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Fasten mit Feinsinn – wie der osmanische Hof den Monat Ramadan beging

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Verschiedene Kulturen entwickelten ganz eigene Traditionen des Fastens. Insbesondere die osmanische sticht mit Feinsinn hervor. „Kann der Lohn für Güte (etwas) anderes sein als Güte?“ (Ar-Rahman, Sure 55, 60) „Den […]

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Ramadan 2026: Stress vermeiden. Vorbereitung für den Fastenmonat

Stress vermeiden

Effizienz kann überall gesteigert werden. Gerade im Ramadan lässt sich jede Menge Stress durch Vorbereitung vermeiden.

Auch wenn es ein Monat des Verzichts sein soll, bedeutet er gerade für Hausfrauen und Mütter Mehrarbeit in der Küche. Um nicht dort die ganze Zeit zu verbringen und Zeit für Wichtigeres zu sparen, gibt die bekannte US-amerikanische Köchin und Autorin Yvonne Maffei einige Tipps.

(My halal Kitchen). Effizienz kann überall gesteigert werden. Im Ramadan ist es jedoch wichtiger als sonst, Leistungsfähigkeit in die Lebensführung einzubinden, um weniger Zeit in der Küche zu verbringen und mehr Zeit für spirituelle Augenblicke zu haben.

Vorbereitung: Die Mahlzeiten fürs Fastenbrechen vorplanen

Wenn Sie jetzt noch keine Vorbereitungen getroffen haben, ist es trotzdem nicht zu spät. Sie müssen nicht jedem Ratschlag folgen, aber es hilft erheblich, wenn Sie vorab wissen, was sie in der kommenden Zeit kochen wollen und dementsprechend planen.

Kaufen Sie große Mengen

Abgesehen von regelmäßig verwendeten Lebensmitteln, die sich für den Ramadan besser in großen Mengen kaufen lassen, empfiehlt es sich auch, Spülmittel, Schwämme, Papierhandtücher, Reinigungsmittel sowie ökologisch nachhaltiges Wegwerfgeschirr zu besorgen. Das spart Zeit, wenn man ansonsten für kleine Dinge in den Laden müsste. Ein Großeinkauf hilft nicht nur bei der besseren Planung von Mahlzeiten, er hilft auch, wenn sich Überraschungsgäste oder Iftar-Einladungen ankündigen.

Foto: Lucy Ewitt

Bereiten Sie Ihre Zutaten vor

Die Franzosen nennen das „mise en place“. Wenn Sie beispielsweise die Basis für Suppen oder Eintöpfe vorbereiten, müssen Sie Gemüse wie Zwiebeln, Karotten oder Sellerie schneiden. Wenn Sie das rechtzeitig tun, wird das Kochen schneller und besser organisiert von der Hand gehen. Das hilft bei der allgemeinen Produktivität in der Küche. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Zeit nach dem Suhur (morgendliche Mahlzeit vor Beginn des Fastentages) der beste Augenblick ist, um Zutaten für das Iftar am Abend vorzubereiten. Finden Sie die Zeit, die am besten für Sie passt, und halten sich dann an diese.

Aufräumen während der Arbeit

Es gibt einen guten Grund, warum die besten Chefköche darauf gedrillt sind, diszipliniert und reinlich zu arbeiten. Sie wissen, dass Zeit Geld ist. Im Ramadan ist Zeit wesentlich und man kann ihren Verlust nicht mit Geld ausgleichen. Zwischen Fastenbrechen, dem Beten am Abend und Tarawwih in der Nacht gibt es nicht viel Zeit, die man verlieren kann. Wenn man während des Kochens saubermacht, gibt es weniger zu tun, sobald die Teller zum Abwasch zurück in die Küche kommen.

Verhindern Sie Dehydrierung

Die meisten Menschen bedenken diesen Punkt in der Regel überhaupt nicht und wissen auch nicht, dass er die Effizienz Ihrer Arbeit in der Küche beeinflusst. Es ist entscheidend das Dehydrieren in einer heißen Küche zu verhindern, um unseren Energiespiegel hochzuhalten. Auch wenn wir während des Fastens nicht trinken dürfen, können wir doch Fenster und den Abzug über dem Herd öffnen, um Hitze und Feuchtigkeit abziehen zu lassen.

Reste können helfen

Gelegentlich kochen wir mehr, als wir essen können; vielleicht, weil die Augen beim Fasten größer sind als unser Magen. Wenn Sie genug für den nächsten Tag übrig haben, lässt es sich entweder beim Suhur benutzen oder einfrieren, um später im Monat ein komplettes Iftar damit zu bestreiten. Übriges Gemüse können in ein Omelett getan werden und verbleibendes Fleisch oder Reis in eine Suppe.

Bereits am Abend decken

Da wir Suhur zu sehr früher Stunde essen, bleibt oft nicht die Zeit, den Tisch entsprechend zu decken. Wenn Sie am Abend zuvor den Tisch decken, bleibt morgens mehr Zeit für die Zubereitung dieser wichtigen Mahlzeit.

Setzen Sie ihre Kochzeit klug ein

Gleich, ob Sie alleine oder mit Familienmitgliedern kochen, nutzen Sie die Zeit, um währenddessen etwas wirklich Produktives zu tun. Das kann das Auswendiglernen einer Sura oder etwas Unterricht für Ihre Kinder sein. Anstatt währenddessen zu telefonieren oder in Gedanken Ihr Stressniveau zu steigern, bringt eine sinnvolle Betätigung in der gesegneten Zeit um Suhur und Iftar richtigen Nutzen.

Für jeden eine Aufgabe

Nutzen sie alle zur Verfügung stehenden Hände in Ihrer Familie, indem Sie jedem eine Aufgabe für das Essen geben, ob groß oder klein. Gleich, ob es das Tischdecken ist, die Verpackung von Resten oder das Gemüseschneiden, jedes Familienmitglied kann seine Rolle spielen, um die Effektivität im Haushalt zu steigern.

Beten Sie für Segen

Und nicht zuletzt: Bitten Sie Allah um Segen (Baraka) für alles, was Sie tun. Ihre eigenen Anstrengungen und Vorplanungen werden sie, inscha’Allah, zu einer effizienteren Küche im Ramadan führen.

