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Voller Tugenden – gelegentlich wird der Monat Scha‘ban vernachlässigt

schaban ramadan

Der Schaban ist ein Monat, der oft vernachlässigt wird, da sich die Menschen auf die Aufregung des Ramadan und seine langen Nächte des Gebets freuen.

(Yaqeen Institute). Aber er ist eine Zeit von unglaublicher Tugendhaftigkeit, die von unserem geliebten Propheten ausdrücklich hervorgehoben wurde. Von Dr. Omar Suleiman

Er hat eine große historische Bedeutung, da in diesem Monat das Fasten im Ramadan durch Offenbarung gesetzlich festgelegt wurde und in diesem Monat die Gebetsrichtung von Jerusalem nach Mekka geändert wurde. Abgesehen von seiner geschichtlichen Relevanz ist er auch ein Monat des Fastens, in dem der Qur’an stärker in den Mittelpunkt gerückt wird, was ihm eine große spirituelle Bedeutung verleiht.

Auch im Schaban ist Fasten empfohlen

Sein erster Vorzug ist, dass es ein Fastenmonat ist. Normalerweise vergessen viele von uns die Enthaltsamkeit in ihm, weil wir uns auf den Ramadan freuen. ‘Aisha sagte im Rahmen eines größeren Hadithes: „Ich habe nie gesehen, dass Allahs Gesandter einen ganzen Monat lang gefastet hat, außer im Ramadan, und ich habe ihn in keinem Monat mehr fasten sehen als im Schaban.“

Ramadan 2023 Grundlagen Fasten Ramadan 23

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In einer authentischen Überlieferung sagte sie: „Der beliebteste Monat oder der Monat, in dem Allahs Gesandter am liebsten fastete, war der Monat Schaban. In der Tat pflegte er ihn mit dem Ramadan zu verbinden“, d.h., er machte zwischen beiden keine Fastenpause.

Aus diesen beiden Hadithen können wir ersehen, dass der Gesandte Allahs nie einen ganzen Monat außerhalb des Ramadans gefastet hat. Aber der Monat, in dem er nach dem Ramadan am meisten fastete, war Schaban. Und zwar so sehr, dass es so aussah, als hätte er das Fasten des Schaban mit dem des Ramadan verbunden.

Der achte Monat

Dies ist der achte Monat des islamischen Kalenders. Er geht unmittelbar dem Ramadan voraus. Der Jurist und Gelehrte Ibn Al-Qayyim al-Jawziyya erwähnt auf wunderbare Weise, dass der Prophet fast den gesamten Monat gefastet hat, um den Ramadan zu verherrlichen. Und so wie man die Sunna als Vorbereitung auf das Pflichtgebet nutzt, so ist auch der Schaban eine Vorbereitung und Verherrlichung des Ramadans.

Er erwähnte auch, dass der Gesandte Allahs dafür bekannt war, freiwillig drei Tage in jedem Monat zu fasten. Gelegentlich war er dazu nicht in der Lage. Wenn das geschah, fastete er im Schaban, um diese Tage vor dem Pflichtfasten nachzuholen. Dies war seine Gewohnheit bei einer Reihe von freiwilligen gottesdienstlichen Handlungen, die er regelmäßig verrichtete, aber manchmal verpasste, einschließlich des Nachtgebets und des freiwilligen Fastens.

Usama ibn Zayd berichtete: „Ich fragte den Propheten: ‘Warum fastest du im Monat Schaban mehr als in jedem anderen Monat?’ Der Prophet antwortete: ‘Das ist ein Monat, der von den Menschen zwischen Rajab und Ramadan vernachlässigt wird, und es ist einer, in dem die Taten der Leute vor den Herrn der Welten gebracht werden. Deshalb möchte ich, dass meine Taten erhoben werden, während ich faste.’“

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Eine Zeit für Qur’an

So wie das Fasten in diesem Monat von vielen vernachlässigt wird, wird das Qur’anlesen in ihm unterschätzt. Während wir alle beabsichtigen, mehr Qur’an im Ramadan zu lesen, ist der Schaban die Zeit, in der sich die Rezitatoren auf den Fastenmonat vorbereiten. Dieser Monat war bei den Salaf als der „Monat der Rezitatoren“ bekannt.

In einer authentischen Überlieferung sagte der Prophet: „Allah schaut in der Nacht der Hälfte des Monats Schaban (d.h. am 15.), also vergibt Er seiner gesamten Schöpfung, außer einem Polytheisten oder einer Person mit Feindseligkeit.“

Eine Überlieferung von ‘Ikrima Al-Barbari, dem Diener von ‘Abdallah ibn ‘Abbas, wird häufig zitiert, in der er den 15. Schaban die „Nacht der Befreiung“ (laylat al-bara’a) nennt, den Tag, an dem wir vom Höllenfeuer befreit werden.

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As-Salat An-Nabi – oder warum Muslime für den Propheten beten

Herz Ramadanstimmen prophet

Zu den größten Mitteln für die Erlangung von Erleichterung in Zeiten der Beschwernis gehört das Gebet für den Propheten (As-Sa­lat An-Nabi), möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben.

(iz). Diese Angelegenheit klärte der Gesandte Allahs selbst, wie es in einem Hadith heißt, das von Ubaij ibn Ka’ab überliefert wurde: „Ich fragte ihn: ‘Oh, Gesandter Allahs, ich mache viele Bittgebe­te. Wie viele von ihnen sollte ich dir widmen?’ Er entgegnete: ‘So viel, wie du wünscht.’Ich fragte: ‘Ein Viertel?’ Er sagte: ‘Wie du willst. Aber wenn du es steigerst, wäre es besser für dich.’ Ich ­wollte wissen: ‘Die Hälfte?’ Der Prophet antwortete: ‘Wie du willst. Aber wenn du es steigerst, wäre es besser für dich.’ (…)

Schließlich wollte ich wissen: ‘Und wenn ich dir meine Bittgebete in ihrer Gesamtheit widme?’ Darauf antwortete der Prophet: ‘Dann werden alle deine Bedürfnisse befriedigt und alle deine falschen Handlungen vergeben.’“

Wem Allah die weltlichen Bedürfnisse erfüllt, wird tatsächlich mit Allahs Freundlichkeit und Barmherzigkeit gesegnet. Er erhält Sicherheit von allem, was er fürchtet und bekommt den bestmöglichen Schutz vor jedem Schaden und Übel. Eine solche Person wird getragen vom Boot der Erlösung.

Das heißt, sie ist sicher vor allen beunruhigenden Sorgen und Bedürfnissen; sicher vor Armut, Schulden, Unterwerfung, Schwäche, Krankheit und allen anderen Problemen und Desastern. Ihm wird garantiert, dass seine weltlichen Angelegenheit aufrecht und gut sind. Und sollte er – darüber hinaus – auch Vergebung seiner falschen Taten und Rettung vor den Gefahren am Tage des Jüngsten Gerichts erhalten, sodass er in Frieden in den (Paradies-)Garten eintreten kann, so wurde ihm sicherlich garantiert, dass seine Angelegenheiten im Jenseits ebenfalls gut und aufrecht sein werden.

