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IZ-Reiseblog: Besuch in Delphi – Sehnsucht nach etwas Größerem

IZ-Reiseblog Delphi

IZ-Reiseblog: Delphi zwischen Orakel, Ruinen und Sehnsucht: Eine Reise zum Heiligtum am Parnass führt von der Antike bis zur Frage, wo Menschen heute Antworten auf ihre tiefsten Fragen suchen.

(iz). In der Hitze des Sommers muss man sich seine geistigen Erkenntnisse erarbeiten. Der Fels des Parnass ist in warmes Ocker getaucht und die alten Säulen werfen auf unserem Weg nach oben nur spärlich Schatten.

Es ist dieses Licht, das die Alten wohl meinten, wenn sie von einem Ort sprachen, der den Göttern näher liegt als andere. Wir schwitzen und arbeiten uns langsam nach oben.

Delphi empfängt seine Besucher nicht mit einem einzigen Anblick, sondern mit einer Choreografie von Perspektiven. Man steigt den Hang hinauf, und mit jedem Schritt verändert sich der Charakter des Ortes: das Stadion oben, in dem einst die Pythischen Spiele ausgetragen wurden, dann das Theater, das seinen Blick zugleich auf die Bühne und auf das Tal des Pleistos öffnet, und schließlich, im Zentrum der Anlage, der Apollon-Tempel, dessen wenige aufrechtstehende Säulen genügen, um die Kraft des Ortes spürbar zu machen.

Etwas unterhalb liegt das Gymnasion, wo Körper und Geist in der antiken Erziehung als eine Einheit gedacht wurden, und weiter unten, fast verborgen, die Tholos von Athena Pronaia – ein runder Bau, dessen Form bis heute Rätsel aufgibt und dessen Anblick etwas eigentümlich Stilles hat.

Delphi lässt sich – wie wir auf unserem Rundgang feststellen – als eine räumliche und zugleich symbolische Abfolge von Stufen verstehen, eine Dramaturgie der Vertiefung, eine Vielzahl möglicher Erkenntnisse, eine Welt, in der sich der Besucher – ob er will oder nicht – zunehmend in einen sakralen Raum hineinbewegt.

Die Faszination, mit den Göttern ins Gespräch zu kommen, wirkt offensichtlich bis heute: Delphi ist längst ein massentouristischer Sehnsuchtsort geworden. Die Reisebusse kommen im Minutentakt an und wenig später halten die Besucher ihre Selfie-Stöcke in die Luft. Die stille Faszination der Antike bleibt davon merkwürdig unberührt.

Foto: Abu Bakr Rieger/Islamische Zeitung

Der Orakelspruch für Kroisos

Am Abend lesen wir bei Herodot, dem griechischen Historiker aus dem 5. Jahrhundert vor Christus, der oft als „Vater der Geschichtsschreibung“ bezeichnet wird, die berühmte Episode um Kroisos, den sagenhaft reichen König von Lydien.

Kroisos fragt das Orakel von Delphi, ob er gegen die Perser in den Krieg ziehen solle, und erhält die Antwort, er werde, wenn er den Fluss Halys überschreite, ein großes Reich zerstören. Kroisos zieht in den Krieg – und zerstört sein eigenes Reich.

Die Ambivalenz, ja die Paradoxie dieser Deutung ist bezeichnend für das Orakel insgesamt: Es antwortet nie eindeutig, sondern eröffnet einen Möglichkeitsraum, den der Fragende selbst mit seiner Interpretation füllen muss. Kroisos findet den Sinn des Spruches erst nach seiner Niederlage heraus.

Darin lag die politische Macht des Orakels in der Antike: Städte, Feldherren und Könige suchten in Delphi Rat, bevor sie Kriege begannen, Kolonien gründeten oder Gesetze erließen, und die Priesterschaft von Delphi wurde so zu einer Instanz, die weit über das rein Religiöse hinaus Einfluss auf die politische Gemeinschaft der griechischen Welt nahm.

Der Mensch lernte immer wieder neu, dass der eigene Machtanspruch an unverfügbare Grenzen stieß.

Das Verstummen der Quelle

Plutarch, der griechische Philosoph und Priester, der selbst über Jahrzehnte am Heiligtum von Delphi amtierte, hat sich ein paar hundert Jahre später in mehreren Schriften mit dem allmählichen Verstummen des Orakels beschäftigt. Er beobachtet, dass die Quelle der Weissagung im Lauf der Zeit schwächer wurde.

Er sucht dafür naturphilosophische Erklärungen, etwa das Nachlassen bestimmter Dämpfe aus der Erde, fordert aber zugleich dazu auf, dieses Verstummen philosophisch zu reflektieren, es nicht bloß zu beklagen, sondern als Anlass zum Nachdenken über das Verhältnis von Mensch und Göttlichem zu nehmen.