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Mein Ramadan. Meine Moschee

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Die Mosche im Ramadan: Es ist die innere Solidarität und die Einfachheit, die jeden einschließt und die ohne große Worte auskommt, die unser Autor schätzt.

(iz). Eigentlich ist meine Moschee kein wirklich schöner Ort. Es steht zwar „Islamisches Kulturzentrum“ dran, aber eine kulturelle Meisterleistung ist dem Architekt auf dem kleinen Eckgrundstück nicht gerade gelungen. Ehrlich gesagt, sie liegt auch nicht schön, meine Moschee.

Es sei denn, man findet die Nachbarschaft von Netto und Aldi und einem Autohaus anregend. Der Backsteinbau im Gewerbegebiet unserer Kleinstadt ist schmucklos und doch ein wichtiger Orientierungspunkt.

Man braucht sicherlich eine klare Absicht, um sich an diesem unscheinbaren Ort am Rande der Gesellschaft einzufinden. Ganz egal woher man kommt. Wo andere ihre Autos waschen und ein Schnäppchen besorgen, widmet man sich hier anderen Geschäften. Hier zählen die berühmten inneren Werte und die spannende Unternehmung, sich dem Unsichtbaren zu nähern.

Auf einigen Hundert Quadratmetern findet hier das alltägliche Wunder des Lebens statt. Hier wird geheiratet, gebetet, gefeiert und das Totengebet verrichtet. Hier findet im Grunde all das statt, was unser Leben als Muslime wohl sichtbar und wirklich außergewöhnlich macht. So wie in diesem Ramadan.

Jeden Abend wird sich unsere Gemeinde, ob jung oder alt, zum Tarawwih-Gebet am Stadtrand treffen. Sogar der Mustafa und der Ali, die man ja sonst kaum sieht. Und jeden Abend werde ich wieder feststellen, dass wir ein Stückchen näher zusammenrücken. Und nicht nur, weil der Imam darum bitten wird, um die ungewohnte Fülle an Männern, Kindern und Frauen in das kleine Gebäude hineinzuzwängen.

Es ist diese innere Solidarität und die Einfachheit, die jeden einschließt und die ohne große Worte auskommt, die ich an diesen Tagen schätze. Erstaunlich, wie eine Hundertschaft von einfachen Arbeitern sich um das Gebet herum zu einem lebendigen sozialen Kunstwerk zusammenfindet und wir uns mit Muslimen in aller Welt in eine Orientierung fügen.

Das alles in einer Zeit, in der das ungezwungene Zusammenkommen auch zwischen uns Muslimen seltener wird. Überhaupt, es ist schön, die Generationen im Gebet versammelt zu sehen. Auch wenn hier und da hinter den Vorhängen das Kichern der Kleinen zu hören ist.

Das gehört aber zu unserer Gemeinde genauso dazu wie der alte Mehmet, der nun einen Stuhl braucht, weil er das Auf und Ab des Gebetes seinem Rücken nicht mehr zumuten kann. Man sagt immer, der Ramadan sei ein besonderer Monat. Das stimmt.

Es ist eine Art göttlich inspirierte menschliche Revolte gegen die Abhängigkeiten dieser Welt. Man lernt, dass, wie Rumi es sagt, die Welt eine Brust ist und wir Menschen, wenn wir erwachsen sein wollen, lernen müssen, uns zu entwöhnen. Nur dann sind wir für höhere Erfahrungen wirklich frei.

Jeden Abend, wenn mir eine Dattel zugeworfen wird und ich ein kleines Schlückchen Wasser trinke, wundere ich mich, wie schnell ich satt und zufrieden bin.

An den schwierigeren Tagen lache ich über die inneren Winkelzüge meines Selbst. Auch die Jungen machen diese Erfahrung und ernten Lob und Zustimmung von uns, dass sie es sich einmal „selbst“ statt wie üblich den Anderen gezeigt haben. Und immer, wenn der Ramadan endet, freue ich mich auf den Nächsten. Wenn es denn so für mich geschrieben ist.

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Lebenspraxis: Ein Monat der Vorbereitung auf den Ramadan

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Vorbereitung auf den Ramadan: Scha’ban ist ein leiser Monat. Er legt sich nicht mit der Kraft über den Alltag, und doch verändert er bereits den Klang der Tage.

(iz). Zwischen der Routine der vergangenen Zeit und der Wucht des Fastenmonats spannt sich in diesen Wochen ein feiner Übergang, fast unscheinbar. Wer hier wach wird, bereitet nicht nur einen Kalenderwechsel vor, sondern seine eigene innere Landschaft.

In Überlieferungen heißt es, dass der Ramadan seinen Schatten vorauswirft. Diese Metapher ist im Scha’ban besonders spürbar: Der große Monat ist noch nicht da, aber seine Kontur zeichnet sich ab – in Planungen, Gesprächen, ersten Veränderungen der Gewohnheiten.

In dieser Phase gelingt etwas, das unter dem Druck des Fastens oft zu kurz kommt: Man kann sich fragen, was dieser Ramadan im eigenen Leben überhaupt bewirken soll. Nicht „Was nehme ich mir vor?“, sondern „Wofür brauche ich diesen Monat?“

Scha’ban wirkt dann wie ein innerer Spiegel. Er zeigt, in welchem Maße der Alltag das Herz besetzt hält, wie stark der Griff von Müdigkeit, Bildschirmzeit, Nebensächlichkeiten geworden ist.

Ein Beispiel: Wer merkt, dass fünf Minuten Qur’an in diesen Wochen schon „zu viel“ sind, ahnt, welche Umstellung die Fastenzeit bringen wird. Genau deshalb ist jetzt der Moment, in kleinen Dosen das einzuführen, was später selbstverständlich werden soll.

Viele kennen die Szene: Der Ramadan beginnt, und man versucht, über Nacht alles umzustellen – Essensrhythmus, Schlaf, Gebet, Qur’an, Spenden. Der Körper stolpert, die Seele hechelt hinterher. Scha’ban bietet die Möglichkeit, diesen Schock abzufedern. Wer jetzt anfängt, den Tag bewusst zu strukturieren, schafft einen weichen Einstieg.