Was mehr könnte ein Anbetender darüber hinaus verlangen? All dies erlangt man durch die Anrufung von Segen und Frieden auf den Gesandten Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden ­geben. Hierin liegt der Schlüssel für ein gutes Ende unserer Angelegenheiten in diesem Leben wie im jenseitigen.

prophet medina grab

Medina Al-Munawwara: Besucher an der letzten Ruhestätte des Gesandten Allahs. (Foto: Muhammad Afzan, Shutterstock)

Wir führen hier einige Vorteile des Bittgebets für unseren Meister Muhammad, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, an. Diese wurde in den Werken der islamischen Gelehrten angeführt, namentlich von Schaikh ibn Al-Qajjim und Schaikh ibn Hadschar Al-Haitami:

– Dem Befehl Allahs, des Erhabenen und Prächtigen, zu folgen. „Gewiss, Allah und Seine Engel sprechen den Segen über den Propheten. Oh, die ihr glaubt, sprecht den Segen über ihn und grüßt ihn mit gehörigem Gruß.“ (Al-Ahzab, 56)

– Dem Hinweis Allahs zu befolgen im Erbitten auf die Herabsendung von Segen auf Seinen Gesandten. Der Segen (Salawat) unterscheidet sich. Bei uns ist es Bittgebet und Anrufung, bei Allah Erhebung und Veredelung.

– Die Nachfolge der Engel im Gebet für den Gesandten Allahs.

– Zehn Segnungen von Allah im Austausch für einen, der für den Propheten erbeten wird.

– Wer Segen für den Propheten erfleht, wird von Allah um zehn Rangstufen erhoben.

– Ihm werden zehn gute Taten zugeschrieben.

– Zehn falsche Handlungen werden ausgelöscht.

– Das Bittgebet steigert die Chance, dass das eigene Bittgebet erhört wird; insbesondere, wenn es dem Segenswunsch für den Propheten folgt. Denn dieser Segenswunsch erhebt die Bittgebete für den Herrn der Welten, die zwischen dem Himmel und der Erde verharren.

– Das Salat An-Nabi ist ein Mittel zur Erlangung der Fürsprache des Propheten, Allahs Frieden und Segen auf ihm; unabhängig davon, ob eine solche Fürsprache beabsichtigt war oder nicht.

– Es ist ein Mittel zur Vergebung der falschen Taten.

– Das Salat An-Nabi hilft bei der Erfüllung der weltlichen Bedürfnisse der Diener Allahs.

– Wer um Segen für den Gesandten Allahs, Allahs Frieden und Segen auf ihm, bittet, kann ihm so am Tage der Auferstehung nahe kommen.

– Es ist ein Ersatz für diejenigen, die zu arm sind, um Spenden zu geben.

– So kann man die eigenen, notwendigen Dinge erlangen.

Der Text ist ein Auszug von „Abwab al-Faraj“ von Schaikh Muhammad ibn Alawi al-Maliki, der im Ramadan 2004 in Mekka verstarb. Schaikh al-Maliki war ein führender Gelehrter der Ahl As-Sunna in Saudi Arabien, Nachfahre des Propheten und Sufi-Schaikh.

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Was ist die Zeit des Ramadans?

zeit ramadan

Die Sache, die wir als Zeit kennen, ist nicht einheitlich. Es gibt unterschiedliche Zeiten. Unsere Wahrnehmung ändert sich mit dem Verlauf unseres Lebens.

(iz). Das gleiche gilt für einen Tag. Einige Augenblicke haben mehr Bedeutung, andere mehr Segen (arab. baraka). Einige verfliegen im Fluge, andere ziehen sich so lange hin, dass sie sich wie eine Ewigkeit anfühlen.

Teil dessen hat mit unseren Zuständen und Wahrnehmungen zu tun. Aber ein noch größerer Teil liegt an der Art und Weise, in der unser Herr sie erschaffen hat. Nicht alle Zeiten wurden gleich erschaffen. Einige haben bei Allah mehr Gewicht und sind geehrter – zum Beispiel die heiligen Monate, der Tag des Jumuah oder das letzte Drittel der Nacht. Und das gilt besonders für den edlen Ramadan, des größten Monats bei Allah.

Der Prophet, Allahs Heil und Segen auf ihm, sagte: „Der Herr aller Monate ist der Ramadan.“ Es ist einer unvergleichliche Zeit des Jahres – erhaben und qualitativ verschieden von allen anderen. Selbst die ahnungslosesten Muslime, die den Großteil ihres Dins im Rest der 12 Monate vernachlässigen, müssen diese Zeit wahrnehmen. Selbst Leute, die übli­cherweise nicht in der Moschee beten, kommen in dieser außerordentlichen Phase. Seine Eigenschaften sind unzählige, klar erkenn- und wahrnehmbar.

Führen wir einige dieser Eigenschaften auf, damit wir das erhaltene Geschenk besser kennenlernen können. Der Ramadan ist eine unvergleichliche Gabe. Unser Herr hat diesen Monat geehrt, und durch Seine Ehrung auch uns.

Die erste ist das Fasten (arab. sijjam). Dieser Akt der Anbetung wurde gleichbedeutend mit dieser Zeit. Es ist keine alltägliche Art des Gottesdienstes; insbesondere, wenn er eine Pflicht ist. Denn die obligatorischen Handlungen (arab. fara’id) sind die segensreichsten Taten.

Allah sagt in einem Hadith Qudsi: „Es gibt keine Handlung, durch die Mein Sklave sich Mir mehr annähern kann und die Mir lieber ist, als jene, die Ich ihm als Pflicht auferlegt habe.“

Das Fasten hebt sich von allen anderen Gottesdiensten ab, denn es ist nicht nur selbst eine Anbetung, sondern verleiht allen anderen zusätzliche Bedeutung und mehr Wert. Es verändert unseren Zustand und macht uns empfänglicher und offener sowie fokussierter und bewusster.

Daher ist es an so vielen großen Tagen des Jahres empfohlen. Das Gebet während der Enthaltsamkeit ist signifikanter als außerhalb – ebenso wie die Erinnerung Allahs und die Rezitation des Qur’an. Das Fasten eröffnet Facetten solcher Handlungen, die anderenfalls verschlossen bleiben würden.

Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Alles hat seine Tür – seinen Eingang – und die Tür zur ‘Ibada ist das Fasten.“ Nicht nur verleiht es Akten der Anbetung eine zusätzliche, besondere Bedeutung, sondern auch täglichen Dingen, die andernfalls keinen gesonderten Wert haben.