Dieser Gedanke wirkt bis in unsere Gegenwart: Der deutsche Philosoph Peter Sloterdijk hat in einem seiner Bücher den andauernden Versuch beschrieben, „den Himmel zum Sprechen zu bringen“ – eine Formel, die genau jene Sehnsucht beschreibt, die auch die antiken Pilger nach Delphi trieb.

Das eigentliche Ende der Pilgerstätte kommt Jahrhunderte später. Julian, der römische Kaiser des 4. Jahrhunderts, der als letzter bedeutender Herrscher versuchte, die alten heidnischen Kulte gegen das erstarkende Christentum zu verteidigen, soll noch einmal eine Gesandtschaft nach Delphi geschickt haben.

Die Antwort, so die Legende, die er erhielt, wird oft als das letzte überlieferte Orakel bezeichnet: Die Pythia kündigt darin, so die Überlieferung, ihr eigenes Verstummen an. Ein Orakel, das seinen eigenen Tod prophezeit – ein Bild von fast unheimlicher Konsequenz, dass die gesamte Geschichte des Ortes wie in einem Satz zusammenfasst.

Wir sind fasziniert, dass trotz der Flucht der Götter, dieser Ort bis heute seine Anziehungskraft nicht verloren hat und noch immer auf seine Weise nachwirkt.

Die Wanderung nach innen

Von dem äußeren Verstummen der heiligen Stätte führt eine Linie zu einer bemerkenswerten Verwandlung. Delphi wird, nachdem die Stimme des Himmels schweigt, zunehmend zu einem Symbol, an dem sich das Orakelhafte ins Innere des Menschen verlagert.

Der Arzt, Naturphilosoph und Maler Carl Gustav Carus, ein Vertrauter Goethes, veröffentlichte 1863 die kulturphilosophische Schrift „Die Lebenskunst nach den Inschriften des Tempels zu Delphi“. Darin untersucht er die berühmten delphischen Maximen – allen voran das weltbekannte „Gnothi seauton“ (Erkenne dich selbst) – und zeichnet den Wandel des spirituellen und moralischen Zentrums von außen nach innen nach.

Carus’ Argumentation kann man leicht verstehen: In der Frühzeit suchten die Menschen in Delphi Antworten im Außen. Sie befragten das Orakel (die Pythia), um göttliche Weisungen, Zukunftsvorhersagen oder politische Ratschläge von einer externen Instanz zu erhalten.

Carus argumentiert, dass die Inschriften des Tempels als ein Übergang zu einer höheren Stufe des Bewusstseins zu verstehen sind. Das Göttliche spricht nicht mehr primär durch äußere Zeichen, sondern fordert den Menschen auf, in sein eigenes Inneres zu blicken.

Für Carus ist diese Aufforderung zur Selbsterkenntnis ein wichtiger Wendepunkt der antiken Geistesgeschichte. Die wahre Lebenskunst besteht für ihn darin, das spirituelle Zentrum in der eigenen Seele zu ergründen. Indem der Mensch seine eigenen Grenzen, Kräfte und seine Natur begreift, findet er die göttliche Ordnung in sich selbst, statt sie passiv im Außen zu suchen.

Als Denker der deutschen Romantik und Pionier der Psychologie sah Carus im Menschen in erster Linie einen Mikrokosmos. Für ihn war die Entwicklung von Delphi der historische Beweis dafür, dass sich die Menschheit von einem naiven, außenorientierten Mythos hin zu einer reifen, verinnerlichten Spiritualität und Selbstverantwortung entwickelt hat. Carus schlägt damit eine Brücke von der antiken Philosophie zu seiner eigenen Epoche.

Goethe selbst stand der antiken Maxime „Erkenne Dich selbst“ eher kritisch und misstrauisch gegenüber. Für ihn barg der Aufruf zur reinen Selbsterforschung die Gefahr einer lähmenden und unproduktiven Nabelschau.

In seinem 1823 erschienenen Aufsatz „Bedeutende Fördernis durch ein einziges geistreiches Wort“ formulierte er seine Skepsis besonders scharf. Goethe empfand die Forderung gar als eine Art List von Priestern, die Menschen von der aktiven Auseinandersetzung mit der Außenwelt abhalten und in eine passive Innenschau treiben sollte.

Er lehnte isolierte Selbstbeobachtung und hypochondrisches Grübeln ab. Goethe befürwortete stattdessen eine Welterkenntnis durch aktives Handeln und Interaktion mit der Umwelt: Der Mensch erkennt sich selbst – nach Goethe – nur über die aktive Beschäftigung mit der ganzen Welt.

In „Wilhelm Meisters Wanderjahren“ definierte er Selbsterkenntnis praxisnah als das Achten auf sich selbst im Verhältnis zu Mitmenschen. Über seine „Maximen und Reflexionen“ hinaus galt ihm die Pflichterfüllung im Alltag als der einzig wahre Weg zur Selbsterkenntnis, anstelle des bloßen Nachdenkens.