Dazu gehören einfache, aber konsequente Schritte: eine feste Zeit für Qur’an, vielleicht nur wenige Verse, die man liest und kurz reflektiert; ein zusätzliches Gebet in der Nacht, auch wenn es nur zwei Einheiten sind.

Einen regelmäßigen Dhikr, den man mit einem konkreten Moment verbindet – der Weg zur Arbeit, das Warten an der Kasse, die Minuten vor dem Schlafengehen. So wird die Erinnerung an Gott nicht als Zusatz wahrgenommen, sondern etwas, das den bestehenden Alltag durchdringt.

Scha’ban ist außerdem der Monat, in dem freiwillige Enthaltsamkeit eine besondere Rolle spielt. Es bereitet den Körper auf die kommenden Tage ohne Essen und Trinken vor und erinnert zugleich daran, dass Fasten mehr ist als ein medizinisches Intervall.

Foto: Freepik.com

Anhand weniger, bewusst gewählter Momente kann man spüren, wie sich das eigene Temperament verändert: Wie reagiere ich auf Stress, wenn ich hungrig bin? Wie redet man, sollte einem Energie fehlen?

Klassische Gelehrte betonen, dass dieses Fasten zwischen Diener und Schöpfer bleibt – ohne Schau und stille Konkurrenz um die „meisten“ Extradienste. Parfüm, ein freundliches Auftreten, kein Hinweis darauf, dass man fastet: All das schützt die Intimität dieser Praxis.

In der journalistischen Sprache könnte man sagen: Scha’ban ist die Probe, bei der noch niemand zuschaut, während Ramadan die Sendung zur Primetime ist. Wer zuerst ehrlich arbeitet, muss später nicht spielen.

Schülerleistung Ramadan 2923 Fasten

Foto: imago/UPI Photo

Die Wochen vor dem Fastenmonat eignen sich, um offene Rechnungen zu begleichen – sowohl mit anderen wie mit sich. Traditionell nutzten viele Muslime Scha’ban, um versäumte Fastentage des Vorjahres nachzuholen, damit sie nicht wie unbeglichene Schulden in den neuen Monat hineinragen.

Auch das gehört zur inneren Hygiene: Nicht nur Vorsätze formulieren, sondern alte Verpflichtungen ernst nehmen.

Auf einer tieferen Ebene geht es um Tauba, die bewusste Rückkehr zu Gott. Wer in diesen Wochen Konflikte anspricht, Missverständnisse klärt oder zumindest im Herzen beschließt, Groll loszulassen, schafft Raum für das, was der Ramadan bringen kann: Barmherzigkeit, Vergebung, ein neues Kapitel.

Es ist die vielleicht schwerste, aber ehrlichste Form der Vorbereitung – weil sie keine frommen Bilder produziert, sondern an die eigenen Wunden rührt.

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Gesundheitliche Vorteile des Verzichts

gesundheit verzicht

Wenn es um Gesundheit und Wohlbefinden geht, liegt Fasten seit einigen Jahren voll im Trend. (The Conversation). Überall, vom ehemaligen britischen Premierminister Rishi Sunak bis hin zu Hollywood-Stars wie Chris […]

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Ramadan als Übung des Menschseins

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Ramadan ist eine Laterne im Leben der Muslime: Der kommende Fastenmonat erzieht uns zur Klarheit im Leben und hat Parallelen zur stoischen Askese. (iz). Jeder Mensch braucht Übungen, um menschlicher […]

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Über das Fasten und seine Weisheiten

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Titelthema Fasten: Was sagt der türkische Gelehrte Said Nursi über die verpflichtende Enthaltsamkeit im Ramadan? Der Verzicht auf Essen und Trinken ist nicht das eigentliche Ziel des Fastens. Wenn sich […]

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Tradition der Dankbarkeit am Id Al-Fitr

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Bei allen Gemeinsamkeiten haben sich unterschiedliche Traditionen entwickelt, das Ende des Ramadan zu feiern

(iz). An den drei Tagen des ‘Id Al-Fitr feiern Muslime auf der ganzen Welt das Ende des Fastenmonats Ramadan, danken ihrem Herrn und freuen sich. Die Kernaspekte des zweithöchsten Festes im Islam sind für alle gleich

Sie bestehen aus dem Id-Gebet am Morgen, das idealerweise im Freien verrichtet wird. Davor ist die Zakat Al-Fitr in Form von Lebensmitteln an arme oder bedürftige Muslime zu entrichten. Sie wird für alle Mitglieder eines Haushaltes fällig und dient dazu, Versäumnisse während des Ramadans auszugleichen.

Dieses Gemeinschaftsgebet ist eine bestätigte Sunna. Obwohl es am besten an einem dafür vorgesehenen Ort im Freien verrichtet wird, kann es auch in einer Moschee stattfinden. Alle sollten daran teilnehmen – Männer und Frauen, Junge und Alte.

Umm Atija überliefert: „Der Gesandte Allahs ermutigte junge, unverheiratete Frauen, ältere Damen, solche, die sich in ihre Häuser zurückgezogen hatten, und sogar Menstruierende, zum Festtagsgebet zu kommen.“

Vor dem Gebet vollzieht man eine Ganzkörperwaschung (arab. ghusl), bricht das morgendliche Fasten und zieht sich fein an. Am besten ist es, früh am Ort zu sein, um am Takbirat, dem lauten Dhikr, teilzunehmen. Es ist eine der großen Manifestationen der Kraft und Vitalität des Islam.

Hinzu kommen die Grußworte, die an den ‘Id-Tagen gesprochen werden, sowie die verschiedenen regionalen Mahlzeiten und Süßspeisen. In vielen Teilen der muslimischen Welt stehen auch Besuche bei Verwandten und Nachbarn auf der Tagesordnung. Id Al-Fitr ist außerdem ein Anlass, an dem viele ihre besten Kleider tragen.

Foto: Nacreddine, Shutterstock

In Deutschland entwickelt sich eine Tradition

So sieht für viele deutsche Muslime der typische Ablauf des Feiertages aus: Sie begehen den Tag als Familienfest und nehmen sich nach Möglichkeit frei. Auch Schulkinder bekommen oft problemlos schulfrei. Nach dem Gebet trifft man sich zu einem festlichen Frühstück, denn ‘Id Al-Fitr ist der erste Tag nach dem Fastenmonat, an dem wieder normal gegessen und getrunken werden darf.

