, , ,

Gesundheit: Das fastende Herz

Organisation Fasten Ramadan herz meiden fett kohlehydrate

Fasten im Ramadan und der Passionszeit könnte dem Herzkreislaufsystem nutzen. (The Conversation). Der Verzicht auf Nahrung liegt voll im Trend, wenn es um Gesundheit und Wohlbefinden geht, so scheint es. […]

IZ+

Weiterlesen mit dem IZ+ (Monatsabo)

Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ – Onlineabo, Kombi Print & IZ+ or Das IZ-Förder-Abo können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.

Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.

Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.

* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.

, ,

Weisheiten des Fastens nach Said Nursi

Fasten Ramadan debatte islamismus

Der Verzicht auf Essen und Trinken ist nicht das eigentliche Ziel des Fastens. (iz). Wenn sich Muslime im Ramadan von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang enthalten (arab. saum), dann aus […]

IZ+

Weiterlesen mit dem IZ+ (Monatsabo)

Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ – Onlineabo, Kombi Print & IZ+ or Das IZ-Förder-Abo können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.

Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.

Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.

* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.

,

Von AfD über Ramadanlaternen bis zu Staatsverträgen – Kurzmeldungen Deutschland

junge leser lichter

Von AfD über Ramadanlaternen bis zu Staatsverträgen – Kurzmeldungen Deutschland der Ausgabe Nr. 346. Bischöfe: Die AfD ist nicht wählbar AUSGBURG (KNA). Rechtsextreme und rechtspopulistische Parteien, die gegen Migranten, Muslime […]

IZ+

Weiterlesen mit dem IZ+ (Monatsabo)

Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ – Onlineabo, Kombi Print & IZ+ or Das IZ-Förder-Abo können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.

Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.

Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.

* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.

,

Reflexionen zum Ramadan: Philosophie und spirituelle Erfahrung

spirituell jüngst Demut

Spirituelle Erfahrung: Welches Erkenntnisse nehmen wir aus dem heiligen Monat mit?

(iz). Es war eine legendäre Begegnung im 12. Jahrhundert. In Andalusien treffen sich zwei Philosophen zu einem Gespräch, von der nur ein kurzer Wortwechsel überliefert ist. Ibn Ruschd ist nicht nur ein wichtiger Rechtsgelehrter, sondern der berühmte Kommentator der Werke des Aristoteles. Ibn ‘Arabi ist zu diesem Zeitpunkt ein junger Mann, der göttliches Wissen bisher allein durch spirituelle Erfahrungen erlangte.

Gelehrte zwischen spirituellen und philosophischen Erfahrung

Erst später wird er auf tausenden Seiten, beispielsweise in seinen „Mekkanischen Offenbarungen“, über seine geistigen Reisen berichten. Der Austausch symbolisiert das zeitlose Ringen der Gelehrten um das Verhältnis von Religion, Recht, Philosophie und Technik. Ibn Ruschd öffnete den Muslimen mit seiner Brücke zur griechischen Welt des Denkens und der Wissenschaft, in deren Erkenntnissen er keinen Widerspruch zum religiösen Erleben sah.

Sein junger Gesprächspartner erinnerte ihn daran, dass die Vernunft und alle Erklärungsmodelle ihre Grenzen haben, und letzte Gewissheiten nur auf dem spirituellen Weg zu erlangen seien.

muslimische denker

Foto: Topkapi Palace Library, Istanbul, via Wikimedia Commons | Lizenz: Public Domain

Der Islam war aus Sicht dieser Gelehrten keine kalte Gesetzesreligion, sondern eine Lebenspraxis, die das Denken und die geistige Erfahrung, Herz und Verstand, umfasst. In diesem Sinne hat diese Begegnung der beiden großen Männer nach wie vor ihre Aktualität.

Die Fastenzeit wird in verschiedenen Kulturkreisen genutzt, als eine einmalige Gelegenheit philosophische, wissenschaftliche und spirituelle Reflexionen miteinander zu verknüpfen.