Das Essen des Suhurs (die Frühmahlzeit des Fastens) sowie des Iftars (Mahlzeit zum Fastenbrechen) sind wichtige Quellen für Belohnung – genauso wie Ruhe und Schlaf. Der Gesandte Allahs, Heil und Segen auf ihm, sagte über letzteren Punkt: „Der Schlaf des Fastenden ist ein Akt der Anbetung.“

Als Anbetung als solche kennt das Fasten nicht seinesgleichen. Es gehört zu einer einzigartigen Kategorie und bringt mit sich eine intime Verbindung zu unserem Herrn und Schöpfer.

Allah sagt in einem Hadith Qudsi: „Jede gute Tat wird um das zehn- bis siebenhundertfache multipliziert. Davon ausgenommen ist das Fasten. Dieses ist für Mich und nur Ich gebe [kenne] die Belohnung dafür.“ Es hat sogar sein eigenes Tor im Garten, das direkt in die Gegenwart unseres Schöpfers führt, wo Er uns empfängt und ermöglicht uns an Seiner Schau zu erfreuen.

Al-Ghazali berichtete, dass der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Der Garten hat ein Tor namens Ar-Rajjan, durch das nur die Fastenden hereingelassen werden. Es ist das Versprechen des Treffens mit Allah als Belohnung für den Fastenden.“

Der zweite Weg, auf dem Allah den Ramadan ehrt, geschieht durch Sein Buch. Denn es wurde in dieser Zeit offen­bart und ist der Monat, an dem es in unser gemeinschaftliches Leben tritt. Allah sagt: „Der Monat Ramadan (ist es), in dem der Qur’an als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt worden ist, als klarer Beweis der Rechtleitung und der Unterscheidung.“ (Al-Baqara, Sure 2, 185)

Seine deutlichen Zeichen sind niemals klarer als in dieser Phase. Das Gleiche gilt für unsere Fähigkeit zu ihrem Hören, Schmecken und Versehen. Unsere Sinne sind niemals schärfer und besser als jetzt. Viele Barrieren zwischen unseren Herzen und den Bedeutungen in den Worten Allahs werden geschwächt und entfernt. Also sollten wir das Buch Allahs zu unserem konstanten Gefährten in den Tagen und Nächten des Ramadan machen.

Die dritte Art und Weise, auf welche diese Zeit herausgehoben wird, geschieht durch die Eigenschaft der Geduld (arab. sabr). Ramadan ist der Monat von Sabr. Hier erhalten die gewohnheitsmäßigen Ungeduldigen einen Geschmack dieser enormen Charaktereigenschaft, die im Kern des Herzens eines wahren Gläubigen liegt.

Der Prophet, Allahs Heil und Segen auf ihm, sagte hierzu: „Es ist der Monat von Sabr. Und die Belohnung von Sabr ist der Garten.“ Und er, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte auch: „Sabr ist die Hälfte des Iman.“

Das vierte Element ist die Großzügigkeit. Das betrifft sowohl die unseres Herrn gegenüber uns als auch die unter uns. Sie umfasst Handlungen, Meinungen und materielle Dinge. Der Gesandte Allahs, Heil und Segen auf ihm, sagte dazu: „Dies ist der Monat des freigiebigen Schenkens. Und der Monat, in dem die Versorgung eines Gläubigen erhöht wird.“

In Hinblick auf die göttliche Großzügigkeit erweitert Er unsere Versorgung (arab. rizq), vervielfacht die Belohnung für unsere Handlungen und hält die Schajatin – und diejenigen, die uns einflüstern und uns in die Irre locken – unter Schloss und Riegel.

Der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Wenn Ramadan kommt, werden die Tore des Gartens aufgestoßen, die Tore zum Feuer verschlossen und die Schaitans angekettet.“ Und für die gegen­seitige Freigebigkeit gilt: Ansonsten verschlossene Häuser öffnen den Gästen ihre Türen in beinahe nächtlicher Regelmäßigkeit.

Zerbrochene Bindungen werden neu geknüpft und grobe Worte durch ein Willkommen ersetzt. Selbst den Elendesten gibt Allah eine Gelegenheit zum Geben, sei es auch nur ihre Gesellschaft und ihr guter Wille.

Der Gesandte Allahs, Heil und Segen auf ihm, sagte: „Jeder, der einem Fastenden etwas bringt, mit dem er sein Fasten brechen kann, wird die Belohnung erhalten, die der Befreiung eines Sklaven entspricht. Und seine falschen Handlungen werden vergeben. Außerdem erhält er die Belohnung für das Fasten derjenigen, die er ernährt hat, ohne die Belohnung dieser Person in irgendeiner Weise zu mindern.“ Allahs sagt in Seinem mächtigen Buch: „Was aber jemanden angeht, der den Stand seines Herrn gefürchtet und seiner Seele die Neigungen untersagt hat, so wird der Garten sein Zufluchtsort sein.“ (An-Nazi’at, Sure 79, 40-41)

Wie oben bereits gesagt, erfährt die Zeit des Ramadan ihre herausragende Stellung durch die tägliche Enthaltsamkeit. Aber echtes Fasten ist mehr, als die meisten vermeinen.

Es handelt sich hier nicht nur um das sich enthalten von Essen, Trinken, Rauchen und Geschlechtsverkehr – selbst wenn das die Definition seines rechtlichen Rahmens ist. Das ist nur der Beginn. Und sie betrifft zwei der sieben körperlichen Aspekte – den Magen und den Intimbereich.

Hierzu gehört auch die Entsagung von den Leidenschaften und falschen Handlungen des Restes – der Zunge, Augen, Ohren, Händen und Füßen. Wer das nicht tut, obwohl er rechtlich legal fastet, wird einen Monat voller Hunger und Erschöpfung haben.

Der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „So viele, die fasten, bekommen nur Hunger und Durst (…). Und so viele, die die Nacht im Gebet stehen, bekommen nur Müdigkeit und Schlafstörungen.“ Es nutzt nur wenig, sich das andernfalls Erlaubte zu versagen, wenn man sich das zugesteht, was üblicherweise untersagt ist. Der Gesandte Allahs, Heil und Segen auf ihm, sagte hierzu: „Wenn jemand nicht von Meineid oder falscher Handlung ablässt, dann wird Allah das Aufgeben seines Essens und Trinkens nicht wollen.“ Dies wird bei Allah den Stellenwert einnehmen, als würde der Betroffene nicht fasten.

Imam Al-Ghazali verbindet denjenigen, der fastet, aber seinen Körpergliedern freien Lauf lässt und sich an Verbotenem beteiligt, mit demjenigen, der seine Gebetswaschung ohne Wasser vollendet. Er wischt über seine Hände, Gesicht, Arme, Kopf, Füße und vollendet alle rituellen Bewegungen.

