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Aus Gaza wird leichte Erholung berichtet

Gaza

Gaza: Trotz brüchigem Waffenstillstand bemühen sich Helfer um möglichst viele Hilfslieferungen. (IPS). Seit der Erklärung eines Waffenstillstands zwischen Israel und der Hamas am 10. Oktober kehren Familien im Gazastreifen in […]

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Nahostkonflikt: „Weiterhin internationaler Konsens“

Nahostkonflikt

Nahostkonflikt: Die Waffenruhe zwischen Hamas und Israel wackelt, aber hält bis dato. Aber wie geht es nun weiter in dem Konflikt? 

(KNA). Seit 2020 ist Marc Frings Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Bevor Frings diesen Posten antrat, leitete er fünf Jahre lang das Büro der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung im palästinensischen Ramallah. Auch zuvor hatte Frings, der Politikwissenschaft studierte, immer wieder Berührungspunkte mit dem Nahen Osten. Seinen Zivildienst absolvierte er in Syrien und den Palästinensischen Gebieten.

Soeben ist der 43-Jährige von einer viertägigen Reise in die Region zurückgekehrt. Im Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) schildert Frings, welche Perspektiven es nach zwei Jahren Krieg nun für die Palästinenser gibt.

Frage: Wiederaufbau des Gazastreifens – das klingt angesichts der Bilder nach einer schier unlösbaren Aufgabe. Was braucht es jetzt zuerst?

Marc Frings: Es braucht einen uneingeschränkten Zugang humanitärer Organisationen in den Gazastreifen. Schon vor dem Krieg – davon konnte ich mich bis 2019 bei regelmäßigen Aufenthalten im Küstengebiet selbst überzeugen – war die überwältigende Mehrheit auf externe Hilfe angewiesen. Dieser Bedarf hat sich nun auf allen Ebenen ins Uferlose potenziert. Bei einem Gespräch mit der stellvertretenden Generalkommissarin von UNRWA, deren Hauptquartier in Amman angesiedelt ist, habe ich die aktuellen Zahlen präsentiert bekommen.

Kurzmeldungen Ausland gaza

Foto: UNRWA/Ashraf Amra

Frage: Was sagen diese Zahlen?

Marc Frings: Nahezu die komplette Bevölkerung wurde phasenweise zu Binnenflüchtlingen in dem kleinen Gebiet und 80 Prozent der Infrastruktur sind zerstört. Bislang sehen wir keine vereinfachte Zugangspolitik für humanitäre Hilfe.

Neben der unmittelbaren Hilfe braucht es einen verlässlichen Zeitplan für den eigentlichen Wiederaufbau, eine Perspektive für einen offenen Gazastreifen und eine konkrete Vision für einen demokratischen palästinensischen Staat. Dieser Aufgabe müssen sich alle in der Region und im Westen stellen, weil zu viele Akteure mitverantwortlich für die politischen und historischen Versäumnisse sind, die zu der heutigen katastrophalen Lage geführt haben.

Frage: Ein Gordischer Knoten.

Marc Frings: Ich will auch die menschliche Dimension benennen: über 65.000 Menschen – vielleicht auch viel mehr – wurden in Gaza getötet. Es braucht individuelle und kollektive Traumatherapie, damit die palästinensische Gesellschaft in Gaza mit dieser schrecklichen Erfahrung einen Umgang findet.

Frage: Was wird aus der Hamas?

Marc Frings: Israel hat sein Kriegsziel, die Hamas zu vernichten, nicht erreicht. Zwei Punkte sind mir hier aus analytischer Perspektive wichtig: Die Hamas hat nicht nur einen militanten Flügel, der sich in Gestalt der Qassam-Brigaden gewaltsam gegen Israel auflehnt.

Auch der politische und der soziale Flügel, mit denen die Bewegung weit in die palästinensische Gesellschaft hineinreicht, existieren fort. Zweitens erleben wir, dass die Hamas auch in diesen Stunden selbstbewusst agiert: nach der ersten Rückzugsbewegung der israelischen Armee befinden sich 50 Prozent des Gazastreifens nicht mehr unter israelischer Kontrolle.

Hier tritt Hamas nun mit dem Anspruch auf, weiterhin für Ordnung zu sorgen. Sie ging in den letzten Tagen bereits mit Waffengewalt gegen Oppositionelle und Kollaborateure vor.

Foto: imago/UPI Photo

Frage: Das heißt in der Konsequenz?

Marc Frings: Gelingt es der Hamas, über ihr regionales islamistisches Netzwerk neue oder alte Unterstützung zu generieren, wird sie weiterhin ein Konfliktakteur bleiben, weil sie die dominierende Kraft im Spektrum des politischen Islams in Palästina ist. Deshalb ist es umso wichtiger, über Reformen der politischen Erneuerung in allen besetzten Gebieten nachzudenken: das Einhegen der Hamas muss auch innenpolitisch durch Reformen der Autonomiebehörde vorangebracht werden.

Frage: Welche Rollen können die Kirchen im Nahen Osten spielen?

Marc Frings: Die Kirche ist auf drei Ebenen gefordert: zum einen müssen wir uns der Frage aussetzen, was konkret für die palästinensischen Christen in Gaza getan wurde – und was versäumt wurde.

Ihre Zahl lag vor dem Krieg bei circa 1.000. Ob und wie es nun überhaupt noch christliches Leben in Gaza geben wird, ist wegen der fehlenden unabhängigen Berichterstattung völlig unklar. Auch Gewalt gegen Christen im Westjordanland hat zuletzt deutlich zugenommen. Das sollte uns viel mehr Sorgen bereiten!

Frage: Zweitens?

Marc Frings: Blicke ich auf die humanitäre und entwicklungspolitische Hilfe der Kirchen, die zweifelsohne beeindruckend ist. Aber ich denke, dass der aktuelle Ausnahmezustand von einer guten kirchlichen Geberkoordination abhängig ist, damit man sich nicht gegenseitig blockiert.