Selbsterkenntnis ist für Goethe möglich, aber eben gerade nicht durch bloße Selbstbespiegelung. Man erkennt sich in seinen Beziehungen zur Welt und vor allem im eigenen Tätigsein.

Das Reisen wird für den Weimarer Dichter – wie er in seiner italienischen Reise eindrucksvoll dokumentiert – der Schlüssel zur Metamorphose.

Diese Maximen umzusetzen, in Zeiten in denen Menschen sich immer mehr um sich selbst und die Feststellung ihrer Identität sorgen, bleibt eine der Herausforderungen unserer Zeit.

Es geht dabei nicht um den romantisierenden Blick zurück, sondern um die Aktualisierung zeitloser Erfahrungshorizonte im hier und jetzt. Es geht um die Stiftung von neuen Orten, in denen Selbsterkenntnis, religiöse Erfahrung, Mitmenschlichkeit, gemeinsames Handeln und Tätigsein möglich werden.

Foto: Abu Bakr Rieger/Islamische Zeitung

Museum, Sphinx und Wagenlenker

Die Beschäftigung mit den geistigen Hintergründe Delphis inspiriert bis heute dazu, wie der obige Gedankengang als ein Beispiel andeutet, diese Fragen neu zu stellen. Die Fantasie der Besucher wird beflügelt, sich in eine Zeit zurückzuversetzen, in der dieser Ort noch der lebendige Mittelpunkt der Welt war.

Zur Orientierung trägt auch das archäologische Museum am Rande der Anlage bei, mit seinen berühmten Kunstwerken – der Sphinx von Naxos, die einst hoch auf einer Säule über dem Heiligtum thronte, oder dem Wagenlenker von Delphi, jener bronzenen Figur von stiller, fast meditativer Konzentration, deren Augen aus Glas und Onyx den Betrachter noch heute unmittelbar ansehen.

Der Rundgang, das Maß und die Schönheit der Figuren der Antike, lassen uns nicht unberührt. Wie ein Puzzle fügen sich reale Bilder und imaginäre Vorstellungskraft in einem schöpferischen Prozess zusammen.

Am Ende des Rundgangs durch das Museum sehen wir uns eine 3-D-Animationen an einem Bildschirm an, die das antike Heiligtum in seiner ursprünglichen Farbigkeit und Vollständigkeit digital rekonstruieren. Sind derartige Hilfsmittel sinnvoll? Zweifellos veranschaulichen sie, wie überwältigend bunt und dicht bebaut die Anlage einst war.

Doch es liegt darin auch eine Gefahr: dass die eigene, langsame Vertiefung – jenes Sich-Einlassen auf die Ruine als Ruine, auf das, was fehlt und gerade dadurch zum Nachdenken zwingt – zugunsten einer glatten, vollständigen Illusion übersprungen wird.

Es ist ein schmaler Grat zwischen musealer Vermittlung und einem virtuellen Disneyland, das dem Besucher nichts mehr zu ergänzen übriglässt. Für uns ist das vertiefte Nachdenken eine der notwendigen Antworten des Menschen auf die virtuellen Welten der künstlichen Intelligenz, die uns zunehmend bestimmen.

Robert McCabes Licht

Im Museumsshop finden wir einen Bildband mit Fotografien von Robert McCabe, einem amerikanischen Fotografen, der bereits in den 1950er Jahren begann, Griechenland zu bereisen und zu fotografieren.

Seine Schwarz-Weiß-Aufnahmen zeigen die archäologische Landschaft in einem Zustand, bevor der heutige Massentourismus unseren Blick auf solche Orte grundlegend verändert hat – menschenleere Weiten, karge Felsen, einzelne Hirten oder Bauern zwischen den Ruinen.

McCabes Fotografien sind ein bedeutendes visuelles Zeugnis eines Landes, das damals an der Schwelle zu einem tiefgreifenden Wandel stand. In einem Begleittext beschreibt er, dass Ruinen für die meisten Betrachter etwas Unbewegliches, Feststehendes seien – für das Auge des Fotografen aber seien sie in fortwährender Bewegung, weil das Wandern der Sonne über den Himmel und das Spiel der Wolken das Licht auf ihnen unablässig verändern.

Ein bemerkenswerter Gedanke, wie wir finden: Die Steine verwandeln sich in ein Medium der Zeit. Vielleicht verraten uns seine Schwarz-Weiß-Fotografien tatsächlich mehr über das Licht- und Schattenspiel von Delphi als die Millionen Smartphone-Bilder, die heute täglich an diesem Ort entstehen und ihn doch, in ihrer Fülle und Eile, kaum noch etwas wirklich zeigen. Langsamer Gehen, genauer hinsehen, tiefere Fragen stellen – bleiben nach wie vor die Instrumente eigentlicher Erkenntnis.

