Deutsche Medien im Nahostkrieg: Ein kritischer Blick am Beispiel der Berichterstattung über Angriffe auf Krankenhäuser in Gaza.
(iz). Nach einem Jahr Krieg liegt das Gesundheitssystem im Gazastreifen in Trümmern. Mitverantwortlich sind auch Medien, die unkritisch die Propaganda der israelischen Armee verbreiten.
„Hamas-Zentrale unter Krankenhaus entdeckt.“ Schlagzeilen wie diese waren vor einem Jahr in vielen deutschen Medien zu lesen. Gemeint war die Al-Shifa-Klinik in Gaza-Stadt, damals das größte Krankenhaus des Küstenstreifens. In der Tagesschau und in den Heute-Nachrichten erläuterten Sprecher der israelischen Armee anhand eines 3D-Modells die Details der angeblich unterirdischen Hamas-Anlage. Die BILD titelte: „Die Terror-Klinik ist enttarnt.“
Ein Jahr später liegt nicht nur die Al Shifa-Klinik in Trümmern, sondern das gesamte Gesundheitssystem des Gazastreifens. Und mit ihm die Glaubwürdigkeit jener deutschen Medien, die kritiklos die Propaganda der israelischen Armee verbreiteten, damit dazu beitrugen Krankenhäuser und andere schützenswerte Orte als legitime Angriffsziele zu markieren und es in vielen Fällen bis heute tun.
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