Genehmigung des Informationsministeriums. Zudem müssen sich Medienhäuser und Beschäftigte registrieren lassen. Die Akkreditierung kann bei Verstößen gegen „Ideologie“, Souveränität, Sicherheit oder öffentliche Ordnung entzogen werden.

Gaza: Humanitäre Hilfe bleibt lebenswichtig

GENF (IZ). Die humanitäre Lage im Gazastreifen und im besetzten Westjordanland bleibt laut UNO und Hilfswerken dramatisch. OCHA meldet weiter eingeschränkte Zugänge, zu wenig Geld für Hilfsoperationen und viele Vertriebene ohne verlässliche Versorgung. Ärzte ohne Grenzen spricht von zerstörter Infrastruktur und lückenhafter medizinischer Hilfe. Die Schweiz stellt zusätzliche Mittel bereit und fordert freien Zugang für Hilfslieferungen.

Israel zieht neue Grenze durch Gaza

TEL AVIV (IZ). Satellitenbilder zeigen, dass die IDF im Gazastreifen einen mehr als 23 Kilometer langen Erdwall errichtet hat. Die Barriere verläuft nach AP und Zeit entlang der sogenannten „Gelben Linie“, teils aber auch darüber hinaus. Bewohner fürchten eine dauerhafte Teilung des Küstenstreifens. Das Militär spricht von Schutz und einer klaren Trennung zwischen den Kontrollzonen.

Gaza: Zerstörungen nehmen weiter zu

GAZA (IZ). Satellitenbilder der Vereinten Nationen zeigen das Ausmaß der Zerstörung im Gazastreifen: Bis Mitte Juni waren nach UNOSAT-Angaben 201.290 Gebäude beschädigt – rund 82 % des Bestands. 134.422 Bauten gelten als zerstört. Seit Oktober 2025 stieg ihre Zahl trotz Waffenruhe um 9 %. Die UN, Weltbank und EU beziffern den Bedarf für Wiederaufbau und wirtschaftliche Erholung auf 71,4 Mrd. US-Dollar. Bis Dezember erwarten Fachleute, dass 1,4 Mio. Menschen unter akuter Ernährungsunsicherheit leiden.

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CAIR meldet Anstieg von Moschee-Vorfällen

WASHINGTON (IZ). Die US-Bürgerrechtsorganisation CAIR hat für die Monate Mai bis Juli 17 Vorfälle gegen islamische Gebetsstätten dokumentiert. Das ist laut ihren Angaben eine Zunahme von 183 % gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Genannt wurden Drohungen, Brandstiftung, Einschüchterung und ein Anschlag auf eine Moschee. Für 2025 zählte CAIR insgesamt 33 gezielt gegen islamische Einrichtungen gerichtete Vorfälle.

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Kurzmeldungen Inland (Nr. 375): von umstrittenen Deals mit Taliban bis zu Penzberg

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Die Kurzmeldungen aus dem Inland (Nr. 375) reichen vom Umgang mit den Taliban, über rechte Gewalt bis zu Solidarität in Penzberg.

Kritik an Bundesregierung wegen Taliban

AMBERG (KNA). Das katholische Hilfswerk Misereor wirft der Bundesregierung eine De-facto-Zusammenarbeit mit den Taliban in Afghanistan vor. Die Bundesregierung stimme Abschiebungen afghanischer Straftäter bilateral mit dem Regime ab und plane weitere Abschiebungen von Menschen ohne Vorstrafen, kritisierte das Hilfswerk Mitte August. Gerade jährt sich ihre Machtübernahme zum fünften Mal. Innenminister Dobrindt (CSU) habe erklärt, das „De-facto-Regime“ nicht anerkennen zu wollen, tue dies aber zunehmend direkt.

Prediger solingen magdeburg

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Der CSD-Anschlag verschiebt die Debatte

BERLIN (IZ). Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD rücken innere Sicherheit und Migration in den Mittelpunkt der politischen Debatte. Fachleute verweisen darauf, dass solche Taten rechte Parteien begünstigen können: Eine Studie nennt im Schnitt rund sechs Prozentpunkte mehr AfD-Stimmen in betroffenen Gemeinden. Zugleich warnen Beobachter vor weiterer Polarisierung im Wahlkampf.

bpb: Rechtsextremismus bleibt im Fokus

BERLIN (KNA). Die Bundeszentrale für politische Bildung will trotz eines stärkeren Fokus auf Linksextremismus und Islamismus das Thema Rechtsextremismus nicht vernachlässigen. „Neben den Themen Linksextremismus und Islamismus wird die Bundeszentrale für politische Bildung selbstverständlich auch weiterhin zahlreiche Angebote zum Rechtsextremismus machen“, sagte eine Sprecherin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Einrichtung befindet sich aktuell in einer Führungskrise.

Prien will Prävention gegen Extremismus stärken

BERLIN (IZ). Bundesfamilienministerin Karin Prien will das Förderprogramm „Demokratie leben!“ stärker auf Prävention und Deradikalisierung ausrichten. Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD prüft sie, fünf Millionen Euro für Angebote gegen religiös begründeten Extremismus umzuschichten. Prien kündigte Gespräche mit Ländern, Experten und muslimischen Verbänden an. Kritik aus der Queer-Community weist sie zurück. Sie betont, Minderheitenschutz bleibe Teil der Förderung.

afd Rechtsextrem Bundestag widerstand Bundestagswahlen

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Rechte Gewalt bleibt auf hohem Niveau

BERLIN (IZ). Nach Angaben des Verbandes der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt blieb rechte Gewalt in Deutschland 2025 auf hohem Niveau. Die Stellen registrierten 3.167 Angriffe auf 4.298 Betroffene. Besonders häufig waren rassistische Motive, zudem nahmen Angriffe auf politische Gegner zu. Die Bundesregierung meldete für das erste Quartal 2026 bereits 96 rechts motivierte Gewaltdelikte mit 48 Verletzten. Opferberatungen warnen zugleich vor einer hohen Dunkelziffer, weil viele Fälle nicht angezeigt oder nicht als politisch rechts eingeordnet werden.

IWH sieht Milliardenlücke bei AfD-Programm

HALLE (IZ). Das Regierungsprogramm der AfD für Sachsen-Anhalt ist laut dem Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle nicht finanzierbar. Das IWH berechnet eine jährliche Finanzierungslücke von mindestens 2,2 Mrd. Euro. Von 136 kostenwirksamen Vorhaben ließen sich 28 beziffern. Sie kosten rund 1,6 Mrd. Euro. Einschließlich geplanter Neuverschuldung ergibt sich ein Bedarf von 2,5 Mrd. Euro, dem 243 Mio. Euro Einsparungen gegenüberstehen. Das DIW warnte ebenfalls vor den Folgen.

Universales Recht Gerechtigkeit

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Keine Verbeamtung wegen angeblicher Zugehörigkeit

KARLSRUHE (IZ). Das Verwaltungsgericht Karlsruhe hat die Verweigerung einer Verbeamtung für eine Sachbearbeiterin einer kommunalen Ausländerbehörde bestätigt. Die Frau ist nach Angaben des Gerichts ehrenamtlich als Lehrerin in einer Moschee tätig, die den Strukturen der „Muslimbruderschaft“ zugerechnet wird. Das Gericht sah deshalb berechtigte Zweifel daran, ob sie jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes eintrete. Für die Übernahme in ein Beamtenverhältnis sei diese uneingeschränkte Verfassungstreue jedoch eine Voraussetzung. Die Entscheidung betrifft den konkreten Einzelfall. Sie bedeutet nicht, dass ein ehrenamtliches Engagement in einer Moscheegemeinde grundsätzlich einer Verbeamtung entgegensteht.

KRM setzt auf mehr Prävention in Moscheen

KÖLN (IZ). Der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland will das Thema Gewaltprävention in den Moscheegemeinschafte stärker verankern. Imame sollen vor allem junge Menschen dafür sensibilisieren, dass Gewalt und Islam unvereinbar sind. Nach Angaben des Gremiums geht es darum, Radikali­sierung früh entgegenzuwirken und reli­giöse Orientierung mit klarer Distanz zu Extremismus zu verbinden.

Diskriminierung in Sachsen-Anhalt steigt an

MAGDEBURG (IZ). In Sachsen-Anhalt melden Beratungsstellen deutlich mehr rassistische und diskriminierende Vorfälle. Die Fachstelle Entknoten registrierte im ersten Halbjahr 67 Beratungsfälle; 2025 waren es im gesamten Jahr 81. Die dortige Antidiskriminierungsstelle zählte 87 Fälle, nach 74 im Vorjahreszeitraum. Besonders oft geht es um Benachteiligung am Arbeitsplatz und in Schulen. Beratende rechnen mit einer hohen Dunkelziffer, weil Betroffene aus Angst vor Folgen häufig keine Hilfe suchen.

Foto: islam-penzberg.de

Hunderte setzen Zeichen für Zusammenhalt

PENZBERG (IZ). Mehrere hundert Menschen haben sich am 1. Augustwochenende in der Penzberger Moschee zu einer Solidaritätsveranstaltung gegen Hass und Ausgrenzung versammelt. Trotz der kurzfristigen Einladung und der begonnenen Sommerferien kamen Besucher aus der Stadt und dem Umland. Aufgerufen hatte der Verein „Penzberg bleibt bunt“. Bürgermeister Thomas Kopf sowie Vertreter der christlichen Kirchen nahmen ebenfalls teil. Nach Angaben der Veranstalter stand die Begegnung von Menschen unterschiedlicher Religionen und Herkunft im Mittelpunkt. Im Anschluss lud die Moschee die Gäste zu Tee und Kuchen ein.

Reis-Wahlen betreffen auch hiesige Moscheen

WIESBADEN (IZ). Die bevorstehende Wahl eines neuen Reis-ul-Ulema in Bosnien und Herzegowina hat auch Bedeutung für muslimische Gemeinden in Deutschland. In Wiesbaden sitzt die Isla­mische Gemeinschaft der Bosniaken in Deutschland, der zentrale Dachverband bosniakischer Moscheegemeinden hierzulande. Sie unterhält enge institutionelle und religiöse Beziehungen zur Islamischen Gemeinschaft in Bosnien. Ihre Mitgliedsgemeinden betrachten den Reis-ul-Ulema, häufig als Großmufti bezeichnet, als geistliches Oberhaupt. Die Wahl könnte daher auch Impulse hier setzen.

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Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 374: von globalen Kriegskosten bis zur Tragödie im Sudan

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Die Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 374 reichen dieses Mal von globalen Kosten des Irankriegs, über Alternativen für den Nahostkonflikt bis zum Sudan.

Hormus-Blockaden treffen Märkte verzögert

LONDON (IZ). Die Folgen einer Störung der Straße von Hormus könnten sich erst in der zweiten Jahreshälfte voll zeigen. Darauf weisen Fachleute und Branchenverbände hin. Über die Meerenge laufen täglich rund 14,9 Millionen Barrel Erdöl und Kondensat sowie große Teile der LNG-Exporte aus Katar und den Emiraten. Schon eine längerfristige Blockade würde Frachtraten, Versicherungen und Energiepreise steigen lassen und Lieferketten weltweit belasten.

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Foto: imago/Nur Photo

Irankrieg treibt Preise für Energie hoch

NEW YORK (IZ). Der UN‑Entwicklungsbericht „Military Escalation in the Middle East: Cushioning the Global Shock“ warnt, dass die Folgen des Konflikts die weltweiten Subventionen für fossile Brennstoffe 2026 auf rund 1,1 Billion US‑Dollar treiben könnten. Vor allem Entwicklungs‑ und Schwellenländer versuchen, ihre Bevölkerungen mit Preisdeckeln, Steuererleichterungen und direkten Zuschüssen gegen hohe Ölpreise abzusichern – und verschieben dafür Investitionen in Bildung, Gesundheit und Klimaschutz. UNDP mahnt, dass diese Politik Staaten in klimaschädliche Pfade zwingt und langfristige Entwicklungschancen untergräbt.

Kinder besonders betroffen in Kriegen

GENF (IZ). Kinder in Konfliktzonen und abgelegenen Krisengebieten tragen nach Angaben von UNICEF und Hilfswerken die Hauptlast globaler Krisen. Immer mehr Mädchen und Jungen leben dort, wo Schulen, Kliniken und Hilfslieferungen bedroht oder blockiert sind. Das Risiko von Gewalt, Vertreibung und Hunger steigt, während Bildung und Gesundheitsversorgung wegbrechen. UNICEF spricht von einem historischen Höchststand bei Kindern, die von Konflikten betroffen sind.

Freiheit

Khan: Meinungsfreiheit global in Gefahr

BONN (KNA/IZ). Irene Khan, UN-Sonderbeauftragte für Meinungsfreiheit, hat das Recht auf freie Meinungsäußerung bekräftigt. „Egal, ob man einer Minderheit angehört oder nicht die Meinung der Mehrheit vertritt, man darf nicht zum Schweigen gebracht werden“, sagte Khan beim Global Media Forum des Senders. Weltweit habe sich die Meinungsfreiheit verschlechtert, sagte Khan und verwies auf eine Unesco-Studie und Einschätzungen von Organisationen wie Reporter ohne Grenzen.