Übungen des Verzichts und der Freiheit

Die Enthaltsamkeit, ein Gestaltungselement des Lebens, ist historisch in zahlreichen Kulturen belegt und kommt in vielfältigen Formen, in teilweise festgelegten Ritualen vor. Das Fasten gehört zu den fünf Säulen des Islam und durch diesen Ritus, dessen Ablauf im islamischen Recht genau beschrieben ist, sind Millionen Menschen in der Welt miteinander verbunden.

Übungen des Verzichts sind in aller Munde, denn nach Jahrzehnten, die unter den Vorzeichen des Wachstums und des Konsums standen, gilt es heute schon aus ökonomischen und ökologischen Gründen den Gürtel enger zu schnallen. Immer wieder debattiert die Gesellschaft die sozialen Auswirkungen der neuen Situation, denn, wer verzichtet schon gerne freiwillig auf Konsum und Wohlstand?

In diesem Kontext mag es Außenstehende überraschen: Viele Muslime freuen sich jedes Jahr auf die Fastenzeit und genießen die Stimmung in dem heiligen Monat. Sie bestätigen auf ihre Weise die Einsicht Senecas: „Glück ist die Fähigkeit zum Verzicht“.

achtsam

Foto: Albert González Farran, UNAMID/CCL

Die Freiheit von materiellen Dingen nicht abhängig zu sein, entfaltet heute wieder ihre eigene Aktualität. Hierin liegt eine der Bedingungen für das künftige, hoffentlich friedvolle Zusammenleben auf dem Planeten.

Im Kern der Praxis des Fastens stehen nicht nur die körperlichen Erfahrungen, die der Verzicht auf Essen und Trinken mit sich bringt, sondern auch die Auseinandersetzung mit der menschlichen Situation an sich, die Beschäftigung mit theologischen und philosophischen Fragen. Während der Enthaltsamkeit versteht der Muslim oder die Muslima, dass der Geist den Köper beherrscht. Am Abend genügen meist eine Dattel und ein Schluck Milch, um die körperlichen Bedürfnisse zu erfüllen.

Das Gefühl der Dankbarkeit für die Versorgung, die wir vom Schöpfer bekommen, ist eine Grunderfahrung, genauso wie die Solidarität mit allen Menschen, die die Fastenzeit unter den Bedingungen von Krieg und Armut erleben. Diese Erinnerungen bestimmen nicht nur den Ramadan, sondern das ganze islamische Jahr.

Existenzielle Fragen

Um auf die existentiellen Fragen einzugehen, die sich auch aus der Erfahrung des Fastens ergeben, ist zunächst philosophisch zu klären, wie unser Dasein überhaupt verfasst ist. Wir müssen uns vergegenwärtigen, dass alle Menschen in ihre jeweilige Lebenssituationen hineingeworfen sind, ihr Verständnis des Seins übernommen haben und wir mit den Mitmenschen das Bewusstsein über unsere Endlichkeit teilen.

Das – wie es der Philosoph Martin Heidegger nennt – Vorlaufen in den Tod, das Gefühl, das alles Sein von einer Art Angst betroffen ist und dass der vorgreifende Mensch immer im Horizont seines Todes lebt, ist die Grundlage jeder Existenz. Die Verdrängung dieser Tatsachen in der Alltäglichkeit gehört zum Leben dazu.

Es geht hier nicht nur um die Furcht vor Krisen, sei es Krieg, Inflation oder Umweltzerstörung, sondern um die unbestimmte Angst, warum wir überhaupt da sind und was der Tod für uns bedeutet. Nur weil wir Lebenden in der gleichen „condition humaine“ sind, verstehen wir uns gegenseitig und interagieren entsprechend.

Foto: Zeno.org

Die entscheidende Komponente der Welterfahrung des Menschen ist nach Heidegger seine Gestimmtheit. „Unser Sein erschließt sich nicht in der reflektierenden Distanz, sondern in der Stimmung. Wie wir gestimmt sind, entscheidet darüber wie wir unser Dasein betrachten“, schreibt der Philosoph Richard Precht in seiner Einführung in die moderne Philosophie. Eine Feststellung, die jeder Fastende nachvollzieht.

Im Ramadan erfahren wir durch verschiedene Stimmungsschwankungen die Relativität von Zeit, begegnen intensiv der Zerbrechlichkeit unserer Existenz und schätzen das sinnstiftende Miteinandersein. Wir erleben die Umkehrung aller Verhältnisse und nichts anderes als den Gegensatz zur gewohnten Alltäglichkeit.