Aber am Ende ist die Person genauso unrein wie zu Beginn. Das Gebet damit ist wertlos und wird zurückgewiesen. Das gleiche gilt für denjenigen, der nicht im vollsten Sinne des Wortes fastet. Er hat nichts. Alles, was er erreicht hat, ist, sich selbst zu schwächen und zu erschöpfen.

Diese Aussage wird sowohl durch den Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, als auch durch seine Gefährten bestätigt, möge Allah mit ihnen zufrieden sein. Entsagung von Essen, Trinken und Geschlechtsverkehr ist nichts als der Beginn des Fastens, nicht seine Vollendung.

Und während sie es sind, die das Fasten (arab. Sijjam) im legalen Sinne bricht, wird seine Bedeutung – und damit sein Nutzen – durch viele andere Dinge aufgehoben. Der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Fünf Dinge brechen die Enthaltsamkeit des Fastenden: Lüge, Verleumdung, Rufmord, Meineid und der lustvolle Blick.“ Und er, Heil und Segen auf ihm, sagte auch: „Fasten ist ein Schild. Wenn ihr fastet, dann sprecht keine Ob­szönitäten und redet nicht aus Unwissenheit oder Ärger. Wenn ein Mann euch beschimpft oder versucht, mit euch zu kämpfen, dann geht nicht darauf ein, sondern sagt: ‘Ich faste. Ich faste.’“

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Am Grab des Propheten

(iz). Das große Ereignis der Hadsch, die lebensbestimmende und -vervollkommnende Reise für Muslime in aller Welt, hat begonnen. Während Sie dieses lesen, sind Millionen Muslime in Mekka oder auf dem […]

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Vom Segen der besonderen Zeit

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Es gibt zwei Aspekte im Ramadan. Der eine ist die Handlung des Fastens. Und der zweite ist die Natur der Zeit selbst. (iz). Der große Prophetengefährte Salman, möge Allah mit […]

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Europeas Muslime und der Ramadan: Fragen an den Lehrer und Imam Dr. Asadullah Yate

(iz). Auch wenn der Islam im Internet und in den herkömmlichen Medien präsent ist, scheint es mehr als sinnvoll zu sein, dessen spirituellen Aspekte über die polemisch debattierten Aspekte zu betonen. Ohne Frage haben die so genannten „Fünf Säulen“ Vorrang vor sekundären Fragen.

Wir sprachen daher mit dem muslimischen Lehrer, Imam und Übersetzer Dr. Asadullah Yate über verschiedene, wichtige Aspekte des Fastenmonats Ramadan.

Islamische Zeitung: Wir Muslime sagen immer, dass der Ramadan die besten Zeit des Jahres sei. Wir freuen uns auf sie und sind traurig, wenn sie vorüber ist. Für einen nicht-muslimischen Außenseiter mag es seltsam erscheinen, eine gute Zeit zu haben, wenn man weder essen oder trinken kann beziehungsweise sich der anderen erlaubten Dinge des Lebens erfreuen darf. Wie kann dies eine wunderbare Zeit sein?

Dr. Asadullah Yate: Es handelt sich um eine Zeit des Wandels und der Ausnahme. Vor allem und zuerst handelt es sich beim Ramadan um eine erschütternde Phase. Der Fastenmonat verändert das normale Verhaltensmuster des Lebens, was wiederum eine Veränderung im reglementierten Alltag von Essen und Schlafen nach sich zieht.

Die Unterbrechung unserer Routine erweckt die spirituelle Seite des Herzens. Das Herz erwacht, weil wir weniger essen und schlafen. Dies führt natürlicherweise zur Belebung der anderen Wirklichkeit des menschlichen Selbst [der Nafs] und des Herzens. Aus diesem Grund wird man spiritueller. Das Wort „Tarawih“ [der Name des besonderen Gebets, dass in der Nacht verrichtet wird] bedeutet wörtlich „spirituell werden“. Die Bedeutung des Tarawih leitet sich von „Ruh“ [Geist] ab.

Aus diesem Grund ist der Ramadan die Zeit der besonderen Zustände und der Freude.

Islamische Zeitung: Sicherlich kennen die meisten Muslime die relevanten Verse des Qur’an im Zusammenhang mit dem Ramadan. Könnten sie uns kurz einen Überblick verschaffen?

Dr. Asadullah Yate: In der Sure Al-Baqara [Vers 183 ff.] sagt Allah, dass das Fasten uns in dem gleichen Maße vorgeschrieben wurde, wie für jene Völker, die vor uns kamen. In anderen Worten: Das Fasten ist seit den Tagen Adams immer ein Teil der menschlichen Realität gewesen. Es ist keine Praxis, die nur auf die Muslime beschränkt ist.

Und Allah sagt in einem Vers, dass es uns vorgeschrieben sei, dass wir im Monat Ramadan fasten müssen. Es gibt natürlich Ausnahme für jene, die reisen oder krank sind. Jene Gruppen müssen in diesen Zuständen nicht reisen und die ausgelassenen Tage später nachholen.

An zwei Stellen dieser qur’anischen Verse erwähnt Er auch Regeln, die aufgehoben wurden. Diese betreffen jene historische Phase, in der die Muslime entscheiden konnten, ob sie fasten oder nicht. Wenn sie dies nicht taten, mussten sie eine Fidja bezahlen. Aber Allah hat mit jenen Versen in der Sure Al-Baqara nun diese Möglichkeit aufgehoben und uns gesagt, dass wir fasten müssen, wenn wir ansässig sind. Mit anderen Worten, wenn wir weder reisen oder krank sind.

An einer anderen Stelle dieser Gruppe qur’anischer Verse erlaubt Allah, dass die Muslime nun Geschlechtsverkehr während der gesamten Nacht haben können. Denn zu Beginn des Islam war es ihnen nur erlaubt, sich ihren Eheleuten bis zur Zeit des Nachtgebets zu nähern. Und so finden wir in Zusammenhang mit dem Ramadan zwei Gelegenheiten, bei denen eine frühere Praxis des Islam durch eine spätere aufgehoben wurde.

Islamische Zeitung: Ich habe von verschiedenen Phasen des Ramadans gehört und jede einzelne soll für ein bestimmtes Element des Fastenmonats stehen. Könnten sie uns diese kurz beschreiben?

Dr. Asadullah Yate: Der Gesandte Allahs sagte, dass der erste Teil des Ramadans, die ersten zehn Tage, Gnade oder Rahma ist. Der zweite Teil, seine Mitte – die Maghfira – ist die Vergebung, in der dem Diener Allahs alle falschen Handlungen verziehen werden. Und der dritte Teil ist die Freiheit, der Schutz vor dem [Höllen]Feuer.

Wir wissen von einer anderen prophetischen Überlieferung, dass jemandem, der den Ramadan „Imaman“ (mit vollem Vertrauen auf Allah) und „Ihtisaban“ (voll bewusst) fastet, seine Zunge hütet und sich offensichtlich von allen Dingen fern hält, die es zu vermeiden gilt, die falschen Handlungen vergeben werden. Man ist dann am Feiertag zum Ende des Ramadans wie ein neugeborener Säugling.