Die ‘Id-Tage sind Tage der Einheit und Gemeinschaft der Muslime. Es ist eine Sitte, an den Tagen des ‘Id die Friedhöfe zu besuchen und für die Verstorbenen zu beten und Qur’an zu rezitieren. So werden sie an diesem Tag einbezogen und nicht vergessen.

Viele Moscheegemeinden organisieren große öffentliche Feiern. So können z.B. Studenten, die das Fest ohne die Familie verbringen, oder neue Muslime ein Gefühl von Feierlichkeit haben. Aber auch nichtmuslimische Gäste haben so die Möglichkeit, die Freude der Festtage mitzuerleben.

Es ist wichtig, an den Festtagen einen positiven Bruch mit dem Alltag zu vollziehen. Man sollte sich fröhlichen Aktivitäten widmen und die Zeit in bester Gesellschaft verbringen.

Das süße Marokko

Das nordafrikanische Land ist neben der Türkei berühmt für seine Backwaren und Süßspeisen, die beim Iftar und an Feiertagen serviert werden. Die marokkanische Küche bietet eine große Vielfalt an köstlichen Süßspeisen, die in Marokko unter dem Oberbegriff „Halawijat“ (von „Halwa“, Süßigkeit) bekannt sind.

Zu den bekanntesten Süßspeisen gehören Kaab El Ghazal (Gazellenhörner), Schbakija, Briouat, M’hanscha (ähnlich wie Briouat, aber in anderer Form), Slilu oder Sfuf und Fkas. Beliebt sind auch verschiedene Arten von Gebäck mit Dattelfüllung. Natürlich gibt es noch viel mehr Sorten und Variationen, aber hier sollen nur einige der bekanntesten vorgestellt werden.

Bei festlichen Anlässen dürfen die Briouats nicht fehlen. Sie bestehen aus einem knusprigen Blätterteig, der eine weiche Füllung aus Mandeln, Zimt und Orangenblütenwasser umschließt. Es gibt verschiedene Formen und Sorten, am häufigsten sind kleine, dreieckige Kekse.

Zur Zubereitung werden die gefüllten Teigröllchen kurz in Öl ausgebacken und anschließend in Honig getaucht. Als Variante können sie auch mit einer Mischung von Früchten gefüllt werden, die in der Pfanne gebraten wurden. Sie schmecken eher locker, leicht und saftig, sind weder schwer noch trocken und daher sehr angenehm zu essen.

Foto: SorinVides, Shutterstock

Auf dem Balkan

In Regionen wie dem heutigen Bosnien, Albanien, Mazedonien oder Bulgarien findet man zum Ende des Ramadan viele osmanische Elemente. So wird in Bosnien mit dem Gruß „Bajram Šerif Mubarek“ eine fröhliche Stimmung verbreitet.

Überhaupt hat sich auf dem Balkan die Bezeichnung des Feiertags als „Bajram“ durchgesetzt. Hier versammeln sich die Familien zu ausgiebigen Mahlzeiten, bei denen bosnische Spezialitäten von herzhaften Pasteten bis zu Süßspeisen angeboten werden.

Insgesamt ist dieses Fest in Bosnien eine schöne Mischung aus religiöser Verehrung, kulturellen Traditionen und Gemeinschaftsgeist. Als Nationalfeiertag eines europäischen Landes ermöglicht er es den Menschen, die Feierlichkeiten mit anderen zu genießen. Es herrscht ein Geist der Großzügigkeit und Gastfreundschaft mit offenen Häusern.

Kinder werden von ihren Familien und Freunden mit Liebe und kleinen Geschenken überhäuft. Selbst in den bosnischen Moscheen in Deutschland kann man nach dem Gebet beobachten, wie die Erwachsenen den Kleinen Münzen geben.

Zu den albanischen Spezialitäten gehören das einheimische „Byrek“ (herzhafter Blätterteig, ähnlich dem türkischen Börek) oder das Süßgebäck „Baklava“. In diesen Teigspeisen verbinden sich auf dem Balkan osmanische und mitteleuropäische Traditionen. 

Anders als in Bosnien ist dieses Fest kein offizieller Feiertag. Dennoch wird er mit Verwandten, Nachbarn und Freunden gefeiert.

Am Schwarzmeerrand und im Kaukasus

Natürlich wird weiter östlich – in der Ukraine, in Russland und im Kaukasus – das Ende des Ramadan von den Muslimen ebenso ausgelassen gefeiert.

Hier ähneln sich die religiösen Rituale, die Bedeutung der Familie und die Liebe zu Süßigkeiten. Je nach Land oder Gruppe gibt es aber auch andere Traditionen.

Ukrainische Muslime genießen die traditionellen Süßigkeiten zum Zuckerfest. Aber es gibt auch Alternativen. Neben Klassikern wie Baklava werden oft Kuchen gebacken, was die (von den Habsburgern geerbte) Vorliebe für Gebäck widerspiegelt.

In den wärmeren Monaten können die Feierlichkeiten auch ein Picknick im Park mit Gegrilltem, Obst und Gemüse aus der Region beinhalten. In einigen Familien ist es Tradition, dass die Ehemänner ihren Frauen besondere Süßigkeiten schenken.

Leider hat sich der anhaltende Krieg auf die Feierlichkeiten ausgewirkt. Viele Muslime konnten wegen der Vertreibung nicht mehr zu Hause feiern. Trotz der Schwierigkeiten finden sie Wege, zusammenzukommen und ihren Glauben zu feiern, und passen sich dabei den Umständen an.

In Teilen des Kaukasus finden während des Zuckerfestes traditionelle Pferderennen statt, bei denen die Fähigkeiten der Pferde auf die Probe gestellt werden und die für Spannung sorgen. Musik- und Tanzaufführungen können zu Feierlichkeiten gehören und spiegeln das reiche Erbe der Region wider.

Dieser Tag ist im Kaukasus ein fröhliches Ereignis, das die spirituelle Erneuerung feiert, die Familienbande stärkt und den Menschen die Möglichkeit gibt, köstliche Speisen und einzigartige kulturelle Ausdrucksformen zu genießen.

