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Allahs Zeichen und das Skalpell des Menschen

allahs zeichen skalpell wissenschaft

Allahs Zeichen und das Skalpell des Menschen: Essay zur Neuausrichtung der islamischen Wissenschaftspraxis jenseits der positivistischen Perspektive. (Traversing Tradition). Die moderne Vorstellung von einem islamischen „Goldenen Zeitalter“ ist ein schillerndes, […]

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Barmherzigkeit: ein wichtiger Aspekt unserer Lebenspraxis

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Allah ist barmherzig und Sein Gesandter der Prophet der Barmherzigkeit. (iz). Die explizite Beziehung zwischen den Wörtern Islam und Salam (Frieden, Unversehrtheit) wurde in den letzten Jahren häufig hervorgehoben. Es […]

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Das Theodizeeproblem: Warum lässt Gott Ungerechtigkeit zu?

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Kennen Muslime ein Theodizeeproblem? Dr. Cemil Şahinöz formuliert islamische Antworten auf eine Frage, die nicht trivial ist. Vorweg eine kurze, bekannte Erzählung, welches die Thematik gut wiedergibt: Ein Friseur schnitt […]

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Hadsch – unser Leben ist eine Reise zu Allah

hadsch

Die Pilgerfahrt (Hadsch) steht für neue Anfänge. Wer sie erfolgreich abschließt, kehrt in spiritueller Hinsicht frei von allen vorherigen falschen Handlungen heim.

(Zaytuna Institute). Während der gesegneten ersten zehn Tage das Monats Dhu’l-Hidscha ereignet sich die große Pilgerfahrt nach Mekka, die Hadsch. Millionen Muslime sind nach Mekka und seine Umgebung gekommen sein, um die alten Rituale zu wiederholen, die im Zusammenhang mit dem Propheten Ibrahim, Friede sei mit ihm, stehen.

Schaban Monate

Foto: Mongkolchon Akesin, Shutterstock

Hadsch als Bestandteil des islamischen Kalenders

Die Berechnung der Pilgerfahrt basiert auf dem Mondkalender. Sie ist ein kulminierender Augenblick, aber auch das Signal für einen Neuanfang. Sie ist der besiegelnde Moment im jährlichen Ablauf der Rituale, die das ­Leben eines Muslims bestimmen.

Beginnend mit dem Fasten am ‘Aschura-Tag (am zehnten Tag des ersten Monats, Muharram) setzt sich der „spirituelle Kalender“ im Rabi’ Al-Awwal fort. Hier ereignete sich die Geburt des Propheten Muhammad, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben. Der Reflexion dieses Tages folgt das freiwillige Fasten im Radschab. Das ist auch die Phase, in welcher wir der Nachtreise und der Himmelfahrt des Gesandten Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, gedenken.

Auf diesen folgt der ebenfalls gesegnete Scha’ban. Auch hier ist eine freiwillige Enthaltsamkeit angeraten. Seine 15. Nacht ist eine der Augenblicke des Jahres, die sich besonders für intensive Anbetung und die Anrufung Allahs eignet.

Auf ihn folgt der gesegnete Ramadan, die Zeit des einmonatigen Fastens und der nächtlichen Anbetung. Ramadan macht Platz für den Schawwal, in dem die Vorbereitungen für die Hadsch beginnen. In ihm wird ein sechstägiges Fasten, am besten in Folge, nahegelegt.

Während des kommenden Dhu’l-Qada setzen sich die Vorbereitungen für die große Pilgerfahrt fort. Die ersten zehn Tage des Hadschmonats wurden auch als die tugendhaftesten Tage des Jahres beschrieben.

Foto: Kursat Bayhan, Shutterstock

Der Tag von ‘Arafat

Dann sind Fasten, Bittgebete, Dhikr und andere Handlungen der Anbetung besonders angeraten. Der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Es gibt keine Tage, in denen rechtschaffene Taten mehr Tugend besitzen als diese zehn Tage.“

In diese Phase fällt der Tag von ’Arafat, der neunte Tag von Dhu’l-Hidscha. Über ihn unterwies uns der Gesandte ­Allahs: „Es gibt bei Allah keinen einzelnen Tag, der tugendhafter ist als der Tag von ’Arafat.“

Sein Rang manifestiert sich selbst in der Schwere von Gottes Verzeihung währenddessen. Zusätzlich gibt es Vergebung für jene, die dann fasten. „Es gibt keinen Tag, an dem Allah Seine Diener mehr vom Höllenfeuer befreit als am Tag von ’Arafat.“

Diese Momente dienen als Meilensteine für die Diener auf ihrem Weg zu ­Allah. Der Ablauf eines jeden Jahres wird durch die Hadsch markiert. Sie dient als Erinnerung für uns, dass wir uns unserem Schicksal angenähert haben. Allah sagt darüber: „(…) nehmt ausreichend Versorgung. Und die beste Versorgung ist Rechtschaffenheit.“ (Al-Baqara, 197)

Allah erinnert uns daran, dass dieser Lebensweg einzigartigen Proviant benötigt. Und dass die Hadsch ein Symbol ist, die uns an diese größere Reise gemahnt.