Große Finanzierungslücke bei humanitärer Hilfe

OSLO (KNA). Zur Jahresmitte 2026 klafft nach Einschätzung des international tätigen Hilfswerks Norwegian Refugee Council (NRC) eine riesige Finanzierungslücke bei der humanitären Hilfe. In den ersten sechs Monaten seien nur 30,4 Prozent der benötigten Mittel eingegangen, teilte die Organisation Anfang Juli mit. „Die weltweite Hilfsbereitschaft für Opfer von Konflikten und Katastrophen ist miserabel“, sagte Generalsekretär Jan Egeland. So befänden sich weltweit immer mehr Menschen in einer verzweifelten Lage und kämpften zunehmend um das Überleben, so Egeland weiter. Gewalt und Vertreibung hielten unvermindert an. Durch eine „galoppierende Inflation“ würden Grundnahrungsmittel unerschwinglich. „Wenn die Welt nicht umsteuert, werden wir einen massiven Verlust an Menschenleben erleben.“ Nach UN-Angaben sind derzeit insgesamt 252 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Maas Afghanistan Abzug

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Taliban nutzen Kleiderregeln für Razzien

KABUL (IPS/IZ). Die Taliban gehen in Afghanistan erneut gegen Frauen vor, die angeblich gegen den vorgeschriebenen Dresscode verstoßen haben. Nach Angaben der UN-Mission UNAMA wurden in Herat mindestens 30 Frauen festgenommen, einige Tage später wieder freigelassen. Die Vereinten Nationen und Menschenrechtsorganisationen sprechen von willkürlichen Verhaftungen und Einschüchterung. Die Taliban weisen die Vorwürfe zurück und beharren auf ihren Bedeckungsregeln.

Drastische Kürzung der Rohingya-Hilfen

COX’S BAZAR (IPS/IZ). Im weltgrößten Flüchtlingslager in Cox’s Bazar verschärfen drastische Kürzungen der internationalen Hilfe die Not der Rohingya. Laut dem Bericht von IPS und Daten von UNHCR und WFP klafft eine Finanzierungslücke von über 60 Prozent; Essensrationen wurden wiederholt reduziert, Gesundheitsstationen geschlossen, Programme gegen Unterernährung zusammengekürzt. Hilfsorganisationen warnen vor steigenden Fällen schwerer Mangelernährung und vermeidbaren Todesfällen, insbesondere bei Kindern. Zugleich bleibt eine sichere Rückkehr nach Myanmar angesichts andauernder Gewalt in Rakhine außer Reichweite.

Wider die Leugnung des Genozids an Bosniaken

GÖTTINGEN (GfbV). Zum Internationalen Tag des Gedenkens an den Genozid von Srebrenica am 11. Juli warnte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) vor der fortschreitenden Normalisierung von Genozidleugnung und Geschichtsrevisionismus in Bosnien und Serbien. Die GfbV fordert die strafrechtliche und politische Ahndung dieser Leugnung und der Verherrlichung verurteilter Kriegsverbrecher sowie verbindliche Bildungsprogramme über den Genozid in Bosnien und Herzegowina, Deutschland und anderen europäischen Staaten.

Uiguren

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Neues Gesetz soll Minderheiten assimilieren

NEW YORK (IZ). China lässt ein neues Gesetz zur „ethnischen Einheit und des Fortschritts“ in Kraft treten, das nach Einschätzung von Minderheitenvertretern und UN‑Experten die erzwungene Assimilation ethnischer Gruppen rechtlich verankert. Die Norm stärkt Mandarin gegenüber Minderheitensprachen, fordert Eltern zur ideologischen Erziehung im Sinne der Kommunistischen Partei auf und drängt religiöse Gemeinschaften zur „Sinisierung“ ihrer Praxis. Tibetische, uigurische und mongolische Organisationen sprechen von „staatlich legalisierter kultureller Auslöschung“ und warnen vor weitreichenden Eingriffen in Sprach‑, Religions‑ und Bildungsfreiheit.

Paris dringt auf einen Siedlungs-Boykott

PARIS (IZ). Frankreich dringt in der EU auf ein Ende der Importe aus israelischen Siedlungen. Nach Berichten von Middle East Monitor, Euronews und weiteren Medien wächst in Brüssel der Druck auf die Kommission, ein Importverbot, Strafzölle oder ein Lizenzsystem vorzulegen. Die EU betrachtet die Siedlungen im Westjordanland als illegal, importiert Siedlungsprodukte aber weiterhin. Deutschland lehnt weitreichende Handelsbeschränkungen bislang ab.

König Charles setzt Zeichen in Cambridge

CAMBRIDGE (IZ). König Charles III. hat die Cambridge Central Mosque besucht und damit erstmals offiziell eine Moschee als britischer Monarch betreten. Die 2019 eröffnete Anlage gilt als Europas erste Ökomoschee und wurde mit türkischer Unterstützung errichtet. Laut BBC und Anadolu lobte Charles die Architektur, die nachhaltige Bauweise und die Arbeit der Gemeinde. Er traf Imame, Gemeindemitglieder und Vertreter anderer Religionen. Die Moschee bezeichnete den Besuch als historisch.

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Irak sucht seine Rolle

BAGDAD (The Conversation). Der Irak versucht, seine Lage zwischen Golf, Levante und Iran als strategischen Vorteil zu nutzen. Laut EU und Fachanalysen gilt das Land als wichtiger Eckpfeiler regionaler Stabilität und möglicher Knotenpunkt für Handel, Energie und Diplomatie. Doch Bagdad bleibt unter Druck: Iran-nahe Milizen, schwache Institutionen und Rivalitäten der Großmächte schränken den Spielraum ein. Ob der Irak zum Vermittler wird oder erneut zum Schauplatz fremder Konkurrenz, ist offen.

Eskalation verschärft Lage von Minderheiten

GÖTTINGEN (GfbV). Die erneute Eskalation des Krieges zwischen den USA und dem Iran verschärfe nach Einschätzung der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die ohnehin schwierige Lage der Minderheiten im Iran. „In den letzten Wochen hat das Regime seine militärische Präsenz in den kurdischen und belutschischen Gebieten mindestens verdoppelt. Das Ziel der verstärkten Militärpräsenz ist es, den Widerstand der Kurden und Belutschen zu brechen und einen möglichen Aufstand im Keim zu ersticken“, sagte Nahostreferent Sido.

Polizei ermittelt nach Brandanschlag

DUBLIN (IZ). In Dublin ermittelt die Polizei nach einem mutmaßlichen Brandanschlag auf die Al‑Madinah‑Gebetshalle im Stadtzentrum. Dort brach ein Feuer aus, das erhebliche Schäden verursachte. Ein Mann in den Vierzigern wurde festgenommen und wegen Brandstiftung angeklagt, verletzt wurde niemand. Der Vorsitzende des Irish Muslim Council, Umar Al‑Qadri, sprach von einem „schockierenden“ Angriff und forderte eine gründliche Aufklärung.

gewalt krieg straflosigkeit

Foto: White House Photo/gemeinfrei

Trump-Regierung erwägt eine Intervention

WASHINGTON (IZ). Die Trump-Regierung prüft laut „Washington Post“ und Anadolu Militärschläge in Mali gegen die al-Qaida-nahe Gruppe JNIM. Sollte es dazu kommen, wäre Mali das achte Land, in dem Trump seit Beginn seiner zweiten Amtszeit Angriffe angeordnet hätte. Auslöser sind die eskalierende Gewalt im Sahel und jüngste Attacken auf malische Militärkonvois. Zugleich laufen Gespräche zwischen Washington und Bamako über Sicherheits- und Aufklärungskooperation, nicht über eine US-Truppenrückkehr. Human Rights Watch wirft allen Konfliktparteien – die Armee sowie die Rebellenkoalition der JNIM – in Mali schwere Übergriffe gegen die Zivilbevölkerung im Zuge neuer Kämpfe im Zentrum und Norden des Landes vor. Die Organisation fordert unabhängige Ermittlungen und die Ahndung der Verantwortlichen.

Helsinki als Vorbild für den Nahen Osten?

FRANKFURT (IZ). Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Finnlands Präsident Alexander Stubb werben für einen strukturierten Friedensprozess im Nahen Osten nach dem Vorbild der KSZE-Schlussakte von Helsinki. In einem Gastbeitrag für die FAZ verweisen sie auf den Kalten Krieg: Damals hätten 35 Staaten trotz Misstrauen einen Dialog begonnen, der Vertrauen schuf und Menschenrechte sowie Sicherheit stärkte. Vorbild ist die KSZE-Schlussakte von 1975, mit der 35 Staaten trotz tiefer Gegensätze Regeln für Kooperation, Grenzen und Menschenrechte vereinbarten. Vertrauen, schreiben sie, entstehe nicht vorab, sondern durch den Prozess selbst.

Islamabad und Teheran rücken zusammen

ISLAMABAD (IZ). Iran und Pakistan bauen ihre Zusammenarbeit aus und setzen dabei auf Diplomatie, Handel und Sicherheit. Berichte aus Teheran und Islamabad zeigen wachsende politische Nähe, auch mit Blick auf Afghanistan und Gaza. Zugleich bleibt das Verhältnis pragmatisch: Die lange Grenze, gemeinsame Sicherheitsprobleme und Wirtschaftsinteressen fördern die Annäherung, während US-Sanktionen gegen den Iran und Grenzspannungen den Spielraum begrenzen.

hajj hadsch kaaba

Foto: Freepik.com

Saudi-Arabien will die Umra erleichtern

DSCHIDDA (KNA). Saudi-Arabien führt ein Mehrfachvisum für Pilger ein. Das berichteten staatliche Medien am 20. Juli. Es erlaubt mehrere Einreisen für die „kleine Pilgerfahrt“ (Umra) über den Zeitraum von einem Jahr ab dem ersten Gültigkeitstag. Die Aufenthaltsdauer darf insgesamt 90 Tage nicht übersteigen. Während der großen Wallfahrt Hajj hat es keine Gültigkeit.

Sudan bleibt Weltkrise

KHARTUM (IZ). Drei Jahre nach Ausbruch des Kriegs bleibt die Lage katastrophal. Laut UN-Angaben sind rund zwei Drittel der Bevölkerung auf Hilfe angewiesen, Millionen wurden vertrieben. In mehreren Regionen drohen oder herrschen Hungersnöte, zugleich breiten sich Krankheiten aus. Menschenrechtsgruppen werfen Armee und RSF schwere Verbrechen vor. Trotz internationaler Vermittlungsversuche gibt es weiter keine Aussicht auf einen Waffenstillstand.

El Obeid Sudan Islamic Relief

Lebensmittel und Wasser werden in vielen Lagern für Binnenvertriebene immer knapper. El Obeid und die umliegenden Lager in Nord-Kordofan sind besonders bedroht. (Foto: Islamic Relief)

UN warnt vor Eskalation

GENF (IZ). Die UN warnen vor einer weiteren Zuspitzung der Lage. Kämpfe treiben die Zahl der Menschenrechtsverletzungen nach oben, behindern Hilfslieferungen und verschärfen die Not der Zivilbevölkerung. Zugleich breitet sich Cholera in mehreren Regionen aus. Die WHO meldet über 1.300 bestätigte Fälle und über 100 Tote. In umkämpften Gebieten wie Nord-Kordofan und Darfur ist die medizinische Versorgung stark eingeschränkt.

Freihandelsabkommen mit Ukraine vereinbart

ANKARA (IZ). Die Ukraine hat das mit der Türkei vereinbarte Freihandelsabkommen ratifiziert, was Außenminister Fidan nach seinem Besuch in Kiew als „Meilenstein“ der Wirtschaftsbeziehungen bezeichnete. Zugleich drängte Ankara auf eine Wiederaufnahme direkter Friedensgespräche zwischen Moskau und Kiew unter türkischer Vermittlung. Zugleich drängte Ankara auf eine Wiederaufnahme direkter Friedensgespräche.

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Kurzmeldungen Inland (Nr. 374): von Auswanderung bis zur AfD

Kurzmeldungen syr

Die Kurzmeldungen aus dem Inland (Nr. 374) reichen vom AfD-Komplex, über die DITIB bis zu Muslimfeindlichkeit.