Der Psychologe G.W. Farthing beschreibt diesen Zustand: „Ein veränderter Bewusstseinszustand ist ein zeitweiser Wechsel im Gesamtmuster subjektiver Erfahrung, so dass das Individuum glaubt, seine psychischen Funktionen seien deutlich verschieden von bestimmten allgemeinen Normen seines normalen Wachbewusstseins.“

Warum fasten wir?

Aber warum ist es überhaupt nötig, zu fasten? Was ist der Sinn davon? Nach der Philosophie Heideggers befindet sich das Dasein in der alltäglichen Gefahr, sich zu verlieren und „uneigentlich“ zu werden. Die Eigentlichkeit steht bei dem Philosophen für die Wahrheitsorientierung und das authentische Leben, im Gegensatz zur Uneigentlichkeit, worunter er Erscheinungsformen der Selbsttäuschung wie das „Verfallen-Sein“ an „das Man“ und „das Gerede“ begreift.

Die Sorge ist durch das Verfallen gekennzeichnet, man ist in der Gegenwart nie völlig bei sich selbst, sondern immer „bei“ etwas, das heißt mit etwas beschäftigt, dass uns einnimmt. Im Zeitalter der sozialen Medien und der Allgegenwärtigkeit der Smartphones wird schnell klar, was hier gemeint ist. Die Tendenz zur Verfallenheit ist für den Philosophen kein Sündenfall, sondern der notwendige Ausgangspunkt, um zu einem höheren Bewusstsein zu kommen. Wir leben nicht von vornherein und permanent in der Gegenwart der göttlichen Präsenz.

Die Analyse Heideggers, die er in den 1920er Jahren in seinem Werk „Sein und Zeit“ entwickelt, wurde immer wieder kritisiert: Wo ist die Freude, die Zufriedenheit, die Liebe, das Glück in diesem Entwurf über das Sein?

Der Mangel an gesellschaftlicher, ethischer und politischer Dimension wurde ein Hauptkritikpunkt gegenüber dieser Philosophie. Insbesondere das Gegensatzpaar eigentlich/uneigentlich und die dem Dasein innewohnende Verfallenheit an das Man wurde von dem Philosophen Adorno angeprangert, als „Jargon der Eigentlichkeit“ kritisiert. Heideggers Begriff des uneigentlichen „Man“, mit der er eine von der Öffentlichkeit bestimmte Existenz bezeichnet, beurteilte Adorno im Sinne einer (zu) abstrakten Gesellschafts- und Kulturkritik.

Die Gefahr liegt auf der Hand, Menschen die sich als bedeutender erfahren wie andere, könnten auf dieser Grundlage eine Politik, in der Form der despotischen Herrschaft gegenüber den Vielen begründen. In den Religionen zeigt sich diese Möglichkeit in der Arroganz kleiner Gruppen, die sich im Selbstverständnis auserwählte Gläubige zu sein, über den allgemeinen Konsens stellen.

Fasten Ramadan

Foto: Archiv

Ein höheres Bewusstsein

Im Islam ist der Sinn des Fastens, nicht nur der Tendenz der Verfallenheit entgegenzuwirken, sondern die Muslime in ein höheres Bewusstsein zu führen. Hierzu gehören auch das gemeinsame Fastenbrechen, das feierliche Gebet und die Nähe zur Offenbarung. Die Rezitation der heiligen Verse, die zu jeder Nacht im Ramadan dazugehört, erinnert an die fundamentale Bedeutung des Qur’ans für das Leben.

Um den ganzen Sinn des Islam zu verstehen, sind nicht nur Kenntnisse über das Recht notwendig, sondern in einer Zeit, die von Technologie und Wissenschaft gelenkt wird, ist die Klärung von philosophischen Fragen wichtig. Wir sind dann auf dem richtigen Weg, wenn unser Dasein spirituell erfüllt ist, wir Sinn in den religiösen Handlungen finden und das Miteinandersein von Dankbarkeit geprägt ist.