Hadsch Mina

Foto: Library of Congress, Public Domain

Die Pilgerfahrt steht für neue Anfänge

Wie erwähnt steht die große Pilgerfahrt für neue Anfänge. Wer sie erfolgreich abschließt, kehrt in spiritueller Hinsicht frei von allen vorherigen falschen Handlungen heim. Das basiert auch auf den prophetischen Worten: „Wer die Pilgerfahrt nach Mekka verrichtet, frei von irgendeiner unzüchtigen oder verkommenen Handlung, lässt seine falschen Handlung zurück und kehrt im Zustand der Reinheit zurück, in der er sich befand, als seine Mutter ihn zur Welt brachte.“

Nach Abschluss wissen wir, dass uns das neue Jahr bevorsteht. Diese Erkenntnis ermutigt uns, innezuhalten und nachzudenken – über unsere Leistungen und Mängel des vergangenen Jahres. Es ist eine gute Gelegenheit, Allah für das Erreichte zu danken und gleichzeitig zu verstehen, was zu unseren Schwächen führte.

Diejenigen, die mit einer erfolgreichen Hadsch gesegnet wurden, erkennen so, dass sie eine der wesentlichen Vorbereitungen für ein neues Leben geleistet haben: das Jenseitige. Daran erinnerte uns der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben: „Eine angenomme Hadsch ist besser als die Welt und was in ihr ist. Die passende Belohnung für eine angenommene Hadsch ist nichts anderes als das Paradies.“

Es ist passend, dass ein solch mächtiges Ereignis ein gleichnamiges Kapitel im Qur’an erhalten hat. Ich würde gerne über zwei Verse dieser Sure reflektieren. Im ersten spricht Allah den Propheten Ibrahim, Friede sei mit ihm, an: „Und rufe unter den Menschen die Pilgerfahrt aus, so werden sie zu dir kommen zu Fuß und auf vielen hageren Reittieren, hager gemacht durch die lange Reise. Aus jedem entfernten Ort kommend.“ (Al-Hajj, 27)

Er wird aufgefordert, der Menschheit zu erklären, dass Allah ein geheiligtes Haus etabliert hat. Sie müssen eine ­Pilgerreise zu ihrem Besuch unternehmen. Diese gewaltige Ankündigung übersteigt Zeit und Raum. Als er den Befehl erhält, sagte Ibrahim: „Wie kann ich das der ganzen Menschheit erklären, wenn meine Stimme sie nicht erreicht.“ Allah entgegnete: „Du wirst den Aufruf machen und Ich werde ihn der Menschheit überbringen.“

Es wurde überliefert, dass Allah ein Absenken der Berge veranlasste. Ibrahims Stimme erreichte alle Ecken der Welt. Und er wurde von jedem gehört, dem die Pilgerfahrt bestimmt war. Dieser Aufruf hat die fernsten Enden der Erde erreicht. Denn wir bezeugen jährlich die große Versammlung der Hadsch. Und die Leute kommen aus allen vier Himmelsrichtungen.

Foto: Afif Ramdhasuma

Das große Treffen

Dieses große Treffen zeigt uns das wahre Potenzial der Menschheit. Frieden und Brüderlichkeit sind möglich, die wir während der Hadsch bezeugen können. Schwarz und Weiß, Reich und Arm – alle kommen in einer Situation zusammen, in der die Unterschiede von Rasse, Ethnie sowie sozialer und ökonomischer Klasse beiseite geschoben werden.

Gleichzeitig tritt der Vorrang der gemeinsamen Sehnsucht nach Allah selbst in den Vordergrund. Dieses schöne Bild der Demut vor Gott ist passend. Denn der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, unterrichtete uns: „Allah betrachtet nicht eure körperliche Form, noch euren Reichtum. Vielmehr wertet Er eure Herzen und eure Taten.“

Auch wenn dieser friedliche Zustand nur wenige Tage dauert und nur zwei bis drei Millionen Menschen betrifft, zeigt er uns, dass wahre Brüderlichkeit möglich ist. Unsere Herausforderung liegt im Finden von Wegen, wie wir dies erweitern können. Eines der größten Mittel dafür besteht in der Erinnerung der Wichtigkeit, Allah in unserem Leben allem anderen voranzustellen.

Der wahre Geist des Din wird Frieden steigern. Um diesen jedoch zu erreichen, müssen wir unser Verlangen unterdrücken, unsere religiösen Lehren zur Rechtfertigung unserer weltlichen Leidenschaft zu benutzen.

Unsere Wünsche nach Reichtum, Macht, Herrschaft und Status sind vielleicht die größten grundlegenden Auslöser für unsere Neigung zum Krieg. Oft wird diese Leidenschaft im Namen von Religion gerechtfertigt. Jedoch führt wahre Religion ihren Besitzer zu einer spirituellen Pilgerfahrt: einer Hadsch zu unserem Herrn.

Um diese Reise erfolgreich zu vollenden, braucht man wahrlich einen umfassenden Vorrat an Gottesfurcht. Eine wirkliche Reise zu Gott, wie die Hadsch, würde die bestehenden Unterschiede zusammen mit dem leidenschaftlichen Wettstreit für Vormacht unterwerfen. Ein tieferes Verständnis der prophetischen Rechtleitung macht Religion zu einer Heilung und nicht zu einer Ursache für Krieg.

Wir stehen an einer Wegscheide

Heute steht die Menschheit definitiv an einer Wegscheide. Um weitergehen zu können, müssen wir entweder die hohen Ideale aufrechterhalten, mit denen Allah die Propheten sandte. Oder wir geben dieses Erbe auf und schreiten auf einem Pfad weiter, der uns von Gott in irgendeiner bedeutenden Weise trennt. Wie alle Indikatoren zeigen, führt dieser Weg in unsere kollektive Zerstörung.