Rabbiner sieht Religionspraxis unter Druck

AMBERG (KNA). Der Präsident der Europäischen Rabbinerkonferenz, Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt, sieht religiöse Praktiken wie das Schächten oder die Beschneidung männlicher Kinder europaweit zunehmend unter Druck. Legitime Anliegen wie Tierschutz und Kindeswohl würden dabei gegen Religionsgemeinschaften ausgespielt, ohne dass diesen genügend Gehör gegeben werde, beklagte Goldschmidt am 4. Juli in Amberg. Betroffen seien nicht nur Juden, sondern auch Muslime.

abschiebe EU-Staaten Asyl kurzmeldungen

Foto: Rick, Adobe Stock

Ca. eine Millionen gehen jährlich weg

BERLIN (IZ). Rund eine Mio. Ausländer verlassen Deutschland jedes Jahr, viele kehren nach einigen Jahren Arbeit in ihre Herkunftsländer zurück. Zwischen 2012 und 2024 zogen 19,1 Mio. ausländische Staatsangehörige in die Bundesrepublik, 11,1 Mio. verließen das Land wieder. 2024 wurden knapp eine Mio. Fortzüge registriert, knapp ein Prozent weniger als im Vorjahr. Ende 2025 blieb die Zahl der im Ausländerzentralregister erfassten Ausländer mit gut 14 Mio. nahezu stabil.

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Foto: Deutscher Bundestag, Henning Schacht

Extremismus-Verdacht bei vielen AfD-Mitgliedern

BERLIN (IZ). Der Verfassungsschutz sieht eine weitergehende Radikalisierung in der AfD und ordnet inzwischen rund 28.000 der etwa 73.000 Parteimitglieder dem rechtsextremistischen Personenpotenzial zu. Nach dem jüngsten Jahresbericht stehen damit knapp 38 % der Mitgliedschaft unter Extremismusverdacht – deutlich mehr als die rund 10.000 Personen, die zuvor genannt wurden. Die Behörde verweist auf ein völkisch‑ethnisch definiertes Volksverständnis, rassistische und menschenfeindliche Aussagen führender Funktionäre.

Neues Gutachten zum Verbot der AfD

BERLIN (IZ). Die Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) hält die AfD nach einem umfangreichen Rechtsgutachten für „nachweislich verfassungswidrig“. Auf rund 1.500 Seiten kommt das Autorenteam zum Schluss, ein Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht hätte „wahrscheinlich Erfolg“. Die AfD verletze Demokratieprinzip und Menschenwürde, ziele auf die Unterdrückung politischer Gegner und die rechtliche Abwertung u.a. von Menschen mit Migrationsgeschichte, Muslimen und anderen.

Wahlergebnisse merz

Foto: Ryan Nash Photography, Shutterstock

Hat Springerchef Druck auf den Kanzler gemacht?

BERLIN (IZ). Ein Medienbericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland sorgt für Streit zwischen Kanzler Merz und Springer‑Chef Döpfner. Laut einem Podcast soll Döpfner Merz in vertraulichen Gesprächen gedrängt haben, die „Brandmauer“ zur AfD zu öffnen und eine Zusammenarbeit zu erwägen. Merz habe dies mit den Worten „nur über meine Leiche“ zurückgewiesen. Sowohl der Springer‑Verlag als auch das Kanzleramt bestreiten die Darstellung.

Senat: Fördergeldaffäre zieht weitere Kreise

BERLIN (IZ). In der Fördergeldaffäre um Projekte gegen Antisemitismus bescheinigt der Landesrechnungshof der Kulturverwaltung „evident rechtswidrige“ Vergabepraxis. Alle 13 Förderbescheide aus einem Sondertopf von 3,4 Mio. Euro seien ohne diskriminierungsfreies Auswahlverfahren, ohne inhaltliche Prüfung und teils an nicht gemeinnützige Träger vergeben worden. Politisch belastet sind Ex‑Kultursenator Chialo und seine Nachfolgerin Wedl‑Wilson.

pädagogi

Studien gehen von über 1 Mio. Muslimen aus

DÜSSELDORF (IZ). In NRW leben nach Landesangaben und einschlägigen Studien zwischen 1,3 und 1,5 Millionen Menschen muslimischen Glaubens. Das entspräche etwa 7-8 % der Bevölkerung. Ältere Untersuchungen wie „Muslimisches Leben in Nordrhein‑Westfalen“ sowie Auswertungen der Jungen Islam‑Konferenz bestätigen NRW als das Bundesland mit dem höchsten Bevölkerungsanteil und verorten hier rund ein Drittel der in Deutschland lebenden Muslime.

Die DITIB im Norden baut ihre Führung um

HAMBURG (IZ). Der Verband der DITIB Hamburg und Schleswig‑Holstein hat seine Führungsspitze neu geordnet. Der bisherige Landesvorsitzende Bülent Arlıoğlu und sein Stellvertreter Hakan Çakar legten ihre Ämter aus persönlichen Gründen nieder. Neuer Landesvorsitzender ist Tahsin Cem, zur Stellvertretung rücken Beyza Karabulut und Yakup Yalçın auf. Weitere Funktionen im Vorstand – darunter Landessekretär, Buchhalter, Frauen- und Jugendvorsitz – bleiben besetzt, Landesgeschäftsführer Furkan Bağlama bleibt im Amt.

Foto: Raimond Spekking | Lizenz: CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

DITIB warnt vor Zunahme von Attacken

KÖLN (IZ). Der türkisch-islamische Moscheeverband DITIB warnt vor einer deutlichen Zunahme islamfeindlicher Angriffe in Deutschland. Generalsekretär Eyüp Kalyon sagte dem „Tagesspiegel“, die Zahl der Übergriffe auf Moscheen habe sich in den Jahren 2024 und 2025 vervier- bis verfünffacht. Viele Muslime hätten inzwischen Angst, „dass noch Schlimmeres passieren könnte und Menschen zu Schaden kommen“, so Kalyon. Anlass der Warnung sind unter anderem Attacken auf Moscheen, bei denen Fassaden und Mauern mit Schweineblut beschmiert wurden.

IGMG: 1. Juli als „Prüfstein“ der Demokratie

KÖLN (IZ). Die IGMG sieht den 1. Juli, den Tag gegen antimuslimischen Rassismus, als Bewährungsprobe für Deutschlands Demokratie. Vorsitzende der Frauen- und Frauenjugendorganisation erinnern an den Mord an Marwa El‑Sherbini 2009 im Landgericht Dresden und fordern verlässliche Schutzkonzepte für Moscheen sowie muslimische Einrichtungen. Laut dem aktuellen zivilgesellschaftlichen Lagebild der Allianz CLAIM wurden 2025 bundesweit 4.096 antimuslimische Vorfälle registriert – im Schnitt elf pro Tag. „Im islamischen Verständnis ist die Würde des Menschen keine Gefälligkeit der Mehrheit, sondern eine Verpflichtung vor dem Schöpfer. Der 1. Juli ist daher kein muslimischer Sondergedenktag. Er ist ein demokratischer Prüfstein.“

klima muslime

Foto: Deutscher Bundestag/Marc-Steffen Unger

Wissenschaftlicher Dienst äußert Zweifel an Entwurf

WIESBADEN (IZ). Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages hält den hessischen Vorstoß, die Leugnung des Existenzrechts Israels unter Strafe zu stellen, für verfassungsrechtlich hoch problematisch. In einem Gutachten warnt er, der geplante Straftatbestand greife tief in die Meinungsfreiheit ein und lasse sich nicht ohne Weiteres auf die Wunsiedel‑Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts stützen. Die Ablehnung des Existenzrechts Israels sei rechtlich als subjektive Wertung und damit als Meinung zu werten, deren pauschale Kriminalisierung sich schwer mit dem Grundgesetz vereinbaren lasse.

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Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 373: von Krieg, Hunger und Klimawandel

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Die Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 373 reichen dieses Mal vom Nexus Krieg und Hunger, über die Folgen des Irankriegs bis zu Unfreiheit im Sahel.

Kriege in aller Welt verschärfen Hunger

NEW YORK (IZ). Internationale Experten warnen vor neuen Ernährungskrisen infolge der verschärften geopolitischen Spannungen. Kriege wie in der Ukraine und im Iran, Handelskonflikte sowie Sanktionen treiben die Preise für Energie, Dünger und Transporte in die Höhe und machen Lebensmittel für viele Länder des Globalen Südens unerschwinglich. Laut UN-Organisationen haben bereits heute Hunderte Millionen Menschen nicht genug zu essen. Weitere könnten in akute Hungerkrisen abrutschen, wenn Lieferketten erneut reißen bzw. Exportstopps verhängt werden. Besonders gefährdet sind importabhängige Staaten in Afrika, dem Nahen Osten und Teilen Asiens, die einen Großteil ihres Weizens, Mais oder Reises aus wenigen großen Exportländern beziehen. Fachleute fordern deshalb, Ernährungssicherheit stärker als geopolitische Schlüsselaufgabe zu behandeln, etwa durch Diversifizierung von Lieferketten, Schuldenerleichterungen und Investitionen in lokale Landwirtschaft.

Foto: Oxfam New Zealand, flickr

Klimawandel verschärft religiöse Konflikte

BERLIN (KNA). Der Wandel des Klimas eskaliert nach den Erkenntnissen einer neuen Studie bestehende religiöse Konflikte in Afrika. Das geht aus einer jetzt veröffentlichten Untersuchung des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) hervor. Demnach kommt es durch vom Klimaveränderung ausgelöste Dürren zu mehr Gewalt zwischen christlichen Bauern und muslimischen Hirten in Nigeria. Dabei zeigt sich, dass Trockenperioden nicht automatisch zu gewalttätigen Auseinandersetzungen um Land und knappe Ressourcen werden. Die Forscher werteten für ihre Studie Daten von 1997 bis 2020 für rund 300 Gebiete in Nigeria aus. Außerdem führten die Autoren eine eigene Umfrage im Bundesstaat Kaduna in Zentralnigeria durch. „Die negative Wechselwirkung zwischen Dürren und religiösen Spannungen schafft besonders günstige Bedingungen für das Entstehen von Konflikten“, so die Forscher.

Ägypten

Foto: Daniel Torok | Lizenz: gemeinfrei

NGOs: Trump setzt Sanktionen als Waffe ein

NEW YORK (IZ/IPS). Die Regierung von US-Präsident Donald Trump steht wegen ihres Umgangs mit Sanktionen international in der Kritik. Menschenrechtsorganisationen werfen Washington vor, wirtschaftliche Strafmaßnahmen gezielt als Druckmittel gegen internationale Gerichte und Institutionen einzusetzen, die Menschenrechtsverletzungen verfolgen. Im Zentrum steht der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag: Gegen seine Chefankläger und mehrere Richter verhängte die US-Regierung Einreiseverbote, fror mögliche Vermögenswerte ein und untersagte US-Bürgern finanzielle Transaktionen mit den Betroffenen.

Abkommen von heftigen Äußerungen begleitet

PARIS (IZ). Das von US-Präsident Donald Trump verkündete Rahmenabkommen mit dem Iran zur Beendigung des Krieges sorgt in den USA für heftige Reaktionen. Während das Weiße Haus die Einigung als historischen Erfolg und Voraussetzung für die Öffnung der Straße von Hormus darstellt, sprechen konservative Kommentatoren und Republikaner von „Kapitulation“, „Katastrophe“ und dem „schlimmsten außenpolitischen Fehler seit Jahrzehnten“. Besonders umstritten ist ein geplanter milliardenschwerer Wiederaufbaufonds für den Iran, den Kritiker mit einem „Marshallplan für ein weiterhin feindliches Regime“ vergleichen. Linguistinnen und Kommunikationsforscher verweisen darauf, dass der politische Streit von drastischer, teilweise vulgärer Sprache geprägt wird.

Foto: John Smith 2021, Shutterstock

Journalistinnen werden massiv behindert

KABUL (IZ/IPS). Unter den Taliban sind Journalistinnen in Afghanistan faktisch aus der öffentlichen Berichterstattung verdrängt. Nach Angaben von Medienorganisationen dürfen viele TV- und Radiomoderatorinnen nicht mehr vor die Kamera treten, in einigen Provinzen sind weibliche Stimmen im Rundfunk komplett verboten. Frauen, die weiterhin im Journalismus arbeiten, unterliegen strengen Kleidungs- und Verhaltensvorschriften, dürfen häufig weder Fragen an Regierungsvertreter richten noch politische Diskussionen moderieren. Zahlreiche Journalistinnen haben ihre Arbeit verloren oder das Land verlassen.

Europäer bereit für ein Ende von Sanktionen

BRÜSSEL (IZ). Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien haben ihre Bereitschaft erklärt, nach dem geplanten Friedensabkommen zwischen den USA und Iran wesentliche Sanktionen gegen Teheran aufzuheben. In einer gemeinsamen Erklärung begrüßten die vier Regierungschefs die Verständigung als „diplomatischen Durchbruch“, knüpften die Lockerung der Strafmaßnahmen jedoch an „klare und überprüfbare Schritte“ Irans zur Einschränkung seines Atomprogramms. Iran dürfe „niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelangen“, betonten sie und sagten enge Zusammenarbeit mit den USA, Iran und der Internationalen Atomenergieorganisation zu.

großbritannien

Symbolbild der britischen Polizei. (Foto: Shutterstuck, Alan Fraser Images)

Attentäter sticht aus Hass auf fünf Menschen ein

EDINBURGH (IZ). In Edinburgh ermitteln die schottische Anti-Terror-Einheit und Polizei Scotland nach einer Serie gewalttätiger Angriffe auf fünf Männer. Ein 36-jähriger weißer Schotte wurde festgenommen und wegen mehrerer Taten angeklagt. Premierminister Keir Starmer erklärte, der Verdächtige scheine aus „anti-muslimischem Hass“ gehandelt zu haben; mehrere Opfer sind nach Angaben muslimischer Organisationen Muslime, zwei wurden nach dem Verlassen einer Moschee attackiert. Muslimische Verbände sprechen von islamfeindlich motivierter, teils rechtsextrem beeinflusster Gewalt.