Im 21. Jahrhundert beherrscht uns immer mehr der Gedanke, dass alle Lösungen unserer Probleme technischer und ökonomischer Natur sind. Muslime begegnen dieser Logik mit einer gewissen Demut.

In „Sahih Muslim“ findet sich folgende Erzählung: Dschabir, möge Allah an ihm Wohlgefallen haben – berichtete: „Ich hörte den Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden, sagen: „Es gibt des Nachts eine Zeit, in der Allah jedem Muslim, der Allah etwas Gutes von den Dingen des Diesseits und Jenseits bittet, (dieses) gibt, und zwar in jeder Nacht.“

,

Wie feiern Muslime eigentlich das Ramadan-Ende?

Id Al-Fitr ende

Am Ende des Ramadans folgt das Fest des Fastenbrechens. Es ist neben dem Opferfest das zweite große Fest im Islam. „Wer sich reinigte, den Namen seines Herrn anrief, dann das […]

IZ+

Weiterlesen mit dem IZ+ (Monatsabo)

Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ – Onlineabo, Kombi Print & IZ+ or Das IZ-Förder-Abo können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.

Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.

Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.

* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.

, ,

Ramadan 2024: Die doppelte Freude des Fastens

Freude Zeit Ramadan iftar

Der Fastende hat zwei Freuden – wenn er sein Fasten öffnet und wenn er seinem Herrn begegnet. (iz). Der große Prophetengefährte Salman, möge Allah mit ihm zufrieden sein, berichtete folgende […]

IZ+

Weiterlesen mit dem IZ+ (Monatsabo)

Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ – Onlineabo, Kombi Print & IZ+ or Das IZ-Förder-Abo können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.

Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.

Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.

* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.

Eine Zeit für Nachbarschaft

Nachbarschaft praktische tipps fasten

Angesichts der neuen Verhältnisse brauchen wir einen Diskurs der Nachbarschaftlichkeit.

(iz). Seit Langem wird Muslimen in diesem Land von außen vorgeschlagen, sie mögen sich doch bitte integrieren. Aus der Sphäre des Feuilletons sowie der Tief- und Schwerdenker schwappte diese Idee in den Bereich der Politik. Die Vorlage wurde dankbar aufgenommen.

Immerhin hat man hier ­angesichts eher unangenehmer und schwieriger Zukunftsaufgaben ein Thema, mit dem sich kurzfristig und kosteneffektiv Punkte machen lassen.

Foto: igmg.org

Bei den so Angesprochenen – als seien nicht sehr viele fitte, positive Muslime dank Geburt oder Neigung längst Teil der „Schicksalsgemeinschaft“ – stößt die Zumutung aus verständlichen Gründen nicht selten auf Kopfschütteln.

Zumal sich gerade viele junge, gerade die, die nicht Teil einer geförderten akademischen Elite sind, einige berechtigte Fragen stellen. Warum sollten sie sich in ein – auch imaginiertes – Gemeinwesen einfügen, dessen Diskurse sie gewohnheitsmäßig problematisieren und im Alltag unnötige Hürden bestehen lassen?

Negativität war nie das Verhalten muslimischer Gemeinschaften

Nun war Ablehnung oder Negativität seitens Dritter niemals ein Vorbild für das Verhalten muslimischer Gemeinschaften. Traditio­nell waren sie durch Positivität und Dankbarkeit geprägt. Daher sollte der bestehende Trend zur Selbstabgrenzung (menschlich vielleicht verständlich) bei einigen keinen gangbaren Weg darstellen

Der sich ankündigende Ramadan ist eine Erinnerung, dass Nachbarschaft und Sorge für den Nächsten Bestandteil unserer Grundeinstellungen sind. Ein Blick auf die verschiedenen Traditionen aus aller Welt zeigt, dass die Teilhabe des Anderen am Segen der Zeit zu uns gehört.

In einem kurzen Text formuliert der libysche Gelehrte und amtierende Botschafter seines Landes in den Vereinten Arabischen Emiraten, Aref Nayyed, neue Ansätze für muslimische Gemeinschaften im Westen. In der Vergangenheit sei der traditionelle Diskurs über die „Heimstätte des Islam“ hilfreich für einen angemessenen Umgang mit dem Anderen gewesen.