Foto: Mursalim Tut, Shutterstock

Feiern im Land der tausend Inseln

Die Feiern zum Ende des Ramadan (in Indonesien „Lebaran“ genannt) beginnen in der Nacht vor dem ‘Id Al-Fitr, wenn die Menschen ihre letzten Einkäufe erledigen, während die Menge mit Trommeln und Feuerwerkskörpern feiert.

In einigen Teilen des Landes werden Fackeln angezündet und durch die Straßen getragen. Wie in Pakistan kehren die meisten Leute, die in anderen Städten arbeiten, in ihre Heimat zurück – eine Tradition, die Mudik oder „Heimkehr“ heißt.

Gekochter Bambusreis (der im Land als Lemang bekannt ist) und Lapis Leg (ein Kuchen mit tausend Schichten) sind zwei Gerichte, die an jenem Tag zubereitet werden. Andere Speisen sind Ketupat, Opor Ayam und Kekse mit Butter und Ananasmarmelade.

Nach dem morgendlichen Zuckerfestgebet begrüßen sich die Menschen mit den Worten „Selamat Idul Fitri“, was so viel bedeutet wie „Eid Mubarak“ oder „Frohes Zuckerfest“. Muslime bitten am Zuckerfest ihre Familie, Freunde und Nachbarn um Vergebung – eine Tradition, die hier „Halal Bihalal“ heißt.

Kinder erhalten von ihren Eltern bunte Umschläge mit Geld, wenn sie zu Besuch kommen. Die meisten tragen am ‘Id Al-Fitr traditionelle Kleidung, die sich für Männer und Frauen unterscheidet. Verwandte machen dann Station an den Gräbern ihrer Angehörigen.

Am anderen Ende der muslimischen Welt

Westafrika ist bekannt für seine farbenfrohen Textilien, die während des Zuckerfestes zur Schau gestellt werden. Zu den Gebeten und Feierlichkeiten tragen die Menschen ihre farbenfrohen und kunstvoll verzierten Gewänder.

Rhythmische Trommelklänge und lebhafte Musik erfüllen die Luft und schaffen eine festliche Atmosphäre. Traditionelle westafrikanische Instrumente wie Djembe und Dundun spielen dabei eine wichtige Rolle. Nach den Gebeten versammeln sich die Familien zu üppigen Mahlzeiten mit regionalen Spezialitäten. Dazu gehören Jollof-Reis, Kochbananen, Eintöpfe und verschiedene Fleischsorten vom Grill.

Im Senegal zum Beispiel kann es vorkommen, dass die Menschen religiöse Führer (Marabouts) aufsuchen, um sich segnen zu lassen. Und in Nigeria kann man in einigen Landesteilen farbenfrohe Reiterparaden und Umzüge beobachten.

Lailatu’l-Qadr – wenn die Engel herabsteigen

Engel Lailatu’l-Qadr

Wer die Lailatu’l-Qadr der Bestimmung in Anbetung verbringt, bekommt eine große Belohnung. In dieser Nacht steigen die Engel herab.

(iz). Lailatu’l-Qadr, die Nacht der Macht und Bestimmung, ist eines der größten Geschenke Allahs, des Erhabenen, an die Muslime. Allah der Erhabene sagt in Seinem Buch: „Herabgesandt haben Wir ihn in der Nacht der Macht und Bestimmung. Und du weißt sehr wohl, was die Nacht der Macht und Bestimmung ist. Die Nacht der Macht und Bestimmung ist besser als tausend Monate. In ihr kommen die Engel herab und der Ruh (Geist) mit der Erlaubnis ihres Herrn und Seinem Befehl. Friede ist sie bis zum Anbruch der Morgendämmerung.“ (Sura Al-Qadr)

Zum Anlass der Bekanntmachung der Lailatu’l-Qadr wurde unter anderem das Folgende vom Propheten überliefert: „Jemand berichtete dem Gesandten Allahs, Friede sei mit ihm, von einem Mann von den Söhnen Israels, der tausend Monate lang die Nächte im Gebet verbrachte und an den Tagen auf dem Wege Allahs kämpfte. Der Gesandte Allahs, Friede sei mit ihm, war davon sehr beeindruckt und wünschte sich dasselbe für seine Leute. Er sagte: ‘Ya Rabbi, Du hast meine Leute (verglichen mit den Völkern vor ihnen, als die) mit der geringsten Lebensspanne und (daher als die) mit den wenigsten Taten erschaffen,’ worauf Allah ihm die Lailatu’l-Qadr, die Nacht der Macht und Bestimmung (zu erkennen) gab.“

Foto: Yaqeen Institute

Herabsendung des Qur’an durch die Engel

In dieser Nacht sandte Allah den Qur’an herab, und in ihr werden die Dinge für das kommende Jahr festgelegt. Allah sagt im Qur’an: „Wir sandten ihn herab in der Nacht der Macht und Bestimmung“ und „Wir sandten ihn herab in einer Nacht, in der alle entscheidenden Dinge festgelegt werden.“

Über die Herabsendung des Qur’an finden wir in den Erläuterungen zum Qur’an (Tafsir) folgende Überlieferungen: „Allah sandte den Qur’an in dieser Nacht von der Wohlbewahrten Tafel zum uns nächsten Himmel herab. Der Engel Dschibril (Gabriel), Friede sei mit ihm, diktierte den Qur’an den Engeln des uns am nächsten gelegenen Himmels, die ihn dann auf Seiten aufschrieben. Diese Seiten wurden an einem Ort mit dem Namen Baitu’l-Izza, das Haus der Würde, aufbewahrt und von dort aus überbrachte Dschibril, Friede sei mit ihm, den Qur’an zu verschiedenen Anlässen und Begebenheiten dem Gesandten Allahs, Friede sei mit ihm.“

Der Vorgang der Offenbarung geschah in einem Zeitraum von etwa 20 bis 23 Jahren in unsere Welt. Der Qur’an wurde somit sowohl als Ganzes, als auch Stück für Stück offenbart.