Schluss

Am Ende bleibt für uns der Eindruck, dass Vertiefung und Kontaktaufnahme – der Wunsch, mit etwas Größerem ins Gespräch zu kommen, sei es Gott, Orakel oder das eigene Innere – zu den unbewussten Sehnsüchten aller Besucherinnen und Besucher Delphis gehören, damals wie heute.

Die eigentliche Frage aber, die uns von diesem Ort mit nach Hause begleitet, ist eine andere: Wie lässt sich diese uralte Sehnsucht in unserer eigenen Zeit noch einmal aktualisieren – jenseits der Reisebusse, jenseits der 3-D-Animationen, jenseits der Bilderflut – und wo, wenn nicht mehr an einer Erdspalte am Fuß des Parnass, könnten wir heute noch nach Antworten suchen? Es sind die Erfahrungen der Resonanz, nach denen sich ja alle Reisenden sehnen.

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Reiseblog Westbalkan: Homer und die antiken Ideale

IZ-Herausgeber Abu Bakr Rieger auf den Spuren von Evliya Çelebi: Schon Goethe rückte von der Idee einer Rückkehr zu antiken Idealen ab.

(iz). Goethes „Italienische Reise“ war von einer tiefen Griechenlandsehnsucht und der Suche nach den antiken Idealen geprägt. Für ihn gehörte die Schönheit, ein Urphänomen, zur göttlichen Wahrheit. Die himmlischen und irdischen Dinge, schreibt Goethe an Jacobi, seien so ein weites Reich, dass die Organe aller Wesen sie nur zusammen erfassen.

Schließlich fand er in Sizilien sein Arkadien. Griechenland dagegen betrat er nie. Goethe war klar, dass eine Rückkehr in die griechische Götterwelt unmöglich war, es blieb ihm alleine eine Aktualisierung der antiken Ideale. In seiner größten Dichtung träumt Faust nur von der Mythologie der Vergangenheit.

Bei unseren Besichtigungen in Olympia, Asini und Mykene stellen wir uns immer wieder die Frage nach dem Verhältnis von Dichtung und Wahrheit. Eine Relation, die in die Ursprünge der Religionsgeschichte führt. 

Die Leser der „Ilias“ und der „Odyssee“ wissen, dass sich hier nichts ereignet, nichts gelingt oder misslingt, ja kein bedeutender Gedanke, kein Entschluss gefasst wird ohne göttlichen Zugriff. Unsere Vorstellung der Allgegenwart des Göttlichen in dieser Zeit ist bis heute von Homer bestimmt.

Foto: Autor

Das religiöse Verständnis der Griechen hat Widerspruch provoziert. In Olympia vermittelte zum Beispiel ein Bild des Zeus höhere Sphären. Eine Vorstellung, die unserem Glauben heute fremd ist. Goethe war diesem Phänomen der Verbildlichung gegenüber eher milde gestimmt und erkannte den eigentlichen Sinn dahinter. „Der Gott war zum Mensch geworden, um den Menschen zum Gott zu erheben“, kommentierte er. Metaphern, Narrative und Gleichnisse dienten dem Aufstieg in die Welt des Unaussprechlichen.

Bis heute lesenswert zu diesem Thema ist ein vergessenes Buch von Walter F Otto: „Theophania“. Er sieht kein Widerspruch in der scheinbaren Vielgötterei der Griechen zum Monotheismus der großen Religionen. Am Ende sei es ja Zeus, argumentiert er, der über alle Geschicke entscheide.

Vehement verteidigt er Homer gegen den Verdacht, das bunte Treiben der Götter erfunden zu haben. Für ihn liegt das Geheimnis dieser Welt in einem realen Ereignis, das dem Menschen ermöglichte, dem Göttlichen unmittelbar zu begegnen. Für Otto war diese Erfahrung nicht nur auf das Innenleben beschränkt.

Der Gelehrte ist sich bewusst, dass es keine Renaissance dieses Glaubens geben wird. Aber die Ideale der Antike entfalten für ihn durchaus denkwürdige Wirkung, zum Beispiel in moralischen Fragen:

„Unsere Ethik, die alles auf den Willen und seine vermeintlichen Freiheit zurückführt, ist der Meinung, dass der fehlerhaft Handelnde das Gute nicht sehen wolle, und sucht den Grund dafür in seiner inneren Einstellung. Den Griechen ist auch dies eine Fügung der Götter, ein Zeichen, daß sie es dem Menschen nicht gut meinen.“

Wenn griechische Helden Siege oder Niederlagen erleiden, sind es immer die Götter, die das Geschehen lenken. Die Dialektik gegen einen Feind war auf dieser Grundlage nicht entscheidend.

Foto: Autor

„Darf man behaupten, Homer sei der Dichter gewesen, der dichtende Götter in die Welt setzte?“ Peter Sloterdijk beantwortet diese Frage in seinem Beitrag zur Religionsgeschichte: „Den Himmel zum Sprechen bringen.“ Ottos Begeisterung für die religiöse Dimension des antiken Griechenlands teilt er nicht und begleitet diese Epoche mit sanfter Ironie. Der Philosoph erklärt den platonischen Einspruch, die Entkoppelung von Dichtung und Wahrheit durch diese Denkschule. 