Foto: Presseportal, Doren Dalpiaz, abs/ZDF

Diskurs der Nachbarschaftlichkeit

Angesichts der neuen ­Verhältnisse, in denen sich viele Muslime befänden, wolle er die Idee einbringen, „dass ein Diskurs der Nachbarschaftlichkeit und der ‘Pflichten der Nähe’ in vielen Situationen in unserer Welt hilfreich sein kann“.

Die inneren Orte des Friedens in den Herzen der Gläubigen seien die entscheidenden ­Samen, aus denen friedliche Umfelder in dieser Welt wachsen könnten. Durch sie ­werde ein Platz im Jenseits vorbereitet. Solch ein Zustand im Inneren könne sich in einer Vielfalt diesseitiger Situationen ausdrücken und gedeihen. Er könne nicht wirklich auf geografisch einzugrenzende Zonen der Welt beschränkt werden.

Es gibt eine wichtige Aussage des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden ­geben: die Pflicht, seinen Nachbarn nicht zu schaden. Er sagte: „Bei Allah, er ist kein Gläubiger! Bei Allah, er ist kein Gläubiger! Bei Allah, er ist kein Gläubiger!“ Als seine Gefährten wissen wollten, von wem er sprach, antwortete er: „Derjenige, dessen Nachbar nicht sicher ist vor seinem Schaden.“

, , ,

Datteln – Superfood nicht nur im Ramadan 2024

Dattel Fastentag

Die Dattel ist wohl die Sache, die den Fastenmonat so sehr symbolisiert wie keine andere nahrhafte Frucht. (Islamicate). Es gibt mit Sicherheit keine Sache, die den Fastenmonat Ramadan, der vor […]

IZ+

Weiterlesen mit dem IZ+ (Monatsabo)

Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ – Onlineabo, Kombi Print & IZ+ or Das IZ-Förder-Abo können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.

Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.

Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.

* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.

, ,

Spiritualität: Ramadan ist Verzicht auf Irrationalität

Abitur Ramadan Irrationalität

Verzicht auf irrationales Handeln und Absage an Konsumismus ist ein wichtiger Bestandteil von Spiritualität im Ramadan.

(Traversing Tradition). Muslime haben sich daran gewöhnt, in einem dauernden Zustand des Sich-Verteidigens zu leben. Das ist der Preis ihrer Existenz: schnell verfügbare Erklärungen für ihre religiöse und kulturelle Praxis. Das scheint ein annehmbarer und sogar empfehlenswerter Tausch zu sein, um den Frieden in vielfältigen, modernen Gesellschaft zu wahren.

Während des heiligen Monats Ramadan jedoch kann man die erkennbar ­moderne Färbung dieser kursierenden Erklärungen trotz ihrer Vorteile nicht ignorieren. Gegenwärtige muslimische Erklärungsversuche des Ramadans und seines Nutzen verleugnen zusehend seine moralische und metaphysische Essenz und bieten stattdessen materielle Gründe an.

Die Verleugnung der Spiritualität des Ramadan führt zu Irrationalität

Demnach werde entweder gefastet, um „zu fühlen, was die Armen spüren“. Damit wird an das gespaltene moralische Verständnis des Westens appelliert, wonach die einzige Existenzweise eine mate­rielle ist. Oder Fasten stehe mit „gesundheitlichen Vorteilen“ in Verbindung, wie sie durch Wissenschaft bestätigt würden.

Während beide Erklärungsmuster lohnende und moralische anständige Motivationen für den Verzicht sein können, bleiben sie wesentlich körperlich und reduzieren Ramadan auf das Materielle.

Trotzdem ist hier eine tiefere, schädlichere Kraft am Spiel: unser Aufgehen in die kapitalistische Struktur via die Globalisierung. Konzerne klatschen „Halal“-Marketinglabel auf Fleisch, Finanzen, Bekleidung und mehr. Ihre Form wurde muslimischen Verbrauchern nominell schmackhaft gemacht, die damit zu kämpfen haben, islamisch-lebensfähige Optionen zu finden.