Emirate wollen eingefrorene Mittel freigeben

ABU DHABI (IZ). Die VAE sollen sich nach übereinstimmenden Medienberichten bereit erklärt haben, dem Iran eingefrorene Milliardenbeträge zugänglich zu machen. Nach Informationen von Reuters geht es um zunächst rund zehn Milliarden Dollar aus iranischen Öleinnahmen, die wegen US-Sanktionen auf ausländischen Konten blockiert waren; andere Quellen nennen bis zu 20 Milliarden Dollar. Im Gegenzug soll Teheran zugesagt haben, Raketen- und Drohnenangriffe auf das Golfemirat einzustellen und die Beziehungen – einschließlich Geheimdienstkooperation und Handel – schrittweise zu normalisieren.

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Foto: Aerial View/Adobe Stock

Trump droht bei Scheitern mit Gebühren

WASHINGTON (IZ). US-Präsident Trump droht für den Fall eines Scheiterns der Friedensverhandlungen mit dem Iran mit eigenen US-Durchfahrtsgebühren in der Straße von Hormus. Auf seiner Plattform Truth Social erklärte Trump, während der 60-tägigen Waffenruhe werde keine Maut erhoben, danach könnten die USA aber Gebühren verlangen, um ihre Rolle als „Schutzengel“ der Golfstaaten sowie vergangene und künftige Kosten zu vergüten. Die Meerenge ist derzeit nur eingeschränkt befahrbar.

7 Männer wegen Lynchmord verurteilt

TEL AVIV (IZ). In Israel sind sieben Männer wegen der tödlichen Attacke auf einen arabischen Mann während der nationalistischen Ausschreitungen im Mai 2021 schuldig gesprochen worden. Das Gericht in Tel Aviv wertete den Angriff, bei dem Sa’id Moussa aus seinem Auto gezerrt und von einem israelischen Mob bewusstlos geprügelt wurde, als rassistisch motivierten Lynchmord. Das Strafmaß steht noch aus. Menschenrechtsgruppen sehen in dem Urteil ein seltenes, aber wichtiges Signal gegen religiös-nationalistische Gewalt.

Jemen Kurzmeldungen

Foto: Islamic Relief Deutschland

UN fordert dringende Erhöhung der Hilfen

GENF (IZ). Die Vereinten Nationen haben angesichts neuer Warnungen vor wachsender Ernährungsunsicherheit im Jemen zu einer raschen Aufstockung der Hilfsgelder aufgerufen. Laut Analysen der IPC-Klassifizierung drohen in mehreren Regionen des Landes in den kommenden Monaten akute Hungerkrisen, wenn Lebensmittelhilfen weiter gekürzt werden müssen. Bereits jetzt sind UN-Programme zur Ernährungssicherung und Gesundheitsversorgung chronisch unterfinanziert, sodass Millionen Menschen nur noch reduzierte Rationen erhalten. UN-Vertreter fordern die Geberstaaten auf, zugesagte Beiträge vollständig auszuzahlen und neue Mittel bereitzustellen.

Imam wurde vor seiner Moschee angegriffen

VICTORIA (IZ). Im kanadischen Victoria ist ein Imam vor einer Moschee Opfer eines mutmaßlich antimuslimischen Angriffs geworden. Nach Angaben des National Council of Canadian Muslims saß Sheikh Ebrahim in seinem geparkten Auto nahe der Moschee, als ein Mann die Tür aufriss, ihn beschimpfte und mit den Worten „Geh zurück in dein Land“ attackierte. Der Imam blieb körperlich unverletzt, zeigte den Vorfall bei der Polizei an. Ein Verdächtiger wurde später festgenommen. Muslimische Verbände verurteilten den Angriff als Ausdruck wachsender Islamfeindlichkeit und forderten besseren Schutz für Gemeinden.

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Foto: Shutterstock

Trotz Waffenruhe fliegt Israel Angriffe

BEIRUT (IZ). Trotz vereinbarter Waffenruhe sind bei israelischen Luftangriffen im Libanon nach Angaben staatlicher Stellen mindestens 35 Menschen getötet worden. Besonders betroffen waren Orte im Süden des Landes, darunter Nabatija und Qennarit. Unter den Toten sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums auch Zivilisten; Dutzende wurden verletzt. Die libanesische Armee wirft Israel vor, mit den Angriffen eine politische Lösung zu torpedieren.

Eine christliche Gemeinde schrumpft massiv

MÜNCHEN (KNA/IZ). Die israelischen Attacken auf Ziele der militanten Hisbollah haben nach Angaben des katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ negative Folgen für Christen in dem Land im Nahen Osten. So ist die christliche Gemeinde im südlibanesischen Dorf Al-Kfour binnen weniger Monate nahezu verschwunden, wie es am 16. Juni mitteilte. Von einst rund 120 Gläubigen leben demnach heute nur noch knapp ein Dutzend dauerhaft vor Ort. Pfarrer Youssef Semaan sagte, seit Beginn der jüngsten Eskalation Anfang März seien viele Familien geflohen. Die Menschen stünden vor einer schweren Entscheidung: bleiben und das Leben riskieren – oder die Heimat verlassen.

Genozid Folter Kriegsverbrechen

Normalisierung an Palästinenser geknüpft

RIAD (IZ). Saudi-Arabien knüpft eine mögliche Normalisierung der Beziehungen zu Israel weiter klar an die Gründung eines unabhängigen Palästinenserstaats. Ein namentlich nicht genannter saudischer Regierungsvertreter betonte laut CNN, ohne einen „klaren und definitiven Weg“ zu einem solchen Staat werde es kein Abkommen geben; jedes künftige Arrangement müsse glaubwürdige Garantien für eine Zwei-Staaten-Lösung enthalten. Riad halte unverändert an der Position fest, dass Frieden und Stabilität in der Region eine „gerechte und umfassende Lösung“ der Palästina-Frage voraussetzen, einschließlich der Gewährleistung der legitimen Rechte der Palästinenser.

Stelle verzeichnet Anstieg von Angriffen

WIEN (IZ). Die Dokumentationsstelle Islamfeindlichkeit und antimuslimischer Rassismus hat für 2025 einen neuen Höchststand an Übergriffen in Österreich verzeichnet. Dem Jahresbericht zufolge wurden 1.684 rassistische Vorfälle gegen Musliminnen, Muslime und muslimisch wahrgenommene Personen registriert, darunter ein rassistisch motivierter Mord. 63 Prozent der Fälle ereigneten sich online; offline dominierten Hassäußerungen und Beleidigungen. Besonders häufig gingen die dokumentierten Vorfälle von Medien, Bildungsinstitutionen und Politik aus. Die Dokustelle warnt vor gesellschaftlicher Spaltung und fordert einen Nationalen Aktionsplan.

Foto: Montecruz Photos, via flickr | Lizenz: CC BY-SA 2.0

Israel genehmigt neue Siedlerwohnungen

JERUSALEM (KNA/IZ). Israel hat den Bau von 2.162 weiteren Wohnungen in mehreren Siedlungen im besetzten Westjordanland genehmigt. Unter anderem soll die Siedlung Har Bracha unweit der palästinensischen Stadt Nablus mit 922 neuen Wohnungen ihre Größe verdreifachen, teilte der rechtsradikale Politiker Smotrich mit. International wird Israels Siedlungspolitik in den besetzten Gebieten verurteilt. Die dortigen Siedlungen seien illegal und ein maßgebliches Hindernis für einen nachhaltigen und gerechten Frieden.

UN-Bericht wirft Hamas systematische Gewalt vor

GAZA (IZ). Ein UN-Bericht wirft der im Gazastreifen herrschenden Hamas systematische Gewalt gegen Palästinenser vor. Demnach dokumentierte das UN-Menschenrechtsbüro zwischen August 2024 und Januar 2026 mindestens 249 Fälle willkürlicher Bestrafung, bei denen 108 Menschen getötet wurden. Dazu zählen außergerichtliche Hinrichtungen, Folter und Verstümmelungen, etwa gezielte Schüsse in die Knie („Kneecapping“) oder das Brechen von Knochen mit Metallstangen und Betonblöcken.

Sahel-Staaten schränken Freiheiten ein

GENF (IZ). In den Sahel-Staaten Mali, Burkina Faso und Niger verschärfen die Militärregime ihren Kurs gegen kritische Stimmen. Laut Menschenrechtsorganisationen und Berichten werden Journalistinnen und Aktivisten zunehmend festgenommen, eingeschüchtert oder ins Exil gedrängt. Regierungen nutzen vage Anti-Terror- und Desinformationsgesetze, um Berichterstattung über Sicherheitslage, Armee und Milizen zu unterbinden; unabhängige Medienhäuser wurden geschlossen oder ihre Lizenzen entzogen. In Burkina Faso erklärte Junta-Chef Ibrahim Traoré, das Land müsse „die Demokratie vergessen“, sie „töte“ das Land.

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Kurzmeldungen Inland (Nr. 373): von Muslimfeindlichkeit bis zur Anzahl der Muslime in Deutschland

Kurzmeldungen Muslimfeindlichkeit

Die Kurzmeldungen aus dem Inland (Nr. 373) reichen von Muslimfeindlichkeit im Land, über politische Gewalt bis zu einem Friedhof für Kassel.

CLAIM zu Muslimfeindlichkeit: tausende Fälle

BERLIN (IZ). CLAIM verweist in einem aktuellen Überblick auf mehrere tausend dokumentierte antimuslimische Vorfälle innerhalb eines Jahres. Erfasst werden nicht nur Angriffe auf Moscheen und muslimische Einrichtungen, sondern auch Beschimpfungen im Alltag, Benachteiligung auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt sowie Hass und Verschwörungserzählungen im Netz. Die Dunkelziffer gilt als deutlich höher, weil viele Betroffene Vorfälle aus Angst, Scham oder mangelndem Vertrauen in Behörden gar nicht melden. Die Organisation kritisiert, dass das Thema häufig nur selektiv thematisiert wird – etwa nach spektakulären Anschlägen, während strukturelle Diskriminierung und die Erfahrungen im Schatten des Alltags unsichtbar bleiben. Für muslimische Organisationen ist die Datensammlung zugleich ein wichtiges Instrument, um zu zeigen: Es geht nicht um Einzelfälle, sondern um ein Muster.

Foto: DABLJU/Adobe Stock

Politisch motivierte Gewalt auf Rekordniveau

BERLIN (IZ). Die politisch motivierte Kriminalität hat im Jahr 2025 ein Rekordniveau erreicht: ca. 86.000 Delikte wurden erfasst – so viele wie nie zuvor seit Einführung der Statistik. Die Spannbreite reicht von Propagandadelikten und Bedrohungen bis zu Körperverletzungen und schweren Angriffen, die aus rechten, linken oder religiös-extremistischen Motiven begangen werden. Behörden warnen, dass insbesondere rechtsextreme Netzwerke Gewalt strategisch einsetzen, um die Gesellschaft zu polarisieren.

Strafe für Hassmail gegen Muslime und Giffey

BERLIN (IZ). In Berlin ist ein 44-jähriger Mann zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil er in einer E-Mail Muslimen den Tod wünschte und die Senatorin Franziska Giffey massiv beleidigte. Die Nachricht war kein Einzelfall, sondern steht exemplarisch für einen digitalen Alltag, in dem Politikerinnen und Muslime regelmäßig Zielscheibe von Hass werden. Das Gericht wertete die E-Mail als Volksverhetzung und öffentliche Aufforderung zu Straftaten; die verhängte Geldstrafe von 2.250 Euro soll deutlich machen, dass solche „Entgleisungen“ nicht unter Meinungsfreiheit fallen.

kurzmeldungen inland

Foto: U. J. Alexander/Adobe Stock

Mehr Hass auf Sinti und Roma dokumentiert

BERLIN (IZ). Die Melde- und Informationsstelle Antiziganismus hat für 2025 einen neuen Höchststand von 2.076 antiziganistischen Vorfällen registriert – ein Plus von rund 24 %. Besonders häufig erleben Sinti und Roma Diskriminierung im Kontakt mit staatlichen Stellen: 428 Fälle betreffen Behörden, in 29 % der dokumentierten Vorfälle seien Polizisten involviert. Neben Stereotypisierungen und Herabwürdigungen, die mit 1.193 Fällen den größten Block bilden, verzeichnet MIA 55 körperliche Angriffe und acht Fälle extremer Gewalt.