Und drittens müssen wir unsere christliche Überzeugung gerade jetzt zur Anwendung bringen: Relativierungen und Rechtfertigungen von Kriegshandlungen sollten uns fernliegen. Politisch gesprochen sollte Kirche alles dafür tun, damit die Politik dem Völkerrecht folgt – und nicht das Völkerrecht der Politik.

Frage: Ägyptens Präsident al-Sisi hat in Scharm el-Scheich abermals die Zwei-Staaten-Lösung als einzige Möglichkeit ins Spiel gebracht, mit der sich der Konflikt dauerhaft lösen ließe. Wie realistisch ist das?

Marc Frings: Die Zwei-Staaten-Lösung ist weiterhin internationaler Konsens. Aus völkerrechtlicher Perspektive ist sie der einzige Weg, um dem palästinensischen Selbstbestimmungsrecht gerecht zu werden.

Um sich knapp 30 Jahre nach dem Osloer Friedensprozess zwei Staaten vorzustellen, benötigt man heute sehr viel Fantasie: Der Ausbau der illegalen Siedlungen, der von Gewalt extremistischer Siedler gegen die Zivilbevölkerung begleitet wird, schreitet ungebremst voran, während die israelische Armee immer seltener dagegen vorgeht.

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Foto: Lauren Hurley/Wikimedia Commons | Lizenz: OGL 3

Frage: Das sieht nicht gerade nach Deeskalation aus…

Marc Frings: Auch ist das israelische Militär nahezu täglich in palästinensischen Städten des Westjordanlandes wieder präsent – solche Provokationen kenne ich persönlich nur aus der Zeit der Zweiten Intifada ab 2000. Zugleich hat sich das politische Spektrum Israels ins Extreme verschoben: die Stimmen jener, die offen für Annexion und Vertreibung optieren, mehren sich.

Frage: Was beobachten Sie auf der palästinensischen Seite?

Marc Frings: Auch die palästinensische Führung bereitet mir Sorgen: zwar ist Präsident Mahmud Abbas starker Befürworter einer friedlichen Konfliktregelung entlang europäischer Vorstellungen, aber auch er hält sich vor allem mittels autoritärer Herrschaftszüge an der Spitze der Autonomiebehörde: Wahlen sind seit 16 Jahren überfällig, sein Rückhalt ist sehr gering; die Spaltung zwischen Gaza und Westjordanland ist zur Normalität verkommen.

Frage: Was sollte Europa tun?

Marc Frings: Brüssel und Berlin müssen die zweite Phase von Trumps Friedensplan mit dem Anspruch verknüpfen, eine politische Rolle zu übernehmen. Natürlich muss der Zivilbevölkerung in Gaza bedingungslos geholfen werden. Aber auf die Führungen in Ramallah und Tel Aviv muss der Druck erhöht werden. Nur so können die Europäer verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen. Das passiert vor allem dadurch, dass der Plan um jene Kapitel fortgeschrieben wird, die gänzlich fehlen.

Frage: Welche sind das?

Marc Frings: In den 20 Punkten geht es nicht um die Lage im Westjordanland, es geht nicht um die palästinensische Führung in Ramallah – und vor allem geht es in keiner Zeile darum, wie der israelisch-palästinensische Konflikt selbst gelöst wird.

Gelingt eine ambitioniertere Nahostpolitik nicht, wäre es ratsam, in sämtlichen europäischen Planungsstäben Szenarien über Alternativen zur Zwei-Staaten-Lösung anzustellen. Spätestens dann sollte jedem klar werden, dass die politischen, humanitären und wirtschaftlichen Kosten einer Verhinderung palästinensischer Staatswerdung viel höhere Kosten und noch mehr Leid provozieren würde.

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Die Waffenruhe ist tot

idee gaza waffen

Die Erleichterung über die Waffenruhe in Gaza hielt nur bis zum 18. März. Dann griffen israelische Militärs erneut massiv Ziele in dem Gebiet an. (The Conversation). Als am 19. Januar […]

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Gaza: Noch hält die Waffenruhe

gaza waffenruhe

Während die vereinbarte Waffenruhe in Gaza derzeit anhält, eskalieren israelische Führung und Armee ihr Vorgehen in der Westbank.

(IZ/KNA). Am 19. Januar um 10.15 deutscher Zeit trat die Waffenruhe von Israel und der Hamas im Gazastreifen in Kraft. Sie ist Teil eines umfassenderen Abkommens, das unter Vermittlung von Katar, Ägypten und den USA zustande kam.

Es sieht eine 42-tägige Kampfpause vor, während der ein Austausch von Geiseln und Gefangenen stattfinden soll. Zudem ist eine Verbesserung der humanitären Situation in Gaza geplant, wo nach UN-Angaben 90 Prozent der Bevölkerung unter Hunger leiden.

Die israelische Armee soll sich außerdem aus Bevölkerungszentren im Gazastreifen zurückziehen. Der Deal nach 15 Monate grausamer Kämpfe und noch gar nicht abzusehendem menschlichem Leid hätte schon lange vorher zustande kommen können.

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Foto: Phil Pasquini, Shutterstock

Gaza: Zehntausende Palästinenser getötet

Seit die israelischen Streitkräfte im Oktober 2023 nach dem Terroranschlag der Hamas ihre Bodenoffensive in Gaza starteten, wurden Berichten zufolge über 46.000 Palästinenser getötet, darunter 17.492 Kinder. Mehr als 1,9 der 2,2 Mio. Einwohner des Gazastreifens wurden vertrieben und ein Großteil der Infrastruktur und der Wohnhäuser wurde zerstört oder schwer beschädigt.

Für die deutsche Sektion der Hilfsorganisation CARE ist die Waffenruhe nur ein Zwischenschritt und „Anlass zur Hoffnung“, sei jedoch noch in der Schwebe. Was es jetzt brauche, sei ein verlässlicher, endgültiger Waffenstillstand.

