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Hamburg: Forderung nach Wiedereröffnung der Imam Ali-Moschee

Hamburg

Ein Jahr nach der behördlich angeordneten Schließung der Hamburger Imam Ali Moschee an der Alster empfinden viele schiitische Musliminnen und Muslime unterschiedlicher Herkunft einen deutlichen Verlust: Ihnen fehlt ein zentraler Ort für religiöse Praxis und Gemeinschaft in Hamburg.

(iz). Der Rat der islamischen Gemeinschaften in Hamburg (SCHURA) setze sich deshalb, so eine Pressemitteilung von Ende Juli gemeinsam mit Angehörigen der schiitischen Gemeinden intensiv für eine tragfähige Zukunftsperspektive und eine baldige Wiedereröffnung der Moschee ein. Von Ali Kocaman

„Die Imam Ali Moschee, die in den 1950er Jahren von schiitischen Kaufleuten aus Hamburg für die damalige Gemeinde gestiftet wurde, war über Generationen hinweg Stätte des Gebets, des Dialogs und des gemeinsamen religiösen Lebens.

Nach 1979 geriet die Einrichtung zunehmend unter den Einfluss der Islamischen Republik Iran – einen Einfluss, den wir klar zurückweisen. Unser Ziel ist es, die Moschee wieder in ihrer ursprünglichen Bestimmung zu verankern: als Ort des Glaubens, gestaltet von Hamburger Musliminnen und Muslimen für die hiesige Gemeinschaft“, erklärte SCHURA-Vorsitzender Fatih Yıldız.  

Die SCHURA Hamburg – Vertragspartnerin des Staatsvertrages und Vertretung sowohl sunnitischer als auch schiitischer Gläubiger – führt seit der Schließung vom 24. Juli 2024 einen breit angelegten Dialog mit Politik, Religionsgemeinschaften und weiteren zivilgesellschaftlichen Akteuren.

Foto: Zairon, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-SA 4.0

Die Absicht dahinter sei: Eine neue Trägerschaft aufzubauen, die die Vielfalt der schiitischen Gemeinden berücksichtigt, unabhängig von ausländischem politischen Einfluss handelt und das langfristige Vertrauen aller Beteiligten erlangt.

Religiöse Räume hätten für Gläubige zentrale Bedeutung. Ihre Organisation und Verwaltung liegt daher in der Verantwortung der Religionsgemeinschaften selbst. Benötigt wird eine Lösung, die sowohl rechtlich belastbar als auch gesellschaftlich akzeptiert ist.

Derzeit würden mehrere potenzielle Trägergruppen Konzepte für eine nachhaltige Nutzung der Moschee und ihrer Nebengebäude entwickeln.

Hamburg

Hamburger Imame und Gemeindevertreter zu Besuch im Rathaus. (Foto: Schura Hamburg)

Für Ende Oktober 2025 plant die SCHURA eine öffentliche Informationsveranstaltung. Dort sollen interessierte Organisationen ihre Betrachtungen vorstellen, um in einem transparenten Dialog vielfältige Stimmen aus Stadtgesellschaft und religiösen Gemeinschaften einzubeziehen.  

„Die Imam Ali Moschee ist seit Jahrzehnten fester Bestandteil der Hamburger Religionslandschaft und hat für zahlreiche Musliminnen und Muslime eine besondere Bedeutung. Angesichts des noch laufenden Gerichtsverfahrens sehen wir es als Aufgabe unserer Gemeinschaft, an tragfähigen Perspektiven für diesen Standort mitzuwirken. Sollte sich eine rechtliche Wiedereröffnung ermöglichen, sind wir bereit, gemeinsam mit geeigneten Partnern Verantwortung für eine unabhängige, transparente und rechtskonforme Trägerschaft zu übernehmen. Unser Anliegen ist es, den schiitischen Gläubigen in Hamburg die Imam Ali Moschee erneut als spirituelles Zentrum und Ort religiöser Praxis zugänglich zu machen,“ so Yıldız abschließend.

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Muslime in Hamburg: Was ist das Besondere an der Hansestadt?

hamburg

(iz). Die Hafen- und Hansestadt Hamburg zählt zu den dynamischen Metropolen Deutschlands. Ihre Weltläufigkeit zeigt sich auch in ihren muslimischen Communities, die seit Jahren beispielsweise im Rahmen der SCHURA Hamburg konstruktiv und auf regelmäßiger Ebene zusammenarbeiten.

