Eine fatale Tat. Vor 110 Jahren kam es zum Attentat von Sarajevo

Vor 110 Jahren wurden auf dem Balkan die Weichen für den Ersten Weltkrieg gestellt. Die Auswirkungen sind bis heute spürbar. Ein Besuch in Belgrad, Sarajevo und Wien.

30.06.2024 Markus Schönherr 4 Min. Lesezeit
sarajevo

Foto: Wikimedia Commons | Lizenz: <a href=https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinfreiheit>gemeinfrei</a>

(KNA). Wenn der Belgrader Erzbischof Ladislav Nemet Besucher empfängt, verweist er auf eine Gravur in den Stiegen seines Bischofssitzes: „Pax“, steht dort in Stein: Frieden. „Den brauchen wir hier besonders“, sagt der Monsignore lächelnd. Denn die alten Mauern in der Svetozara Markovica Nummer 20 dienten einst als Botschaft des österreichisch-ungarischen Kaiserreichs in Serbien. Hier stellten Diplomaten und Politiker die Weichen für den Ersten Weltkrieg.

Sarajevo – Fußabdrücke der Mörder

Sarajevo, 2024: Senad Kuc steht über eingegossenen Fußabdrücken. Es ist jene Stelle, von der aus der junge Polit-Aktivist Gavrilo Princip am 28. Juni 1914 den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand und dessen Ehefrau Sophie erschoss. Das Attentat vor 110 Jahren gilt als Auslöser des Ersten Weltkriegs. Bereits 1878 wurde Bosnien zum österreichischen Protektorat. „Die Region blieb offiziell Teil des Osmanischen Reiches, wurde jedoch von Österreich-Ungarn besetzt und verwaltet – was de facto einem Verlust der (osmanischen) Kontrolle gleichkam“, erzählt Kuc, Kurator des „Sarajevo-Museum 1878-1918“.

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