„Das Wichtigste sind jetzt verlässliche Rahmenbedingungen, damit humanitäre Organisationen die notleidenden Menschen überall im Gazastreifen schnell erreichen und versorgen können. Die Hilfsmaßnahmen müssen überall massiv ausgeweitet werden“, sagte Karl-Otto Zentel, Generalsekretär von CARE Deutschland. „Wir gedenken heute auch der vielen humanitären Helfer:innen, die bei dem Versuch, Menschen zu unterstützen, ums Leben gekommen sind. Sie haben ihren Einsatz mit dem höchsten Preis bezahlt.“

Mehrphasige Vereinbarung

„Im Rahmen der Vereinbarung werden in der ersten, sechswöchigen Phase etwa 1.650 Palästinenser aus israelischer Gefangenschaft entlassen. In der Zwischenzeit werden 33 der etwa 95 Geiseln – einige lebend, andere tot – von der Hamas und anderen Gruppen wie dem Palästinensischen Islamischen Dschihad befreit. Die israelischen Streitkräfte werden sich aus den Bevölkerungszentren zurückziehen, und die Palästinenser dürfen in ihre Häuser im nördlichen Gazastreifen zurückkehren. Außerdem wird es eine Welle humanitärer Hilfe geben, mit etwa 600 Lastwagen, die täglich einfahren“, erklärte der irische Nahost-Experte Scott Lucas.

Für die zweite Phase sagte die Hamas zu, die verbliebenden lebenden Gefangenen – viele männliche Soldaten – freizulassen. Im Gegenzug sollen weitere Palästinenser von Israel freigelassen und sämtliche israelischen Kräfte aus Gaza abgezogen werden. „In der dritten Phase würden die Leichen der verbliebenen Geiseln im Austausch für einen drei- bis fünfjährigen Wiederaufbauplan in Gaza unter internationaler Aufsicht zurückgegeben werden“, so Lucas.

Baerbock Diplomatie Irak

Baerbock am 1. März 2023 auf der UN-Vollversammlung. (Foto: Lev Radin, Shutterstock)

Weltweite Erleichterung

Weltweit wurde zumeist erleichtert auf die lange überfällige Vereinbarung reagiert. Joe Biden und sein Nachfolger Donald Trump bestätigten das Ergebnis. Die deutsche Außenministerin Baerbock sprach von einem „Tag der Erleichterung“. Die Angehörigen der israelischen Geiseln reagierten erleichtert. „Seit November 2023 haben wir diesen Moment sehnsüchtig erwartet“, hieß es in einer Stellungnahme des Forums der Geisel- und Vermisstenfamilien.

Während Menschen und Beteiligte in aller Welt auf einen Bestand der Waffenruhe hoffen, eskalierte die politische und militärische Führung in Tel Aviv ihr Vorgehen in der Westbank. Kurz nach Beginn der Feuerpause startete die Armee eine groß angelegte Militäroperation in Jenin, das als „Hochburg militanter Palästinenser“ gilt. Dabei wurden mindestens zehn Menschen getötet und 40 verletzt.

Die Operation „Iron Wall“ zielte laut israelischen Angaben auf „die Bekämpfung des Terrorismus“ ab, wurde von palästinensischen Vertretern hingegen als „Annexion“ befürchtet. Nach ihrem Bekanntwerden warnte UN-Generalsekretär Guterres vor Annexionsplänen im Westjordanland. (ak, sw, KNA)

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Gaza-Waffenruhe: Hindernisse ausgeräumt. Sorgen um Abschluss bleiben

krieg gaza Palästina israelisch saudi

Vermittler für die Gaza-Waffenruhe haben sich nach Klärung von Details abschließend geeinigt. Jetzt müssen Israels Sicherheitskabinett und die Regierung zustimmen.

(dpa, iz). Die letzten Hindernisse für eine Waffenruhe im Gaza-Krieg sind ausgeräumt. Israels Ministerpräsident Netanjahu sei von seinen Verhandlern informiert worden, wonach eine Einigung über die Freilassung der Geiseln erzielt wurde, teilte das Büro des Regierungschefs am frühen Freitagmorgen mit. 

Er habe angeordnet, dass das Sicherheitskabinett im Laufe des Tages einberufen werde. Die Regierung werde laut einem Sprecher Netanjahus am Samstagabend zusammentreten, um das Abkommen abschließend zu billigen, berichtete die „Times of Israel“.

UN-Generalsekretär Guterres begrüßte Vereinbarung

UN-Chef António Guterres begrüßte das Waffenstillstandsabkommen zwischen Israel und der Hamas ausdrücklich. Er bezeichnete das Abkommen als „ermutigend“ und einen „ersten entscheidenden Schritt“.

Der Kopf des Weltgremiums lobte die Bemühungen der Vermittler (Ägypten, Katar und USA) für ihr Engagement. Der Diplomat rief beide Seiten dazu auf, die Vereinbarung vollständig umzusetzen und ihre Verpflichtungen einzuhalten.

Guterres betonte, dass es dringend notwendig sei, die Einfuhr humanitärer Hilfe nach Gaza zu beschleunigen, um die katastrophale Lage vor Ort zu lindern. Er sieht in dem Abkommen die Chance, „die großen sicherheitspolitischen und politischen Hindernisse für den Transport von Hilfe durch den Gazastreifen zu beseitigen“.

Barrieren auf den letzten Metern

Der Vermittlerstaat Katar hatte m Mittwoch eine Einigung zwischen Israel und der islamistischen Hamas auf eine Waffenruhe verkündet, in deren Zuge Geiseln im Austausch gegen palästinensische Häftlinge freikommen sollen.

Nach israelischen Angaben habe es zuletzt Ärger über Detailfragen gegeben. Der Ministerpräsident warf der Hamas vor, in letzter Minute Zugeständnisse erpressen zu wollen. Medienberichten zufolge ging es darum, welche Strafgefangenen – unter ihnen verurteilte Terroristen – im Gegenzug für die Geiseln auf freien Fuß kommen. Die Hamas hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

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Foto: IDF Spokesperson’s Unit, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-SA 3.0

Was ist vorgesehen?