Islamische Zeitung: Für die Muslime ist die „Nacht der Macht“ (Lailatul Qadr) der Höhepunkt des Fastenmonats. Warum ist dies eine besondere Zeit und was bedeutet sie für die Muslime?

Dr. Asadullah Yate: Diese Nacht ist der enorme Augenblick, in dem Allah der Qur’an auf einmal herab sandte. Wir wissen natürlich, dass der Qur’an in einer langjährigen Periode offenbart wurden, wenn der Prophet Rechtleitung benötigte, um zu wissen, was er in einer bestimmten Lage zu tun hatte. Aber er wurde auch in einem Durchgang herab gesandt – in dieser Nacht der Macht (Qadr). Die Nacht ist eine Offenbarung der Macht Allahs.

Qadr bedeutet aber Maß oder Bestimmung. Es ist die Nacht, in der Allah die Ereignisse des kommenden Jahres bestimmt. Der Prophet hat uns angewiesen, nach ihr in den letzten zehn Tagen des Ramadans Ausschau zu halten. Dann hatte er diese Anweisung weiter eingegrenzt und gesagt, wir sollten nach ihr in den ungeraden Nächten suchen. Und schließlich gab der Gesandte Allahs eine noch genauerer Bestimmung, als er sagte, dass es sich dabei um die 27. Nacht handelt.

Wir haben unterschiedliche Überlieferungen, von denen keine absolut bestimmend ist. Der Gesandte Allahs wies uns an, wir sollten nach dieser Nacht „suchen“. Manche sind der Ansicht, dass sich die Nacht der Macht während des gesamten Ramadans finden lasse. Aber die wahrscheinlichsten Hinweise finden sich bezüglich der letzten zehn Tage des Ramadans und bezüglich des 27. Ramadan.

Die Lailatul Qadr ist die Nacht, in der wir daran erinnert werden, dass der Qur’an offenbart wurde. Wir wissen von einer anderen Überlieferung, dass es die Nacht der Stille ist. Dabei handelt es sich um einen Augenblick, in welcher die Belohnung von Allah endlos vergrößert wird. Für jedes Gebet während dieser Nacht, im Tarawih oder danach, gibt es eine besondere Belohnung.

Der Prophet hatte es uns ebenfalls empfohlen, in den letzten zehn Tagen des Ramadans I’tikaaf zu machen. Das heißt, sich in die Moschee zurückzuziehen und von der auswärtigen Welt abschneiden.

Islamische Zeitung: Nur wenige Tag nach der Lailatul Qadr kommt das Fest des ‚Id, welches das Ende des Ramadans markiert. Was ist die soziale Bedeutung des ‚Ids für die Muslime?

Dr. Asadullah Yate: Natürlich ist der ‚Id eine Zeit der enormen Freude, in der die Enthaltsamkeit plötzlich in eine Feier verwandelt wird, zu der alle zusammenkommen. Der Gesandte Allahs sagte, dass es zwei Freuden für den Fastenden gibt. Zum einen, wenn er am Ende des Tages sein Fasten bricht und zum anderen, wenn er seinem Herrn begegnet.

Die Muslime fasten für Allah und Allahs sagte in einem Hadith Qudsi: „Das Fasten ist für mich.“ Es ist also eine spezielle Form der Anbetung, die Allah für Sich beansprucht. Und Er sagt weiter: „Ich werde die Belohnung dafür geben.“

Das Fasten kann nicht von außen beobachtet werden. Nur der Fastende selbst und Allah wissen davon und so gibt es keine Grundlage für Rija – für das Angeben. Was am ‚Id geschieht ist die Umkehrung der gesamten Sache nach außen. Die Freude wird in den Menschen sichtbar und sie kommen zusammen. Normalerweise wird das besondere Feiertagsgebet in einer Musalla, einem Ort außerhalb der Stadt, verrichtet, in der alle Platz finden. Der ‚Id ist ein Augenblick der Vereinigung nach dieser Zeit der Enthaltsamkeit.

Islamische Zeitung: Sie haben umfangreich die muslimische Welt bereist. Was ist der Unterschied zwischen den Muslimen Europas auf der einen Seite und denen im Nahen Osten, wie sie den Ramadan praktizieren?

Dr. Asadullah Yate: Offenkundig fastet nur ein Teil der Bevölkerung in Europa. Und so findet sich hier eine andere Atmosphäre, wenn man die Geschäfte und Straßen betritt und die Mehrheit der Menschen nicht fastet. Dies hat eine Auswirkung auf den persönlichen Zustand. Man ist sich offenkundig bewusst, dass nur die anderen Muslime fasten.

In der traditionell muslimischen Welt geschieht der Ramadan jedoch als gemeinschaftliches Ereignis. Und so wird wegen der Macht des Fastens der Ruhani-Aspekt der Menschen geweckt und sie dadurch gestärkt. Dadurch wird der Din des Islam belebt und mit ihm die Menschen.

Wir wissen vom Propheten, dass die Teufel während des Ramadans in Ketten gelegt sind und die besten Eigenschaften der Menschen zu Tage treten. Dies ist in Europa nicht immer der Fall, denn wir werden uns des Unterschieds zwischen Fastenden und Nichtfastenden bewusst. Allerdings gibt uns dies natürlich die Möglichkeit, jenen Menschen, die keine Muslime sind, das große Geschenk des Ramadans zu erklären. Wir können sie zum Fastenbrechen einladen und mit ihnen das Licht teilen, dass Allah uns gegeben hat.

Islamische Zeitung: Vielen Dank für das Gespräch.

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Was ist die Nacht der Macht?

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Lailatu’l-Qadr, die Nacht der Macht und ­Bestimmung, ist eines der größten Geschenke Allahs, des Erhabenen, an die Muslime.