Platon habe, so Sloterdijk, die denkfeindlichen Elemente der griechischen Sagen entfernt und durch die Ideenlehre – insbesondere die Lehre vom Guten – ersetzt. „Das Resultat aus Platons Intervention war die Entfremdung des Göttlichen von Mythos, Epos und Theater, und seine Neudarstellung als (…) in letzter Instanz nur kontemplativ berührbare Größe.“

In nachplatonischer Zeit sind die Dichter nicht mehr die Vermittler einer Religionslehre. Es ist die Stunde der Theologen und Philosophen. Und es entstehen ethische Fragen, die uns bis heute beschäftigen. Sloterdijk: „Die ausschließliche Zuschreibung von Gutheit zum Göttlichen sollte nach längerer Inkubationszeit fatale Folgen zeitigen: sie lud das Un-Gute, das Böse ein, in nahezu allen irdischen Dingen die Hauptrolle zu spielen, obschon es zunächst nur als eine Folge der Abwesenheit des Guten gedeutet worden war.“

In Asini – einer kleinen Halbinsel mit alten Ausgrabungen – sitzen wir auf einer Bank in der Sonne, genießen den einmaligen Ausblick auf Meer und Berge. Die erste Erwähnung dieses Ortes findet sich in den Gesängen Homers. Ihm zufolge beteiligten sich Asini und andere Städte der Region mit einer großen Anzahl von Schiffen am Trojanischen Krieg.

Bei unserem Rundgang entdecken wir eine Tafel, die einem zeitgenössischen griechischen Schriftsteller gewidmet ist. Giorgos Seferis erhielt 1963 den Nobelpreis für Literatur. Wir lesen sein Gedicht: „Der König von Asini“. Der Dichter schrieb diese Zeilen in den Jahren 1938-1940, nach dem er an einer örtlichen Ausgrabung teilnahm und zufällig die Totenmaske des Königs fand.

Hier einer der Strophen: „Auf der Sonnenseite ein langer leerer Strand und das Licht, das die Diamanten auf den riesigen Wänden trifft. Kein Lebewesen, die wilden Tauben sind verschwunden und der König von Asini, den wir seit zwei Jahren zu finden versuchen, unbekannt, von allen vergessen, sogar von Homer, nur ein Wort in der Ilias und das ungewiss, hierher geworfen wie die goldene Totenmaske. Du hast sie berührt, erinnerst du dich an ihren Klang?“

Seferis Bild des alten Griechenlands ist aus der Perspektive seines orthodox-christlich geprägten Zeitraums zu verstehen. In seinen Werken klingt immer wieder die vergebliche Suche nach der verlorenen Allgegenwart des Göttlichen an. Er spricht über Einsamkeit, Leere und Sehnsucht. Seine Position zur Vergangenheit beschrieb er so:

„Ich meine, Griechenland ist ein kontinuierlicher Prozess. Im Englischen beinhaltet der Ausdruck ‘antikes Griechenland’ die Bedeutung von ‘fertig’, während Griechenland für uns im Guten wie im Schlechten weitergeht; es lebt, ist noch nicht abgelaufen. Das ist eine Tatsache.“

Es gibt einen roten Faden, der sich auf unserer Reise von Triest bis Athen zieht. Wir sind Schriftstellern und Menschen begegnet, die aus unterschiedlichen Perspektiven heraus über ihre Religion und ihre Geschichte nachdenken. Das Spektrum der Antworten ist entsprechend weit.

Auf dem ganzen Weg war die Sehnsucht nach Frieden und die Sorge vor dem Aufflammen der Konflikte der Vergangenheit spürbar. Wie immer man das Verhältnis von Dichtung und Wahrheit persönlich beantwortet, sicher ist, jeder ideologisch geführte Streit um die wahre Lehre führt ins Unheil.

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Reiseblog Westbalkan: Oliven ernten auf dem Pelopennes

oliven

IZ-Herausgeber Abu Bakr Rieger auf den Spuren von Evliya Çelebi: Bei der Olivenernte. Begegnung mit jemandem, der mit Pflanzen lebt.

(iz). Auf der Reise durch Albanien nach Griechenland begleitet uns eine Nutzpflanze, die seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. kultiviert wird. Wir fahren durch ganze Landstriche, die von der Olivenwirtschaft geprägt sind. Bei entsprechender Pflege verwandeln sich die Bäume in Kunstwerke, die reiche Ernte versprechen.

Foto: Autor

Unseren Campingplatz in der Nähe von Patras erreichen wir spät in der Nacht. Der griechische Gastgeber mahnt uns, am Morgen seinen Olivenbaum am Strand zu besichtigen, der über tausend Jahre alt sei. 

