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Einsicht und das Ende des alten Lebens (1)

Essay leben larbi

Eine Essay-Reihe von Larbi Dhaouadi über Einsichten in das Leben und Zugänge zu einer authentischen Existenz.

(iz). Stell dir vor, du legst alles ab, was dich als Person je ausgemacht hat – wie Kleidungsstücke, die du jetzt einfach ausziehen würdest. Doch du merkst: Du hast große Schwierigkeiten dabei. Es geht nur mit allergrößter Anstrengung. Mit der Zeit haben sich diese Dinge festgesetzt. Sie engen dich ein. Sie sind schwer wie Blei geworden. Du nimmst all deine Energie zusammen und befreist dich Schritt für Schritt. Du legst deine Nationalität ab, deine familiären Bindungen, deine kulturelle Herkunft, deine religiöse Zugehörigkeit – alles. Du hättest keinen beruflichen Status mehr. Keine Verpflichtungen. Keine Rollen. Keine Masken. Du hast nichts mehr. Komplett entblößt stehst du vor dem Spiegel.

Wen erblickst du dort?

Welchen Wert gibst du dir – ohne all das?

Begegnest du dir auf Augenhöhe? Oder siehst du ein Nichts?

Innerlich leer – und ohne zu wissen, wie du mit dieser Person umgehen sollst? Oder schaust du dich an und spürst: Das bin ich?

Und jetzt stell dir eine ganz einfache Situation vor: Du liegst abends allein im Bett. Oder stehst morgens unter der Dusche. Kein TikTok, kein Gespräch, keine Ablenkung. Nur du selbst. Hältst du das aus? Oder greifst du nach wenigen Sekunden wieder zum Handy? Wenn du die Antwort für dich gefunden hast, dann geh noch einmal zurück zu dem, was du abgelegt hast. Sei radikal ehrlich. Was ­davon ist dir bisher wirklich von Nutzen gewesen? Was hat dich aufgefangen? Und was hat dich eher belastet? Was hat dir Kraft gegeben? Was hing an dir wie ein Klotz am Bein? Hast du vielleicht das Gefühl, dein Leben lang Dinge verteidigt zu haben, die du dir selbst nie ausgesucht hast? Dinge, die du nie wirklich geprüft hast?

Zieh alles auf den Prüfstand. Vielleicht wirst du merken, dass da Handlungsbedarf besteht. Und bevor es zu Missverständnissen kommt: Das heißt nicht, dass du jetzt alles aufgeben sollst. Du bist Teil einer Familie. Du trägst Verantwortung. Du gehst deinem Beruf nach – auch, um dieser Verantwortung gerecht zu werden. Und vieles davon willst du vielleicht auch gar nicht aufgeben. Du bist Muslim. Du glaubst. Du betest. Du liest vielleicht den Koran. Aber etwas kann sich verändern: Dein Bezug dazu – die Art und Weise, wie du darauf schaust. Auf deine Familie. Auf deinen Beruf. Auf deine Religion. Und du merkst: So, wie du bisher damit verbunden warst, hat es sich nie ganz wie deins angefühlt. Denn du sitzt nicht ohne Grund an deinem Rastplatz. Und wenn du noch einmal an den Moment vor dem Spiegel denkst, dann spürst du diesen Raum. Leer und unangenehm. Wie geht es also nun weiter?

Denk an die innere Stimme, die dich an deinen Rastplatz gebracht hat. Sie ist der Schlüssel. Und sie führt dich zu einer Geschichte. Zu einem Menschen, der alles infrage gestellt hat: Sein Name ist Abraham. Und wenn du jetzt denkst: Was hat meine Situation mit ihm zu tun? Er lebte vor Jahrtausenden. Er war ein Prophet. Ich bin ein einfacher Mensch. Das stimmt. Aber bevor er ein Prophet war, war er ein Mensch. Ein Suchender. Ein Zweifelnder. Ein Beobachtender. Vielleicht hast du diese Geschichte schon oft gehört. Vielleicht glaubst du sogar, du kennst sie. Aber wir werden sie jetzt anders lesen. So, als würdest du dich selbst darin suchen. Das, was du gleich lesen wirst, ist keine Wiederholung. Es ist eine Begegnung. Seine Geschichte zeigt: Authentizität beginnt nicht mit Wissen. Sie beginnt mit Wahrnehmung und Dankbarkeit. Und genau deshalb ist sie dir näher, als du vielleicht denkst. Wenn du seine Geschichte liest, wirst du erkennen, wie viel sie mit deinem eigenen Leben zu tun hat. Mit dem Punkt, an dem du jetzt stehst.