Der große Wert der Lailatu’l-Qadr

Wer die Nacht der Bestimmung in der Anbetung Allahs verbringt, bekommt eine Belohnung, als ob er tausend Monate (in denen diese Nacht nicht enthalten ist) durchgehend in der Anbetung Allahs (‘Ibada) verbracht hätte. Wer diese Nacht, in Erwartung der großen Belohnung, die in ihr für alle guten Taten liegt, mit Erinnerung an Allah (Dhikr) und Anbetung verbringt, dem werden seine Fehler und falschen Taten vergeben.

Die Nacht der Bestimmung ist ein besondere Eigenschaft der Muslime. Keinem anderen Volk, keiner anderen Gemeinde hat Allah vorher dieses Wissen gegeben. Er hat jedoch die genaue Zeit der Lailatu’l-Qadr vor den Menschen verborgen, damit viele der Nächte des Ramadan auf der Suche nach ihr verbracht werden. Allah hat auch anderswo gewisse Dinge und Zeiten in anderen verborgen, um die Menschen zu Mehr und Besserem anzuregen. Dazu gehören z.B. folgende Dinge und Zeiten:

• Die Lailatu’l-Qadr im Ramadan, damit viele der Nächte des Ramadan auf der Suche nach ihr verbracht werden.

• Die genaue Zeit am Tag des Freitagsgebetes (Dschumu’a), zu der von Allah die Bittgebete (Du’a) erhört werden, damit man während des gesamten Tages Du’a macht.

• Das Mittlere Gebet (Salaatu’l-Wusta) unter den anderen, damit man alle gleich schätzt und alle einrichtet.

• Seinen Höchsten Namen verbarg Allah unter Seinen anderen Namen, damit die Menschen Ihn bei allen Seinen Namen anrufen.

• Den größten Wali (Freund Allahs), den Qutb, den Pol der Schöpfung, unter den Gläubigen, den Muminun, damit man alle respektiert und über alle gut denkt und spricht.

• Die Stunde, zu der das Ende dieser Welt und allem, was auf ihr ist, kommen wird, damit sich die Menschen immer an sie erinnern und sich davor in Acht nehmen.

• Die Zeit des Todes einer Person in seiner Lebensspanne, damit sie immer darauf vorbereitet ist.

Tarawih Nachtgebet Islam

Foto: Wikipedia.org

Der genaue Augenblick ist unbekannt

Selbst wenn man die genaue Zeit der Lailatu’l-Qadr nicht erkennt, bekommt man doch von der unermesslichen Belohnung, die in ihr liegt, durch die Absicht und die Suche nach ihr. Wer in der Lailatu’l-Qadr das Nachtgebet (‘Ischa) in der Moschee mit der Gemeinschaft verrichtet, bekommt seinen Anteil an der Lailatu’l-Qadr. Diese Nacht ist am wahrscheinlichsten innerhalb der letzten zehn ungeraden Nächten des Ramadan zu finden.

Die Zeichen der Lailatu’l-Qadr sind unter anderem, dass in dieser Nacht der Himmel sehr klar ist; es ist eine relativ milde Nacht, nicht zu heiß, nicht zu kalt; es ist eine ruhige Nacht, das Bellen von Hunden und das Rufen der Esel ist in dieser Nacht weniger; Salzwasser wird etwas süßer; man kann beobachten, wie die verschiedenen Geschöpfe Allahs sich auf ihre Art und Weise vor Allah niederwerfen; man hört, als ob es menschliche Worte wären, wie jedes Ding sich an an Allah erinnert, und am Sonnenaufgang ist der Tag besonders hell und rein. Nacht der Bestimmung

Die Engel steigen herab

In der Sura Al-Qadr sagt Allah: „Die Engel steigen herab und der Ruh mit der Erlaubnis ihres Herrn, und mit Seinem Befehl.“ In dieser Nacht werden die Geschicke aller Dinge für das kommende Jahr festgelegt. Das heißt, dass alle an der Ausführung beauftragten Engel in dieser Nacht über ihre Aufgaben für das kommende Jahr unterrichtet werden – das sind Dinge wie beispielsweise die Verpflegung und Versorgung des Menschen, die Zeiten des Todes und alles, was das nächste Jahr bringen wird. Diese Bestimmung wird den sogenannten „Verwaltern“, den vier großen Engeln Dschibril, Mikail, Israfil und Azrail, Friede sei mit ihnen, zur Ausführung übergeben.

Foto: Pixabay | Lizenz: CC0 Public Domain

Die Engel steigen herab In der Lailatu’l-Qadr kommen die Engel, die sich sonst am Lotusbaum (Sidratu’l-Muntaha) an der Grenze der erschaffenen Dinge aufhalten, auf die Erde. Dschibril, Friede sei mit ihm, kommt auf die Erde herab und bringt vier Banner mit sich.

Eines stellt er am Grab des Propheten auf, eins am Baitu’l-Maqdis, der Moschee in Al-Quds (Jerusalem), eins am Masdschidu’l-Haram, der Moschee um die Ka’aba, und eins am Berg Sinai. Er geht in dieser Nacht in jedes Haus, in dem ein Gläubiger oder eine Gläubige wohnt und begrüßt sie und sagt: „Oh Gläubiger/Oh Gläubige, der Friede, As-Salam, grüßt euch mit Frieden, Salam.“

Er macht dabei keine Ausnahme ob rechtschaffen oder nicht; nur drei Gruppen besucht und grüßt er nicht: Alkoholiker, Leute die Schweinefleisch essen, und Leute, die die Familienbande brechen.

Der Geist

Es gibt verschiedene Ansichten darüber, was der Geist, der Ruh, sei, der hier gemeint ist. Es gibt die Ansicht, dass damit Dschibril, Friede sei mit ihm, gemeint ist, und es gibt eine Ansicht, die sagt, dass dieser Ruh, der in der Lailatu’l-Qadr auf die Erde herab kommt, ein Engel ganz besonderer Art ist. Dieser Engel befindet sich direkt unter dem Thron Allahs und ist von gewaltiger Größe.

Er preist Allahs Majestät jeden Morgen und jeden Abend. Er hat tausend Köpfe, in jedem Kopf hat er tausend Gesichter, in jedem Gesicht tausend Münder, und in jedem Mund tausend Zungen, und jede Zunge preist und lobt Allah auf tausend verschiedene Arten und jede seiner Zungen spricht eine andere Sprache als die anderen.