AIWG hielt ihren Fachkongress ab

FRANKFURT (IZ). Am 12. und 13. Juni fand der Fachkongress der Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft (AIWG) statt, zu dem Forschende, Studierende, Pädagogen und Vertreter muslimischer Organisationen zusammenkamen. In Panels und Workshops ging es um die Rolle islamischer Theologie an deutschen Universitäten, Fragen religiöser Autorität, muslimische Wohlfahrtsarbeit sowie um neue Formate von Bildung für Kinder und Jugendliche. Diskutiert wurde auch, wie sich muslimische Lebensrealitäten in Lehrplänen, Medien und Politik besser abbilden lassen.

Foto: Jean-Luc, Adobe

GfbV kritisiert China-Reise von Reiche

GÖTTINGEN (IZ). Die Gesellschaft für bedrohte Völker warf der Bundesregierung vor, bei China-Reisen Menschenrechte systematisch auszuklammern. Anlass war der Besuch von Wirtschaftsministerin Reiche in Peking, bei dem weder die Verfolgung der Uiguren in Xinjiang noch Zwangsarbeit und Unterdrückung von Minderheiten thematisiert worden seien. Damit setze sie die Linie von Kanzler Merz fort, der bereits im Februar ohne öffentliche Menschenrechtsforderungen nach China gereist war.

Neue muslimische Grabfelder in Kassel

KASSEL (IZ). Die Stadt reagiert auf die wachsende Nachfrage nach muslimischen Bestattungen und richtet auf dem Hauptfriedhof zusätzliche Grabfelder ein. Die erweiterten Flächen sind nach Mekka ausgerichtet, erfüllen die für muslimische Beerdigungen relevanten religiösen Vorgaben und sollen über Jahre hinweg zusätzliche Kapazität schaffen. Für die lokale Community ist das mehr als ein verwaltungstechnischer Akt. Viele Familien standen bislang vor der Entscheidung, ihre Verstorbenen ins Herkunftsland zu überführen, obwohl die Kinder und Enkel längst in Deutschland verwurzelt sind.

CDU-Mitglied wünscht Muslimen den Tod

KREFELD (IZ). In Krefeld sorgt ein Video für große Verunsicherung unter Muslimen: Ein 23-jähriges CDU-Mitglied soll darin sagen, man solle sie „lieber umbringen lassen – so vergasen oder so“ und dabei ausdrücklich auf die Ermordung der Juden Bezug nehmen. Muslimische Vertreter in NRW warnen, solche Entgleisungen blieben nicht ohne Wirkung auf das Sicherheitsgefühl in Gemeinden und Moscheen. Viele fragten sich, wie tief enthemmter Hass inzwischen in der sogenannten politischen Mitte verankert ist und ob Staat und Parteien Muslime wirklich wirksam schützen.

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Foto: Andreas Prott, Adobe Stock

Umfrage: Christen wählen seltener die AfD

KÖLN (KNA). Der Anteil von potenziellen AfD-Wählern ist unter Katholiken und Angehörigen evangelischer Landeskirchen geringer als der Gesamtbevölkerung. Das geht aus einer Yougov-Umfrage im Auftrag der KNA hervor. Die katholische Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hatten die AfD mehrfach als für Christen nicht wählbar bezeichnet. Demnach würden 29 % aller Wähler die AfD wählen, wenn Bundestagswahl wäre. Bei den Mitgliedern der katholischen Kirche und der evangelischen Landeskirchen wären es jeweils 24 %. Menschen, die keiner Religion angehören, gaben zu 32 % an, sie wählen zu wollen.

Das BamF geht von mehr Muslimen im Land aus

NÜRNBERG (KNA/IZ). In der Bundesrepublik wächst die Zahl der Muslime. Laut einer neuen Hochrechnung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) lebten 2025 6,6 bis 7 Mio. in Deutschland. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung liegt damit zwischen 8,0 und 8,5 %. Gegenüber der letzten (für das Jahr 2019) entspricht dies einem Anstieg um 1,6 bis 1,8 Prozentpunkte. Damals gab das Bamf die Zahl der Muslime mit 5,3-5,6 Mio. an. Ein wichtiger Grund für den Zuwachs sei Zuwanderung , erklärte Anja Stichs, Wissenschaftlerin am Bamf-Forschungszentrum.

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Kurzmeldungen Inland (Nr. 372): von einer ausgeschlagenen Einladung bis zu einem Friedhof

idriz kurzmeldungen

Die Kurzmeldungen aus dem Inland (Nr. 372) reichen von rechter Ideologie über die ausgeschlagene Einladung von Benjamin Idriz bis zu einem neuen Friedhof.

Prozessbeginn wegen versuchten Mordes

AUGSBURG (IZ). In Augsburg hat vor der Jugendkammer des Landgerichts der Prozess gegen einen 15-Jährigen begonnen, der auf dem Pausenhof einer Mittelschule im bayerischen Friedberg zwei Schüler mit einem Hammer attackiert haben soll. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung aus rassistischen und islamfeindlichen Motiven vor: Der Jugendliche soll am 2. Oktober 2025 gezielt Menschen mit islamischer Religionszugehörigkeit und ausländischer Herkunft töten wollen, zwei Jungen mit irakischen und kosovarischen Wurzeln wurden leicht bis mittelschwer verletzt.

AfD: CDU sieht „Abstieg für Deutschland“

BERLIN (IZ). Die CDU hat eine 34-seitige Broschüre mit dem Titel „Abstieg für Deutschland. Keine Alternative“ vorgelegt, in der sie die AfD scharf als demokratiefeindlich, antisemitisch und völkisch charakterisiert. Das Papier listet Zitate prominenter AfD-Politiker auf, verweist auf Einstufungen einzelner Verbände als rechtsextremistisch durch Verfassungsschutzbehörden und wirft der Partei vor, einen Einparteienstaat anzustreben sowie „Remigration“ als Chiffre für Deportationen zu propagieren. Zudem hebt die CDU judenfeindliche Positionen und rassistische Erzählmuster in der AfD hervor, die sich laut Kritikern auch gegen Muslime richten.

kurzmeldungen

Foto: Deutscher Bundestag/Thomas Imo/photothek

Kanzler geht nicht auf Einladung von Imam ein

BERLIN (IZ). Der Penzberger Imam Benjamin Idriz hat Bundeskanzler Friedrich Merz für dessen Umgang mit der von ihm selbst angestoßenen Debatte über das Frauenbild im Islam kritisiert. Idriz hatte Merz Ende März einen Brief geschrieben, in dem er dessen pauschale Aussagen beanstandete, die Lebensrealität muslimischer Frauen betonte und den Kanzler zu einem Besuch der Gemeinde in Penzberg einlud. In der eingegangenen Antwort aus dem Bundeskanzleramt werde zwar der Dialog mit Muslimen gewürdigt und auf Formate wie die DIK verwiesen, auf die inhaltliche Kritik und die Einladung gehe das Schreiben nicht ein. Der Imam bezeichnete die Absage als verpasste Chance für einen ehrlichen Austausch.

Pergamonmuseum soll im Juni 2027 eröffnen

BERLIN (KNA/IZ). Das Pergamonmuseum auf der Berliner Museumsinsel öffnet nach jahrelanger Schließung am 4. Juni 2027 wieder in Teilen seine Türen fürs Publikum. Dann sind unter anderem der berühmte Pergamonaltar, der seit 2014 nicht mehr zugänglich war, und die komplett neue Dauerausstellung des Museums für Islamische Kunst sowie babylonische Highlights wieder zu sehen, wie die Stiftung Preußischer Kulturbesitz Anfang Mai ankündigte. Seit Oktober 2023 ist das Museum wegen Sanierungsarbeiten komplett geschlossen. Erst 2037 soll es wieder vollständig öffnen.

Prediger solingen magdeburg

Symbolfoto: FooTToo, Shutterstock

Lehrer wegen Missbrauch von Kindern verurteilt

ELLWANGEN (IZ). Wegen sexuellen Missbrauchs und Körperverletzung an Minderjährigen ist ein 35-jähriger Islamlehrer vom Landgericht Ellwangen zu acht Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Der als Islamlehrer in einem muslimischen Schülerwohnheim in Giengen an der Brenz tätige Erzieher wurde in 18 Fällen schuldig gesprochen, darunter Verbrechen wie Vergewaltigung, sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen und Kindern.

Pro Asyl: Abschiebedeal wertet Taliban auf

FRANKFURT (KNA). Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl beklagt die Zusammenarbeit der Bundesregierung mit den Taliban und fordert einen Stopp der Abschiebungen nach Afghanistan. In dem Land bauten sie ihre Herrschaft aus Rechtlosigkeit, Willkür und Brutalität immer weiter aus. Zugleich stecke Afghanistan in einer tiefen humanitären Krise, kritisierte Pro Asyl am 20. Mai. Dennoch erteile das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge alleinstehenden Männern immer seltener Schutz, die Bundesregierung setze Aufnahmeprogramme aus, verhindere Familiennachzug und forciere Abschiebungen in das Land.

Foto: DITIB Zentralmoschee Köln, Facebook

Unbekannte verschandeln eine DITIB-Moschee

MEMMINGEN (IZ). Unbekannte haben die DITIB-Moschee im bayerischen Memmingen mit Tierblut beschmiert und einen abgetrennten Schweinekopf auf ein Halbmond-Symbol am Eingangsbereich gespürt. Staatsschutz und Generalstaatsanwaltschaft München ermitteln wegen Beschimpfung einer Religionsgemeinschaft und gemeinschädlicher Sachbeschädigung. Die Behörden gehen von einem islamfeindlichen bzw. fremdenfeindlichen Motiv aus. Der Zentralrat der Muslime verurteilte die Tat als gezielten Einschüchterungsversuch und forderte vom Bundesinnenministerium konsequente Maßnahmen gegen antimuslimischen Rassismus sowie besseren Schutz für Moscheegemeinden.

Muslimisches Leben nicht politisch aufladen!

MÜNCHEN (IZ). Die Islamische IGMG hat den Versuch der bayerischen Staatsregierung kritisiert, alltägliches muslimisches Leben in Bayern sicherheitspolitisch aufzuladen und so als potenzielle Bedrohung darzustellen. In einer Stellungnahme warnt die Gemeinschaft vor einer politischen Rhetorik, die Moscheegemeinden und religiöse Praxis unter Generalverdacht stelle und damit gesellschaftliche Spannungen verschärfe. Stattdessen fordert die IGMG eine auf Gleichbehandlung und Grundrechten basierende Politik, die Muslime als selbstverständlichen Teil der demokratischen Gesellschaft anerkennt.

Treffen darf „Deportationskonferenz“ heißen

POTSDAM (IZ). Der Gründer des „Zentrums für Politische Schönheit“, Philipp Ruch, darf das rechtsextreme Treffen im November 2023 in einem Potsdamer Hotel weiter als „Potsdamer Deportationskonferenz“ bezeichnen. Der 10. Zivilsenat des Kammergerichts hob eine einstweilige Verfügung des Landgerichts Berlin II auf, mit der der Jurist Ulrich Vosgerau Ruch diese Bezeichnung untersagen wollte.

Bestattungen Friedhöfe Tod

Foto: IGMG Berlin

Ein muslimischer Friedhof rückt näher

WUPPERTAL (IZ). In Wuppertal rückt der erste eigenständig von Muslimen getragene Friedhof näher: Ende April hat Oberbürgermeisterin Scherff dem Trägerverein „Muslimische Friedhöfe Wuppertal“ die Baugenehmigung für das 19.000 Quadratmeter große Areal an der Krummacherstraße in Varresbeck überreicht. Nach mehr als 15 Jahren Planung soll dort eine Ruhestätte mit bis zu 1.000 Gräbern entstehen – in Nachbarschaft zu christlichem und jüdischem Friedhof, als Ausdruck religiöser Selbstbestimmung und sichtbarer Teilhabe von Muslimen in der Stadtgesellschaft.

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Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 371: vom Iran-Krieg bis zur Relevanz des Sudan

bomben iran kurzmeldungen vali nasr

Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 370: In dieser Ausgabe behandeln wir u.a. den Iran-Krieg, den Tod von Flüchtlingen sowie die Lage in Palästina.