Du wirst sehen, warum.

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Die Unsichtbaren? Über Muslime im Osten wird wenig gesprochen

ostdeutschland Brandenburg Gebet Muslime osten

In Erfurt eröffnete die erste Moschee mit Minarett und Kuppel in Ostdeutschland. Wie sieht muslimisches Leben im Osten aus – und was sind die Unterschiede zum Westen?

(Mediendienst Integration/IZ). In den letzten zehn Jahren, nach dem „Flüchtlingssommer“ 2015, kamen viele Geflüchtete auch in die ostdeutschen Bundesländer. Wo es vorher kaum muslimische Strukturen gab, sind neue Gebetsräume entstanden, eine Reihe von Vereinen und Moscheegemeinschaften. Die in Erfurt ist die erste Moschee mit Minarett und Kuppel in Ostdeutschland außerhalb Berlins. Von Carsten Wolf, Lennart Kreuzfeld und Lina Steiner

Waren es Anfang der 1990er Jahre noch sehr wenige, leben inzwischen laut einer BAMF-Schätzung etwa 190.000 bis 200.000 in den neuen Bundesländern (ohne Berlin). Das sind etwa 1,5 % der dortigen Menschen.

Foto: Frau Schütze, via flickr | Lizenz: CC BY 2.0

Gemessen an ihrem prozentualen Teil an der Gesamtbevölkerung leben die wenigsten Muslime in Sachsen, mit einem Anteil von ca. 0,7 % an der Bevölkerung. Zum Vergleich: In Westdeutschland sind es im Schnitt 10. Mit 2,7-2,9 % hat Sachsen-Anhalt die meisten muslimischen Menschen. Danach folgen Thüringen mit 2,6-2,8 % sowie Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg mit jeweils 1,1 %.

Gemessen an der Gesamtzahl aller Muslime in der Bundesrepublik leben nur etwa 3,5 % aller Muslime in Deutschland im Osten. Allerdings lässt sich ihre Zahl nur näherungsweise bestimmen. Die Angabe der Religionszugehörigkeit ist freiwillig in Befragungen wie dem Zensus. Rund jeder fünfte Bürger verweigert die Antwort auf Fragen zur religiösen Zugehörigkeit.

Von ca. 2.800 Moscheegemeinden in der Gesamtrepublik befindet sich nur ein Bruchteil in den ostdeutschen Bundesländern. Bei einer Mediendienst-Recherche aus öffentlichen Quellen ließen sich rund 60 Gemeinschaften oder Gebetsräume ermitteln, das entspricht etwa 2 % von allem im Land. Ihre Zahl ist in den letzten Jahren gestiegen. Viele sind erst nach dem „Flüchtlingssommer“ 2015 entstanden.

Die Zahl 60 ist nur ein Schätzwert, der eher zu niedrig sein dürfte. Ostdeutsche Muslime beten teilweise in Räumlichkeiten, die sie mit anderen teilen, zum Beispiel in Gemeinschaftsunterkünften. Erst wenn sie einen eigenen Raum anmieten wollen, gründen sie einen öffentlich sichtbaren Verein, so eine Studie der Robert Bosch Stiftung und der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Foto: Elpstirra | Shutterstock

Es gibt Hinweise darauf, dass Muslimfeindlichkeit im Osten stärker verbreitet als im Westen ist. Muslime berichten von Übergriffen in „praktisch allen Bereichen ihres Lebens“. Öffentlichkeitswirksam waren die Proteste gegen eine vermeintliche „Islamisierung“ bzw. Moscheebauprojekte, wie beispielsweise in Dresden oder Erfurt.