Wenn dieser Engel seine Münder öffnet, um Allah zu loben, werfen sich alle Engel in den sieben Himmeln in Sadschda nieder – aus Furcht, die Intensität des Lichtes, das aus seinen Mündern kommt, würde sie auslöschen. In der Nacht der Bestimmung kommt er wegen der besonderen Bedeutung dieses Augenblicks auf die Erde. Er bittet Allah mit allen seinen Mündern bis zum Anbruch der Morgendämmerung um Vergebung für jeden Mann und jede Frau aus der Gemeinde Muhammads, Friede sei mit ihm, die das Fasten einhalten.

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„Dass ihr Taqwa erlangen möget“: 3 Gelehrte über den Ramadan

Schaban Monate taqwa

Ramadan 2025: Ratschläge von 3 bekannten Gelehrten, die über Taqwa und andere Aspekte des Fastens sprechen.

(iz). Das verpflichtende Fasten im Monat Ramadan unterliegt verschiedenen rechtlichen Kriterien, die festlegen, was wir tun können und was nicht. Nach der rechtlichen Ebene folgen empfohlene Verhaltensweisen und Gewohnheiten, die aus unserer Enthaltsamkeit mehr machen als nur Hunger und Müdigkeit. Durch die entstehende Perfektionierung unseres Verhaltens öffnen wir unsere Wahrnehmung für die Geheimnisse und Segnungen der Enthaltsamkeit in dieser Zeit. So erhalten wir Wissen von Allah, das seinerseits zu mehr Taqwa bei uns führt.

„Dass ihr Taqwa erlangen möget“: Qadi ‘Iyad über die äußeren Aspekte

Qadi Iyad Abu Fadl Al-Yahsubi (1083-1149) ist ein Gelehrter und Universalgelehrter aus Ceuta (im heutigen Nordmarokko). Er galt als führender Experte für malikitisches Recht und Hadithwissenschaft seiner Zeit. Er war ein ‘Alim, Richter, Historiker und Dichter und gilt als einer der „sieben Heiligen von Marrakesch“. Sein bedeutendstes Werk dürfte heute das „Kitab Asch-Schifa“ sein.

Aus der Feder dieses Qadis stammt ebenfalls der kurze Band „Al-I’lam bi Hudud Qawa’id Al-Islam“. Darin behandelt er bündig die „fünf Säulen“ des Dins, ihre Vorbedingungen, Obligationen und was sie verletzt. Im Kapitel über das Fasten legt er deren Parameter fest, was in ihm verpflichtend, empfohlen, verpönt und untersagt ist.

Demnach wird es dann zur Pflicht, wenn sechs Bedingungen erfüllt sind: das Erreichen der nötigen Reife, geistige Gesundheit, Zugehörigkeit zum Islam oder Eintritt in ihn, die Fähigkeit zum Fasten, Beginn seines Monats (Ramadan) und das Wissen von diesem Anfang.

Was dabei zwingend nötig ist: Die Ausschau nach dem Neumond, die Absicht zum Fasten, sein Vollzug während des gesamten Monats, sämtliche Stunden zu fasten, in denen dies Pflicht ist, zu vermeiden, dass irgendetwas Nahrhaftes oder eine Flüssigkeit den Magen erreicht, Verzicht auf die Ejakulation von Sperma oder das Herbeiführen dieser durch Gedanken, Körperkontakt und ähnliche Dinge, Unterlassung der Penetration des Geschlechtsverkehrs sowie kein willentlich herbei geführtes, unnötiges Erbrechen.

Das Ramadanfasten hat laut Qadi ‘Iyad acht Sunnas: Nachts zu beten, es gemeinsam in den Moscheen tun, Mahlzeit vor der Sonnendämmerung (Suhur) so spät wie möglich, sich beim Fastenbrechen zu beeilen, im letzten Drittel Itikaf in der Moschee, Zakat Al-Fitr spätestens vor dem Feiertagsgebet zu übergeben. Die Zunge und die Körperglieder vor Verderbtheit, Unwissenheit und dem, was nicht wertvoll ist, zu schützen.

In ihm sind einige Dinge empfehlenswert: Tägliche Erneuerung der Absicht, den Ramadan durch Dhikr, Qur’anrezitation und Gebet zu beleben, viel Sadaqa in ihm zu geben, nur mit einwandfreier Nahrung das Fasten brechen und das Iftar mit Datteln und Wasser zu machen.

Einige Dinge sind unerwünscht: Küsse und Körperkontakt im Falle von Männern, die um ihre Beherrschung fürchten, mit Lust auf die Gattin schauen, unnötiger Gebrauch der Körperglieder, etwas in Mund nehmen, Dinge auf die Augen auftragen, wenn sie in den Tränenkanal gelangen können, übermäßig langes Ausspülen von Mund und Nase sowie zu viel Schlaf am Tag.

Zehn Handlungen bzw. Ereignisse brechen das Fasten: Erhebliche Ejakulation durch Absicht, Penetration mit dem Penis, etwas durch Mund oder Nase in Magen gelangen lassen (Essen, Trinken u.a.), ebenso das, was durch Augen oder Ohren eindringen kann, beabsichtigtes Erbrechen, Fasten ohne Absicht (außer im Ramadan, wo die Absicht am ersten Tag gefasst werden kann), den Islam zu verlassen, Menstruation oder Blutungen nach der Geburt, Ohnmacht oder Wahnsinn sowie die Unterbrechung der Absicht.

Sehnsucht Dua meinung

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Imam Al-Ghazali über Fasten jenseits des materiellen Verzichts

Imam Al-Ghazali ist einer der Giganten der islamischen Lehre und Geistesgeschichte. Viele seiner Gedanken und Erläuterungen haben bis heute nichts an seiner Gültigkeit verloren. In seinem Monumentalwerk „Die Wiederbelebung der Wissenschaften vom Din“ behandelt er die drei Elemente des Dins: Islam, Iman und Ihsan, welche durch die Hauptwissenschaften des Rechts, der Glaubenslehre und des Tasawwuf getragen werden. Es geht ihn mit dem Werk unter anderem um die spirituelle Unterfütterung unserer rituellen Lebenspraxis und ist bis heute einer der am häufigsten, rezitierten Texte.

