Auf der Suche nach dem Super-Food
Super-Food: Was heute auf vielen Märkten als der letzte Schrei angeboten wird, hat anderswo lange Tradition.
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(IPS). In diesem Jahr ist Bienenpollen aufgrund seiner zahlreichen potenziellen Vorteile zum Superfood-Trend geworden. Im vergangenen Jahr stand Seetang an der Spitze der Superfood-Trends. Davor war es Kurkuma. Von Maya Rajasekharan & Selena Ahmed
Super-Food: Vieles davon ist nicht neu
Diese neu gefeierten Superfoods sind jedoch nicht wirklich neu, sondern werden in nicht-westlichen Kulturen schon seit langem verzehrt. Sie werden für ein paar Jahre zum Trend und verschwinden dann oft hinter dem nächsten „Superfood“.
Weltweit stammen die Hälfte aller Kalorien aus irgendeiner Form von Weizen, Reis oder Mais, obwohl es auf unserem Planeten über 30.000 essbare Arten gibt. Schätzungsweise 95 % der Biomoleküle in Lebensmitteln sind der Wissenschaft unbekannt – dies ist die „dunkle Materie“ von Lebensmitteln, Ernährung und Biodiversität.
Dennoch zeigt die häufige Entstehung von Trends, dass die biologische Vielfalt von Nahrungsmitteln in vielen Ortschaften und Regionen der ganzen Welt erhalten bleibt. In einer kürzlich in „Nature Food“ veröffentlichten Publikation haben wir zusammen mit 54 Kollegen begonnen, diese Diversität zu erfassen und zu priorisieren, und eine kuratierte Liste mit 1.650 Lebensmitteln erstellt.
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Viele Inhaltsstoffe bleiben unerforscht
Es ist bemerkenswert, dass mehr als 1.000 der auf der Liste aufgeführten Lebensmittel nicht in nationalen Datenbanken für Lebensmittelzusammensetzungen enthalten sind – mit anderen Worten: Wir haben keinen einfachen Zugang zu den Inhaltsstoffen dieser Nahrungsmittel, oder die Wissenschaft weiß noch nicht, was sie enthalten.
Dies deutet darauf hin, dass Ernährungsrichtlinien, die sich auf nationale Datenbanken für Lebensmittelzusammensetzungen stützen, die lange und koevolutionäre Geschichte der Menschheit mit Lebensmitteln nicht berücksichtigen.
Darüber hinaus sind selbst die Produkte, die üblicherweise verzehrt werden und in nationalen Datenbanken enthalten sind, kaum erforscht. Schätzungsweise 95 % der Biomoleküle in Nahrungsmitteln sind der Wissenschaft unbekannt. Das ist die „dunkle Materie“ von Lebensmitteln, Ernährung und Biodiversität. Wir wissen nicht, um welche Biomoleküle es sich handelt oder wie sie in Ökosystemen und in unserem Körper funktionieren.
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Viele enthalten einzigartige Moleküle
Vorläufige Daten aus den ersten 500 analysierten Nahrungsmitteln zeigen, dass viele „Vollwertkost“-Lebensmittel als „Superfood“ eingestuft werden können, da sie mehr einzigartige als gewöhnliche Biomoleküle enthalten. Jede Frucht und jedes Gemüse hat eine einzigartige Zusammensetzung von Biomolekülen, die je nach Umwelt, Verarbeitung und Zubereitung variiert.
Brokkoli, der vor einigen Jahren aufgrund seiner Antioxidantien und seiner positiven Wirkung auf die Darmgesundheit den Status eines „Superfoods“ erhielt, enthält über 900 Biomoleküle, die in anderen grünen Gemüsesorten nicht vorkommen.
Im 20. Jahrhundert wurde die Landwirtschaft vereinfacht, was zu einer starken Konzentration auf den Ertrag und die Effizienz einiger weniger Getreidesorten führte. Die Erfolge waren beachtlich, aber sie gingen auf Kosten der Vielfalt, der Lebensmittelqualität und der Widerstandsfähigkeit der Landwirtschaft. Die Superfoods – die Trends, nicht die eigentlichen Lebensmittel – sind das kollektive Aushängeschild für dieses Problem.
Die Nahrungsmittelsysteme stehen an einem Scheideweg. Das 21. Jahrhundert kann das Jahrhundert der Vielfalt werden, wenn es zum neuen Eckpfeiler der Ernährungswissenschaft wird. Aber wir brauchen Hilfe, um die dunkle Materie in der Ernährung zu beleuchten und das komplizierte Zusammenspiel zwischen Ernährung, Ökosystemen, Klima und Gesundheit zu erforschen.