Die Waffenruhe soll zunächst für 42 Tage gelten. In der Zeit sollen zunächst 33 der insgesamt 98 verbliebenen Geiseln in der Gewalt der Hamas freigelassen werden. Im Gegenzug dafür sollen israelischen Angaben zufolge Hunderte palästinensische Häftlinge aus israelischen Gefängnissen freikommen.

Laut der von Katar am Mittwochabend verkündeten Einigung sollte die Feuerpause am Sonntag um 11.15 Uhr MEZ in Kraft treten. Ein Sprecher Netanjahus sagte laut der „Times of Israel“, Gegner des Abkommens müssten 24 Stunden Zeit haben, eine Petition beim Obersten Gerichtshof einzureichen. Das würde bedeuten, dass die Waffenruhe erst am Montag in Kraft treten würde – einen Tag später als geplant.

Zu den wichtigsten Schritte und Punkte gehören:

– Eine sechswöchige Waffenruhe soll am Sonntag, dem 19. Januar 2025, um 11:15 Uhr MEZ in Kraft treten.

– Während dieser Zeit sollen 33 israelische Geiseln schrittweise freigelassen werden.

– Das israelische Militär soll sich aus dem Zentrum des Gazastreifens zurückziehen.

– Täglich sollen 600 LKW-Ladungen mit Hilfsgütern in den Gazastreifen gebracht werden.

Gefährdung der Waffenruhe durch politische Extreme

Mehrere rechtsextreme Politiker drohen mit einem Verlassen der Regierung, sollte das Abkommen gebilligt werden. Israels Regierungschef könnte seine Regierungsmehrheit im Parlament verlieren, sollten Koalitionspartner ihre Drohungen wahr machen.

Dessen Partei kritisierte die Drohung des Sicherheitsministers Itamar Ben-Gvir und ließ verlauten, dass jeder, der eine rechte Regierung stürze, als Schande in Erinnerung bleiben werde. Oppositionsführer Lapid kündigte bereits an, er wäre in einem solchen Fall bereit, Netanjahu für einen Geisel-Deal ein „Sicherheitsnetz“ im Parlament zu bieten.

Das israelische Sicherheitskabinett hat noch nicht über das Waffenruhe-Abkommen entschieden. Laut den aktuellsten Informationen: Es soll heute zusammentreten, um abzustimmen. Die gesamte Regierung wird voraussichtlich am Samstagabend zusammenkommen, um die Vereinbarung abschließend zu billigen. Nach der Abstimmung hätten Gegner des Abkommens 24 Stunden Zeit, um den Obersten Gerichtshof anzurufen.

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Katar bestätigt Gaza-Waffenstillstand. Kann er halten?

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Die Erleichterung ist riesig. Nach weit mehr als einem Jahr sollen Geiseln der Hamas sowie palästinensische Gefangene freikommen. Das Abkommen tritt am 19. Januar in Kraft.

(KNA, dpa, iz). Israel und die Hamas im Gazastreifen haben sich auf einen Waffenstillstand und die Freilassung von israelischen Geiseln und palästinensischen Gefangenen geeinigt. Das Abkommen werde am 19. Januar in Kraft treten, erklärte der katarische Ministerpräsident Scheich Mohammed Al-Thani am Mittwochabend vor Medien.

Zuvor sind nach Angaben des israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu „finale Details“ zu klären. Regierung und Sicherheitskabinett müssen der Vereinbarung zustimmen. Das soll laut Medienberichten heute geschehen.

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Foto: IDF Spokesperson’s Unit, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-SA 3.0

Gaza: Ab 19. Januar sollen Kampfhandlungen eingestellt werden

Die erste Phase des Abkommens beinhaltet laut Al-Thani eine Einstellung der militärischen Operationen für 42 Tage und den Rückzug der israelischen Armee aus den bevölkerten Gebieten des Gazastreifens zu dessen Grenzen. Dies werde einen Austausch von Geiseln und Gefangenen sowie die Rückkehr von Vertriebenen ermöglichen. Danach sollen zwei weitere Phasen folgen.

US-Präsident Biden bestätigte das Ergebnis. Der Verhandlungserfolg sei auf die „hartnäckige und sorgfältige amerikanische Diplomatie“ zurückzuführen, hieß es in einer Stellungnahme von Mittwochabend. Es sei höchste Zeit, dass die Kämpfe enden und die Arbeit für Frieden und Sicherheit beginne.

Die Angehörigen der verbliebenen 98 israelischen Geiseln zeigten sich erleichtert über das Abkommen. „Seit November 2023 haben wir diesen Moment sehnsüchtig erwartet“, heißt es in einem Statement des Forums der Geisel- und Vermisstenfamilien von Mittwochabend. Es handele sich um einen bedeutenden Schritt, der die Rückkehr aller Geiseln näherbringe. Gleichzeitig sorge man sich darum, dass die Vereimbarung möglicherweise nicht vollständig umgesetzt werden und Geiseln zurückbleiben könnten.

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Foto: Anas-Mohammed, Shutterstock

UN-Nothelfer sehen Hoffnung für Millionen in Gaza

Die Übereinkunft biete „dringend benötigte Hoffnung für Millionen Menschen, deren Leben durch diesen Konflikt zerstört wurden“, sagte UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher. Der wichtige Grenzübergang Rafah zwischen Ägypten und Gaza soll bereits heute Morgen wieder eröffnet werden. Entsprechende Anweisungen seien eingegangen, bestätigte ein Sicherheitsbeamter der dpa. Rund 600 Lastwagen mit Hilfslieferungen wurden demnach für die Einfuhr vorbereitet.