(iz). Allah der Erhabene sagt in Seinem Buch: „Herabgesandt haben Wir ihn in der Nacht der Macht und Bestimmung. Und du weißt sehr wohl, was die Nacht der Macht und Bestimmung ist. Die Nacht der Macht und Bestimmung ist besser als tausend Monate. In ihr kommen die Engel herab und der Ruh (Geist) mit der Erlaubnis ihres Herrn und Seinem Befehl. Friede ist sie bis zum Anbruch der Morgendämmerung.“ (Sura Al-Qadr)

Zum Anlass der Bekanntmachung der Laila­tu’l-Qadr wurde unter anderem das Folgende vom Propheten überliefert:

„Jemand berichtete dem Gesandten Allahs, Friede sei mit ihm, von einem Mann von den Söhnen Israels, der tausend Monate lang die Nächte im Gebet verbrachte und an den Tagen auf dem Wege Allahs kämpfte. Der Gesandte ­Allahs, Friede sei mit ihm, war davon sehr beeindruckt und wünschte sich dasselbe für seine Leute. Er sagte: ‘Oh mein Herr, Du hast meine Leute (verglichen mit den Völkern vor ihnen, als die) mit der geringsten Lebensspanne und (daher als die) mit den wenigsten Taten erschaffen’, worauf Allah ihm die Lailatu’l-Qadr, die Nacht der Macht und Bestimmung (zu erkennen) gab.“

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In dieser Nacht sandte Allah den Qur’an herab, und in ihr werden die Dinge für das kommende Jahr festgelegt. Allah sagt im Qur’an: „Wir sandten ihn herab in der Nacht der Macht und Bestimmung“ und „Wir sandten ihn herab in einer Nacht, in der alle entscheidenden Dinge festgelegt werden.“

Über die Herabsendung des Qur’an finden wir in den Erläuterungen zum Qur’an (Tafsir) folgende Überlieferungen: „Allah sandte den Qur’an in dieser Nacht von der Wohlbewahrten Tafel zum uns nächsten Himmel herab. Der Engel Dschibril (Gabriel), Friede sei mit ihm, diktierte den Qur’an den Engeln des uns am nächsten gelegenen Himmels, die ihn dann auf Seiten aufschrieben. Diese Seiten wurden an einem Ort mit dem Namen Baitu’l-Izza, das Haus der Würde, aufbewahrt und von dort aus überbrachte Dschibril, Friede sei mit ihm, den Qur’an zu verschiedenen Anlässen und Begebenheiten dem Gesandten Allahs, Friede sei mit ihm.“

Der Vorgang der Offenbarung geschah in einem Zeitraum von etwa 20 bis 23 Jahren in unsere Welt. Der Qur’an wurde somit sowohl als Ganzes, als auch Stück für Stück offenbart.

Der große Wert der Lailatu’l-Qadr

Wer die Nacht der Bestimmung in der Anbetung Allahs verbringt, bekommt eine Belohnung, als ob er tausend Monate (in denen diese Nacht nicht enthalten ist) durchgehend in der Anbetung Allahs (‘Ibada) verbracht hätte. Wer diese Nacht – in Erwartung der großen Belohnung, die in ihr für alle guten Taten liegt – mit Erinnerung an Allah (Dhikr) und Anbetung verbringt, dem werden seine Fehler und falschen Taten vergeben.

Die Nacht der Bestimmung ist eine besondere Eigenschaft der Muslime. Keinem anderen Volk, keiner anderen Gemeinde hat Allah vorher dieses Wissen gegeben. Er hat jedoch die genaue Zeit der Lailatu’l-Qadr vor den Menschen verborgen, damit viele die Nächte des Ramadan auf der Suche nach ihr verbracht werden.

Allah hat auch anderswo gewisse Dinge und Zeiten in anderem ­ver­borgen, um die Menschen zu Mehr und Besserem anzuregen. Dazu gehören zum Beispiel folgende Dinge und Zeiten:

Die Lailatu’l-Qadr im Ramadan, damit viele der Nächte des Ramadan auf der Suche nach ihr verbracht werden. Die genaue Zeit am Tag des Freitagsgebetes (Dschumu’a), zu der von Allah die Bittge­bete (Du’a) erhört werden, damit man während des gesamten Tages Du’a macht.

Das Mittlere Gebet (Salaatu’l-Wusta) unter den anderen, damit man alle gleich schätzt und alle einrichtet. Seinen Höchsten Namen verbarg Allah unter Seinen anderen Namen, damit die Menschen Ihn bei allen Seinen Namen anrufen.

Den größten Wali (Freund Allahs), den Qutb, den Pol der Schöpfung, unter den Gläubigen, den Muminun, damit man alle respektiert und über alle gut denkt und spricht.

Die Stunde, zu der das Ende dieser Welt und allem, was auf ihr ist, kommen wird, damit sich die Menschen immer an sie erinnern und sich davor in Acht nehmen.

Die Zeit des Todes einer Person in seiner Lebensspanne, damit sie immer darauf vorbereitet ist. Selbst wenn man die genaue Zeit der Lailatu’l-Qadr nicht erkennt, bekommt man doch von der unermesslichen Belohnung, die in ihr liegt, durch die Absicht und die Suche nach ihr.

tahadschud

Foto: Meeko Media, Shutterstock

Wer in der Lailatu’l-Qadr das Nachtgebet in der Moschee mit der Gemeinschaft verrichtet, bekommt seinen Anteil an ihr. Diese Nacht ist am wahrscheinlichsten innerhalb der letzten zehn ungeraden Nächte des Ramadan zu finden.

Was sind ihre Zeichen?

Die Zeichen der Lailatu’l-Qadr sind unter anderem, dass in dieser Nacht der Himmel sehr klar ist; es ist eine relativ milde Nacht, nicht zu heiß, nicht zu kalt; es ist eine ruhige Nacht, das Bellen von Hunden und das Rufen der Esel ist in dieser Nacht weniger; Salzwasser wird etwas süßer; man kann beobachten, wie die verschiedenen Geschöpfe Allahs sich auf ihre Art und Weise vor Allah niederwerfen; man hört, als ob es menschliche Worte wären, wie jedes Ding sich an ­Allah erinnert, und am Sonnenaufgang ist der Tag besonders hell und rein.

Nacht der Bestimmung: In der Sura Al-Qadr sagt Allah: „Die Engel steigen herab und der Ruh mit der Erlaubnis ihres Herrn, und mit Seinem Befehl.“

In dieser Nacht werden die Geschicke aller Dinge für das kommende Jahr festgelegt. Das heißt, dass alle an der Ausführung beauftragten Engel in dieser Nacht über ihre Aufgaben für das kommende Jahr unterrichtet werden – das sind Dinge, wie beispielsweise die Verpflegung und Versorgung des Menschen, die Zeiten des Todes und ­alles, was das nächste Jahr bringen wird.

Diese Bestimmung wird den so genannten „Verwaltern“, den vier großen Engeln Jibril, Mikail, Israfil und Azrail, Friede sei mit ihnen, zur Ausführung übergeben.

In jener Nacht kommen die Engel, die sich sonst am Lotusbaum (Sidratu’l-Muntaha) an der Grenze der erschaffenen Dinge ­aufhalten, auf die Erde. Dschibril, Friede sei mit ihm, kommt auf die Erde herab und bringt vier Banner mit sich. Eines stellt er am Grab des Propheten auf, eins am Baitu’l-Maqdis, der Moschee in Al-Quds (Jerusalem), eins am Masdschidu’l-Haram, der Moschee um die Ka’aba, und eins am Berg Sinai.