Foto: Danon, Adobe Stock

Wenn „Islam“ zur Marke wird

Die Produkte und Dienstleistungen, die für den muslimischen Verbrauch angeboten werden, sind Ergebnisse des gleichen ausbeuterischen, entmenschlichenden und entspiritualisierten Systems, das wir ansonsten kritisieren. Unsere Kleidung stammt aus ­ausgenutzter Arbeit in Sweatshops, unser Essen aus industrialisierten Schlachthäusern sowie Chemiefabriken, die unsere Umwelt verschmutzen, und unsere Finanzen aus einem fragwürdig gewordenen, globalen Bankensystem.

In einer Seinsweise, die solche Dinge als Zeichen von Fortschritt und menschlicher Verbesserung markiert, kann es schwierig sein, die tiefgehende Untergrabung zu erkennen, die hier vorliegt. Ihre Ideologie unterminiert die denkerische und moralische Essenz unserer Gebräuche, was zu einer Form ohne Bedeutung führt.

Gemacht, um in einem „eisernen Käfig zu leben“, wie der deutsche Soziologe Max Weber anmerkte, bleiben wir zurück und waten durch bedeutungslose Gesten, bis wir selbst gegen diese rebellieren, weil sie zu begrenzend seien für unsere Freiheit (als vollkommen und unbeschränkt verstanden), und bleiben ohne objektive Parameter in unserem ­Leben zurück. Das ist die Rolle des ­Liberalismus bei der Untergrabung der ramadanischen Essenz durch billige Marketingtricks und materialistische Philosophien.

Ramadan konfrontiert auch den heutigen Hyper-Konsumismus und Verfressenheit. Inmitten nie gekannter Kommerzialisierung und Materialismus dient er als Erinnerung an ein Leben, das nicht durch Kapitalismus gebunden ist. Eines, das keines ständigen Verbrauchs bedarf, um Befriedigung zu erfahren.

Die Botschaft wird vergessen

In diesem Monat wird unser Verlangen nach mehr Verbrauch durch göttlichen Befehl gemäßigt sowie durch das prophetische Vorbild, sich auf die spirituelle Nahrung der Gemeinschaft und des Selbst zu fokussieren. Leider haben viele diese Botschaft in dem vergessen, was ­Iftar immer häufiger ausmacht: ungehinderte Fresssucht und Extravaganz.

Firmen wie McDonald’s, Coca-Cola und Burger Kind vermarkten ihre Produkte in dem Wissen an Muslime, dass ihr Investment enorme Gewinne einfahren wird, während eine Kultur des Übermaßes angeheizt wird. Dabei täuscht Werbung im Ramadan-Motto die Feier von Vielfalt vor.

Foto: Jochen Tack, imago

Einige Länder mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit verfügen über die größten sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten auf Erden: Die Rate von Übergewicht in Kuwait oder Saudi-Arabien bestätigt im Vergleich zum Hunger in Somalia oder Jemen die Rolle, die wir alle bei der Verschlimmerung von Leiden durch unser Übermaß spielen.

Ramadan umfasst mehr als die (legitime) Wirkung von Körperlichkeit auf unser spirituelles Wohlbefinden. Weber merkte an, dass modernes Leben jedem metaphysischen sowie mystischen Element entzogen wurde; ersetzt durch eine rationalisierte und bürokratisierte Gesellschaft. Alles hat sich entheiligt. Was als kulturelles Symbol und Ritual der Spiritualität diente, wurde seiner geistigen Essenz entkleidet.

Ramadan ist die gelebte Zurückweisung von Entheiligung

Ramadan ist die gelebte Zurückweisung dieser Entheiligung. Ein offensichtliches, aber nichtsdestotrotz wundersames Merkmal dieses Monats ist, dass er die Wichtigkeit betont, den Tag nach den Zyklen der Natur zu regeln – im Gegensatz zu denen einer industriellen Uhr oder einer 9-bis-5-Existenz. Der Ramadan beginnt mit der visuellen Sichtung des Neumonds. Unser tägliches Fasten beginnt und endet mit der Morgendämmerung beziehungsweise dem Sonnenuntergang. 