Die Forscherin Ayşe Almıla Akca von der Universität Innsbruck ist der Ansicht, dass diese Gemeinschaften „bunter“ als die im Westen seien. „In den kleinen Gemeinden kamen Musliminnen und Muslime aus verschiedenen Herkunftsländern zusammen, während sie im Westen oft nach Herkunftsland getrennt sind.“

In ihrer Gründungsphase hätten sie dort viel selbst organisieren müssen. „Viele haben mir erzählt, dass das neu für sie war. Sie mussten Räume anmieten, das selbst bezahlen. Es gab keinen Staat oder Gemeinde, die das für sie gemacht hätten.“

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Im Garten der Gegenwart

gegenwart garten

Wie verhindern wir, dass uns die Wut übermannt? Vom Leben in der Gegenwart Allahs. (iz). Allah, der Erhabene, sagt in Seinem Edlen Buch: „Und beeilt euch um Vergebung von eurem […]

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Die Dreifache Dimension des Lebens

leben

Alles, was uns im Leben widerfährt, jede noch so kleine Begebenheit oder Situation, ist ein vielschichtiges Geschehen, das sich auf drei Ebenen entfaltet: der weltlichen, der jenseitigen und der Ebene der göttlichen Attribute.

(iz). Diese drei Aspekte sind wie Fäden, die ein komplexes Gewebe des Lebens weben und uns dabei helfen, die tieferen Bedeutungen hinter unseren Erfahrungen zu verstehen.

Der weltliche Aspekt des Lebens

Dies ist die Ebene, die wir am unmittelbarsten wahrnehmen. Hier gelten die Gesetze der Natur und der Gesellschaft. Ursache und Wirkung sind klar definiert und folgen den bekannten physikalischen Gesetzen.

Der jenseitige Aspekt

Hinter jedem Ereignis verbirgt sich eine tiefere Weisheit, eine Lektion, die uns das Leben lehren möchte. Diese Ebene ist oft schwerer zu erkennen, da sie sich unserem rationalen Verstand entzieht. Aus den Überlieferungen des Propheten Muhammed (s) können wir ableiten, dass es z.B. verschiedene Gründe gibt, warum wir bestimmte Situationen erleiden:

1. Sündenvergebung: Gott tilgt mit einem Unheil, einer Krankheit oder einer Krise unsere Sünden.

2. Strafe: In manchen Fällen kann ein Unglück als Strafe für vergangene Taten gedeutet werden.

3. Reifungsprozess: Die Situation dient als Prüfstein, um unseren Charakter zu stärken und uns zu einem reiferen Menschen zu machen.

4. Schutz: Die Situation schützt und bewahrt uns vor einem noch größeren Leid.

Der Aspekt der göttlichen Attribute

Jedes Ereignis ist eine Manifestation oder Reflexion eines oder mehrerer göttlicher Attribute. Alles, was in unserem Leben geschieht, ist letztendlich auf die Eigenschaften Gottes zurückzuführen. Jedes Ereignis, sei es Freude oder Leid, Erfolg oder Misserfolg, ist Ausdruck eines bestimmten göttlichen Attributs.

Wenn wir beispielsweise eine unerwartete Güte erfahren, könnte dies als Manifestation der göttlichen Barmherzigkeit gedeutet werden. Erleiden wir hingegen Unrecht, könnte dies als Ausdruck der göttlichen Gerechtigkeit gesehen werden, die uns dazu auffordert, über unser eigenes Verhalten nachzudenken. Auf diese Weise können wir in jedem Ereignis, selbst in den schwierigsten, einen tieferen Sinn und eine Verbindung zum Göttlichen erkennen. Es ist eine Einladung, über den Tellerrand des Alltäglichen hinauszuschauen und die Welt als Ausdruck göttlicher Ordnung zu verstehen.

Ein Autounfall als Beispiel: Stellen wir uns vor, eine Person verursacht einen Autounfall, weil sie zu schnell gefahren ist. Auf der weltlichen Ebene ist die Ursache klar: Überschreitet man die erlaubte Geschwindigkeit, erhöht sich das Risiko eines Unfalls.