Die ohnehin schon miserable humanitäre Lage in dem abgeriegelten Küstenstreifen am Mittelmeer hat sich durch die monatelangen Bombardierungen nochmals dramatisch verschärft. Mittlerweile leiden mehr als 90 % der Zivilbevölkerung nach UN-Angaben starken Hunger. Es fehle an Wasser, Notunterkünften und Arzneimitteln.

Mehrere arabische Staaten begrüßten die Einigung auf eine Waffenruhe. „Mit dieser Ankündigung endet eine blutige Seite in der Geschichte des palästinensischen Volkes, das unter der israelischen Aggression schwer gelitten hat“, erklärte Libanons geschäftsführender Ministerpräsident Nadschib Mikati. Beide müssten sich nun an die getroffenen Vereinbarungen halten, um dem Leiden der Geiseln und der palästinensischen Häftlinge ein Ende zu setzen, hieß aus dem Außenministerium der Vereinigten Arabischen Staaten.

Foto: president.gov.ua, vie Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY 4.0

Macron: Abkommen muss eingehalten werden

Das Abkommen müsse eingehalten werden, forderte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Er pocht auf eine politische Lösung des Nahost-Konflikts. Nach 15 Monaten „eines nicht zu rechtfertigenden Martyriums“ gebe es Erleichterung für die Menschen in Gaza und Hoffnung für die Geiseln und ihre Familien. Der türkische Präsident Erdogan teilte mit, er hoffe auf dauerhaften Frieden und Stabilität. Seine Regierung pflegt enge Beziehungen zur Hamas.

Das Abkommen müsse „rigoros umgesetzt werden“, verlangte auch US-Verteidigungsminister Lloyd Austin. Mit „Führung und Weisheit können wir Fortschritte auf dem Weg zu dem Tag machen, an dem Israelis und Palästinenser Seite an Seite in Frieden und Sicherheit in zwei souveränen Staaten leben, in gegenseitiger Sicherheit und Würde“.

Tiefes Misstrauen nährt Skepsis

Angesichts des tiefen Misstrauens zwischen beiden Seiten ist offen, ob sich Israel und die Hamas über Wochen an die vereinbarten Schritte halten werden. So ist fraglich, ob man sich in der zweiten Phase der Abmachung auf die Freilassung der restlichen Geiseln wird einigen können.

Netanjahu sieht sich jetzt schon mit Vorwürfen konfrontiert, er habe mit dem jetzigen Deal die vorerst weiter im Gazastreifen verbleibenden Geiseln im Stich gelassen. Beobachter warnen, dass die Kämpfe nach Ablauf der Waffenruhe wieder beginnen könnten – zumal es auf beiden Seiten Befürworter einer Fortsetzung des Krieges gibt.

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Waffenruhe wird weiter verhandelt

Waffenruhe Libanon

Mehr als ein Jahr dauern die Kämpfe zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah schon an. Die Leidtragenden sind vor allem Zivilisten. Stimmt Israels Sicherheitskabinett einer Waffenruhe zu? 

Tel Aviv/Beirut (dpa/IZ). Nach mehr als einem Jahr Krieg zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz im Libanon verdichten sich die Anzeichen für eine kurz bevorstehende Waffenruhe. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu werde heute Abend das Sicherheitskabinett einberufen, um eine 60-tägige Waffenruhe mit der proiranischen Schiiten-Miliz zu billigen, sagte ein Beamter der „Times of Israel“. Aus Regierungskreisen ist zu hören, die Zustimmung des Kabinetts zu der unter US-Vermittlung ausgehandelten Vereinbarung sei „wahrscheinlich“. Auch libanesische Regierungsquellen in Beirut äußerten sich optimistisch. Die Entscheidung liege bei Israel. 

Man sei nahe dran an einer Einigung über eine Waffenruhe, man habe gute Gespräche geführt, sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates der USA, John Kirby. Es gehe in die richtige Richtung. „Aber es ist noch nicht geschafft“, sagte Kirby. Er wolle sich aber nicht zu Details äußern, um die Chance auf eine Einigung nicht zu gefährden. 

Die vorliegende Vereinbarung sehe einen 60-tägigen Umsetzungszeitraum vor, der es Israels Militär ermöglichen solle, sich zurückzuziehen, berichtete derweil das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf libanesische Beamte. Die libanesische Armee solle zugleich im Grenzgebiet zu Israel stationiert werden, um zu verhindern, dass Kämpfer der Hisbollah dort wieder Fuß fassen. Eine internationale Kommission solle mit der schon seit Jahren im Libanon stationierten UN-Friedenstruppe Unifil die Einhaltung der Vereinbarung überwachen, hieß es.

Noch gehen die Angriffe weiter 

Vorerst setzten Israel und die Hisbollah ihre gegenseitigen Angriffe jedoch fort. Die israelische Luftwaffe ging erneut in den Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut vor. Auf Videos in sozialen Medien war zu sehen, wie ganze Gebäude infolge der Lufteinschläge in sich zusammenbrachen. Augenzeugen berichteten, dass die Explosionen in ganz Beirut zu hören waren. Zuvor hatte ein Armeesprecher mehrere Evakuierungsaufrufe an die Bewohner gerichtet. Auch in anderen Teilen des Landes griff die israelische Armee weiter an. 

Die Attacken sollen demnach vor allem die Fähigkeit der Hisbollah schwächen, sich von den schweren Schlägen der vergangenen Monate zu erholen, sich erneut zu bewaffnen und neu zu organisieren. Die Miliz schoss dennoch erneut Raketen auf Israel ab. Im Norden Israels wurden die Sicherheitsvorschriften verschärft, in einigen Gebieten sollen die Schulen heute geschlossen bleiben, weil verstärkter Raketenbeschuss befürchtet wurde. In der Nacht heulten im Norden des Landes erneut die Warnsirenen. 