Hierzu sprachen wir mit Kerim Tokicin, der in verschiedenen muslimischen Zusammenhängen aktiv ist. Derzeit ist der 30-jährige Ingenieur in der Islamischen Hochschulgemeinde (IHG) sowie im Vorstand der SCHURA engagiert.

Islamische Zeitung: Lieber Kerim Tokicin, Sie sind im Vorstand der Islamischen Hochschulgemeinde (IHG) an der Universität Hamburg. Können Sie uns kurz erzählen, wobei es sich dabei handelt und was Ihre Aktivitäten sind?

Kerim Tokicin: Als Islamische Hochschulgemeinde sind wir in vielen Tätigkeitsfeldern aktiv. Angefangen von Seminaren und Fortbildungen über religiöse Themen, aber auch gesellschaftspolitische Themen bis hin zur Vergabe von Stipendien und der Organisation von Bildungsreisen.

Wir kümmern uns auch um die Vergabe von Plätzen unserer Studenten-WGs. Die Arbeit ist sehr umfang- und abwechslungsreich, macht aber unfassbar viel Spaß. Unser Vorstand setzt sich aus ehrenamtlichen Studenten der verschiedenen Universitäten Hamburgs zusammen.

Islamische Zeitung: Muslimische StudentInnen und AkademikerInnen gehören in Deutschland mit zu den aktivsten Netzwerkern der Community. Was ist Ihrer Meinung nach deren Bedeutung und Beitrag für diese? 

Kerim Tokicin: Studentische und akademische Netzwerke haben generell den Anspruch Diskurse anzustoßen und auch kritische Themen zu erörtern. Dies ist selbstverständlich auch in der muslimischen Community der Fall. Man tastet sich an Themen heran, die vielleicht in gewöhnlichen Gemeinschaften nicht so bekannt sind oder tabuisiert werden. Das heißt aber noch lange nicht, dass wir die Speerspitze und Vordenker der muslimischen Gemeinden wären. Wir wollen unangenehme Themen nicht nur ansprechen, sondern diese auch in die Tiefe tragen und sie aus islam-theologischer Sicht betrachten. Das ist was anderes als die klassische Predigt beim Freitagsgebet, von der man sich wöchentlich berieseln lässt. Außerdem glaube ich daran, dass eine wachsende Zahl muslimischer Akademiker sich langfristig positiv auf die Gemeinschaft auswirken wird.

Islamische Zeitung: Zum Studienalltag gehört es auch, viel Zeit in der Uni zu verbringen. Wie wichtig ist es dabei für die StudentInnen, auch hier Zugriff auf religiöse Dienstleistungen und Einrichtungen zu haben?

Kerim Tokicin: Wir bekommen immer wieder Anfragen von Studenten, die auf der Suche nach Rückzugsorten für das Gebet sind. Einige Universitäten sind in dieser Hinsicht vorbildlich und stellen Räumlichkeiten zur Verfügung, in denen sich Studenten zurückziehen können. Wir als IHG setzen uns dafür ein, bei Bedarf einen sogenannten Raum der Stille zu eröffnen. Allerdings sind wir da auf die Mithilfe beziehungsweise die Kooperation der jeweiligen Hochschulen und Universitäten angewiesen. Wir können nicht in die Uni gehen und einen Raum beanspruchen. Das funktioniert so leider nicht. Deshalb müssen wir immer auf die Uni und das Präsidium der jeweiligen Hochschule zugehen und unser Anliegen darstellen. Es ist kein Geheimnis, dass man in einer Gesellschaft lebt, in der 70-80 Prozent der Menschen nicht unbedingt tiefgläubig sind, sodass der Bedarf für einen Raum der Stille nicht dringend vorhanden ist. Deshalb sind Muslime meistens erst einmal die einzige Gruppe, die so etwas fordert. Allerdings lassen sich schnell weitere Mitstreiter finden, die so einen Raum sinnvoll finden und nutzen würden.  

Islamische Zeitung: Sie sind nicht nur in der IHG aktiv, sondern sitzen auch im Vorstand der SCHURA Hamburg. Was zeichnet diesen Zusammenschluss muslimischer Gemeinden auf Landesebene im Vergleich mit anderen als Alleinstellungsmerkmal aus?