Palästinensische „Musaharatis“ schlagen Trommeln, während sie am ersten Abend des Ramadan ihre Runde drehen. (Shutterstock)

Er geht in dieser Nacht in jedes Haus, in dem ein Gläubiger oder eine Gläubige wohnt und begrüßt sie und sagt: „Oh Gläubiger/Oh Gläubige, der Friede, As-Salam, grüßt euch mit Frieden, Salam.“

Jibril, Friede sei mit ihm, macht dabei keine Ausnahme, ob rechtschaffen oder nicht; nur drei Gruppen besucht und grüßt er nicht: Alkoholiker, Leute die Schweinefleisch essen, und Leute, die die Familienbande brechen.

Es gibt verschiedene Ansichten darüber, was der Geist, der Ruh, sei, der hier gemeint ist. Es gibt die Ansicht, dass damit Jibril, Friede sei mit ihm, gemeint ist, und es gibt eine Ansicht, die sagt, dass dieser Geist, der in der Lailatu’l-Qadr auf die Erde herab kommt, ein Engel ganz besonderer Art ist. Dieser Engel befindet sich direkt unter dem Thron Allahs und ist von gewaltiger Größe.

Er preist Allahs Majestät jeden Morgen und jeden Abend. Er hat tausend Köpfe, in jedem Kopf hat er tausend Gesichter, in jedem Gesicht tausend Münder, und in jedem Mund tausend Zungen, und jede Zunge preist und lobt Allah auf tausend verschiedene Arten und jede seiner Zungen spricht eine andere Sprache als die anderen.

Wenn dieser Engel seine Münder öffnet, um Allah zu loben, werfen sich alle Engel in den sieben Himmeln nieder – aus Furcht, die Intensität des Lichtes, das aus seinen Mündern kommt, würde sie auslöschen. In der Nacht der Bestimmung kommt er wegen der besonderen Bedeutung dieses Augenblicks auf die Erde.

Er bittet Allah mit allen seinen Mündern bis zum Anbruch der Morgendämmerung um Vergebung für jeden Mann und jede Frau aus der Gemeinde Muhammads, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, die das Fasten einhalten.

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Gedanken zum Ramadan – Freude und Sehnsucht

Ramadan

Ramadan: Erst kommt unmittelbar nach dem Ende ein wehleidiges Zurückblicken auf den vergangenen Monat. Dann wird sehnsüchtig vorwärts geschaut. (iz). Ramadan. Ein Monat, der für manche manchmal nichts weiter darstellt […]

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Europas Muslime und der Ramadan: Fragen an einen Imam und Übersetzer

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Europas Muslime und der Ramadan: Der britische Imam Dr. Asadullah Yate zur Frage, wie der Fastenmonat hier ausgeprägt ist.

(iz). Obwohl wir täglich in sämtlichen Medien mit „dem Islam“ konfrontiert werden, stoßen nur die wenigsten bis zu dessen spirituellem Kern vor. Dabei bietet auch der diesjähriger Ramadan nicht nur eine erneute Möglichkeit zur Begegnung mit Muslimen, sondern auch, etwas über den zeitlosen Gehalt ihrer religiösen Lebensweise zu erfahren.

Aus diesem Anlass befragten wir den Lehrer, Imam und Übersetzer Dr. Asadullah Yate über die verschiedenen wichtigen Aspekte des Fastenmonats.

„Zeit des Wandels und der Ausnahme“

Islamische Zeitung: Wir Muslime sagen immer, dass der Ramadan die besten Zeit des Jahres sei. Wir freuen uns auf sie und sind traurig, wenn sie vorüber ist. Für einen nichtmuslimischen Außenseiter mag es seltsam erscheinen, eine gute Zeit zu haben, wenn man weder essen oder trinken kann beziehungsweise sich der anderen erlaubten Dinge des Lebens erfreuen darf. Wie kann dies eine wunderbare Zeit sein?

Dr. Asadullah Yate: Es handelt sich um eine Zeit des Wandels und der Ausnahme. Vor allem und zuerst handelt es sich beim Ramadan um eine erschütternde Phase. Der Fastenmonat verändert das normale Verhaltensmuster des Lebens, was wiederum eine Veränderung im reglementierten Alltag von Essen und Schlafen nach sich zieht.

Die Unterbrechung unserer Routine erweckt die spirituelle Seite des Herzens. Das Herz erwacht, weil wir weniger essen und schlafen. Dies führt natürlicherweise zur Belebung der anderen Wirklichkeit des menschlichen Selbst [der Nafs] und des Herzens. Aus diesem Grund wird man spiritueller. Das Wort „Tarawwih“ [der Name des besonderen Gebets, dass in der Nacht verrichtet wird] bedeutet wörtlich „spirituell werden“. Die Bedeutung des Tarawwih leitet sich von „Ruh“ [Geist] ab.

Aus diesem Grund ist der Ramadan die Zeit der besonderen Zustände und der Freude.

„Seit den Tagen Adams“

Islamische Zeitung: Sicherlich kennen die meisten Muslime die relevanten Verse des Qur’an im Zusammenhang mit dem Ramadan. Könnten sie uns kurz einen Überblick verschaffen?

Dr. Asadullah Yate: In der Sure Al-Baqara [Vers 183 ff.] sagt Allah, dass das Fasten uns in dem gleichen Maße vorgeschrieben wurde, wie für jene Völker, die vor uns kamen. In anderen Worten: Das Fasten ist seit den Tagen Adams immer ein Teil der menschlichen Realität gewesen. Es ist keine Praxis, die nur auf die Muslime beschränkt ist.

Und Allah sagt in einem Vers, dass es uns vorgeschrieben sei, dass wir im Monat Ramadan fasten müssen. Es gibt natürlich Ausnahme für jene, die reisen oder krank sind. Jene Gruppen müssen in diesen Zuständen nicht reisen und die ausgelassenen Tage später nachholen.

An zwei Stellen dieser qur’anischen Verse erwähnt Er auch Regeln, die aufgehoben wurden. Diese betreffen jene historische Phase, in der die Muslime entscheiden konnten, ob sie fasten oder nicht. Wenn sie dies nicht taten, mussten sie eine Fiyja bezahlen.

Aber Allah hat mit jenen Versen in der Sure Al-Baqara nun diese Möglichkeit aufgehoben und uns gesagt, dass wir fasten müssen, wenn wir ansässig sind. Mit anderen Worten, wenn wir weder reisen oder krank sind.

An einer anderen Stelle dieser Gruppe qur’anischer Verse erlaubt Allah, dass die Muslime nun Geschlechtsverkehr während der gesamten Nacht haben können. Denn zu Beginn des Islam war es ihnen nur erlaubt, sich ihren Eheleuten bis zur Zeit des Nachtgebets zu nähern. Und so finden wir in Zusammenhang mit dem Ramadan zwei Gelegenheiten, bei denen eine frühere Praxis des Islam durch eine spätere aufgehoben wurde.