Armee: Israel von mehr als 17.000 Raketen beschossen 

Die vom Iran finanzierte Hisbollah wollte nach eigenen Angaben mit den Angriffen ein Ende der israelischen Offensive gegen die Hamas im Gazastreifen erzwingen. Die Gruppe hatte am 7. Oktober 2023 ein Massaker in Israel verübt, bei dem rund 1.200 Menschen getötet und 250 weitere als Geiseln verschleppt wurden. Der Angriff löste den seit mehr als einem Jahr andauernden Gaza-Krieg aus. Seither hat die mit der Hamas verbündete Hisbollah mehr als 17.000 Raketen auf Israel abgefeuert, wie die Armee auf Anfrage mitteilte. 

Im selben Zeitraum habe Israels Militär rund 12.000 Terrorziele im Libanon angegriffen, hieß es. Die Hisbollah gilt seit den intensiven Luftangriffen und einer von Israel Mitte September gestarteten Bodenoffensive inzwischen als angeschlagen. Ein Großteil ihrer Anführer wurde getötet. Insgesamt starben im Libanon durch Israels Gegenangriffe mehr als 3.000 Menschen. In beiden Ländern warten Zehntausende Menschen darauf, nach einem Ende der Kämpfe in ihre Wohnorte zurückkehren zu können. In Israel war die Rückkehr der aus dem Norden des Landes vor dem Beschuss geflohenen Bewohner erklärtes Kriegsziel.

Israels Armee: Jahrelanger Kampf gegen Irans Waffenschmuggel 

Der von der „Times of Israel“ zitierte Regierungsbeamte betonte, Israel akzeptiere zwar eine Einstellung der Feindseligkeiten, nicht aber ein Ende des Krieges gegen die Hisbollah-Miliz. Man wisse nicht, wie lange die Waffenruhe dauern werde. „Es könnte ein Monat sein, es könnte ein Jahr sein“, sagte der israelische Beamte der Zeitung. 

Die israelische Armee gewährte unterdessen erstmals einen genaueren Einblick in ihren jahrelangen Kampf gegen den Schmuggel von Waffen aus dem Iran zur Hisbollah-Miliz. Für den Schmuggel seien verdeckte Routen durch den Irak und Syrien in den Libanon eingerichtet worden. 

Dabei seien im Laufe der Jahre Tausende Lastwagen und Hunderte Flugzeuge eingesetzt worden, um Tausende Raketen und weitere Waffen in den Libanon zu bringen, mit denen Israel angegriffen werde. Die syrischen Behörden wirkten dabei stillschweigend mit. Israel habe diese Routen nicht erst in den vergangenen Monaten ins Visier genommen, sondern seit Jahren, erklärte die Armee. Israel werde auch in Zukunft gegen jeden Versuch des Irans vorgehen, Verbündete im Nahen Osten Waffen zu liefern. 

Bemühungen auch um Waffenruhe in Gaza 

Die USA als Israels wichtigster Verbündeter drängen seit Wochen auf eine Waffenruhe zwischen der Hisbollah und Israel. Ihr Vermittler Amos Hochstein war diese Woche für Verhandlungen erneut in den Libanon und nach Israel gereist. Derweil wird der Nahost-Koordinator des Weißen Hauses, Brett McGurk, heute in Saudi-Arabien erwartet. 

Dort will McGurk nach Angaben aus Washington darüber sprechen, wie ein mögliches Abkommen über eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz im Libanon als Katalysator für eine mögliche Waffenruhe auch im Gazastreifen sowie für mehr Stabilität in der Region genutzt werden kann. Die Beendigung des Gaza-Kriegs gilt als deutlich komplizierter, auch weil die Hamas noch immer aus Israel entführte Geiseln festhält. 

Haftbefehl gegen Netanjahu: G7 suchen weiter nach gemeinsamer Linie 

Derweil dürften sich die Außenminister der Gruppe sieben demokratischer Industrienationen (G7) am heutigen zweiten und letzten Tag ihres Treffens in Italien erneut mit dem vom Internationalen Strafgerichtshof erlassenen Haftbefehl gegen den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu beschäftigen. Die G7 suchen nach einer gemeinsamen Haltung dazu. Italien als Gastgeber des Treffens in der mittelitalienischen Kleinstadt Fiuggi bemüht sich um eine Formulierung, die alle sieben Staaten mittragen. 

Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) hatte den Haftbefehl gegen Netanjahu sowie dessen früheren Verteidigungsminister Joav Galant kürzlich wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Gaza-Krieg erlassen. Eigentlich sind alle Vertragsstaaten des Strafgerichtshofs dazu verpflichtet, die Haftbefehle zu vollstrecken. Mit Ausnahme der USA gehören alle G7-Staaten dazu. Dazu zählen neben den USA und Italien auch Kanada, Großbritannien, Japan, Frankreich und Deutschland.

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Gaza: Das Sterben hört nicht auf

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Nach mehr als 9 Monaten Krieg geht das Sterben und Töten im Gazastreifen unvermindert weiter.

Gaza (dpa, iz). Während im Gaza-Krieg die indirekten Verhandlungen über eine Waffenruhe und Freilassung von Geiseln in die nächste Runde gehen, dauert das Blutvergießen in dem abgeriegelten Küstengebiet an. Die IDF untersucht Medien zufolge Berichte, wonach Dutzende Zivilisten bei einem Luftangriff in Chan Junis im Süden getötet wurden.

Nach Darstellung der Gesundheitsbehörde im Gazastreifen griff die israelische Armee eine Schule in Chan Junis an. Mindestens 25 Menschen – nach anderen Angaben 29 – seien dabei getötet worden. Der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa zufolge hielten sich in dem Schulgebäude Vertriebene auf.

Verhandlungen zum Ende des Sterbens gehen weiter

Unterdessen sollen die indirekten Gespräche über eine Waffenruhe und Freilassung der Geiseln in der Gewalt der Hamas im Tausch gegen palästinensische Häftlinge in israelischen Gefängnissen heute in Doha weitergehen, nachdem zuvor Gespräche in Kairo stattgefunden hatten.