Der aufmerksame Leser wird feststellen, dass meine Worte im offenen Widerspruch dazu stehen, was viele Atheisten vertreten. Sie behaupten, unser Überleben hänge von der Trennung von „irrationaler Fiktion“ wie Religion ab. Ein Scheitern führe demnach zu einer unerträglich blutigen Zukunft. Ich halte dem entgegen, dass nicht Religion, sondern „atheistische“ Kriege und die Säuberungsaktionen des letzten Jahrhunderts für das Abschlachten von Millionen verantwortlich waren.

Lenin, Stalin, Mao und Pol Pot, die insgesamt weit über fünfzig Millionen Menschen töteten – und ihre Bewegungen waren insgesamt atheistisch. Gleichfalls haben die intellektuellen Grundlagen des Faschismus wenig mit traditioneller Religion zu tun. Vielmehr folgen sie sehr oft säkularen oder offen atheistischen Philosophen.

Diese trugen direkt oder indirekt zu Ideen bei, die zum megalomanischen Massaker durch die Regime von Mussolini und Hitler beitrugen. Wir könnten hinzufügen, dass die Reihe von Kriegen, Invasionen und militärischen Interventionen der Vereinigten Staaten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch nicht durch religiöse Betrachtungen angetrieben waren.

Die „aufgeklärte“ und entfremdete Wissenschaftslogik und -methodik, für die viele Atheisten angeblich stehen, dient als Basis des gegenwärtigen moralischen und ethischen Systems. Das ist die eigentliche Logik und Methodik, die zur Schaffung der Wasserstoffbombe, Napalm, weißem Phospor, „Daisy Cuttern“ und anderen Instrumenten der Massenvernichtung führte.

Entwickelt und effektiv eingesetzt durch die progressiven Söhne des menschlichen Verstandes. Im Lichte der jüngsten Geschichte klingen die lauter werdenden Rufe nach einem glaubenslosen Ansatz – als beste Chance für eine Überwindung der wachsenden Hindernisse auf dem Weg des menschlichen Fortschritts – sehr hohl.

Foto: zakat.org

Religiöse Lösungen sind möglich

Die Hadsch zeigt, dass religiöse Lösungen für unsere Probleme möglich sind. Frieden ist machbar durch Allah – und Brüderlichkeit. Diese Möglichkeit muss allen Menschen erklärt werden. Jedoch liegt es an uns Muslimen, ein attraktives und lebendiges Modell zu schaffen. Das, was wir heute erstreben und verkörpern müssen ist das Beste unseres ethischen Systems. Und wir müssen uns auf eine spirituelle Pilgerfahrt begeben, wie wir es mit den Riten der Hadsch tun.

In einem anderen Vers zur Pilgerfahrt heißt es: „Und müht euch für Allah ab, wie der wahre Einsatz für Ihn sein soll. Er hat euch erwählt und euch in der Religion keine Bedrängnis auferlegt, dem Glaubensbekenntnis eures Vaters Ibrahim: Er hat euch Muslime genannt, zuvor und in diesem (Qur’an), damit der Gesandte Zeuge über euch sei und ihr Zeugen über die Menschen seid. So etabliert das Gebet, zahlt die Zakat und haltet an Allah fest. Er ist euer Schutzherr. Wie trefflich ist doch der Schutzherr, und wie trefflich ist der Helfer!“ (Al-Hadsch, 78)

Ich möchte mich auf eine kleine Passage aus diesem viel längeren Vers beziehen: „(…) dem Glaubensbekenntnis eures Vaters Ibrahim.“ Sie erinnert uns daran, dass der Islam kein neuer Din ist. Er beruht auf den Fundamenten, die von Ibrahim gelegt wurden. Daher wurzelt der Glaube und die Praxis der Muslime tief im reichen Boden des prophetischen Erbes.

Über die strikte Einheit sagt Allah im Qur’an: „Und Wir haben zu jeder Gemeinschaft einen Gesandten entsandt: ‘Dient Allah und meidet die falschen Götter.’“ (An-Nahl, 36)

Gleichermaßen reichen die Handlungen der Muslime bis vor den Propheten Muhammad, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, zurück. Wobei einige Besonderheiten dieser Handlungen auf die eine oder andere Weise verändert wurden. So etablierte Ibrahim die Hadsch. Und wir wissen, dass das rituelle Pflichtgeben und die verpflichtende Wohlstandsabgabe Zakat vom Propheten Jesus praktiziert wurden. Auch war das Fasten bei den früheren Gemeinschaften bekannt.

Daher sollten die Muslime ihren Din nicht als etwas Neuartiges begreifen. Vielmehr ist er eine Kulminierung der prophetischen Lehren, die mit Ibrahim begannen. Sie sollten ihre spirituellen Bemühungen auch als eine Bewahrung derselben verstehen. Wenn diese verloren gehen, verschwindet ein großer und nicht zu ersetzender Teil unseres menschlichen Erbes.

Daran festzuhalten, in einer Zeit des großen Angriffes, benötigt den Mut Ibrahims. In seiner Jugend hatte er den Mut, den Götzendienst seines Volkes herauszufordern. Indem er ihre Idole zerstörte, konnte er die wertlose Natur ihrer Weltanschauung bloßzulegen.