Kerim Tokicin: Seitdem ich Vereinsarbeit mache, gibt es die SCHURA und ich habe sie als selbstverständlich wahrgenommen. Ich war mir der Besonderheit nicht bewusst. Erst, nachdem ich mich mit Freunden aus Berlin oder Köln ausgetauscht habe, merkte ich, wie wertvoll sie ist. Die haben sich beschwert, dass man bei ihnen vor Ort nichts Vergleichbares hinbekommt. 

Die SCHURA Hamburg hat etwas Wichtiges geschafft. Das sollte man aufrechterhalten und mit aller Kraft weiterführen, sodass man die Gemeinden weiter zusammenschweißt. Es gibt wie überall auch Uneinigkeiten bei einigen Themen. Im Großen und Ganzen kann man doch von einem erfolgreichen Projekt sprechen. Sie ist die politische Stimme der Hamburger Muslime geworden. Letzten Endes saß sie mit am Tisch, als der Staatsvertrag ausgehandelt wurde.

Islamische Zeitung: Seit beinahe zehn Jahren bestehen eben dieser Vertrag zwischen dem Hamburger Senat einerseits und andererseits der DITIB, der VIKZ und der SCHURA. Könnten Sie eine Bilanz ziehen?

Kerim Tokicin: Da mein Vater Bestatter ist, habe ich die Auswirkungen des Vertrags unmittelbar zu spüren bekommen. Auf dem Friedhof gab es plötzlich einen Bereich um die Waschung zu vollziehen und eine Fläche um das Totengebet zu verrichten. Das klingt selbstverständlich, war es jedoch bis zum Staatsvertrag nicht. Vieles hat sich verbessert.

Die Wahrnehmung der SCHURA sowie der muslimischen Gemeinden in der Hamburger Politik gewann auf ein anderes Niveau. Um nur einen Punkt zu nennen: Die Anerkennung der muslimischen Feiertage in Schulen und auf den Arbeitsstätten ist zur Normalität geworden. Früher wurde über so etwas hitzig bei Lanz diskutiert. Nach zehn Jahren Staatsvertrag kann man sagen, dass mindestens eine Generation damit aufgewachsen ist, es kennt und für selbstverständlich hält. Das hinterlässt Eindruck bei der nichtmuslimischen Bevölkerung als auch bei der muslimischen. Es gibt immer wieder Dinge, die dazu führten, dass einige politische Parteien meinten, sie müssten das Ganze revidieren. Man sollte sich zusammensetzen und die letzten Zehn Jahre bewerten, aber niemand hat gesagt, dass das einfach wird. Es ist ein wichtiger und richtiger Schritt, mit dem man ein gemeinsames Miteinander in Deutschland gestaltet.

Islamische Zeitung: Zu den gewohnheitsmäßigen KritikerInnen des Staatsvertrages gehören CDU-Politiker. Wie gehen Sie mit den Vorwürfen um und bestehen direkte Kontakte?

Kerim Tokicin: Der Staatsvertrag wurde damals mit dem ersten Bürgermeister Ole von Beust (CDU) ins Leben gerufen, unterzeichnet wurde er von dem jetzigen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), damals noch Bürgermeister Hamburgs. Wichtig ist, dass man den Staatsvertrag nüchtern bewertet und auswertet. Wir nehmen ernstgemeinte Kritik auf und bewerten dies natürlich. Wer hier allerdings verzichtet an einem Tisch über die Dinge zu diskutieren, betreibt Populismus.

Islamische Zeitung: Ein großer Anteil der politischen Arbeit von MuslimInnen findet auf Bundesebene statt. Aber interessanterweise finden viele für Muslime relevante Entscheidungen – von Baurecht zu Schulrecht, Seelsorge, Friedhofsordnung etc. – auf Länderebene statt. Hamburg hat den Vorteil, Kommune und Land in einem zu sein. Haben Sie das Gefühl, dass die muslimischen Communities das ausreichend miteinbeziehen?

Kerim Tokicin: Von Hamburg aus betrachtet kann ich sagen, dass man hier versucht, viele Bereiche abzudecken. Dinge wie muslimische Grabfelder oder islamische Seelsorge entwickeln sich hier. Das ist ein Punkt der Vereine, die hier arbeiten, dass sie sich in diesen Bereichen klare Ziele setzen und versuchen, ihre Wünsche und Forderungen durchzusetzen. Viele Punkte wurden auch im Staatsvertrag festgehalten. 

Wie das im Rest von Deutschland, vor allem in den flächenmäßig größeren Bundesländern ist, kann ich nicht bewerten. 