Ägyptische Berichte über bedeutende Fortschritte seien verfrüht, zitierte der israelische Sender Channel 12 eine ranghohe israelische Quelle. Es seien „schwierige und komplexe“ Verhandlungen. Es gebe aber Anstrengungen, um einen Durchbruch zu erzielen.

Tel Aviv bestreitet Räumung von Kliniken

Israels Militär bestritt Berichte der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa, die Armee habe Mediziner des Al-Ahli-Krankenhauses in der Stadt Gaza gezwungen, die Klinik zu schließen. Zwar seien Zivilisten als Vorsichtsmaßnahme aufgefordert worden, die Kampfgebiete zu verlassen.

Der Aufruf habe aber nicht für Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen gegolten. Die Armee habe Vertreter des palästinensischen Gesundheitssystems darüber informiert, dass es nicht nötig sei, Kliniken zu evakuieren.

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Sudan: Guterres ruft zu Waffenruhe im Ramadan 2024 auf

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Anfang nächster Woche beginnen Muslime einen Monat mit Gebet und Einkehr. Anlass für einen Appell des UNO-Generalsekretärs an den Sudan, endlich die Waffen schweigen zu lassen.

New York (KNA). Angesichts des anhaltenden Konflikts im Sudan hat UNO-Generalsekretär Antonio Guterres zu einer Waffenruhe im muslimischen Fastenmonat aufgerufen, der Anfang nächster Woche beginnt.

Guterres appelliert an Kriegsparteien

Er appelliere an alle Parteien, „die Werte des Ramadan zu ehren“ und Feindseligkeiten einzustellen, sagte Guterres am Donnerstag vor dem Weltsicherheitsrat in New York.

Die humanitäre Krise in dem islamisch geprägten Land, in dem rivalisierende Generäle seit elf Monaten um die Macht kämpfen, habe „kolossale Ausmaße angenommen“, so Guterres.

Frieden

Foto: Evan Schneider, UN Photo

Vermutlich weit mehr als 14.000 Menschen seien getötet worden, rund 25 Millionen – mehr als die Hälfte der Bevölkerung – auf Hilfe zum Überleben angewiesen.

Mit 6,3 Millionen Binnenvertriebenen seien innerhalb des Sudan so viele Menschen auf der Flucht wie nirgends sonst auf der Welt.

Warnung vor Destabilisierung in Afrika

Der UNO-Generalsekretär warnte den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, der Konflikt könne die ganze Region von der Sahelzone bis zum Horn von Afrika und zum Roten Meer destabilisieren.

Guterres äußerte sich beunruhigt über Aufrufe zur Bewaffnung der Zivilbevölkerung und die Mobilisierung der Bevölkerung in verschiedenen Bundesstaaten des Sudan.

Foto: UNHCR/Aristophane Ngargoune

„All diese gefährlichen Entwicklungen gießen Öl ins Feuer für eine noch stärkere Zersplitterung des Landes, eine Verschärfung der Spannungen innerhalb und zwischen den Gemeinschaften und mehr ethnische Gewalt“, so Guterres.

Es sei „Zeit, den Ruf nach Frieden lauter werden zu lassen“, betonte er unter Verweis auf den Ramadan.

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Ringen um Waffenruhe vor Ramadan

rüstung merz

Israels Regierungschef Netanjahu hält trotz laufender Verhandlungen an seinen Kriegsplänen fest. n Israel kommt es bei Protesten zu Chaos.

Tel Aviv/Gaza (dpa/IZ) Im Gaza-Krieg zwischen Israel und der Hamas ringen die Vermittlerstaaten um eine Einigung auf eine Waffenruhe, mit der eine drohende israelische Bodenoffensive in Rafah zumindest einstweilen abgewendet werden könnte. Das israelische Kriegskabinett beschloss am Samstagabend, in den kommenden Tagen eine Delegation zu weiteren Gesprächen nach Katar zu entsenden, meldete der gut vernetzte israelische Journalist Barak Ravid vom Nachrichtenportal „Axios“ im Anschluss an die Sitzung. Zuvor hatte ein wichtiges Treffen der Vermittler Ägypten, Katar und USA unter Beteiligung einer israelischen Delegation in Paris dazu beigetragen, die zuvor festgefahrenen Verhandlungen über eine Feuerpause und die Freilassung von Geiseln in der Gewalt der Hamas wieder in Gang zu bringen. Israelische Vertreter machten allerdings am Samstag deutlich, dass bis zu einer Einigung noch eine gute Wegstrecke zurückzulegen sei. 

Zusammenstöße in Israel bei Protesten gegen die Regierung Netanjahu 

Tausende Menschen demonstrierten am Samstagabend in mehreren israelischen Städten für die Freilassung der Geiseln und gegen die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Dabei kam es örtlichen Medienberichten zufolge zu Chaos und gewaltsamen Zusammenstößen von Regierungsgegnern mit der Polizei. In Tel Aviv versuchte eine Gruppe von Protestierenden, eine Schnellstraße zu blockieren. Die Polizei setzte in der Stadt Wasserwerfer und berittene Beamte ein, um die Demonstranten zu vertreiben. 21 Personen seien festgenommen worden, hieß es. Es habe Verletzte gegeben. Oppositionsführer Jair Lapid verurteilte das Vorgehen der Polizei. „Das gewaltsame Vorgehen der Polizei heute Abend gegen Demonstranten, darunter die Familien der Geiseln, ist gefährlich, antidemokratisch und darf nicht “, zitierten Medien aus einer Erklärung Lapids.