Wenn aus den obigen Gründen das 20. Jahrhundert als das „Jahrhundert des Massenmordes“ bezeichnet werden kann, so kann es auch „das Jahrhundert des Selbst“ genannt werden. Der wütende Egoismus und Narzissmus, der durch die Anbetung des Selbst entfesselt wurde, hat unzählige Menschen von Allah hinweggeführt.

Das größte Mittel zur Zerschlagung dieses Idols ist guter Charakter. Denn er wird immer zu einem Engagement für andere führen. Auch in dieser Hinsicht dient Ibrahim als Vorbild. Er wurde als ein „eigenes Volk“ beschrieben. Eine der Bedeutungen dieser Aussage ist, dass sich in ihm die guten Charaktereigenschaften fanden, die normalerweise unter allen Mitgliedern eines Volkes verteilt sind.

Er verkörperte Mut, Nachsicht, Treue gegenüber den Eltern, Dankbarkeit gegenüber Allah, Annahme Seiner Befehle, Anbetung, Weisheit in der Bezeugung von Wahrheit und Opferbereitschaft für zukünftige Generationen.

All jene Eigenschaften werden gebraucht in unserem Bemühen zur Vertiefung unseres Dienstes an Allah und Seiner Schöpfung. Ein freier Geist, ein umfassender Charakter und Tiefe unseres Glaubens bereiten die Versorgung, die für die Bewahrung unserer Menschenwürde nötig ist. Jeder von uns kann dieses Potenzial von Ibrahim anzapfen. Und er muss den Mut dafür in sich finden, will er einen bedeutsamen und gesunden Beitrag für unsere gemeinsame Zukunft leisten.

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Taqwa – was ist das eigentlich?

hadsch reise taqwa muslime hajj

Taqwa ist ein Schlüssel zur islamischen Lebenspraxis und eine unverzichtbare Eigenschaft. Heutige Übersetzungen wie „Gottesfurcht“ werden ihr kaum gerecht.

(iz). Jede Woche, bei jeder Freitagspredigt, werden die Leute daran erinnert, Taqwa zu haben. Kein besserer Rat könnte einer Frau oder einem Mann gegeben werden.

Denn diese Anweisung Allahs gilt für alle, die jemals auf der Erde gingen. Er sagt in Seinem Edlen Buch: „Und Wir haben bereits denjenigen, denen vor euch die Schrift gegeben wurde, und euch anbefohlen: Fürchtet Allah!“ (An-Nisa, Sure 4, 131)

Dies ist der erste Befehl, den ein jeder Prophet seinem Volk geben musste. Er edelt den Menschen und erhebt ihn über seine Zeitgenossen. Der Prophet sagte: „Wenn ihr der edelste unter den Menschen sein wollt, habt Taqwa vor Allah.“ Und Allah sagt: „Gewiss, der Geehrteste von euch bei Allah ist der Gottesfürchtigste.“ (Al-Hujurat, Sure 49, 13)

Was aber ist diese Taqwa, auf die so viel Wert gelegt wird? Um welche Eigenschaft handelt es sich dabei? Zumeist wird sie als „Gottesfurcht“ übersetzt. Diese ist tatsächlich ein zentraler Bestandteil.

Aber Furcht vor Allah ist keine paralysierende Angst, sondern ein aktivierender Antrieb. Sie lässt keinerlei Raum für Faulheit oder Untätigkeit. Denn Allah zu fürchten heißt, Ihn zu kennen. Allah sagt hierzu: „Nur diejenigen unter Seinen Dienern mit Wissen fürchten Allah.“ (Fatir, Sure 35, 28)

Kenntnis von unserem Herrn bedeutet, dass wir Ihn durch Seine Namen und Seine Eigenschaften kennen. Wir wissen, dass Er uns erschaffen hat und uns Rechtleitung und Gesandte schickte.

Wir wissen, dass Er der einzige Richter ist und dass Ihm alle Attribute der Herrschaft gehören sowie die der Gnade und der Schönheit. Bei Ihm ist alle Macht. Er bestimmt, was ist und was sein wird.

Unser Schicksal und unsere letzte Heimstätte liegen in Seinen Händen. Und Er hat keine Verpflichtungen uns gegenüber. Wir können nicht annehmen, dass wir sicher sind und dass uns ein Platz in Seiner Zufriedenheit gewiss ist.

Tatsächlich benötigen wir Furcht (arab. khauf), die durch Hoffnung (arab. raja) balanciert wird. Denn Furcht ohne Hoffnung ist Verzweiflung. Sie lässt uns aufmerksam bleiben, macht uns vorsichtig und achtsam in allem, was wir tun. Menschen, die mit gefährlichen Tieren umgehen, werden bestätigen, dass ein gewisses Maß an permanenter Furcht und Respekt nötig sind. Verliert man sie, wird man rücksichtslos und es kommt zu Unfällen.

Das gilt umso mehr mit einem Herrn, der vollkommene Macht über uns hat. Sobald Nachlässigkeit zuschlägt und wir unsere Furcht verlieren, befinden wir uns in größter Gefahr. Allah sagt in einem Hadith Qudsi:

„Bei Meiner Macht, keiner Meiner Diener wird zwei Befürchtungen oder zwei Gefühle der Sicherheit verbinden. Wenn er Mich in dieser Welt fürchtet, dann lasse Ich ihn sich sicher fühlen am Tag der Auferstehung, aber wenn Er sich vor Mir in dieser Welt sicher fühlt, dann fülle Ich ihn am Tag der Auferstehung mit Furcht an.“

Die einzige Sache, die uns am Erfolg hindert, ist Angst vor der Schöpfung. Sie ist das Gegenteil der Gottesfurcht, denn unser spirituelles Zentrum kann nicht Heimstätte von beidem sein. Und der Mensch kann nicht zwei Herzen in seiner Brust haben.