Am nächsten Tag stehen wir andächtig vor der Pflanze, eine Zeile von Homers Ilias im Sinn: „Innerhalb des Gehegs war ein weitumschattender Ölbaum, stark und blühenden Wuchses; der Stamm glich Säulen an Dicke.“ Ganze Kulturen sind vom Umgang mit den Oliven geprägt, die im Koran erwähnt werden: „Und er ist es, der vom Himmel Wasser hat herabkommen lassen. Und wir haben dadurch Pflanzen jeder Art hervorgebracht, […] und die Öl- und Granatapfelbäume […].“ (6:99)

Weiter südlich im Peloponnes wollen wir Freunden bei der Olivenernte helfen, die übermorgen beginnen soll. Nach unserer Ankunft lernen wir schnell, dass die berühmte griechische Gelassenheit das Ergebnis eines flexiblen Umgangs mit Terminen ist. Wir warten einige Tage, da es erst ein wenig regnen, dann die Sonne scheinen muss, um mit der Ernte anzufangen. Das Wetter ist wechselhaft und es ist Geduld gefragt.

Die Wartezeit wird in Cafés verbracht, mit Gesprächen und in froher Erwartung auf das Kommende. Wir lernen einen Experten kennen, der unseren Freunden bei der Olivenwirtschaft hilft und sich mit „Dimitri“ vorstellt. 

Dimitri, ein Deutscher, der schon dreißig Jahren hier wohnt, ist eine dynamische Erscheinung, mit langen grauen Haaren und kennt – aus Sicht des Laien – alle Pflanzen der Region. Um es abzukürzen, er lebt mit ihnen. Er wirkt, wie jemand, der in Griechenland angekommen ist. Er erzählt kaum von den überwältigenden Sehenswürdigkeiten des Landes, den Stränden oder den majestätischen Bergen. Vielmehr spiegelt er die Landschaft um ihn herum. 

Neben sein Feldern gelegen, bewirtschaftet er eine offene Strandhütte, die von Gästen, Reisenden und Menschen mit unterschiedlichsten Anliegen stets gut besucht ist. Auf den Tischen sind diverse Töpfe, mit Avocados, Zitronen, Datteln, Oliven verteilt – dabei sind Gattungen, die wir nicht einmal mit Namen kennen. 

Die Schöpfung, lernen wir von ihm, ist ein Garten, eine Welt der Möglichkeiten. Als wir mit ihm in einem Café sitzen und uns unterhalten, wird er plötzlich unruhig.

Auf der gegenüberliegenden Seite hat er einen Baum entdeckt, der voller Avocados hängt. Er springt auf, spricht mit dem Besitzer des Cafés, dann mit einem Nachbarn und erlangt so die Erlaubnis für die Ernte.

Wir staunen, wie er in Windeseile auf die richtige Höhe klettert, um die Geschenke der Natur entgegenzunehmen. Bei seiner Rückkehr, er schenkt uns einige prächtige Exemplare, wirkt er zufrieden. 

Foto: Autor

Am Beginn der Ernte ist es keine Überraschung, dass Dimitri die Leitung der Operation übernimmt. Die bunte Schar der Helfer hat zum größten Teil wenig Ahnung von der Technik, die es braucht, um die Oliven zu bergen.

Er verliert die Zeit nicht mit Anweisungen, sondern verteilt die Netze unter den Bäumen, reicht uns wortlos Stäbe und elektronische Erntehelfer, die bald an den Ästen surrend entlang gleiten. Seine Energie ist vorbildlich und schnell mutieren wir von der Ebene des Zuschauens zum aktiven Handeln. 

Die Arbeit ist für einen Akademiker anstrengend, ungewohnt. Hin und wieder schaut mir Dimitri zu, pflückt eine einzelne Olive, die ich übersehen habe, kopfschüttelnd von einem Ast ab. Er scheint sich zu ärgern, wenn die Netze nicht genau liegen und ein schmerzlicher Verlust entsteht. So nimmt die Ernte ihren Verlauf.

Am späten Mittag erreicht mich der Zustand, der die schmerzende Arme vergessen lässt: Im Modus des reinen Tuns denkt man nicht mehr. Die Sonne, das Meer und die blitzenden Berggipfel am Horizont bilden eine Arena, in die wir schweigend hineinwirken. Alle Beteiligten werden im Rückblick sagen, dass es ein unvergesslicher Tag war, wo wir eine tiefe Harmonie erfuhren.

Zwei Tage später bringen wir ein paar dutzend Säcke zur Olivenpresse in einem kleinen Ort. Nach dem Erhalt des gepressten Öls in den Kanistern sind wir begeistert. Die Griechen, die hier monatelang hart arbeiten, schauen unserem Erntefest schweigend zu. Die Beute ist ein Anteil von fünf Litern dieses Öls. Muss ich erwähnen, dass wir noch nie so köstliches Olivenöl gekostet haben?