Islamische Zeitung: Nach verschiedenen Angaben leben in Hamburg derzeit rund 140.000 MuslimInnen. Mit 8,9 Prozent der Einwohner ist ihr Anteil an der Stadtbevölkerung nicht viel kleiner als der in Berlin. Im Gegensatz zur Hauptstadt stehen die Communities und Kieze seltener im Blickpunkt negativer Aufmerksamkeit. Woran könnte das liegen?

Kerim Tokicin: Schwierige Frage… das könnte viele Gründe haben: einer davon ist sicherlich, dass die SCHURA sehr früh entstanden ist. Seit 1999 versuchen die muslimischen Gemeinden sich unter einem Dach zu formieren. Man hat hier früh den Kontakt zu Politikern aufgenommen. Ich kann mich erinnern, dass Ole von Beust damals als erster Bürgermeister mit Ramazan Ucar und Ahmet Yazici zum Iftar-Empfang in der Merkez Camii war. So was befördert das gegenseitige Vertrauen und baut Vorurteile auf beiden Seiten ab. Ich weiß gar nicht, seit wie vielen Jahren es schon den Iftar-Empfang des BIG gibt. Dort kommen die Freunde und Kooperationspartner zusammen und tauschen sich bei einer schönen Atmosphäre aus. All das sorgt dafür, dass Spannungen abgebaut werden und Politik auch früher auf Hilferufe reagiert, bevor es dann so endet wie in Berlin. 

Islamische Zeitung: Lieber Kerim Tokicin, Hamburgs MuslimInnen machen – so zumindest unsere subjektive Wahrnehmung – einen frischen und dynamischen Eindruck. Profitieren sie von den maritimen und weltstädtischen Traditionen der Hansestadt?

Kerim Tokicin: Das freut mich zu hören. Wir versuchen das Hamburger Mantra „die schönste Stadt der Welt“ zu leben. Ich habe das von vielen Muslimen gehört, die von außerhalb kommen. Woher die „Frische und Dynamik“ kommt, kann ich so pauschal nicht beantworten. Sicherlich gehört dazu, dass man zum Beispiel in einer ursprünglich türkisch geführten und gegründeten Gemeinde mal einen pakistanischen Imam hatte. Das war selbstverständlich und keiner hat sich beschwert. Vielleicht bin ich auch Teil dieses Wandels. Ich bin so aufgewachsen und habe es nie anders kennengelernt. Hamburg ist keine große Großstadt wie Berlin. Jeder geht in jede Moschee, man kennt sich. Auch das steigert die Dynamik. 

Islamische Zeitung: Vielen lieben Dank für das Interview.

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Den Propheten erfahrbar machen

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Bericht von einer Hamburger Ausstellung: Zum 9. organisierte die Al Manar Stiftung ein Wochenende über den Propheten.

(iz). Eine interaktive Ausstellung in der Hansestadt ermöglichte einen lebendigen Zugang zum Propheten Muhammad (s). Und bot Anknüpfungspunkte für eine positive Identifizierung.

Mit der Ausstellung „Eine zeitlose Reise der Barmherzigkeit“ bot die Hamburger Al Manar Stiftung am ersten Oktoberwochenende zum neunten Mal ein innovatives Angebot, insbesondere für Jugendgruppen, an. Damit wollte man den Propheten Muhammad, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, und seine Botschaft in der heutigen Zeit verständlich machen. Wie die Stiftung mitteilte, plane man bereits die Ausstellung für das kommende Jahr.

Am 5. und 6. Oktober wurde den Besuchern die prophetische Biografie (arab. Sira) anhand von Workshops für Jugendliche, Vorträgen, Spielen und interaktiven Aspekten nahegebracht.

Der Träger (die Al Manar für islamische Bildung und Kultur in Hamburg) konzentriert sich unter anderem auf die Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen, so Moez Ben-Khemis. Der Hamburger war Ideengeber und Mitinitiator der Sira-Ausstellung bei ihrer Gründung. In diesem Zusammenhang wurden verschiedene Projekte entwickelt. Neben diesem Angebot organisiert die Stiftung schon seit Jahren den beliebten Hamburger Ramadan Pavillon. Wie dieser soll sie nicht nur Wissen über den Islam fördern, sondern auch als Plattform für den interkulturellen Austausch und das gegenseitige Verständnis stehen.

Zu diesen pädagogischen Aspekten gehörte der Einsatz von Miniaturmodellen. Mit ihnen konnten die Besucher und Teilnehmer entscheidende Stationen des Gesandten Allahs – wie seine Auswanderung aus Mekka oder die frühe medinensische Gemeinschaft – räumlich erfahren.