Befolgung der Kreisläufe von Sonne und Mond bestätigt nicht bloß, in Übereinstimmung mit der Natur zu leben; sondern auch Demut vor Gott, dem Schöpfer und Herrn aller Dinge. Die Moderne hat sich von Jahrtausenden menschlicher Erfahrung verabschiedet, während sie unnatürlich bemüht ist, ­unseren Willen einem vollen Arbeitstag zu unterwerfen, der durch den Stundenzeiger einer Uhr bestimmt ist. Unsere Existenz war nicht für die Kapitulation vor einem vergänglichen Materialismus gedacht und Ramadan erinnert an unseren höheren Zweck.

Dennoch lassen wir als  abgelenkte Geschöpfe die Lektionen des Ramadan oft links liegen und fallen bei der Verkündigung des Feiertags am Ende in alte Gewohnheiten zurück. Diese Schizophrenie im modernen Menschen, der zwischen der Welt des Islam und Moderne laviert, wurde einmal vom algerischen Soziologen Malek Bennabi bemerkt. Bennabi erklärt, dass er sich nach Betreten der Moscheen vollkommen unter die Herrschaft Gottes bringt und die Höflichkeiten des Glaubens annimmt.

Beim Verlassen kehrt er schnell zum modernen Menschen zurück: rüpelhaft (nach islamischen Standards), der Schöpfung unterworfen und in seinen Gewohnheiten nicht von jedem anderen zu unterscheiden. Wir brauchen eine Alternative zum Rückschritt aufgrund dieser Versuchung, die durch die Leichtigkeit und Mittel dieses Lebens ermöglicht wird. Vor allem dann, wenn wir eine Gemeinschaft sein wollen, die nach eigenen Idealen lebt und nicht bloß dem bunten Anschein von Kultur folgt, der unsere Aufnahme in das kapitalistische Modell maskiert.

Foto: Fauzia Nurhana, Deviantart

Verlieren wir die Essenz?

Wir sind in Gefahr, die Essenz vom Ramadan zu verlieren. Das ist ein Hinweis darauf, wie sehr der moralische Imperativ unseres Glaubens in der Bewegung zum Materialismus zersplittert und vergessen wurde. Der Prozess moralischer Auflösung bedroht Muslime überall.

Wir sind einem groben und berechnendem Weltbild ausgesetzt, das selbst im Vergleich zu den Tagen des Kolonialismus einzigartig ist. Wir leben als Minderheit im Herzen der Aufnahmegesellschaft. Und stehen vor der andauernden Abnutzung durch ein dominantes Lebensmodell – und verlieren zusehends jenen Schutz, den unser Vorbild bietet.

Ramadan ist eine Zurückweisung dessen, was die moderne Welt der Menschheit aufzwingt: Gefräßigkeit, Hyper-Konsumismus, die Mechanisierung von Zeit sowie die Obsession der Kontrolle über unser Leben. Muslime wie Nichtmuslime werden zusehends enttäuschter von der Moderne. Sie suchen einen Lebenszweck und einen Weg, die oberflächliche Anhäufung von Dingen durch etwas anderes zu ersetzen.

Der Ramadan ist eine Zeit, in der wir uns neu auf das Göttliche ausrichten und unsere Beziehung zu Zeit, Gemeinschaft und der natürlichen Welt neu definieren. Bewusstsein von der Anwesenheit Gottes – oder Taqwa – wird nicht erlangt durch Sprüche auf Band, sondern eine gelebte Wirklichkeit des absichtsvollen Lebens. Sie überwindet die Impulse und das Verlangen des Körpers. Schlussendlich strebt sie einen höheren Seinszustand an.

Foto: C. Media / Peter Sanders

Um Spiritualität als das Bollwerk gegen die Suche nach diesem flüchtigen Leben erneut zu beanspruchen, müssen wir ­Fragen von Glauben und Anbetung über trockene akademische Analysen oder ­verblassende Anfälle von Spontan- oder Insta-Glauben hinter uns lassen. Wir müssen die ganzheitliche Lebensphilosophie des Islam wiederherstellen und sie als unsere ehren – in Abgrenzung zu Kapitalismus mit seiner materiellen und utilitaristischen Ethik.

Wir müssen einen Versuch ermutigen, Ramadan zu mehr als einem isolierten jährlichen Ereignis zu machen, sondern zu einer periodischen Verjüngung unserer kosmolo­gischen Ordnung, die wir durch den Rest des Jahres weiterführen.