Globale Krise: Guterres verlangt Hormus-Öffnung

NEW YORK (MEMO). UN-Generalsekretär Antonio Guterres forderte am 27. April laut Anadolu angesichts der ins Stocken geratenen Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran die Wiederöffnung der Straße von Hormus. „Ich appelliere an die Parteien: Öffnet die Straße. Lasst die Schiffe passieren. Keine Gebühren. Keine Diskriminierung. Lasst den Handel wieder laufen. Lasst die Weltwirtschaft atmen“, sagte Guterres bei einer hochrangigen Debatte des UN-Sicherheitsrats zur maritimen Sicherheit. Die Straße von Hormus – durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Öls und Flüssigerdgases fließt – ist seit Anfang März von erheblichen Störungen betroffen, nachdem die USA und Israel am 28. Februar eine gemeinsame Offensive gegen den Iran gestartet hatten. Der Krieg ist derzeit unterbrochen, und es laufen Bemühungen, ihn dauerhaft zu beenden. „Seit Anfang März hat die Unterbrechung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus die globale Energiesicherheit, die Nahrungsmittelversorgung und den Handel beeinträchtigt. Die Straße von Hormus ist einer der weltweit kritischsten maritimen Engpässe“, sagte Guterres. Eine sichere, ungehinderte Durchfahrt sei ein wirtschaftliches und humanitäres „Gebot“, sagte er und fügte hinzu: „Der wirtschaftliche Schock war unmittelbar – und jeder zahlt den Preis dafür.“ Er betonte, dass das Völkerrecht gewahrt werden müsse, einschließlich der durch das Seerecht garantierten Navigationsrechte. Er verwies auf die Resolution 2817 des UN-Sicherheitsrats und betonte, dass die sichere und ungehinderte Durchfahrt durch die Meerenge ein grundlegendes Prinzip sei.

Foto: Nick Brundle

Jerusalem: Schutz der heiligen Stätten gefordert

AMMAN (KNA). Mehrere arabische Länder haben Israel wiederholte Verstöße gegen den historischen und rechtlichen Status quo an muslimischen und christlichen heiligen Stätten in Jerusalem vorgeworfen. Die Stätten müssten geschützt und ihr Status gewahrt werden, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Außenminister Jordaniens, der Vereinigten Arabischen Emirate, Indonesiens, Pakistans, der Türkei, Saudi-Arabiens, Katars und Ägyptens vom 23. April. Unter anderem verurteilten die Unterzeichner das Verhalten radikaler jüdischer Israelis, die wiederholt und unter dem Schutz der dortigen Polizei in provokanter Weise auf das Gelände des Haram al-Scharif eindrangen und israelische Flaggen hissten. Dies sei eine nicht hinnehmbare Provokation gegenüber Muslimen weltweit und verletze die Heiligkeit Jerusalems.

Rund 8.000 Menschen bei Flucht gestorben

GENF (KNA). Europa verzeichnete zuletzt einen Rückgang der Migration. Dabei haben sich die globalen Fluchtrouten nach UN-Angaben nur verschoben. Die Suche nach einer sicheren und gedeihlichen Existenz endet für viele mit dem Tod. Fast 8.000 Migranten sind im vergangenen Jahr tot oder vermisst gemeldet worden. Damit stieg die Zahl derer, die weltweit seit Beginn der Datenerfassung 2014 auf dem Weg zu einem besseren Bestimmungsort ums Leben kamen, auf über 82.000, wie die Internationale Organisation für Migration am 21. April mitteilte. Nach dem Rekord im Vorjahr mit knapp 9.000 Toten ist das ein leichter Rückgang. Zwar gehe in einigen Regionen die Zahl zurück; allerdings verlagerten sich nur die Migrationsrouten. Der „menschliche Preis für unsichere Migration“ steige weiter an, hieß es. „Weniger Bewegungen bedeuten nicht automatisch sicherere Reisen“, hieß es in der Mitteilung. Um Menschenleben zu retten, brauche es engere internationale Zusammenarbeit und dauerhafte Investitionen in evidenzbasierte Maßnahmen.

Söldner

Foto: Telegram/Russian Union Of International Security Officers

Moskau „nutzt“ Afrikaner als „Kanonenfutter“

KAIRO (IPS/IZ). Russland intensiviert die Rekrutierung afrikanischer Männer als Kanonenfutter im Ukraine-Krieg. Laut IPS-Analyse sind 1.417 Fälle dokumentiert, hauptsächlich aus Ägypten, Kamerun und Ghana; 22 Prozent (316) starben, oft nach nur sechs Monaten. Mit falschen Versprechen von Jobs als Sicherheitskräfte oder Handwerker werden sie nach Russland gelockt, zu russischsprachigen Verträgen gezwungen und mit minimaler Ausbildung an die Front geschickt. Diese Strategie knüpft an Putins Afrika-Politik an: Wagner-Nachfolger in Ländern wie Mali und Zentralafrika sichern Rohstoffe im Tausch gegen Söldner. Mittelsmänner wie Social-Media-Influencer und Schlepper profitieren; Jacob Zumas Tochter soll Südafrikaner angeworben haben. Mehrere Staaten handeln: Kenia holt Gefangene zurück, Ghana meldet 55 Tote und fordert Freilassungen, Südafrika verhaftet Netzwerke. Doch viele Regierungen schweigen aus Rücksicht auf Moskau. Zivile Hilfe gegen Armut ist gefordert.

Opfer lehnen Verlegung von Mörder Mladic ab

DEN HAAG (IZ). Opferverbände des Bosnienkriegs lehnen eine Verlegung des Kriegsverbrechers Ratko Mladić nach Serbien ab. Fünf Organisationen warnten IRMCT-Präsidentin Graciela Gatti Santana in einem Brief vor einer „schweren Ungerechtigkeit“ gegenüber den Opfernfamilien. Der 84-Jährige, seit 2017 zu lebenslanger Haft verurteilt wegen Völkermordes in Srebrenica (über 8.000 Tote) und weiterer Verbrechen, erlitt vor wenigen Wochen einen Schlaganfall. In Serbien verehren viele Mladić als Helden. Die Entscheidung des Internationalen Mechanismus für Strafgerichtshöfe steht aus.

Foto: Mohammad Mojibur Rahman/IPS

Hunderte im letzten Jahr bei Flucht gestorben

GENF (KNA). Weiter machen sich Tausende Angehörige der muslimischen Minderheit in Myanmar auf die Flucht. Das vergangene Jahr war für sie das tödlichste seit Beginn der UN-Aufzeichnungen. Fast 900 Rohingya-Flüchtlinge sind nach UN-Angaben im vergangenen Jahr in der Andamanensee und im Golf von Bengalen gestorben oder verschollen. Dies war die höchste Zahl von Opfern seit Beginn der Aufzeichnungen über die Flucht auf dem Seeweg in Süd- und Südostasien, teilte der Sprecher des Flüchtlingshilfswerks UNHCR Babar Baloch mit. Trotz der hoher Risiken begeben sich weiterhin Tausende Rohingya-Flüchtlinge auf den Seeweg. Gründe sind anhaltende Konflikte, Verfolgung und fehlende Aussichten auf Staatsbürgerschaft. Die Boote, die oft überfüllt und seeuntüchtig sind, legen meist von Cox’s Bazar in Bangladesch oder vom Rakhaing-Staat in Myanmar ab.

Europarat rügt Deutschland bei Grundrechten

STRASSBURG (KNA/IZ). Der Schutz jüdischen Lebens und Israels vor Angriffen hat hier hohen Stellenwert. Aus Sicht des Menschenrechtskommissars des Europarats schränken deutsche Behörden dabei Grundrechte unverhältnismäßig ein. Der Menschenrechtskommissar des Europarates, Michael O’Flaherty, hat sich besorgt über zunehmende Gewalt und Drohungen gegen Juden und jüdische Einrichtungen in Deutschland geäußert. Zugleich bekundete er in einem am 22. April in Straßburg veröffentlichten Bericht Sorge angesichts einer aus seiner Sicht unangemessene Anwendung des Antisemitismus-Begriffs. Damit würde legitime Kritik eingeschränkt.

Foto: ICJ

Prozess wirft ein Licht auf Rohingya-Genozid

JAKARTA (IPS/Z). Indonesien ermöglicht erstmals Genozidanklage gegen Myanmars Junta-Chef Min Aung Hlaing. Rohingya-Aktivistin Yasmin Ullah reichte am 13. April Klage beim Generalstaatsanwalt ein: Verantwortung für 2017-Massaker mit 24.000 Toten, Vergewaltigungen und Vertreibung von 700.000 Muslimen. Neue Strafgesetze erlauben universelle Gerichtsbarkeit für Völkerrechtsverbrechen. Der Putschist und neue Präsident steht unter ICC-Haftbefehl und vor IGH-Anhörungen (Gambia-Klage seit 2019). Ähnliche Fälle in Argentinien und Timor-Leste; Myanmar reagiert mit Diplomaten-Ausweisungen. Als UN-Menschenrechtsratspräsident 2026 kann Indonesien den Druck verstärken.

Trump: Blockade ist ein „sehr gutes Geschäft“

WASHINGTON (MEMO/IZ). US-Präsident Trump bezeichnete die Blockade der Straße von Hormus als „ein sehr gutes Geschäft“. Bei einer Lagebesprechung im Lageraum des Weißen Hauses erklärte er, die Sperrung iranischer Häfen und Ölexporte sei wirtschaftlich lukrativ. Die Meerenge, durch die ein Fünftel des Weltöls fließt, ist seit Februar 2026 umkämpft. Nach gescheiterten Verhandlungen in Islamabad ordnete Trump das Abfangen von Schiffen an – auch für Mautzahler an Teheran. Die Ölpreise stiegen danach auf über 100 Dollar.

jerusalem

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Aktivisten: mehr Siedler in Ost-Jerusalem

JERUSALEM (KNA/IZ). Im Ostjerusalemer palästinensischen Stadtviertel Scheich Jarrah soll eine strengreligiös-jüdische Religionsschule (Jeschiwa) gebaut werden. Die Organisation Ir Amim (Stadt der Völker) warnte am 23. April: „Sollte der Plan umgesetzt werden, würde dies die Präsenz von Siedlern im Viertel erheblich verstärken, Sicherheitsbedenken bei den palästinensischen Bewohnern schüren und den Charakter des Ortes weiter verändern“. Die NGO setzt sich für ein friedliches Zusammenleben von Israelis und Palästinensern ein. Der Streit um Scheich Jarrah hält seit langem an.

Warnung vor „Feindseligkeit“ gegen Christen

ROM (IZ). Italien warnt vor wachsender Feindseligkeit gegenüber Christen nach israelischem Angriff auf eine Nonne in Jerusalem. Außenminister Antonio Tajani rief zu besserem Schutz in Israel, Gaza, Westjordanland und Südlibanon auf: „Ein Bild zunehmender Feindschaf zeichnet sich ab“. Der Vorfall passe in eine Serie von Einschränkungen. Regierungschefin Giorgia Meloni nannte es eine Beleidigung der Religionsfreiheit; der Tel Aviver Botschafter wurde einbestellt. Der Vatikan und die EU kritisierten Angriffe auf Klöster wie die Dormitio-Abtei.

Foto: IDF Spokesperson’s Unit, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-SA 3.0

Die Opferzahlen steigen auf 2.659 Kriegstote

BEIRUT (IZ). Die Zahl der Toten durch Angriffe während israelischer Operationen im Libanon sind auf 2.659 Opfer gestiegen, meldet das dortige Gesundheitsministerium. 7.863 wurden seit März verletzt. Und mehr als eine Million Vertriebene und Milliardenschäden belasten das Land. Trotz der US-iranischen-Waffenruhe halten die Kämpfe gegen die Hisbollah an. Bei jüngsten Luftangriffen im Südlibanon starben 12 Menschen, darunter ein Kind, 25 wurden verletzt. Die WHO dokumentierte mittlerweile 92 Angriffe auf Kliniken und Brückenzerstörungen, was Hilfen behindert.

CNN: Bisher Angriffe auf 16 US-Militärbasen

ANKARA (IZ). Der Iran und seine Verbündeten haben im jüngsten militärischen Konflikt nicht weniger als 16 US-Basen in acht Ländern des Nahen Ostens angegriffen, wobei einige davon „praktisch unbrauchbar“ wurden, berichtete CNN am 1. Mai unter Berufung auf Quellen. Der Bericht stützte sich auf Dutzende von Satellitenbildern und Interviews mit ihnen aus den USA und den arabischen Golfstaaten, und die betroffenen Einrichtungen machen den „Großteil der US-Militärstützpunkte“ in der Region aus. „Es gab ein breites Spektrum an Einschätzungen“, sagte eine Quelle. „Von einer ziemlich dramatischen Sichtweise, wonach die gesamte Anlage zerstört ist und stillgelegt werden muss, bis hin zu Führungskräften, die sagen, dass es sich lohnt, diese Anlagen zu reparieren, da sie den USA einen strategischen Vorteil verschaffen.“

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Terroranschlag auf Impfteam gegen Polio

ISLAMABAD (KNA). Pakistan ist einer der letzten Staaten weltweit, in denen Polio noch nicht ausgerottet ist. Die Regierung hatte dafür eine Impfkampagne gestartet. Für die Gesundheitshelfer ist die Arbeit aber brandgefährlich. Bei einem islamistischen Angriff auf ein Polioimpfteam sind am 13. April ein Polizist getötet und vier weitere verletzt worden. Pakistan ist eines der letzten Länder, in denen Kinderlähmung noch nicht verschwunden ist.