Auf der jenseitigen Ebene könnte der Unfall als eine Möglichkeit dienen, die Person auf die Gefahren des Rasens aufmerksam zu machen und sie dazu zu bewegen, ihr Leben zu ändern. Möglicherweise war der Unfall eine Möglichkeit, vergangene Sünden zu tilgen oder eine Strafe für vergangene Taten. Sie könnte auch eine Chance sein, ein reiferer Mensch zu werden. Es könnte aber auch ein Eingriff sein, um vor noch größerem Unglück zu bewahren. Je nach Kontext könnte es eins oder mehrere dieser Aspekte beinhalten.

Auf der Ebene der göttlichen Attribute könnte dieser Vorfall als Manifestation der göttlichen Gerechtigkeit gedeutet werden, da die Person die Konsequenzen ihres Handelns zu tragen hat. Gleichzeitig könnte aber auch die göttliche Barmherzigkeit zum Ausdruck kommen, wenn die Person den Unfall überlebt und die Chance erhält, ihr Leben neu zu ordnen.

Fazit

Das Leben ist ein komplexes Gewebe aus Ursache und Wirkung, göttlicher Führung und persönlicher Verantwortung. Indem wir die Ereignisse unseres Lebens unter diesen drei Aspekten betrachten, können wir ein tieferes Verständnis für uns selbst und die Welt gewinnen. Wir erkennen, dass selbst die scheinbar zufälligen Ereignisse unseres Lebens einen Sinn haben und Teil eines größeren Plans sind.

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Tag der offenen Moschee 2024 widmet sich dem Schutz des Lebens

Leben

Traditionell findet der Tag der offenen Moschee (TOM) am Tag der Deutschen Einheit statt. Morgen widmen sich die teilnehmenden Moscheegemeinschaften dem Schutz des Lebens (Titel: Life Matters).

(KNA, iz, IGMG). Seit 1997 gibt es den „Tag der offenen Moschee“ (TOM). Bundesweit nutzen jährlich bis zu 100.000 Besucher das Angebot zur Information über den Islam. Erneut beteiligen sich daran nach KRM-Angaben mehr als 1.000 Gemeinden. Sie bieten Interessierten einen Einblick in den Islam und laden zu einer Begegnung ein.

Am TOM 2024 laden hunderte Moscheen Freunde und Nachbarn zum Austausch ein. Gesprochen wird über Themen, die Menschen bewegen, aufwühlen, betroffen machen, besorgen sowie verbinden. Bei persönlichen Begegnungen soll der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt werden durch Förderung von Empathie und Verständnis füreinander.

Foto: KRM

Life Matters: Jedes Leben zählt!

In diesem Jahr steht der Tag unter dem Motto „Life Matters: Jedes Leben zählt!“ Damit greife man eine „Kernbotschaft des Islams“ auf, hieß es auf der Webseite des KRM, der als Dachorganisation von fünf Moscheeverbänden den TOM koordiniert. „Besonders in einer Zeit, in der unschuldige Seelen in Konfliktgebieten weltweit ihr Leben verlieren, möchten wir das Bewusstsein für die Kostbarkeit und Schutzbedürftigkeit jedes einzelnen Lebens stärken.“

Zugleich betone das diesjährige Motto die menschliche Pflicht zur Bewahrung der Schöpfung, heißt es. „Am Tag der offenen Moschee werden wir unsere bereits offenen Türen noch weiter öffnen, um allen die Möglichkeit zu geben, mehr über den Islam und die muslimische Sichtweise auf das Leben zu erfahren. Gemeinsam wollen wir ein Zeichen setzen für den Schutz des Lebens in allen seinen Erscheinungsformen und für die Ehrerbietung vor jedem Geschöpf.“

Gegengewicht zu Sorgen und Furcht

In ihrer Einladung zum TOM 2024 sprach die Schura Bremen davon, dass derzeit viele Menschen diese Zeit als besorgnis- und furchterregend erleben würden. Die Zukunft werde zunehmend pessimistische wahrgenommen.