Bei den Modellen – und weiteren Medien – findet nach Auskunft der Organisatoren ein Austausch mit zusätzlichen Trägern im In- und Ausland statt. So wurden einige der Modelle außerhalb von Deutschland hergestellt, weitere speziell für die eigenen Bedürfnisse angefertigt. Sie würden in Deutschland von mehreren Moscheegemeinden genutzt. Die Mehrheit der Plakate erstellte die Stiftung selbst, andere wurden von Bildungsträgern wie dem Internationalen Islamischen Stiftungswerk (IISW) übernommen.

Ein weiteres Angebot waren die Workshops für Kinder- und Jugendgruppen. Sie waren dem Altersdurchschnitt der jungen Gäste angepasst und behandelten inhaltlich keine bloß abstrakten Fragen, sondern griffen Aspekte der prophetischen Biographie und Persönlichkeit auf, die den VeranstalterInnen für die heutige Zeit relevant erschienen.

Die Hamburger Ausstellung fand nicht im luftleeren Raum statt. Sie griff aktuelle Themen auf, die insbesondere junge Muslime bewegen. So wurden beispielsweise in einem Seminar palästinensische Kunst thematisiert und auf dem Kulturabend am ersten Tag der Opfer von Konflikten gedacht.

Die Ausstellungsmacherinnen hatten es sich zum Ziel gesetzt, den Emotionen jugendlicher Muslime Ausdruck zu verleihen und sie durch die Beschäftigung mit dem Leben des Propheten Muhammad (s) in etwas Konstruktives und Positives zu verwandeln.

Foto: Al Manar Stiftung Hamburg

Chiraz Chaieb, Vorstandsvorsitzende der Al Manar Stiftung, erläuterte bei der Eröffnung das Konzept und die Intention des Projekts, das zum neunten Mal in Hamburg stattfand. Die Sira-Ausstellung ist eines der größten Angebote des Trägers, der sich Bildung auf die Fahnen geschrieben hat.

Man wollte alle Menschen erreichen, die sich für die prophetische Biographie interessieren. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den Kindern und Jugendlichen in den Moscheegemeinden der Hansestadt. Sie sollten mittels innovativer Ansprache und Methodik „abgeholt“ werden.

Zu Beginn wurde verstärkt mit Miniaturmodellen über die mekkanische und medinensische Zeit des Propheten gearbeitet. Und in der Folge wurden interaktive Workshops selbst entwickelt, die sich mit verschiedenen relevanten Aspekten seiner Biografie und seines Lebens beschäftigten.

„Interaktiv bedeutet“, so Chaieb, „dass wir den Kindern nicht nur einen theoretischen Teil anbieten, sondern dass sie sich aktiv in den Prozess einbringen können.“ Sie sollen die Möglichkeit haben, sich die Inhalte aktiv zu erarbeiten. Das würde am Beispiel der Prophetenmoschee in Medina deutlich. Neben einem theoretischen Teil des Workshops konnten die Kinder das damals bescheidene Bauwerk mit selbst hergestellten Arbeitsmaterialien nachbauen und so erleben.

Zuerst bauten die jungen BesucherInnen die Mauer des Gebäudes mit Pappmodulen nach, über die dann ein nachgebautes Dach aus Palmenzweigen gelegt wurde, wie es damals in Medina üblich war. „Und so erleben wir das Ganze wirklich. Alle haben so schöne Erinnerungen.“

Foto: Al Manar Stiftung Hamburg

Frau Chaieb sieht sich durch die Ausstellung und ihr Konzept bestätigt. „Dass das jetzt zum neunten Mal stattfindet, zeigt ja auch, dass es ankommt. Es gibt eine Nachfrage und wir haben positive Erfahrungen gemacht.“ Insbesondere die Sira-Ausstellung wurde und wird von den Moscheegemeinschaften und ihren MitgliederInnen positiv aufgenommen.

Wie um die positive Resonanz zu unterstreichen, trifft die Kinder- und Jugendgruppe einer somalischen Moschee während des Gesprächs ein und wartet auf ihre Anmeldung. Während des gesamten Wochenendes sind auf dem Gelände junge Besuchergruppen unterschiedlichen Alters zu sehen, die offensichtlich aus anderen Moscheen kommen.