Wenn wir ihren Idealen treu sind, wird sich diese kos­mologische Ordnung als Alternative einer Lebensweise widersetzen, die den Geist der Menschen zerstört. Nur dann können wir für uns in Anspruch nehmen, Muslime zu sein: Uns Gott und Seinem ganzheitlichen Din vollständig zu ergeben.

Das englischsprachige Original wurde dem online-Medium „Traversing Tradition“ entnommen. Übersetzung und Abdruck mit Genehmigung von Redaktion und Autorin.

Ramadan 2024: „Das Fasten gehört Mir“

ramadan

Der Verzicht im Ramadan beginnt mit Verneinung und mündet in geistigem Wachstum.

(iz). Imam Muslim überlieferte von Abu Huraira, möge Allah mit beiden zufrieden sein, vom Propheten, Allahs Frieden und Segen auf ihm, dass Allah sagte: „Jede Handlung des Sohnes von Adam gehört ihm selbst, außer dem Fasten. Es ist Mein und Ich werde ihn dafür entlohnen. (…) Der Fastende hat zwei Freuden: Wenn er sein Fasten bricht, erholt er sich, und wenn er seinem Herrn gegenübersteht, hat er Freude an seinem Fasten.“

Ramadan als Monat des Verzichts

Muslime in aller Welt (die unter Krieg und Entbehrungen leiden wie jene, die in den Wohlstandsinseln des Globus leben) stehen vor den Toren des Ramadan. Auf sie wartet ein Monat des Verzichts, der Erinnerung und Vergeistigung.

Wenn Allah im obigen Hadith Qudsi davon spricht, dass Ihm das Fasten (arab. saum) gehört, kann das auch als Hinweis auf die Besonderheit dieser Form der Anbetung verstanden werden.

Ihr spezieller Charakter wird vielleicht am unscheinbaren Fakt erkennbar, dass sie im Gegensatz zu den anderen vier „Pfeilern“ des Islam nicht bildlich greifbar ist.

Ramadan

Foto: IgorZh, Adobe Stock

Es beginnt mit Verneinung

Glaubensbekenntnis, Gebet, Zakat und Hadsch lassen sich auf irgendeine Weise darstellen. Dem entzieht sich das Fasten. Es ist zuallererst Verneinung – und gleicht damit dem Anfang des Glaubensbekenntnisses (arab. schahada), das mit „es gibt keinen …“ beginnt.

Es muss ein Geheimnis im rituellen Verzicht geborgen sein. Ansonsten gäbe es diesen erwähnten Unterschied nicht. Obwohl wenn das Fasten im Ramadan von diversen Akten der freiwilligen Anbetung (von der Qur’anrezitation bis zum Stehen im Gebet) durchdrungen ist, handelt es sich essenziell darum, etwas nicht zu tun. Das heißt, auf – ansonsten erlaubte oder lobenswerte – Dinge und Verhaltensweisen dieser Welt zu verzichten.

Rumi hat unsere Welt als „die große Brust“ bezeichnet. Das Fasten bricht für 29 bzw. 30 Tage mit dem Alltag insofern, als dass wir zeitweise „abgestillt“ werden – ohne dadurch Schaden zu leiden. Als solches stellt es auch eine Verschiebung der und Bruch mit den Gewohnheiten des Selbst dar.

Foto: Umut Rosa, Shutterstock

Ramadan als Monat des Wachstums

Allerdings bleibt es beim verpflichtenden Fasten im Islam nicht bei der Verneinung – ähnlich wie bei der Schahada. Schwächen wir die Dinge dieser Welt in uns ab, werden u.a. Elemente der nächsten wichtiger.

Ein Verweis ist hierbei der Name des freiwilligen Tarawwih, das im Anschluss an das Nachtgebet vollzogen wird. Es lässt sich u.a. mit „Vergeistigung“ übersetzen.

Das heißt, wir werden vom Ego (arab. nafs) zum Geist (arab. ruh). Die abendlichen Gebete stellen dabei sicher, dass wir diese Erfahrungen mit anderen teilen können.