Daher sollten wir Taqwa wählen. Die Furcht, die zu Handlungen führt. Sie veranlasst eine Person, Vorkehrungen zu treffen, und Schritte einzuleiten, die sie und ihre Zukunft schützen.

In einem Gleichnis von ’Umar ibn Al-Khattab heißt es, das Leben sei ein Pfad voller Brombeersträucher und Dornen. Um zu verhindern, dass sie uns kratzen oder die Kleidung aufreißen, sollten wir gewissenhaft gehen und unsere Hosenbeine aufrollen.

Dieser Akt ist die Essenz der Taqwa. Jene Vorsicht ist es, die wir auf dem Weg von Allah praktizieren müssen. Wir müssen meiden, was Ihm missfällt, und tun, was Ihm gefällt. Dieser Pfad ist stellvertretend für das Leben. Und so sollte Taqwa unser permanenter Gefährte sein.

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Wie Allahs Offenbarung bewahrt wurde

qur'an

Im Vergleich zu allen anderen heiligen Schriften ist die Offenbarung sowohl in den Herzen der Muslime als auch in seinen schriftlichen Abschriften (arab, mushaf) am besten erhalten. (Yaqeen Institut). Im […]

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Allah schwört im Qur’an auf die Zeit und verweist auf ihre Bedeutung

zeit

Zeit ist ein Geschenk – die Augenblicke, die Stunden, die Tage, die Jahre, aus denen unser Leben besteht. Zu viele von uns betrachten sie als gegeben.

(iz). Allah hat uns ein wunderbares und wertvolles Geschenk gegeben und trotzdem behandeln wir es oft herablassend und erkennen weder seinen Wert, noch seine Bedeutung. Allah erinnert uns mehrfach an Seine Gabe und doch schenken wir dem oft zu wenig Beachtung. Wiederholt sagt Er uns, wie es am besten eingesetzt wird und doch verschwenden und vergeuden wir es.

Dieses Geschenk ist Zeit – die Augenblicke, die Stunden, die Tage, die Jahre, aus denen unser Leben besteht. Zu viele von uns betrachten sie als gegeben, verkennen ihren Wert und begreifen nicht, wie wichtig es ist, sie sinnvoll zu nutzen.

Der Wert von Zeit wird aus dem Qur’an ersichtlich, denn sie ist eines der Dinge, bei denen Allah selbst schwört. So sagt Er „beim späten Nachmittag; wahrlich, der Mensch befindet sich im Verlust“ (Al-’Asr, 1), „bei der Nacht, wenn sie verhüllt und beim Tag, wenn er enthüllt“ (Al-Lail, 1-2) und „bei der Morgendämmerung und zehn Nächten“ (Al-Fadschr, 1-2).

Foto: Sondem, Adobe Stock

Ein Schwur bei der Zeit unterstreicht ihre Bedeutung

Wenn Allah eine Sache in einem Schwur erwähnt, tut Er dies, um die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf ihre Wichtigkeit zu lenken, und sie zum Nachden­ken anzuregen. Allah tut dies nicht leichthin. Also beleuchtet der Fakt, dass Zeit in ihren verschiedenen Aspekten der Gegenstand von Allahs Schwüren ist, ihre Bedeutung für uns und wie wir unseren Alltag bestreiten.

Die Lebensweise des Gesandten Allahs und seiner Gefährten bestätigt ebenfalls die Wichtigkeit der Zeit für das menschliche Wesen. Mu’adh ibn Dschabal berichtete, dass der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, ­sagte: „Ein Sklave Allahs wird am Tag der Auferstehung stehen, bis er über vier Dinge befragt wurde: Seine Lebenszeit und wie er sie genutzt hat, seine Jugend und wie er sie verbracht hat, seinen Besitz, wie er diesen erworben und wie er ihn ausge­geben hat sowie sein Wissen und ­welchen Nutzen er daraus gezogen hat.“

Von Ibn ‘Umar wird berichtet, dass er sagte: „Wenn Abend ist, wartet nicht auf den Morgen. Und wenn Morgen ist, erwartet nicht den Abend. Nehmt von eurer Gesundheit für den Moment, an dem ihr krank seid. Und nehmt von eurem Leben, wenn ihr tot seid.“ Mit anderen Worten: Nutzt die Zeit, in der ihr jetzt lebt und verschiebt die Dinge nicht auf später.