In einem der vielen Kapitel spricht Abu Hamid Al-Ghazali auch von „inneren Bedingungen des Fastens“. Nach einer Beschreibung der allgemeinen Fastenregeln schreibt er vom Fasten der Tugendhaften. Diese würden sich auf Wegen von schwerwiegenden falschen Taten fernhalten:

1. Sich dem zu enthalten, etwas zu betrachten, das tadelnswert oder missbilligt ist. Jabir berichtete von Anas, dass der Gesandte Allahs, Friede und Segen seien auf ihm, sagte: „Es gibt fünf Dinge, die das Fasten brechen: Lügen, Verleumdung, Geschichten erzählen, Meineid, Habsucht und lüsterne Blicke.“

2. Die Zunge von Beschimpfungen, Lügen, Verleumdungen, üblen Nachreden, Obszönitäten, beleidigenden Äußerungen, Streitereien und Heuchelei freihalten. Vielmehr sollte man sich mit der Erinnerung an und der Verherrlichung von Allah sowie mit dem Rezitieren des Edlen Qu’rans beschäftigen – das ist das Fasten der Zunge.

3. Die Ohren vor allem verschließen, was verwerflich ist. Der Gesandte Allahs, Gottes Segen und Friede seien auf ihm, sagte: „Der Verleumder und sein Zuhörer sind Partner in der Sünde.“

4. Die übrigen Sinne an einer schwerwiegenden falschen Handlung zu hindern. Die Hand vom Bösen abhalten, den Fuß für das Streben nach Bosheit zügeln, fragwürdige Lebensmittel beim Fastenbrechen meiden. Der Gesandte Allahs, Friede und Segen seien auf ihm, sagte: „Viele bekommen vom Fasten nichts als Hunger und Durst.“

5. Übermäßiges Essen nach dem Fastenbrechen, selbst wenn die Nahrung halal ist. Sinn und Geheimnis des Fastens bestehen darin, das Fleisch zu schwächen, welches das Werkzeug Satans ist, um die Menschheit zum Bösen zurückzubringen.

6. Nach dem Iftar sollte das Herz in einem Zustand der Spannung zwischen Angst und Hoffnung verweilen, da man nicht weiß, ob das Fasten angenommen wurde.

spirituell

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Schaikh ‘Abdulqadir Al-Jilani beschreibt jenseitige Aspekte

‘Abdulqadir Al-Jilani war ein großer islamischer Gelehrter und Jurist seiner Zeit. Er wurde 1077/8 im persischen Nif geboren und ließ sich später in Bagdad nieder. Er war bewandert im hanbalitischen Recht, Qur’anexegse (Tafsir), Hadithwissenschaften und arabischer Dichtung. Am bekanntesten ist er heute – obwohl er auch Recht unterrichtete und Fatwas gab – als Begründer des nach ihm benannten und einflussreichen Zweigs des Sufismus. 

In einem Text sprach Al-Jilani über die Eigenschaften des Ramadan und bezog sich darin auf Hadithe des Propheten Muhammad, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, um die Besonderheiten dieses Monats zu erklären.

„Schaikh Abu Nasr (Muhammad ibn Al-Banna, Autor und Gelehrter im Bagdad des 11. Jahrhunderts) unterwies uns, dass Salman Al-Farisi eine Predigt des Propheten vom letzten Tag des Scha’ban überlieferte:

‘O Menschen, ein mächtiger Monat hat seinen schützenden Schatten über euch geworfen. Ein gesegneter Monat, ein Monat, in dem es eine Nacht gibt, die besser ist als tausend Monate! Allah hat das Fasten in diesem Monat zu einer religiösen Pflicht gemacht, und das Nachtwachen darin zu einer freiwilligen Praxis. Wenn jemand versucht, sich (dem Herrn) darin zu nähern, indem er nur ein Beispiel für gutes Verhalten gibt, oder nur eine religiöse Pflicht erfüllt, wird diese Person genau dasselbe tun wie jemand, der in allen anderen Monaten des Jahres siebzig religiöse Pflichten erfüllt. Es ist der Monat der Geduld und die Belohnung für die Geduld ist der Paradiesgarten. Es ist der Monat des wohltätigen Teilens und es ist der Monat, in dem der wahre Gläubige mehr Nahrung erhält. (…)

(…) Es ist ein Monat, dessen Beginn eine Gnade ist, dessen Mitte eine Vergebung ist und dessen letzter Teil eine Befreiung vom Höllenfeuer ist. (…)’

Im Laufe dieses Monats müsst ihr daher vier Praktiken pflegen und sie dann häufig wiederholen. Zwei davon sind solche, mit denen ihr euch das Wohlgefallen eures Herrn verdienen werdet. Während die anderen zwei solche sind, auf die ihr nicht verzichten könnt.

Die beiden, mit denen ihr euch das Wohlgefallen eures Herrn verdienen könnt, sind das Bezeugen, dass es keinen Gott außer Allah gibt (‘La ilaha illa Allah’), und das Flehen zu Ihm um Vergebung.

Die beiden Praktiken, auf die ihr nicht verzichten könnt, sind das Flehen zu Allah, euch den Garten des Paradieses zu gewähren, und das Zufluchtnehmen bei Ihm vor dem Feuer der Hölle.

Laut einer Überlieferung von Al-Kalbi übermittelte Abu Sa’id Al-Khudri, dass Allahs Gesandter, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, gesagt hat:

‘Die Tore des Paradiesgartens und die Tore des Himmels werden in der ersten Nacht des Monats Ramadan mit Sicherheit weit geöffnet und erst in der letzten Nacht wieder geschlossen. Jedes Mal, wenn ein Diener oder eine Dienerin (des Herrn) in einer beliebigen Nacht dieses Monats das rituelle Gebet verrichtet, wird Allah ihm oder ihr für jede Niederwerfung siebzehnhundert gute Taten gutschreiben. Für diesen Diener oder diese Dienerin wird Er im Garten des Paradieses ein Haus bauen, das aus einem einzigen roten Rubin besteht und siebzig Türen hat. Jede dieser Türen wird zwei Flügel aus Gold haben, die wunderschön mit Knäufen aus rotem Rubin verziert sind.’“