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Reiseblog Westbalkan: Olympia in der Herbstsonne

Olympia

IZ-Herausgeber Abu Bakr Rieger auf den Spuren von Evliya Çelebi: Olympia zwischen Kult und Körperertüchtigung.

(iz). Es ist vermutlich einer der Höhepunkte jeder Griechenlandreise: Olympia. Im November wandern wir unter der Herbstsonne einsam durch die Anlagen. Und ja, man spürt den Geist vergangener Tage. Wir fragen uns, was für ein Menschentypus die Griechen waren, die hier in Harmonie mit ihren Göttern lebten.

Die Geschichte der Spiele wird auf das Jahr 776 vor Christus datiert. Mitte des 5. Jahrhunderts bot das Stadion 45.000 Zuschauer Platz. Legendär ist bis heute der heldenhafte Status der Sieger der verschiedenen Wettbewerbe.

Coubertin säkularisierte Olympia

Vor einem Jahr standen wir in Lausanne am olympischen Feuer vor dem Denkmal des französischen Pädagogen, Historiker und Sportfunktionär Pierre de Coubertin (1863-1937). Er war überzeugt, dass in der Erziehung neue Wege unerlässlich seien und die sportliche Ausbildung den ganzen Menschen in der Einheit von Körper, Geist und Seele erfassen soll.

Sein Credo: „Das Wichtigste im Leben ist nicht der Sieg, sondern der Kampf, das Wesentliche ist nicht, gewonnen zu haben, sondern gut gekämpft zu haben.“ Unter dem Eindruck der Ausgrabungen in Olympia trat er für die Wiederbelebung des Ereignisses ein und gründete 1894 das Internationale Olympische Komitee.

Foto: Wikimedia Commons | Lizenz: gemeinfrei

Die moderne olympische Idee widersetzte sich nationalen Egoismen und trug zum Frieden und zur internationalen Verständigung bei. Dass diese Mission nicht einfach war, zeigte sich an der Vergabe der Veranstaltung in den 30er Jahren.

Nötig war zunächst ein Gestaltwandel: Die alten Griechen hatten kein Konzept von „Sport“, der Wettkampf diente ursprünglich der körperlichen Ertüchtigung der Soldaten und dem Lob der Götter. Die Sieger erhielten einen Olivenzweig als Symbol des Respektes und der Anerkennung.

Von einem französischen Journalisten gefragt, warum er die Berliner Nazi-Spiele unterstütze, antwortete Coubertin, das Wichtigste sei, dass sie grandios gefeiert würden. Dabei sei es egal, ob man sie als Tourismuswerbung für Südkalifornien wie 1932 oder als Werbung für ein politisches System wie 1936 verwende. In den letzten Jahrzehnten ist es vor allem die Kommerzialisierung der Spiele, die die Idee verändert.

Foto: Autor

Massenphänomen: Die Griechen kannten keinen „Sport“

Die Lebensreformbewegung der Jahrhundertwende verwandelte den Sport zum modernen Massenphänomen. Die geistigen Hintergründe der Körperertüchtigung nehmen einen prominenten Platz in Peter Sloterdijks Buch „Du musst Dein Leben“ ändern ein.

Der Philosoph zeichnet die Entwicklungsgeschichte der Spiele im Licht ihres antiken und religiösen Vorbildes nach. Er schreibt über die profane Realität des Sportes in der Moderne, zwischen Selbstoptimierung, Kommerz und Massenmobilisierung. Sein Fazit: „Die olympische Idee hat nur als säkularer Kult ohne ernstgemeinten Überbau überleben können.“

Der athletische Imperativ, der das ganze 20. Jahrhundert durchhallt, ist für den Philosophen von großer alltäglicher Bedeutung: „Überall, wo dieser Imperativ vernommen wird, sind wir kulturell auf der richtigen Seite, weil wir dann im griechischen Raum bleiben, in dem der Sport als eine Angelegenheit der Schönheit betrieben wird.“ Nur, wer denkt im Fitnessstudio oder auf der Laufstrecke über den antiken Ursprung unserer Körper-Ideale nach?

Foto: Danon, Adobe Stock

Auch Muslime finden Gefallen an der „Selbstoptimierung“

Die Einflüsse der Moderne sind an der muslimischen Praxis ebenso nicht spurlos vorbeigegangen. Begriffe wie „Lifestyle“ oder „Selbstoptimierung“ verändern den Kerngehalt des Ritus und die religiöse Handlung sieht sich oft als Gegengewicht und Ergänzung zu den Herausforderungen des von Arbeit und Technik bestimmten Alltags. Da man nicht rückwärtsgewandt leben kann, alles in permanenter Veränderung ist, stellt sich die Frage nach dem Spannungsbogen zwischen Offenbarung und Aktualisierung immer wieder neu. 