Einige der Leute des Wissens gingen weiter, um die enorme Bedeutung der Zeit zu erklären. Dazu gehört Al-Hasan Al-Basri, der große Tabi’i [Angehöriger der Generation nach den Prophetengefährten] und Mann Allahs: „Oh Sohn Adams, du bist nichts als eine Ansamm­lung von Tagen. Jedes Mal, wenn ein Tag vergeht, geht ein Stück von dir mit.“

Die Augenblicke sind endlich

Und diese Tage und Augenblicke, aus denen wir bestehen, sind endlich. Es gibt von ihnen nur eine beschränkte Anzahl, die uns zur Verfügung stehen. Wir können es uns nicht leisten, einen einzigen leer und nicht ausgefüllt verstreichen zu lassen. Jeder vorbeiziehende Moment ist verschwunden und kann niemals zurück­gebracht werden. Eine andere Aussage von Al-Hasan Al-Basri macht dies noch verständlicher: „Jeder dämmernde Tag ruft aus: ‘Oh, Sohn Adams! Nimm Versorgung von mir. Wenn ich weg bin, werde ich bis zum Tag der Auferstehung niemals wieder zurückkehren.’“

Und wer weiß schon, wie viele ­weitere solcher Tage man noch haben wird. Es gibt niemanden unter uns, der mit Sicherheit sagen könnte, dass er morgen noch hier sein wird; ganz zu schweigen vom nächsten Jahr. Kein Mensch weiß, wann und wo er sterben wird. Dieses Wissen ist Allahs und gehört Ihm ­allein. Allah sagt im Qur’an: „Niemand weiß, was er morgen erwerben wird, und niemand weiß, in welchem Land er sterben wird. Gewiss, Allah ist Allwissend und Allkundig.“ (Luqman, 34)

gemeinschaft muslime handlung

Nutze den Augenblick

Die Römer hatten das Motto: „Carpe Diem (Nutze den Tag!)“ Wir sagen: „Nut­ze den Augenblick!“ Wir sollten keine einzige Sekunde verstreichen lassen, ohne sie im vollsten Maße auszunutzen. Stellen wir uns vor, wie säßen in der Schule oder der Universität in einer Prüfung. Denken wir an das Gefühl von Dringlichkeit und Unmittelbarkeit, die wir in jedem Augenblick dieser Prüfung verspürten. Allah prüft uns; egal, ob wir bestehen oder scheitern. Unsere Ergebnisse werden uns in unseren Büchern am Tag der Auferstehung vorgelegt.

Aber bei diesem Examen geht es nicht nur um einen Job oder ein Stück Papier. Nein, es handelt sich dabei um unser ewiges Schicksal, unser Jenseits in der dauerhaften Heimstätte. Es gibt keine Nachprüfung. Es gibt keine zweite Chance. Wenn wir also so viel Dringlichkeit ange­sichts einer so kleinen Sache an den Tag legen, wie groß sollte dann unser Druck sein, den wir in der Zeit verspüren, die wir für das beste Ergebnis aufwenden, auf das ein Mensch hoffen kann?

Mu’adh ibn Dschabal berichtete, wie der Prophet sagte: „Es gibt nichts, was die Leute des Gartens so sehr bereuen werden, wie die von ihnen verschwende­te Zeit, in der sie sich nicht an Allah erinnerten.“ Es gibt viele Wege zum Ausfüllen unserer Zeit, die zu korrekten Antworten auf diese Prüfung führen, aber die meisten kreisen um eine Sache: Dhikrullah – die Erinnerung an Allah in ­allen Dingen und eine Arbeit, die auf das Jenseits ausgerichtet ist. Dies heißt nicht, dass wir nicht arbeiten, essen oder schlafen sollten. Aber es heißt, dass wir diese Dinge in Seinem Namen tun und zur Erlangung Seines Wohlgefallens machen.

Es heißt sicherzustellen, dass alle Tätigkeiten korrekt und in Übereinstimmung mit dem Qur’an und der Sunna sind. Es bedeutet, jeden Augenblick unserer Zeit zu nutzen, keine „Zeit totzuschlagen“ oder sie zu verschwenden, indem wir nichts tun. Verfügt man über freie Zeit, gilt es den Segen darin zu ­erkennen und ihn im vollsten Maße auszufüllen.

Der folgende Satz des Gesandten Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, wurde von Ibn ‘Abbas überliefert: „Es gibt zwei Segnungen ­Allahs, die viele Leute als gegeben betrachten: Gesundheit und freie Zeit.“ Und ‘Umar ibn Al-Khattab sagte: „Prüft euch selbst, bevor ihr geprüft werdet.“ Es ist wichtig, sich zum Ende eines ­jeden Tages die Zeit zu nehmen, um sich zu vergewissern, wie gut man seine Zeit verbracht hatte und dann diese Information zu nutzen, um die eigene Zeit am nächsten Tag effizienter zu handhaben. Allah selbst betonte dies im Qur’an: „Oh, die ihr glaubt, fürchtet Allah. Und eine jede Seele schaue, was sie für morgen voraus­schickt. Und fürchtet Allah; gewiss, ­Allah ist Kundig dessen, was ihr tut. Und seid nicht wie diejenigen, die Allah vergessen haben und die Er dann sich selbst hat vergessen lassen.“ (Al-Hasr, 18-19)

Und Allah hilft uns bei der Ordnung unseres Tages und beim Bewusstsein von der Zeit, wenn sie vergeht, indem für jeden Akt der Anbetung bestimmte Zeiten vorgeschrieben sind. Niemand ­sollte etwas verzögern. Wir sollten es uns nicht leisten, dass weitere Augenblicke ­verloren gehen. Die Zeit vergeht schnell und ist endgültig vorbei. Es hat seinen Grund, warum wir sagen „die Zeit vergeht wie im Flüge“. Man sollte aufpassen, nicht zu den Leuten zu gehören, die Allah im Qur’an beschreibt, wie sie in ihrem Totenbett liegen und sagen: „Mein Herr, würdest Du mich doch auf eine kurze Frist zurückstellen! Dann würde ich Almosen geben und zu den Rechtschaffenen gehören.“ (Al-Munafiqun, 10)