Die IGMG beklagte in ihrer Mitteilung, dass steigende Opferzahlen in Konflikten von der Ukraine bis zum Libanon zu einer Gewöhnung des Schreckens geführt habe. Dieser Normalisierung wolle man morgen begegnen. „Wir wollen in Gesprächen einander daran erinnern, wie wertvoll jedes Leben ist.“ 

„Der diesjährige Tag der offenen Moschee möchte an dieser Stelle einwirken und verdeutlichen, dass jedes Leben von unschätzbarem Wert ist und es verdient, in seiner ganzen Schönheit geachtet zu werden, unabhängig davon, ob es sich um das Leben eines Menschen, Tieres oder einer Pflanze handelt. Allah möchte, dass wir respektvoll mit jedem Leben umgehen.“

Pressefoto: IGMG

Eine bundesdeutsche Tradition

Den „Tag der offenen Moschee“ gibt es seit 1997. Nach Angaben der Veranstalter wurde dafür bewusst der deutsche Nationalfeiertag am 3. Oktober als Datum gewählt, um so ein Zeichen für das Bekenntnis zur Gesellschaft zu setzen. In der Bundesrepublik leben schätzungsweise mehr als 5,5 Mio. Muslime.

Die Zahl der deutschen Moscheegemeinschaften wird auf etwa 2.800 geschätzt. Oft handelt es sich dabei um unauffällige „Hinterhofmoscheen“ oder Räumlichkeiten in Industriegebieten. Seit den 1990er Jahren wurden von islamischen Verbänden vermehrt repräsentative Moscheen mit Kuppel und Minarett gebaut wie etwa in Bremen, Mannheim, Duisburg und Köln.

Weiterführende Informationen unter:
https://tagderoffenenmoschee.de/

Sinead O’Connor: Stolze Muslimin und Irin. Ein Nachruf

Sinéad O’Connor

Sinéad O’Connor: Im Alter von 15 Jahren wurde die Künstlerin auf einer Hochzeit von einem Musiker entdeckt.

(iz). Sinéad O’Connor wurde einem breiten Publikum außerhalb ihres Heimatlandes durch eine Coverversion bekannt. Sie nahm den Song „Nothing Compares 2 U“ ihrer Landsleute von U2 auf, mit deren Gitarristen sie 1988 zusammengearbeitet hatte.

Sinéad O’Connor: Im Alter von 15 Jahren entdeckt

Im Alter von 15 Jahren wurde die spätere Künstlerin, die mehrere musikalische Vorbilder hatte, auf einer Hochzeit von einem Musiker entdeckt. Im Laufe ihrer Karriere brachte sie 18 Studioalben heraus.

Nun ist die irische Sängerin im Alter von 56 Jahren eines natürlichen Todes gestorben. Das berichteten am 26. Juli verschiedene Medien, denen eine entsprechende Erklärung der Familie vorlag. „Mit großer Trauer geben wir den Tod unserer geliebten Sinead bekannt“, hieß es in einer Erklärung, aus der die Sender RTE und BBC zitieren.

„Ihre Familie und Freunde sind am Boden zerstört und bitten in dieser schweren Zeit um Privatsphäre.“ Ende Oktober 2018 machte sie öffentlich, dass sie zum Islam konvertiert sei. Und nannte sich fortan Shuhada Sadaqat, trat aber weiterhin als Sinéad O’Connor auf.

Aufgewachsen ist sie in einer katholischen Familie. Sie studierte Theologie am Milltown Institute der National University of Ireland in Dublin. 1992 zerriss sie live im US-Fernsehen ein Foto von Papst Johannes Paul II. aus Protest gegen Kindesmissbrauch in der Kirche.

Unter großer Anteilnahme islamisch beigesetzt

Am 8. August wurde die beliebte und bekannte Künstlerin unter großer Anteilnahme irischer Politiker und Künstler in ihrer Heimatstadt Bray in einer islamischen Zeremonie beigesetzt. Auf dem Weg dorthin nahmen unzählige Menschen Abschied von ihr.