MSF-Vorwurf: Israel enthält Gaza Wasser vor

GENF (IZ). Ärzte ohne Grenzen (MSF) wirft Israel vor, Wasser als Waffe der Kollektivbestrafung in Gaza einzusetzen. Seit Oktober 2023 zerstörten israelische Streitkräfte fast 90 Prozent der Wasser- und Sanitärinfrastruktur – Entsalzungsanlagen, Bohrlöcher, Leitungen und Kanalisation –, heißt es in einem neuen MSF-Bericht. Mitarbeiter dokumentierten Schüsse auf markierte Wassertanklaster und Zerstörung lebenswichtiger Brunnen. Israelische Angriffe auf Wasserstellen töteten Zivilisten, darunter Kinder. Der Wasserentzug sei Teil eines Musters inhumaner Bedingungen, kritisiert die Organisation.

rafah utopien

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Viele Opfer sind Frauen und Mädchen

NEW YORK (KNA). Über 38.000 Frauen und Mädchen sind laut einem aktuellen Bericht während des Krieges in Gaza getötet worden. Das entspreche 47 Todesopfern am Tag, heißt es in der am 17. April veröffentlichten Aufstellung von UN Women. Dabei sei von einer deutlich höheren Dunkelziffer auszugehen, da weiterhin Menschen unter Trümmern vermutet würden. Hinzu kämen rund 11.000 Frauen und Mädchen, die durch Kriegshandlungen schwer verletzt wurden, viele mit lebenslangen Folgeschäden.

Wadephul: Sudankrieg geht die Welt an

BERLIN (KNA). Auf die Kriegsparteien im Sudan muss nach Ansicht von Außenminister Wadephul (CDU) internationaler Druck ausgeübt werden. „All jene, die Einfluss haben, das Morden und Sterben zu beenden, sind politisch und moralisch aufgefordert, diesen Einfluss auch auszuüben“, sagte er anlässlich der Geberkonferenz am 15. April in Berlin. Das gelte insbesondere für die Kräfte, die den einzelnen Kriegsparteien nahe stünden. „Der Krieg geht die Welt an“, so Wadephul weiter. Es müsse endlich eine Waffenruhe erreicht werden.

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Kurzmeldungen Inland (Nr. 370): von Seelsorge bis Rassismus

kurzmeldungen inland

Die Kurzmeldungen aus dem Inland (Nr. 370) reichen Diskriminierung über Seelsorge bis zu rechtem Terror.

AfD nutzt afrikanische Bots zur Verstärkung

BERLIN (IZ). Mehr als 1200 TikTok-Accounts haben laut einer Analyse der Organisation Reset Tech monatelang systematisch Inhalte zur Unterstützung der AfD-Chefin Weidel verbreitet. Zusammen erreichen sie über drei Mio. Follower und mehr als 30 Mio. Likes. Auffällig ist, dass 57 % der Beiträge aus Nigeria stammen, obwohl es um deutsche Innenpolitik geht. Viele Accounts posteten identische Videos und Texte im Minutentakt, was auf koordinierte oder automatisierte Abläufe hindeutet. Die Profile waren vor allem rund um die Wahlen 2025 und 2026 aktiv und zuvor oft im Bereich Online-Investments unterwegs.

Rassismus diskrimninierung

Foto: Zerbor, Adobe Stock

Beauftragter warnt vor steigender Hetze

BERLIN (KNA). Der Antiziganismus-Beauftragte der Bundesregierung, Michael Brand (CDU), sieht einen sozialen Rückschritt im Umgang mit Minderheiten. „Es ist wieder salonfähig, gegen Minderheiten zu hetzen, sie als Sündenböcke hinzustellen“, sagte er der „taz“ am 15. März. Der CDU-Politiker betonte, dass gesellschaftliche Debatten differenziert geführt werden müssten. Probleme müssten benannt werden, ohne Gruppen pauschal verantwortlich zu machen. „Mit falscher Rhetorik dabei ganze Bevölkerungsgruppen in Sippenhaft zu nehmen, das geht gar nicht.“

Jule Nagel kritisiert Sachsens Polizei

DRESDEN (IZ). Die Linken-Politikerin Jule Nagel wirft Sachsens Innenminister Armin Schuster vor, eine Studie zu institutionellem Rassismus in der Polizei zu blockieren. Die Untersuchung war nach den rechtsterroristischen Morden von Hanau 2020 vereinbart worden, um rassistische Strukturen in Sicherheitsbehörden zu beleuchten. Trotz bundesweiter Debatten über rassistisches Profiling und rechtsextreme Netzwerke in Polizei und Bundeswehr kommt das Projekt in Sachsen nicht voran. Nagel spricht von einem sicherheitspolitischen Skandal und fordert Transparenz sowie unabhängige Forschung zu Rassismus in staatlichen Institutionen.

Telefonseelsorge MuTeS Berlin

Foto: MuTeS

Studie: Seelsorge braucht ein „Beichtgeheimnis“

FRANKFURT (KNA). Muslimische Gefängnisseelsorger brauchen einer Studie zufolge mehr juristische Absicherung. So müsse ein Zeugnisverweigerungsrecht erarbeitet werden, das muslimische Seelsorgende mit christlichen rechtlich gleichstellt, teilte die Goethe-Universität in Frankfurt mit. Islamische Gefängnisseelsorge müsse zudem von Extremismusprävention und Deradikalisierung klar abgegrenzt werden. Die Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft an der Goethe-Universität hatte eine Studie zu islamischer Gefängnisseelsorge in Deutschland in Auftrag gegeben.

Prozess gegen minderjährige Terrorverdächtige

HAMBURG (IZ). Vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht Hamburg hat der Terrorprozess gegen die rechtsextreme Gruppe „Letzte Verteidigungswelle“ begonnen. Acht teils minderjährige Angeklagte sollen laut Bundesanwaltschaft Brand- und Sprengstoffanschläge auf Asylunterkünfte, ein Kulturhaus und linke Einrichtungen verübt oder geplant haben, um einen Zusammenbruch des demokratischen Systems herbeizuführen. Die Gruppe inszenierte sich in sozialen Medien als gewaltbereite Jugendbewegung; den Beschuldigten drohen Jugendstrafen von bis zu zehn Jahren.

urteil

Pressebild: IGMG

IGMG: Mehr Handeln bei Islamfeindlichkeit

KÖLN (IZ). Die IGMG forderte zum Welttag für Bekämpfung von Islamfeindlichkeit am 15. März entschlossenes politisches Handeln gegen antimuslimischen Rassismus. Generalsekretär Ali Mete kritisiert, dass Muslime in Europa und besonders in Deutschland überdurchschnittlich häufig Diskriminierung bei Arbeit, Wohnen, Bildung und im öffentlichen Leben erfahren. Wenn Politik Musliminnen pauschal als Sicherheitsrisiko markiere, verletze das rechtsstaatliche Prinzipien und untergrabe das moralische Fundament der Demokratie. UN‑Resolutionen und Gedenktage – erinnert wird an das Massaker von Christchurch 2019 – reichten nicht aus. Nötig seien konsequente Strafverfolgung von Hasskriminalität, wirksamer Schutz der Religionsfreiheit sowie verantwortungsvolle Medienberichterstattung.

Rassismus: Vier von fünf Muslimen betroffen

LEIPZIG/FRANKFURT (IZ). Eine Großstudie des Bundesinnenministeriums belegt erstmals umfassend strukturellen Rassismus in deutschen Behörden. Die Untersuchung „Institutionen und Rassismus“ (InRa), von zehn Forschungseinrichtungen über drei Jahre erstellt, zeigt: Diskriminierung findet in Jobcentern, Ausländerbehörden, Polizei und Justiz statt – meist subtil, eingebettet in Routinen und Ermessensspielräumen. 80 Prozent von 468 befragten Muslimen gaben an, in Behörden rassistisch diskriminiert worden zu sein. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz gilt bislang nicht für staatliche Institutionen.

Foto: UN Photo / Jean-Marc Ferré, via flickr | Lizenz CC BY-NC-ND 2.0

Volker Türk gegen Afghanistan-Abschiebungen

LEIPZIG/GENF (KNA). Vor dem Hintergrund neuer drastischer Strafgesetze der Taliban hat sich UN-Menschenrechtskommissar Türk besorgt über Abschiebungen nach Afghanistan geäußert. Es müsse sichergestellt sein, dass dadurch nicht das prinzipielle Verbot von Rückführungen in Gefährdungssituationen verletzt werde, sagte er vor dem Menschenrechtsrat. Ohne individuelle Prüfung der Umstände sollten Staaten auf Abschiebungen verzichten. Deutschland hat erstmals auf Grundlage einer Vereinbarung mit den Taliban Straftäter per Charterflug nach Afghanistan abgeschoben. Ende Februar seien 20 Männer von Leipzig aus nach Kabul geflogen worden, teilte das Bundesinnenministerium mit. Sie hätten unter anderem Sexualdelikte, Körperverletzung und Drogendelikte begangen. „Die Abschiebung von Straftätern ist ein zentraler Baustein von Kontrolle, Kurs und klarer Kante in der Migrationspolitik“, sagte Innenminister Dobrindt (CSU). Die getroffene Vereinbarung schaffe eine verlässliche Grundlage für direkte und dauerhafte Deportationen. „Unsere Gesellschaft hat ein Interesse daran, dass Straftäter unser Land verlassen. Deswegen handeln wir konsequent und bauen die Abschiebungen Schritt für Schritt aus.“

Ministerpräsident Söder beim Iftar

PENZBERG (IZ). In Penzberg haben die Islamische Gemeinde und das Islamische Forum zu einem interreligiösen Iftar im Ramadan eingeladen, an dem Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Innenminister Joachim Herrmann teilnahmen. Imam Benjamin Idriz stellte die Moschee als seit 2005 etablierten Ort des Dialogs vor, die inzwischen 550 Mitglieder aus 40 Nationen zählt. Söder und Herrmann betonten die Bedeutung von Begegnung und religiösem Dialog für gesellschaftlichen Zusammenhalt gerade in Zeiten zunehmender Spaltungstendenzen.

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Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 370: von Muslimfeindlichkeit bis Siedlergewalt

Kurzmeldungen

Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 370: In dieser Ausgabe behandeln wir u.a. religiöse Vorurteile, den Irankrieg sowie Gewalt in der Westbank.

Guteres fordert Handeln gegen Muslimfeindlichkeit

HAMILTON (AA). UN-Generalsekretär Antonio Guterres verlangte am 16. März globale Maßnahmen zur Bekämpfung von Muslimfeindlichkeit und warnte vor einer „wachsenden Welle antimuslimischer Intoleranz und Hass“. „Konflikte und Instabilität wüten weltweit und betreffen unzählige Menschen, darunter viele Muslime“, sagte Guterres bei einer hochrangigen Veranstaltung der UN-Generalversammlung anlässlich des Internationalen Tages zur Bekämpfung von Islamfeindlichkeit. Er fügte hinzu: „Zivilisten leiden. Menschen verlieren ihr Leben. Familien werden auseinandergerissen.“ Er sagte, dass über die aktiven Konfliktgebiete hinaus „Millionen von Muslimen auf der ganzen Welt diesen Schmerz mit sich tragen, sich um ihre Angehörigen sorgen … die Nachrichten mit Angst verfolgen … und sich fragen, was der morgige Tag für ihre Gemeinschaften und ihre Zukunft bringen wird.“ Er warnte, dass die Rhetorik der Machthaber das Problem verschlimmert, und sagte: „Wenn diskriminierende Narrative von Menschen in Machtpositionen wiederholt werden, wird Vorurteil zur Normalität.“

Foto: Roman Yanushevsky, Shutterstock

Vatikan warnt vor religiöser Intoleranz

ROM (IZ). Der Heilige Stuhl warnt bei einem UN‑Hochrangigentreffen zum Internationalen Tag gegen Islamfeindlichkeit vor wachsender Intoleranz gegenüber Muslimen, Juden, Christen und anderen Gläubigen und führt diese auf die Missachtung der Religionsfreiheit zurück. Die Mission betont, Glaubensfreiheit sei „nicht optional“, sondern Grundlage einer gerechten Ordnung; werde sie verletzt, zerfalle der ethische und geistige Zusammenhalt von Gesellschaften, Misstrauen und Gewalt nähmen zu. Gefordert werden Bildungs‑ und Medienkompetenzprogramme, um Hassnarrativen – insbesondere online – zu begegnen und interreligiösen Dialog als Lebenshaltung zu stärken.