Ihre Bittgebete kommen zu spät, denn Allah sagt: „Allah wird aber keine Seele zurückstellen, wenn ihre Frist kommt. Und Allah ist Kundig dessen, was ihr tut.“ (Al-Munafiqun, 11) Vielmehr sollten wir wir zu jenen werden, die in der Stunde ­ihres Todes keine Furcht und keine Reue verspüren müssen. Sie haben den Wert der Zeit erkannt und sie genutzt. Man ­sollte wie die werden, über die Allah sagt: „Und sie soll keine Furcht überkommen, noch sollen sie traurig sein.“ (Al-Baqara, 112)

Foto: Jochen Tack, imago

Die Anziehungskraft des Diesseits

Die Anziehungskraft der diesseitigen Welt ist stark und es gibt in ihr unendliche Zerstreuungen. Wohin wir auch schauen, werden wir abgelenkt und von denen Aufgaben hinweggezogen, für die wir erschaffen wurden, Allah zu kennen und Ihn anzubeten. In einer solchen Welt der Zerstreuungen ist es schwierig, das Bewusstsein von Zeit und ihrem Wert aufrechtzuerhalten. Ereignisse geschehen und wir vergessen. Die Menschheit ist vergesslich und schwächt. Allah sagt: „Der Mensch wurde schwach erschaffen.“ (An-Nisa, 28)

Und deshalb hat Er, in Seiner unendlichen Weisheit, es beschlossen, uns andauernd an der Bedeutung von Zeit in Relation zum Din zu erinnern. Allah hat Seinen Din und insbesondere die Akte Seiner Anbetung so strukturiert, dass wir uns der Zeit bewusst sein müssen und sie nicht vergessen. Jeder Anbetung wurde eine bestimmte Zeit zuge­wiesen – die fünf Gebete den Tag und die Nacht hindurch, das Freitagsgebet einmal die Woche, die Zakat auf Reichtum, nachdem ein ganzes Jahr ­vergangen ist sowie Ramadan und Hadsch an den für sie vorgesehenen Zeitpunkten inner­halb eines Jahres.

Und es gibt noch mehr als das: Allah gewährt uns Zeiten, den Tag, die ­Woche, den Monat und das Jahr hindurch, in denen die Belohnung für Akte der Anbe­tung größer sind als normal und in ­denen es wahrscheinlicher ist, dass Bittgebete angenommen werden. Einige dieser Augenblicke bleiben verborgen.

Dazu gehört die Sa’at Al-Istidschaba, der Moment am Freitag, wenn alle Bittgebete beantwortet werden, und die Lailat Al-Qadr – die Nacht der Macht – im Ramadan. Und die Weisheit all dieser verborgenen Zeiten besteht darin, dass sie uns dazu bringt, jeden unserer Momente mit der Erinnerung Allahs und Bittge­beten zu füllen, um sicherzustellen, dass sie mit diesen besonderen Momenten übereinstimmen.

Andere, besondere Momente wurden für den Menschen kenntlich gemacht. Darunter fallen unter anderem das ­letzte Drittel einer jeden Nacht, die Lailat Al-Bara’a und die vier heiligen Monate. Der Grund dafür, warum uns diese Zeiten nun bekannt sind, ist, dass wir damit Erinnerungen und Gründe haben, unsere Anstrengungen neu auszurichten und unsere Absichten zu erneuern.

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Im Garten der Gegenwart

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Wie verhindern wir, dass uns die Wut übermannt? Vom Leben in der Gegenwart Allahs. (iz). Allah, der Erhabene, sagt in Seinem Edlen Buch: „Und beeilt euch um Vergebung von eurem […]

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Was heißt Erinnern?

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Eine metaphysisch-sprachliche Kontemplation von Claudia Azizah Seise über die Erinnerung und die Gegenwart Allahs im Herzen. (iz). Das Leben besteht aus erinnern, kommentierte eine gute Bekannte vor kurzem die Interaktion […]

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Warum brauchen wir Taqwa?

taqwa

Warum Taqwa? Der südafrikanische Imam Schaikh Isma-eel Isaacs über eine der muslimischen Grundeigenschaften

(iz). „O ihr Menschen, Wir haben euch wahrlich aus Mann und Frau erschaffen“ – damit sind der Prophet Adam und unsere Meisterin Hawa (Eva) gemeint, oder die Tatsache, dass wir eins sind. Dann hat Allah uns in Mann und Frau geteilt und dass jeder von uns von einem Vater und einer Mutter geboren wurde – „und Wir haben euch zu Völkern und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennenlernt“. Von Schaikh Isma-eel Isaacs

Daher hat niemand einen Vorzug gegenüber dem anderen. Wir sind alle in unserer Menschlichkeit gleich. Aus diesem Grund gibt es keine Grundlage für Prahlerei bzw. Überlegenheit aufgrund des Geschlechts oder der Abstammung.

Unter den Gelehrten herrscht eine leichte Meinungsverschiedenheit über die genauen Umstände, in denen dieser Vers offenbart wurde. Einige sagen, dies habe mit einem Vorfall zu tun, in den Abu Hind verwickelt war. Dabei befahl der Prophet dem Stamm Bayadah, diesen mit einer seiner Frauen zu ehelichen, und sie antworteten: „Sollen wir unsere Töchter mit unseren befreiten Sklaven verheiraten?“ Daraufhin sandte Allah diesen Vers herab.