Umar Al-Qadri, Islamgelehrter und leitender Imam des Islamischen Zentrums in Irland, leitete die Beerdigung und das Totengebet. „Sie war mit einer Stimme gesegnet, die eine ganze Generation junger Menschen bewegte und mit ihrer überirdischen Resonanz ihre Zuhörer zu Tränen rühren konnte“, sagte er.

„Wir sind traurig über den Tod von Schwester Shuhada Sadaqat, auch bekannt als Sinead O’Connor. Sie war eine zarte Seele, möge der barmherzige Gott ihr ewigen Frieden schenken. Inna lillahi wa inna ilayhi rajioon (Wir kommen von Allah und zu Allah kehren wir schließlich zurück)“, kommentierte der bekannte britische Sänger Yusuf Islam ihren Tod.

Foto: zioWoody, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Ein Weg zum Islam

Auf ihrem Weg zum Islam wandte sich O’Connor 2018 erstmals an Dr. Al-Qadri, um mehr über den Glauben zu erfahren und Fragen zu Theologie, islamischer Rechtsprechung und Musik zu stellen.

Der Imam sagte, sie habe andere Glaubenstraditionen studiert, aber als sie zum ersten Mal miteinander sprachen, habe sie einige falsche Vorstellungen über den Islam gehabt. Im Laufe der weiteren Gespräche entschied sich die Sängerin, den Islam anzunehmen, da er für sie „am meisten Sinn machte“ und die „vernünftigste Religion“ sei.

Der Imam, der Sinéad O’Connor bei ihrem Übertritt zum Islam unterstützte, beschrieb sie als „einzigartige Frau“, die „stolz irisch und muslimisch“ sei. Als sie sich zum ersten Mal trafen, wusste Dr. Al-Qadri nicht, dass er mit einer berühmten Sängerin sprach.

O’Connor hatte ihn gebeten, ihr Treffen nicht in den Medien zu erwähnen. Er solle ihren Namen aber später googeln. Erst dann habe er ihre Identität erfahren.

O’Connor selbst machte ihren Islam am 18. Oktober 2018 auf Twitter (heute: X) öffentlich. „Hiermit möchte ich bekannt geben, dass ich stolz darauf bin, Muslim geworden zu sein. Das ist die natürliche Schlussfolgerung auf dem Weg eines jeden intelligenten Theologen. Jedes Studium der Schriften führt zum Islam. Das macht alle anderen Schriften überflüssig.“

„Sie war keine Person, die nach Ruhm oder Reichtum strebte, sie war eine sehr einfache Person, eher eine Aktivistin. Sie war jemand, der sich mehr um Frieden, Gerechtigkeit und Gleichheit sorgte als um ihr Image und ihren Ruf“. 

* mit Material von: KNA, „Hyphen Online“ und Agenturen.

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Umgang mit dem Tod – Beinahe eine vertraute Sache

tod

Tod: Anmerkungen zum muslimischen Umgang mit dem Lebensende. (iz). Allah, der Erhabene, testet Seine Gesandten, Frieden und Segen auf ihnen, und Sklaven mit verschiedenen Prüfungen, um Zustände wie Standhaftigkeit, Dankbarkeit […]

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Erinnerung an den Tod führt zu einem besseren Leben

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Manche könnten denken, eine Lebensführung mit dem Fokus auf den Tod entmündige uns und führe zu Untätigkeit oder Apathie. (almadina.org). Öffnen wir YouTube. Seine Algorithmen werden uns mit den aktuellsten […]

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Mein Ramadan in Berlin

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„Trockene Lippen, zufriedenes Lächeln.“ Mit diesen vier Worten wäre für mich im Grunde alles gesagt. Ich denke, man versteht, was ich meine. Gemeint ist natürlich die oft harte (ich persönlich […]

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Die Hadsch oder Wir sind ein Teil des Universums

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Was wir auf der Hadsch erkennen: Wir sind im Kosmos, ein Teil von ihm, fühlen uns jedoch nicht mit ihm verbunden. (iz). Kaum haben wir Ramadan hinter uns, kündigt sich […]

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