USA und Großbritannien bombardieren erneut Huthi-Stellungen im Jemen 

Unterdessen haben die Streitkräfte der USA und Großbritanniens in der Nacht zum Sonntag erneut Stellungen der Huthi-Miliz im Jemen angegriffen. Mit Unterstützung anderer Länder seien 18 Ziele der vom Iran unterstützten Miliz an acht Orten im Jemen attackiert worden, teilte das US-Verteidigungsministerium am Samstag (Ortszeit) in Washington mit. Die USA und Großbritannien reagierten damit auf die andauernden Angriffe der Huthi auf die Schifffahrt im Roten Meer. Zu den Zielen hätten unterirdische Waffenlager der Huthi, Raketenlager, Drohnen, Luftverteidigungssysteme und Radaranlagen gehört. Die Huthi agieren nach eigenen Angaben aus Solidarität mit der Hamas in Gaza und wollen mit dem Beschuss von Handelsschiffen ein Ende der israelischen Angriffe im Gazastreifen erzwingen. 

Netanjahu treibt Pläne für Militäroffensive in Rafah voran 

Israels Regierungschef Netanjahu will trotz der laufenden Verhandlungen über eine Waffenruhe die Pläne für eine Militäroffensive in Rafah im Süden Gazas, zügig auf den Weg bringen. Er werde zu Wochenbeginn das Kabinett einberufen, um den Einsatzplan genehmigen zu lassen, teilte er am Samstagabend auf X mit. Der Plan werde auch die Evakuierung der Zivilisten einschließen. Die Arbeitswoche beginnt in Israel am Sonntag. International wird die geplante Offensive heftig kritisiert. Selbst Verbündete wie die USA rufen Israel zur Zurückhaltung auf, weil in Rafah 1,5 Millionen Palästinenser auf engstem Raum und unter elenden Umständen Schutz vor den Kämpfen in den anderen Teilen des abgeriegelten Küstengebiets suchen. „Nur eine Kombination aus militärischem Druck und hart geführten Verhandlungen wird zur Freilassung unserer Geiseln, zur Eliminierung der Hamas und zur Verwirklichung aller Kriegsziele führen“, schrieb indes Netanjahu. 

Ringen um Einigung auf Waffenruhe vor Ramadan 

Eine israelische Delegation hatte zuvor in Paris Vertreter der in dem Krieg zwischen Israel und der Hamas vermittelnden Staaten Ägypten, Katar und den USA getroffen. Dabei soll es Berichten zufolge „bedeutende Fortschritte“ gegeben haben. Die Gespräche seien „sehr gut“ gelaufen, meldete die israelische Zeitung „Haaretz“ am Samstag unter Berufung auf nicht näher genannte Personen, die mit den Einzelheiten des Treffens vertraut sein sollen. Noch vor Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan könne eine Einigung erzielt werden, wurde ein ausländischer Diplomat zitiert. Der Ramadan beginnt in diesem Jahr um den 10. März. Die größte Herausforderung für die Vermittler bestehe darin, eine Vereinbarung zu erzielen, die einerseits die Hamas davon überzeuge, dass nach einer humanitären Feuerpause ein dauerhafter Waffenstillstand möglich sei. Und die gleichzeitig Israel ermögliche, „eine solche Verpflichtung zu vermeiden“, schrieb das „Wall Street Journal“. 

„Der israelische Regierungschef will die ständige militärische Kontrolle über das Gebiet, die zivile Kontrolle soll lokalen Beamten übergeben werden. Faktisch ist das eine neuerliche Besetzung durch Israel. Einer Zweistaatenlösung erteilt Netanjahu eine Absage. Zudem ist eine Pufferzone vorgesehen, die den Gazastreifen für die 2,3 Millionen Palästinenser verkleinert. 

Dieser Plan steht in direkter Opposition zu dem, was die Amerikaner für einen künftigen Frieden im Nahen Osten anvisieren: keine permanente Besetzung Gazas durch Israel, eine revitalisierte Palästinensische Autonomiebehörde, die die Zügel in Gaza in die Hand nehmen soll, damit der Grundstein für einen palästinensischen Staat gelegt werden kann. Es scheint, als ob es Netanjahu darauf angelegt hätte, US-Präsident Joe Biden zu desavouieren. 

Doch wieso tut er das? Vielleicht spekuliert er, dass bald Donald Trump die Macht übernimmt in den USA und ihm bei den Palästinensern freie Hand lässt. Vielleicht hat sich aber auch sein Blick so verengt, dass für ihn nur noch zählt, was ihn länger an der Macht hält: Krieg. Wie auch immer. Netanjahus Pläne sind keine guten Aussichten für die Zukunft – weder für Gaza noch für Israel.“ 

NZZ am Sonntag

Bericht: Hamas hält an Forderung nach Ende der Kämpfe fest 

Eine israelische Delegation mit begrenztem Mandat solle nun in Katar Fragen technischer Art, zum Beispiel zur Menge der Hilfsgüter für den Gazastreifen, besprechen, berichtete der bekannte israelische Journalist Ravid am späten Samstagabend auf der Plattform X und berief sich auf israelische Quellen. Die in Paris erzielten Fortschritte erlaubten jetzt Verhandlungen über Einzelheiten des Deals, schrieb die „Jerusalem Post“ unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Personen. Gemeint ist etwa die Anzahl der palästinensischen Häftlinge, die im Gegenzug für die aus Israel entführten Geiseln freigelassen werden könnten. Zunächst müssten die Vermittler aber die Hamas dazu bringen, dem neuen Gerüst für einen Deal zuzustimmen, hieß es. Die israelische Nachrichtenseite „Ynet“ berichtete am Samstagabend unter Berufung auf den Medienberater von Hamas-Chef Ismail Hanija, dass die Hamas weiterhin das Ende des Krieges und den Abzug der israelischen Armee fordere. Man habe noch nicht das Stadium erreicht, über einen Gefangenenaustausch zu sprechen.

Während einer von Katar vermittelten einwöchigen Feuerpause im vergangenen November waren im Rahmen eines Abkommens zwischen Israel und der Hamas 105 Geiseln im Gegenzug für 240 palästinensische Häftlinge freigelassen worden. Derzeit befinden sich noch rund 130 Geiseln in der Gewalt der Hamas im Gazastreifen.

Lesen Sie hierzu auch: https://islamic-times.com/chief-prosecutor-khan-warning-to-hamas-israel/