Ein weiteres Beispiel für das Bildungsangebot der Stiftung Al Manar mit Ausstellung war der Workshop zur kleinen Pilgerfahrt (‘Umra). Im Gespräch erklärte uns Kursleiterin Marwa Maskawi, wie der Kurs aufgebaut war. „Wir beginnen mit einem Kennenlernspiel und gehen auf das vorhandene Grundwissen ein.“ Nicht alle Kinder hätten den gleichen Wissensstand.

Anhand der Behandlung von Textmaterial – in diesem Fall Hadithen – erfuhren die TeilnehmerInnen etwas über die religiösen und spirituellen Vorzüge einer ‘Umra. Mit dem Wissen aus dem Quiz und der Textarbeit konnten die Kinder und Jugendlichen ein Video erstellen. Den Abschluss des Workshops bildete ein großes Modell der Kaaba in Mekka, anhand dessen sie die Rituale räumlich einordnen konnten.

Für die Seminar- und KursleiterInnen war es wichtig, die Kinder nicht einfach „frontal“ mit Informationen zu überschütten. Der interaktive Aspekt sei entscheidend, damit die Heranwachsenden „eine Erfahrung machen können“. Deshalb sei es zum Beispiel bedeutsam, dass der Nachbau einer Kaaba in ihrer Körpergröße gezeigt werde.

Es gehe ihnen um den Moment des Anschauens, so Maskawi. Dabei habe geholfen, dass eine Gruppe junger Gemeindemitglieder vor einem Jahr selbst die kleine Pilgerreise unternommen habe. Man habe die Dinge, die man den Kindern vermitteln wolle, selbst „hautnah erlebt“.

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Hamburger Ausstellungsprojekt zur Prophetenbiographie: „Eine zeitlose Reise der Barmherzigkeit“

prophet medina grab

Ein Projekt in Hamburg will Anfang Oktober interessierten BesucherInnen allen Alters den Propheten und seine Biographie nahebringen – auch mit interaktiven Angeboten.

Hamburg (iz). Die Hamburger AL Manar Stiftung für islamische Bildung und Kultur bietet Besuchern jeden Alters eine interaktive Miniatur-Ausstellung mit einem reichhaltigen Rahmenprogramm vom 5. bis zum 6. Oktober an.

Anhand von Workshops für Jugendlichen, Vorträgen, Spielen und interaktiven Aspekten sollen ihnen verschiedene Aspekte der Prophetenbiografie (arab. Sirah) nahegebracht werden. Dazu gehört auch die Nutzung beeindruckender Miniaturmodelle. Ziel der Stiftung ist es: „Ein tiefgründiges Verständnis für die Vergangenheit“ zu schaffen, „um für die Zukunft zu lernen“.

Das Angebot findet vom 5. bis zum 6. Oktober in der beruflichen Schule für Wirtschaft (Anckelmannstr. 10, 25037 Hamburg) statt.

Da die Verfügbarkeit des anspruchsvollen Programms begrenzt ist, bittet das Organisationsteam von Al-Manar um einer Anmeldung unter diesem Link:

https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLScLJVvh91FGDyjoJPfqatPNNPaV5XlILGkdVytlZzFS3dq68Q/viewform?pli=1

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Gemischte Reaktionen. Erfahrungen mit der Bezahlkarte in Hamburg

bezahlkarte

Sie soll bald bundesweit kommen: In Hamburg erhalten Asylbewerber bereits seit Februar eine Bezahlkarte statt Bargeld. Doch Betroffene klagen über Probleme. (KNA). Ein türkischer Handyladen im Hamburger Süden. Ein Schild […]

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Hamburg setzt Staatsvertrag fort

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Die Hamburger Regierungskoalition will weiter mit Muslimen zusammenarbeiten. Erwartungsgemäß lehnt die Union das Vertragswerk ab. (iz, KNA). Die Hansestadt Hamburg war das erste Bundesland, das mit muslimischen Gemeinschaften einen Staatsvertrag […]

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Hamburgs Verträge mit Muslimen und Aleviten bleiben bestehen

Hamburg

Als erstes Bundesland hat Hamburg 2012 Verträge mit Muslimen und Aleviten geschlossen. Nach zweijähriger Bewertung setzt die rot-grüne Landesregierung weiter auf Kooperation.

Hamburg (KNA). Hamburgs Staatsverträge mit Muslimen und Aleviten werden vorerst weitergeführt. Die Hamburgische Bürgerschaft verabschiedete am Mittwochabend einen Antrag der rot-grünen Regierungsfraktionen, der sich für eine Intensivierung des Dialogs mit den Vertragspartnern ausspricht.