Bis zu 400 Tote bei pakistanischem Angriff

KABUL (KNA). Bei einem Luftschlag Pakistans auf die afghanische Hauptstadt Kabul sollen nach afghanischen Angaben 400 Patienten einer Entzugsklinik für Drogenabhängige getötet worden sein. „Die Zahl der Märtyrer des Bombenanschlags auf die Drogenrehabilitationsklinik in Kabul hat rund 400 erreicht und etwa 250 weitere wurden verletzt“, erklärte der stellvertretende Taliban-Sprecher Hamdullah Fitrat am 17. März auf der Plattform X. Pakistans Informationsminister Attaullah Tarar sprach dagegen von „falschen Behauptungen“ und Propaganda des „Taliban-Regimes“. Die Armee habe vielmehr in der Nacht des 16. März mit „Präzisionsluftschlägen“ nur militärische Einrichtungen in Kabul und Nangarhar angegriffen. Hintergrund der seit Monaten eskalierenden Spannungen zwischen den beiden Ländern ist der Vorwurf Pakistans, die Führung der militanten Gruppe „Tehreek-e-Taliban Pakistan“ (TTP) und viele ihrer Kämpfer seien in Afghanistan stationiert und würden von dort immer wieder das Nachbarland angreifen.

Foto: US-DoD/gemeinfrei

Irankrieg: UN warnen vor einer Rückkehrwelle

GENF (KNA). Angesichts des Irankriegs haben sich die Vereinten Nationen über eine Rückkehrwelle afghanischer Flüchtlinge aus Ländern der Region geäußert. Seit Jahresbeginn seien aus dem Iran schon rund 110.000 Afghanen in ihre Heimat zurückgekehrt. Die aktuellen Entwicklungen könnten noch größere Bewegungen auslösen, warnte der Vertreter des Flüchtlingshilfswerks UNHCR in Afghanistan.

Warnung: Gaza trotz Irankrieg nicht vergessen

KAIRO (MEMO). Ägypten hat davor gewarnt, dass der anhaltende regionale Krieg die Aufmerksamkeit nicht von der humanitären Katastrophe im Gazastreifen ablenken dürfe, und dazu aufgerufen, den Fokus wieder auf Hilfs- und Wiederaufbaumaßnahmen zu richten. Außenminister Abdel-Aty betonte die Notwendigkeit, die Bemühungen zur Stärkung des Nationalen Komitees für die Verwaltung des Gazastreifens zu beschleunigen. Er bezeichnete dies als einen entscheidenden Schritt zur Bewältigung der Übergangsphase, der es der Palästinensischen Autonomiebehörde letztendlich ermöglichen werde, die volle Verantwortung im Gazastreifen wie im Westjordanland zu übernehmen.

Foto: Kremlin.ru, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY 4.0

Serbenführer Dodik setzt Justiz unter Druck

SARAJEVO (IZ). Die bosnische Richterin Sena Uzunović, die den Schuldspruch gegen den separatistischen Präsidenten der Republika Srpska, Milorad Dodik, verantwortet, steht erneut im Fokus politischer Spannungen. Laut dem Politikwissenschaftler Jasmin Mujanović hat Uzunović nun die Umsetzung des Urteils angeordnet, das Dodik zu einem Jahr Haft verurteilt und ihn für sechs Jahre von öffentlichen Ämtern ausschließt. Juristen- und Richterverbände hatten zuvor massiven Druck und Drohungen gegen Uzunović kritisiert.

Kooperiert die EVP mit EU-Rechtsextremen?

BRÜSSEL (IZ). Die EVP-Fraktion im Europaparlament mit CDU/CSU arbeitet laut FAZ-Recherchen enger mit AfD und weiteren Rechtsaußenparteien zusammen als bisher eingeräumt. Interne Chats und ein Treffen am 4. März belegen demnach Abstimmungen mit AfD-Abgeordneten und anderen rechten Gruppen zu einer Verschärfung der EU-Migrationspolitik, einschließlich sogenannter „Return Hubs“. Dies widerspricht früheren Beteuerungen von EVP-Chef Manfred Weber, eine strukturierte Kooperation mit Rechtsradikalen auszuschließen. SPD- und Grünen-Politiker sprechen von einer beschädigten „Brandmauer“ nach rechts.

medien britisch

Foto: Copyright Lawrey/Shutterstock

Journalist: Rhetorik bereitet Gewalt vor

LONDON (IZ). Der britische Journalist Taj Ali prangerte auf X eine Welle antimuslimischer Gewalt in Großbritannien an: Brandanschläge auf Moscheen, geschändete Gräber muslimischer Kinder, Übergriffe auf Frauen mit Hijab. Parallel dazu häufen sich in Medien und Politik Debatten, in denen Einwanderung und die wachsende Minderheit als demografische Bedrohung inszeniert werden, obwohl sie laut Volkszählung 2021 nur rund sechs Prozent der Bevölkerung ausmachen. Ali warnt, diese Rhetorik bereite den Boden für weitere Angriffe und normalisiere Islamfeindlichkeit im öffentlichen Raum.

Muslim bei Rettung von Hindus erschossen

DELHI (IZ). In Delhi ist der 35-jährige Mohammed Umardeen erschossen worden, als er seinen 15-jährigen Sohn vor einem Angriff schützen wollte. Die Familie berichtet, der Jugendliche sei von einer Gruppe Gleichaltriger attackiert und unter anti-muslimischen Beschimpfungen geschlagen worden. Umardeen wurde laut Polizei mit mehreren Schüssen getroffen und starb im Krankenhaus. Angehörige und Medien sprechen von einem mutmaßlichen Hassverbrechen.

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Einsatz in Gaza vorerst unbefristet verschoben

JAKARTA (MEMO). Indonesien hat seine Pläne zur Entsendung von bis zu 8.000 Soldaten in den palästinensischen Gazastreifen ausgesetzt, wie ein Kabinettsmitglied am 18. Februar bekanntgab. „Alles ist auf Eis gelegt“, sagte Staatssekretär Prasetyo Hadi nach einer Koordinierungssitzung im Verteidigungsministerium, wie die Agentur Antara News am 18. März berichtete. Jakarta hatte die Truppen für den Einsatz im Rahmen der Internationalen Stabilisierungstruppe (ISF) in der verwüsteten palästinensischen Enklave Gaza zugesagt. Er nannte „die eskalierende Sicherheitslage in der Region als Hauptgrund für die unbefristete Verschiebung“ der Teilnahme an der ISF-Mission.

Die UN warnen Israel vor „Kriegsverbrechen“

GENF (IZ). Die UN werfen Israel in einem Bericht zu Siedleraktivitäten im besetzten Westjordanland einen drastischen Anstieg der Gewalt gegen Palästinenser vor und warnen vor möglichen Kriegsverbrechen bis hin zu „ethnischer Säuberung“. Das Menschenrechtsbüro sieht in koordinierten Übergriffen, Vertreibungen und der Ausweitung israelischer Kontrolle Anzeichen einer Politik der Massenumsiedlung, die nach internationalem Recht als Straftat gilt und eine faktische Annexion des Gebiets vorantreibt.

Foto: Nick Brundle

Al-Aqsa ist seit Kriegsbeginn gesperrt

JERUSALEM (IZ). Israel hat das Eid-al-Fitr-Gebet in der Al-Aqsa-Moschee in Ostjerusalem untersagt und verwies auf Sicherheitsauflagen im Zusammenhang mit dem Krieg gegen Iran. Der Zugang zur Altstadt bleibt seit Kriegsbeginn weitgehend gesperrt. Der Haram ist erstmals seit 1967 nicht zugänglich. Viele Palästinenser verrichteten ihre Gebete deshalb an Straßen und Plätzen vor den Toren, während Geschäfte bis auf Apotheken und Läden für Grundbedarf geschlossen blieben. Palästinensische Stellen sprechen von einem beispiellosen Angriff auf Religionsfreiheit und warnen vor einem gefährlichen Präzedenzfall.

Wut auf Israel, Hisbollah und die Regierung

BEIRUT (KNA/IZ). Der erneute Kriegsausbruch im Libanon trägt nach Beobachtung von Misereor-Repräsentant Frank Wiegandt weiter zur Zermürbung der Bevölkerung bei. „Es ist Krieg; die Menschen sind resilient, aber sie sind auch müde“, so der Nahostbeauftragte des Hilfswerks am 4. März. „Schon wieder mussten sie ihre Heimat verlassen, wieder wissen sie nicht, wann sie zurückkehren werden und in welchem Zustand sie ihre Häuser vorfinden werden.“ Seit Monatsanfang dauern die Bombenangriffe der israelischen Armee als Antwort auf die Attacken der schiitischen Hisbollah-Miliz auf Ziele in Nordisrael an, „Drohnen kreisen ununterbrochen mit ohrenbetäubendem Getöse über Beirut“, so Wiegandt. „Das ist wirklich zermürbend und hat mit psychologischer Kriegsführung zu tun.“ Dennoch gebe es weiterhin viel Solidarität in dem religiös pluralen Land. „Libanesische Christen und Muslime sammeln Spenden und helfen ihren Landsleuten, die getroffen wurden oder flüchten mussten. Auch die Partnerorganisationen von Misereor mobilisieren sich.“ Als „Schuldige“ betrachte die Bevölkerung die israelischen Streitkräfte und „die Zionisten“, „aber stärker noch gibt es die Wut auf die eigenen Leute, die Führungsriege der Hisbollah, die offenbar blind ergeben die Befehle der iranischen Mullahs befolgte und Israel angriff“. Der Regierung sei ihre Entmachtung nicht gelungen.

Foto: Michael Kranewitter, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-SA 3.0

Amnesty kritisiert Österreich wegen Rassismus

WIEN (IZ). Amnesty International wirft Österreich in einem neuen Bericht tief verankerten antimuslimischen Rassismus und eine selektive Handhabung von Meinungs- und Versammlungsfreiheit vor. Solidaritätsbekundungen mit Palästinensern seien seit 2023 systematisch eingeschränkt, Kritiker Israels pauschal mit Antisemitismusvorwürfen belegt worden, was zu Einschüchterung und Selbstzensur geführt habe. Amnesty fordert einen nationalen Aktionsplan gegen Rassismus und ein Ende der politischen Instrumentalisierung der IHRA-Antisemitismusdefinition.

Daten belegen Anstieg der Gewalt im Westjordanland

RAMALLAH (MEMO). Die Zahl der von israelischen Streitkräften und Siedlern im Westjordanland verübten Angriffe hat seit Jahresbeginn fast 19.000 erreicht, wie aus palästinensischen Daten hervorgeht, die eine drastische Eskalation vor Ort verdeutlichen. Zahlen des Palästinensischen Informationszentrums (PIC) zeigen, dass etwa 18.595 Vorfälle registriert wurden, darunter Razzien, Festnahmen und direkte Angriffe auf die Menschen und deren Eigentum. Den Daten zufolge haben die Angriffe zum Tod von 34 Palästinensern und zur Verletzung von 616 weiteren geführt. Der Bericht dokumentiert zudem 3.384 Razzien in verschiedenen Teilen des Westjordanlands sowie 1.115 Festnahmen und 449 Fälle von Eigentumskonfiszierung, hierunter Häuser und andere Vermögenswerte. Darüber hinaus verübten Siedler 1.112 Angriffe, darunter Übergriffe auf Dörfer und landwirtschaftliche Flächen sowie die Zerstörung von Eigentum. Die Zahlen spiegeln wider, was lokale Quellen als anhaltende und systematische Eskalation gegen palästinensische Gemeinden im Westjordanland beschreiben, wobei sich Vorfälle fast täglich ereignen.

Außenminister verurteilen das israelische Vorgehen

JERUSALEM (KNA/IZ). Zahlreiche Außenminister europäischer und arabischer Staaten haben Israel für jüngste Maßnahmen kritisiert, die sie als massive Ausweitung einer unrechtmäßigen israelischen Kontrolle über das besetzte Westjordanland werten. „Die Änderungen sind weitreichend und umfassen die Umwertung palästinensischen Landes als sogenanntes israelisches ‘Staatsland’, die Beschleunigung illegaler Siedlungsaktivitäten und die weitere Festigung der israelischen Verwaltung“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Israel wird darin aufgerufen, seine jüngsten Entscheidungen in Sachen besetztes Westjordanland rückgängig zu machen, um aktuelle Bemühungen um Frieden und Stabilität in der Region nicht weiter zu untergraben. Das Land müsse „von Maßnahmen absehen, die zu dauerhaften Veränderungen des rechtlichen und administrativen Status der besetzten palästinensischen Gebiete führen würden“.

Berlin trägt Sanktionen gegen Siedler mit

ISTANBUL (MEMO/AA). Deutschland bekräftigte am 23. März seine Unterstützung für EU-Sanktionen gegen gewalttätige israelische Siedler angesichts der anhaltenden Übergriffe auf Palästinenser im Westjordanland, wie Anadolu berichtet. Der Sprecher des Auswärtigen Amts, Martin Giese, erklärte gegenüber Journalisten in Berlin, sein Land werde EU-Sanktionen gegen gewalttätige israelische Siedler „unterstützen“, machte jedoch auch deutlich, dass die Entscheidung „in Brüssel getroffen“ werde. Er wies darauf hin, dass es einen EU-Mitgliedstaat gebe – womit er auf Ungarn anspielte –, der solche Sanktionen „blockiere“.