Im Museum in Olympia, dass die Geschichte der Stätten erzählt, lässt sich schon in der alten Zeit ein Gestaltwandel ablesen. Im Ursprung gab es keine Dialektik zwischen dem Heiligen und dem Profanen. In der Logik der allgegenwärtigen Götter existiert kein säkularer Raum. Im weiteren Verlauf, etwa im 4. Jahrhundert vor Christus, beobachtet man in den olympischen Anlagen den Beginn einer immer klareren Trennung zwischen den Tempeln und den Sportstätten.

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Migration und Flucht: das gefährliche Gerede vom „vollen Boot“

flucht migration

Bei den Themen Migration und Flucht spielen zynische Begriffe eine gefährliche Rolle.

(iz). Es gibt Metaphern, die eine zynische Wirkung entfalten, wenn man sie gebraucht. Das unsägliche Wort des „vollen Boots“ und die Andeutung, wonach die Aufnahmekapazität der Europäischen Union erschöpft sei, ist ein Beispiel für die Verrohung der Sprache.

Der Gebrauch derartiger Bilder gehört in die sprachliche Welt der rechtsextremen Szene und wirkt doch bis in die Mitte der Gesellschaft hinein.

Foto: Ewa Studio, Shutterstock

Das kollektive Bewusstsein bei Flucht und Migration

Das Gefühl, dass das Boot voll sei, bestimmt bereits Teile des kollektiven Bewusstseins. Der Erfolg der rechtspopulistischen AfD erklärt sich auch aus ihrem Plädoyer für geschlossene Grenzen, ohne die damit einhergehenden moralischen Fragen eindeutig zu beantworten.

Der Untergang des Flüchtlingsbootes vor der griechischen Küste geht einher mit der exzessiven Berichterstattung über einen missglückten Tauchgang einiger Extremtouristen, die ihr Leben riskierten, um die am Meeresboden liegende Titanic anzuschauen.

Unter normalen Umständen macht der Vergleich von Opfern wenig Sinn, aber in diesem Fall ist die Botschaft klar: Man beschäftigt sich ungern mit den tragischen Auswirkungen unserer verschärften Grenzpolitik.

Foto: pxhere.com | Lizenz: CCO 1.0 Universal

Namenlose Opfer im Mittelmeer

Die namenlosen Opfer im Mittelmeer sind ein Denkmal für unsere Zeit. Auch wenn die Bedeutungszusammenhänge eindeutig sind, eine andere Frage ist die moralische Dimension des hier beschriebenen Phänomens.

Man wird zum Beispiel nicht umhinkönnen, auch den beteiligten kriminellen Schlepperbanden eine Mitschuld zu geben. Es gibt noch weitere unangenehme Fragen – auch für diejenigen, die sich zu Recht über den Unglücksfall empören. Wie genau soll Europa seine Asylpolitik gestalten?

Es gibt einen breiten Konsens darüber, dass der Schutz für Kriegsflüchtlinge und politische Verfolgte zum Kernbestand unserer Rechtsordnung gehören. Die Kernfrage ist also, inwieweit und in welchem Umfang wir bereit sind, Menschen aufzunehmen, die aus ökonomischen Gründen nach Europa fliehen.

Syrien

Eine syrische Familie wärmt sich in diesem Winter an einem kleinen Feuer in einem der vielen Lager für Binnenvertriebene in Nordwestsyrien (Copyright Islamic Relief).

Hypermoral ignoriert praktische Politik

Wer hier darauf plädiert, dass unsere Gesellschaft grundsätzlich alle Flüchtlinge aufnehmen sollte, mag – aus seiner Sicht – auf der moralisch sicheren Seite sein, kümmert sich aber nicht um die praktischen Implikationen einer solchen Politik.

Das Dilemma ist, dass jede Politik, die Zuwanderung begrenzen will, auf moralische Widersprüche vorbereitet sein muss. Dabei können auch moralisch begründete Maximalforderungen auf ihre Weise extrem, manchmal auch bequem sein.

Wie immer man diese Fragen beantwortet, im konkreten Fall des gesunkenen Bootes in Griechenland gab es für die Behörden keine Wahl: Unterlassene Hilfeleistung ist ein Straftatbestand – in jedem Fall.

Die Banken

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Warum Politiker und Banken zusammenhalten müssen. Von Khalil Breuer

(iz). Laut dem französischen Autor Jean Christophe Rufin ist die beste Zensur die Über­flutung der Massen mit Information. Sollte der Franzose recht haben, hat diese Zensur bereits kräftig begonnen. Seit […]

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Muslime in Griechenland suchen Zuflucht in einer gemeinsamen türkischen Identität. Von David Macintosh

(Zaman). Im Dort Echinos in Nordgriechenland schlürfen ältere Männer ihren Morgenkaffee, während sie sich sich auf dem Platz des Ortes treffen. Die Morgensonne steigt hinter den Bergspitzen auf, während aus […]

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