Einen Antrag der CDU, den Vertrag mit den Muslimen auszusetzen, lehnte eine Mehrheit der Abgeordneten hingegen ab.

Hamburg als Vorreiter

Hamburg hatte 2012 als erstes Bundesland Verträge mit drei islamischen Verbänden und der alevitischen Gemeinde geschlossen. Ähnlich wie bei den christlichen Kirchen und der jüdischen Gemeinde regeln sie unter anderem deren Rechte auf Wahrnehmung religiöser Feiertagen, den Bau von Gotteshäusern und die Bestattung nach religiösen Vorschriften. 

Vertragspartner sind zum einen der Rat der Islamischen Gemeinschaften in Hamburg Schura, der Landesverband Nord des deutsch-türkischen Moscheeverbands Ditib und der Verband Islamischer Kulturzentren sowie zum anderen die Alevitische Gemeinde Deutschland.

In den vergangenen zwei Jahren waren die Verträge evaluiert worden. Die Hamburger Landesregierung, der Senat, zog nach Gesprächen mit den Religionsgemeinschaften und Experten eine positive Bilanz. Die Verträge böten eine gute Grundlage für eine Kooperation zwischen der Stadt und den Religionsgemeinschaften, heißt es in einem Bericht.

In dem nun beschlossenen Antrag fordern SPD und Grüne den Senat dazu auf, mit den Vertragspartnern über ihr Engagement für Freiheit und Demokratie sowie gegen Antisemitismus und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit zu sprechen. Auch sollen die Verträge künftig alle zehn Jahre erneut bewertet werden.

„Konkrete Folgen“

„Die Verträge mit den islamischen und alevitischen Religionsgemeinschaften haben für Hamburg zu konkreten Erfolgen geführt“, sagte SPD-Abgeordneter Ekkehard Wysocki. Als Beispiele nannte er das bundesweit einzigartige Modell des Hamburger „Religionsunterrichts für alle“, die Zusammenarbeit zur Prävention von religiösem Extremismus und eine Vereinbarung zur Imamausbildung. 

„Die 2012 geschlossenen Verträge zwischen der Stadt Hamburg und den islamischen sowie alevitischen Religionsgemeinschaften sind ein Meilenstein für die gleichberechtigte Teilhabe und Anerkennung in unserer Stadt“, ergänzte Grünen-Politiker Michael Gwosdz.

Nach Auffassung des CDU-Abgeordneten Dennis Thering stellen sich hingegen einige Vertragspartner aktiv gegen die Werte des Grundgesetzes. So sei die Ditib aus der Türkei gesteuert.

Und die Schura grenze sich nicht genügend vom Islamischen Zentrum Hamburg (IZH) ab, das Verbindungen zum iranischen Terrorregime pflege. „Wir können und dürfen nicht länger Verträge aufrecht erhalten mit Partnern, die sich nicht eindeutig von Gewalt und Extremismus distanzieren.“

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„Wandel und Beharrung“ – Einführung zu Texten einer LiteraturAG

Essays alltag muslimisch sprache

Die LiteraturAG des Netzwerkes muslimischer Akademiker aus Hamburg hat drei Texte zu Zeitphänomenen geschrieben. „Das Leben gehört dem Lebendigen an, und wer lebt, muß auf Wechsel gefasst sein.“ (Johann Wolfgang […]

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11. Hamburger Ramadan-Pavillon findet dieses Mal indoor statt

Ramadan-Pavillon

Zum Auftakt des islamischen Fastenmonats Ramadan veranstaltet der Islamische Bund e.V. gemeinsam mit anderen den 11. Hamburger Ramadan-Pavillon.

Hamburg (hh-rp.de). Zum Auftakt des islamischen Fastenmonats Ramadan veranstaltet der Islamische Bund e.V. gemeinsam mit vielen muslimischen und nicht-muslimischen Einrichtungen vom 24. bis 26. März 2023 täglich von 16:00 bis 21:30 Uhr den 11. Hamburger Ramadan Pavillon im Museum für Kunst und Gewerbe MK&G, nahe dem Hamburger Hauptbahnhof.