Einige Gelehrte sagen, dass er offenbar wurde, als ein Mann, dem kein Platz eingeräumt worden war, beim Namen seines Vaters gerufen wurde. Der Prophet fragte, wer das sei, und Thabit antwortete: „Ich bin es, o Gesandter Allahs.“ Der Prophet bat ihn dann als Lehre für alle, in die Gesichter der Menschen zu schauen, und Thabit sah Menschen unterschiedlicher Hautfarbe. Der Gesandte Allahs sagte dann: „Du übertriffst sie nur durch Frömmigkeit.“

Allein die Tatsache, dass wir alle eine Herkunft teilen, die sich zweifelsohne bis auf Adam und Hawa zurückverfolgen lässt, ist der größte Beweis gegen die Vormachtstellung aufgrund der Abstammung.

Wie überliefert und allgemein bekannt ist: „Kein Araber hat Überlegenheit gegenüber einem Nicht-Araber, noch hat ein Nicht-Araber Überlegenheit gegenüber einem Araber; ebenso wenig hat eine weiße Person Überlegenheit gegenüber einer schwarzen Person, noch hat eine schwarze Person Überlegenheit gegenüber einer weißen Person, außer durch Taqwa.“

Außerdem sagte der Prophet: „Es gibt drei Dinge, die Überbleibsel aus der vorislamischen Zeit sind: Prahlerei mit den eigenen Vorfahren, Beleidigung der Abstammung anderer und das Beschwören der Rufe der vorislamischen Ära.“

Allah schuf die Menschen in Schu’ub (das sind große Gruppen, die aus kleineren Untergruppen, den Qaba’il, bestehen), um die gegenseitige Anerkennung und Verbindungen untereinander zu erleichtern, gemäß der Weisheit, die Allah verfügt hat. Das bedeutet, dass man die Abstammungslinien und Vorfahren der anderen anerkennt, damit man ohne Zweifel weiß, dass alle aus einer einzigen Quelle abstammen. Wie der Prophet sagte: „O ihr Menschen, euer Herr ist Einer, und euer Vater ist Einer. Ihr alle seid von Adam, und Adam wurde aus Staub erschaffen.“

Er sagte: „In der Tat ist der Edelste von euch in den Augen Allahs der Rechtschaffenste von euch“ (Al-Hujurat, Sure, 49, 18) – was bedeutet, dass nicht derjenige mit der angesehensten Abstammung gemeint ist. Die Grundlage für die Vervollkommnung der Seelen und die Unterscheidung zwischen den Individuen ist Taqwa.

Wer die höchsten Ränge erreichen will, muss sie anstreben. Der Prophet sagte: „Wer unter den Menschen der Edelste sein will, der soll tun, was Allah ihm befohlen hat, und sich von dem fernhalten, wovon Allah ihm befohlen hat, sich fernzuhalten.“

Der Prophet sagte: „In der Tat schaut Allah nicht auf eure äußere Erscheinung oder euren Reichtum, sondern Er schaut auf eure Herzen und eure Taten. Ihr seid alle Nachkommen Adams; der Edelste von euch ist in den Augen Allahs der Rechtschaffenste von euch. Dennoch sagt ihr: ‘So-und-so ist der Sohn von so-und-so.’“

In diesem Zusammenhang rechtfertigt kein Kontext eines Volkes, einer Nation oder einer Ethnie deren Überlegenheit gegenüber einer anderen. Es heißt, dass Sayyiduna Ali zu sagen pflegte: „Worauf muss der Sohn Adams stolz sein? Sein Anfang ist ein verachtenswerter Tropfen Flüssigkeit, und sein Ende ist ein schmutziger Leichnam, und dazwischen trägt er Abfall.“

Das Einzige, was Sinn ergibt, ist: „In der Tat ist der Edelste von euch in den Augen Allahs der Rechtschaffenste von euch.“ (Al-Hujurat, Sure, 49, 18)

Ibn Ajiba kommentiert diesen Vers wie folgt: „Wisse, dass der Anteil jedes Dieners von Allah entsprechend seiner Taqwa ist, und seine Taqwa entsprechend seiner Hingabe an Allah, und seine Hingabe entsprechend seiner Freiheit von Ablenkungen, und seine Freiheit entsprechend seiner Selbstlosigkeit, und seine Selbstlosigkeit entsprechend seiner Liebe, und seine Liebe entsprechend seines Wissens über Allah (…).“

Umgekehrt schrieb er auch: „Der Fall eines Dieners in den Augen Allahs ist auf den Mangel an Taqwa zurückzuführen, und der Mangel an Taqwa ist auf die Schwäche seiner Hingabe oder Konzentration zurückzuführen, und die Schwäche der Hingabe entspricht der Komplexität seiner Sorgen und die Komplexität der Sorgen hängt von seinem Eifer und Verlangen nach der Welt ab, und das Verlangen nach der Welt hängt von der Schwäche seiner Liebe zu Allah ab, und die Schwäche der Liebe hängt von seiner Unwissenheit über Ihn ab. Und Allah weiß es am besten.“

Die Spaltungen, die wir für uns selbst schaffen, um einige fälschlicherweise über andere zu erheben, haben in den Augen Allahs keine Bedeutung. Wer von Allah, dem Allmächtigen, geehrt wird, hat die Mittel zum Glücklichsein erlangt und die Schlüssel zur Erlösung gesichert. Niemand wird von Allah mehr geehrt als derjenige, der Seine Grenzen in der Öffentlichkeit und im Verborgenen einhält.