Palästinensische „Musaharatis“ schlagen Trommeln, während sie am ersten Abend des Ramadan ihre Runde drehen. (Shutterstock)

Islamische Zeitung: Ich habe von verschiedenen Phasen des Ramadans gehört und jede einzelne soll für ein bestimmtes Element des Fastenmonats stehen. Könnten sie uns diese kurz beschreiben?

Dr. Asadullah Yate: Der Gesandte Allahs sagte, dass der erste Teil des Ramadans, die ersten zehn Tage, Gnade oder Rahma ist. Der zweite Teil, seine Mitte – die Maghfira – ist die Vergebung, in der dem Diener Allahs alle falschen Handlungen verziehen werden. Und der dritte Teil ist die Freiheit, der Schutz vor dem [Höllen]Feuer.

Wir wissen von einer anderen prophetischen Überlieferung, dass jemandem, der den Ramadan „Imaman“ (mit vollem Vertrauen auf Allah) und „Ihtisaban“ (voll bewusst) fastet, seine Zunge hütet und sich offensichtlich von allen Dingen fern hält, die es zu vermeiden gilt, die falschen Handlungen vergeben werden. Man ist dann am Feiertag zum Ende des Ramadans wie ein neugeborener Säugling.

Die Nacht der Macht

Islamische Zeitung: Für die Muslime ist die „Nacht der Macht“ (Lailatul Qadr) der Höhepunkt des Fastenmonats. Warum ist dies eine besondere Zeit und was bedeutet sie für die Muslime?

Dr. Asadullah Yate: Diese Nacht ist der enorme Augenblick, in dem Allah der Qur’an auf einmal herab sandte. Wir wissen natürlich, dass der Qur’an in einer langjährigen Periode offenbart wurden, wenn der Prophet Rechtleitung benötigte, um zu wissen, was er in einer bestimmten Lage zu tun hatte. Aber er wurde auch in einem Durchgang herab gesandt – in dieser Nacht der Macht (Qadr). Die Nacht ist eine Offenbarung der Macht Allahs.

Qadr bedeutet aber Maß oder Bestimmung. Es ist die Nacht, in der Allah die Ereignisse des kommenden Jahres bestimmt. Der Prophet hat uns angewiesen, nach ihr in den letzten zehn Tagen des Ramadans Ausschau zu halten.

Dann hatte er diese Anweisung weiter eingegrenzt und gesagt, wir sollten nach ihr in den ungeraden Nächten suchen. Und schließlich gab der Gesandte Allahs eine noch genauerer Bestimmung, als er sagte, dass es sich dabei um die 27. Nacht handelt.

Wir haben unterschiedliche Überlieferungen, von denen keine absolut bestimmend ist. Der Gesandte Allahs wies uns an, wir sollten nach dieser Nacht „suchen“. Manche sind der Ansicht, dass sich die Nacht der Macht während des gesamten Ramadans finden lasse. Aber die wahrscheinlichsten Hinweise finden sich bezüglich der letzten zehn Tage des Ramadans und bezüglich des 27. Ramadan.

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Die Lailatul Qadr ist die Nacht, in der wir daran erinnert werden, dass der Qur’an offenbart wurde. Wir wissen von einer anderen Überlieferung, dass es die Nacht der Stille ist. Dabei handelt es sich um einen Augenblick, in welcher die Belohnung von Allah endlos vergrößert wird. Für jedes Gebet während dieser Nacht, im Tarawih oder danach, gibt es eine besondere Belohnung.

Der Prophet hatte es uns ebenfalls empfohlen, in den letzten zehn Tagen des Ramadans I’tikaaf zu machen. Das heißt, sich in die Moschee zurückzuziehen und von der auswärtigen Welt abschneiden.

Islamische Zeitung: Nur wenige Tag nach der Lailatul Qadr kommt das Fest des ‘Id, welches das Ende des Ramadans markiert. Was ist die soziale Bedeutung des ‘Ids für die Muslime?

Dr. Asadullah Yate: Natürlich ist der ‘Id eine Zeit der enormen Freude, in der die Enthaltsamkeit plötzlich in eine Feier verwandelt wird, zu der alle zusammenkommen. Der Gesandte Allahs sagte, dass es zwei Freuden für den Fastenden gibt. Zum einen, wenn er am Ende des Tages sein Fasten bricht und zum anderen, wenn er seinem Herrn begegnet.

Die Muslime fasten für Allah und Allahs sagte in einem Hadith Qudsi: „Das Fasten ist für mich.“ Es ist also eine spezielle Form der Anbetung, die Allah für Sich beansprucht. Und Er sagt weiter: „Ich werde die Belohnung dafür geben.“

Das Fasten kann nicht von außen beobachtet werden. Nur der Fastende selbst und Allah wissen davon und so gibt es keine Grundlage für Rija – für das Angeben. Was am ‘Id geschieht ist die Umkehrung der gesamten Sache nach außen. Die Freude wird in den Menschen sichtbar und sie kommen zusammen. Normalerweise wird das besondere Feiertagsgebet in einer Musalla, einem Ort außerhalb der Stadt, verrichtet, in der alle Platz finden. Der ‘Id ist ein Augenblick der Vereinigung nach dieser Zeit der Enthaltsamkeit.

gemeinschaft muslime

Foto: Imago | tagesspiegel

Was Ramadan in Europa auszeichnet

Islamische Zeitung: Sie haben umfangreich die muslimische Welt bereist. Was ist der Unterschied zwischen den Muslimen Europas auf der einen Seite und denen im Nahen Osten, wie sie den Ramadan praktizieren?

Dr. Asadullah Yate: Offenkundig fastet nur ein Teil der Bevölkerung in Europa. Und so findet sich hier eine andere Atmosphäre, wenn man die Geschäfte und Straßen betritt und die Mehrheit der Menschen nicht fastet. Dies hat eine Auswirkung auf den persönlichen Zustand. Man ist sich offenkundig bewusst, dass nur die anderen Muslime fasten.

In der traditionell muslimischen Welt geschieht der Ramadan jedoch als gemeinschaftliches Ereignis. Und so wird wegen der Macht des Fastens der Ruhani-Aspekt der Menschen geweckt und sie dadurch gestärkt. Dadurch wird der Din des Islam belebt und mit ihm die Menschen.

Wir wissen vom Propheten, dass die Teufel während des Ramadans in Ketten gelegt sind und die besten Eigenschaften der Menschen zu Tage treten. Dies ist in Europa nicht immer der Fall, denn wir werden uns des Unterschieds zwischen Fastenden und Nichtfastenden bewusst.

Allerdings gibt uns dies natürlich die Möglichkeit, jenen Menschen, die keine Muslime sind, das große Geschenk des Ramadans zu erklären. Wir können sie zum Fastenbrechen einladen und mit ihnen das Licht teilen, dass Allah uns gegeben hat.

Islamische Zeitung: Vielen Dank für das Gespräch.