Ramadan-Pavillon trägt den niedrigen Temperaturen Rechnung

Aufgrund der winterlichen Temperaturen findet die Veranstaltung erstmalig nicht mehr Outdoor, sondern im MK&G statt. An drei Tagen, ab 15:00 Uhr haben alle Hamburgerinnen und Hamburger die Gelegenheit, im MK&G zahlreiche Informationen sowie Podiumsdiskussionen und zahlreiche Dialoge zu erleben.

Zur Zeit des Fastenbrechens gegen 18:45 Uhr (am Sonntag um 19:45 auf Grund der Zeitverschiebung) werden alle Besucherinnen und Besucher zum abschließenden gemeinsamen Essen eingeladen. Der Pavillon hat sich in den letzten 10 Jahren zu einem festen Bestandteil des Hamburger Event-Kalenders entwickelt und zählt zu einer der größten interreligiösen Dialog-Veranstaltungen Deutschlands.

Foto: Hamburger Ramadanpavillon | A. List

Zur Eröffnungsrede am Freitag, den 24. März ist der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg Peter Tschentscher, sowie Bischöfin Kirsten Fehrs eingeladen. Im Rahmen der Kooperation mit dem MK&G wird es am Samstag, den 25.3.2023 von 16:30 bis 18:00 eine Podiumsdiskussion geben.

Führungen und Ausstellungen

Vorab sind besondere Führungen durch die Sammlungspräsentationen Islam, Christentum und Judentum geplant (um Anmeldung über die Webseite wird gebeten). Thema ist der Bedeutungswandel religiöser Objekte im/durch das Museum.

Dabei soll über die Fragen diskutiert werden woher die religiösen Objekte kommen, wie und warum sie ins Museum gelangt sind und wie sie im Museum andere Bedeutung erlangen als in ihren Ursprungskontexten sowie letztlich die Frage wie wir heute mit religiösen Werken in Museumssammlungen umgehen auf dem Podium diskutiert. Am Sonntag ist das renommierte Projekt „Kunst im interreligiösen Dialog“ vertreten, moderiert von Marion Koch.

Eine Institution in St. Georg

Der islamische Bund e.V., auch bekannt als Muhajirin Moschee, wurde 1983 gegründet und ist seitdem im Stadtteil St. Georg als gemeinnütziger Verein zuhause. Heute zeichnet sich die Gemeinde durch die kulturelle Vielfalt seiner Besucher aus, die sich nicht nur in der kulturellen Herkunft zeigt, sondern auch in den unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten, Altersgruppen aus denen die Gemeindemitglieder stammen.

Trotz begrenzter Räumlichkeiten bietet die Gemeinde eine breite Palette an Aktivitäten für eine Vielfalt von Interessengruppen an. Somit sind die Vereinsräume nicht nur als Gebetsräume anzusehen, sie sind auch ein sozialer und kultureller Treffpunkt.

Einblick in muslimisches Leben

Die Mehrheitsgesellschaft soll durch den Hamburger Ramadan Pavillon einen Einblick in die Kultur der muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürger während des Fastenmonats Ramadan erhalten. Dies umfasst sowohl kulinarische als auch geistige Aspekte. Aktuelle kulturelle und gesellschaftspolitische Themen werden ebenfalls besprochen.

Ziel dieser dreitägigen Veranstaltung, in der die Vielfalt und Schönheit muslimischen Lebens in Hamburg sichtbar werden, ist es eine Plattform für den gesellschaftlichen Dialog zu schaffen und u.a. durch kulturelle Bildungsangebote Berührungsängste abzubauen und sich besser kennenzulernen.

Foto: pxhere.com | Lizenz: CC0 1.0 Universal

Zudem sollen durch vertiefte Begegnungen Vorurteile auf allen Seiten abgebaut werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Vernetzung unterschiedlicher Kooperationspartner im Stadtteil St. Georg, dem Bezirk Hamburg-Mitte und der Stadt Hamburg sowie das Empowerment der zahlreichenbeteiligten ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer.

Langejährige Kooperationspartner und Unterstützer des Hamburger Ramadan Pavillon sind u.a. das Institut für konstruktive Konfliktaustragung und Mediation (ikm), Schorsch, IFZ, SCHURA Hamburg – Rat der islamischen Gemeinschaften sowie die Hamburger Kunsthalle.

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Senat lobt Staatsverträge mit Muslimen

(KNA/IZ). Der Hamburger Senat hat eine positive Bilanz über die vor zehn Jahren abgeschlossenen Staatsverträge mit drei muslimischen Verbänden und der Alevitischen Gemeinde gezogen. Sie böten eine gute Grundlage für […]

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